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  1. #11
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Maxie, ich gebe mal nur ein Beispiel, das mir nun gerade einfällt:
    die Regel für ß war vorher auch nicht schwierig:
    Sie knüpfte ja auch an die Doppelkonsoantenregel an, wonach ein dopp. Konsoantden vorhergehendenVokal kurz macht.
    ß kam auch da nach langen Vokalen.
    Es galt jedoch, daß das Doppel-s nicht am End einer Silbe stand,also wurde es da zum ß - daran ist ja nun nichts weltbewegend Schweres.
    das ist schon eine Vereinfachung = Rücksichtnahme auf - ichnenne es jetzt mal so, weil mir auf die Schnelel nichts Besseres einfällt: niedrigeres Niveau.

    Die Regel, daß ß auch nach 2 Vokalen erfolgt, stimmt in Wörtern wie "meistens", "Haus", "Reis" ... z.B. schon wieder nicht.
    daheißt es dann: er ließ seinen Hund laufen.
    Aber: Lies das Buch doch selber!

    Und ja, man hört es nicht, es ist ein scharfes -2 und man muß also den Plural bilden oder schauen,woher das Wort kommt, um aufs "s" zu kommen -wie vorher auch, wozu also die Aufstellung einer solchen (oft irreführenden) Regel?

    Aber naja, wie man sieht, kann man dazu gegenteiliger Meinung sein.
    Lehnwörter aus anderen Sprachen mögen für uns, deren Bedeutung wir gut kennen, eine Bereicherung sein. Die Frage ist eben, ob es das auchd ie fürdie ist, die damit etwas völlig "Falsches" verbinden.
    Da wird es dann auch leicht eine unverständliche Begrifflichkeit, wenn sich jeder was Neues (aber leider nicht viel Gemeinsames und schon gar nicht Ursprüngliches, Originales) darunter vorstellt.
    Für mich istes keine Bereiheurng, wenn ich englische (dänische/italienische...) Wörter leihen muß, weil ich mich in einer Sprache nicht ausdrücken kann, die immerhin Weltliteratur hervorgebracht hat, große Psychologen und Theologen, Politilogen, Soziologen uvm.
    Sie alle haben sich auch nicht der englischen Sprache bedient, um sich und ihreTheorien zu erklären. Woraus folgt:
    geht doch!

    Deine Sicht auf die deutsche Sprache mag sicher auch damit zusammenhängen, dass du dich intensiv theoretisch mit ihr beschäftigst, dafür aber nicht mehr so intensiv aktiv im alltäglichen Austausch mit anderen Muttersprachlern. Dass dir dann diese Änderungen sehr viel störender vorkommen, kann ich gut nachvollziehen.

    Aber wird Sprache wird internationaler, gerade in der Wissenschaft. Fremdwörter zu verwenden, war dort schon immer gebräuchlich. Aber auch im Alltag: Im Bairischen haben etliche Alltagswörter ihren Weg aus dem Französischen in den Dialekt gefunden. Die werden doch sicher auch nicht immer korrekt verwendet, geben dem Dialekt aber seine wunderbare Einzigartigkeit.

    Ergänzung dazu: Um Thomas Mann lesen zu können, benötigt man ebenfalls einen großen französischen Wortschatz (nicht nur in der wörtlichen Rede). Und der war damals auch nicht überall in der Bevölkerung so vorhanden, wie er ihn verwendet. Unterschiedliche Gesellschaftsschichten bedienen sich unterschiedlicher Sprache, so entstehen auch unterschiedliche Lehnwörter.

    Ich bin trotz all des Kulturpessimismus der Meinung, dass die deutsche Sprache erhalten bleiben wird. Sie wird sich gerade mündlich weiter verändern, und ja vieles davon gefällt mir auch nicht, insgesamt mache ich mir da aber wenig Sorgen.

  2. #12
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    Sag mal, Ursel, ich krieg sowas ja auch nur aus der Ferne mit, aber ich hab den Eindruck, dass der Gebrauch des Wortes Hygge in Deutschland auch schon wieder nachgelassen hat.

    Auch das gehört ja zur Sprachentwicklung: Wenn was eingeführt wird, das einfach nicht passt oder sich nicht durchsetzt, verschwindet es auch wieder.

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