Seite 1 von 8 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 72
Like Tree1gefällt dies

Thema: Menthalitätsunterschiede in der Krise

  1. #1
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    15.06.2005
    Beiträge
    2.604

    Standard Menthalitätsunterschiede in der Krise

    Hej allesammen!
    Heute wieder - merke nur ich das oder bilde ich mir was?
    Sind wir Deutschen wirklich eher die, die zaudern und zweifeln und erstmal zu allem, was anders und neu ist, schreien: DAS GEHT GAR NICHT! ??????

    Schon zu Beginn der Krise merkte ich die Unterschiede einmal mehr.
    Ich wundert mich erst ein bißchen, wieso in Schweden das Prinzip der Freiwilligkeit und Solidarität besser klappen sollte als in Dtld. - bei der nächsten Staatsministerrede hier in DK, die ich nur auszugsweise mithörte, merkte ich es gleich:
    Meine dän. Familienangehörigen, aber auch die dän. Prsse, tadelten Mette Frederisksen sehr dafür, daß sie eine Veirtelstunde erstmal hervorhob, wie wichtig weiterhin Hygiene, Abstand etc. sein müßten (wir sprechen von Ende März) und wie wichtig es sei, die Zahlen der Infizierten gering zu halten.
    Dann erst kamen neue Maßnahmen o.ä.
    Ich empfand die Rede oder diese Einleitung gar nicht so schlimm, sie ermahnte, sie sprach eindringlich - ja. Aber die Lage war ja auch ernst, man wollte kein italien, kein Spanien, das begann, sich so abzuzeichnen wie Italien, kein Österreich...

    Bei der nächsten Rede hieß es hier überall: Sie setzt auf Konmtrolle, sie vertraut nicht.
    Hm.

    jetzt kommen Lockerungen, im Prinzip sind sie mit denen in Dtld. vergleichbar, nur haben wir die kleinen Kinder schon in den Institutionen und die Deutschen eher die höhren Klassen.
    Für beides gibt es gute und weniger gute Argumente dafür wie dagegen. das ist also gar nicht mein Punkt.
    Aber nachdem ich in manchem dt. Forum die Rufe und Verzweiflung, auch Empörung darüber lese, daß Familien mit kleinen Kindern am Limit seien, öffnet Dtld. jetzt auch für die KIGAs und unteren Klassen - und es geht alles nicht.
    2-3 Frauen (incl. mir) haben versucht, Lösungen aufzuzeigen (was ja nicht unser Job ist, sondern der der Lehrer/(Pädagogen): Zelte? Container? Routierende Modelle? etc. -
    es kommt JEDESMAL ohne Begründung: Geht nicht.
    Zelt? Wenn da aber ein Baum in dem kleinen Außenareal steht, geht das schon mal nicht.
    Äh ja, wieviele Bäume stehen so unglücklich in vielen KIGAs?
    Container? - Dauert alles zu lange, man muß tausend Formulare ausfüllen - zuletzt mit dem Totschlagargument: wer soll das bezahlen? - abgewürgt.

    Egal, was wir schrieben - die ene aus der freien Wirtschaft . wo sie schon vor Wochen für ihre Mitarb. kreativ dachten, um arbeiten zu können, ich mit Bsp. aus DK, es heißt nur: Geht gar nicht.

    Irgendwie wird mir gerade klar, wieso Dtld. nie in den ersten Reihen der glücklichsten Völker steht. Und DK immer ganz opben:
    Man vertraut sich mehr, man will auch, daß mehr Vertrauen in einen gesetzt wird. Man meckeet, man stöhnt, man klagt - genau wie in Dtld., lustig findet es hier gerade auch niemand, aber man krempelt die Ärmel auf und handelt.
    Gerade ich habe heute auch versucht, aus der Ankündigung: "Du kannst evtl. ab nächste Woche arbeiten, wenn du unter 9 Teilnehmern bleibst und die Sporthalle nimmst" das beste zu machen:
    Kann ich Stühle organisren, habe ich Klappstühle? Kann ich den Unterricht für die nächsten Stunden so machen,daß die nichts mit schreiben müssen/wollen? wie kann ich einen Kurs von über 10 auf eine kleinere Anzahl minieren - Vormittagskurse für die, die dann können? länger in den Sommer rein für die, das wollen etc.
    kein: Geht gar nicht.

