Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 27
  1. #11
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

    User Info Menu

    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    Das Schoene ist ja auch, dass Deutsche im Ausland sich anpassen, hier zumindest. Man ist kurz ueber die Anrede verunsichert und einigt sich dann auf "du" plus Vorname. Mein Sohn hat vor kurzem in einer dtsch. Einrichtung gearbeitet, wo auch nur geduzt wurde, "Wuerdentraeger" eingeschlossen. -Null Chance es zu lernen, lach.
    Genau. Es ist ja auch mitunter ziemlich unterschiedlich. Es kam auch vor, dass Leute in Deutschland Verständnis hatten für Kinder, die es nicht gewohnt waren, "Sie" zu sagen. Im Gegensatz zu meiner Tante, die es störte, dass meine Kinder "ich will" statt "ich möchte" sagteb. Aber da ging es nur darum, dass meine Kinder einfach nicht den Wortschatz hatten, um so zu differenzieren. Und da hab ich meiner Tante gesagt, dass die Kinder das auf Schwedisch durchaus sagen. Nur halt nicht auf Deutsch.

  2. #12
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

    User Info Menu

    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Hej allesammen!

    Anfangs haben meine Töchter das Sie ja auch kaum gehört. Wie bei Dir, Fairie,waren wir ja beiVerwandten undFreunden.
    Aber sie haben jaja doch mitbekommen,daß Verkäufer von mir gesiezt wurden - so wie die mich auch siezten etc.
    Und nun kam esmeiner Tochter irgendwo komisch vor, in Dtld. geduzt zu werden,wenn sie Leute nicht kannte.
    Sie ist aber auchdie mit dem feinen Gespür für Sprache und Sprachen. Daher spürt sie die Unterschiede.
    In Zusammenhang mit dt. Kunden jetzt fällt ihr das natürlichdannauch leichter.

    Umgekehrt fiel es mir auch schwer, meineSchwiegermutter gleich mit NVornamen zuduzen - ichschlug meinem Mann ein Vorname udn Sie vor, weas ich sehr mag - so als vertrautes und doch respektvollesMittelding, aber mein Mann war entsetzt:
    Wenn ichdas täte, wäre seine Mutter schwer gekränkt!!! Das ginge gar nicht.
    Naja,wir sprachen anfangs viel Englisch, da ging es mit you dannauch leichter für mich...(Ich habe mir einfach eingebildet, ich meine SIe, ... )

    Meine Mutter hingegen war zutiefst erschüttert, daß ich junge Frau damals einen uralten (Lach:) Nachbarn duzte, und man stelle sich vor: Auch den Arzt und Pastor!!!

    Schlimm eben, wenn man daraus dieselbe (ofgt plumpe) Vertraulichkeit ableitet, wie sie im Deutschen besteht,wenn wir du sagen.
    Ich hatte kein Problem, Schwiegermütter zu duzen. Ich hab ja inzwischen die zweite. :) Du hattest aber noch Glück, dass deine Schwiegermutter Englisch kann, meine Schwiegerelten konnten gar kein Englisch oder gar Deutsch. Meine syrianische Schwägerin sagt immer "Schwiegermutter" zur Schwiegermutter, was ich etwas witzig finde. Aber dass die Verwandtschaftsbezeichnungen bei Orientalen viel verbreiteter sind als bei uns Europäern hat ja Falaffel schon mal erklärt.

    Schwieriger war es fast, meinen Eltern zu erklären, dass sie bloss nicht erwarten sollen, dass mein Partner (als die Beziehung noch relativ neu war) sie siezt. Das peinliche war vor allem, dass mein Ex-Mann und auch mein jetziger Mann nicht wussten, wie sie meine Eltern anreden sollten. Sie haben sich ja nie mit Vornamen vorgestellt. Da mussten sie schon mich fragen, um zu erfahren, wie meine Eltern überhaupt mit Vornamen heissen. Mein jetziger Mann und ich sind seit sieben Jahren zusammen, seit fünf verheiratet. Vielleicht so seit ungefähr drei Jahren ist es wohl für meine Eltern okay, dass mein Mann sie auch beim Vornamen nennt (obwohl sie ihm das nie gesagt haben) aber vorher war das irgendwie in der Schwebe. Und meine Tochter meinte vor einigen Wochen: "Heisst die Oma......... mit Vornamen?" Das wisse sie doch wohl? Na ja, ganz sicher war sie nicht....

