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Thema: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschland?

  1. #11
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschla

    Zitat Zitat von putzipoo Beitrag anzeigen
    Ich bin da ganz bei Liv und BilingualMom.

    Wenn die Eltern voll hinter ihrem "Nomadenleben" stehen, es als Bereicherung empfinden und es den Kindern als positiv vermitteln, dann kommen die Kinder normalerweile gut mit dieser Art zu leben klar.

    Obwohl wir keine Expats sind, haben meine Töchter (6 und 7) mit uns bereits in drei verschiedenen Laendern gelebt. Der letzte Umzug fand vor Eintritt in die Schule statt. Schulwechsel haben die beiden also noch nicht miterlebt, jedoch hat meine Grosse vier verschiedene Kindergärten besucht und meine Kleine drei. Sie haben die Umzüge und die damit verbundenen Anpassungen sehr gut weggesteckt. Beide sind sehr offen und aufgeschlossen, kommen schnell mit anderen Kindern und Erwachsenen ins Gespräch und finden leicht Anschluss. Vielleicht waeren sie auch ohne die Umzüge so kontaktfreudig geworden wie sie heute sind, aber ich bilde mir ein, dass die Tatsache, dass sie sich mehrmals an eine neue Umgebung anpassen mussten, positiv auf sie abgefaerbt hat.

    Wenn die Kinder auf internationale oder deutsche Schulen gehen, wie bei Expats ja meistens der Fall, befinden sie sich zudem unter ihresgleichen. Auf diesen Schulen herrscht eine staendige Rotation, es gibt keine eingeschworene Klassengemeinschaft wie an normalen Schulen, man ist nie lange "the new kid", weil staendig Neue hinzukommen. Es ist viel einfacher, sich in so eine heterogene Schulgemeinschaft einzufügen, als in eine Regelschule, wo sich die Schüler von der ersten Klasse an kennen.

    Es mag auch Fälle geben, wo die Kinder diese Wechsel weniger gut verkraften, so wie anscheinend auch Wusels Schwester. Ich kenne jedoch nur positive Erfahrungsberichte. Ich habe hier in Montreal eine gute Bekannte, die ihre Schulzeit an Staedten wie München, Singapur und Pretoria verlebt hat. Weder sie noch ihre drei Geschwister haben darunter gelitten, ganz im Gegenteil. Ansonsten kenne ich mehrere Expat-Familien, deren Kinder die hiesige deutsche Schule von Montréal besuchen, von deren Seite es auch nur Positives zu berichten gibt.
    Oh, ich kenne sehr negative Erfahrungen aus zweiter Hand. Ein Freund von mir ist als Kind 3x innerhalb Deutschlands umgezogen. Als er mit 11 umziehen musste, hat er es aufgegeben, Freunde zu finden oder den lokalen Dialekt zu lernen. Er sagt selbst, dass es genau einmal zu viel war. Er hat sich nie wieder eingefunden. Er sagt auch selbst, dass es ihn heimatlos gemacht hat. Sowohl sein Bruder als auch er sind später drogensüchtig geworden. Er hat das erzählt, um mich zu überzeugen, dass wir jetzt hierbleiben sollten, und nicht wieder nach D ziehen sollten...
    Ich sage nicht "wenn man zu oft umzieht, wird das Kind Alkoholiker, aber zu rosarot würde ich es auch nicht sehen. Man hat es zwar mit anpassungsfähigen, aber doch mit echten kleinen Menschen zu tun.

    Meine fast Zehnjährige ist das offenste, flexibleste, optimistischste Kind, das ich kenne. Sie ist damit überall aufgefallen, weil sie überall nach 2 Minuten neue Freunde hatte. Ich dachte, sie schafft alles! Nun hat sie 2 Wechsel hinter sich, eine gute Freundin ist weggezogen und zum neuen Schuljahr wurde so unglücklich gemischt, dass sie nur ein Kind kannte. Ich war schockiert zu hören, dass sie nach zwei Wochen noch kein neues Kind kennengelernt hat. Als wäre ihr Kontingent aufgebraucht Ständig mit neuem Schwung in neue Beziehungen etc, das ist anstrengend - bereichernd ist es erst hinterher.
    Ich würde damit sparen wo es geht. Neue Erlebnisse gibt es bei unserem Lebensstil immer noch ständig...
    Margarete81 und Carmen_13 gefällt dies.

