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  1. #21
    Avatar von rodakino
    rodakino ist offline Legende

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    Standard Re: Gedanken zu ( Kinder-) Literatur versus Wirklichkeit

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    Ein paar Dinge, die mir zu verschiedenen Themen von Astrid Lindgren, Erich Kaestner und Co. einfallen und mich innerlich oft lachen lassen:
    1.) Gewalt: Haben wir hier in einem anderen Thread im Zusammenhang mit Schule diskutiert: Sind Schueler heute aggressiver als frueher? Dann kam zu Silvester der Film "Das fliegende Klassenzimmer"....meine Kinder kennen "Der kleine Nick", ich habe den "Krieg der Knoepfe" gemocht, "Madita" ist auch nicht gerade zimperlich und schon im "doppelten Lottchen" schlagen selbst Maedchen (Luise!) kraeftig zu....ein blaues Auge, eine blutige Nase...sehr gaengiges Vokabular. Und wir amuesieren uns darueber. Wuerde das tatsaechlich UNSERE Kinder und deren Schulalltag betreffen, waeren wir entsetzt!!!!!!! Schulpsychologen waeren bei "Nick" voll ausgebucht, seine KLasse braeuchte dringend ein "Antiaggressionstraining" und es wuerde fuer ein blaugeschlagenes Auge MINDESTENS eine Klassenkonferenz geben!
    2.) Gefahren: Stellt euch vor, eure Tochter wuerde auf dem Schuldach balancieren. Oder die Kids wuerden Strohhoehlen bauen. Wuerdet ihr zwei Achtjaehrige allein eine Vierjaehrige beaufsichtigen lassen???Kinder im Bach spielen lassen???? wieso sind schwedische Kinder anscheinend dauernd mitten in der Nacht unterwegs???? - Und die laufen den ganzen Sommer barfuss rum (ist meinen Kindern sofort aufgefallen), erkaelten die sich nicht?!
    3.) Sexualitaet: Neulich haben wir einen Madita-Film geschenkt bekommen. Zu Beginn huepfen die SChwestern voller Freude ueber den Mai NACKT durch's Kinderzimmer. - Hey, sowas gehoert sich hier nicht! Meine Kinder kamen aus dem Kichern nicht mehr raus. Ich dachte nur: Ist das in Schweden okay? Regt sich da noch keiner auf, das sei "Kinderpornographie" oder sowas? Hat sich in Deutschland kein Kinderschuetzer empoert???? Muesste man sowas heutzutage vielleicht tatsaechlich zensieren, weil es zu viele Perverse gibt? Auch da haben sich meine Kinder in mehreren Lindgren-Filmen sehr gewundert: "Wieso baden die immer nackt?" - Darf man das heute noch zeigen oder gar selbst tun????
    4.) Erziehung: "Lotta" ist meiner Ansicht nach der beste Erziehungsratgeber. Die Mutter ist sowas von umwerfend GELASSEN!!!! Ich fand sie als Kind immer irgendwie "zickig", inzwischen ist sie mein Vorbild! Dummerweise reagiert meine Tochter nicht immer so folgsam wie Lotta ("Geh ins Kinderzimmer, bis du wieder brav bist!" - Lotta geht, Tochter sitzt bockend auf dem Fussboden...) Eine "Tante Berg" haette ich auch gern auf Nachbarschaft! Sind die Schweden wirklich so "cool"??? - Allerdings wird die Fuenfjaehrige anscheinend ueberhaupt nicht beaufsichtigt, die rennt den ganzen Vormittag allein rum und holt sich das Fahrrad aus dem Schuppen....und zeigt FREMDEN Leuten auf der Strasse ihre Geschenke!
    - Erst neulich ist mir aufgefallen, wie viele soziale Probleme "Madita" anspricht und wie progressiv ihre Eltern sind (ihr Vater sogar "aufmuepfig"). - Das ist nicht nur eine Kindergeschichte.
    Habt ihr noch mehr Ideen?
    Ich liebe Kaestner. Ich finde ihn auch sehr angenehm subversiv, genau wie Lindgren.

    Hier gibt es ja auch Kinder, die betteln, ich muss da immer an Puenktchen und Anton denken und daran, dass in Deutschland diese Geschichte sehr "fern" wirkt, und hier viel weniger. Generell, die Armut, die bei Kaestner in allen Geschichten durchscheint, die gibt es jetzt durch die Krise hier auch wieder, waehrend in meinem Leben in Deutschland das kaum vorstellbar und sehr weit weg war.

    Was mir neulich bei der Illustration eines Lindgren-Buches (ich will auch in die Schule gehen) auffiel: die Schule war total toll ausgestattet, mit Pflanzen, und richtig viel Platz und Rechenbaeumchen usw. So was kannte ich weder aus meiner Schulzeit in Deutschland, noch hier.

    Weil Du das Fliegende Klassenzimmer erwaehnt hast, ich hab es neulich einfach mal fuer mich selbst gelesen, in Ermangelung von erbaulicher Literatur auf Deutsch und hab Rotz und Wasser geheult. Und mich hat ebenfalls sofort die Tatsache angesprungen, dass der gerechte Justus Pruegeleien voellig normal findet und es indirekt auch gutheisst, dass der kleine Ulli riskiert hat, sich den Hals zu brechen, nur um endlich mal Mut zu zeigen. Das gaelte doch heute als paedagogisch absolut falsch, die anderen Kinder muessten lernen, ihn so zu nehemn wie er ist, usw.

    Als Kind war ich uebrigens davon irritiert, dass in so vielen Buechern die Kinder in Internaten lebten. Die 5 Freunde, die Kinder in den "Abenteuer"-Buechern, Hanni und Nanni,... (wobei meine Eltern als Kinder in Internaten gewesen waren, aber in meiner Generation war das ja eher ungewoehnlich).

    Bei den Conni-Geschichten faellt mir immer wieder auf, dass das alles sehr "deutsch" ist, aber ich kann nicht recht benennen, WAS es fuer mich so deutsch macht. Conni konfrontiert mich mit einer Art des deutschen Alltags so, dass es mir unangenehm ist. Geht es noch jemand so? Im 10er Forum schrieben mehrere Muetter, dass sie Conni nicht gerne vorlesen, aber niemand konnte so recht sagen, warum. Okay, was mir sofort ins Auge sticht, sind die ganzen geringelten Klamotten, die sie immer traegt. So was traegt in Griechenland keiner auf der Strasse (ausser der Miss). Aber die find ich suess, an denen liegt es nicht.
    Με αγάπη από το νησί...

    Mit lieben Gruessen von der Insel :)

    Miss X. (06); Kore (10)

  2. #22
    Babette267 Gast

    Standard Re: Gedanken zu ( Kinder-) Literatur versus Wirklichkeit

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    - Jetzt hab ich den richtigen Knopf gedrueckt, hatte mich vorher versehen, Babette! (daher war kein Zitat von dir vorhanden). Was meinst du mit "konkret"? - Dass man halt ALLES zeigt?
    Du wirst wohl den gleichen Madita-Film meinen wie ich . "Neu" meinte ich im Vergleich zu Pippi Langstrumpf und den alten Bullerbue-Schwarten (gibt's auch "neuer"). Es soll ja "Kinderschuetzer" geben, die sich selbst ueber "Pippi Langstrumpf" erbost haben (zu kurzes Kleidchen, "aufreizende" Sitzhaltung).
    Ich habe den in den Siebzigerjahren gesehen. Insofern ist das ja noch derselbe "Geist" wie der von Pippi.
    Ich begeistere mich auf meine alten Tage immer mehr fuer astrid Lindgren, da ich inzwischen sehe, was da noch alles drinsteckt. - Ohne Hemmungen, ohne Skrupel. Es gibt Asoziale, Saeufer, Eingebildete, brutale Schuldirektoren....sie stellt sie alle bloss, rueckt ins rechte LIcht und das Alles ohne erhobenen Zeigefinger oder als "Problembuch" und mit viel Humor. Das ist genial!
    Ja, wenn man auf der "Elternseite" steht, entdeckt man ganz neue Dinge. Die Tatsache, dass Pippi auch heute noch als rebellisch durchgeht. Aber auch Michel - ich habe das Buch meiner Großen vorgelesen und festgestellt, dass da ja gar nicht die heile Welt des Bauernlebens dargestellt wird. Da wird eigentlich Realität dargestellt - schon liebevoll und kindgerecht, aber Realität. Es gibt da eine Szene, wo sich alle Knechte bei einer Auktion treffen, um sich zu prügeln. Und es steht ganz offen da, dass die armen Kerle ja sonst keine Gelegenheit hatten sich auszutoben, und auf der Auktion muss es halt mal sein.
    Ueberlege gerade, ob ich irgendeinen niederlaendischen Kinderfilm kenne....gruebel, gruebel......doch, irgendwas war da mal, mit so nem Typen mit gruenen Haaren ....eine Serie, oder?! ich kriegs nicht mehr zusammen, eingerostet!
    Mir fällt da jetzt auch nichts ein ...

  3. #23
    Queretaro ist offline enthusiast

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    Standard Re: Gedanken zu ( Kinder-) Literatur versus Wirklichkeit

    Also wir lesen hier auch gerne die Lindgren-Buecher und zum Teil war meine Kindheit aehnlich, also in Bezug auf draussen-spielen, alleine einkaufen, Abenteuer erleben und jede Menge Unsinn anstellen etc.. Heute ist vieles anders, aber das finde ich nicht schlimm. Wie schon gesagt wurde, dienen die Geschichten ja auch zu einem guten Teil der Foerderung der Phantasie und so muessen die Buecher ja nicht 1 zu 1 die Wirklichkeit abbilden. Dafuer gibt es dann andere Buecher, wie beispielsweise auch die COnny- bzw. fuer Jungs die Max-Reihe, wo sich die Kinder "von heute" mehr mit identifizieren koennen. Ich lese unserer Tochter zurzeit "Madita" vor und unserer Tochter gefaellt es sehr. Sie hinterfragt allerdings auch einiges und kommentiert das Verhalten von Madita und ihrer Schwester. "Mehr" muss denke ich nicht sein. Uebrigens gibt es ja einige Lindgren-/Kaestner-Filme in aktualisierter vor, die finde ich zum Teil besser als die Origialversionen. Pippi-Langstrumpf bzw. Michel sind sicherlich Klassiker, die in der Originalversion besser sind. Puenktchen und Anton bzw. auch das fliegende Klassenzimmer finde ich etwas passender in der aktualisierten Version.

    Wg Conny: unsere Tochter ist grosser Conny-Fan, wobei es mittlerweile ZUM Glueck etwas nachlaesst. Ich fand die Hefte am Anfang ganz schoen und eine gute Option, Themen wie Weihnachten/Ostern in Deutschland unserer Tochter in Mexico zu "vermitteln" bzw. zu unterstuetzen. Die Geschichten sind gut verstaendlich, schoen bebildert und von guter Laenge. AAAAABER: Mich nervt, dass Conny immer alles kann bzw. immer alles klappt (ausser vielleicht die Rutsche von Hochbett runter zu rutschen - Conny im Krankenhaus). Conny macht eigentlich nie Quatsch, hat auch immer Freunde und ist auch nicht rebellisch. Das finde ich nicht wirklich realitaetsnah oder muessen nur wir uns mit Themen wie "Zickenterror", Streichen und Grenzen austesten auseinandersetzen? Die geringelten Klamotten finde ich nicht so passend, stoeren aber meiner Meinung nach nicht wirklich...

  4. #24
    Avatar von rodakino
    rodakino ist offline Legende

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    Standard Re: Gedanken zu ( Kinder-) Literatur versus Wirklichkeit

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Ich habe den in den Siebzigerjahren gesehen. Insofern ist das ja noch derselbe "Geist" wie der von Pippi.
    Ja, wenn man auf der "Elternseite" steht, entdeckt man ganz neue Dinge. Die Tatsache, dass Pippi auch heute noch als rebellisch durchgeht. Aber auch Michel - ich habe das Buch meiner Großen vorgelesen und festgestellt, dass da ja gar nicht die heile Welt des Bauernlebens dargestellt wird. Da wird eigentlich Realität dargestellt - schon liebevoll und kindgerecht, aber Realität. Es gibt da eine Szene, wo sich alle Knechte bei einer Auktion treffen, um sich zu prügeln. Und es steht ganz offen da, dass die armen Kerle ja sonst keine Gelegenheit hatten sich auszutoben, und auf der Auktion muss es halt mal sein.
    Mir fällt da jetzt auch nichts ein ...
    Ja, das mit der Elternseite sehe ich auch ganz stark bei Pippi. Als Kind konnte Pippi in meiner Vorstellung alles und war unverwundbar. Als Mutter bricht es mir fast das Herz, wie sie beim Kaffeekraenzchen verzweifelt versucht, dazuzugehoeren und damit von Frau Settergren eine Standpauke erntet.
    Με αγάπη από το νησί...

    Mit lieben Gruessen von der Insel :)

    Miss X. (06); Kore (10)

  5. #25
    Avatar von rodakino
    rodakino ist offline Legende

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    Standard Re: Gedanken zu ( Kinder-) Literatur versus Wirklichkeit

    Zitat Zitat von Queretaro Beitrag anzeigen
    Also wir lesen hier auch gerne die Lindgren-Buecher und zum Teil war meine Kindheit aehnlich, also in Bezug auf draussen-spielen, alleine einkaufen, Abenteuer erleben und jede Menge Unsinn anstellen etc.. Heute ist vieles anders, aber das finde ich nicht schlimm. Wie schon gesagt wurde, dienen die Geschichten ja auch zu einem guten Teil der Foerderung der Phantasie und so muessen die Buecher ja nicht 1 zu 1 die Wirklichkeit abbilden. Dafuer gibt es dann andere Buecher, wie beispielsweise auch die COnny- bzw. fuer Jungs die Max-Reihe, wo sich die Kinder "von heute" mehr mit identifizieren koennen. Ich lese unserer Tochter zurzeit "Madita" vor und unserer Tochter gefaellt es sehr. Sie hinterfragt allerdings auch einiges und kommentiert das Verhalten von Madita und ihrer Schwester. "Mehr" muss denke ich nicht sein. Uebrigens gibt es ja einige Lindgren-/Kaestner-Filme in aktualisierter vor, die finde ich zum Teil besser als die Origialversionen. Pippi-Langstrumpf bzw. Michel sind sicherlich Klassiker, die in der Originalversion besser sind. Puenktchen und Anton bzw. auch das fliegende Klassenzimmer finde ich etwas passender in der aktualisierten Version.

    Wg Conny: unsere Tochter ist grosser Conny-Fan, wobei es mittlerweile ZUM Glueck etwas nachlaesst. Ich fand die Hefte am Anfang ganz schoen und eine gute Option, Themen wie Weihnachten/Ostern in Deutschland unserer Tochter in Mexico zu "vermitteln" bzw. zu unterstuetzen. Die Geschichten sind gut verstaendlich, schoen bebildert und von guter Laenge. AAAAABER: Mich nervt, dass Conny immer alles kann bzw. immer alles klappt (ausser vielleicht die Rutsche von Hochbett runter zu rutschen - Conny im Krankenhaus). Conny macht eigentlich nie Quatsch, hat auch immer Freunde und ist auch nicht rebellisch. Das finde ich nicht wirklich realitaetsnah oder muessen nur wir uns mit Themen wie "Zickenterror", Streichen und Grenzen austesten auseinandersetzen? Die geringelten Klamotten finde ich nicht so passend, stoeren aber meiner Meinung nach nicht wirklich...
    Ja, dahingehend ist Conni wirklich total unrealistisch. Beim Sport und Ballett ist je sogar ein Bild von ihr in der Zeitung, das hat beide Geschichten fuer mich total disqualifiziert. Was mich auch irritiert, sie hat nie Streit mit Jakob oder ist eifersuechtig auf das Baby oder so was. Die kleine Katze pinkelt nicht auf den Teppich, sondern macht gleich ins Katzenklo,... sehr unrealistisch alles, aber von der Verpackung her so gemacht, dass es realistisch wirken soll. Ich hatte versucht, die Conni-Pixies in den Hintergrund zu draengen mit den Kindern von Bullerbue, aber dann kam ein gebundenes Conni-Buch in einem Paeckchen aus Deutschland und nun muss ich fast jeden Abend daraus vorlesen.

