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Thema: Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

  1. #1
    TanteMimi ist offline addict

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    Standard Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

    Hallo,
    wir haben ein Angebot, für vorerst 3 Monate nach Amerika zu gehen. Ob es was längeres wird, weiß noch niemand.
    Da ich schwanger bin, bin ich nun ein wenig nervös, weil ich keine Ahnung habe wie das mit Vorsorge, Hebamme und so in Amerika ist. Und wie ist das, wenn eines unserer Kinder krank wird? Gibt es da so wie hier überall Kinderärzte?
    Wie wir versichert sind, weiß ich auch noch nicht, bei Aufenthalten unter einem Jahr behält mein Mann seinen deutschen Arbeitsvertrag.
    Ich freue mich schon sehr, falls das wirklich klappt, aber in allem mag ich mich dann auch nicht überraschen lassen.
    LG Mimi

  2. #2
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

    Zitat Zitat von TanteMimi Beitrag anzeigen
    Hallo,
    wir haben ein Angebot, für vorerst 3 Monate nach Amerika zu gehen. Ob es was längeres wird, weiß noch niemand.
    Da ich schwanger bin, bin ich nun ein wenig nervös, weil ich keine Ahnung habe wie das mit Vorsorge, Hebamme und so in Amerika ist. Und wie ist das, wenn eines unserer Kinder krank wird? Gibt es da so wie hier überall Kinderärzte?
    Wie wir versichert sind, weiß ich auch noch nicht, bei Aufenthalten unter einem Jahr behält mein Mann seinen deutschen Arbeitsvertrag.
    Ich freue mich schon sehr, falls das wirklich klappt, aber in allem mag ich mich dann auch nicht überraschen lassen.
    LG Mimi
    Hm. Ich habe nach 5 Schwangerschaften in D nun eine Schwangerschaft und Geburt in den USA hinter mir. Hier ist, wie du ja sagst, die Versicherung wichtig. In welchen Staat soll es gehen (in z.B. MA gibt es Versicherungen nur für unversicherte Schwangere, romneycare)? Ist es sicher, dass du mit-versichert bist?
    Was anders ist: VIEL weniger Untersuchungen. Es gab keinen 3. US, und nur einen US im ersten Trimester. Insgesamt also nur 2x US. CTG wird nur unter der Geburt geschrieben und nicht bei der Vorsorge. Zuckertest wurde gemacht. Es wird nie die GMH-Länge bestimmt und praktisch nie vaginal untersucht, außer unter der Geburt und 1-2x in den letzten Wochen.

    Lustig fand ich, dass es immer hieß "das machen wir nur, wenn was ist" und ich hab mich immer gefragt, wie die denn rausfinden würde ob was ist Im Schwangerenforum hier hatten sehr viele Mit-Schwangere Schwierigkeiten und KH-Aufenthalte aufgrund von Diagnosen, auf die man hier nicht mal gekommen wäre, weil man nichts untersucht Einmal kam ich in der 29. SSW mit Vorwehen zur Vorsorge, da wurde nicht vaginal untersucht, kein ctg geschrieben, kein Mg empfohlen und ich mit Tipp entlassen, mehr Wasser zu trinken. Ich frag mich also, WAS ich hätte haben sollen, damit ich untersucht werde.

    Naja, alles ging gut. Wenn ich sehr viel Druck gemacht hätte, wäre vielleicht auch mal was gemacht worden. Ach, einmal hat sich das Kind wenig bewegt, da schob ich aufgrund schlechter Vorgeschichte Panik. Da haben sie die Herztöne mal für 5 Minuten statt 30 Sekunden abgehört.

    Geburt war dafür viel besser als erwartet. Insgesamt ist die Geburtshilfe hier wie in D vor 15 Jahren, was man so mitbekommt, also tendentiell viel invasiver.

    Hebamme wird nicht übernommen, ist also Luxus.

