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  1. #21
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Mal abgesehen davon, daß ich eine einstündige Fahrt mit dem Zug durchaus auch als Reise bezeichnen könnte (in DK ist man dann ja fast schon außer Landes ), finde ich Deine Beispiele allerdings sehr interessant.
    "Trailrunner" ist übrigens auch nicht unbedingt ein mir geläufiges Wort.

    Ich merke übrigens umgekehrt auch, daß ich manche dänischen Wörter ungern benutze, weil sie auf Deutsch etwas anderes bedeuten.
    (Also krass gesagt würde ich auch Polakker gern vermeiden, eben wegen meiner Assoziationen), aber da sind auch Wörter wie "spændende", unschwer mit unserem dt. "spannend" verwandt, meint aber mehr interessant als wirklich wirklich aufregend-spannend.
    Oder sowas wie "jeg følger dig ud" (ich bringe dich noch raus - analog kann man dieses "folgen auch in Zusammenhang mit "ich bring diich noch nach Hause" oder sowas verwenden), das mag ich irgendwie ungern sagen, weil es für mich schnell sowas von "verfolgen" hat - jedenfalls "folge" ich doch niemandem, wenn ich ihn begleite.
    Das ist natürlichQautsch,weil es sprachliche Eigenarten sind.
    Aber es amüsiert mich dann, wenn mind.1 meiner Deutschsenioren oft ausbricht: "Das kann man doch nicht sagen, das klingt ja total verrückt!"
    Ja, kann ich dann ruhigen Gewissens sagen:
    So fühle ich das manchmal umgekehrt auch - und doch ist es eben in der jeweiligen Sprache richtig!
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  2. #22
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    Fairie, wie waere es mit einem grossen Schild an der Haustuer? "Wir renovieren gerade, aber ihr duerft gern Kirschen pfluecken", oder sowas in der Art? - Oder ein grosser Korb voll Kirschen? - Obwohl selber pfluecken ja wesentlich mehr Spass macht!
    Ich stehe inzwischen auf dem Standpunkt, dass man andere ruhig mal mit fuer sie ungewohnten Gepflogenheiten konfrontieren kann. Ausserdem ist nicht jede Einschaetzung eines Menschen aus einem Kulturkreis allgemeingueltig. Das habe ich gerade in Dingen wie "foermlicher Hoeflichkeit", womit die Leute es hier ja sehr haben, festgestellt.
    Neulich war zum Beispiel sowas: Da ist in einer dtsch. Einrichtung ein groesserer Schaden entstanden. Viele Leute - Araber- haben sich zum Helfen angeboten.Leider kann man die Hilfe kaum gebrauchen, da au versicherungstechnischen Gruenden nicht einfach so losgewerkelt werden darf und in vielem "Experten" gebraucht werden. Sagt der "Chef" zu mir, man wolle trotzdem eine spezielle Aktion starten, um niemanden zu kraenken ("die sind immer so schnell beleidigt"). Ich hab ihm gesagt, dass ICH darauf keine Ruecksicht nehmen wuerde, sondern es vom praktischen Standpunkt sehen wuerde. Bei Nachfrage in meiner arab. Verwandtschaft sah man es auch so. Ausserdem beruecksichtigt er nicht, dass immer alle sofoert Hilfe anbieten und wenn's "ernst" wird, kommt kaum jemand (oder guckt zu, feix). - Er sieht die arab. Kultur nur von "aussen", ich er-lebe sie taeglich!
    - Hoffe, der Arm uebersteht das Renovieren! Viel Spass!
    Mindestens ein Kind war jünger als 7 Jahre und kann wohl somit noch nicht lesen. :) Aber es hat sich auch schon beruhigt, scheint es. Tja, und der Arm ist mal so und mal so. Inzwischen ist die Küche schon wieder anwendbar, nur der Ofen ist noch nicht drin. Bis alle Einzelheiten fertig sind, dauert es sowieso. Ich war gerade ein paar Tage in Deutschland und versuche gerade, wieder was getan zu bekommen. Ohne dabei zu sehr zu stressen.

    Eine spezielle Aktion, nur damit niemand beleidigt ist, fände ich auch übertrieben. Da sollte es doch funktionieren, wenn man sagt, dass es aus versicherungstechnischen Gründen nicht geht.

  3. #23
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Mal abgesehen davon, daß ich eine einstündige Fahrt mit dem Zug durchaus auch als Reise bezeichnen könnte (in DK ist man dann ja fast schon außer Landes ), finde ich Deine Beispiele allerdings sehr interessant.
    "Trailrunner" ist übrigens auch nicht unbedingt ein mir geläufiges Wort.

