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Thema: Sich fremd fühlen und integriert sein

  1. #31
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sich fremd fühlen und integriert sein

    [QUOTE=AbbyCadabby;28718836]Eigentlich habe ich gar keine Zeit. Weil ich mich aber echt gefreut habe, von Ursel zu lesen, ein paar Worte.



    Ich sehe da schon einen Unterschied. Und der hat nichts mit nationalen Unterschieden zu tun, denn eine Patchwork-Familie sucht sich (im Gegensatz zu einer binationalen, die man bewusst und in Alternative zu einer anderen gründet) niemand aus.




    Sorry Abby, aber das ist doch totaler Quatsch!

    Erstens wird sich jede Patchwork _- Familie genau ueberlegen, ob sie als solche zusammenleben moechte. Da kommen doch Menschen zusammen, die bestimmte Erfahrungen gemacht haben und sich gut ueberlegen, ob sie sich das noch einmal "antun" wollen.
    Ich verstehe nicht, warum du sie als etwas Negatives charakterisierst. Im Gegenteil: Da versuchen Menschen, die aus irgendeinen Grund allein sind -schon dein Ansatz, automatisch von Scheidung als Grund dafuer auszugehen, ist falsch- einen gemeinsamen Neuanfang. Das ist doch wunderbar!

    Zweitens, und der Teil deines Satzes stoesst MIR besonders auf, da er mich betrifft, habe ich doch nicht BEWUSST und ALS ALTERNATIVE ZU EINER ANDEREN FAMILIE (Hilfe!!!) eine binationale Familie gegruendet!!! Das ist doch absoluter Bloedsinn!!
    Ich habe meinen Partner zufaellig getroffen, der hatte zufaellig eine andere Nationalitaet und daraus hat sich zufaellig eine binationale Beziehung ergeben.
    Es ist, wie marlis schreibt: Man hat sich in einen Menschen verliebt und der Rest haengt mit dran. Wenn man zusammensein moechte, muss man das mit annehmen.

    So ist es dann auch bei Patchwork-Familien, wo die "Anhaegsel" nicht nur aus Kultur, Sprache, Ticks, Charaktereigenschaften etc. bestehen, sondern auch in anderen Personen.

    Jede Familie ergibt sich irgendwie und meist zufaellig. Es sei denn, man sucht bewusst nach einer bestimmten Art von Partner.


    Du hast meines Wissens einen deutschen Partner, hast nicht in eine andere Kulturgemeinschaft eingeheiratet. Wenn ihr gemeinsam im Ausland seid, seid ihr gemeinsam "anders" und zu Hause ist es egal.

    Ich moechte das aber auch nicht dramatisieren. Jeder Mensch ist anders, in Partnerschaften muss man immer Kompromisse machen, anderes akzeptieren, sich zusammenraufen, sonst klappt kein Zusammenlebenn. Bei Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund ist das halt etwas extremer (oder?) und es gibt erstmal das eine oder andere Missverstaendnis, das es bei Menschen aus einem "Volk" (ich mag den Ausdruck nicht, Abby) nicht gegeben haette.

    Das Schoene ist aber auch, dass Anderssein durchaus akzeptiert und teilweise sehr wertgeschaetzt wird.
    Orientalen z.B. labern, wenn sie irgendetwas wollen, erstmal rum. Mir liegt das absolut nicht, ich komme direkt zum Punkt. Dass Deutsche "direkt" sind, ist hier bekannt und wird akzeptiert, ich "darf "also so sein.

    Oder zu Weihnachten: Ich hatte schon seit Jahren Lust, mal ein Krippenspiel zu organisieren. das kennt man zwar aus Filmen, es ist hier aber eher unbekannt. Man haette gern mehr "europaeische Weihnachten", weiss aber nicht so, wie ("Weihnachtsmaerkte", gerade schwer in Mode, haben z.B. eher Volksfestcharakter).
    Diesmal habe ich das kulturelle Experiment gewagt, es ernsthaft vorgeschlagen, dazu ein kleiner Basar, heisse Getraenke, Kekse und Kuchen.....die Idee ist begeistert angenommen worden, organisieren mussten meine Kids und ich natuerlich, die Sache ist klasse gelaufen und alle fanden es toll. - Vermutlich muss ich in diesem Jahr wieder "ran"...
    Waehrend in Deutschland bei "Weihnachtsbasar" jeder wuesste was ich meine, musste ich das hier natuerlich erstmal erklaeren.
    Will sagen: "Anderssein", andere Ideen bringen, andere Blickwinkel haben, ist durchaus gefragt, und ich denke ueberall.
    Du wirst auch in DE genuegend "Gleichgesinnte" finden, Abby. Vielleicht haengt es aber etwas davon ab, wo du lebst.