  3. #13
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

    User Info Menu

    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Puh, Fairie, dawar meine Familie wohl etwas unkomplizierter.

    Das mit dem "ich will" kenne ich auch von meinen Kindern, die das anfangs nicht gut unterscheiden konnten (ich arbeite auch ein bißchen mit meinen Deutschsenioren dran,die darauf Wert legen zu lernen, wie man sich höflich benimmt )
    Aber ich finde auch, bei Kindern und Ausländern sieht man doch großzügiger über so manches hinweg - herrje!

    Ja, meine Schwiegermutter sprach auch Deutsch, und darauf hat sie dann irgendwann auch umgeschaltet, obwohl sie sich geschworen hatte,nach demKrieg nie wieder Deutsch zu reden.
    Und dafür, daßsie diesen Schwur weitgehend gehalten hatte und erst für mich brach, war ihr Deutsch erstaunlich umfassend und gut -.-- aber in den 80ern kamen auch noch viele dt.Serien ins dänische Fernsehen und esgab erst recht spät ein 2. Programm - von privaten ganz zuschweigen.
    Da hielt sie ohne es zu merken die Sprache doch recht gut in Gang.
    Als ich dannauch Dänischsprach, verlor sie die Sprache erstaunlich-ertschreckend schnell,denn inzwischen waren auchdie Serienselten geworden.

    Eine dt. Freundin an derNordsee und ich haben bei einem Treffen neulich festgestellt, daßdt. Kultur - egal ob Bücher, Musik oder auch (Kinder-)Filme, erschreckend spärlich in DK repräsentiert sind, obwohl es doch der direkte Nachbar ist und ern großer Wirtschafts- und sonstiger Partner auch.
    Aber das ist ein anderes Thema.

    Gruß Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  4. #14
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

    User Info Menu

    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Witzig, dass hier mehrere von dem Problem mit "ich will" schreiben. Bei uns ist das auch so. Inzwischen haben die Verwandten es verstanden, ber auch die Kinder sind groesser und "sprachsensibler" geworden. - Sagt man das in allen anderen Sprachen so, bloss auf deutsch sagt man hoeflicher "ich moechte"? ??
    Wir hattenneulich wieder ein Problemwort: Erklaert mal "seicht"! - Und nennt mir bitte spontan das Gegenteil!
    Am gleichen Abend fragte Sohn Nr. zwei, welche Sprache man in NEPAL spricht. "Nepalesisch"? "Nepali"? - Ich habs noch nicht nachgeguckt, da wir in einer witzigen Konversation feststellten, dass er gar nicht "Nepal" sondern "Neapel" gemeint hatte.
    Wisst ihr, was "kalfatern" ist oder "Werg"?
    Den Unterschied zwischen "warten" und "waten" mussten wir auch noch klaeren. - Tjaha, drei Seiten "Jim Knopf" haben es sprachlich in sich!!!

  5. #15
    Babette267 Gast

    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    Witzig, dass hier mehrere von dem Problem mit "ich will" schreiben. Bei uns ist das auch so. Inzwischen haben die Verwandten es verstanden, ber auch die Kinder sind groesser und "sprachsensibler" geworden. - Sagt man das in allen anderen Sprachen so, bloss auf deutsch sagt man hoeflicher "ich moechte"? ??
    Also, ich habe gelernt, dass man vor allem im Englischen nicht "I want" sagt. Meinen Kindern habe ich "Ich möchte" nicht explizit erklärt und sie sind mit "Ich will" noch nie negativ aufgefallen Sie sagen wohl meistens "Darf ich" und das klingt wieder sehr höflich
    Wir hattenneulich wieder ein Problemwort: Erklaert mal "seicht"! - Und nennt mir bitte spontan das Gegenteil!
    Flach? Gegenteil: tief. Würde ich sagen. Wenn das Wasser gemeint ist - ein seichtes Gespräch ist oberflächlich.

  6. #16
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

    User Info Menu

    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Oha, DustellstFragen, falaffel.

    Bei uns (und Fairie) kommt das"ich will" eben daher, daß man im Dänischen (Schwedischen?) "jeg vil" sagt und "ich möchte" meint.
    Klingt genauso, meint (fast) das gleiche,daist es schwer, Kindern klarzumachen, daß das in dem einen Land weniger höflich als imanderen ist.
    Irgendwann fällt dann wohl der Groschen ... bei meinen denke ich, isrt das passiert.
    Schwierig sind für meine n Mann immer noch die Verben "mögen" und "möchten".
    Dann heißt es bei ihm "ich mögte" - ... und wieso heißt es dann "Ich mochte" und kommt doch von "mögen" und nicht von "möchten", wo doch das ch deutlich hörbar ist?
    Jim Knopf habe ich wegen seiner tollen Sprache wirklich sehr gern vorgelesen -- sogar 2x ohne mich zu langweilen!!!
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  7. #17
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

    User Info Menu

    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Oha, DustellstFragen, falaffel.

    Bei uns (und Fairie) kommt das"ich will" eben daher, daß man im Dänischen (Schwedischen?) "jeg vil" sagt und "ich möchte" meint.
    Klingt genauso, meint (fast) das gleiche,daist es schwer, Kindern klarzumachen, daß das in dem einen Land weniger höflich als imanderen ist.
    Irgendwann fällt dann wohl der Groschen ... bei meinen denke ich, isrt das passiert.
    Schwierig sind für meine n Mann immer noch die Verben "mögen" und "möchten".
    Dann heißt es bei ihm "ich mögte" - ... und wieso heißt es dann "Ich mochte" und kommt doch von "mögen" und nicht von "möchten", wo doch das ch deutlich hörbar ist?
    Jim Knopf habe ich wegen seiner tollen Sprache wirklich sehr gern vorgelesen -- sogar 2x ohne mich zu langweilen!!!
    Ich weiss nicht.... im Schwedischen gibt es ja "jag skulle vilja ha" (= ich hätte gern), und das ist natürlich doch höflicher als einfach "jag vill". Aber man nimmt es nicht so wichtig, das stimmt schon. Irgendwie sagen es Erwachsene eher, vielleicht auch einfach um Zeit zu gewinnen, bis sie sich entschieden haben, was sie denn nun möchten.

  8. #18
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

    User Info Menu

    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Also, ich habe gelernt, dass man vor allem im Englischen nicht "I want" sagt. Meinen Kindern habe ich "Ich möchte" nicht explizit erklärt und sie sind mit "Ich will" noch nie negativ aufgefallen Sie sagen wohl meistens "Darf ich" und das klingt wieder sehr höflich
    Flach? Gegenteil: tief. Würde ich sagen. Wenn das Wasser gemeint ist - ein seichtes Gespräch ist oberflächlich.
    Etwas off-topic: Bei uns haben in den letzten Tagen jede Menge Nachbarskinder an die Tür geklopft, alle mit der gleichen Frage: "Dürfen wir von eurem Kirschbaum Kirschen essen? " Wir sind ja kürzlich umgezogen, kennen noch nicht alle Nachbarn so gut und plötzlich haben wir einen Kirschbaum, der alle Nachbarskinder anlockt. Wohlerzogene Kinder, klar. Aber wenn man dreimal hintereinander in seinen Renovierungsarbeiten unterbrochen wird, sich den Weg zur Tür gebahnt hat (immer noch etwas Chaos hier) und dann stehen wieder Kinder vor der Tür - da war mein Mann genervt. Ich hab ihm gesagt, er soll doch durchs Küchenfenster mit den Kindern reden, dann braucht er nicht an die Tür zu gehen. Das fand er wieder unhöflich. Ich nicht. Und den Kindern ist das sicher egal. Hauptsache man redet freundlich mit ihnen.

  9. #19
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

    User Info Menu

    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Fairie, wie waere es mit einem grossen Schild an der Haustuer? "Wir renovieren gerade, aber ihr duerft gern Kirschen pfluecken", oder sowas in der Art? - Oder ein grosser Korb voll Kirschen? - Obwohl selber pfluecken ja wesentlich mehr Spass macht!
    Ich stehe inzwischen auf dem Standpunkt, dass man andere ruhig mal mit fuer sie ungewohnten Gepflogenheiten konfrontieren kann. Ausserdem ist nicht jede Einschaetzung eines Menschen aus einem Kulturkreis allgemeingueltig. Das habe ich gerade in Dingen wie "foermlicher Hoeflichkeit", womit die Leute es hier ja sehr haben, festgestellt.
    Neulich war zum Beispiel sowas: Da ist in einer dtsch. Einrichtung ein groesserer Schaden entstanden. Viele Leute - Araber- haben sich zum Helfen angeboten.Leider kann man die Hilfe kaum gebrauchen, da au versicherungstechnischen Gruenden nicht einfach so losgewerkelt werden darf und in vielem "Experten" gebraucht werden. Sagt der "Chef" zu mir, man wolle trotzdem eine spezielle Aktion starten, um niemanden zu kraenken ("die sind immer so schnell beleidigt"). Ich hab ihm gesagt, dass ICH darauf keine Ruecksicht nehmen wuerde, sondern es vom praktischen Standpunkt sehen wuerde. Bei Nachfrage in meiner arab. Verwandtschaft sah man es auch so. Ausserdem beruecksichtigt er nicht, dass immer alle sofoert Hilfe anbieten und wenn's "ernst" wird, kommt kaum jemand (oder guckt zu, feix). - Er sieht die arab. Kultur nur von "aussen", ich er-lebe sie taeglich!
    - Hoffe, der Arm uebersteht das Renovieren! Viel Spass!

  10. #20
    tokyob ist offline enthusiast

    User Info Menu

    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Sehr Interessant. Beim Lesen eines Blogs ist mir kuerzlich dasselbe Problem klargeworden. Einige Beispiele

    "Der Berg Takao ist ein beliebtes *Reiseziel* für Japaner, die in Tokio leben. In knapp einer Stunde erreicht man den Fuss des Berges mit dem Zug." Reiseziel -> Ausflugsziel
    "Ein Trailrunner kommt mir (auf dem Wanderweg) entgegen und *begrüßt* mich freundlich. Er läuft vorsichtig den rutschigen Pfad herunter." begrüßt -> grüßt
    "Das dort gewaschene Geld soll Glück bringen, und nur für etwas ganz *Spezielles* ausgegeben werden." Spezielles -> Besonderes
    "Plötzlich spricht mich ein chinesisches *Paar* an und bietet mir ein goldenes Lesezeichen für 1000 Yen an." Paar -> Pärchen

    Beim Lesen fand ich die markierten Stellen eher komisch. Nach einigem Nachdenken wurde mir klar, dass die Autorin deutsch zwar 'woerterbuchmaessig' kennt, aber die feinen Nuancen vieler Woerter nicht kennt.

    + Eine einstuendige Fahrt mit dem Zug ist keine 'Reise', sondern ein 'Ausflug'.
    + Einen Fremden, der einem auf dem Weg begegnet, 'gruesst' man, statt ihn zu 'begruessen'.
    + Etwas 'Spezielles' ist etwas anderes als etwas 'Besonderes'.
    + Einen unbekannten Mann + Frau wuerde man erstmal als 'Pärchen' bezeichnen.

    Ich denke mal, dass man nur durch intensiven Kontakt mit der Sprache, also viel lesen, hoeren, etc. merkt, in welchem Kontext diese Woerter gebraucht werden, um dann die Nuancen zu verstehen. Gerade wenn die Kinder von uns deutsch lernen, muessen wir da wohl extra-vorsichtig sein und Fehler klarstellen. Bei meinen merke ich manchmal, dass sie doppeldeutige Begriffe der Zweitsprache auch ins Deutsche uebertragen, also z.B. 'schnell aufstehen' statt 'frueh aufstehen' sagen...

Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte