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Thema: Englisches Schulsystem versus deutsches

  1. #41
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Hej !

    " Na, aber in dem Alter gibt es doch in jedem Schulsystem, das ich kenne, Druck. Und ich bin mir nicht sicher, ob das so schlecht ist. Ich bin zum Beispiel eine ziemlich faule Socke, und wenn ich Null Druck habe, dann liefere ich auch nur Mittelmaß. "

    Dann ist doch aber genau das eingetreten, was wir beschreiben:
    Die FREUDE am Lernen, die LUST auf Neues, die ist weg.
    Schule mit (Leidstungs-)Druck - vielen Dank, davon lese ich reichlich in dt. Foren, bis in die Familiengefüge geht e.

    Als meine Tochter eine Lehrerin von einer Internat. Schule beka,m die endlich wirklich Schüler da abholte, wo sie waren, stellte sie an meine Tochter große Anforderungen.
    Die hatt vorher ihren Kram nebenher erledigt, war trotzdem Nr. 1 und nun höchszgradig sauer, weilsie "mehr" leisten sollte.
    Als ie aber erkannte, daß sie nicht mehr Blätter abgeben sollte, sondern qualitativ mehr leisten sollte, machte es ihr Spaß - und ein Lob, eine Abnerkennung, eine weiterführende Frage dieser Lehrerin war mehr wert als jeder DRUCK.

    Genauso aber gehen vielen Kinder in Habachtstellung, wenn Druck ausgeübt wird - Angst und Druck sind doch keine guten Lehrmeister, man wird nevrös, haspelt herum, fühlt sich schlecht.
    Statt aus Freude zuforschen - an Texten, an Aufgaben, an Experimenten, an ... lernt und büffelt man sturheil, was verlangt wird.
    Ganz abgesehen von den schlechteren Lernerfolgen nimmt das einem Kind (und seiner Familie, wie ich in besagten Foren lesen kann) oft viel Lebensfreude.
    SO möchte ich nicht zur Arbeit gehen.
    Soll ich mein Kind dann so zu seiner Arbeit schicken?

    Hier in DK haben auch die schlechteren Schüler kaum Druck erfahren - ich kann da natürlich nicht so mitreden, weil meinen kindern das lernen leichtfiel, aber zumindest die Große hatte eine schwache Schülerin zur Freundin, so daß wir doch einiges mitbekamen.
    Es gibt diesen Druck nicht, die kinder gehen eindeutig lieber zur Schule.

    Mir ist das wichtiger als die Note 1, die ich nur durch Druck erzielen kann.

    Gruß Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  2. #42
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Hej !

    " Na, aber in dem Alter gibt es doch in jedem Schulsystem, das ich kenne, Druck. Und ich bin mir nicht sicher, ob das so schlecht ist. Ich bin zum Beispiel eine ziemlich faule Socke, und wenn ich Null Druck habe, dann liefere ich auch nur Mittelmaß. "

    Dann ist doch aber genau das eingetreten, was wir beschreiben:
    Die FREUDE am Lernen, die LUST auf Neues, die ist weg.
    Schule mit (Leidstungs-)Druck - vielen Dank, davon lese ich reichlich in dt. Foren, bis in die Familiengefüge geht e.

    Als meine Tochter eine Lehrerin von einer Internat. Schule beka,m die endlich wirklich Schüler da abholte, wo sie waren, stellte sie an meine Tochter große Anforderungen.
    Die hatt vorher ihren Kram nebenher erledigt, war trotzdem Nr. 1 und nun höchszgradig sauer, weilsie "mehr" leisten sollte.
    Als ie aber erkannte, daß sie nicht mehr Blätter abgeben sollte, sondern qualitativ mehr leisten sollte, machte es ihr Spaß - und ein Lob, eine Abnerkennung, eine weiterführende Frage dieser Lehrerin war mehr wert als jeder DRUCK.

    Genauso aber gehen vielen Kinder in Habachtstellung, wenn Druck ausgeübt wird - Angst und Druck sind doch keine guten Lehrmeister, man wird nevrös, haspelt herum, fühlt sich schlecht.
    Statt aus Freude zuforschen - an Texten, an Aufgaben, an Experimenten, an ... lernt und büffelt man sturheil, was verlangt wird.
    Ganz abgesehen von den schlechteren Lernerfolgen nimmt das einem Kind (und seiner Familie, wie ich in besagten Foren lesen kann) oft viel Lebensfreude.
    SO möchte ich nicht zur Arbeit gehen.
    Soll ich mein Kind dann so zu seiner Arbeit schicken?

    Hier in DK haben auch die schlechteren Schüler kaum Druck erfahren - ich kann da natürlich nicht so mitreden, weil meinen kindern das lernen leichtfiel, aber zumindest die Große hatte eine schwache Schülerin zur Freundin, so daß wir doch einiges mitbekamen.
    Es gibt diesen Druck nicht, die kinder gehen eindeutig lieber zur Schule.

    Mir ist das wichtiger als die Note 1, die ich nur durch Druck erzielen kann.

    Gruß Ursel, DK
    Wir hatten Besuch aus D, u.a. ein Zehnjähriger. Der hatte gerade eine 4 in Englisch geschrieben. Thema war Petsonalpronomen. Sein Vater meinte dann, auf seiner USA-Reise könnte er ja auf Pronomen achten, da erwiderte der Junge wohl "warum, Personalpronomen brauch ich doch nicht mehr, die Arbeit zum Thema war doch schon".
    Als sie hier waren, fragte er, ob es in homeschool auch Tests und Noten gebe und Zeugnisse. Wir waren verdutzt, denn wir hatten darüber noch NIE nachgedacht. Man MERKT doch, wenn man ein Thema verstanden hat, wozu denn Noten? Und man macht weiter, bis man das verstanden hat, was man wissen will. Wenn man Lust hat, kann man testen (zB in Mathe), um herauszusieben, was doch nicht klar ist. Das wiederum hat er nicht begriffen. Da war das Gespräch zuende.
    Wer aus Druck lernt, ist ganz anders als wir

  3. #43
    matangi ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Hej !
    Genauso aber gehen vielen Kinder in Habachtstellung, wenn Druck ausgeübt wird - Angst und Druck sind doch keine guten Lehrmeister, man wird nevrös, haspelt herum, fühlt sich schlecht.
    Statt aus Freude zuforschen - an Texten, an Aufgaben, an Experimenten, an ... lernt und büffelt man sturheil, was verlangt wird.
    Ganz abgesehen von den schlechteren Lernerfolgen nimmt das einem Kind (und seiner Familie, wie ich in besagten Foren lesen kann) oft viel Lebensfreude.
    SO möchte ich nicht zur Arbeit gehen.
    Soll ich mein Kind dann so zu seiner Arbeit schicken?

    Hast du irgendwo herausgelesen, dass ich das gut finde?

    Ich denke nur nicht, dass ein Test per se zu Angst bei Kindern führen muss, vor allem wenn dieser Test (wie die Schultests um die es ging) null Konsequenzen für die Kinder hat. Wenn die Kinder das schon fertig macht, dann liegt doch etwas anderes im Argen.

    Ich habe ja geschrieben, dass wir bewusst eine Schule gesucht haben, die die Tests nicht sonderlich ernst nimmt, da ist sie für reine Zeitverschwendung und Politikeraktionismus halte. Aber dass die den Kindern die Kindheit stehlen und die Schule verleiden, das halte ich für komplette Übertreibung und kann ich auch hier nicht beobachten. Die Kinder wissen ja nicht einmal, wie sie abgeschnitten haben, das bekommen die Eltern Monate später in einem Brief mitgeteilt und sie werden sogar darauf hingewiesen, dass die Resultate nicht für die Kinder bestimmt sind.

    Und ja, ab einem gewissen Alter denke ich, es ist gar nicht so schlecht, zu lernen, mit Druck umgehen zu können.

  4. #44
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Hej Agnes!

    In DK gibt es ja erst ab der --- ich muß echt nachdenken - 6. oder 7. Kl. Noten --- gut, da sind die Schüler sogar soweit, daß sie diese Noten auch möchten --- warum, weiß ich nicht, denn bis dahin wissen Lehrer, Eltern und Schüler auch ohen Zeugnisse, Tests und Noten dazu, wo das Kind in etwa steht.
    Aber --- genau wie Du es schilderst, ist es.
    Wer von Anfang an nur auf die Note 1 hinknockelt (wie die Dänen so nett sagen),, der lernt weitaus weniger aus Freude am Lernen.
    Und hakt eben ab, was abgeprüft wurde.
    In Dk ist es aber auch so gewsen, jedenfalls, solange mine Töchter in die "normalen Schulen" gingen, daß eben manche Fähigkeit erworben wurde, die erstmal gar nicht meßbar war --- Fähigkeit zur Teamarbeit, Sich Wissen irgendwo selber suchen und finden, die Fähigkeiten anderer zur eigenen Projektarbeit positiv miteinzubeziehen etc.
    meine dt. Freudin hier litt ja immer unter den Vergleiche mit der Nichte n Dtld. --- nur daß die eben einfach nur die Bundesländer der BRD runterrappeln konnte (und im Notfall hätten es die Söhne meiner Freundnin gewußt zu finden), daß diese Nichte eben wußte, wann dies und das passiert war - und die Söhne meiner Freundein, s.o.
    Und nach einigen Jahren war der Wiossenstand vergleichbar - aber die Fähigkeit zu Teamarbeit, Projektarbeit, Selbständigkeit (nicht zu unterschätzen, gerade wenn man in Fornem mit dt. Müttern in Dtld. mitliest, --- da hatten die "dänischen" Kinder eben die nase vorn.
    Von der Freude, mit der hier die meisten in die Schule gehen, schrieb ich schon.

    Gruß Ursel, Dk
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  5. #45
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Mit DRuuck muessen wir alle irgendwann umgehen, aber es muss ja nicht von Anfang an sein!
    Das eigentliche Schulproblem ist doch das, was Agnes anspricht: Wozu lernen wir was? Ich versuche immer wieder, meinen KIndern das zu vermitteln und hab es auch in der wenigen Zeit, die ich selbst unterrichtet habe, meinen Schuelern zu vermitteln versucht. - Sie lernen nicht fuer irgendeinen Test, sondern fuer sich.- Daran schliesst sich die naechste Frage an: WAS lernen wir eigentlich? Und dabei duerfte seit langem klar sein, dass es weniger wichtig ist, welche Unterrichtsinhalte wir in vielen Dingen lernen, sondern dass wir lernen, WIE wir etwas erfahren, an Informationen kommen und wie wir effizient lernen koennen. - Letzteres habe ich erst in der Uni VERNUENFTIG gelernt.
    Es ist ja genau das Konzepte von "Alternativschulen", die weniger auf die Lerninhalte pochen als darauf, Wege zu finden, sie sich anzueignen. - In solchen Schulen kommt es durchaus vor, dass sich "zig SChueler" mit verschiedenen Themen beschaeftigen...
    Unser ganzes Schulsystem -oder die Syteme, die wir kennen- sind doch nur die Praxis EINER Idee, wie Wissen vermittelt werden kann. - Wer sagt z.B., dass KLassen nach Alter eingeteilt werden muessen, dass man moeglichst homogene Gruppen herstellen muss, wer entscheidet ueber Lehrplaene???
    - Uns wurde in der Ausbildung uebrigens die Durchfuehrung unangemeldeter "Lernzielkontrollen" (ein Horror, wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere) durchaus empfohlen. - Wenn man sie nicht als "Abschreckung" einsetzt, sind die naemlich wesentlich sinnvoller als jeder angekuendigte Test, weil sie das ueberpruefen, was ich als Lehrer eigentlich wissen moechte: Haben meine Schueler verstanden, was ICH ihnen beigebracht habe? Ist das Lernziel erreicht? - Wenn Schueler nicht unvorbereitet meine Fragen beantworten koennen, ist irgendwas schiefgelaufen. Der Erste, der sich dann- an die Nase fassen muss, bin ich als Lehrer. - So SOLLTE es eigentlich sein, find ich. Alles andere ist ein Missbrauch von Testmethoden (ueber deren Validitaet sich auch noch EINIGES sagen liesse. Ich hab das mal intensiv studiert und meinen Glauben in die Aussagekraft von Tests LAENGST verloren!).