    Schon heute Abend zeichnen sich erste Möglichkeiten ab - aber wenn ich gleich so auf stur schalten wüürde, wäre alles schon wieder abgeblasen. Geht natürlich auch.

    Also, daß die Coronakrise am 1.6., vor den Sommerferien, nach den Sommerferien nicht vorbei ist, daß Leben nicht mehr wie früher wird - das sollte doch auch bei Pädagogen und Lehrern angekommen sein.
    Fängt man da erst heute an zu denken, wie es weitergeht?
    Muß es wirklich alles so wie früher sein?
    Habe ich etwa wirklich nur mit den Ausnahmen zu tun, wo wirklich nichts geht - oder ist das typisch deutsch?
    Zwei Thread weiter ging es um den ersten Friseurbesuch - mit Masken. Ging auch, aber nur, weil Friseure wohl nicht gleich schrien: Geht nicht.
    Ist das also gar kein dt. Phänomen, sondern nur ein bürokratisches? Öffentlicher Dienst?
    Wobei: da war ich auch mal, und ich finde BIbliothekare sehr pfiffig und flexibel, auch in Dtld. --- das nahm ich bislang aber auch von Lehrern an...

    Habt Ihr Möglichkeiten zu vergleichen, wie stoisch Eure Länder im Gegensatz zu Dtld. Maßnahmen hinnehmen, umsetzen, akzeptieren?
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  2. #2
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    05.02.2008
    Beiträge
    4.368

    Standard Re: Menthalitätsunterschiede in der Krise

    Ich hab neulich einen guten Spruch gehört, den ich mir ab und zu selber vorsage und anbringe, wenn sich wieder jemand aufregt:

    Our grandparents were called to war. We are asked to stay on the couch.

    Das stellt die Maßstäbe doch eigentlich wieder ganz gut her.
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  3. #3
    Avatar von .PMS.
    .PMS. ist offline Veteran
    Registriert seit
    06.04.2018
    Beiträge
    1.448

    Standard Re: Menthalitätsunterschiede in der Krise

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    (...)

    Habt Ihr Möglichkeiten zu vergleichen, wie stoisch Eure Länder im Gegensatz zu Dtld. Maßnahmen hinnehmen, umsetzen, akzeptieren?
    Also, dass es nach dem 1.6. nicht weitergeht wie vorher, das ist ziemlich sicher weltweit angekommen.

    Ich glaube, man sollte aus dem, was sich in Foren und anderen sozialen Medien abspielt, keine allgemeingueltigen Schlussfolgerungen ziehen. Da treffen sich naturgemaess die mit Mitteilungsdrang, die Anonymitaet verzerrt paar Perspektiven und es bricht sich bisweilen etwas Bahn, was im richtigen Leben nicht raus kann. Das ist ne Parallelrealitaet mit ganz eigenen Mechanismen.

    Ich bin seit Mitte Februar in Deutschland, bin haengengeblieben, als China die Grenzen fuer Auslaender zugemacht hat. Und ich erlebe die Deutschen hier in meinem Mikrokosmos als um gegenseitige Ruecksichtnahme bemueht, von einigen wenigen Einzelfaellen von Besserwisserei mal abgesehen. Klar, es wird viel diskutiert ueber was geht und was nicht geht. Wo man hinhoert, der Virus ist das zentrale Thema, aber ich bin in erster Linie ueberrascht, wie gut alle informiert sind. Die Leute sind natuerlich in voellig unterschiedlichem Mass betroffen. Kleine oder grosse Kinder, Homeoffice ohne finanzielle Verluste vs. Kurzarbeit vs. bedrohte Selbstaendigkeit, die Wohnsituation, leben die Eltern oder Grosseltern noch - ich sehe Reaktionen auf die Einschraenkungen eigentlich nicht als Ausdruck einer bestimmten Mentalitaet, sondern eher als den jeweiligen pesoenlichen Zwaengen geschuldet. Persoenliche Risikobereitschaft spielt auch ne grosse Rolle. Aber das mit "typisch Xland, typisch Yland" faellt mir sowieso immer schwer einzukreisen.

    Was ich allerdings ueberhaupt kein Totschlagargument finde, ist die Frage "Wer soll das bezahlen?". Denn das wird uns alle noch lange beschaeftigen. Wenn das Angebot bei Deinen Deutschstunden nicht die Turnhalle mit unter 9 Leuten sondern ein von Dir zu organsierender Container mit ungeklaerter Finanzierung gewesen waere - ich schaetze, Deine Begeisterung haette sich auch in Grenzen gehalten.

  4. #4
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    15.06.2005
    Beiträge
    2.604

    Standard Re: Menthalitätsunterschiede in der Krise

    Danke für einen Bericht aus dem Land heraus und trotzdem mit internationaler Perspektive.

    ich finde aber durchaus, daß verschiedene Völker verschiedene Menthalitäten haben - die sehe ich sogar auch in meiner eigenen Familie hier - meine Kinder sind deutlich dänischer als ich!
    Manches ist deutlich einfach nur so, weil ich Ursel bin und jemand anderes nicht.
    Denn in jedem Land agiert jeder irgendwie natürlich auch individuell.
    Anderes ist aber auch sehr deutlich von Erziehung, dem Land, der Zeit, der Generation etc. geprägt, in dem/der man aufgewachsen ist - und das betrifft dann ja eben nicht Einzelpersonen allein, sondern bildet einen großen Haufen, nämlich den Großteil der Bevöklkerung.

    Man kann das natürlich als grobe Verallgemeinerung abtun, aber wer will leugnen, daß der 2. Weltkrieg bei den verschiedenen Nationen auch ein unterschiedliches kollektives Gedächtnis und somit Verhalten ausgelöst hat?
    Und wäre es nicht traurig, wenn alle Nationen und Länder und Gesellschaften und Menthalitäten GLEICH wären?
    Es widerspricht ja nicht der Menschenwürde und dem Recht auf gleichwertige Behandlung, wenn man feststellt, daß die Bewohner eines Berglandes anders sind als die an der See - plakativ gesprochen.
    Im Gegenteil: sowas ist doch das, was viele Menschen mindestens reisen, wenn nicht gar umherziehen läßt.
    Das ist doch das Spannende.
    Und betonen wir nicht gerade auch dauernd, daß wir sogar mit unserer Sprache unseren Kindern eben nicht nur Deutsch als "Schulfach" mitgeben, sondern auch ein Stück --- nien, nicht nur Kultur, sondern eben deutsche Kultur im Gegensatz zu der, wo wir wohnen?

    Davon abgesehen aber nochmal danke für Deine "Ein-Sicht".
    Zu Deiner letzten Frage:
    Die bezog sich auf beides - Corona-Krise als auch andere Themen, die man anderen Völkern neidet und die dann mit dem Argument: ist nicht zu bezahlen - abgeschmettert wird, wohlgemerkt nicht vom dt. Finanzminister, sondern von denen, mit denen ich kleines licht rede oder die ich höre.
    Ein Container für meine abends "Hobbykurse" wäre ja außerhalb jeder Proportion.
    Ein Container für eine Schule mit mehr als 1000 Kindern, die immerhin einen Bildungsauftrag für alle Kinder hat, die Chancengleichheit so gut wie möglich garantieren soll, hat, in einem Land, wo SchulPFLICHT besteht, ist dann doch nicht so ganz vergleichbar, finde ich.

    Im übrigen war bei mir gerade alle Mühe erstmal wieder umsonst: Wir kommen erst in Phase 3 dran..., also nach dem 8. Juni.
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  5. #5
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    15.06.2005
    Beiträge
    2.604

    Standard Re: Menthalitätsunterschiede in der Krise

    BilingualMom, sehr gut, den merke ich mir auch.
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  6. #6
    choupette ist offline Veteran
    Registriert seit
    25.11.2007
    Beiträge
    1.338

    Standard Re: Menthalitätsunterschiede in der Krise

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Ich hab neulich einen guten Spruch gehört, den ich mir ab und zu selber vorsage und anbringe, wenn sich wieder jemand aufregt:

    Our grandparents were called to war. We are asked to stay on the couch.

    Das stellt die Maßstäbe doch eigentlich wieder ganz gut her.
    Tja, da merkt man doch ganz klar die nationalen Unterschiede.
    Der frz Präsident hat ja in seiner ersten Ansprache ans Volk andauernd erklärt " Nous sommes en guerre.... contre le virus"
    Dieses "wir sind im Krieg" um die sehr strengen Einschränkungen zu rechtfertigen, wurde ja im Ausland ziemlich kritisch gesehen.
    Frau Merkel hat in einer ihrer Reden jadann sogar explizit erklärt, dass man in Deutschland nicht im Kriegszustand sei und eher an die Vernunft der Leute appelliert.
    Irgendjemand hatte hier doch geschrieben, dass die Länder, die von Frauen regiert werden, besonnener mit der Krise umgehen, während viele Männer eher große martialische Reden geschwungen haben....
    Da ist glaube ich schon ein bisschen Wahrheit dabei.

    Ausserdem merkt man vielleicht auch, dass Frau Merkel ja eine ausgebildete Naturwissenschaftkerin ist, die eventuell rationaler reagiert.

  7. #7
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    05.02.2008
    Beiträge
    4.368

    Standard Re: Menthalitätsunterschiede in der Krise

    Ursel, wenn du jetzt noch mal Mentalität mit h schreibst, durchbreche ich die Quarantäne und komme nach Dänemark!

  8. #8
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    15.06.2005
    Beiträge
    2.604

    Standard Re: Menthalitätsunterschiede in der Krise

    BilingualMom, ich würd´s soooo gern drauf ankommen lassen, um dann morgen in der Schlagzeile zu lesen:
    BilingualMom durchbrach die Grenzsperren...
    Aber okay, ich gelobe Besserung - wie komme ich darauf???
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  9. #9
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    15.06.2005
    Beiträge
    2.604

    Standard Re: Menthalitätsunterschiede in der Krise

    Hej Choupette1
    Ja, das ist ein guter Input.
    Allerdings haben wir ja auch eine Frau hier in DK, und die Dänen finden weiterhin, gerade erst wieder gelesen, in seriöser Presse und nicht sowas wie Bildzeitung, daß sie viel zuviel ausschimpfe. Auch die Königin wird dabei ähnlich erwähnt !
    Und das sei kurzfristig ein Machtmittel, Leute bei der Stange zu halten, hielte aber eben nicht auf lange Sicht.
    Frage ist:
    Sind die Skandinavier da wirklich ... anders?
    Wie ist das in Spanien/Iatlien mit den Ausgangssperren, wie nehmen die Leute sie hin? (Schwer zu sagen, wenn man keinen treffen darf, ich weiß.)
    Immerhin beklagt meine Tochtrer, daß der ihr so liebgewordene Abstand, den sie auch gern für Zeiten NACH Corona beibehalten würde, jetzt schon wieder wegrutscht: in der Firma sowieso und in der Tat, ich habe bei meinen wenigen Einkäufen auch das Gefühl, man geht sich weniger aus dem Weg... bei unserem Ausflug (Tochter redet von Spaziergängen an manchmal schmalen Radwegen, wo keiner den Gänsemarsch wenigstens dann wählt, wenn jemand auf der Gegenseite entgegenkommt) habe ich gemerkt, daß keiner zur Seite ging - manchmal überlegte ich schon, ob ich mal husten solle...
    Ist das,weil sie aus Trotz gegen die"Bevormundung" wie kleine Kinder das Gegenteil machen vom Gesagten - oder vergessen die Leute das einfach und dann ist es schließlich doch gut, wenn ihnen eindringlich erklärt wird, daß sie sich dran halten müssen, um nicht weitere Lockerungen und Menschenleben zu gefährden.


    Das mit der Sprache und Krieg ist übrigens auch interessant, DA reagieren Deutsche anscheinend sehr empfindlich, denn hierzulande im friedlibeneden DK ist en Fußballspiel IMMER en kamp, man wählt sich senie "Kämpfe" mit Sorgfalt und Bedacht und jetzt schrieb ich eben woanders auf Deutsch,d aß eben jeder an seiner ganz privaten Front wegen Corona kämpft, nicht nur Medizinpersonal und Supermarktangestellte... die ganz sicher großes leisten, aber eben: andere müssen mit deren problemen klarkommen und kämpfen eben gegenEinsamkeit, zuvirel Familie, Existenzangst etc.
    Und ich wurde wie beim Fußball und den KOnflikten wieder vergessert, daß heiße nicht Kampf, nicht Front... man sei ja nicht im Krieg. Ich muß zugeben, da hat die dän. Sprache sich n meine dt. eingeschlichen, wobei ich die Wörter bei Corona bewußt nicht zurücknehme, sondern genau SO empfinde, während es mir ja eigentlich auch besser gefällt, ein Fußballspiel, avor allem der Kinder,als Spiel zu sehen und für die Probleme eben dies oderKOnflikte oder Auseinandersetzungen ... zu sagen.
    Wörtliche Übers. eben manchmal.. Gehirn einschalten hilft natürlich.

    Tja, Macron ist in der Tat zackig, aber wenn ich mir die Luschen in GB und USA oder Rußland ansehe, dann wurde da erstmal die halbe Bevökerung infizietrr bevor man den Ernst der lage überhaupt einsah.
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  10. #10
    choupette ist offline Veteran
    Registriert seit
    25.11.2007
    Beiträge
    1.338

    Standard Re: Menthalitätsunterschiede in der Krise

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen

    Das mit der Sprache und Krieg ist übrigens auch interessant, DA reagieren Deutsche anscheinend sehr empfindlich, ...

    Tja, Macron ist in der Tat zackig, aber wenn ich mir die Luschen in GB und USA oder Rußland ansehe, dann wurde da erstmal die halbe Bevökerung infizietrr bevor man den Ernst der lage überhaupt einsah.
    Ja, das sind die Franzosen wohl doch etwas abgehärteter oder unbedarfter als die Deutschen.
    Davon abgesehen ist ja auch die Marseillaise sehr blutrünstig.
    Die Franzosen haben einerseits ihrer Monarchie die Köpfe abgeschlagen und andererseits hat der Staatspräsident auch heute noch monarchische Allüren...
    Das Kriegsvokabular hat Macron aber glaube ich wirklich nur in der allerersten Rede so massiv benutzt.

    Mein Monsieur, mit dem ich sonst freitags einen Konversatiknskurs habe, meinte immer, die Franzosen wollen in einer Krise einen starken Mann, a la Napoleon oder Charles de Gaulle...
    Ausserdem brauchte es eventuell auch so massive Massnahmen hier, damit die sehr freiheitsliebenden Franzosen sich tatsächlich an die Einschränkungen halten?!
    Denn im Allgemeinen versucht man ja irgendwelche Regeln, die von oben und aus Paris kommen, gerne zu umgehen.
    Und die Ausgangssperre wurde ja tatsächlich ziemlich ohne Protest geschluckt, obwohl der gemeine Franzose ja sonst gerne auf die Straße geht und protestiert...
    Nun bin ich echt mal gespannt, ob die nach zwei Monaten wiedergewonnene Freiheit die Leute nicht extrem übermütig werden lässt.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •