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Thema: Englisches Schulsystem versus deutsches

  1. #21
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Hej BilingualMom!

    Auch wenn ich sonst meistens einig mit Dir bin, hier widerspreche ich mal:

    Die dänische Sprache hat auch ihre Tücken in der Aussprache, was im einen Wort als "au" gesprochen wird, ist im anderen e-i oder noch was anderes. G ist nicht gleich, h ist oft stumm etc.
    Aber die Kinder werden hier noch weitgehend in Ruhe gelassen mit Buchstaben und Lerndruck - ja, ieses Wort benutze ich bewußt, denn wo immer noch so spilerisch etwas gelernt werden soll, wird auch gemessen, benotet und --- gestrebt.

    ich glaube sehr daran, daß es eben eine Zeit für alles gibt - wie mein Violinenbeispiel auch zeigt.
    Wenn wißbegierige Kinder nach Buchstaben fragen, sollen sie natürlich Antwort bekommen - aber ich würde mich hüten, ihr INteresse von vornherein darauf zu richten -es gibt weiß Gott genug Themen und Bereiche, in denen Kinder viel lernen können.
    Wusel schreibt es ja auch.

    Aber wahrscheinlich ist es auch so, daß uns immer verdächtig und fremd ist, was wir nicht kennen - und oft werden die Vorteile bzw,. die Tatsache, daß es SO genauso geht wie anders - erst später deutlich.
    Ich habe Kinder, die dsie Schule weitgehend durchlaufen haben - und ich wettere heute nicht mehr ganz so vehement gegen die gemeinsame Schulzeit bis hoch zur 9. bzw. 10 Klasse.
    Als Eltern in HH vor einiger Zeit darüber abstimmen durften, ob sie da sauch einführten, wurde der Vorschlag der Politiker abgeschmettert.
    Und in Diskussionen hier mit dt. Gästen ist uns oft passiert, daß sie das dänische System zwar toll finden, wenn man aber konkret wird, haben sie tausend Gründe, wieso es in Dtld. nicht realisierbar sei.
    Was der Bauer nicht kennt ...

    Ich wäre trotzdem sehr traurig, wenn meine Kinder so früh "verschult" würden - ich halte viel von breiter Bildung und Spielen, die die kinder sich suchen. Da kam mir DK wirklich sehr entgegen!
    und ich habe wie erwähnt nicht den Eindruck, daß die Dänen dümmer sind oder bleiben als andere Nationen.

    Allerdings, ich schrieb es bereits, klagen Pädagogen inzwischen öfter darüber, daß auch der KIGA schon mit Plänen überhäuft wird, wie schulisches Wissen an die kinder herangebracht werden kann.
    Da hat sich seit dem KIGA-Gang meiner Kinder etwas verändert.
    Darauf weist heute auchder Vorstandsvorditzende der Lehrervereinigung hin, der den Vorschlag eines Forschers von gestern zurückweist, wonach dän. Kinder schon mit 5 eingeschult werden sollten, damit sie im internat. Vergleich besser abschneiden.
    Witzig, daß gerade jetzt hier so eine öffentliche Dislussion entbrennt.


    Gruß Ursel, DK
    Geändert von DK-Ursel (07.01.2014 um 11:53 Uhr)
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  2. #22
    PMS
    PMS ist offline Strange

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Maedels, ich muss leider sagen, dass die Debatte hier mal wieder sehr "deutsch" gefuehrt wird, naemlich polarisiert in Foerderwahn und Leistungsdruck auf der einen Seite, und spielerische Leichtigkeit des Seins mit dem Risiko auf Bildungsrueckstaende auf der anderen Seite.
    Vielleicht passen unsere "deutschen" Denkschubladen von der verspielten Kindheitsidylle im Gegensatz zum "Ernst des Lebens" aber gar nicht so richtig auf andere Laender.

    Wenn's um englischsprachige Laender geht, muss man vor allem beruecksichtigen, dass die Alphabetisierung in der englischen Sprache sehr viel komplexer ist und daher viel laenger dauert als z. B. in der deutschen Sprache. Genau das habe ich kuerzlich schon mal in einem anderen Thread geschrieben, und ich langweile euch jetzt nicht mit Wiederholung. In den grossen englischsprachigen Laendern wie USA und Australien - und offenbar auch in England, von dem die Aussies und Amis sich da meiste abgeguckt haben - wird aus diesem Grund sehr viel frueher mit der Alphabetisierung angefangen. Das hat nichts mit uebertriebenem Ehrgeiz und Leistungsdruck zu tun.

    Es ist ganz normal, dass Dreijaehrige mit Buchstaben-Wiedererkennung und dem (spielerischen!!) Auswendiglernen des Alphabets beginnen. Trotzdem dauert es dann oft bis in die zweite Klasse, bis bei allen Kindern der Groschen gefallen ist. Und das liegt weder an der Lehrmethode noch an der Intelligenz, sondern ganz einfach an den Eigenheiten der englischen Schriftsprache.

    Dabei werden die Kinder nicht mit Zwang und Druck zum Lesen und Schreiben dressiert, sondern es wird einfach einer ganz natuerlichen Bandbreite Rechnung getragen. Viele Kinder sind sehr frueh neugierig aufs Lesen, und es gibt ueberhaupt keinen Grund, sie kuenstlich davon abzuhalten. Manche lesen mit fuenf schon sehr fluessig, andere erst mit sieben oder acht. Beides ist voellig im Rahmen und wuerde einem amerikanischen oder australischen Lehrer kein Kopfzerbrechen bereiten.

    Wenn ich ein Kindergartenkind in einem deutschen Kindergarten haette und sicher wuesste, dass in naher Zukunft ein Umzug in ein englischsprachiges Land ansteht, wuerde ich zuhause schon ein bisschen mit Buchstaben und Zahlen nachhelfen. Aber wirklich auch nur dann.
    So polarisiert finde ich die Diskussion gar nicht. Und den Bildungsrueckstand hat doch erstmal die britische Schwaegerin befuerchtet, ganz so "deutsch" scheint mir diese - m.M. nach - aus Abstiegsangst der Mittelschichten geborene Frage nach "ist es denn auch genug und gut genug?" nicht zu sein.

    Zum Thema Druck in der britischen Schullandschaft gibt es ein sehr nettes Buch, "May contain nuts", schon etwas aelter. Ein humoriger Blick auf den Druck, den ambitionierte Elternschaft so mit sich bringt.
    I'm not going to vacuum 'til Sears makes one you can ride on.
    -Roseanne Barr-

  3. #23
    PMS
    PMS ist offline Strange

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Ich finde auch immer wichtig, was das Kind will. Sicher ist mein kleiner Neffe ein intelligentes Kerlchen, aber momentan stellt ihn tagelanges Spielen absolut zufrieden. Und immerhin hat er in den paar Monaten gelernt, sich völlig selbstverständlich und altersgerecht auf Deutsch auszudrücken. Bedenklich würde ich es nur finden, wenn sich da in den nächsten Jahren nichts tut. Für ältere Kigakinder finde ich Vorschulbildung schon wichtig. Außerdem habe ich meiner Schwägerin geraten, sich zu gegebener Zeit um eine Kann-Kind-Einschulung zu bemühen (er ist im August geboren). Da war zum Beispiel mein Bruder gar nicht unbedingt dafür.
    Es sind halt ganz oft nur die/wir Eltern, die mit irgendwas ein Problem haben. Die Kinder tutteln noch zufrieden und ausgelastet durch die Gegend und die Erwachsenen haben schon worst case scenarios im Hinterkopf.
    Interessant fand ich uebrigens, dass hier in meiner Gegend der USA einige Eltern ihre Kinder bewusst so spaet wie moeglich einschulen. Begruendung: Wenn sie aelter und reifer sind, haetten sie eher das Zeug zum leader, sie haben einen Vorteil im (Schul)Sport und generell eine bessere Chance auf bessere Noten. Dazu werden dann auch entsprechende Zahlen herangezogen. Aber keine Ahnung, wie stichhaltig die sind. Die ueberbehueten also nicht, wie das deutschen Eltern mit Rueckstellungswuenschen ja gerne unterstellt wird. Die suchen einen Wettbewerbsvorteil.
    Achso, Nachtrag: Ich finde Vorschulbildung definitiv auch sehr wichtig, gerne auch fuer kleine Kindergartenkinder. Ich finde halt nur, man sollte den Begriff weiter fassen, als es Deine Schwaegerin zu tun scheint.
    Geändert von PMS (07.01.2014 um 15:10 Uhr)
    I'm not going to vacuum 'til Sears makes one you can ride on.
    -Roseanne Barr-