  6. #46
    PMS
    PMS ist offline Strange

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    Mit DRuuck muessen wir alle irgendwann umgehen, aber es muss ja nicht von Anfang an sein!
    Das eigentliche Schulproblem ist doch das, was Agnes anspricht: Wozu lernen wir was? Ich versuche immer wieder, meinen KIndern das zu vermitteln und hab es auch in der wenigen Zeit, die ich selbst unterrichtet habe, meinen Schuelern zu vermitteln versucht. - Sie lernen nicht fuer irgendeinen Test, sondern fuer sich.- Daran schliesst sich die naechste Frage an: WAS lernen wir eigentlich? Und dabei duerfte seit langem klar sein, dass es weniger wichtig ist, welche Unterrichtsinhalte wir in vielen Dingen lernen, sondern dass wir lernen, WIE wir etwas erfahren, an Informationen kommen und wie wir effizient lernen koennen. - Letzteres habe ich erst in der Uni VERNUENFTIG gelernt.
    Es ist ja genau das Konzepte von "Alternativschulen", die weniger auf die Lerninhalte pochen als darauf, Wege zu finden, sie sich anzueignen. - In solchen Schulen kommt es durchaus vor, dass sich "zig SChueler" mit verschiedenen Themen beschaeftigen...
    Unser ganzes Schulsystem -oder die Syteme, die wir kennen- sind doch nur die Praxis EINER Idee, wie Wissen vermittelt werden kann. - Wer sagt z.B., dass KLassen nach Alter eingeteilt werden muessen, dass man moeglichst homogene Gruppen herstellen muss, wer entscheidet ueber Lehrplaene???
    - Uns wurde in der Ausbildung uebrigens die Durchfuehrung unangemeldeter "Lernzielkontrollen" (ein Horror, wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere) durchaus empfohlen. - Wenn man sie nicht als "Abschreckung" einsetzt, sind die naemlich wesentlich sinnvoller als jeder angekuendigte Test, weil sie das ueberpruefen, was ich als Lehrer eigentlich wissen moechte: Haben meine Schueler verstanden, was ICH ihnen beigebracht habe? Ist das Lernziel erreicht? - Wenn Schueler nicht unvorbereitet meine Fragen beantworten koennen, ist irgendwas schiefgelaufen. Der Erste, der sich dann- an die Nase fassen muss, bin ich als Lehrer. - So SOLLTE es eigentlich sein, find ich. Alles andere ist ein Missbrauch von Testmethoden (ueber deren Validitaet sich auch noch EINIGES sagen liesse. Ich hab das mal intensiv studiert und meinen Glauben in die Aussagekraft von Tests LAENGST verloren!).
    Ich wuerde noch ergaenzen, dass es beim Lernen um die Erfahrung geht, dass das ein Prozess ist. Der lange dauern kann und bei dem Sich-Reinknien sich auch lohnt.
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    I'm not going to vacuum 'til Sears makes one you can ride on.
    -Roseanne Barr-

  7. #47
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von matangi Beitrag anzeigen
    Hast du irgendwo herausgelesen, dass ich das gut finde?

    Ich denke nur nicht, dass ein Test per se zu Angst bei Kindern führen muss, vor allem wenn dieser Test (wie die Schultests um die es ging) null Konsequenzen für die Kinder hat. Wenn die Kinder das schon fertig macht, dann liegt doch etwas anderes im Argen.