    Ich bin daher an sich sehr gluecklich ueber unsere Situation und bin ueberzeugt, dass es noch viel mehrso lcher Familien geben sollte. Es gibt halt MANCHMAL so Augenblicke, in denen man denkt, man HAETTE es einfacher haben koennen...waere aber langweilig.

    Und dann das, was du falsch verstanden hast, Abby: "Dann waeren meine Kinder nicht, wer sie sind". Damit meinte ich: Ich wuerde keine anderen Kinder haben wollen, denn sie sind klasse, so wie sie sind. - Tschuldigung fuer die Arroganz.

  2. #32
    AbbyCadabby ist offline Nonkonformistin

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    Standard Re: Sich fremd fühlen und integriert sein

    Zitat Zitat von marlis33 Beitrag anzeigen
    Ich sehe da ehrlich gesagt keinen Unterschied. Denn niemals suchen sich Kinder was aus: weder Patchwork, noch mehrere Nationalitäten, noch gleichgeschlechtliche Eltern, etc. Es wird ihnen immer "auferzwungen" bzw. sie wachsen damit auf. Ich hab mich damals in meinen Mann verliebt, wie sagt man so schön, tja, wo die Liebe hinfällt, die kulturellen, sprachlichen Unterschiede musste ich alle mitnehmen, eher unfreiwillig *ggg* konnt ja schlicht weg auch nix dran ändern. (...)
    Ich sehe den Unterschied schon. Aus Sicht der Kinder ist beides aufgezwungen, das stimmt. Aber Kinder, die in einer Patchwork-Familie leben, haben vorher was anderes erlebt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Binationale Kinder kennen nichts anderes, von Anfang an.

    Danke übrigens für deinen angemessenen Ton. Den beherrscht hier bedauerlicherweise nicht jeder. Daran hat sich nichts geändert.

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    Sorry Abby, aber das ist doch totaler Quatsch! (...)

    Ich bin daher an sich sehr gluecklich ueber unsere Situation und bin ueberzeugt, dass es noch viel mehr solcher Familien geben sollte. Es gibt halt MANCHMAL so Augenblicke, in denen man denkt, man HAETTE es einfacher haben koennen ... waere aber langweilig.

    Und dann das, was du falsch verstanden hast, Abby: "Dann waeren meine Kinder nicht, wer sie sind". Damit meinte ich: Ich wuerde keine anderen Kinder haben wollen, denn sie sind klasse, so wie sie sind. - Tschuldigung fuer die Arroganz.
    "Sorry, Falaffel", aber das ist keineswegs totaler Quatsch! Dass dein Umgangston zu wünschen übrig lässt, weißt du selbst. Du entschuldigst dich für deine Arroganz. Mit dem Begriff triffst du den Nagel höchstselbst auf den Kopf. Du weißt, warum Menschen arrogant sind bzw. Arroganz nötig haben? Ich schreibe es jetzt nicht!

    Ein uralter Satz, den wir alle kennen, heißt "Drum prüfe, wer sich ewig bindet!" Kein verantwortungsvoller Mensch tut sowas leichtfertig (oder sollte es nicht tun), nicht in einer ganz gewöhnlichen Ehe bzw. Familie, nicht in einer Patchwork-Familie, nicht in einer binationalen Beziehung, nie. Weil jeder Alternativen hat, immer. Wir leben in einer Zeit, in der Ehen aus Liebe geschlossen werden dürfen, demzufolge hat es jeder selbst in der Hand, ob aus einer Liebe eine Familie wird oder nicht. Zufällig heiratet man nicht. Du tust ja gerade so, als müsse man den ersten Menschen im Leben, in den man sich verliebt, gleich heiraten. Wie viele Paare tun das gerade nicht, weil sie nach intensiver Prüfung zu dem Schluss kommen, gemeinsam nicht das Leben leben zu können, das ihnen vorschwebt. Das ist also durchaus BEWUSST und als ALTERNATIVE zu einem anderen Leben bzw. zu einer anderen Beziehung zu sehen.

