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Thema: Klauen in der Schule

  1. #1
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Klauen in der Schule

    Ich moechte hier wieder mal so ein "Was wuerdet ihr tun?"-Thema in die Runde werfen und interessiere mich fuer eure geschaetzten Meinungen.

    Vielleicht erinnert ihr euch noch an meinen Thread in dem ich berichtete, dass ein Maedchen in der Klasse meiner Tochter Horrorgeschichten darueber verbreitete, wie sie angeblich zuhause von ihrer Mutter verpruegelt wuerde. Ich bin damit damals zur Lehrerin gegangen und weiss aber nicht, was daraus geworden ist.

    Von dem gleichen Maedchen wird nun behauptet, das sie ihre Mitschueler bestiehlt. Meine Tochter erzaehlte schon vor einiger Zeit, das Maedchen habe damals in der ersten Klasse (jetzt sind sie in der zweiten), einem anderen Maedchen einen Lipgloss gestohlen, und erst kuerzlich einem dritten Maedchen einen Schluesselanhaenger, der am Rucksack des Maedchens befestigt war. Ich habe auf diese Geschichten nicht weiter reagiert, weil wir davon nicht selbst betroffen, bzw. noch gar nicht hier in Australien gewesen waren.

    Gestern beim Abholen kam meine Tochter dann ganz aufgebracht aus dem Klassenzimmer und erzaehlte, das Maedchen habe nun auch ihr einen Schluesselanhaenger vom Rucksack gestohlen. Die Schueler haben alle die gleichen Rucksaecke, die waehrend des Unterrichts an Haken auf dem Flur haengen. Theoretisch haette ein Kind schon die Moeglichkeit, sich an den Rucksaecken seiner Mitschueler zu bedienen, naemlich waehrend der Mittagspause, wenn die Kinder einzeln und unbeaufsichtigt ins Gebaeude zurueckgehen duerfen, um ihre Lunchboxen wieder in ihre Rucksaecken zu stecken.

    Auf die Frage, woher sie denn so genau wisse, dass das Maedchen ihren Schuesselanhaenger gestohlen habe, erlaeuterte meine Tochter, sie habe gesehen, wie sie ihn im Klassenzimmer schnell in ihre Schublade steckte (jedes kind hat eine eigene Materialschublade im Schreibtisch). Die Freundin meiner Tochter stand daneben und bestaetigte die Beobachtung.

    Ich kann meiner Tochter vertrauen, und sie haette auch keinen Grund, diese Sache zu erfinden, aber ich kann natuerlich aus "zweiter Hand" nicht sagen, ob meine Tochter da nicht vor lauter Aufregung zu vorschnellen Schluessen gelangt ist, zumal ja auch schon laenger diese Klau-Geschichten kursieren. Der besagte Schluesselanhaenger ist auch nicht so aussergewoehnlich, dass ein anderes Kind nicht zufaellig den gleichen haben koennte.

    Ich ging also auf das Maedchen zu und fragte freundlich, ob sie vielleicht den Schulesselanhaenger meiner Tochter gesehen habe, worauf sie spontan sagte, sie habe ihn nicht genommen. Dabei beliess ich's natuerlich und bedankte mich hoeflich fuer die Auskunft, denn ich kann ja schliesslich auch nicht andere Kinder "verhoeren". Ich fand's natuerlich auffaellig, dass sie so schnell reagierte und selbst den Ausdruck "genommen" verwendete, wo ich nur gefragt hatte, ob sie ihn "gesehen" habe. Es kam mir schon so vor als wisse sie ganz genau, wovon die Rede war.

    Jedenfalls regt meine Tochter sich sehr ueber diesen angeblichen Diebstahl auf und moechte, dass ich etwas unternehme. Sie selbst will aber nichts zur Lehrerin sagen, weil sie meint, dass andere Maedchen sei dann boese auf sie und wuerde ihr noch mehr Sachen wegnehmen.

    Ich bin schon geneigt, die Sache bei der Lehrerin zur Sprache zu bringen. Ich persoenlich finde Diebstahl auch durchaus nicht lustig, auch nicht wenn es sich um Kinder und um Kleinigkeiten handelt. In der zweiten Klasse sollten sowohl Unrechtsbewusstsein als auch Impulskontrolle soweit entwicklet sein, dass man sich nicht mehr an den Sachen anderer Leute bedient.

    Andererseits habe ich natuerlich keinen handfesten Beweis sondern nur das, was meine Tocher und ihre Freundin mir erzaehlen. Ausserdem bin ich ja erst vor kurzem wegen den Pruegel-Geschichten dieses Maedchens an die Lehrerin herangetreten und will auch nicht diejenige sein, die immer wegen anderer Kinder zur Lehrerin rennt.

    Was meint ihr?
    Geändert von BilingualMom (30.07.2013 um 07:07 Uhr)
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  2. #2
    Avatar von Exilschwabe
    Exilschwabe ist offline not stateside

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    Standard Re: Klauen in der Schule

    Wir hatten fast die gleiche Situation in der 4.Klasse USA. Ein Maeschen, eher Aussenseiter in der Klasse, hat eine Zeilang alle moegliche Sachen der anderen Kinder auch gehabt. Komischerweise waren sie bei den anderen Kindern aber weg. Hauptsaechlich sachen wie Radiergummies, Liplos etc. Bei uns kam hinzu, dass es einen Schulshop gabe, bei der man die Sachen kaufen konnte, d.h. sie konnte das natuerlich gekauft haben. Ich habe meiner Tochter gesagt, sie soll ihre Sachen markieren und das Kind drauf ansprechen, wenn bei ihr was auftaucht. Im Zweifel auch mit de Lehrerin reden. Ich selbst habe nicht mit der Lehrerin gesprochen. Zum Glueck hat sich das Thema dann nach einer Weile erledigt.

    Ich wuerde an Deiner Stelle noch nicht mit der Lehrerin sprechen. Wenn moeglich alle Kleinteile Deiner Tochter markieren. Und Deine Tochter staerken im Zweifel das Kind anzusprechen. Ich denke, dass "oeffentlich"machen durchaus hilft. Einfach, dass das Kind merkt, die anderen bekommen das schon mit. Deshalb war das nachfragen bei ihr schon ein guter Anfang.
    putzipoo und suus gefällt dies.

  3. #3
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Klauen in der Schule

    Hej BilingualMom!

    Ich hingegen WÜRDE mit der Lehrerin sprechen,denn es ist doch ganz offensichtlich,daß dieses Kind in einer Krise steckt und Hilfe braucht.
    Es schreit danach --- weiles irgendwie verbal darüber nicht sprechen mag und kann.

    Es geht doch nicht (in erster Linie) daraum, die Verbrechenverfolgung in private hände zu legen, sondern dem Kind zu helfen.
    Und "öffentlich machen" ist gut, aber eben bei der Lehrerin und nicht bei der Täterin durch ein anderes Kind.
    DEIN Kind ist nicht Detektiv, es ist in der 2. Kl. und als Opfer auch nicht gerade prädesitiniert zu taktvollem und psycholgischem Vorgehen ---- aber alles, was Du über dieses Mädchenschreibst, schreit doch u mhilfe.

    Wir hatten so einen "Fall" an unserer Friskole und es war klar, daß sowohl die Diebstähle als auch anderes erst aufhören,.wenndemKind aus seiner wie-auch-immer-Notlage geholfen wird.
    Das kann nur die Lehrerina nleiern.
    Und es hilft, wenn da verständnisvolle Eltern und sensibilisierte Schüler helfen - statt Detektiv zu spielen solltet Ihr Euch darin vereinen,.demMädchen zu helfen.
    Das hilft Euch letztendlich auch.