    Ich habe ja geschrieben, dass wir bewusst eine Schule gesucht haben, die die Tests nicht sonderlich ernst nimmt, da ist sie für reine Zeitverschwendung und Politikeraktionismus halte. Aber dass die den Kindern die Kindheit stehlen und die Schule verleiden, das halte ich für komplette Übertreibung und kann ich auch hier nicht beobachten. Die Kinder wissen ja nicht einmal, wie sie abgeschnitten haben, das bekommen die Eltern Monate später in einem Brief mitgeteilt und sie werden sogar darauf hingewiesen, dass die Resultate nicht für die Kinder bestimmt sind.

    Und ja, ab einem gewissen Alter denke ich, es ist gar nicht so schlecht, zu lernen, mit Druck umgehen zu können.
    Danke, dass du das noch mal ein bisschen zurechtgerueckt hast.
    Ich habe naemlich den Eindruck, dass sich manche hier diese Tests im australischen System so aehnlich wie die Tests zu meiner Schulzeit vor dreissig Jahren in DE vorstellen: Naemlich, dass man sich schon Tage - oder Wochen vorher - ins Hemd macht, paukt, schlaflose Naechte verbringt, zittert, und sich dann doch die Jahresnote fuers Zeugnis versaut, bzw, bis zum naechsten Test aufatmen kann.

    Im australischen System haben solche Tests - wenn ueberhaupt - einen sehr geringen Einfluss auf Zeugnisnoten, und sind - wie du bereits richtig angemerkt hast - in der Grundschule ausschliesslich zur information der Eltern gedacht. Ob diese mit ihren Kindern ueberhaupt darueber sprechen wollen, bleibt ihnen ueberlassen. Auch das Zeugnis spielt im Leben eines australischen Schulkindes eine voellig untergeordnete Rolle und dient der Information der Eltern.

    Was die landesweiten standartisierten Tests angeht, dienen diese ueberwiegend zu der Qualiatetskontrolle, deren Fehlen in Deutschland oft beklagt wird. Die Testergebniss werden im Internet veroeffentlicht, wodurch man einen guten Vergleich zum Landesdurchschnitt, aber auch zu den Testergebnissen mit Schuelern mit vergleichbarem sozio-oekonomischen Hintergrund bekommt. Da geht es keineswegs darum, Kinder unter Druck zu setzen, sondern ein moeglichst messbares Qualitaetsurteil ueber eine Schule abzugeben.

    Wenn man sich in einer deutschen Schule ueber die Qualitaet des Unterrichts oder - Gott bewahre! - ueber einen speziellen Lehrer beschwert, wird einem schnell unterstellt, Schuldige fuer die schlechten Leistungen seines Kindes suchen zu wollen. Wenn eine australische Grundschule in Tests regelmaessig schlechter abschneidet als eine Grundschule mit vergleichbarer Schuelerzusammensetzung, oder die Klasse eines bestimmten Lehrers wiederholt schlechter abschneidet als die Parallelklasse, kann man voellig berechtigte Rueckschluesse auf dei Qualitaet des Unterrichts schliessen.

    Und vieles, was Schueler in einem bestimmten Jahrgang wissen und lernen sollten, ist durchaus messbar. Wenn die Mehrzahl der Schueler einer Klasse in einem Test nicht weiss, was eine Primzahl ist, heisst das ja nicht, dass die Kinder doof sind, sondern dass ihnen das nicht - oder nicht ausreichend - beigebracht wurde.

    Amerikanische und australische Eltern betrachten es als ihr gutes Recht, Testergebnisse verschiedener Schulen - privater und oeffentlicher - vergleichen zu koennen, und sich danach z. B. bei der Auswahl ihres Wohnortes zu richten. Man muss ja auch bedenken, dass Australien und USA de facto ein Gesamtschulsystem haben, bei dem man nicht darauf hoffen kann, dass Sohn oder Tochter ja eines Tages ins Gymnasium gehen werden. Wenn ich mir dann z. B. eine teure Privatschule fuer die Kinder nicht leisten kann, gebe ich etwas mehr aus indem ich in das Einzugsgebiet einer gute oeffentlichen Schule ziehe.

    Ich kann jedenfalls aus eigener Erfahrung bestaetigen, das fuer meine Tochter weder im amerikanischen Schulsystem noch im australischen irgendwelche Tests jemals fuer Aufregung gesorgt haben. Wenn alles gut laeuft, sind Tests und Noten eine gute Bestaetigung, und wenn nicht, kann ich entscheiden, ob in einem bestimmten Bereich zuhause mehr Zeit investiert werden muss. Ausreichend Zeit waere dafuer, denn die Hausaufgaben sind in der Grundschule minimal, und dass Grundschueler sich zuhause auf einen Test vorbereiten, ist die Ausnahme und einzig und allein Sache der Eltern.

    Im deutschen Schulsystem hat sich seit meiner Jugend sicher auch viel veraendert, aber wenn ich an meine Schulzeit zurueckdenek, bin ich sehr froh, dass meiner Tochter das bisher erspart geblieben ist.
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  8. #48
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Danke, dass du das noch mal ein bisschen zurechtgerueckt hast.
    Ich habe naemlich den Eindruck, dass sich manche hier diese Tests im australischen System so aehnlich wie die Tests zu meiner Schulzeit vor dreissig Jahren in DE vorstellen: Naemlich, dass man sich schon Tage - oder Wochen vorher - ins Hemd macht, paukt, schlaflose Naechte verbringt, zittert, und sich dann doch die Jahresnote fuers Zeugnis versaut, bzw, bis zum naechsten Test aufatmen kann.

    Im australischen System haben solche Tests - wenn ueberhaupt - einen sehr geringen Einfluss auf Zeugnisnoten, und sind - wie du bereits richtig angemerkt hast - in der Grundschule ausschliesslich zur information der Eltern gedacht. Ob diese mit ihren Kindern ueberhaupt darueber sprechen wollen, bleibt ihnen ueberlassen. Auch das Zeugnis spielt im Leben eines australischen Schulkindes eine voellig untergeordnete Rolle und dient der Information der Eltern.

    Was die landesweiten standartisierten Tests angeht, dienen diese ueberwiegend zu der Qualiatetskontrolle, deren Fehlen in Deutschland oft beklagt wird. Die Testergebniss werden im Internet veroeffentlicht, wodurch man einen guten Vergleich zum Landesdurchschnitt, aber auch zu den Testergebnissen mit Schuelern mit vergleichbarem sozio-oekonomischen Hintergrund bekommt. Da geht es keineswegs darum, Kinder unter Druck zu setzen, sondern ein moeglichst messbares Qualitaetsurteil ueber eine Schule abzugeben.

    Wenn man sich in einer deutschen Schule ueber die Qualitaet des Unterrichts oder - Gott bewahre! - ueber einen speziellen Lehrer beschwert, wird einem schnell unterstellt, Schuldige fuer die schlechten Leistungen seines Kindes suchen zu wollen. Wenn eine australische Grundschule in Tests regelmaessig schlechter abschneidet als eine Grundschule mit vergleichbarer Schuelerzusammensetzung, oder die Klasse eines bestimmten Lehrers wiederholt schlechter abschneidet als die Parallelklasse, kann man voellig berechtigte Rueckschluesse auf dei Qualitaet des Unterrichts schliessen.

    Und vieles, was Schueler in einem bestimmten Jahrgang wissen und lernen sollten, ist durchaus messbar. Wenn die Mehrzahl der Schueler einer Klasse in einem Test nicht weiss, was eine Primzahl ist, heisst das ja nicht, dass die Kinder doof sind, sondern dass ihnen das nicht - oder nicht ausreichend - beigebracht wurde.

    Amerikanische und australische Eltern betrachten es als ihr gutes Recht, Testergebnisse verschiedener Schulen - privater und oeffentlicher - vergleichen zu koennen, und sich danach z. B. bei der Auswahl ihres Wohnortes zu richten. Man muss ja auch bedenken, dass Australien und USA de facto ein Gesamtschulsystem haben, bei dem man nicht darauf hoffen kann, dass Sohn oder Tochter ja eines Tages ins Gymnasium gehen werden. Wenn ich mir dann z. B. eine teure Privatschule fuer die Kinder nicht leisten kann, gebe ich etwas mehr aus indem ich in das Einzugsgebiet einer gute oeffentlichen Schule ziehe.

    Ich kann jedenfalls aus eigener Erfahrung bestaetigen, das fuer meine Tochter weder im amerikanischen Schulsystem noch im australischen irgendwelche Tests jemals fuer Aufregung gesorgt haben. Wenn alles gut laeuft, sind Tests und Noten eine gute Bestaetigung, und wenn nicht, kann ich entscheiden, ob in einem bestimmten Bereich zuhause mehr Zeit investiert werden muss. Ausreichend Zeit waere dafuer, denn die Hausaufgaben sind in der Grundschule minimal, und dass Grundschueler sich zuhause auf einen Test vorbereiten, ist die Ausnahme und einzig und allein Sache der Eltern.

    Im deutschen Schulsystem hat sich seit meiner Jugend sicher auch viel veraendert, aber wenn ich an meine Schulzeit zurueckdenek, bin ich sehr froh, dass meiner Tochter das bisher erspart geblieben ist.
    Massachusetts, 3. Klasse: der Vergleichstest steht an. Ab 3 Wochen vorher redet Tochter schultechnisch übet nichts anderes mehr. Hausaufgaben sind die Tests der Vorjahre. Ab 1 Woche vorher: Eltern kriegen Infoblätter, wann die Prüfungen sein werden nit dem Hinweis, dass die Kinder an diesen Tagen ausgeschlafen sein sollen (nicht scherzhaft, sondern "Anordnungs"-Tonfall). Probleklausur inkl. Schulpapier (eigenes nicht erlaubt) und Schulbleistiften (eigene nicht erlaubt), dazu die Toilettengang-policy.
    Testtage: Prüfungen und währenddessen und hinterher gibt Schokolade und Süßigkeiten, um die Kinder zu motivieren. Die ganze Woche keine Hausaufgaben und am Tag nach den Prüfungen 2h TV in der Schule zur Belohnung.

    "Keine Aufregung" find ich was anderrs. Ich fand's zum Kotzen. Als es mir zu viel wurde, hab ich Tochter beiseite genommen und ihr gesteckt, dass die Schule geprüft wird, nicht sie. Da dachte sie dann drüber nach und kam zum Schluss, dass die Schule schummelt, indem sie so sehr auf den Test hinarbeiten mit Probeklausuren etc. Ich kam nicht umhin, ihr ein klein wenig zuzustimmen.

    Aber ja, Testergebnis kam 6 Monate später per Post und wurde nie mit ihr besprochen.

  9. #49
    Wusel72a ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Hej Agnes!

    In DK gibt es ja erst ab der --- ich muß echt nachdenken - 6. oder 7. Kl. Noten --- gut, da sind die Schüler sogar soweit, daß sie diese Noten auch möchten --- warum, weiß ich nicht, denn bis dahin wissen Lehrer, Eltern und Schüler auch ohen Zeugnisse, Tests und Noten dazu, wo das Kind in etwa steht.
    Aber --- genau wie Du es schilderst, ist es.
    Das sehe ich etwas anders.

    Hier in der UK gibt es keine Noten als solche in der Grundschule. Es gibt Ziel-Noten, die ein Durchschnitts-Kind erreichen sollte am Ende von Year 1 - Year 6. Am Ende von Year 2 und 6 werden landesweite Tests geschrieben, wo dann auch tatsaechlich eine Note im Sinne dieser Ziel-Note herauskommt.

    Wissen wo mein Kind steht - sorry, ich habe keine Ahnung. Es kommen keine "Quiz"-Ergebnisse nach Hause, Hausaufgaben werden mit einem "gut gemacht" versehen. Zumindestens in den ersten 3 Jahren ist Feedback beschraenkt auf das Zeugnis am Ende des Jahres. Und das sind Textbausteine, die auf mindestens 75% ihrer Klasse passen.

    Es gibt 2 Elternsprechtage, 10 Minuten pro Kind, einmal im Oktober und einmal im Februar. Ich musste letztes Jahr nachfragen, von sich aus, hatte die Lehrerin ueberhaupt keine Einstufung gegeben. Ich weiss, Tochter ist gut in Mathe, aber nur, weil sie in einem Zusatzkurs ist.

    Letztes Jahr, als das Zeugnis kam im Sommer, wurde lapidar vermerkt "XX braucht mehr Uebung, um die Buchstaben gleichgross zu bekommen". Wir uebten und es stellte sich heraus, dass a) sie eine voellig falsche Stifthaltung hat und b) die Kinder auf unliniertem Papier schreiben. Also wurde aus Deutschland 1+2. Klasse Schreibhefte besorgt mit denen Tochter jetzt ihre Hausaufgaben macht. Mit viel Zeit und Hilfe wird ihre Schrift besser.

    Im Oktober sah ich dann ihr Arbeitsheft, es bleibt immer alles in der Schule. Ehrlich, mir wurde fast schlecht, so schlimm ist ihre Schrift. Es waere nicht so weit gekommen, wenn a) Unterlagen auch mal nach Hause kaemen, b) mehr Feedback vom Lehrer kommt und c) Kinder auch mal mitbekommen, wo sie stehen. So haben sie keinerlei Antrieb im Sinne von Lust auf Mehr, weil sie sehen, was sie erreichen koennen.

  10. #50
    matangi ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Englisches Schulsystem versus deutsches

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Danke, dass du das noch mal ein bisschen zurechtgerueckt hast.
    Ich habe naemlich den Eindruck, dass sich manche hier diese Tests im australischen System so aehnlich wie die Tests zu meiner Schulzeit vor dreissig Jahren in DE vorstellen: Naemlich, dass man sich schon Tage - oder Wochen vorher - ins Hemd macht, paukt, schlaflose Naechte verbringt, zittert, und sich dann doch die Jahresnote fuers Zeugnis versaut, bzw, bis zum naechsten Test aufatmen kann.
    Ja, ich habe auch den Eindruck.


    Was die landesweiten standartisierten Tests angeht, dienen diese ueberwiegend zu der Qualiatetskontrolle, deren Fehlen in Deutschland oft beklagt wird. Die Testergebniss werden im Internet veroeffentlicht, wodurch man einen guten Vergleich zum Landesdurchschnitt, aber auch zu den Testergebnissen mit Schuelern mit vergleichbarem sozio-oekonomischen Hintergrund bekommt. Da geht es keineswegs darum, Kinder unter Druck zu setzen, sondern ein moeglichst messbares Qualitaetsurteil ueber eine Schule abzugeben.
    Wobei ich diese Tests schon auch kritisch sehe. Aber nicht wegen dem Druck, sondern weil meiner Meinung nach Zeit und Geld verschwendet wird, das an anderer Stelle im Bildungssystem besser eingesetzt werden kann, und weil so ein System auch so leicht manipuliert werden kann und wird. Ja, Politiker und manche Eltern lieben es, wenn sie simple Zahlen vorgesetzt bekommen, aber die sind mit Vorsicht zu geniessen. Wobei es im australischen System nicht annähernd so schlimm ist wie in manchen US Staaten, in denen diese Tests wirklich dazu benutzt werden, Lehrer gezielt unter Druck zu setzen.

    Im deutschen Schulsystem hat sich seit meiner Jugend sicher auch viel veraendert, aber wenn ich an meine Schulzeit zurueckdenek, bin ich sehr froh, dass meiner Tochter das bisher erspart geblieben ist.
    Geht mir auch so. Und ich behaupte ganz bestimmt nicht, dass hier alles toll ist, aber insgesamt ist es mir, zumindest für die Grundschule, wesentlich lieber als das deutsche so weit ich dies aus eigener Erfahrung und aktueller, Erzählung deutscher Freunde und Bekannter beurteilen kann.

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