    Du kannst das aber natürlich anders sehen, das ist genauso dein Recht und deine freie Entscheidung wie die für oder gegen ein bestimmtes Leben. Eben genau das, was ich an anderer Stelle schon in Bezug auf Wurzeln bzw. Identität schrieb. Wer weiß, wer er ist und wo er herkommt und was ihn prägt bzw. geprägt hat, der ist in der Regel in der Lage, Entscheidungen BEWUSST zu treffen und nicht einfach das Leben zu leben, dass sich zufällig ergibt.

    Ich weiß nicht, in welcher Stimmung du warst, als du dieses Thema hier eröffnet hast. Eigentlich dachte ich, ich könne dir mit meinem Beitrag ein bisschen das Gefühl geben, dass du mit deinem dich fremd fühlen nicht allein bist, dass es auch anderen so geht, im Ausland wie im Inland, einfach überall. Doch darauf wolltest du schon nicht eingehen. Dabei bist du morgens, mittags, abends online, immer wenn ich mich hier einlogge, leuchtet dein grüner Punkt. Erst drei Tage später hast du wieder geschrieben. Und bist im ersten Satz schon zurückgerudert ("Ich meinte den Ausgangsthread gar nicht so negativ, wie er anscheinend verstanden wurde.")

    Was soll sich denn da ändern, wenn man sich negative Gefühle nicht eingestehen kann? Was ist denn positiv oder "gar nicht so negativ", wenn man sich in seiner Umgebung "total fremd" fühlt und wenn man den eigenen Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen hat (auch wenn man das nicht immer, sondern nur zeitweise hat)? Was ist bitte "gar nicht so negativ", wenn man sich "total deplatziert und außen vor" fühlt? Das waren deine Worte! Dann machst du ein Thema zu einer sprachlichen Sachfrage auf, weil du inzwischen sicher längst bereut hast, dieses Thema überhaupt geschrieben zu haben. Und dann kommt unglücklicherweise auch noch die dämliche Abby daher und liest es als erste. Und gibt auch noch ihren Senf dazu ab. Den du gar nicht hören willst. Dass du von Bilingualmon keine Antwort auf deine Frage, wie sie Heimat empfinde, bekommen hast, ist dir wohl gar nicht aufgefallen. Es ist ja auch leichter, Masken aufrechtzuerhalten und sich an anderer Stelle hinter vermeintlichem Fachwissen zu verstecken, als sich mit sich selbst zu beschäftigen (bzw. mit Dingen, die weh tun). Es ist echt schade, dass die Körpersprache im Internet außen vor bleibt. Die brächte so manches ans Licht.

    Und da schau her, wer in diesem Forum hier der Außenseiter ist! Und wer "Mainstream" ist, das sagt, was die anderen hören wollen, unter den Tisch kehrt, was unangenehm ist, und an der Oberfläche herumdümpelt, statt in die Tiefe zu gehen. Und warum ist das so? Weil manche Leute einfach keinen Mut zur Wahrheit haben! Das deckt sich übrigens mit so mancher Erfahrung im echten Leben.

    Deinen Satz "Dann wären meine Kinder nicht, wer sie sind!" habe ich keineswegs falsch verstanden. Deine Kinder wären auch, wer und wie sie sind, würden sie in einem anderen Land leben. Würdest du sie dann anders haben wollen? Das ist einfach immer so, jede Erfahrung, jeder Fehler, jedes Schöne, jedes Schlechte macht einen zu dem, der man ist. Und es ist schön, wenn einem das bewusst ist.

    Dass du deinen vorletzten Absatz insbesondere vor dem Hintergrund des Titels dieses Themas (der von dir stammt!) ernst meinst ... wer soll dir denn das glauben? Aber es ist deine Sache, du musst damit klar kommen. Ehrlich ist das alles aber trotzdem nicht, am allerwenigsten ehrlich vor dir selbst. Dann schreibst du, wie toll alle dein Krippenspiel fanden und dass du in diesem Jahr wieder "ran" müsstest. Warum schreibst du das in diesem Zusammenhang? Weil das Schönreden dann leichter fällt? Oder weil das sonst keiner sagt, also sagst du es dir selbst?

    Ich für meinen Teil werde auf so ein Thema von dir nicht mehr antworten. Ist dann ja auch in deinem Sinne, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

  3. #33
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sich fremd fühlen und integriert sein

    Abby, ich weiss nicht wie alt du bist, aber vielleicht fehlen dir noch ein paar Jaehrchen Erfahrung...

    Erstens habe ich dich nicht beleidigt. Ich habe dir gesagt, dass deine AUSSAGE Quatsch ist. Was ist daran beleidigend oder ausfallend? Und da es mich und alle anderen betrifft, die mit einem Partner von anderswo verheiratet sind, TRIFFT es MICH . Ich koennte also auch eingeschnappt sein.

    Ich hatte von dir gar keine Antwort auf dieses Thema erwartet, da ich a) nicht wusste, dasss du ueberhauptt noch online bist und es DICH b0 gar nicht betrifft. Ich wollte wissen, ob es anderen in MEINER Situation in einzelnen Momenten manchmal aehnlich geht oder ob es an mir liegt.

    Ueber deinen ersten Beitrag war ich zudem positiv ueberrascht.

    In deinem letzten Beitrag sehe ich allerdings, dass du nicht verstanden hast, was ich meinte. Das macht auch nichts, kannst du gar nicht, da du anders lebst und andere Erfahrungen gemacht hast.
    Allerdings huete ICH mich davor, andere, mir nur aus einem Forum "bekannte" Menschen und ihre Psyche zu beurteilen. Ich kontrolliere auch nicht, wie oft sie online sind und wie schnell sie antworten. Manchmal ist es besser abzuwarten.

    Nein, und das mit dem Krippenspiel schreibe ich nicht zwecks "Schoenreden". Aber weil ich verstanden habe, dass Anderssein sehr gut und fuer die anderen bereichernd sein kann. Es ist nicht selbstverstaendlich aber schoen, dass neue, "fremde" Ideen angenommen werden. Das ist dann ein schoenes Erlebnis, das den MOMENT, in dem man sich "deplaziert" vorkam, wieder wett macht.

    Doch, meine Kinder waeren anders, wuerden sie anderswo aufwachsen., da Erfahrungen und Umgebung den Charakter eines Menschen beeinflussen.

    - Und wenn du deinen Kindern gegenueber nie aus irgendeinem Grund ein schlechtes Gewissen hast, solltest du mal in dich gehen.

  4. #34
    choupette ist offline Veteran

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    Standard Re: Sich fremd fühlen und integriert sein

    Zitat Zitat von marlis33 Beitrag anzeigen
    erst mal zu deinem letzten Satz: meine nicht. Du lebst ja in der Metropole, weil wir es in dem Beitrag ja auch ländlich via städtisch hatten, wir hier eher ländlich. Man sagt ja alles, ausser Paris, ist Provinz Bei uns, trotz Grossstadt (wobei bin mir gar nicht mal so sicher ob man sie schon als Grossstadt zählen kann) in der Nähe, aussenrum gibt es wahrscheinlich mehr Kühe als Dörfer
    Hier in der Normandie ist der 2. Weltkrieg natürlich immer noch sehr präsent, gibt hier sehr viele Museen, Bunker, Erinnerungsstätten usw. Als meine Tochter in der 2. Kl. war, gab es hier 70 J. débarquement, wurde ordentlich gefeiert und war auch Thema in der Schule. Ihr Lehrer hat es sicherlich nur gut gemeint, als er immer wieder vor jeden Vortrag direkt erwähnte: Sorayas Mutter ist Deutsche. Meiner Tochter war es aber sicherlich unangenehm, sie wusste zuvor auch noch nichts vom Krieg, wer der Böse war usw. Vor solch schwerverdaulichen Dingen hätte ich sie lieber noch länger bewahrt.
    Ich kann gar nicht sagen wieso, aber meistens bilden sich die Franzosen ein, ich wäre aus Osteuropa, lol. Meine Grosse hatte ja sehr mit ihrer Identität zu kämpfen, vor allem ihrer Hautfarbe. Sie hat es dann schon getroffen, wenn sie von einer Freundin gefragt wurde: ist das deine richtige Mama oder deine Stiefmutter? Oder sie am Schulausgang aufgehalten wird: wo sind deine Eltern? zu wem gehört dieses Kind? Und dass obwohl ich immer direkt neben meinen Kindern war. Passierte uns doch echt oft, sicherlich ein Nachteil einer recht grossen Schule, kann den Lehrkräften keinen Vorwurf machen, die können sich halt auch nicht hunderte von Gesichtern, plus dazugehörige Eltern merken.
    Witzig war dann einmal, als ich einen Kindergeburtstag eines meiner Kinder im Indoorspielplatz gefeiert habe. Da wurde mir dann die Schulfreundin (blonde Locken) als mein Kind deklariert, *ggg* ausser dem Blond hab ich ansonsten nix gemeinsam mit diesem Kind.
    Ich lebe übrigens auch in einer Kleinstadt in der frz. Provinz, nicht in Paris - allerdings weiter süd-östlich und hier ist das Deutschsein sicher positiver konnotiert als in der sehr vom Krieg geprägten Normandie!

    Wir sind in der Franche Comté nicht allzu weit weg von der deutschen und der schweizer Grenze, das macht denke ich auch einen Unterschied.
    Einige Franzosen hier fahren sogar zum Einkaufen ab und zu nach D. Ausserdem gibt es einige, die in der Schweiz arbeiten und das ist hier so etwas wie ein Traum von vielen, da man, falls man in der Schweiz einen Job findet, normalerweise mehr Geld verdienen kann als in F. Selbst wenn sie in der frz-sprachigen Schweiz arbeiten, ist es natürlich oft von Vorteil oder sogar Voraussetzung, dass die Leute auch Deutsch können.
    Das ist hier in der Gegend eindeutig ein positiver Punkt, zumal die Region auch sehr stark von der Automobilbranche geprägt ist und es da auch öfter professionnelle Kontakte zu deutschen Firmen gibt.

    Wie ist denn eure Familienkonstellation, da du davon sprichst, dass deine Tochter Probleme mit ihrer Hautfarbe habe und du manchmal nicht für die biologische Mutter gehalten wirst??
    Ich verstehe das so, dass du zu "blond und blauäugig" für dieses Kind aussiehst, das dann wohl eher die Gene des Papas hat?!
    Das stelle ich mir tatsächlich nicht sehr angenehm für ein Kind vor, wenn dann solche Sprüche von Aussenstehenden kommen, wie ist das denn denn deine "richtige" Mutter...

    Ich bin zwar weder blond noch habe ich blaue Augen, aber meine Kinder sehen mir schon sehr ähnlich - beim Elternsprechtag meinte eine Lehrerin im College meines Sohnes einmal: "Oh, Sie müssen mir gar nicht sagen, wie Sie heissen. Sie sind bestimmt die Mutter von P.!"


    Ich finde es allerdings schon sehr interessant, wie unterschiedlich die Erfahrungen sogar innerhalb Frankreichs sein können.
    Es kommt eben doch sehr auf das Umfeld und auch auf die historischen Hintergründe an, wie das "Fremde" oder im konkreten Beispiel "das Deutschsein" aufgefasst wird.

    Und es wurde ja schon von anderen erwähnt, dass die Franzosen es nicht allzu gut geschafft haben, ihre damaligen Gastarbeiter aus dem Maghreb tatsächlich gut in die Gesellschaft zu integrieren.
    Damals als Studentin brauchte ich noch regelmässig eine "Carte de séjour", die offizielle Aufenthaltsgenehmigung und auch damals war ich geschockt, über die Zweiklassengesellschaft in der Préfecture: es gab die kleine Warteschlange für die "guten", europäischen Ausländer und die lange Schlange für die "anderen"...

  5. #35
    .PMS. ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Sich fremd fühlen und integriert sein

    Zitat Zitat von AbbyCadabby Beitrag anzeigen
    (...)

    Mein Satz mit dem einfach das Leben leben, das sich ergibt, ist vielleicht etwas unglücklich formuliert. Ich meine damit ein Leben ohne Ziele und Reflexion. Ich erlebe die Besuche in meiner Heimat immer ein bisschen wie eine Meditation, wie ein Überdenken meiner Gedanken und Gefühle, ja, wie eine Selbstreinigung. Das Ganze hat also eine gewissermaßen seelsorgerische Funktion. Vielleicht kann man es gut mit Religion bzw. mit dem Glauben an Gott vergleichen. Den würde ich auch nie missen wollen, weil er mir Halt und Zuversicht gibt. Andere leben ohne Glauben und sind deshalb trotzdem nicht unglücklich.

    Neulich habe ich gelesen, dass die Weibchen der Meeresschildkröte nach 20 bis 30 Jahren zur eigenen Eiablage an der Strand zurückkehren, an dem sie selbst einmal aus einem Ei geschlüpft sind. Das hat mich sehr beeindruckt.
    Ich setz mal bei den Schildkroeten an, weil die mit ihrer Eiablage eigentlich ein Paradebeispiel fuer ein Leben mit Ziel, aber ohne Reflexion sind. Fuer einen Instinkt, der sie zwanghaft immer wieder an die selben paar Quadratmeter zurueckkehren laesst. Finde ich eher eine beaengstigende Vorstellung. Aber aus Sicht der Schildkroete ist es halt, wie es ist. Wie selbstreinigend die Rueckkehr tatsaechlich ist, haengt sicher davon ab, was sich in den 20/30 Jahren an dem Strand so getan hat.

    Ich kann nur sagen: Wohl dem, der die Wahl hat. Wem das Leben im Heimatdorf/-stadt/-land was gibt, der sollte auf jeden Fall dort bleiben. Wer wegwill, tut gut daran, sich beizeiten abzusetzen. Die Sicherheit geht mMn in dem Moment verloren, in dem Zwang ins Spiel kommt. Wegmuessen, weil das Leben bedroht ist. Bleibenmuessen, weil der Hof unverkaeuflich ist oder die pflegebeduertigen Eltern Druck machen oderoder.

    Jeder lebt in seiner eigenen Blase - letztlich ist das sowas wie ein Dorf. Und innerhalb seiner Blase ist auch jeder irgendwie "mainstream".

    Wurzeln, Fluegel - das sind alles Bilder, die mir wenig sagen. Wahrscheinlich fehlt mir da der emotionale Zugang.

  6. #36
    .PMS. ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Sich fremd fühlen und integriert sein

    Zitat Zitat von AbbyCadabby Beitrag anzeigen
    Ich sehe den Unterschied schon. Aus Sicht der Kinder ist beides aufgezwungen, das stimmt. Aber Kinder, die in einer Patchwork-Familie leben, haben vorher was anderes erlebt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Binationale Kinder kennen nichts anderes, von Anfang an.

    Danke übrigens für deinen angemessenen Ton. Den beherrscht hier bedauerlicherweise nicht jeder. Daran hat sich nichts geändert.



    "Sorry, Falaffel", aber das ist keineswegs totaler Quatsch! Dass dein Umgangston zu wünschen übrig lässt, weißt du selbst. Du entschuldigst dich für deine Arroganz. Mit dem Begriff triffst du den Nagel höchstselbst auf den Kopf. Du weißt, warum Menschen arrogant sind bzw. Arroganz nötig haben? Ich schreibe es jetzt nicht!

    Ein uralter Satz, den wir alle kennen, heißt "Drum prüfe, wer sich ewig bindet!" Kein verantwortungsvoller Mensch tut sowas leichtfertig (oder sollte es nicht tun), nicht in einer ganz gewöhnlichen Ehe bzw. Familie, nicht in einer Patchwork-Familie, nicht in einer binationalen Beziehung, nie. Weil jeder Alternativen hat, immer. Wir leben in einer Zeit, in der Ehen aus Liebe geschlossen werden dürfen, demzufolge hat es jeder selbst in der Hand, ob aus einer Liebe eine Familie wird oder nicht. Zufällig heiratet man nicht. Du tust ja gerade so, als müsse man den ersten Menschen im Leben, in den man sich verliebt, gleich heiraten. Wie viele Paare tun das gerade nicht, weil sie nach intensiver Prüfung zu dem Schluss kommen, gemeinsam nicht das Leben leben zu können, das ihnen vorschwebt. Das ist also durchaus BEWUSST und als ALTERNATIVE zu einem anderen Leben bzw. zu einer anderen Beziehung zu sehen.

    Du kannst das aber natürlich anders sehen, das ist genauso dein Recht und deine freie Entscheidung wie die für oder gegen ein bestimmtes Leben. Eben genau das, was ich an anderer Stelle schon in Bezug auf Wurzeln bzw. Identität schrieb. Wer weiß, wer er ist und wo er herkommt und was ihn prägt bzw. geprägt hat, der ist in der Regel in der Lage, Entscheidungen BEWUSST zu treffen und nicht einfach das Leben zu leben, dass sich zufällig ergibt.

    Ich weiß nicht, in welcher Stimmung du warst, als du dieses Thema hier eröffnet hast. Eigentlich dachte ich, ich könne dir mit meinem Beitrag ein bisschen das Gefühl geben, dass du mit deinem dich fremd fühlen nicht allein bist, dass es auch anderen so geht, im Ausland wie im Inland, einfach überall. Doch darauf wolltest du schon nicht eingehen. Dabei bist du morgens, mittags, abends online, immer wenn ich mich hier einlogge, leuchtet dein grüner Punkt. Erst drei Tage später hast du wieder geschrieben. Und bist im ersten Satz schon zurückgerudert ("Ich meinte den Ausgangsthread gar nicht so negativ, wie er anscheinend verstanden wurde.")

    Was soll sich denn da ändern, wenn man sich negative Gefühle nicht eingestehen kann? Was ist denn positiv oder "gar nicht so negativ", wenn man sich in seiner Umgebung "total fremd" fühlt und wenn man den eigenen Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen hat (auch wenn man das nicht immer, sondern nur zeitweise hat)? Was ist bitte "gar nicht so negativ", wenn man sich "total deplatziert und außen vor" fühlt? Das waren deine Worte! Dann machst du ein Thema zu einer sprachlichen Sachfrage auf, weil du inzwischen sicher längst bereut hast, dieses Thema überhaupt geschrieben zu haben. Und dann kommt unglücklicherweise auch noch die dämliche Abby daher und liest es als erste. Und gibt auch noch ihren Senf dazu ab. Den du gar nicht hören willst. Dass du von Bilingualmon keine Antwort auf deine Frage, wie sie Heimat empfinde, bekommen hast, ist dir wohl gar nicht aufgefallen. Es ist ja auch leichter, Masken aufrechtzuerhalten und sich an anderer Stelle hinter vermeintlichem Fachwissen zu verstecken, als sich mit sich selbst zu beschäftigen (bzw. mit Dingen, die weh tun). Es ist echt schade, dass die Körpersprache im Internet außen vor bleibt. Die brächte so manches ans Licht.

    Und da schau her, wer in diesem Forum hier der Außenseiter ist! Und wer "Mainstream" ist, das sagt, was die anderen hören wollen, unter den Tisch kehrt, was unangenehm ist, und an der Oberfläche herumdümpelt, statt in die Tiefe zu gehen. Und warum ist das so? Weil manche Leute einfach keinen Mut zur Wahrheit haben! Das deckt sich übrigens mit so mancher Erfahrung im echten Leben.

    Deinen Satz "Dann wären meine Kinder nicht, wer sie sind!" habe ich keineswegs falsch verstanden. Deine Kinder wären auch, wer und wie sie sind, würden sie in einem anderen Land leben. Würdest du sie dann anders haben wollen? Das ist einfach immer so, jede Erfahrung, jeder Fehler, jedes Schöne, jedes Schlechte macht einen zu dem, der man ist. Und es ist schön, wenn einem das bewusst ist.

    Dass du deinen vorletzten Absatz insbesondere vor dem Hintergrund des Titels dieses Themas (der von dir stammt!) ernst meinst ... wer soll dir denn das glauben? Aber es ist deine Sache, du musst damit klar kommen. Ehrlich ist das alles aber trotzdem nicht, am allerwenigsten ehrlich vor dir selbst. Dann schreibst du, wie toll alle dein Krippenspiel fanden und dass du in diesem Jahr wieder "ran" müsstest. Warum schreibst du das in diesem Zusammenhang? Weil das Schönreden dann leichter fällt? Oder weil das sonst keiner sagt, also sagst du es dir selbst?

    Ich für meinen Teil werde auf so ein Thema von dir nicht mehr antworten. Ist dann ja auch in deinem Sinne, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
    Warum steigst Du denn darauf so wahnsinnig emotional ein? Wieso haben manche Leute - wer? - keinen Mut zur Wahrheit? Es gehoert doch zur "Wahrheit" dazu, dass einander widersprechende Konzepte im Kopf balanciert werden muessen. Ich fuer meinen Teil glaube das was Leute schreiben. Das ist die Wahrheit, so wie sie in dem Moment formuliert werden kann. Nicht allumfassend, nicht in allen kleinen Windungen und vielleicht noch nicht mal jeden Tag gleich. Ich sehe da kein Schoenreden. Es empfinden nur nicht alle alles gleichermassen dramatisch.

  7. #37
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sich fremd fühlen und integriert sein

    Ja, PMS!!!!!!Ja, ja und ja!!!

    Ich werde nicht mehr auf Abby eingehen.Ich habe nämlich inzwischen den argen Verdacht, dass sie ein Troll ist.

  8. #38
    .PMS. ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Sich fremd fühlen und integriert sein

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    Ja, PMS!!!!!!Ja, ja und ja!!!

    Ich werde nicht mehr auf Abby eingehen.Ich habe nämlich den argen Verdacht, dass sie ein Troll ist
    Naja, wieso? Sie schreibt ueber ihre Wahrheit. Ein Ausschnitt aus vielen moeglichen.

  9. #39
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sich fremd fühlen und integriert sein

    Kann sein. Kann auch sein, dass sie sich aus vielen "Wahrheiten" eine Internet-Identität zusammengebastelt hat. Mir ist das sehr suspekt, genauso wie ihre Attacke gegen mich.
    Bei gewissen Äußerungen zucke ich zudem zusammen: Die Beurteilung von Patchworkfamilien, Gleichgeschlechtliche und Kinderwunsch, das "eigene Volk", der Kommentar zum " fehlenden Respekt von Lehrern gegenüber der Eltern" , das ständige Erwähnen von "Heimat" und "wissen, wo man hingehört".... Das ist gruselig. Aber solche Leute gibt's ja echt...

  10. #40
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sich fremd fühlen und integriert sein

    Zitat Zitat von .PMS. Beitrag anzeigen
    Ich kann nur sagen: Wohl dem, der die Wahl hat. Wem das Leben im Heimatdorf/-stadt/-land was gibt, der sollte auf jeden Fall dort bleiben. Wer wegwill, tut gut daran, sich beizeiten abzusetzen. Die Sicherheit geht mMn in dem Moment verloren, in dem Zwang ins Spiel kommt.
    Man muss ja auch bedenken, dass Migrationen in großem und kleinem Stil schon immer Teil der Menschheitsgeschichte waren, und ein Hauptgrund dafür, warum wir als Spezies so erfolgreich und fast überall auf der Erde verbreitet sind.

    Menschen wussten auch schon Jahrtausende vor der Entdeckung der DNA, dass es selbst unter idealen Lebensbedingungen hin und wieder für die Gesundheit notwendig ist, die eigenen Gene „aufzufrischen“. Dann hat man sich entweder selbst auf den Weg gemacht, oder neue Menschen von woanders „importiert“. Mobilität und Anpassungsfähigkeiten waren schon immer ein Vorteil fürs Überleben, und nicht nur einfach eine persönliche Entscheidung oder Zwang von außen.
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

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