    Alles Gute - Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  4. #4
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Klauen in der Schule

    Ich würde es seinlassen. Zu viel Wirbel, und zu viel bzw noch mehr Stigmatisierung für das Kind.

    Für's nächste Mal (ist jetzt leicht zu sagen für mich, ich weiß) könntest du bei einem "Verhör" noch die Hoffnung äußern, dass der Anhänger wieder an seinen Platz kommt. So könnte man ihr einen Weg aufzeigen, es wieder gut zu machen. Ich bin mir sicher, dass sie so in der Scham-Falle steckt, dass sie darauf nicht von alleine kommt.

    Seid ihr Conni-Fans? Da gibt es eine Geschichte dazu.
    putzipoo gefällt dies

  5. #5
    suus ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Klauen in der Schule

    Ich wuerde auch nicht gleich zur Lehrerin gehen, sondern erst mal schauen wie sich das ganze weiter entwickelt.

    V.a. lass das ganze wirklich nur ein dummer Zufall gewesen sein. Vielleicht kannst du ja auch einfach mal bei der Lehrerin ansprechen, was aus der Geschichte mit den Schlaegen zuHause geworden ist und dann evtl weiter schauen, was sich aus dem Gespraech entwickelt?!

  6. #6
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Klauen in der Schule

    Hej nochmal!

    Also, ich überlege, ob das jetzt typisch dänich ist, daß man doch eher Vertrauen zu den Lehrern (und anderen Eltern) hat...
    Ich rede ja nicht davon, es der Lehrerin "zu melden", sondern mit ihr darüber zu sprechen, um dem Kind zu helfen - und da ist die Lehrerin ja leichter an den Eltern dran etc.
    Zum andern glaube ich nicht sehr an ein Versehen, wnen mehrere Kinder über weggekommene Sachen klagen.
    Und mit der anderen Geschichte im Hintergrund - da ist das alles doch schon eine geballte Ladung "Helft mir, ich brauche irgendeine Aufmerksamkeit ? Hilfe!" für mich.

    Analog zu dem anderen Thread "was ist typisch deutsch" denke ich gerade an dt. Foren, wo die Tendenz doch vorherrschend ist, daß die Lehrer den Kindern nur Übles wollen - hier sieht man se andersrum.
    Dementsprechend sucht man hier eher das Gespräch als die Konfrontation.

    Gruß Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  7. #7
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Klauen in der Schule

    Danke fuer eure Meinungen. Ich stimme DKUrsel zu, dass eine Negativ-Erwartung gegenueber Lehrern und der Schule eher fuer Deutschland typisch ist, und ich dazu auch noch nie Anlass hatte.

    Aber hier nun die neuesten Entwicklungen: Gestern sprach ich noch mit einer anderen Mutter, mit der ich befreundet bin. Sie bestaetigte ihrerseits, dass ihrer Tochter (in der gleichen Klasse) auch kuerzlich ein Schluesselanhaenger gestohlen worden sei, und dass es unter den Kindern bekannt sei, dass das Maedchen praktisch gewohnheitsmaessig klaut.

    Bei Schulschluss bin ich dann also doch zur Lehrerin gegangen. Die Gelegenheit war guenstig, weil die Kinder beim Sport waren, und die Lehrerin alleine im Klassenzimmer sass. Ich fragte erstmal vorsichtig nach, ob ihr von diesen Diebstaehlen bereits zu Ohren gekommen war, sie war aber voellig ueberrascht davon. Sie durchsuchte gleich die Schublade und den Rucksack des Maedchens und befoerderte nebst anderem Krimskrams auch den Schluesselanhaenger meiner Tochter zutage. Danach holte sie das Maedchen und meine Tochter aus dem Sportunterricht zu einem Gespraech mit der Direktorin.

    Meine Tochter wurde zunaechst auch separat befragt, was sie genau ueber diese Sache wisse, und ob sie auch von anderen Kindern gehoert habe, die bestohlen worden seien.