  4. #24
    Babette267 Gast

    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von PMS Beitrag anzeigen
    Es sind halt ganz oft nur die/wir Eltern, die mit irgendwas ein Problem haben. Die Kinder tutteln noch zufrieden und ausgelastet durch die Gegend und die Erwachsenen haben schon worst case scenarios im Hinterkopf.
    Interessant fand ich uebrigens, dass hier in meiner Gegend der USA einige Eltern ihre Kinder bewusst so spaet wie moeglich einschulen. Begruendung: Wenn sie aelter und reifer sind, haetten sie eher das Zeug zum leader, sie haben einen Vorteil im (Schul)Sport und generell eine bessere Chance auf bessere Noten. Dazu werden dann auch entsprechende Zahlen herangezogen. Aber keine Ahnung, wie stichhaltig die sind. Die ueberbehueten also nicht, wie das deutschen Eltern mit Rueckstellungswuenschen ja gerne unterstellt wird. Die suchen einen Wettbewerbsvorteil.
    Achso, Nachtrag: Ich finde Vorschulbildung definitiv auch sehr wichtig, gerne auch fuer kleine Kindergartenkinder. Ich finde halt nur, man sollte den Begriff weiter fassen, als es Deine Schwaegerin zu tun scheint.
    Naja, ich hatte auch den Eindruck, es gehe ihr um diese Buchstaben- und Zählgeschichte und sie wisse nicht wirklich, was im Kindergarten alles gemacht wird.

  5. #25
    schneckele13 ist offline Ptit escargot

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Ich komme drauf über eine Diskussion im Familienkreis. Selber kenne ich das englische System ja nur aus euren Berichten hier. Meine Schwägerin ist Engländerin und mein Neffe (3) ging bis vor kurzem in Deutschland in eine englische Kindergruppe. Vor wenigen Monaten ist er in einen deutschen Kindergarten gewechselt. Da hat er sich offenbar ganz prima integriert und spricht jetzt Deutsch, als hätte er's nie anders getan (vorher verstand er es zwar, sprach es aber kaum).
    Jetzt meinte meine Schwägerin kritisch, im deutschen Kindergarten werde nur gespielt. In der englischen Gruppe hätten sie schon Buchstaben gemacht, gezählt etc. Dies alles würde unseren Neffen jetzt nicht mehr interessieren, da das im Kindergarten auch gar nicht unterstützt werde. Warum denn in Deutschland "SO SPÄT" mit Lerninhalten begonnen werde?
    Ich lebe ja in den NL und sehe das hier als eine Zwischenform zwischen dem deutschen und dem englischen System. Hier fängt die Schule zwar mit 4 an, die ersten beiden Jahre sind aber Vorschule und beinhalten noch kein aktives Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen, schon aber Zählen, Buchstaben erkennen, An- und Auslaute erkennen etc.
    Was meint ihr Englandexpertinnen dazu? Muss sich meine Schwägerin Sorgen machen, weil ihr Sohn einen deutschen Kindergarten besucht ?
    Ohne jetzt die Antworten gelesen zu haben - wenn ein Kind im Kindergarten / in der Vorschule die Buchstaben und Zahlen nicht lernt, lernt es sie halt in der Grundschule... Finde ich jetzt auch nicht schlimm.

