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Thema: Integration und Vorurteile

  1. #31
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Integration und Vorurteile

    BilingualMom - ich auch.
    da bin ich denn auch froh, daß ich bei vielen Vorlieben für Skandinavien und auch die Niederländer (ich mag allein die Sprachen sehr) eben nicht aufgrund irgendwelcher 3-Wochen-Sommerhaus-Stranderfahrung hierhergezogen bin.
    Mir fiel auchauf, daß mich vior nich allzu langer ZTeit jemand mal fragte, als erm ich an der Kasse dennd och als deutsche identifizierte, wielange ich schon hier sei und wie eich es fände, und ich ehrlich sagte:
    naja, so gut und schön wie anderswo auch. Alles hat seine Vorteile und Nachteile.
    DAS wollte die Dame da natürlich SO nicht hören, es rutschte mir so raus,w eil ich auch kenie einseitigen Lobhudeleien auf eni Land mag - es GIBT überall Gutes und Schlechtes, und ich würde manches vermissen, zöge ich hier weg, auf anderes kann ich dan nwieder rech gut verzichten - bei anderem würde mir eben kaum auffallen, wenn es wegfiele.
    Umgekehrt war das bei mir und Dtld. aber genauso.

    Aber ich bin eben nicht so eine Toursitenaswanderung.
    Die Dänen, die man dann trifft, haben meistens auch frei oder verdienen an eniem, natürilch sind die anders als wenn sie ihren hektischen Alltag haben.
    Wobei sie dann auch nicht unfreundlich oder höchmütig sind - das ist alles viel, viel subtiler und kommt genau dann zum Vorschein, wenn viele glauben, daß die Probleme verschwinden:
    Wenn man die Sprache (und damit Gepflogenheiten) besser kennt und versteht.

    Ja,Falaffel, auch von hier aus nochmal "Frohe Ostern" ich singe morgen mit dem Kirchenchor zum Gottesdienst _ das ist ein schöner Auftakt für das fröhlichere Ostern, denn die 2 traurigeren Tage haben wir nun ja um. (Hier ist Gründonnerstag schon Feiertag,w eshalb halb Dk dann in Flensburg einkaufen ist...)
    Ich habe schon lange die Terrassentür wieder zu - denn so warm es tagsüber ist, so eisig wird es nachts noch - ohne Heizung geht da gar nicht.
    naja, so waren hier früher auch die richtigen Sommer, ich weiß noch, wie ich ins Haus rannte und Socken und Jacke holte, wenn wir abends noch draußen saßen und die Sonne wegging - und wie mein Mann beim ersten Besuch in Süddtld in kurzen Ärmeln rumging, obwohl wir 2 kalte Urlaubswochen hatten, nur Regen, aber er fand es herrlich warm - ja, das verstand ich dann, als ich mit ihm zum ersten DK-Sommerbesuch fuhr...
    Alles ist eben relativ.
    Jetztaber genießen wir das sommerliche Tageswetter, es freut mich für alle,die sonst ja viel arbeiten müssen und im langen Winter die Sonne, ja das Tageslicht lange entbehrt haben.
    In der Karwoche nehmen viele ja frei,weil man eh nur 3 Arbeitstage hat. Und oh Wunder, diesmal haben sogar fast alle Geschäfte geschlossen - das ist wirklich erstaunlich!
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  2. #32
    Gast Gast

    Standard Re: Integration und Vorurteile

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Hast Du vor Deinem Umzug nach F allein oder auch noch bei den Eltern gelebt?
    Dann hast Du eben keine eigenständige, schon gar nicht mal jahrelange "deutsche" Machart verinnerlicht, ich kann Dir das gut nachfühlen.
    Bei mir ist das anders - ich habe wie erwähnt immer noch länger in Dtld. als in DK gelebt, auch wenn sich das natürlich annähert, und daher habe ich auch hier meinen Haushalt, mein Leben, recht deutsch geführt - natürlich mit vielen dänischen Einflüssen, die sicher in Dtld. auffielen, müßte/wollte ich wieder dort leben.
    Viel öfter kommen wir inzwischen auch nicht dorthin, es gibt auch nur noch eine alte Tante, aber eben Freundinnen über die halbe BRD verstreut - aber auch sie bedeuten eben Bindung.
    Für mich ist Heimat eben eher mit Sprache, Kultur und Geschichte verbunden - und da schlägt mein Herz einfach sehr deutsch.
    Ich habe im Juni Abi gemacht u bin im September nach Frankrrich
    war also praktisch noch ein Schul »kind »

  3. #33
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Integration und Vorurteile

    Dann ist ja klar, daß Du alle "Regeln, Routinen, Gebräuche ..." weitgehend von F übernommen hast, bzw. leichter eben.
    Menie Cousine ging genauso nach England - das ist irgendwie anders...
    Was einmal mehr zeigt,daß "Auswandern " nicht gleich "Auswandern" ist... auch nicht heute-
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  4. #34
    Gast Gast

    Standard Re: Integration und Vorurteile

    Bei meinen Kindern ist es gemischt...
    Tochter (19) hat Abi bac gemacht, ist jetzt im 2. Jahr der Prépa littéraire (mit deutsch)
    sie spricht perfekt deutsch fast ohne Akzent und ich koennte mir sogar vorstellen dass sie irgendwann mal in D lebt..
    Sohn (14) ist auf einem internat Collège und bat 10 Stunden deutsch pro Woche
    er antwortet mir immer (!) auf frz und ist einer der schlechtesten im Deutschunterricht
    jetzt kommt er auf das normale lycée und wird deutsch zwar immer noch als LV1 haben aber viel weniger Stunden pro Woche
    ich hoffe dass er in der neuen Schule bessere Ergebnisse haben wird denn er versteht deutsch u spricht auch etwas

    Zitat Zitat von choupette Beitrag anzeigen
    Ich lebe inzwischen auch schon länger in F als damals in D und habe meine jungen Erwachsenenjahre fast ausschliesslich in F verbracht, was mich sicher sehr geprägt hat.
    Trotzdem ist mein Bezug zu D noch viel stärker als bei dir, Kicki.
    Ich habe allerdings auch noch meine Familie (Eltern und Geschwister) dort und wir fahren eigentlich regelmässig etwa alle zwei, drei Monate für eine Woche zu meinen Eltern.
    Ausserdem habe ich natürlich auch beruflich - als Sprach"lehrerin" - viel mehr Kontakt zu D und vor allem der deutschen Sprache und Kultur.
    Auch wenn ich inzwischen sehr gut in die frz. Gesellschaft integriert bin und mich auch sprachlich dort heimisch fühle, "kultiviere" ich in einer gewissen Form meine deutschen Ursprünge ja irgendwie auch ganz bewusst.
    Gerade der kulturelle Teil ist mir da bislang noch sehr wichtig, vielleicht nimmt das später ab, wenn die Kinder dann mal aus dem Haus sind, aber ich fördere bislang diese Doppelkultur, denn ich finde schon, dass es einen (positiven) Unterschied macht, eine deutsche Mutter zu haben und nicht "rein französisch" aufzuwachsen.

    Wie sich das langfristig auf die Kinder auswirkt bleibt abzuwarten - ich würde mich zumindest freuen, wenn die Kinder ihren deutschen "Anteil" später zumindest teilweise auch ihren Kinder weitergeben könnten...

    Unser Teeniesohn steht jetzt gerade vor einer grossen Entscheidung, was die (berufliche/schulische) Zukunft angeht.
    Nach dem Schuljahr, steht im Herbst der Wechsel auf die Oberstufe bevor, was in F zwangsläufig einen Schulwechsel bedeutet.
    Er würde gern eine Berufsschule der Compagnons du tour de France besuchen und dort eine Ausbildung als Kunstschreiner machen (ébéniste) - falls er da eine Stelle bekommt, gibt es dort dann gar keinen Deutschunterricht mehr. Seit vier Jahren besucht er im College eine zweisprachige Klasse, in der Englisch und Deutsch parallel als erste Fremdsprachen unterrichtet werden.

    Wenn er an dieser Schule jedoch keinen Platz bekommt, es gibt viele Bewerber für sehr wenige Plätze und ein Auswahlverfahren - wäre die nächste Alternative ein Gymnasium mit Schwerpunkt Abi-Bac, sprich sehr intensiver Deutschunterricht mit doppeltem Abschluss...

    Sprachlich gesehen sind diese beiden Optionen also leider extrem gegensätzlich... entweder gar kein Deutsch mehr oder sehr intensiv...

    Ich hoffe aber, dass so oder so das "Deutsche" in ihm seit knapp 15 Jahren so ausgeprägt ist, dass es auch ohne Sprachunterricht nicht ganz verloren ginge...

  5. #35
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Integration und Vorurteile

    Tja, Kinder sind verschieden..
    Bei uns ist der "deutscheste" ja inzwischen nach DE abgeschwirrt und stellt fest, dass er in manchem doch recht orientalisch ist...

    Dk-Ursel, so antworte ich auch immer wenn mich wer fragt, in welchem Land es besser ist.

    Es gibt hier ein paar Dänen, die zu einer Gruppe jüdischer Christen gehört die meinen, unbedingt im "Heiligen Land" leben zu müssen. Die müssen allerdings sehrsehr viel Idealismus zum Auswandern mitbringen!

  6. #36
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Integration und Vorurteile

    Ja, das glaube ich.
    Viele der Dänen, die ich durch eine dänische Mehrsprachenliste vor vielen Jahren "kennenlernten", gaben auch zu, daß sie erst in ihrem Auslandleben merkten, wie eingeengt die dänsiche Sicht der Dinge denn doch oft war/ist - und wie kleinlich Dänen dann eben an ihrem festhalten.
    Was ich verstehe (auch wenn ich das in Dtld. dann besser finde): Als kleines Land haben sie ebendie Erfahrung gemacht, aß sie zusammenhalten müssen,w enn ein großer Feind sie angreift.

    Ja,schrieb ich gestern noch,daß nun die 2 fröhlicheren Ostertage (eigentlich ja auchd ie richtigen OSTER-tage kommen, so ist das heute anders:
    Gestern der Anschlag hat uns ja alle entsetzt, aber jetzt wissen wir eben auch,daß der Chef meiner Tochter dabei 3 seiner Kinder verloren hat, es sind die einzigen dänischen Todesopfer.
    Das ist so herzzerreißend, daß uns heute morgen ganz schlecht war - obwohl wir ja nicht mit den Leuten bekannt sind, außer daß Tochter eben eine Etage unter ihm sitzt und mit vielen hundert anderen arbeitet...
    Aber da rückt der Terror eben einiges näher.
    Und allein die Vorstellung, drei Kinder mit einem Wimpernschlag zu verlieren, ist für mich unvorstellbar - das ist einfach zu traurig.
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
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