    Hinterher entschuldigte sich das Maedchen bei meiner Tochter, wobei sie allerdings bei der Version blieb, dass sie den Schluesselanhaenger meiner Tochter "gefunden" habe und von den anderen Sachen nichts wisse. Dass in dem Fall eine Entschuldigung keinen Sinn ergibt, faellt einer Siebenjaherigen offenbar nicht unbedingt auf.

    Ich war bei diesen Gespraechen nicht dabei, sondern hatte mich diskret auf eine Bank im Freien zurueckgezogen. Soweit ich das beurteilen kann, war das betreffende Maedchen aber nicht besonders erschuettert oder erschrocken. Ob es nun ein Nachspiel gibt und die Eltern informiert wurden, weiss ich nicht und es geht mich ja wohl auch nichts an.

    Dass das Maedchen Hilfe braucht, war mir schon lange klar. Aber man kann sich ja auch nicht so einfach ins Leben anderer Leute und deren Erziehung einmischen. Nach anfaenglichen Schwierigkeiten mochte meine Tochter dieses Maedchen ganz gern, und ich habe sie dabei auch unterstuetzt. Leider wurden unsere Annaeherungsversuche von der Mutter abgeblockt, die meine Emails mit Einladungen zu Spielbesuchen nicht beantwortete und mich auch nicht zurueckrief. Das Maedchen behauptet auch, ihre Mutter lasse sie nicht zu ausserschulischen Veranstaltungen gehen. Natuerlich sind die Auskuenfte des Maedchens mit Vorsicht zu geniessen, aber es stimmt, dass wir sie noch nie bei Schulfesten oder aehnlichem gesehen haben.

    Einen Tag vor dem Diebstahl gab meine Tochter ihr trotzdem eine Einladung zu ihrer Geburtstagsparty. Wir haben noch keine Antwort bekommen, aber ich fand's schon ein bisschen hart, dass man ausgerechnet jemanden beklaut, der einen am Tag zuvor noch eingeladen hat. Meine Tochter moechte trotzdem, dass das maedchen zu ihrem Geburtstag kommt, aber es waere natuerlich kein Wunder, wenn wir unter den gegebenen Umstaenden ueberhaupt nichts hoeren.

    Damals, als das Maedchen in der Schule herumerzaehlte, ihre Mutter schlage sie mit einem Stock und wolle sie umbringen, bin ich ja auch schon zur Lehrerin gegangen um meiner Sorge Ausdruck zur verleihen. Was konkret daraus geworden ist und ob die Schule etwas unternommen hat, kann ich schlecht fragen, denn die Schule muss natuerlich auch Ruecksicht auf die Privatspaehre ihrer Schueler und deren Familien nehmen. Mir waer's auch nicht recht, wenn wir Probleme haetten und das Schulpersonal darueber mit anderen Eltern plaudert.
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  8. #8
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Klauen in der Schule

    Hej BilingualMom!

    Umso wichtiger,daß die Lehrerin jetzt weiß, daß da noch was im Busch ist.
    Das Kind hat - Vorsicht, Küchenpsychologie! - irgendwelche Probleme, kann/will die nicht artikulieren und macht mit solchen Dingen auf sich aufmerksam.
    Das Mädchen, von dem ich anfangs sprach, hat auch die besten Freundinnen beklaut - und meistens Sachen, die es gar nicht brauchte bzw. selbst schon hatte.
    Es war ganz deutlich - später auch für´s Jugendamt - daß es kein Bereicherungsdiebstahl war.
    Statt die Diebstähle rechtlich zu verfolgen, wurde dem Kind geholfen - und dann hörten auch die Diebstähle auf.
    Zugegeben:
    Das erforderte Mitarbeit = Geduld der Klassenkameraden und ihrer Eltern, aber in einem kleinen Dorf ist die Gemeinschaft nicht immer so böse, wie sie dargestellt wird --- und an unserer kleinen Schule haben wir eh Wert auf andere , menschliche Werte gelegt als an mancher anderen Schule erwirkt werden können.

