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Thema: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

  1. #31
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

    Zitat Zitat von BilingualMom Beitrag anzeigen
    Naja, also hier haben die Experten festgestellt, dass die allermeisten Infektionen in den eigenen vier Wänden passieren. Das ist nun mal der Ort, wo man am ehesten unmaskiert ist.

    An zweiter Stelle kommen Veranstaltungen und an Dritter Reisen. Im Supermarkt, am Arbeitsplatz oder in der Schule steckt sich kaum mehr jemand an. Warum wohl?

    Natürlich bieten die üblichen Masken keinen hundertprozentigen Schutz. Aber überall dort, wo konsequent Masken getragen werden, gibt es weniger Ansteckungen und vor allem weniger schwere Verläufe mit Todesfolge.

    Die Experten haben außerdem festgestellt, dass die Viren sich in der Raumluft noch 14-18 Minuten halten, nachdem ein Infizierter sich dort aufgehalten hat. Natürlich ist Abstand wichtig, aber wenn ich zum Beispiel am Arbeitsplatz auf die Toilette oder in den Kopierraum gehe, weiß ich ja nicht, wer da vor 18 Minuten war, wenn der Raum jetzt leer ist. Klar habe ich da konsequent meine Maske auf.

    Die soll man übrigens auch als Geimpfter weiter tragen, denn man kann trotzdem noch leicht infiziert und ansteckend sein. Das Gleiche gilt, wenn man die Infektion schon überstanden hat. Es gibt seltene, aber durchaus dokumentierte Fälle, in denen jemand innerhalb weniger Monate zweimal relativ schwer erkrankte. Weder überstandene Infektion noch Impfung sind also ein hinreichender Grund, auf Maske zu verzichten.
    Sicher, das hat man hier auch festgestellt. In den eigenen vier Wänden - und hier auch am Arbeitsplatz. Aber wenn man mal nachdenkt - Reisen und Veranstaltungen - klar. Da ist Gedrängel, längere Zeit. Deshalb reisen wir auch nicht, und gehen nicht zu Veranstaltungen, und das Problem ist gelöst. Auf den kürzeren Reisen, d.h. zur Arbeit, scheint sich kaum jemand anzustecken. Und im Supermarkt offensichtlich auch nicht. Also auch in Schweden ohne Maske nicht! In Deutschland muss man gerade in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln Maske tragen.

    Es muss nicht an der Maske liegen. Zu Hause? Ich meine, es liegt eher an den engeren Beziehungen, die man mit anderen Menschen hat. Zu Hause hat man seinen Partner und seine Kinder. Klar kommt man denen näher als Leuten die man im Geschäft oder in der Bahn trifft.

    Wenn du auf der Arbeit in Räume gehen musst, wo vorher eine Menge anderer Leute waren, dann sollte man doch überlegen, ob man das nicht anders organisieren kann. Z.B. eine halbe Stunde Pause dazwischen? Ich würde mich doch lieber drauf verlassen können, dass da eben nichts mehr in der Luft ist, als dass ich mich auf eine Maske verlassen würde. Ich hab heute einige Leute in der Bahn mit Maske gesehen. Alles FFP-1- Masken, manche standen an den Seiten offen. Das kann doch überhaupt nichts bringen?

    Toilette - gut. Bei mir auf der Arbeit sind wir halt 8 Erwachsene und einige Schüler. Und keiner soll krank hier hin kommen. Muss gerade weg, schreibe vielleicht später mehr.

  2. #32
    TexTot ist offline Veteran

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    Standard Re: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

    Ich finde es interesant, dass gerade die Nordeuropaeischen Laender den nutzen von Masken hinterfragen.
    Gut eine Stoffmaske schuetzt vielleicht nicht davor, dass ich mich anstecke aber es haben mehrere Studien gezeigt, dass sie den Virenausstoss bei Leuten die infektiös sind doch um einiges verringern und schaden tun sie auch nicht. Also werde ich weiter meine Maske aufsetzen wenn ich mich im oeffentlichen Raum bewege.
    Hier scheinen die meisten Infektionen wie schon gesagt zu Hause aber auch in Restaurants und Bars zu passieren was ich nicht weiter verwunderlich finde. Viele Leute auf relativ engem Raum ohne Masken, was fuer mich ein weiteres Indiz ist, dass Masken helfen.

  3. #33
    Avatar von MatBau
    MatBau ist offline Member

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    Standard Re: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

    Stoffmasken helfen mit Sicherheit, sonst wären sie untersagt. Und ich verstehe etwa nicht, warum in Österreich Outdoor keine Maskenpflicht herrscht.

  4. #34
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

    Tja, bei uns isnd immer erstmal die größerenStädte (f+r dt. Verhj#ltnisse oft j aimme rnoch Minis) betroffen.
    So wareneben Kopenhagen und ide ganze Regiond rumherum unter den erstenm 30 Gemeinden,die dicht runtergefahrn wurden, erst auf dem 30. Platz kam dann Aarhus!
    Nordsjælland hatte ja vor kurzem ähnlich hohe zahlen,die wurden dann auf die Nerze geschoben,die man (ohne gesetzliche Grundlage) geschlachtet hjat und nun sind die z.B. auf dem 5-letzten Platz des Landes.
    Der Punkt ist aber, daß die Leute auf dem Lande wohnen und in den Städten arbeiten, sie fahren hin und her, auch zu kulturellen Veranstaltungen, zu Ausflügen etc. --- und somit wandert das Virus mit.

    Ich glaube, überall laufen die Regierungen dem Virus notgedrungen hinterher. Vorherschauend agieren (und somit einfach mal striktemang strenge Maßnahmen in Zeiten anordnen, wo es gerade noch gut geht, kommt eben beiden Leuten nicht gut an.
    Wenn die Zahlen gut sind, nehmen die Leute die Gefahr nicht mehr wahr und werden lascher im Verhalten.
    Wenn die Zahlen dann steigen, hat die Politik zu langsam reagiert.
    es ist schon schwer, heute Politik zu machen.
    ich habe gerade ein Interview mit dem Ministerpräsidenten von NRW gesehen, Armin Laschet, der ja auch um den CDU-Vorsitz kämpft, gesehen. Da nervt es, wie er rumeiert.
    Aber andererseits tat er mir fast wieder leid, weil ich auch nicht gewußt hätte,was ich sagen soll bei Fragen wie:
    Haben Sie nicht zu spät reagiert?
    Hätten Sie nicht die Wissenschaftler...?
    Warum haben sie alle auf Weihnachten vertröstet und ziehen jetzt doch plötzlich die Daumenschrauben an?

    Tja, es ist eine schwierige Lage.
    Selbst hartgesottene Coronavorsichtige äußern oft in Nebensätzen, sie wunderten sich mal --- sie wüßten nicht, wie das nun aufzufassen sei, sie verstünden nicht, warum...
    Und das macht eben alles mürbe.

    Naja, ich bin jetzt in den vorgezogenen Weihnachtsferien, habe Zeit für mene Kartenschreiberei nud mehr und sogar schon die Geschenke klar.
    Nur eine Mandelgabe (das kleine Geschenk für den, der eine Mandel im obligatorischen Reisbrei mit Sahne und Mandeln findet) fehlt mir noch. (googelt zur Not mal "ris alamande)
    das früher übliche Marzipanschwein ist erstens aus der Mode und mag hier zweitens eh keiner wirklich.
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  5. #35
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

    Zitat Zitat von MatBau Beitrag anzeigen
    Stoffmasken helfen mit Sicherheit, sonst wären sie untersagt. Und ich verstehe etwa nicht, warum in Österreich Outdoor keine Maskenpflicht herrscht.
    Untersagt? Warum denn das? Die Forschung weiss nicht so genau, ob Masken helfen, deshalb haben wir in Schweden keine Maskenpflicht. Aber die Umstände sind ja auch in allen Ländern unterschiedlich. Daher ist es gar nicht so komisch, dass es unterschiedlich gehandhabt wird. Aber draussen sollte es wirklich nicht notwendig sein, da kann man doch lieber Abstand halten?

    Übrigens würde ich dir empfehlen, lieber FFP-2-Masken zu nehmen als Stoffmasken. Die bringen jedenfalls mehr.

  6. #36
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

    Zitat Zitat von TexTot Beitrag anzeigen
    Ich finde es interesant, dass gerade die Nordeuropaeischen Laender den nutzen von Masken hinterfragen.
    Gut eine Stoffmaske schuetzt vielleicht nicht davor, dass ich mich anstecke aber es haben mehrere Studien gezeigt, dass sie den Virenausstoss bei Leuten die infektiös sind doch um einiges verringern und schaden tun sie auch nicht. Also werde ich weiter meine Maske aufsetzen wenn ich mich im oeffentlichen Raum bewege.
    Hier scheinen die meisten Infektionen wie schon gesagt zu Hause aber auch in Restaurants und Bars zu passieren was ich nicht weiter verwunderlich finde. Viele Leute auf relativ engem Raum ohne Masken, was fuer mich ein weiteres Indiz ist, dass Masken helfen.
    Ich trage wie gesagt trotzdem in manchen Situationen Maske, auch wenn ich nicht sicher bin, ob es etwas bringt. Aber ich glaube vor allem auch, dass es nur natürlich ist, dass nicht alle Länder genau die gleichen Regeln haben. Wir haben unterschiedliche Umstände. Und auch unterschiedliche Mentalität. Es ist schon ein Unterschied, ob man einem Schweden sagt, er soll zwei Meter Abstand halten oder ob man das einem Italiener sagt.

    Und man kann die Dinge auch ein bisschen unterschiedlich angehen, so wie es am besten passt. In Schweden war der neuste Standpunkt von unserer Gesundheitsbehörde der, dass man gesagt, wir sind absolut der Meinung, dass man in Situationen, wo man nicht genug Abstand halten kann, eine Maske benutzt. Aber wir haben bisher noch keine solchen Situationen. Wenn wir die bekommen, dann empfehlen wir auch Masken zu benutzen.

    D.h. man will lieber Abstand halten als Maske benutzen. Sollte es gar nicht gehen, dann wird man doch Maske empfehlen. Im Grunde finde ich es clever gedacht, dass man sich denkt, dass es auf jeden Fall sicherer ist, Abstand zu halten. Natürlich kann man in einer Bar keinen Abstand halten. Daher sollte man nicht hingehen, solange Pandemie ist. In Restaurants - ehrlich gesagt war ich seitdem auch kaum in einem - hat man jeden zweiten Tisch markiert. Dort darf man also dann nicht sitzen. Das ist auch in jedem Hamburger-Restaurant so. Eher da - alle privaten kann man natürlich nicht dauernd kontrollieren. Aber in der Innenstadt wird kontrolliert. Und da werden Restaurants zu gemacht.

    Und an Arbeitsplätzen und in Geschäften wird "umgebaut". Sicher, manchmal sind Geschäfte trotzdem zu voll. Wenn ich das Virus nicht gerade gehabt hätte, würde ich mir noch genauer überlegen, wann ich am besten hingehe. Unsere Experten haben halt auch Sorge, dass die Leute alle anderen Vorsichtsmassnahmen nicht mehr so beachten, wenn sie eine Maske hätten. Also, das Risiko, dass man dann denkt, man kann wieder wie vorher leben, mit Maske.

  7. #37
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

    Zitat Zitat von falaffel Beitrag anzeigen
    Es ist aber schon interessant, dass man bezüglich der Trotzreaktionen der Leute scheinbar in jedem Land und in jeder Kultur das Gleiche beobachtet.
    An sich sollte man doch denken, dass man sich in "distanzierteren" Gesellschaften weniger schwer tut. Aber es geht wohl doch zu sehr um allgemeine menschliche Bedürfnisse.
    Und ich wundere mich auch, dass sich auch dort, wo doch Leute eher weiter entfernt voneinander leben (oder sollte man die Stadt-Land-Verteilung näher betrachten?), das Virus ausbreitet.
    Ich glaube, dass es vor allem deshalb war, dass man bei uns eher milde Massnahmen getroffen hat. Man kann sich vorstellen, dass die Leute dann ausflippen, wenn sie nach einem strikten Lockdown wieder losgelassen werden. Mein Mann sagt - wie die Kühe, die im Frühjahr wieder auf die Weide kommen (er kommt vom Land). Man dachte sich halt - was ist realistisch, auf längere Zeit?

    Ausserdem haben wir ja noch das Problem mit dem Grundgesetz, was gar keine strikten Massnahmen zulassen würde. Aber ich hab das Gefühl, dass ich mal wieder in der Verteidigungsposition bin..... Ich hab die Strategie auch nicht erfunden, und ich weiss auch nicht sicher, was das Beste ist. Aber wir können im Grunde froh sein, dass nicht alle Länder genau das Gleiche machen (wobei Schweden eigentlich nach dem offiziellen europäischen Pandemie-Plan vorgeht, und die anderen Länder etwas anderes machen) - denn dann können wir nachher vergleichen und etwas daraus lernen. Wenn's alle gleich machen, wissen wir ja nicht warum es etwas gebracht hat, oder nicht.

  8. #38
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

    Zitat Zitat von DK-Ursel Beitrag anzeigen
    Tja, bei uns isnd immer erstmal die größerenStädte (f+r dt. Verhj#ltnisse oft j aimme rnoch Minis) betroffen.
    So wareneben Kopenhagen und ide ganze Regiond rumherum unter den erstenm 30 Gemeinden,die dicht runtergefahrn wurden, erst auf dem 30. Platz kam dann Aarhus!
    Nordsjælland hatte ja vor kurzem ähnlich hohe zahlen,die wurden dann auf die Nerze geschoben,die man (ohne gesetzliche Grundlage) geschlachtet hjat und nun sind die z.B. auf dem 5-letzten Platz des Landes.
    Der Punkt ist aber, daß die Leute auf dem Lande wohnen und in den Städten arbeiten, sie fahren hin und her, auch zu kulturellen Veranstaltungen, zu Ausflügen etc. --- und somit wandert das Virus mit.

    Ich glaube, überall laufen die Regierungen dem Virus notgedrungen hinterher. Vorherschauend agieren (und somit einfach mal striktemang strenge Maßnahmen in Zeiten anordnen, wo es gerade noch gut geht, kommt eben beiden Leuten nicht gut an.
    Wenn die Zahlen gut sind, nehmen die Leute die Gefahr nicht mehr wahr und werden lascher im Verhalten.
    Wenn die Zahlen dann steigen, hat die Politik zu langsam reagiert.
    es ist schon schwer, heute Politik zu machen.
    ich habe gerade ein Interview mit dem Ministerpräsidenten von NRW gesehen, Armin Laschet, der ja auch um den CDU-Vorsitz kämpft, gesehen. Da nervt es, wie er rumeiert.
    Aber andererseits tat er mir fast wieder leid, weil ich auch nicht gewußt hätte,was ich sagen soll bei Fragen wie:
    Haben Sie nicht zu spät reagiert?
    Hätten Sie nicht die Wissenschaftler...?
    Warum haben sie alle auf Weihnachten vertröstet und ziehen jetzt doch plötzlich die Daumenschrauben an?

    Tja, es ist eine schwierige Lage.
    Selbst hartgesottene Coronavorsichtige äußern oft in Nebensätzen, sie wunderten sich mal --- sie wüßten nicht, wie das nun aufzufassen sei, sie verstünden nicht, warum...
    Und das macht eben alles mürbe.

    Naja, ich bin jetzt in den vorgezogenen Weihnachtsferien, habe Zeit für mene Kartenschreiberei nud mehr und sogar schon die Geschenke klar.
    Nur eine Mandelgabe (das kleine Geschenk für den, der eine Mandel im obligatorischen Reisbrei mit Sahne und Mandeln findet) fehlt mir noch. (googelt zur Not mal "ris alamande)
    das früher übliche Marzipanschwein ist erstens aus der Mode und mag hier zweitens eh keiner wirklich.
    Genau! Egal, was Politiker oder Experten jetzt machen, sie werden dafür nur Kritik ernten. Was mich hier etwas schockt - ich finde sehr viele Schweden benehmen sich wie Kinder. Sie erwarten, dass die Politiker das alles irgendwie regeln, und wenn es nicht so gut funktioniert, dann haben die Politiker und die Experten alles falsch gemacht. Und ich finde das so unreif und denke: Mein Gott, das ist eine Pandemie! Was hat man erwartet? Dass keiner dran stirbt? Dass man alle Ansteckungen verhindern kann? Dass man alles richtig macht, bei einem neuen Virus? Ich hab doch den Eindruck, von den deutschen (Fernseh)Programmen über Corona, dass man da in Deutschland entspannter ist und es entspannter nimmt, dass man so eine Situation einfach nicht 100 %ig kontrollieren kann.

    Wie ist das denn bei euch? Nun sind ja die Schweden etwas unselbstständiger als die Deutschen, mehr daran gewöhnt, dass der Staat alles ordnet. Andererseits kann es ja auch immer dran liegen, dass nicht alle Menschen so intelligent sind oder so gut informiert, dass sie verstehen, dass man einen neuen Virus nicht entweder verhindern oder schnell ausrotten kann, auch die Experten nicht.

  9. #39
    falaffel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

    Die Israelis sind ja an einiges gewöhnt und hart im Nehmen. Das Coronavirus überfordert sie aber, weil es kein sichtbarer Feind ist, dem man entwederkämpfend oder mit Gasmasken und im Bunker Sitzen begegnen kann. Entsprechend ihren Erfahrungen war man die Sache anfangs noch mit sehr militärischem Vokabular angegangen. Im Krieg kann man aber ein relativ normales Sozialleben führen, es wurden immer Feiern abgehalten, die Leute fühlten sich eher als Gemeinschaft. - Da liegt nun das Problem. Man kann Rudeltieren nicht verbieten, im Rudel zu leben. Ein paar haben es verstanden. Andere Volksgruppen leben nach ihren eigenen Gesetzen und scheren sich darum nicht um das, was die Regierung sagt (und zählen auch nicht auf sie). Anfangs war das Ganze auch noch mehr als jetzt mit politischem Machtgerangel verbunden. Der erste Lockdown kam Nethanjahu sehr zugute. Da sagte selbst Pflegepersonal noch "alles übertrieben" und die Sache wurde eher als kluger Schachzug betrachtet.
    Das zieht sich noch immer durch die letzten Monate. Ohne Corona hätte Bibi sich wohl nicht gehalten. Man demonstriert seit Monaten gegen ihn. - Praktisch natürlich, wenn die Demos dann wegen irgendwelcher Coronaregelungen beschränkt werden können.
    Die Leute hier gehen vielleicht generell weniger als anderswo davon aus, dass die Regierung irgendwas im Griff oder gar unter Kontrolle hat. - Die in meiner Umgebung zumindest.
    Ich habe mich von Anfang an eher an deutschen Nachrichten und wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert.
    Hier war mir alles zu unsachlich, zu politisch, zu sehr für Propaganda missbraucht. Das passiert in vielem und jetzt erst recht.
    Ich habe auch noch den Spruch eines alten Dorbewohners im Ohr, der das alles sehr locker nahm, wörtlich kann ich ihn nicht übersetzen, aber der Sinn war: "Och, wir haben die Staatsgründung und die Kriege überlebt, dann schaffen wir das auch ." - Wenn man zu einer Generation gehört, die aus extremeren Zeiten stammt und deren Leben mehr als einmal auf dem Spiel stand, hat man wohl Recht.

  10. #40
    DK-Ursel ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Die Corona-Maßnahmen in eurem Land

    Letzteres haben auch einige Alte in Dtld. gesagt.
    ich orientiere mich ja auch an meinen beiden Ländern. Manches, naja, vieles ist vergleichbar, wobei das eine Land (Dtld.) eben Föderalismus hat und das andere doch zentral von Kopenhagen aus regiert wird. Und wenn bei uns die Staatsministerin sagt: so ist es, dann ist es so im ganzen Land.
    Allerdings regt sich eben wie in Dtld. Kritik - und lassen wir mal die bekloppten (pardon, aber das sehe ich so) Querdenker außenvor:
    Ich bin ja auch nicht jemand, der kritiklos alles schluckt, also hinterfrage ich auch viele Sachen - sogar die, die ich durchaus mitmache wie Masken tragen etc. (Im Kurs hat mir eine sehr vorsichtige, besorgte Dame, die trotzdem kommt, was ich sehr schätze und ihr anrechne, bestätigt, ichs ei sehr vorsichtig und umsichtig(:
    Aber hier wie in Dtld. regt sich heftige Kritik an der Politik.
    Die Dänen haben von grundauf viel mehr Vertrauen in ihre Regierung und Politiker,. sicher auch aus gutem Grund. Und wenn kritisiert wird, kritisiert man weitaus wenigerdie Maßnahmen als die vorgehensweise der Staatsministerin: Erst nur Kritik durch Parlament und Opposition, man habe erst 1 Std. Informationen zu neuen Beschlüssen bekommen - keine Zeit für Einsprüche und Diskussionen = undemokratisch.
    inzwischen auch von der Bevölkerung. Die Nerzsache, die anscheinend wirklich aufs Grundrecht getrampell hat und wo sich einer dem anderem den Schwarzen Peter zuschiebt, ist nur die Spitze des Eisbergs.
    In Dtld. sind wir mehr gewöhnt, unsere Regierung zu hinterfragen.
    da dort die Länder aber weitgehend autonom entscheiden, was sie - auch entgegen der Bundesregierung-Empfehlung - durchziehen, bildet sich eher ein Bild der Uneinigkeit und Ineffizienz (dadurch) heraus.
    Hierzulandek ommt ja kaum jemand auf die Idee,sich mit Franbkreich, Dtld. oder gar Schweden zu vergleichen, um deren Maßnahmen zu fordenr.
    In Dtld. ist aber leichter zu sagen: Wenn die in Thüringen das können,wieso gilt das dann für uns in Schleswig-Holstein nicht?
    Und man kann dann auch als Bürger fragen: Wieso kann der eine Ministerpräsident das durchsetzen und meiner nicht? Wieso macht der das besser als unserer?
    Inclusive dem normalen Neid: Wenn die noch in die Schule, einkaufen, in Restaurants dürfen - wieso wir dann nicht?
    Man ist hier in DK durchaus auch so weit, nach Regionen zu schauen - so wurden ja die betroffenen Nerzgemeinden konsequent abgedichtet, incl .Einstellung des Busverkehrs - und nun passiert eben genau dasselbe wie in Dtld., , wenn dann auf Sjælland die Zahlen horrend sind (bei den 30 Gemeinden an der Spitze der Skala waren die ersten 29 auf Sjælland - erst die 30. war Aarhus = zweitgrößte Stadt in DK!), wenn das Bild sich dann so abzeichnet, werden wie in Dtld. eben die Rufe nach Differenzierung größer, Motto: Macht einfach die Brücke dicht.
    DAS passiert dann nicht - und DAS wiederum schafft neuen Unmut, den Verdacht, es werde it zweierlei Maß gemessen, je nachdem,. wo gerade die Krise vorherrscht.

    Ich erlebe meine Umgebung - neben privaten Bekannten auch Kursteilnehmer, Chormitglieder, Lesekreisdamen --- als sehr bewußt und umsichtig; die meisten nicht übertrieben, aber alle halten sich an die vorgegebenen Regeln und sehen sie ein.

    Fairie, ich bin immer noch im Zweifel, inwieweit der schwedische Weg nun derart besonders war. Wenn ich Deine Berichte lese und dazu die einer Freundin in Schweden nehme, die mir seit Monaten klagt, wie sie Konzert- und Theaterkarten erst umtauscht, dann gecancelled bekommt, die Museen vermißt und und und... dann ist das doch von Anfang nicht sooo viel anders gewesen.
    Ja, Ihr hattet den Frühlings-Lockdown nicht, aber ich fürchte, den Deutsche/Dänen stellt sich das oft so da, als ob außer ein bißchen Handsprit und ein bißchen Abstand nicht viel passierte - dabei hast Du doch geschrieben, daß Arbeitgeber mit Sanktionen zu rechnen hatten bei Nichthaltung bestimmter Regeln, und daß die diese Sanktionen auch an ihre Angestellten weitergaben.
    Im kleinen Privatleben ist mir doch fast wurscht, ob mich die Polizei ermahnt und abstraft oder mein Arbeitgeber mir mit Kündigung droht, oder?

    Ein ewiges Thema, das uns noch lange erhalten bleibt, fürchte ich.
    Sehr interessant jedenfalls, daß der Stern der Staatsminsiterin, die im Fr+ühling u mdie 80% Zustimmung und rückhalt in der Bveölkerung hatte, inzwischen rapide schmilzt. und ichd enke, weniger,wei ldie meisten ihre Maßnahmen nicht billigen -d as würde die Opposition ja sicher auch kaum anders machen, kauma nders machen können!
    Sondern wegen der politischen (lies: undemokratischen) Vorgehensweise, um eben diese Maßnahmen - incl. der bislang drastischsten (?): Tötung aller Nerze und somit Vernichtung einer ganzen Branche hierzulande - durchzuboxen..
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

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