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Thema: Sprachvergleich

  1. #11
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sprachvergleich

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Eher weniger, denn unter „hinterland“ versteht man eher das provinzielle, etwas weiter gefasste Umland einer Stadt. Während das Outback sich speziell und ausschließlich auf Australien bezieht, und es typisch fürs Outback ist, dass es eben keine Städte gibt.

    Ich finde es interessant, dass ausgerechnet Englisch, das ja von Haus aus ungefähr doppelt so viele Wörter hat wie das Deutsche, sich Ausdrücke wie Weltschmerz, Angst und Hinterland aus dem Deutschen borgt.

    Ich benutze beides täglich und finde, dass das Englische für fast alles wunderbar treffendes Vokabular hat, während wir uns im Deutschen über Grammatik sehr präzise ausdrücken können. Gerade da liegt wahrscheinlich auch die Hauptschwierigkeit, die viele englische Muttersprachler beim Deutschlernen haben.
    Ja, ich war da auch etwas unsicher, und das mit Hinterland ist mir nicht so geläufig. Ich hab es nicht so oft gehört. Aber dann wohne ich im Hinterland von Stockholm.

    Naja, jede Sprache hat wohl so ihre Spezialwörter die praktisch sind, aber die man vielleicht in anderen Sprachen ganz vergessen hat, d.h. die man nie gebraucht hat, obwohl es etwas schwieriger ist, drum rum zu erklären.

    Typisches Beispiel: Das englische "pretend to do something" gibt es auch im Schwedischen, aber nicht wirklich im Deutschen. "So tun als ob" ist ja kein Wort oder Ausdruck, sondern mehr eine Umschreibung. Da fehlt echt ein Wort im Deutschen. Und so haben eben auch andere Sprachen - auch das Englische - manche Wörter vergessen zu schaffen.

    Und es heisst, dass die Eskimos viele verschiedene Wörter für "Schnee" haben. Im Schwedischen hat man verschiedene Wörter für Oma und Opa väterlicherseits und mütterlicherseits, auch für die Onkel und Tanten. Ich glaube im Arabischen auch? Das ist zwar einerseits deutlicher, aber ich finde es doch mehr verwirrend. Falls ich mal von Tochter und von meinen Söhnen Enkelkinder bekomme, dann bin ich "farmor" UND "mormor". Da muss erstens ich den Überblick behalten, was ich gerade bin, und zweitens muss es doch für Kinder verwirrend sein. Aber die finden das vielleicht nicht so merkwürdig wie ich.

  2. #12
    .PMS. ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Sprachvergleich

    Zitat Zitat von Fairie Beitrag anzeigen
    (...)

    Und es heisst, dass die Eskimos viele verschiedene Wörter für "Schnee" haben. Im Schwedischen hat man verschiedene Wörter für Oma und Opa väterlicherseits und mütterlicherseits, auch für die Onkel und Tanten. Ich glaube im Arabischen auch? Das ist zwar einerseits deutlicher, aber ich finde es doch mehr verwirrend. Falls ich mal von Tochter und von meinen Söhnen Enkelkinder bekomme, dann bin ich "farmor" UND "mormor". Da muss erstens ich den Überblick behalten, was ich gerade bin, und zweitens muss es doch für Kinder verwirrend sein. Aber die finden das vielleicht nicht so merkwürdig wie ich.
    Chinesisch. Kleiner Bruder, grosser Bruder, Frau vom kleinen Bruder des Vaters, Cousin klein, Cousine gross.....

  3. #13
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sprachvergleich

    So in etwa funktioniert das im Arabischen auch: Onkel mütterlicherseits, Tochter der Tante väterlicherseits usw....
    Ich bin "die Frau des Onkels väterlicherseits" für meine Nichten und Neffen hier, die wiederum die "die Kinder des Bruders meines Mannes" sind und für meine eine Schwägerin bin ich "die Frau meines Bruders", während die angeheirateten Schwägerinnen/Schwager sich mit einem eigenen Begriff benennen. An sich ist dad Ganze sehr eindeutig und "ordnend", aber ich tinde es etwas diskriminierend.
    Im Deutschunterricht (oder früher Englisch) lasse ich beim Thema "Familie" dann jeweils alle Onkels, Tanten und v.a. Cousins/Cousinen zusammen rechnen und wiederhole damit die Zahlen. Das sorgt immer für Freude, da sich plötzlch alle über die Größe ihrer Verwandschaft wundern. Neulich ist jemand auf über 40 Vettern und Kusinen gekommen.

  4. #14
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sprachvergleich

    Fairie, sehr interessant, was Du schreibst --- und ganz sicher gibt es in jeder Sprache Wörter oder Redewendungen,d ie besser als in einer anderen ausdrücken,was man meint.
    Aber "to pretend to do s.th" - findest Du "vorgeben, etwas zu tun" falsch?
    Ich finde auch "so tun als ob... (ich etwas tue) " nicht als große Umschreibung, sondern durchaus ziemlich wortgerecht. Manches ist eben "underforstået" (auch so ein Wort? -- also "unterverstanden", sowas wie stillschweigend vorausgesetzt...

    Bei uns gibt es diese komplizierten Verwandtschaftsbezeichnungen ja auch, aber i nder Tat finden Kinder das wohl schnell raus und Dänen finden es eher verwirrend, daß man eben NBICHT unterscheidet oder umständlicher fragen muß: väterlich- oder mütterlicherseits?
    Bei uns bestand übrigens die Großmutter meines Mannes, die praktischerweise nur Söhne hatte und somit immer "farmor" gewesen wäre, darauf, "bedstemor", aber lieber noch abgekürzt "bedste" genannt zu werden.
    ich wußte anfangs nicht, ob ich das nicht doch diskriminierend mir gegenüber mir finde, aber letztendlich ist es eben auch ein normales Wort für Großmutter hier.
    Hier heißen "Mutter" und "Vater" ja nichts in der Koseform, was ich SEHR mag!"!! und meine Kinder wußten anfangs nie, wer gemeint war, wenn in Dtld. jemand tröstete: "Mama kommt gleich." Da ich sowieso nioe Mama heißen wollte - wie meine Mutter übrigens auch nicht, kommt mir DK da sehr entgegen!!!
    Unsere alte Tante im Pflegeheim ist für meinen Mann und somit auch uns "Moster", also Tante mütterlicherseits (weil Schwester seiner Mutter), für die Cousine meines Mannes ist sie "Faster", (weil sie die Schwester ihres Vaters ist).
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  5. #15
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sprachvergleich

    ja, genau - aber das weiß eben auch nicht jeder.
    Und das immerhin ist jetzt ein bißchen versöhnlich in einem Projekt, das sich Senioren gewünscht haben: Übersetzen.
    Sprache lernen sie damit zwar nicht, wohl aberdie Sprache eines Verfassers und die Arbeit eines Übersetzers mehr zu schätzen.
    Und das ist ja auch schon viel.

    das mit dem lachen ist ja auch so:
    Ich erinnere mich gut, daß ich mal eine dän. Bekannte, die lange in Dtld. gelebt hatte, mit in "Good bye Lenin nahm, der damals gerade rauskam. Natürlich mit dän. Untertiteln.
    Als wir aus dem Kino gingen, fragte sie mich, ob mir auch aufgefallen sei, daß die Dänen an ganz anderen Stellen lachten als wir beide. Ja. Was natürich oftauch daran lag, daß sie DDR-Verhältnisse nicht gut kannten udn kennen:
    Daß jemand dort hjahrelang auf ein Mutter warten mußte und die mutter sich daher sehr wundert und der Sohn sich windet, weil die nach ihrem Erwachen aus der Ohnmacht plötzlich einen Trabbi fahren, das hat keiner von den übrigen Dänen kapiert.
    Und als meine dt. Freundin hier den Film von Til Schwaiger "Honig im Kopf" für ihr Kino auslieh und der mit engl. Untertiteln versehen war, fiel dem zu 50% dt. Publikum eben auch auf, daß die Übersetzung gar nicht jeden Gag einfangen konnte.
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  6. #16
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sprachvergleich

    Zitat Zitat von .PMS. Beitrag anzeigen
    Chinesisch. Kleiner Bruder, grosser Bruder, Frau vom kleinen Bruder des Vaters, Cousin klein, Cousine gross.....
    Ist das so? Das Einzige, was ich an Merkwürdigkeiten über Chinesisch gehört habe, ist dass es keine Wörter für "ja" und "nein" gibt. Man wundert sich natürlich, wenn man so etwas hört, aber irgendwer hat mir gesagt, dass man dann einfach sagt "ich will" oder "ich will nicht", oder "ich kann" oder "ich kann nicht" - und mit den meisten oder allen anderen Verben genauso. Sicher, so kann man das auch machen. Ich dachte gleich an das englische "yes, I do" usw.

  7. #17
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sprachvergleich

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    So in etwa funktioniert das im Arabischen auch: Onkel mütterlicherseits, Tochter der Tante väterlicherseits usw....
    Ich bin "die Frau des Onkels väterlicherseits" für meine Nichten und Neffen hier, die wiederum die "die Kinder des Bruders meines Mannes" sind und für meine eine Schwägerin bin ich "die Frau meines Bruders", während die angeheirateten Schwägerinnen/Schwager sich mit einem eigenen Begriff benennen. An sich ist dad Ganze sehr eindeutig und "ordnend", aber ich tinde es etwas diskriminierend.
    Im Deutschunterricht (oder früher Englisch) lasse ich beim Thema "Familie" dann jeweils alle Onkels, Tanten und v.a. Cousins/Cousinen zusammen rechnen und wiederhole damit die Zahlen. Das sorgt immer für Freude, da sich plötzlch alle über die Größe ihrer Verwandschaft wundern. Neulich ist jemand auf über 40 Vettern und Kusinen gekommen.
    Das funktioniert nur bei euch! Hier haben die Leute nicht so viele Verwandte.

  8. #18
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sprachvergleich

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Fairie, sehr interessant, was Du schreibst --- und ganz sicher gibt es in jeder Sprache Wörter oder Redewendungen,d ie besser als in einer anderen ausdrücken,was man meint.
    Aber "to pretend to do s.th" - findest Du "vorgeben, etwas zu tun" falsch?
    Ich finde auch "so tun als ob... (ich etwas tue) " nicht als große Umschreibung, sondern durchaus ziemlich wortgerecht. Manches ist eben "underforstået" (auch so ein Wort? -- also "unterverstanden", sowas wie stillschweigend vorausgesetzt...

    Bei uns gibt es diese komplizierten Verwandtschaftsbezeichnungen ja auch, aber i nder Tat finden Kinder das wohl schnell raus und Dänen finden es eher verwirrend, daß man eben NBICHT unterscheidet oder umständlicher fragen muß: väterlich- oder mütterlicherseits?
    Bei uns bestand übrigens die Großmutter meines Mannes, die praktischerweise nur Söhne hatte und somit immer "farmor" gewesen wäre, darauf, "bedstemor", aber lieber noch abgekürzt "bedste" genannt zu werden.
    ich wußte anfangs nicht, ob ich das nicht doch diskriminierend mir gegenüber mir finde, aber letztendlich ist es eben auch ein normales Wort für Großmutter hier.
    Hier heißen "Mutter" und "Vater" ja nichts in der Koseform, was ich SEHR mag!"!! und meine Kinder wußten anfangs nie, wer gemeint war, wenn in Dtld. jemand tröstete: "Mama kommt gleich." Da ich sowieso nioe Mama heißen wollte - wie meine Mutter übrigens auch nicht, kommt mir DK da sehr entgegen!!!
    Unsere alte Tante im Pflegeheim ist für meinen Mann und somit auch uns "Moster", also Tante mütterlicherseits (weil Schwester seiner Mutter), für die Cousine meines Mannes ist sie "Faster", (weil sie die Schwester ihres Vaters ist).
    Das mit "vorgeben etwas zu tun" finde ich so furchtbar umständlich. Klar, korrekt ist es, und wenn du ein Buch übersetzt, kannst du das natürlich gebrauchen. Aber stell dir vor in einem alltäglichen Gespräch, vielleicht noch mit kleineren Kindern - da ist das kaum anwendbar. Oder in zusammengesetzen Ausdrücken. Auch im Schwedischen ist das so gebräuchlich, heisst "låtsas", und da spricht man von låtsas- Freunden oder låtsas-Vater (Stiefvater oder Freund der Mutter), und da hat man ja im Deutschen kein einzelnes Wort, was man da anwenden könnte.

    Ja, ich hab das auch mal gehört mit "bedstemor". Aber im Schwedischen ist das nicht üblich. Keine Koseform für Mutter und Vater? Also kein Mama und Papa? Oder wie meinst du? In Schweden sagt man immer "mein Papa" oder "meine Mama", statt mein Vater und meine Mutter. Facebook hat das offensichtlich wörtlich so übersetzt, weil ich von englisch-sprachigen Freunden besonders verständnisvolles Feedback bekam, weil mein "daddy" gestorben war. Die verstanden nicht, dass man halt so sagt in Schweden.

  9. #19
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Sprachvergleich

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    ja, genau - aber das weiß eben auch nicht jeder.
    Und das immerhin ist jetzt ein bißchen versöhnlich in einem Projekt, das sich Senioren gewünscht haben: Übersetzen.
    Sprache lernen sie damit zwar nicht, wohl aberdie Sprache eines Verfassers und die Arbeit eines Übersetzers mehr zu schätzen.
    Und das ist ja auch schon viel.

    das mit dem lachen ist ja auch so:
    Ich erinnere mich gut, daß ich mal eine dän. Bekannte, die lange in Dtld. gelebt hatte, mit in "Good bye Lenin nahm, der damals gerade rauskam. Natürlich mit dän. Untertiteln.
    Als wir aus dem Kino gingen, fragte sie mich, ob mir auch aufgefallen sei, daß die Dänen an ganz anderen Stellen lachten als wir beide. Ja. Was natürich oftauch daran lag, daß sie DDR-Verhältnisse nicht gut kannten udn kennen:
    Daß jemand dort hjahrelang auf ein Mutter warten mußte und die mutter sich daher sehr wundert und der Sohn sich windet, weil die nach ihrem Erwachen aus der Ohnmacht plötzlich einen Trabbi fahren, das hat keiner von den übrigen Dänen kapiert.
    Und als meine dt. Freundin hier den Film von Til Schwaiger "Honig im Kopf" für ihr Kino auslieh und der mit engl. Untertiteln versehen war, fiel dem zu 50% dt. Publikum eben auch auf, daß die Übersetzung gar nicht jeden Gag einfangen konnte.
    Ja, das mit den Verhältnissen in der DDR, das weiss halt nicht jeder. Als ich studierte (Deutsch also, in Schweden), hatten wir einen Lehrer aus der DDR und wir guckten einmal einen Film (weiss nicht mehr genau welchen), wo etwas vorkam, dass jemand von einem Stasi-Agenten angesprochen wurde, also ein Versuch, die Person anzuwerben. Und als wir dann den Film diskutierten, hatten nur ich und ein anderer Deutscher verstanden, dass es sich um Stasi handelte. Alle Schweden hatten das gar nicht kapiert - was den Lehrer nachdenklich machte. Das nächste Mal wird er wohl etwas mehr vorbereiten.

  10. #20
    .PMS. ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Sprachvergleich

    Zitat Zitat von Fairie Beitrag anzeigen
    Ist das so? Das Einzige, was ich an Merkwürdigkeiten über Chinesisch gehört habe, ist dass es keine Wörter für "ja" und "nein" gibt. Man wundert sich natürlich, wenn man so etwas hört, aber irgendwer hat mir gesagt, dass man dann einfach sagt "ich will" oder "ich will nicht", oder "ich kann" oder "ich kann nicht" - und mit den meisten oder allen anderen Verben genauso. Sicher, so kann man das auch machen. Ich dachte gleich an das englische "yes, I do" usw.
    Ja, die heissen didi, meimei, gege, nainai.... Komplett unmoeglich, sich zu merken, welcher wer ist.
    Wobei unser "Nichte vaeterlicherseits" natuerlich auch ein Killer ist, wenn einer aus ner Sprache mit lauter kurzen Silben kommt.

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