    Bei spezifischeren Fragen melden

    (Ich wohne in MA, also in einer eher reichen Region mit guter Versicherung. Ich habe also die Creme der normal Versichteren kennengelernt. Kann anderswo anders sein, tendentiell bermutlich eher schlechter.)
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  3. #3
    berlinchick ist offline Kanada

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    Standard Re: Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

    Wie Agnes gesagt hat, kann es von Bundesstaat zu Bundesstaat sehr unterschiedlich sein. Dein Versicherungsstatus kann grosse Unterschiede machen.
    Wir waren 2007 für ein Jahr in New York State und hatten als entsendeter Arbeitnehmer einen Deal, dass wir selbst bei jeglichen Arztrechnungen als Selbstzahler in Vorlage gegangen sind und dann aus D die Leistungen, wie sie eben dort üblicherweise von den Kassen übernommen werden voll zurückerstattet wurden. Da wurde glücklicherweise nie was in Frage gestellt.
    Das hatte den angenehmen Effekt, das wir beim Arzt sagen konnten, was wir haben wollten (cash ist king...) und welche Leistungen wir nutzen wollten. Das war zwar etwas exotisch für die und oft haben wir mitleidige Blicke bekommen, weil die eben dachten, wir wären arme Schweine die unversichert sind.

    Schwierig fand ich das impfen, da in USA andere Impfstoffe zugelassen waren als in D. Unsere 5fach Impfung konnte dort nur in verschiedenen Dosen statt in einer gegeben werden. Mit dem internationalen Impfpasse und Eintragung der Chargen-Nr. etc waren die dort leider total überfordert und nach Rückkehr nach D war es ein ganz schönes gepuzzel, die Impfreihen dann wieder mit den dort üblichen Impfstoffen zu beenden. Das kann inzwischen aber auch schon wieder ganz anders aussehen (der 5fach Impfstoff ist in USA wohl inzwischen auch zugelassen) und vielleicht stellt sich auch nicht jede Kinderarzt-Praxis so bescheuert an.
    Bevor wir nach Kanada sind, haben wir jedenfalls Kind2 zügig durchgeimpft, um nicht wieder ein ähnliches Debakel zu erleben.

    Speziell zur SS-Vorsorge, da habe ich in NY eine halbe SS mitgemacht. Ultraschall - ganz klar, viel seltener als in D. Es wären aber wohl 3 gewesen, wenn ich bis zur Geburt geblieben wäre.
    Ich musste mich (wie auch in kanada üblich) zwischen Hebamme und gynäkologischer ärztlicher Betreuung entscheiden, das war aber in der selben Gemeinschaftspraxis und ein Wechsel wäre, falls notwendig, kein Problem gewesen.

    Insgesamt war mir zwar alles irgendwie fremd (Kind1 war in D auf die Welt gekommen), aber schlecht betreut habe ich mich nicht gefühlt.

    Was ich mitbekommen habe, sind hier birthplans populär, wo man auch vorher festlegen kann, wieviel Wert man auf pda etc legt (oder auch nicht).

    OT, aber trotzdem - Kind3 wird in Kanada auf die Welt kommen und inzwischen bin ich viel offener für andere Arten der Betreuung. Solange es mir gut geht, denke ich, dass ich auch ohne ständigem US oder vaginalen Untersuchungen gut versorgt bin. Im Gegenteil, gehöre ich inzwischen zu denen, die denken, dass ununterbrochene Totalüberwachung auch zu viel Verunsicherung führen kann und bin froh, dass ich von den Ärzten jetzt in Ruhe gelassen werde und nur zur Hebamme gehe. Dass die aber im Fall von vorzeitigen Wehen anders als von Agnes beschrieben reagieren würde, da bin ich mir ganz sicher!
    Aber das ist meine persönliche Erfahrung.

    Also, man ist in USA sicher in der SS auch gut versorgt, aber es ist doch etwas anders und man wird nicht so betüddelt wie in Deutschland. Würde ich sagen.
    Ich und die M&Ms 2006 & 2008 mit L 2014











  4. #4
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

    Zitat Zitat von berlinchick Beitrag anzeigen
    Also, man ist in USA sicher in der SS auch gut versorgt, aber es ist doch etwas anders und man wird nicht so betüddelt wie in Deutschland. Würde ich sagen.
    Betüddelt ist gut

    Irgendwas in der Mitte wäre gut. Ich finde, in D wird wegen jedem Mist Alarm geschlagen. Dabei ist gar nicht klar, ob einer verkürzter GMH zum Beispiel wirklich so schlimm ist. In D liegt man dann im KH, in den USA wird's ignoriert.
    Bei dir klingt es, als hättest du ein Mittelding gehabt, das ist doch fein!
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  5. #5
    Babette267 Gast

    Standard Re: Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

    Zitat Zitat von 0Agnes0 Beitrag anzeigen
    Hm. Ich habe nach 5 Schwangerschaften in D nun eine Schwangerschaft und Geburt in den USA hinter mir. Hier ist, wie du ja sagst, die Versicherung wichtig. In welchen Staat soll es gehen (in z.B. MA gibt es Versicherungen nur für unversicherte Schwangere, romneycare)? Ist es sicher, dass du mit-versichert bist?
    Was anders ist: VIEL weniger Untersuchungen. Es gab keinen 3. US, und nur einen US im ersten Trimester. Insgesamt also nur 2x US. CTG wird nur unter der Geburt geschrieben und nicht bei der Vorsorge. Zuckertest wurde gemacht. Es wird nie die GMH-Länge bestimmt und praktisch nie vaginal untersucht, außer unter der Geburt und 1-2x in den letzten Wochen.

    Lustig fand ich, dass es immer hieß "das machen wir nur, wenn was ist" und ich hab mich immer gefragt, wie die denn rausfinden würde ob was ist Im Schwangerenforum hier hatten sehr viele Mit-Schwangere Schwierigkeiten und KH-Aufenthalte aufgrund von Diagnosen, auf die man hier nicht mal gekommen wäre, weil man nichts untersucht Einmal kam ich in der 29. SSW mit Vorwehen zur Vorsorge, da wurde nicht vaginal untersucht, kein ctg geschrieben, kein Mg empfohlen und ich mit Tipp entlassen, mehr Wasser zu trinken. Ich frag mich also, WAS ich hätte haben sollen, damit ich untersucht werde.

    Naja, alles ging gut. Wenn ich sehr viel Druck gemacht hätte, wäre vielleicht auch mal was gemacht worden. Ach, einmal hat sich das Kind wenig bewegt, da schob ich aufgrund schlechter Vorgeschichte Panik. Da haben sie die Herztöne mal für 5 Minuten statt 30 Sekunden abgehört.

    Geburt war dafür viel besser als erwartet. Insgesamt ist die Geburtshilfe hier wie in D vor 15 Jahren, was man so mitbekommt, also tendentiell viel invasiver.

    Hebamme wird nicht übernommen, ist also Luxus.

    Bei spezifischeren Fragen melden

    (Ich wohne in MA, also in einer eher reichen Region mit guter Versicherung. Ich habe also die Creme der normal Versichteren kennengelernt. Kann anderswo anders sein, tendentiell bermutlich eher schlechter.)
    Mitten in Europa ist auch in NL die Vorsorge viel weniger medizinisch. Ich bin eigentlich zu dem Schluss gekommen, dass es in Deutschland etwas übertrieben wird.

  6. #6
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Mitten in Europa ist auch in NL die Vorsorge viel weniger medizinisch. Ich bin eigentlich zu dem Schluss gekommen, dass es in Deutschland etwas übertrieben wird.
    Vielleicht weil die Geburtenrate so niedrig ist?
    Insgesamt geht man ja in D gern auf Nummer sicher.
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  7. #7
    TanteMimi ist offline addict

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    Standard Re: Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

    Oh, das hilft mir schon mal gut weiter, DANKE.
    Ich werde dann mal die Versicherung mit auf die Liste der ganz wichtigen Dinge setzen, es soll noch diesen Monat losgehen, eigentlich ab sofort, aber das geht ja gar nicht, keine Ahnung wie das laufen sollte, einfach so können wir da ja wohl kaum einreisen und arbeiten und wohnen irgendwo wäre ja auch nett.
    Wir wären dann in Michigan, vielleicht finde ich speziell dazu ja noch was raus.
    Ansonsten finde ich es toll, wenn dort nicht so viel gemacht wird, ich finde diese Daueruntersuchungen hier sehr nervig und bin beim letzten mal auch lieber bei einer Hebamme gewesen, das war viel entspannter. Beim ersten Kind ging das nicht, weil wir da auch gerade umgezogen sind und ich keine Hebamme gefunden habe, aber da hab ich dann einfach die Arzttermine weiter auseinander gelegt.
    Ich beneide Euch schon um Euer Leben im Ausland, vielleicht können wir aus den 3 Monaten ja doch noch eine längere Sache machen, das wäre super. Als Test ist das erstmal ganz ok denke ich.
    Lieben Dank
    Mimi

  8. #8
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

    Zitat Zitat von TanteMimi Beitrag anzeigen
    Oh, das hilft mir schon mal gut weiter, DANKE.
    Ich werde dann mal die Versicherung mit auf die Liste der ganz wichtigen Dinge setzen, es soll noch diesen Monat losgehen, eigentlich ab sofort, aber das geht ja gar nicht, keine Ahnung wie das laufen sollte, einfach so können wir da ja wohl kaum einreisen und arbeiten und wohnen irgendwo wäre ja auch nett.
    Wir wären dann in Michigan, vielleicht finde ich speziell dazu ja noch was raus.
    Ansonsten finde ich es toll, wenn dort nicht so viel gemacht wird, ich finde diese Daueruntersuchungen hier sehr nervig und bin beim letzten mal auch lieber bei einer Hebamme gewesen, das war viel entspannter. Beim ersten Kind ging das nicht, weil wir da auch gerade umgezogen sind und ich keine Hebamme gefunden habe, aber da hab ich dann einfach die Arzttermine weiter auseinander gelegt.
    Ich beneide Euch schon um Euer Leben im Ausland, vielleicht können wir aus den 3 Monaten ja doch noch eine längere Sache machen, das wäre super. Als Test ist das erstmal ganz ok denke ich.
    Lieben Dank
    Mimi
    Im Ausland leben ist nach gar nicht langer Zeit ganz normal, Neid ist da unangebracht
    Drei Monate sind ein echt guter Test. Alltag hast du dann noch nicht, aber einfühlen kann man sich dann mal.

    Viel Erfolg! Sicher kommen noch andere Fragen auf, du weißt ja dann, wo du fragen kannst
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  9. #9
    Babette267 Gast

    Standard Re: Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

    Zitat Zitat von 0Agnes0 Beitrag anzeigen
    Vielleicht weil die Geburtenrate so niedrig ist?
    Insgesamt geht man ja in D gern auf Nummer sicher.
    Ich glaube, dass vor allem Letzteres der Hauptgrund ist, ja. Dadurch werden halt auch unkomplizierte Schwangerschaften unnötig zu einem Fall für Fachmediziner gemacht.

  10. #10
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Wisst Ihr wie die Schwangerschaftsvorsorge in den USA ist?

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Ich glaube, dass vor allem Letzteres der Hauptgrund ist, ja. Dadurch werden halt auch unkomplizierte Schwangerschaften unnötig zu einem Fall für Fachmediziner gemacht.
    Ich bin da ja total gebranntes Kind... bei mir wurde in drei Schwangerschaften Panik gemacht (jeweils verschiedene Gründe) und schlussendlich war alles ok. Bei meinem Sohn waren bis zum Schluss alle Untersuchungen bestens - bis er halt plötzlich tot war. Irgendwie hat mich das ein wenig abergläubisch gemacht. Andererseits ist zB die Müttersterblichkeit in den USA höher als in D
    Angst, Vorsorge, Überängstlichkeit, Vertrauen... sehr schwierige, hochemotionale Themen.

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