  2. #12
    Avatar von putzipoo
    putzipoo ist offline Veteran

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    Standard Re: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschla

    Zitat Zitat von 0Agnes0 Beitrag anzeigen
    Oh, ich kenne sehr negative Erfahrungen aus zweiter Hand. Ein Freund von mir ist als Kind 3x innerhalb Deutschlands umgezogen. Als er mit 11 umziehen musste, hat er es aufgegeben, Freunde zu finden oder den lokalen Dialekt zu lernen. Er sagt selbst, dass es genau einmal zu viel war. Er hat sich nie wieder eingefunden. Er sagt auch selbst, dass es ihn heimatlos gemacht hat. Sowohl sein Bruder als auch er sind später drogensüchtig geworden. Er hat das erzählt, um mich zu überzeugen, dass wir jetzt hierbleiben sollten, und nicht wieder nach D ziehen sollten...
    Ich sage nicht "wenn man zu oft umzieht, wird das Kind Alkoholiker, aber zu rosarot würde ich es auch nicht sehen. Man hat es zwar mit anpassungsfähigen, aber doch mit echten kleinen Menschen zu tun.

    Meine fast Zehnjährige ist das offenste, flexibleste, optimistischste Kind, das ich kenne. Sie ist damit überall aufgefallen, weil sie überall nach 2 Minuten neue Freunde hatte. Ich dachte, sie schafft alles! Nun hat sie 2 Wechsel hinter sich, eine gute Freundin ist weggezogen und zum neuen Schuljahr wurde so unglücklich gemischt, dass sie nur ein Kind kannte. Ich war schockiert zu hören, dass sie nach zwei Wochen noch kein neues Kind kennengelernt hat. Als wäre ihr Kontingent aufgebraucht Ständig mit neuem Schwung in neue Beziehungen etc, das ist anstrengend - bereichernd ist es erst hinterher.
    Ich würde damit sparen wo es geht. Neue Erlebnisse gibt es bei unserem Lebensstil immer noch ständig...
    Wenn ich Dich richtig verstehe, gingen Dein Freund, der in D mehrmals mit seinen Eltern umgezogen ist sowie gehen Deine eigenen Kinder auf ganz normale Regelschulen. Natuerlich ist es schwieriger zu einer seit mehreren Jahren bestehenden Klassengemeinschaft dazu zu stossen. Gerade in kleineren Städten kennen sich die Kinder manchmal schon ihr ganzes Leben lang. In so einen engen Kreis aufgenommen zu werden, ist mit Sicherheit nicht einfach.

    Ich hoffe fuer Deine Tochter, dass sie ganz bald Anschluss findet!

    Die positiven Erfahrungsberichte, die ICH ansprach, betrafen ausnahmslos Expat-Familien, deren Kinder deutsche bzw. internationale Schulen besuch(t)en. Wie ich schon schrieb, haben es m. E. Kinder auf diesen Schulen einfacher, weil dort halt sowieso ein staendiges Kommen und Gehen herrscht, und alle irgendwie im gleichen Boot sitzen. Nur wenige waren von Anfang an da, die meisten waren auch mal der oder die Neue. Alle wissen, wie es einem geht, und da hat man es leichter. Wenn ich mich richtig erinnere, ging es bei der TE um eine Entsendung, wo dann ja eine internationale Schule am angebrachtesten waere.
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  3. #13
    suus ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschla

    Ich schliess mich der Gruppe Bilingualmom, Liv und putizpoo an... das wichtigste ist, dass man selbst hinter der Entscheidung steht und dies so auch an die Kinder vermittelt. Ich glaube, dass das Expatleben eine Bereicherung fuer die Kinder sein kann, aber es bedeutet natuerlich auch, Dinge aufgeben - v.a. fuer die Eltern.

    Mal ganz abgesehen davon, dass du in der heutigen Gesellschaft/wirtschaftlichen Situation auch innerhalb von D keine Garantie hast, beruflich nicht mehrmals umziehen zu muessen.

    Man kann leider nie voraus sehen, was in der Zukunft ist und gerade deshalb ist es wichtig, hinter seinen Entscheidungen zu stehen.