    Ich wusste gar nicht, dass es aktualisierte Versionen der Kaestner-Buecher gibt. Was wurde denn veraendert, und warum findest Du das besser?
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    Mit lieben Gruessen von der Insel :)

    Miss X. (06); Kore (10)

  6. #26
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Gedanken zu ( Kinder-) Literatur versus Wirklichkeit

    ...noch viel schlimmer: Wie sie an Heilgabend ploetzlich ganz allein dasitzt!!!!! Schnief....

    Michel fanden meine Kids frueher gar nicht lustig (der Vater schrie ihnen zu viel rum, der gefaellt erst mit 8 oder 10, auch mein 13Jaehriger amuesiert sich jetzt koestlich.
    "Das fliegende Klassenzimmer" gefaellt mir als Film eher in der "klassischen" Uraltversion, da gefallen mir die Typen besser. "Matze" ist in der Neuauflage viel zu duenn, asserdem haben sie mir da zuviel neu reingebracht (abgebrannte Turnhalle etc.).
    Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht, ob es so schlimm ist, wenn sich Kinder mal pruegeln. Ist es nicht besser, so den "Dampf" abzulassen (soweit man es mit einem GLEICHWERTIGEN Gegner tut) und sich DIREKT auseinanderzusetzen, als es auf fiese Art zu tun, als zu mobben, zu quaelen, Aggressionen gegen Dinge zu richten? Oder alles ins Internet oder Computerspiele zu uebertragen???? Nicht, dass ich viel von schlagen halte, ich wuerde meinen Jungs sonstwas erzaehlen......aber haben unsere Kinder ueberhaupt noch Gelegenheit, ihre Wut offen "auszuleben"???? - Frag ich mich gerade so, ich warte auf die Entruestungen..
    "Conny" ist so'ne "Maedchenreihe". Gefaellt meinen Toechtern auch, die Aeltere liest inzwischen eher anderes. Ich seh's wie Queretaro: Man kan "deutschen Alltag" und "Traditionen" vermtteln, quasi schnelle Labndeskunde fuer (kleine) Kinder. Klar ist Conny ein "Allrounder", kann immer alles. Sie ist ja auch nur ein "Prototyp" und keine Lesestoff auf hohem literarischen Niveau.

  7. #27
    Babette267 Gast

    Standard Re: Gedanken zu ( Kinder-) Literatur versus Wirklichkeit

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    ...noch viel schlimmer: Wie sie an Heilgabend ploetzlich ganz allein dasitzt!!!!! Schnief....