    Hier gibt es ja 3 Jahre Vorschule, schadet nicht, ist meiner Meinung nach aber auch nicht zwingend nochtwendig...
    LG Schneckele13 mit

    06er Sommerkind
    08er Herbstkind
    12er Winterkind

  6. #26
    Babette267 Gast

    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von schneckele13 Beitrag anzeigen
    Ohne jetzt die Antworten gelesen zu haben - wenn ein Kind im Kindergarten / in der Vorschule die Buchstaben und Zahlen nicht lernt, lernt es sie halt in der Grundschule... Finde ich jetzt auch nicht schlimm.

    Hier gibt es ja 3 Jahre Vorschule, schadet nicht, ist meiner Meinung nach aber auch nicht zwingend nochtwendig...
    Ich gehe mal davon aus, dass der Kindergarten auch irgendwo einen Plan hat. Aber Buchstaben für Dreijährige sind halt nicht vorgesehen, und offenbar hat mein Neffe auch keine Sehnsucht danach

  7. #27
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Babette, das wiederum wundert mich nicht. Ist nicht in Dtschl. erst das letzte Jahr "Vorschule" und mancherorts Pflicht? Soviel ich weiss, war das zumindest bei Nichte der Fall. Kann aber auch wieder so'n Bundeslaender-Ding sein.

    Wusel, mich gruselt's ein bisschen, wenn ich von ZWEIjaehrigen lese!

    Ich finde unser System ganz okay, nur das letzte (3.) Jahr Kindergarten ist VORSCHULE. Da geht's um Allgemeinwissen (was auch im Jahr vorher schon vermittelt wurde) und Buchstaben und Zahlen. - Und erstes rechnen, inklusive "kleiner" und "groesser als". Und da kommen wir auf das, was ich am System falsch finde: SPIELERISCH Grundwissen lernen, ist ja okay. Aber wenn die "Lehrerin" ernsthaft besorgt sagt, mein Sohn habe das mit "groesser und kleiner als" noch nicht ganz begriffen, muss ich lachen! ICH finde das UEBERHAUPT NICHT bedenklich. Ich finde es auch nicht bedenklich, wenn ein GERADE Fuenfjaehriger im ERSTEN VIERTEL des Vorschuljahres nicht alle Buchstaben schreiben kann (geschweige denn will!).
    In der ersten Klasse wuerde ich reagieren. Aber hier werden schon jetzt Eltern verschreckt, ihr KInd koenne etwas (noch) nicht oder habe gar ein Aufmerksamkeitsproblem! DAS finde ich bedenklich. Meine Schwaegerin hat sich allen Ernstes fuer ihren sehr intelligenten, aber eben noch recht jungen Sohn Hilfe bei einer Psychologin gesucht.
    Eine andere Mutter hat eineinhalb Stunden mit Kind geuebt, damit es endlich seinen (schwierigen) Namen schreiben konnte. - Das war am BEGINN des Vorschuljahres. Die Lehrerin hat das zwar kritisiert, Muttern aber war sehr stolz auf ihr Pauken.
    Die Lehrerin sagt, sie habe eine sehr gute Vorschulgruppe, daher uebe sie viel fuer die Schule. Ich frag mich: Sitzen und lernen die nicht viel zu viel? Was ist mit Toben (bei "kaltem" Wetter gehen die KInder nicht raus, das heisst hier ab ca. 10 Grad), Bewegung, Kreativitaet???
    Gerade im Vorschuljahr entwickelten und veraenderten sich meine Kinder enorm. Und es ist ein enormer Unterschied, ob ein Kind beim Eintritt fast oder schon 6 oder noch nicht mal 5 ist.
    Was hier gelehrt wird, ist oft bereits LERNEN, schiesst ueber "spielerisch lernen" hinaus und sorgt unnoetig fuer Panik bei den Eltern, wenn was noch nicht klappt.
    - Abgesehen davon halte ich NICHTS von HAUSAUFGABEN im Kindergarten (auch noch am SAMSTAG!!!!). es reicht mir voellig, wenn sich meine Schulkinder damit am WE oder in den Ferien herumschlagen. - Dementsprechend locker gehe ich mit KiGa-Auftraegen um (Lehrerin weiss das).
    Bei uns geht es im naechsten Jahr auch nicht weiter, sondern wieder bei null los. Frei nach dem erwaehnten Prinzip: Bei manchem faellt der Groschen erst spaeter, also machen wir's oefter.... Durch fehlende Binnendifferenzierung im 1. Schuljahr hat meine Tochter sich damals toedlich gelangweilt: "Hatten wir doch alles in der Vorschule!"
    Ich hoffe, dass sich zumindest das inzwischen geaendert hat!
    - Uebrigens sind meine Kinder -wie auch die aelteren Geschwister es waren- im Vorschuljahr am gluecklichsten. Sie erzaehlen begeistert, was sie gelernt haben. Da verkneife ich mir in ihrer Anwesenheit meine Kritik und sag mir: Hauptsache, sie sind gluecklich!