    Es gibt uebrigens viele Buecher zu dem Thema... u.a. von Robin Pascoe, die selbst als canadische (?!) Diplomatenfrau mit ihrer Familie durch die Welt gereist ist.
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  4. #14
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschla

    Zitat Zitat von putzipoo Beitrag anzeigen
    Wenn ich Dich richtig verstehe, gingen Dein Freund, der in D mehrmals mit seinen Eltern umgezogen ist sowie gehen Deine eigenen Kinder auf ganz normale Regelschulen. Natuerlich ist es schwieriger zu einer seit mehreren Jahren bestehenden Klassengemeinschaft dazu zu stossen. Gerade in kleineren Städten kennen sich die Kinder manchmal schon ihr ganzes Leben lang. In so einen engen Kreis aufgenommen zu werden, ist mit Sicherheit nicht einfach.

    Ich hoffe fuer Deine Tochter, dass sie ganz bald Anschluss findet!

    Die positiven Erfahrungsberichte, die ICH ansprach, betrafen ausnahmslos Expat-Familien, deren Kinder deutsche bzw. internationale Schulen besuch(t)en. Wie ich schon schrieb, haben es m. E. Kinder auf diesen Schulen einfacher, weil dort halt sowieso ein staendiges Kommen und Gehen herrscht, und alle irgendwie im gleichen Boot sitzen. Nur wenige waren von Anfang an da, die meisten waren auch mal der oder die Neue. Alle wissen, wie es einem geht, und da hat man es leichter. Wenn ich mich richtig erinnere, ging es bei der TE um eine Entsendung, wo dann ja eine internationale Schule am angebrachtesten waere.
    Stimmt. Ich hab es verallgemeinert, nicht ihr.

  5. #15
    PMS
    PMS ist offline Strange

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    Standard Re: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschla

    Zitat Zitat von Margarete81 Beitrag anzeigen
    Liebe Mamas,

    ich lese hier schon eine Weile mit und vor allem die Diskussion neulich, ob die Kinder Heimweh nach Deutschland haben, hat mich sehr bewegt.
    Ich kann auch leider noch nicht so viele Tips beisteuern, bin nämlich sozusagen Anfänger. Unsere Große ist 2,5 Jahre, die Kleine 4 Monate. Bisher war es der Großen egal, wo wir sind - Hauptsache Mama und Papa sind da. Jetzt gehen die Probleme allerdings los, und wir stehen vor großen Entscheidungen.

    Wir sind beruflich in der GUS, entsandt mit einem befristeten Vertrag für noch maximal 2-3 Jahre. Im nächsten Jahr könnten wir die Weichen stellen, daraus eventuell eine lebenslange Karriere zu machen. Der Job ist toll, die Kinderbetreuungsmöglichkeiten im Ausland passen uns grade auch gut in den Kram (ich arbeite voll, mein Mann frei von zu Hause aus, haben eine Nanny, Kinder können also zu Hause betreut werden).

    Nur - ich weiß nicht, was ich meinen Kindern antue, wenn wir alle 4-5 Jahre umziehen. Ich war jetzt zur Elternzeit ein halbes Jahr mit meiner Großen in der alten Heimat, bei Oma, Opa, Cousinen, Großfamilie, und der Abschied hat uns beiden das Herz gebrochen. Meine Große hat in Krabbelgruppe und Nachbarschaft erste zarte Freundschaften geschlossen, die gehen jetzt alle gemeinsam in den Kindergarten, und wir sind wieder weg. Ein großes Drama! Ich hätte nicht gedacht, dass sie sich in dem Alter schon so einlebt. Zusätzlich hat sie ihr Russisch verlernt, so dass sie nun nicht mit der geliebten Nanny reden kann, auch nicht einfach.

    Ein beruflicher Neustart dort wäre für uns nicht leicht, mein Mann kommt auch aus einer anderen Region, in die er aber nicht möchte. Außerdem würden wir frühestens in zwei-drei Jahren dort hinziehen. Bis dahin sind unsere zweisprachigen Expat-Kinder schon ganz anders sozialisiert als die Kinder dort. Würden sie sich noch einfügen können?

    Ich kann mir grade echt nicht vorstellen, so ein Drama wie im Moment alle paar Jahre mit zwei Kindern durchzuziehen, das würde der Job aber mit sich bringen.
    Aber wie realistisch ist eine leichte Rückkehr und Integration nach Deutschland?

    Ich würde mich wirklich sehr über einen Austausch mit anderen Botschafts- etc. Mamis freuen!