    Michel fanden meine Kids frueher gar nicht lustig (der Vater schrie ihnen zu viel rum, der gefaellt erst mit 8 oder 10, auch mein 13Jaehriger amuesiert sich jetzt koestlich.
    "Das fliegende Klassenzimmer" gefaellt mir als Film eher in der "klassischen" Uraltversion, da gefallen mir die Typen besser. "Matze" ist in der Neuauflage viel zu duenn, asserdem haben sie mir da zuviel neu reingebracht (abgebrannte Turnhalle etc.).
    Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht, ob es so schlimm ist, wenn sich Kinder mal pruegeln. Ist es nicht besser, so den "Dampf" abzulassen (soweit man es mit einem GLEICHWERTIGEN Gegner tut) und sich DIREKT auseinanderzusetzen, als es auf fiese Art zu tun, als zu mobben, zu quaelen, Aggressionen gegen Dinge zu richten? Oder alles ins Internet oder Computerspiele zu uebertragen???? Nicht, dass ich viel von schlagen halte, ich wuerde meinen Jungs sonstwas erzaehlen......aber haben unsere Kinder ueberhaupt noch Gelegenheit, ihre Wut offen "auszuleben"???? - Frag ich mich gerade so, ich warte auf die Entruestungen..
    "Conny" ist so'ne "Maedchenreihe". Gefaellt meinen Toechtern auch, die Aeltere liest inzwischen eher anderes. Ich seh's wie Queretaro: Man kan "deutschen Alltag" und "Traditionen" vermtteln, quasi schnelle Labndeskunde fuer (kleine) Kinder. Klar ist Conny ein "Allrounder", kann immer alles. Sie ist ja auch nur ein "Prototyp" und keine Lesestoff auf hohem literarischen Niveau.
    Das fliegende Klassenzimmer für mich bitte auch in der alten Version mit Joachim Fuchsberger, die im Aufseßianum in Bamberg aufgenommen wurde! Bei der neuen wurde ja alles Mögliche hinzugedichtet und zwanghaft "modernisiert".
    Conny ist nicht anspruchsvoll, aber Bibi Blocksberg auch nicht. Die Kinder mögen es und es schadet ihnen nicht. Ich habe selber auch trotz "Dolly", "Hanni und Nanni" und Co recht früh zur "großen Literatur" gefunden :D
    Ich denke auch, dass wir momentan zu weit gehen, was die Ächtung körperlicher Auseinandersetzung betrifft. Das liegt auch am Übermaß an weiblichen Lehrkräften an den Grundschulen. Ich habe mal über einen männlichen Grundschullehrer gelesen, der nicht gleich dazwischenging, wenn die Jungen auf dem Pausenhof kämpften, und damit Argwohn bei den Kolleginnen erntete.

  8. #28
    Queretaro ist offline enthusiast

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    Standard Re: Gedanken zu ( Kinder-) Literatur versus Wirklichkeit

    Oh je, dann ist jetzt wohl erstmal wieder "Super Conny" angesagt ;-). Aber gut, es geht ja ums Vorlesen und dementsprechend gehe ich davon aus, dass du tapfer bist....

    Warum ich die aktualisierten Versionen besser finde: ich denke, in einem Buch wird die Phantasie in anderer Weise angeregt. Wie man sich Figuren und Umfeld vorstellt, haengt von jedem selbst ab. Es gibt zwar Beschreibungen, aber wie du das fuer dich umsetzt, ist schlussendlich deine Sache. Bei beispielsweise den PReussler-Buechern "stolpere" ich manchmal ueber sehr alte Begriffe, die ich gerade noch, unsere Tochter aber nicht mehr versteht. Trotzdem mag sie die Buecher und "spinnt" dann manchmal die Geschichten weiter bzw. erzaehlt, wie sie sich dieses oder jenes vorstellt. Im Film wird dieser Aspekt des selbst vorstellen eben vorweggenommen und dann finde ich es gut, wenn der Film so gemacht ist, dass sich Kinder "von heute" damit einigermassen identifizieren koennen, also die Schule ungefaehr so aussieht, wie ihre eigene Schule. Gleiches gilt fuer Hobbies bzw. die Kleidung und das Umfeld. Da geht es dann weniger um die Phantasie, sich etwas bildlich vorzustellen, als vielmehr um das Thema/die Inhalte. Ich habe ein paar Jahre in einer Grundschule gearbeitet und da fanden die Kinder zwar Pippi Langstrumpf toll, noch besser kamen allerdings die genannten "neuen" Versionen an. Von Heidi gibt es auch einen aktualisierten Film, da sind die Unterschiede noch etwas extremer.

    Ich hoffe, ich habe mich einigermassen verstaendlich ausgedrueckt ?!


    Schau mal hier: (ich hoffe, die Verlinkung ist erlaubt!?=
    http://www.amazon.de/Erich-K%C3%A4st...8004690&sr=1-4

  9. #29
    Avatar von Marihoenle
    Marihoenle ist offline Veteran

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    Standard Re: Gedanken zu ( Kinder-) Literatur versus Wirklichkeit

    Zitat Zitat von rodakino Beitrag anzeigen
    Bei den Conni-Geschichten faellt mir immer wieder auf, dass das alles sehr "deutsch" ist, aber ich kann nicht recht benennen, WAS es fuer mich so deutsch macht. Conni konfrontiert mich mit einer Art des deutschen Alltags so, dass es mir unangenehm ist. Geht es noch jemand so? Im 10er Forum schrieben mehrere Muetter, dass sie Conni nicht gerne vorlesen, aber niemand konnte so recht sagen, warum. Okay, was mir sofort ins Auge sticht, sind die ganzen geringelten Klamotten, die sie immer traegt. So was traegt in Griechenland keiner auf der Strasse (ausser der Miss). Aber die find ich suess, an denen liegt es nicht.
    Ohja, das geht mir auch so. Ich habe immer das Gefühl, meiner Tochter erklären zu müssen, dass das in Deutschland eben so ist. Eigentlich ist Conni ja eine Figur, mit deren Alltag sich die kleinen Mädchen identifizieren können sollen. Das ist hier aber definitiv nicht der Fall (hier gibt es keinen Laternenumzug und schon gar keine Brezeln dabei zum essen, es gibt keine Balletschule, der Kindergarten ist auch gänzlich anders (z.B. fängt hier kein Kind erst mit 3 an, es gibt auch keine mitgebrachte Brotzeit usw....). Ich mag die Geschichten mitlerweile auch nicht mehr gerne vorlesen. Einfach zu deutsch....
    mit  Groß 5/09,  Mittel 8/11,  Klein 5/14 und  Mini 8/17

  10. #30
    Queretaro ist offline enthusiast

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    Standard Re: Gedanken zu ( Kinder-) Literatur versus Wirklichkeit

    Da stimme ich dir absolut zu: das Buch vom KiGa bzw. Schule habe ich dann auch nicht besorgt. Und das Buch vom Schwimmen hatte Folgeaufwand: unsere Tochter wollte unbedingt ein Seepferdchen-Abzeichen auf ihrem Badeanzug haben, von dem unbedingt auch gestreiften Badeanzug konnte ich sie gerade noch abbringen. Schlussendlich habe ich so ein Abzeichen organisiert und mit ihr die Aufgaben im Schwimmbad gemacht. Hier lernen die Kinder schwimmen, aber Abzeichen oder Pruefungen gibt es eigentlich nicht. Alternativ koennte man die Buecher einsetzen, wenn ein Besuch in D ansteht und darin irgendwelche Festivitaeten fallen....

    Ansonsten bin ich froh, dass es vielfaeltige Alternativen zum Vorlesen gibt, die Lindgren-/Preussler-Buecher fallen auch darunter. Unsere Kinderbuecherbilbliothek ist schon ganz beachtlich. Spanische Buecher, also mit dem mex. Spanisch, sind nicht so einfach zu finden. Lesen gehoert hier leider noch nicht zu den bevorzugten Freizeitaktivitaeten, da zeigt sich einfach auch der Einfluss der USA, wo genau wie hier derzeit viel das Lesen gefoerdert wird. Das Angebot besteht hier schwerpunktmaessig auf Walt Disney-Buechern (Prinzessinnen, soweit das Auge blickt...), Bilderbuechern mit extrem wenig Text oder Buecher ohne Bilder. Dazwischen gibt es fast gar nichts und das finde ich sehr schade.

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