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Thema: Mal was ganz anderes: „Gern“

  1. #31
    choupette ist offline Veteran

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Naja, nicht alles, was "Fortschritt" ist und Wandel, ist ja nur positiv.
    Und dfaß de rDuden sich da anpaßt, ist verständlich, aber macht manches auch nicht besser.

    Wir haben hier auch schon über "bleiben Sie sicher" oder das berühmte "etwas erinnern " (statt sich an etwas erinnern" gesprochen,alles Dinge,die die die dt. Sprache nicht unbedngt besser machen.
    Wieso sollte eine Anpassung an eine Sprache, die man selber nicht beherrscht, die eigene Muttersprache auch verbessern?

    (Von dem Apostroph bei Genitiven rede ich mal gar nicht, da bekomme ich jedesmal Zustände. Meinen Kursteilnehmern mache das mit "Andreas/Andreas`/Andreas`s Kiosk" klar... und damit, daß das Apostroph auf Deutsch wie auf Dänisch zunächst mal Auslassungszeichen heißt, eben weil wir es da anwenden, wo wir etwas auslassen.
    Was die Engländer / Amerikaner ansonsten damit machen, ist ihre Sprache, nicht unsere!)
    Die Sache mit dem "erinnern" ist mir vor ein paar Tagen bei einem der Alles-gesagt-Podcasts der Zeit auch aufgefallen.
    Da sprach Carolin Ehmcke mehrfach von 'das erinnere ich' oder so ähnlich - für mich heisst das "daran erinnere ich mich" .

    Und dass die Deutschen die Geschichte mit dem Angelsächsischen Genitiv (so wird das im Frz für die deutsche Grammatik bezeichnet) immer weniger beherrschen, ist ganz offensichtlich. Das finde ich ziemlich bedauerlich, eben weil es ja an sich so logisch ist...

    Ebenso schade finde ich, dass bei vielen Präpositionen, die eigentlich den Genitiv verlangen inzwischen auch der Dativ toleriert wird: wegen dem schlechten Wetter, klingt einfach nicht so gut wie wegen des Wetters...

    Andererseits verwende ich selbst inzwischen vielleicht auch bereits französisch-beeinflusste Konstruktionen, ohne dass ich mir dessen überhaupt bewusst bin... ?!

    Eine andere Sache, bei der ich mich dann ganz schrecklich alt und reaktionär fühle, ist die Tatsache, dass man inzwischen in deutschen Geschäften ganz selbstverständlich mit einem "Hallo" begrüsst wird.
    Das ist Anfang der 90er Jahre (des 20. Jahrhunderts ), als ich Deutschland verlassen habe, noch undenkbar familiär und unangemessen gewesen, damals sagte man noch "Guten Tag" zu Unbekannten.

  2. #32
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Ach wie nett, daß Du das auch so empfindest!!!
    ich komme mir immer sehr altmodisch vor, wen nich sowas "beanstande".
    "Hallo" ist mir schn vor Jahren in HH in den Läden aufgefallen, jede Verkäuferin sagt "Hallo", gab es zu meiner Zeit in Dtld. auch nur am Telefon.
    Aber ich erinnere mch an meine Schwiegermutter (!!! ), die mir in meinen ersten dänischen Tagen mal sagte "naja, wir "Alten" sagen god dag", aber die jungen Leute sagen alle "hej" (gesprochen hai)" -- nun ja, inzwischen sind wir ja in die Jahre gekommen und haben das "hej" mitgenommen,also sagen jetzt alle "hej", falls die Jugend nicht längst was ganz anderes sagt.
    Allerdings habe ich "hallo" auch nicht aus meinendt. jungen Jahren in Erinnerung - so, wie es jetzt gebraucht wird.

    Ich zucke immer wieder zusammen, wenn Journalistin, Moderatoren, Politiker, also Menschen mit - man sollte doch denken: (Aus-)Bildung und einem Gespür und vielleicht sogar Faible für Sprache "gedenken" mit dem Dativ verwenden.
    Und es werden immer mehr

    Für so etwas ist die Lektüre der Bastian-Sick-Büchlen ja recht gut; mir ist davon zumindest auch in Erinnerung, daß wir da auch altmodisch manchmal unlogisch sind:
    Trotz des schlechten Wetters... -- aber "trotzdem"

    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  3. #33
    choupette ist offline Veteran

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod...

    Ich könnte da übrigens noch ganz passend den Hessischen Genitiv beisteuern

    In der 3. oder 5.(?)Klasse haben wir mal eine reine Grammtikarbeit im Deutschunterricht geschrieben und von der Lehrerin wurde mir damals mein 'hessicher Genetiv' angestrichen: meinem Bruder sein Fahrrad

  4. #34
    Sascha ist offline Urgestein

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von choupette Beitrag anzeigen
    Die Sache mit dem "erinnern" ist mir vor ein paar Tagen bei einem der Alles-gesagt-Podcasts der Zeit auch aufgefallen.
    Da sprach Carolin Ehmcke mehrfach von 'das erinnere ich' oder so ähnlich - für mich heisst das "daran erinnere ich mich" .

    Und dass die Deutschen die Geschichte mit dem Angelsächsischen Genitiv (so wird das im Frz für die deutsche Grammatik bezeichnet) immer weniger beherrschen, ist ganz offensichtlich. Das finde ich ziemlich bedauerlich, eben weil es ja an sich so logisch ist...

    Ebenso schade finde ich, dass bei vielen Präpositionen, die eigentlich den Genitiv verlangen inzwischen auch der Dativ toleriert wird: wegen dem schlechten Wetter, klingt einfach nicht so gut wie wegen des Wetters...

    Andererseits verwende ich selbst inzwischen vielleicht auch bereits französisch-beeinflusste Konstruktionen, ohne dass ich mir dessen überhaupt bewusst bin... ?!

    Eine andere Sache, bei der ich mich dann ganz schrecklich alt und reaktionär fühle, ist die Tatsache, dass man inzwischen in deutschen Geschäften ganz selbstverständlich mit einem "Hallo" begrüsst wird.
    Das ist Anfang der 90er Jahre (des 20. Jahrhunderts ), als ich Deutschland verlassen habe, noch undenkbar familiär und unangemessen gewesen, damals sagte man noch "Guten Tag" zu Unbekannten.
    Dann wird das nicht überall in Deutschland so gewesen sein (fängt damit an, dass man hier nicht Guten Tag sagt *g*, ist aber nicht mein Punkt).
    Sascha
    Most important decisions in life are made between two people in bed
    Billy Bragg

    https://ibb.co/4N203zg

  5. #35
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von Sascha Beitrag anzeigen
    Dann wird das nicht überall in Deutschland so gewesen sein (fängt damit an, dass man hier nicht Guten Tag sagt *g*, ist aber nicht mein Punkt).
    Ich sag heute noch gerne, laut und mit voller Absicht „Grüß Gott!!“ :))
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  6. #36
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von choupette Beitrag anzeigen
    Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod...

    Ich könnte da übrigens noch ganz passend den Hessischen Genitiv beisteuern

    In der 3. oder 5.(?)Klasse haben wir mal eine reine Grammtikarbeit im Deutschunterricht geschrieben und von der Lehrerin wurde mir damals mein 'hessicher Genetiv' angestrichen: meinem Bruder sein Fahrrad
    Ja, der berühmte Zwiebelfisch...
    Fand ich früher mal sehr gut und an vielen Stellen hat der Autor sicher auch nicht unrecht, mittlerweile sehe ich diese Kritik anders und empfinde sie als oberlehrerhaft und reaktionär. Gerade weil ich mich beruflich viel mit Sprache beschäftige, finde ich es belebend, wenn sie sich verändert und Einflüsse annimmt und sie ganz eigen umsetzt.
    Für jemanden, der die Sprache lehrt, mag das anders aussehen. Das verstehe ich schon.

  7. #37
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Naja, nicht alles, was "Fortschritt" ist und Wandel, ist ja nur positiv.
    Und daß der Duden sich da anpaßt, ist verständlich, aber macht manches auch nicht besser.
    Ich finde es verkehrt, jeden Sinn und UNsinn in der Muttersprache mit "naja, Sprache ändert sich eben" zu erklären oder zu entschuldigen.
    Man hat wohl auch das Recht (oder die Pflicht?), sich bewußt und kritisch zu verändern - das tun wir doch auch mit unserem Verhalten - oder?
    Nurweiles modern wird, das eine oder das andere zu tun, muß es noch lange nicht okay oder gar eine Verbesserung sein.
    Ich bin mal gespannt, wie sich die (dt.!) Sprachwissenschaftlerin zur dänischen Sprache in ihrem Vortrag Anfang September verhält...

    Wir haben hier auch schon über "bleiben Sie sicher" oder das berühmte "etwas erinnern " (statt sich an etwas erinnern" gesprochen,alles Dinge,die die die dt. Sprache nicht unbedngt besser machen.
    Wieso sollte eine Anpassung an eine Sprache, die man selber nicht beherrscht, die eigene Muttersprache auch verbessern?

    (Von dem Apostroph bei Genitiven rede ich mal gar nicht, da bekomme ich jedesmal Zustände. Meinen Kursteilnehmern mache das mit "Andreas/Andreas`/Andreas`s Kiosk" klar... und damit, daß das Apostroph auf Deutsch wie auf Dänisch zunächst mal Auslassungszeichen heißt, eben weil wir es da anwenden, wo wir etwas auslassen.
    Was die Engländer / Amerikaner ansonsten damit machen, ist ihre Sprache, nicht unsere!)
    Bei falschen Übersetzungen habe ich dir ja schon recht gegeben. Bei manch anderem erinnerst du mich ein bisschen an die Generation meiner Großeltern, die in jedem "Jugendwort" den Untergang des Abendlandes oder zumindest den der Sprache der Dichter und Denker sah. Bislang schlägt sich die deutsche Sprache eigentlich noch ganz gut. Das, was erhaltenswert ist, wird sicher auch erhalten bleiben.

  8. #38
    BilingualMom ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Zitat Zitat von Maxie Musterfrau Beitrag anzeigen
    Sie müssen auch im Bezug auf die Herkunftssprache nicht korrekt und sinnvoll sein, weil sie eben in einer anderen Sprache verwendet werden und darin ihre neue Verwendung erfahren. Genau das ist der Wandel, den moderne Sprachen erleben.
    Wenn das nur jeder wüsste und sich nicht zu Rückübertragungen ins Englische verleiten ließe. Wie so oft steht das Selbstvertrauen da in keinem günstigen Verhältnis zu den tatsächlichen Englischkenntnissen.

    Dass ihr Handy im Englischen kein Handy ist, weiß auch Oma Ilse - beim „Mobbing“ wird‘s dann schon mysteriöser.

    Ich hab mich schon freiwillig von Übersetzungskunden getrennt, weil sie meinten, es besser zu wissen und meine Arbeit nachträglich verbesserten.

    Ein Kunde ließ sich partout nicht davon überzeugen, dass sein „Personal“ auf Englisch nun mal nicht „personal“ heißt. Der Mann ließ sich tatsächlich Visitenkarten und Briefköpfe mit „Personal Services“ drucken. Ich versuchte vergeblich, ihm klarzumachen, dass „Personal Services“ im Englischen äußerst ominös klingt und sich dahinter vom Callboy bis zum Auftragskiller alles mögliche verbergen könnte, nur keine Personaldienstleistungen.
    Das Wort „Mansplaining“ gab‘s da leider noch nicht...😂
    If at first you don't succeed, failure may be your style.

  9. #39
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    Ich glaube, Du faßt das (uns) zu eniseitig auf.
    Keiner hier leugnet oder sagt dezidiert, daß es schlecht sei, daß und wenn Sprache sich verändert.
    Die Wahrnehmung aber ist eben leider so, daß sie sich dabei meistens nicht veberssert - sie wird simpler, platter und weniger facettenreich - und gerade das liebe ich doch an meiner Muttersprache doch:
    Daß sie ins Detail geht, daß sie eigene Wörter hat und nicht Wörter aus anderen Sprachen leiht, die dann auch noch fehlleitend sind, weil sie eben im Ursprungsland ganz anderes bedeuten etc.

    Ich empfinde Stillstand auch nicht gut, und dies nicht nur bezogen auf Sprache. Wandel und Enticklung sind nötig und natürlich.
    Aber Wund Entwicklung per se als positiv zu sehen, das ist ebenso schlecht wie eben dieser Stillstand.
    Ich finde schon, daß man dabei auch kritisch sein darf und muß.

    Deiner Beurteilung von Bastian Sick jedoch stimme ich zu.
    Ich habe vor längerer Zeit einige seiner Bühgnenshos gesehen und fand sie oberpeinlich.
    Aber ich habe die Bücher gern gelesen und wende bei Fortgeschrittenen Lernenden auch manchen kleinen Artikel an, so zur Auflockerung..
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  10. #40
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Mal was ganz anderes: „Gern“

    ja, klar, die Großeltern sehen immer den Untergang - und die Jugend weiß alles besserIst das typisch deutsch oder überall so?

    Widerspruch ist nicht großelternhaft, nur weil er sich auf konservativere Grundlagen als die eigenen beruft.
    Ich las gerade eine Überschrift inder ZEIT oder FAZ, wo eine junge Frau sich beschwerte, daß sie in einer Diskussion mit ihren ernstzunehmenden Argumenten abgeschmettert wurde:
    "Du bist noch zu jung, du weißt gar nicht wovon du sprichst, dir fehlt eben noch die Erfahrung, komm du erst mal in meine Jahre."
    Na bravo - und andersrum teilst Du dann so aus?

    So kann man aber nicht sachlich diskutieren - man sollte schon die Standpunkte betrachten und dann als solche wahrnehmen - und nicht per se als zugehörig zu Generationen und Altersklassen (und damit auch abwerten - in Deinem wie dem Fall der jungen Frau).

    "Bislang schlägt sich die deutsche Sprache eigentlich noch ganz gut. "
    Worauf beziehst Du das?
    Darauf, daß es noch deutsche Wörter gibt?
    Daß ein gewisser Teil der Gramamtik sogar noch von Deutschen angewendet wird?
    Oder siehst Du das eher im Vergleich zu anderen Sprachen? (Wenn ja, welchen?)

    Eins ist mal sicher:
    Sprache ist ein spannendes Thema, immer wieder!
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

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