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Thema: Mal was ganz anderes: „Gern“

  1. #21
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von Sascha Beitrag anzeigen
    Meine Wahrnehmung: bis inklusive 2019 spricht man zweitausendneunzehn. 20-20 eben erst seit 20-20. Also es hieß nie 20-19.
    Danke, das war auch mein Eindruck, aber ich bin halt weg von der „Urquelle“.
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  2. #22
    choupette ist offline Veteran

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von Sascha Beitrag anzeigen
    Meine Wahrnehmung: bis inklusive 2019 spricht man zweitausendneunzehn. 20-20 eben erst seit 20-20. Also es hieß nie 20-19.
    Das empfinde ich genauso.

    Allerdings wird es nun auch manchmal auf Zahlen des letzten Jahrhunderts/Jahrtausends (!) übertragen, sprich 19-89 zum Beispiel.

  3. #23
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Ja, ich stimme Dir voll und ganz zu.
    ich kann mich schon immer bekreuzigen,wenn hierzulande die Dänen oft doch noch die Nase über die schlecht Englisch sprechenden Deutschen rümpfen.
    Da versuche ich, auch anhand der dt. Sprache, ihnen klarzumachen, die sie ja auch alle gelernt haben udn nicht (mehr) beherrschen mangels Anwendung, daß die Deutschen wie die Dänen eben ihr gutes oder nicht so gutes Schulenglisch sprechen, bei den Deutschen ist es (leider) oft weiter nach hinten gerutscht, weil sie es im Alltag weniger anwenden (müssen/können).
    Ich merke das übrigens sogar an mir selber:
    Anggefangen und einige Jahre hindurch haben mein Mann und ich auf Englisch, mit viel englischsprechendem Besuch immer wieder (in Dtld.) und da war Englisch für mich sehr nahe, wenn auch sicher eben gutes Schulenglisch.
    Mit dem Wechsel auf Deutsch zw. meinem Mann und mir und meinem Umzug irgendwann hierher ist Englisch nun die 2. Fremdsprache geworden und nicht mehr die 1., das ist eben Dänisch.
    Wir hatten weniger englischsprechenden Besuch (die Fahrten mit den Kleinkindenr, die inzwischen jeder hatte, fielen weg, also...) --- und ich sehe eben auch bei Filmen mehr dt. als dän. (mit engl. Untertexten).
    Dänisch ist also an die Stelle von Engisch gerückt als 1. Fremdsprache und mein Englisch wirklich eingerostet.
    Nun bin ich eine derer, die ich in den englischen Zeiten mit meinem Mann beinahe verachtete: "ich verstehe alles, aber sag du mal - ich bin so aus der Übung".

    Will also sagen:
    Vermutlich sind Wortschatz und Grammatik bei Dänen und Deutschen ähnlich schlecht (zumal für Dänen das Wort Grammatik samt dessen Inhalt ein böhmisches Dorf ist oder aber ein Horrogespenst).
    Den Dänen ist Englisch nur geläufiger, weil sie es täglich hören/sehen - Filme sind nicht snychronisiert und auch sonst macht man eben viel auf Englisch.

    Unsere engl. Freundin hier jedoch meinte früher schon mal, sie bekreuzige sich innerlich oft, aber natürlich korrigiert niemand was, solange es verständlich ist. Und so bleiben die Fehler --- und die Dänen halten die Nase hoch:
    seht her, wieviel besser wir Englisch können als die Deutschen, für die wir jetzt auch noch Deutsch lernen müssen!
    Völlig unangebrachter Hochmut eben.

    Ja, stimmt, "schlußendlich" gibt es inzwischen auch dauernd...
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  4. #24
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Bist du sicher? Und in welchem Teil Deutschlands lebst du?

    Ich war noch bis 2002 in DE und kenne „zwanzig-zwanzig“ auch noch nicht lange. Mich hat vor kurzem auch erst ein Deutschlernender darauf angesprochen, ob man das jetzt so sagt. Meine Auskunft war, dass das sich inzwischen wohl verbreitet, aber bis vor ein paar Jahren unbekannt war. Ich dachte, vielleicht bietet sich das wegen der Verdopplung der 20 halt aktuell so an.

    Mir ging’s mit dem Thread auch gar nicht darum, was „akzeptabel“ ist, sondern um sprachliche Veränderungen allgemein und wie man sie aus der Ferne wahrnimmt.
    Ich leben in Bayern, hatte aber schon immer viel mit relativ jungen, relativ gut gebildeten Menschen gearbeitet, die z.T. eine ganz eigene Sprachdynamik mitbrachten. Vielleicht habe ich dadurch auch den Wandel schleichend miterlebt.

    Die Frage nach dem, was akzeptabel ist, kam ja auch nicht von dir. Wobei's ja auch immer heißt, dass sich Sprache im Ausland oft ursprünglicher erhält bzw. konservativer funktioniert als im Heimatland.

  5. #25
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Das könnte auch ein importierter Anglizismus sein. Man würde eher von den „Nineteensixties“ als nur von den „Sixties“ reden.

    Ich sag auch nur „die Sechziger Jahre“, was vielleicht auch mit ein bisschen altersbedingter Arroganz zu tun hat
    Ich höre jetzt immer öfter z.B. "die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts".

  6. #26
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Ja, ist es vielleicht auch, aber wenn es offenkundig ist, daß wir über das Jahrhundert reden, das gerade erst vorbei ist, finde ich es albern.
    Interessant, daß das auch aus dem Angelsächsischen rübergeschwappt sen könnte- der Punkt ist ja auch: wer spricht denn so bewußt Englisch, daß er das überträgt und zur Mode macht, seufz?
    In Deutschland???
    Ich kenne das von etlichen jungen Leuten, Anfang/Mitte 20, die Filme und Serien im Original schauen, Bücher auf Englisch lesen, viel Fachliteratur fürs Studium im Original lesen und sich mit Mitstudierenden und Arbeitskollegen z.T. auf Englisch unterhalten. Als ich in dem Alter war, gab's diese Möglichkeiten einfach noch nicht so (bis auf die Fachliteratur).

    Ach ja, mir fällt neuerdings auf,daß sogar in den allerseriösesten Berichten nicht mehr "nichtsdestoweniger", sondern das von uns in der Schulzeit neue "nichtsdestotrotz" verwendet wird. Steht das etwa schon im Duden? Ist das wirklich salonfähig? Das hat man zu meinen dt. Zeiten gerade mal erst erfunden bzw. dann auch mit einem verschmitzten Lächeln gesagt, das andeutete: Ich weiß,so heißt das nicht, aber ich sag´s jetzt mal so.
    Aber jetzt kommt das absolut verrauenswürdig so rüber, als sei das absolut korrekt: nichtsdestotrotz.
    da denke ich manchmal: Die WISSEN gar nicht, daß das eine falsche Redewendung ist...
    Wieso ist das eine falsche Redewendung? In meinem Sprachgebrauch sind das Synonyme, wobei nichtsdestotrotz umgangssprachlicher ist. Sagt auch der Duden. Und wann wurde das erfunden? Vielleicht bin ich dafür zu jung, das ist an mir vorbeigegangen.
    .PMS. gefällt dies

  7. #27
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Es wird eben nicht bewusst und korrekt Englisch gesprochen. Deshalb schleichen Anglizismen sich ja ein - und zwar ohne Rücksicht darauf, ob sie korrekt oder wenigstens sinnvoll sind.
    Sie müssen auch im Bezug auf die Herkunftssprache nicht korrekt und sinnvoll sein, weil sie eben in einer anderen Sprache verwendet werden und darin ihre neue Verwendung erfahren. Genau das ist der Wandel, den moderne Sprachen erleben.

    Z. B. würde man wissen, dass bei einem „Photo Shooting“ tatsächlich scharf geschossen wird. Wenn nur photographiert werden soll, wäre das ein „Photo Shoot“. Die bekannten Beispiele vom Mobbing, Body Bag und Public Viewing lassen sich beliebig fortsetzen.
    Das sind Begriffe, die im Deutschen eine andere Bedeutung erhalten haben. Solche Begriffe bürgern sich meistens auch ein, weil ein griffiger deutscher Begriff fehlt.

    Mein Lieblingsknaller der jüngeren Vergangenheit: „Ich bin fein damit.“
    Das ist einfach nur wortwörtlich und falsch übersetzt. Keine Ahnung, ob sich das halten wird.

    Was das „nichtsdestotrotz“ angeht, hat sich vermutlich ein Witz so in der Sprache verankert, dass er von den meisten gar nicht mehr als Witz erkannt wird.

    Übrigens sind „letztendlich“ und „schließlich“ out und stattdessen zu einem Wort verschmolzen: „schlussendlich“.
    Schlussendlich steht im Duden.

  8. #28
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von Sascha Beitrag anzeigen
    Meine Wahrnehmung: bis inklusive 2019 spricht man zweitausendneunzehn. 20-20 eben erst seit 20-20. Also es hieß nie 20-19.
    Nehm ich tatsächlich etwas anders wahr.

  9. #29
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Naja, nicht alles, was "Fortschritt" ist und Wandel, ist ja nur positiv.
    Und daß der Duden sich da anpaßt, ist verständlich, aber macht manches auch nicht besser.
    Ich finde es verkehrt, jeden Sinn und UNsinn in der Muttersprache mit "naja, Sprache ändert sich eben" zu erklären oder zu entschuldigen.
    Man hat wohl auch das Recht (oder die Pflicht?), sich bewußt und kritisch zu verändern - das tun wir doch auch mit unserem Verhalten - oder?
    Nurweiles modern wird, das eine oder das andere zu tun, muß es noch lange nicht okay oder gar eine Verbesserung sein.
    Ich bin mal gespannt, wie sich die (dt.!) Sprachwissenschaftlerin zur dänischen Sprache in ihrem Vortrag Anfang September verhält...

    Wir haben hier auch schon über "bleiben Sie sicher" oder das berühmte "etwas erinnern " (statt sich an etwas erinnern" gesprochen,alles Dinge,die die die dt. Sprache nicht unbedngt besser machen.
    Wieso sollte eine Anpassung an eine Sprache, die man selber nicht beherrscht, die eigene Muttersprache auch verbessern?

    (Von dem Apostroph bei Genitiven rede ich mal gar nicht, da bekomme ich jedesmal Zustände. Meinen Kursteilnehmern mache das mit "Andreas/Andreas`/Andreas`s Kiosk" klar... und damit, daß das Apostroph auf Deutsch wie auf Dänisch zunächst mal Auslassungszeichen heißt, eben weil wir es da anwenden, wo wir etwas auslassen.
    Was die Engländer / Amerikaner ansonsten damit machen, ist ihre Sprache, nicht unsere!)
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  10. #30
    choupette ist offline Veteran

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von Maxie Musterfrau Beitrag anzeigen
    Nehm ich tatsächlich etwas anders wahr.
    Egal, wann genau es sich in Deutschland nun eingebürgert hat, es ist denke ich mittlerweile so präsent, dass ich es in Zukunft auch bei meinen Studenten durchgehen lassen werde

    Es ist ja zugegebenermassen auch viel einfacher - da kürzer- und prägnanter gerade für Ausländer, die Deutsch lernen.

    Auch wenn ich es selbst mit Sicherheit nicht praktisch anwenden werde, werde ich es als vereinfachte Alternative den Lernenden nun zumindest anbieten.

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