    Ich merke übrigens umgekehrt auch, daß ich manche dänischen Wörter ungern benutze, weil sie auf Deutsch etwas anderes bedeuten.
    (Also krass gesagt würde ich auch Polakker gern vermeiden, eben wegen meiner Assoziationen), aber da sind auch Wörter wie "spændende", unschwer mit unserem dt. "spannend" verwandt, meint aber mehr interessant als wirklich wirklich aufregend-spannend.
    Oder sowas wie "jeg følger dig ud" (ich bringe dich noch raus - analog kann man dieses "folgen auch in Zusammenhang mit "ich bring diich noch nach Hause" oder sowas verwenden), das mag ich irgendwie ungern sagen, weil es für mich schnell sowas von "verfolgen" hat - jedenfalls "folge" ich doch niemandem, wenn ich ihn begleite.
    Das ist natürlichQautsch,weil es sprachliche Eigenarten sind.
    Aber es amüsiert mich dann, wenn mind.1 meiner Deutschsenioren oft ausbricht: "Das kann man doch nicht sagen, das klingt ja total verrückt!"
    Ja, kann ich dann ruhigen Gewissens sagen:
    So fühle ich das manchmal umgekehrt auch - und doch ist es eben in der jeweiligen Sprache richtig!
    Mit dem "folgen" hab ich kein Problem, das ist auf Schwedisch auch so, aber ich hab mich inzwischen dran gewöhnt. Genauso ist es ja mti anderen Wörtern, die einem als Deutschen komisch vorkommen. Dass z.B. das deutsche "bekam" (also die Vergangenheitsform von "bekommen") auf Schwedisch "fick" heisst....... inzwischen juckt mich das nicht mehr.

    Was mein Ex-Mann mal missverstanden hat, war der Ausdruck "meinetwegen". Er war nämlich sauer, wenn ich das zu den Kindern sagte, wenn die etwas wollten. Er glaubte das bedeutet so viel wie "ICH persönlich hab damit gar kein Problem (euer Vater aber schon)." Ich hab ihm dann erklärt, dass man (und ich dann auch) es meist im Sinne von "na gut, ich bin zwar skeptisch, aber sagen wir mal okay" sagt.

  4. #24
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Hej Fairie!

    Ja, komisch, jetzt wo Du es sagst: mit "fik" für "bekam" habe ich auch kein Problem, vielleicht, weil ich "f...en sonst auch nie benutze?
    Hierzulande ist es ja auch sehr üblich, daß nicht nur die Kinder sagen "jeg skal tisse" ---also ich muß mal p..." - allerdings ist "tisse" eben absolut neutral dabei...
    Daesaber sehr ähnlich wie "p..." klingt, habe ich einer Studienfreundin lieber versucht, dies zu erklären, bevor sie meine Kinder für sprachlich total verlottert gielt.
    "Ich muß mal" versteht folglich auch in der dän. Übersetzung keiner.
    Gruß Ursel, DK

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    Aus Tschechien

  5. #25
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Im Schwedischen ist es eher wie im Deutschen. Wenn man nun sagt "pissa", dann ist das genauso ... grob.. wie das entsprechende im Deutschen. Das mehr neutrale Wort dafür ist "kissa", was man auch eher komisch findet.

  6. #26
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Hej Fairie!

    Kein Wunder, daß es dann so viel Mißverständnisse zwischen Dänen und Schweden gibt

    Hier kursierte früher ja der Witz, daß ein Schwede nach Kopenhagen kam und in ein bestimmtes Viertel gefahren werden wollte. Das Wort, das er dazu benutzte, bedeutete aber auf Dänisch das genaue Gegenteil - groß war die Enttäuschung.
    Oder war es umgekehrt und der ältere Herr wollte in Schweden... und war noch entsetzter,alser dann i mRotlichtmilieu landete?
    Ich hab´s vergessen,wie auch das Wort.
    Kann es "rolig" gewesen sein?
    Hauf Dänisch jedenfalls "ruhig".

    Hier kannst Du jedenfalls getrost "jeg skal tisse" sagen --- da findet niemand was dabei.

    Gruß Ursel, DK
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    Aus Tschechien

  7. #27
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Denotat und Konnotat

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Hej Fairie!

    Kein Wunder, daß es dann so viel Mißverständnisse zwischen Dänen und Schweden gibt

    Hier kursierte früher ja der Witz, daß ein Schwede nach Kopenhagen kam und in ein bestimmtes Viertel gefahren werden wollte. Das Wort, das er dazu benutzte, bedeutete aber auf Dänisch das genaue Gegenteil - groß war die Enttäuschung.
    Oder war es umgekehrt und der ältere Herr wollte in Schweden... und war noch entsetzter,alser dann i mRotlichtmilieu landete?
    Ich hab´s vergessen,wie auch das Wort.
    Kann es "rolig" gewesen sein?
    Hauf Dänisch jedenfalls "ruhig".

    Hier kannst Du jedenfalls getrost "jeg skal tisse" sagen --- da findet niemand was dabei.

    Gruß Ursel, DK
    Ja, "rolig" bedeutet "lustig" auf Schwedisch. Ich kann mir vorstellen, dass die Geschichte dann wohl eher so war, dass der ältere Herr Däne war und etwas ruhiges suchte. Wobei es in Schweden keine Rotlichtmilieus gibt, aber das kann früher anders gewesen sein. Heutzutage ist Prostitution ganz verboten und du findest auch nirgendwo offen Pornographie oder auch nur 'ne Zeitschrift mit halbnackten Mädchen drauf. Alles zensiert. Da unterscheiden sich Schweden und Dänemark sehr.

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