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  1. #1
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard „Re-importierte Anglizismen“

    Wo wir‘s gerade vom Sprachvergleich haben: Mir fallen in letzter Zeit in deutschsprachigen (!!) Podcasts von Muttersprachlern so merkwürdige Anglizismen auf, die sich auf den ersten Blick wie richtiges Deutsch anhören, aber deutsche Wörter im englischen Sinn verwenden.

    Beispiel: „Ich hab neulich zufällig überhört, wie meine Kollegin am Telefon erzählt hat...“.
    Werde ich alt oder findet ihr auch, dass „überhören“ nichts mit „overhear“ zu tun hat? Wenn ich etwas überhöre, dann bekomme ich etwas nicht mit, was ich sehr wohl hätte hören sollen. Oder?

    Ein anderer Podcastler sagt immer „am Ende des Tages“. Die Amis sagen das auch gerne, wenn sie „letztendlich“ oder „im Endeffekt“ meinen. Aber auf Deutsch ist für mich „am Ende des Tages“ einfach nur Abend.

    Rauschen da moderne Sprachentwicklungen an mir vorbei, oder was meint ihr?
    Ich habe ja fast ausschließlich mit Deutschlernern mit Muttersprache Englisch zu tun, und achte darauf, dass man die Schüler auch dann verstehen können muss, wenn man kein Englisch kann. Zufällig „überhören“ ergäbe da keinen Sinn...
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  2. #2
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Wo wir‘s gerade vom Sprachvergleich haben: Mir fallen in letzter Zeit in deutschsprachigen (!!) Podcasts von Muttersprachlern so merkwürdige Anglizismen auf, die sich auf den ersten Blick wie richtiges Deutsch anhören, aber deutsche Wörter im englischen Sinn verwenden.

    Beispiel: „Ich hab neulich zufällig überhört, wie meine Kollegin am Telefon erzählt hat...“.
    Werde ich alt oder findet ihr auch, dass „überhören“ nichts mit „overhear“ zu tun hat? Wenn ich etwas überhöre, dann bekomme ich etwas nicht mit, was ich sehr wohl hätte hören sollen. Oder?

    Ein anderer Podcastler sagt immer „am Ende des Tages“. Die Amis sagen das auch gerne, wenn sie „letztendlich“ oder „im Endeffekt“ meinen. Aber auf Deutsch ist für mich „am Ende des Tages“ einfach nur Abend.

    Rauschen da moderne Sprachentwicklungen an mir vorbei, oder was meint ihr?
    Ich habe ja fast ausschließlich mit Deutschlernern mit Muttersprache Englisch zu tun, und achte darauf, dass man die Schüler auch dann verstehen können muss, wenn man kein Englisch kann. Zufällig „überhören“ ergäbe da keinen Sinn...
    "Am Ende des Tages" kenn ich schon seit langer Zeit, das finde ich gebräuchlich im Deutschen. Neu und für mich gruselig sind "Ich bin fein damit." oder "Er hat Themen." (von to have issues).

  3. #3
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    Zitat Zitat von Maxie Musterfrau Beitrag anzeigen
    Neu und für mich gruselig sind "Ich bin fein damit." oder "Er hat Themen." (von to have issues).
    Sowas gibt‘s? Das ist ja krass! Noch dazu, wo „fein“ ja nicht gleich „fine“ ist, und „Themen“ nicht gleich „issues“. Soll das cool sein?

    Traurig finde ich daran, dass es meistens Muttersprachler sind, die solche Anleihen an Fremdsprachen nehmen, während sie ihre Muttersprache verflachen lassen.
    Zum Beispiel wenn einem zur Verstärkung oder Steigerung von Adjektiven und Adverbien nur noch dieses infantile „ganz“ einfällt. Erwachsene im reifen Alter finden Sachen „ganz, ganz toll“ oder „echt ganz, ganz schlimm“. Wie Dreijährige...
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  4. #4
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Sowas gibt‘s? Das ist ja krass! Noch dazu, wo „fein“ ja nicht gleich „fine“ ist, und „Themen“ nicht gleich „issues“. Soll das cool sein?

    Traurig finde ich daran, dass es meistens Muttersprachler sind, die solche Anleihen an Fremdsprachen nehmen, während sie ihre Muttersprache verflachen lassen.
    Zum Beispiel wenn einem zur Verstärkung oder Steigerung von Adjektiven und Adverbien nur noch dieses infantile „ganz“ einfällt. Erwachsene im reifen Alter finden Sachen „ganz, ganz toll“ oder „echt ganz, ganz schlimm“. Wie Dreijährige...
    Ich glaube nicht, dass das etwas mit cool oder uncool zu tun hat, sondern vielmehr damit, dass es etliche Leute gibt, die mit so viel Englisch als Umgebungssprache leben, z.B. im Studium, im Job, die englische Bücher lesen und Filme/Serien im englischen Original schauen, dass die Sprachen für sie irgendwie verschmelzen.

  5. #5
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    ich glaube, Sprachinteressierte und -bewußte bekreuzigen sich dauernd.
    Da bei uns in der Scjule SEHR auf gutes Deutsch Wert gelegt wurde und vieles (auch vom Dialekt her - also z.B. watt statt was oder datt statt das) verpönt war, habe ich gelernt, mich gelegentlich durchaus selbst zu beobachten und zu korigieren! (Wichtiger Bestandteil beim Sprachenlernen, also bin ich irgendwie sogar dankbar dafür, daß es damals so streng zuging!)
    Maxie, Deine Beispiele kenne ich auch noch nicht, aber mir fällt auf, daß kaum noch jemand sagt: Ich erinnere mich daran, daß ...
    alle sagen nur noch (und das ist ja wohl auch englische Version): Ich erinnere, daß ...
    Erinnern ggf., sogar mit Akkusativ und nicht enimal reflexiv statt sich erinnern an - das ist ja wohl auch Murks.

    Erinnerst Du die Kirmes von 1090?

    Ich fand neulich sogar in einem Deutschlehrbuch, daß es inzwischen erlaubt sei, in der mündlichen Rede im "weil-Satz" die Wortstellung wie im Hauptsatz zu benutzen - schriftich jedoch nicht.
    (Für mich und meineSchüler habe ich beschlossen: "Weil" leitet weiterhin Nebensätze mit entsprechender Wortstellung eni - wenn die da doch auch noch bei jeder Konjunktion Unterschiede für mündlich/schriftlich lernen sollen, drehen die mir durch.)

    Vom Konjunktiv rede ich gar nicht mehr, ich verstehe selbst noch nicht so genau, wieso das gutealteKOnditional plötzlich Konjunktiv heißt...

    Und ich hasse es,wenn Leute mir dann erzählen, daß Sprache sich nun mal wandele und anpasse und ...- ja, aber wieso eigentlich immer (gefühlt?) nach unten???

    Das dänische Wort "hygge" ist ja nun sogar im Duden nachschlagbar - obwohl ich bezweifele, daß Deutsche es wirklich richtig verstehen. Mit "gemütlich" läßt sich das nun mal nur sehr halbherzig und nicht umfassend richtig übersetzen.
    Abgesehen davon möchte ich auch bezweifeln, daß Süddeutsche damit was anfangen können, aber naja, ist wohl chic.
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  6. #6
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    ich glaube, Sprachinteressierte und -bewußte bekreuzigen sich dauernd.
    Da bei uns in der Scjule SEHR auf gutes Deutsch Wert gelegt wurde und vieles (auch vom Dialekt her - also z.B. watt statt was oder datt statt das) verpönt war, habe ich gelernt, mich gelegentlich durchaus selbst zu beobachten und zu korigieren! (Wichtiger Bestandteil beim Sprachenlernen, also bin ich irgendwie sogar dankbar dafür, daß es damals so streng zuging!)
    Im Schriftlichen klar, aber im Mündlichen finde ich es schön, wenn Dialekt sich nicht unterordnen muss, sondern als gleichberechtigt akzeptiert wird.

    Maxie, Deine Beispiele kenne ich auch noch nicht, aber mir fällt auf, daß kaum noch jemand sagt: Ich erinnere mich daran, daß ...
    alle sagen nur noch (und das ist ja wohl auch englische Version): Ich erinnere, daß ...
    Erinnern ggf., sogar mit Akkusativ und nicht enimal reflexiv statt sich erinnern an - das ist ja wohl auch Murks.

    Erinnerst Du die Kirmes von 1090?
    Das hatten wir vor einiger Zeit im Eltern-raten-Eltern: Dabei handelt es sich wohl um eine in manchen Teilen Deutschland gebräuchliche und dort richtige Form.

    Ich fand neulich sogar in einem Deutschlehrbuch, daß es inzwischen erlaubt sei, in der mündlichen Rede im "weil-Satz" die Wortstellung wie im Hauptsatz zu benutzen - schriftich jedoch nicht.
    (Für mich und meineSchüler habe ich beschlossen: "Weil" leitet weiterhin Nebensätze mit entsprechender Wortstellung eni - wenn die da doch auch noch bei jeder Konjunktion Unterschiede für mündlich/schriftlich lernen sollen, drehen die mir durch.)
    Das ist auch im Mündlichen schon sehr umgangssprachlich, nimmt aber immer mehr zu.

    Vom Konjunktiv rede ich gar nicht mehr, ich verstehe selbst noch nicht so genau, wieso das gutealteKOnditional plötzlich Konjunktiv heißt...
    Denn beherrschten die Leute früher genauso wenig wie heute.

    Und ich hasse es,wenn Leute mir dann erzählen, daß Sprache sich nun mal wandele und anpasse und ...- ja, aber wieso eigentlich immer (gefühlt?) nach unten???
    Ich empfinde das nicht unbedingt als "nach unten". Unsere Sprache wandelt sich. Wir schreiben auch nicht mehr "daß", sondern "dass". Und dies ist tatsächlich in meinen Augen eine nachvollziehbare und richtige Änderungen der Rechtschreibung.

    Das dänische Wort "hygge" ist ja nun sogar im Duden nachschlagbar - obwohl ich bezweifele, daß Deutsche es wirklich richtig verstehen. Mit "gemütlich" läßt sich das nun mal nur sehr halbherzig und nicht umfassend richtig übersetzen.
    Abgesehen davon möchte ich auch bezweifeln, daß Süddeutsche damit was anfangen können, aber naja, ist wohl chic.
    "hygge" les ich seit eingier Zeit auf jeder zweiten Life-Style - oder Einrichtungszeitschrift. Warum sollten Süddeutsche damit dann nicht anfangen können?

  7. #7
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    Hej Maxie!

    Ich kann und will einenText nicht so zerpflücken, daher meine Antwort auf Den als Ganzes:
    Ich finde s gut, wenn es Dialekt gibt, ich finde es nicht gut, wennsich der mit Hochdeutsch (dauernd) vermischt. Ich finde es gut,wenn man Trennungenzieht - ich kionnte keinen Dialekt aus der gegend, wo ich lebte(also Plattdeutsch, was aber eherdemNiederländ. als dem HHer oder Norddeutschen generell gleicht), aber natürlich rutschte einemsowas anfangs doch mal raus, weil man es öfter beiden "Einheimischen" hörte.
    Aber eben: Das sind 2 Paar Schuhe und gehören für michebenso wenig vermischt wie 2 Sprachen.

    Weißt Du, in welchenTeilen das "richtig" ist?
    Gefühl gebräuchlich höre ich es jetzt überall - von deutschen,die ich kenne, aber auch im TV rund durch die Sender.
    Aber richtig ist und war es ja deshalb noch lange nicht (immer).
    Für mich ist das ein absolutes Beispiel für das, wonach Du fragst.

    Was "weil" angeht, wiederholst Du ja quasi meine Aussage, daß das Falsche durch häufigere Anwendung richtig wird, ist es eben nur bedingt nachzuvollziehen und anderswo ja auch nicht "erlaubt".

    Das mit dem Konjunktiv ist eine kühne Behauptung. Er wunde in der Tat in der mündlichenSpracheweniger benutzt, in derLiteratur, von Journalisten udn anderen,die mit Sprachen arbeiten, sich dafür interessierten und eine gewisse Liebe dazu haben,durchaus.
    Ich empfinde es als absoluten Mangel, daß es z.B. im Dänischen kene Konditional- oder Konjunktivformen gibt. dadurch kan es natürlich manchmal zu Verwechselungen kommen, vor allem ist es sicher auch EIN Grund dafür, daß ich die dänische Sprache (Autoren) als langweilig im Vergleich zur deutschen finde.

    Ich empfinde solche Veränderungen meistens als Bewegung nach unten, weil sie sich an bisherigen Fehlern orientiert, also Fehler salonfähig macht (statt den Leuten ordentliches Deutsch beizubringen, krass gesagt).
    Wieso daß mit ss logischer als vorher ist, mußt Du mir mal erklären.
    Zugegeben, ich verweigere privat die RSR, weil ich eben auch da finde, sie ist für die gemacht, die die vorherigen Regeln nicht kapierten und falsch anwendeten, (also wieder: nach unten) und mir gleiten die Finger eben nach sovielen Jahren schnell auf die ß-Taste, da, wo ß (früher) hingehörte.
    Aber auch wenn ich die neuen Regeln meinen Schülern vermittele, sitzen da sogar schon Schlaue, die mir zeigen, daß auch (und gerade?) diese neuen Regeln gar nicht immer passen.
    Das war früher also deutlich einfacher.

    Wären die neue Regel wirklich logisch, hätte sich die Rechtschreibung wohl eklatant verbessert, hat sie aber nicht, wie Studien und Lehrer belagen.

    Und naja, inzwischen liest man denAusdruck eben inden gazetten, von denen die meisten bei gruner und Jahr, also in HH gemacht werden.
    Norddeutsch eben.
    ich finde es trotzdem albern - und oft falsch.
    Aber dafür hattet Ihr ja auchaus dem Englischen schon Beispiele.
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  8. #8
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Ich empfinde solche Veränderungen meistens als Bewegung nach unten, weil sie sich an bisherigen Fehlern orientiert, also Fehler salonfähig macht (statt den Leuten ordentliches Deutsch beizubringen, krass gesagt).
    Diese Veränderungen orientieren sich nicht nur an Fehlern, sondern auch an Kindersprache, wie z. B. das bereits erwähnte „ganz, ganz“, oder die Tatsache, dass Muttersprachler im besten Erwachsenenalter noch von „meine Mama” und „mein Papa“ sprechen.

    Wenn man über den Wortschatz eines Dreijährigen verfügt und keine Verben zur Verfügung hat, macht das auch nix: Man kann ja immer noch was „draufmachen“, „reinmachen“ usw.: „Mach das in deinen Schulranzen und mach sicher, du gibst das deiner Mama oder deinem Papa.“ 🙁
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  9. #9
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Hej Maxie!

    Ich kann und will einenText nicht so zerpflücken, daher meine Antwort auf Den als Ganzes:
    Ich finde s gut, wenn es Dialekt gibt, ich finde es nicht gut, wennsich der mit Hochdeutsch (dauernd) vermischt. Ich finde es gut,wenn man Trennungenzieht - ich kionnte keinen Dialekt aus der gegend, wo ich lebte(also Plattdeutsch, was aber eherdemNiederländ. als dem HHer oder Norddeutschen generell gleicht), aber natürlich rutschte einemsowas anfangs doch mal raus, weil man es öfter beiden "Einheimischen" hörte.
    Aber eben: Das sind 2 Paar Schuhe und gehören für michebenso wenig vermischt wie 2 Sprachen.
    Das mit dem Dialekt sehe ich eben anders, vielleicht auch weil ich als Kind sehr darauf getrimmt wurde, Dialekt so gut wie möglich zu vermeiden. Mittlerweile fühle ich mich im Dialekt wieder sehr, sehr wohl. Ja, mehr noch: daheim.

    Weißt Du, in welchenTeilen das "richtig" ist?
    Keine Ahnung, ich hatte das nur noch vage in Erinnern. Für mich klingt es auch falsch.

    Gefühl gebräuchlich höre ich es jetzt überall - von deutschen,die ich kenne, aber auch im TV rund durch die Sender.
    Aber richtig ist und war es ja deshalb noch lange nicht (immer).
    Für mich ist das ein absolutes Beispiel für das, wonach Du fragst.
    Ein übermäßiger Gebrauch ist mir bislang nicht aufgefallen, ich störe mich aber genau wie du daran.

    Was "weil" angeht, wiederholst Du ja quasi meine Aussage, daß das Falsche durch häufigere Anwendung richtig wird, ist es eben nur bedingt nachzuvollziehen und anderswo ja auch nicht "erlaubt".
    Ja, ich habe deine Aussage bestätigt.

    Das mit dem Konjunktiv ist eine kühne Behauptung. Er wunde in der Tat in der mündlichenSpracheweniger benutzt, in derLiteratur, von Journalisten udn anderen,die mit Sprachen arbeiten, sich dafür interessierten und eine gewisse Liebe dazu haben,durchaus.
    Ich empfinde es als absoluten Mangel, daß es z.B. im Dänischen kene Konditional- oder Konjunktivformen gibt. dadurch kan es natürlich manchmal zu Verwechselungen kommen, vor allem ist es sicher auch EIN Grund dafür, daß ich die dänische Sprache (Autoren) als langweilig im Vergleich zur deutschen finde.
    Möglich.

    Ich empfinde solche Veränderungen meistens als Bewegung nach unten, weil sie sich an bisherigen Fehlern orientiert, also Fehler salonfähig macht (statt den Leuten ordentliches Deutsch beizubringen, krass gesagt).
    Ich empfinde die Aufnahme und das Eindeutschen fremdsprachlicher Begriffe oftmals als eine Bereicherung, v.a. wenn es welche sind, die es so im Deutschen nicht gibt.

    Wieso daß mit ss logischer als vorher ist, mußt Du mir mal erklären.
    Ganz einfach: auf einen kurzen Vokal folgt "ss", auf einen langen "ß". Und zwar ohne die bisherigen Ausnahmen.


    Zugegeben, ich verweigere privat die RSR, weil ich eben auch da finde, sie ist für die gemacht, die die vorherigen Regeln nicht kapierten und falsch anwendeten, (also wieder: nach unten) und mir gleiten die Finger eben nach sovielen Jahren schnell auf die ß-Taste, da, wo ß (früher) hingehörte.
    Aber auch wenn ich die neuen Regeln meinen Schülern vermittele, sitzen da sogar schon Schlaue, die mir zeigen, daß auch (und gerade?) diese neuen Regeln gar nicht immer passen.
    Hast du dazu ein paar Beispiele?

    Das war früher also deutlich einfacher.

    Wären die neue Regel wirklich logisch, hätte sich die Rechtschreibung wohl eklatant verbessert, hat sie aber nicht, wie Studien und Lehrer belagen.
    Mit meiner Erfahrung aus jahrelangem Zeitschriftenlektorat deckt sich das nicht unbedingt. Aber ich untersuche ja auch nicht die Rechtschreibfähigkeit, sondern finde die meisten neuen Regeln einfacher (ungewohnt, weil anders gelernt, aber dennoch einfacher).

    Und naja, inzwischen liest man denAusdruck eben inden gazetten, von denen die meisten bei gruner und Jahr, also in HH gemacht werden.
    Norddeutsch eben.
    ich finde es trotzdem albern - und oft falsch.
    Aber dafür hattet Ihr ja auchaus dem Englischen schon Beispiele.
    "etwas erinnern" oder "hygge"? Wenn es um Letzteres geht, verstehe ich immer noch nicht ganz, weshalb das Süddeutschen nicht auch ein Begriff sein sollte.

  10. #10
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: „Re-importierte Anglizismen“

    Maxie, ich gebe mal nur ein Beispiel, das mir nun gerade einfällt:
    die Regel für ß war vorher auch nicht schwierig:
    Sie knüpfte ja auch an die Doppelkonsoantenregel an, wonach ein dopp. Konsoantden vorhergehendenVokal kurz macht.
    ß kam auch da nach langen Vokalen.
    Es galt jedoch, daß das Doppel-s nicht am End einer Silbe stand,also wurde es da zum ß - daran ist ja nun nichts weltbewegend Schweres.
    das ist schon eine Vereinfachung = Rücksichtnahme auf - ichnenne es jetzt mal so, weil mir auf die Schnelel nichts Besseres einfällt: niedrigeres Niveau.

    Die Regel, daß ß auch nach 2 Vokalen erfolgt, stimmt in Wörtern wie "meistens", "Haus", "Reis" ... z.B. schon wieder nicht.
    daheißt es dann: er ließ seinen Hund laufen.
    Aber: Lies das Buch doch selber!

    Und ja, man hört es nicht, es ist ein scharfes -2 und man muß also den Plural bilden oder schauen,woher das Wort kommt, um aufs "s" zu kommen -wie vorher auch, wozu also die Aufstellung einer solchen (oft irreführenden) Regel?

    Aber naja, wie man sieht, kann man dazu gegenteiliger Meinung sein.
    Lehnwörter aus anderen Sprachen mögen für uns, deren Bedeutung wir gut kennen, eine Bereicherung sein. Die Frage ist eben, ob es das auchd ie fürdie ist, die damit etwas völlig "Falsches" verbinden.
    Da wird es dann auch leicht eine unverständliche Begrifflichkeit, wenn sich jeder was Neues (aber leider nicht viel Gemeinsames und schon gar nicht Ursprüngliches, Originales) darunter vorstellt.
    Für mich istes keine Bereiheurng, wenn ich englische (dänische/italienische...) Wörter leihen muß, weil ich mich in einer Sprache nicht ausdrücken kann, die immerhin Weltliteratur hervorgebracht hat, große Psychologen und Theologen, Politilogen, Soziologen uvm.
    Sie alle haben sich auch nicht der englischen Sprache bedient, um sich und ihreTheorien zu erklären. Woraus folgt:
    geht doch!
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

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