  8. #28
    Babette267 Gast

    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    Babette, das wiederum wundert mich nicht. Ist nicht in Dtschl. erst das letzte Jahr "Vorschule" und mancherorts Pflicht? Soviel ich weiss, war das zumindest bei Nichte der Fall. Kann aber auch wieder so'n Bundeslaender-Ding sein.

    Wusel, mich gruselt's ein bisschen, wenn ich von ZWEIjaehrigen lese!

    Ich finde unser System ganz okay, nur das letzte (3.) Jahr Kindergarten ist VORSCHULE. Da geht's um Allgemeinwissen (was auch im Jahr vorher schon vermittelt wurde) und Buchstaben und Zahlen. - Und erstes rechnen, inklusive "kleiner" und "groesser als". Und da kommen wir auf das, was ich am System falsch finde: SPIELERISCH Grundwissen lernen, ist ja okay. Aber wenn die "Lehrerin" ernsthaft besorgt sagt, mein Sohn habe das mit "groesser und kleiner als" noch nicht ganz begriffen, muss ich lachen! ICH finde das UEBERHAUPT NICHT bedenklich. Ich finde es auch nicht bedenklich, wenn ein GERADE Fuenfjaehriger im ERSTEN VIERTEL des Vorschuljahres nicht alle Buchstaben schreiben kann (geschweige denn will!).
    In der ersten Klasse wuerde ich reagieren. Aber hier werden schon jetzt Eltern verschreckt, ihr KInd koenne etwas (noch) nicht oder habe gar ein Aufmerksamkeitsproblem! DAS finde ich bedenklich. Meine Schwaegerin hat sich allen Ernstes fuer ihren sehr intelligenten, aber eben noch recht jungen Sohn Hilfe bei einer Psychologin gesucht.
    Eine andere Mutter hat eineinhalb Stunden mit Kind geuebt, damit es endlich seinen (schwierigen) Namen schreiben konnte. - Das war am BEGINN des Vorschuljahres. Die Lehrerin hat das zwar kritisiert, Muttern aber war sehr stolz auf ihr Pauken.
    Die Lehrerin sagt, sie habe eine sehr gute Vorschulgruppe, daher uebe sie viel fuer die Schule. Ich frag mich: Sitzen und lernen die nicht viel zu viel? Was ist mit Toben (bei "kaltem" Wetter gehen die KInder nicht raus, das heisst hier ab ca. 10 Grad), Bewegung, Kreativitaet???
    Gerade im Vorschuljahr entwickelten und veraenderten sich meine Kinder enorm. Und es ist ein enormer Unterschied, ob ein Kind beim Eintritt fast oder schon 6 oder noch nicht mal 5 ist.
    Was hier gelehrt wird, ist oft bereits LERNEN, schiesst ueber "spielerisch lernen" hinaus und sorgt unnoetig fuer Panik bei den Eltern, wenn was noch nicht klappt.
    - Abgesehen davon halte ich NICHTS von HAUSAUFGABEN im Kindergarten (auch noch am SAMSTAG!!!!). es reicht mir voellig, wenn sich meine Schulkinder damit am WE oder in den Ferien herumschlagen. - Dementsprechend locker gehe ich mit KiGa-Auftraegen um (Lehrerin weiss das).
    Bei uns geht es im naechsten Jahr auch nicht weiter, sondern wieder bei null los. Frei nach dem erwaehnten Prinzip: Bei manchem faellt der Groschen erst spaeter, also machen wir's oefter.... Durch fehlende Binnendifferenzierung im 1. Schuljahr hat meine Tochter sich damals toedlich gelangweilt: "Hatten wir doch alles in der Vorschule!"
    Ich hoffe, dass sich zumindest das inzwischen geaendert hat!
    - Uebrigens sind meine Kinder -wie auch die aelteren Geschwister es waren- im Vorschuljahr am gluecklichsten. Sie erzaehlen begeistert, was sie gelernt haben. Da verkneife ich mir in ihrer Anwesenheit meine Kritik und sag mir: Hauptsache, sie sind gluecklich!
    Was ich wichtig finde, ist, dass das Kind das bekommt, was es braucht. Also keinen Lernstress schon im Kleinkindalter, aber eben auch keine Unterforderung nach dem Motto "Das darfst du noch nicht lernen, das lernst du in der Schule". Was ich am hiesigen System sehr angenehm finde, ist, dass die Kinder durch die in die Schule integrierte Vorschule langsam an den Schulalltag gewöhnt werden. Sie werden halt nicht in der 1. Klasse ins kalte Wasser geworfen. Hausaufgaben gibt es hier bis zum Ende der Grundschule keine bzw. nur ab und zu. Was allerdings wieder bedeutet, dass manche 12-13Jährigen total überfordert sind, wenn sie in der weiterführenden Schule HA machen sollen

  9. #29
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    babette:
    SO meint das hier wohl keiner, ich jedenfalls nicht:
    "Also keinen Lernstress schon im Kleinkindalter, aber eben auch keine Unterforderung nach dem Motto "Das darfst du noch nicht lernen, das lernst du in der Schule"."

    Ich uzmindest habe deutlich geschrieben, daß auch meine Töchter Antworten bekamen, auch Buchstabenfragen bekamen sie beantwortet.
    Aber wir haben versucht, ihre Interessen woandershin zu lenken - und ich muß sagen, Gott sei Dank, sie hatten auch so genug Langeweilie in einer Schule, die eben - Nachteil der gemeinsamen Jahre bis zur 9./10. Klasse (?) ihrer Intelligenz (nein, nicht Hochbegabung) nie gerecht wurde.

    Es gibt aber eben soviel anderes für ein kleines Kind zu lernen, daß es auch leicht ist, nicht den Schulstoff vorwegzunehmen.

    Gruß Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  10. #30
    Wusel72a ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Hej BilingualMom!

    Ich wäre trotzdem sehr traurig, wenn meine Kinder so früh "verschult" würden - ich halte viel von breiter Bildung und Spielen, die die kinder sich suchen. Da kam mir DK wirklich sehr entgegen!
    und ich habe wie erwähnt nicht den Eindruck, daß die Dänen dümmer sind oder bleiben als andere Nationen
    Und das genau passiert hier in England. Nicht nur gehen 4jaehrige in Uniform zur Schule, sie sitzen ihren ersten Test mit 5-6 Jahren. Es wird anhand von 40 Woertern, 20 davon Unsinn-Woertern, getestet, ob die Kinder das phonetische Alphabet beherrschen. Es ist am Ende von Year 1, also nach 2 Schuljahren. Nicht nur das ABC, sondern auch kombinierte Laute wie "ea", 'ight" usw.

    Am Ende des 3. Jahres (Mai) kommt der naechste Test, lesen, schreiben, rechnen und Grundwissen in "Science". Das Schlimmste, es geht nicht darum, wie gut das Kind ist, es geht darum, wie gut die Schule im Landesdurchschnitt abschneidet. Im schlimmsten Fall fangen die Lehrer ab den Weihnachtsferien an, die Kinder zu trainieren.

    Unsere Schule ist relativ entspannt, die Kinder machen zwar spielerisch Tests, aber sie wissen nicht, dass in einigen Monaten da etwas passiert. Die Schule, wo Freunde ihre Maedchen schicken, hatten letztes Jahr im Januar diesen Phonics-Test geuebt, er wird im Juni durchgefuehrt, und den Eltern das Resultat gegeben mit dem Hinweis, doch bitte zu ueben.

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