    Mich wundert allerdings, daß die Lehrerin ohne das Beisein des Mädchens die Scuhltasche durchsucht hat.
    Das lieffe hier - hoffentlich! -a nders.
    Das Kind muß seine Tasche zeigen und Stellung nehmen.

    Naja, laß uns mal hoffen,daß die Lehrer verstehen, daß es um anderes geht als Diebstähle, die sie natürlich auch unterbinden müssen.

    Gruß Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

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    Aus Tschechien

  9. #9
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Klauen in der Schule

    Bilingualmom, gibt's an australischen Schulen keine Sozialarbeiter o.ae., die sich solcher Probleme annehmen? Das ist etwas, was ich an den hiesigen Schulen sehr schaetze. Du warst doch mal hierzulande und kannst etwas mit dem Begriff "Yoedzet" ("Berater") anfangen, oder?
    Wenn die ihren Job gut machen (DA ist der Haken), wird manchem Kind geholfen.

  10. #10
    PMS
    PMS ist offline Strange

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    Standard Re: Klauen in der Schule

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Danke fuer eure Meinungen. Ich stimme DKUrsel zu, dass eine Negativ-Erwartung gegenueber Lehrern und der Schule eher fuer Deutschland typisch ist, und ich dazu auch noch nie Anlass hatte.

    Aber hier nun die neuesten Entwicklungen: Gestern sprach ich noch mit einer anderen Mutter, mit der ich befreundet bin. Sie bestaetigte ihrerseits, dass ihrer Tochter (in der gleichen Klasse) auch kuerzlich ein Schluesselanhaenger gestohlen worden sei, und dass es unter den Kindern bekannt sei, dass das Maedchen praktisch gewohnheitsmaessig klaut.

    Bei Schulschluss bin ich dann also doch zur Lehrerin gegangen. Die Gelegenheit war guenstig, weil die Kinder beim Sport waren, und die Lehrerin alleine im Klassenzimmer sass. Ich fragte erstmal vorsichtig nach, ob ihr von diesen Diebstaehlen bereits zu Ohren gekommen war, sie war aber voellig ueberrascht davon. Sie durchsuchte gleich die Schublade und den Rucksack des Maedchens und befoerderte nebst anderem Krimskrams auch den Schluesselanhaenger meiner Tochter zutage. Danach holte sie das Maedchen und meine Tochter aus dem Sportunterricht zu einem Gespraech mit der Direktorin.

    Meine Tochter wurde zunaechst auch separat befragt, was sie genau ueber diese Sache wisse, und ob sie auch von anderen Kindern gehoert habe, die bestohlen worden seien.

    Hinterher entschuldigte sich das Maedchen bei meiner Tochter, wobei sie allerdings bei der Version blieb, dass sie den Schluesselanhaenger meiner Tochter "gefunden" habe und von den anderen Sachen nichts wisse. Dass in dem Fall eine Entschuldigung keinen Sinn ergibt, faellt einer Siebenjaherigen offenbar nicht unbedingt auf.

    Ich war bei diesen Gespraechen nicht dabei, sondern hatte mich diskret auf eine Bank im Freien zurueckgezogen. Soweit ich das beurteilen kann, war das betreffende Maedchen aber nicht besonders erschuettert oder erschrocken. Ob es nun ein Nachspiel gibt und die Eltern informiert wurden, weiss ich nicht und es geht mich ja wohl auch nichts an.

    Dass das Maedchen Hilfe braucht, war mir schon lange klar. Aber man kann sich ja auch nicht so einfach ins Leben anderer Leute und deren Erziehung einmischen. Nach anfaenglichen Schwierigkeiten mochte meine Tochter dieses Maedchen ganz gern, und ich habe sie dabei auch unterstuetzt. Leider wurden unsere Annaeherungsversuche von der Mutter abgeblockt, die meine Emails mit Einladungen zu Spielbesuchen nicht beantwortete und mich auch nicht zurueckrief. Das Maedchen behauptet auch, ihre Mutter lasse sie nicht zu ausserschulischen Veranstaltungen gehen. Natuerlich sind die Auskuenfte des Maedchens mit Vorsicht zu geniessen, aber es stimmt, dass wir sie noch nie bei Schulfesten oder aehnlichem gesehen haben.

    Einen Tag vor dem Diebstahl gab meine Tochter ihr trotzdem eine Einladung zu ihrer Geburtstagsparty. Wir haben noch keine Antwort bekommen, aber ich fand's schon ein bisschen hart, dass man ausgerechnet jemanden beklaut, der einen am Tag zuvor noch eingeladen hat. Meine Tochter moechte trotzdem, dass das maedchen zu ihrem Geburtstag kommt, aber es waere natuerlich kein Wunder, wenn wir unter den gegebenen Umstaenden ueberhaupt nichts hoeren.

    Damals, als das Maedchen in der Schule herumerzaehlte, ihre Mutter schlage sie mit einem Stock und wolle sie umbringen, bin ich ja auch schon zur Lehrerin gegangen um meiner Sorge Ausdruck zur verleihen. Was konkret daraus geworden ist und ob die Schule etwas unternommen hat, kann ich schlecht fragen, denn die Schule muss natuerlich auch Ruecksicht auf die Privatspaehre ihrer Schueler und deren Familien nehmen. Mir waer's auch nicht recht, wenn wir Probleme haetten und das Schulpersonal darueber mit anderen Eltern plaudert.
    Findest Du das denn gut gelöst?
    Ich weiss nicht...
    Ich bleibe an mehreren Stellen haengen. Zunaechst mal schreibst Du, dass unter den Kindern bekannt sei.... Und die Lehrerin hat nix mitgekriegt? Zweite Klasse, bei siebenjährigen? Dass sie an die Tasche und die Schublade des Maedchens geht? In Deinem Beisein? Und dann gleich die beiden (!) aus dem Sportunterricht holen? Bisschen sehr konfrontativ fuer meinen Geschmack. Und zum Direktor beordern? Hm...
    Also, wenns mein Kind waere, das geklaut hätte, wuerde ich mir ein bisschen mehr Diskretion wuenschen. Mit sieben sind sie noch ziemlich klein und meiner Meinung nach muesste dem Maedchen erstmal ne Bruecke gebaut werden, aus der Nummer ohne Gesichtsverlust rauszukommen. Also vielleicht erst mal eine Ansprache an die Gemeinde, mit der Aufforderung an niemand bestimmten, die verschwundenen Sachen irgendwie wieder auftauchen zu lassen. Wenn sich solche Sachen dann wiederholen, kann man ja erst mal ein Auge auf die Verdaechtigen haben, und dann immer noch die Daumenschrauben anziehen und Taschen durchsuchen. Das geht fuer mein Empfinden aber nur mit Ansage, aufgrund von Hörensagen einfach an anderer Leute Taschen und Schubladen zu gehen - schwierig.
    Der Tochter einer Freundin von mir ist mal was aehnliches passiert, der wurde ein Glitzerradierer von einem Kind weggenommen. Die haben das so geloest, dass die Beklaute zu dem anderen Kind hingegangen ist und ihm gesagt hat, pass mal auf, ich bin mir sicher, dass Du meinen Glitzerradierer hast. Wenn der morgen bei mir auf dem Tisch wieder auftaucht, dann vergessen wir das. Wenn nicht, gehe ich zur Lehrerin und lass mir von ihr helfen. Fand ich fair. Und war erfolgreich.
    Exilschwabe gefällt dies
    I'm not going to vacuum 'til Sears makes one you can ride on.
    -Roseanne Barr-

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