    Beste Grüße,
    Margarete
    Mit kleinen Kindern geht das meiner Meinung nach noch am leichtesten, die schwimmen noch so schoen in der Familienstimmung mit.
    Ich treffe hier und auch vorher in Berlin immer wieder hochmobile Familien aus allen moeglichen Laendern und höre sehr gemischte Geschichten. Manche Kinder machen das scheinbar prima mit, andere haben Schwierigkeiten. Zu welcher Sorte die eigenen gehören, weiss man halt erst hinterher.
    Vor den Sommerferien geht ja immer die grosse Umzieherei los, und da haben dann manche ganz schoen den Kaffee auf, auch manche Erwachsene uebrigens. Vor allem, wenn sie nicht diejenigen sind, deren Karriere durch den naechsten Umzug weitergeht. Alle zwei, drei, vier Jahre die ganzen Pluennen in Kisten durch die Gegend schicken, nebenher schon mal bisschen Suaheli lernen, die 16jaehrige Tochter therapieren, die natuerlich ausgerechnet drei Wochen vor Abreise den Mann ihres Lebens auf dem Schulhof getroffen hat und nun bleiben will, den 17jaehrigen vom Schulabbruch abhalten, weil er keinen Bock auf die sechste/siebte/ xte Bildungsanstalt im Expatghetto hat - das gehoert alles dazu erzaehlt, wenn man richtig hingucken will.
    Auf der anderen Seite steht natuerlich ein wahnsinnig interessantes Leben, auf einem wirtschaftlich in der Regel deutlich hoeheren Niveau als zu Hause und die berufliche Weiterentwicklung, die bei allen Schwierigkeiten ja auch viele Vorteile fuer die ganze Familie hat. Und eben die Moeglichkeit, dass die eigenen Kinder gar keine Probleme haben werden. Oder erst in Tokio, während Nairobi, Moskau, Oslo und zwischendurch dreimal Berlin locker ueber die Buehne gingen.
    Also: Man weiss es nicht. Aber wenn das nun mal der Beruf ist, den man hat, und den man auch irgendwann mal nicht mehr einfach ueber Bord werfen kann, dann gehoert diese Unsicherheit dazu. Ist ja nicht so, dass Probleme gesichert ausbleiben, wenn man von der Wiege bis zur Bahre in Hintertupfingen bleibt.
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    I'm not going to vacuum 'til Sears makes one you can ride on.
    -Roseanne Barr-

  6. #16
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschla

    Zitat Zitat von putzipoo Beitrag anzeigen
    Ich denke auch, dass man irgendwie einen festen Punkt braucht, ich denke jedoch nicht, dass dieser Punkt an einen Ort gebunden sein muss. Der feste Punkt kann doch auch die Familie sein, mit der man alles gemeinsam erlebt. So ist es jedenfalls bei mir.
    Genau so geht's mir auch. Und das meinte ich auch mit der Stabilitaet, die man als Expat braucht. Ich kenne Familien, die wegen Auslandsjob eines Ehepartners nicht zusammenleben, und darauf wuerde ich mich hoechstens im schlimmsten Notfall und nur zeitlich begrenzt einlassen.
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  7. #17
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschla

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Also -- ich dekne, Ihr solltet nicht nur nach dem Gedeih und Verderb der Kinder schielen.
    Da bräuchten wir eine Glaskugel...
    Da sagst du was sehr Wahres.

    Wir applaudieren ja alle gerne, wenn uns wieder mal ein Erziehungspapst oder -ratgeber zu mehr Gelassenheit bei der Erziehung raet, aber in Wahrheit koennen wir uns gar nicht damit abfinden, dass unser Einfluss auf die Zukunft unserer Kinder begrenzt ist, und vor allem damit, dass wir nie wissen werden, was passiert waere, wenn wir dies oder jenes ganz anders gemacht haetten.

    Vor lauter Eifer beim Beseitigen echter und eingebildeter Hindernissen auf dem Lebensweg unserer Kinder vergessen wir gerne, dass die Hindernisse oft nur in unseren eigenen Koepfen - und nicht in der Realitaet unserer Kinder - bestehen. Wir projezieren da unsere eigenen schmerzlichen Erfahrungen auf unsere Kinder, dabei sind unsere Kinder keine Miniaturreproduktionen unseres eigenen Egos, sondern unabhaengige Menschen, die ein Anrecht auf eigene Erlebnisse, Erfahrungen und Gefuehle haben.

    Nur weil ich in der Schule nicht gluecklich war, muss das meiner Tochter fast vierzig Jahre spaeter unter voellig anderen Voraussetzungen nicht genauso gehen. Und nur weil ich ein eher aengstliches, unsportliches Kind war, brauche ich bei meiner Tochter keine Angst zu haben, dass sie von dem Baum, auf den sie geklettert ist, nicht mehr herunterkommt. Ich waere nicht mehr alleine heruntergekommen - und vermutlich gar nicht erst hinaufgeklettert - meine Tochter kann darueber nur lachen ("Mom is a chicken!"). Mathe war fuer mich der Horror schlechthin - und bei mir wuerde heutzutage vermutlich Dyskalkulie diagnostiziert -, meine Tochter geht in Spezialunterricht fuer mathematisch Begabte. Das sind nur einzelne Beipiele aus meiner persoenlichen Erfahrung.

    Was kann ich daraus fuer Rueckschluesse auf Umzuege ziehen? Nur, dass mein Kind die Situation vielleicht voellig anders erlebt als ich, und ich das auch zulassen muss. Natuerlich kann das bedeuten, dass ich den Umzug spannend und aufregend finde, waehrend mein Kind leidet. Umgekehrt kann es aber auch sein, dass ich mit Trennungsaengsten und Anpassungsschwierigkeiten rechne, die aber nur meine Aengste - und nicht die meines Kindes - sind. Man erfaehrt es nicht, wenn man's nicht ausprobiert hat. Und ich weiss ja nicht, wie gut andere Eltern ihre Kinder einschaetzen koennen, aber meine Tochter ueberrascht mich immer wieder. Und da bin ich auch sehr froh darueber.
    Indigo, putzipoo, _nieke_ und 3 anderen gefällt dies.
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  8. #18
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschla

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Da sagst du was sehr Wahres.

    Wir applaudieren ja alle gerne, wenn uns wieder mal ein Erziehungspapst oder -ratgeber zu mehr Gelassenheit bei der Erziehung raet, aber in Wahrheit koennen wir uns gar nicht damit abfinden, dass unser Einfluss auf die Zukunft unserer Kinder begrenzt ist, und vor allem damit, dass wir nie wissen werden, was passiert waere, wenn wir dies oder jenes ganz anders gemacht haetten.

    Vor lauter Eifer beim Beseitigen echter und eingebildeter Hindernissen auf dem Lebensweg unserer Kinder vergessen wir gerne, dass die Hindernisse oft nur in unseren eigenen Koepfen - und nicht in der Realitaet unserer Kinder - bestehen. Wir projezieren da unsere eigenen schmerzlichen Erfahrungen auf unsere Kinder, dabei sind unsere Kinder keine Miniaturreproduktionen unseres eigenen Egos, sondern unabhaengige Menschen, die ein Anrecht auf eigene Erlebnisse, Erfahrungen und Gefuehle haben.

    Nur weil ich in der Schule nicht gluecklich war, muss das meiner Tochter fast vierzig Jahre spaeter unter voellig anderen Voraussetzungen nicht genauso gehen. Und nur weil ich ein eher aengstliches, unsportliches Kind war, brauche ich bei meiner Tochter keine Angst zu haben, dass sie von dem Baum, auf den sie geklettert ist, nicht mehr herunterkommt. Ich waere nicht mehr alleine heruntergekommen - und vermutlich gar nicht erst hinaufgeklettert - meine Tochter kann darueber nur lachen ("Mom is a chicken!"). Mathe war fuer mich der Horror schlechthin - und bei mir wuerde heutzutage vermutlich Dyskalkulie diagnostiziert -, meine Tochter geht in Spezialunterricht fuer mathematisch Begabte. Das sind nur einzelne Beipiele aus meiner persoenlichen Erfahrung.

    Was kann ich daraus fuer Rueckschluesse auf Umzuege ziehen? Nur, dass mein Kind die Situation vielleicht voellig anders erlebt als ich, und ich das auch zulassen muss. Natuerlich kann das bedeuten, dass ich den Umzug spannend und aufregend finde, waehrend mein Kind leidet. Umgekehrt kann es aber auch sein, dass ich mit Trennungsaengsten und Anpassungsschwierigkeiten rechne, die aber nur meine Aengste - und nicht die meines Kindes - sind. Man erfaehrt es nicht, wenn man's nicht ausprobiert hat. Und ich weiss ja nicht, wie gut andere Eltern ihre Kinder einschaetzen koennen, aber meine Tochter ueberrascht mich immer wieder. Und da bin ich auch sehr froh darueber.
    Ich stimme zu. Hinzu kommt noch, dass man es besonders bei jungen Kindern in der Hand hat, weil sie es primär so empfinden werden, wie man es selbst empfindet, und zwar auf jeder Ebene. Ist man selbst am Zweifeln, hat man schon fast verloren... Ich finde es schwierig, bei den hier schreibenden Auswanderwilligen herauszuhören, ob es leichte Vorbehalte (nach dem Prinzip, oh, wie gehen wir das am besten an?) sind, oder ob es waschechte Zweifel sind, oder ob die Leute nur mit ihrer Abenteuerlust kokettieren wollen. Ich hoffe mal, sie wissen es jeweils selbst
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    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  9. #19
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschla

    Zitat Zitat von 0Agnes0 Beitrag anzeigen
    Ich finde es schwierig, bei den hier schreibenden Auswanderwilligen herauszuhören, ob es leichte Vorbehalte (nach dem Prinzip, oh, wie gehen wir das am besten an?) sind, oder ob es waschechte Zweifel sind, oder ob die Leute nur mit ihrer Abenteuerlust kokettieren wollen. Ich hoffe mal, sie wissen es jeweils selbst
    Geht mir auch so. Das ist schon bei Leuten, die man persoenlich kennt, nicht immer leicht einzuschaetzen. Und in der Anonymitaet des Internets kommen da sicher allerlei Phantastereien hinzu, die die Betreffenden im Familien- und Freundeskreis niemals aussprechen wuerden.
    Was die Sorge um die Kinder angeht, kann man auch nicht wissen, inwiefern diese vorgeschoben werden. Da steht dann: "Ich habe Angst, meinen Fuenfjaehrigen da herauszureissen", und gemeint ist eigentlich: "Auswandern waere schon cool, aber eigentlich habe ich ueberhaupt keine Lust auf den ganzen Aufstand."
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  10. #20
    chris124 Gast

    Standard Re: Was ist schwerer für die Kinder, lebenslang Rotation oder Rückkehr nach Deutschla

    Hallo,

    wir kennen eine Familie, die jahrelang zwischen USA und DK gependelt ist. Ich war sehr erstaunt, wie problemlos die beiden kleinen Kinder das verkraftet haben. Allerdings kam die große Tochter letztes Jahr in DK in die Schule und war sehr, sehr traurig als es dann wieder für einige Monate in die USA ging. Inzwischen haben die Eltern entschieden, fest in DK zu wohnen.
    Mein Schwager hat als Teenager einige Jahre in Kalifornien gelebt, die Rückkehr nach DK war sehr schwer für ihn. Und auch jetzt nach über 30 Jahre fühlt er immer noch eine starke Sehnsucht. Sein großer Bruder ist damals in den USA geblieben.
    Ich denke, dass Umzüge generell eine Belastung für die Kinder darstellen. Wenn die Kinder das gut verkraften, gehen sie gestärkt daraus hervor. Nach meiner Erfahrung tuen sich da extrovertierte, sozial begabte Menschen deutlich leichter. Also wenn ein Kind eher zurückgezogen, unsicher, schüchtern ist, wenige (dafür intensive) Freundschaften pflegt, würde ich mit ständigen Wechseln vorsichtig sein. Oft werden solche Persönlichkeitsmerkmale ja auch vererbt, so dass man das für seine Kinder ganz gut abschätzen kann.
    Ich weiss jetzt nicht wo ihr arbeitet, allerdings habe ich schon öfter gelesen, dass Expats die zu lange im Ausland waren (glaube länger als 5 Jahre) auf dem deutschen Arbeitsmarkt als "unbrauchbar" gelten. Sie werden dann oft von der entsendenden Firma auf ein Abstellgleis geschoben. Das solltet ihr vielleicht bedenken.
    Ich denke im Grundschulalter integrieren sich die Kinder in der Regel problemlos in D oder sonstwo, gerade wenn sie da keine Sprachbarriere haben.
    Ansonsten würden eure Kinder wohl eine Reihe von verschiedenen internationalen Schule durchlaufen müssen. Da hättet ihr ja dann regelmässig diese Herausforderung, und vielleicht öfter die Situation das Freunde eurer Kinder wegziehen.

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