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  1. #11
    kathi1981 ist offline old hand

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    Standard Re: Ins Ausland ohne Sprachkenntnisse???

    Ich fand das mangelnde Wissen um die Sprache früher auch immer sehr schlimm. Mittlerweile lebe ich seit fast einem Jahr ohne vorherige (und ehrlich gesagt auch jetzt nur marginal vorhandene) Sprachkenntnisse in Island. Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass wir nur für ein Jahr hier sind, beide Wissenschaftler (bei uns ist die Alltagssprache mit Kollegen eh Englisch, das wir fließend beherrschen), schon vorher Jobs hatten und wirklich null Zeit, die Sprache zu lernen. Selbst die Isländer bestätigen uns hier immer wieder, dass es sich für ein Jahr nicht lohnt, die sehr schwierige Sprache zu lernen. Ich hätte es wohl mit mehr Zeit trotzdem gemacht. Island ist nun ein sehr spezielles Land (hier erwartet wirklich niemand, dass ein Ausländer Isländisch spricht) und unsere Jobsituation sehr speziell, aber ich würde sagen, dass die Sprachkenntnisse allein nicht ausschlaggebend sind, sondern eine realistische Einschätzung der eigenen Situation am wichtigsten ist (Job, Wohnung, Schule, Kindergarten etc).

    LG, Kathi

  2. #12
    jetske ist offline Member

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    Standard Re: Ins Ausland ohne Sprachkenntnisse???

    Die muss ich mir mal anschauen, um sie mit dem deutschen Pendant zu vergleichen
    Letztlich ist es mit diesen Sendungen wie mit allen anderen. Dargestellt wird, was Einschaltquoten und somit Geld einbringt. Dazu wird eine sowieso schon fragwürdige Geschichte noch ordentlich aufgebauscht und ausgebaut, *gutem* Journalismus sei Dank. Die Akademikerfamilie, die sichere Jobs und eine ordentliche Unterkunft in Aussicht hat, die Sprache sicher beherrscht und sich rechtzeitig um alles Organisatorische wie auch um Kindergarten- und/oder Schulplätze für die Kinder gekümmert hat, bietet nicht nur weniger *Entertainment*, sondern überlegt es sicher auch zehnmal, ob sie sich im Fernsehen so vorführen lässt.

  3. #13
    Babette267 Gast

    Standard Re: Ins Ausland ohne Sprachkenntnisse???

    So wird es wohl sein. Ich finde sowieso, dass es an Kindesmisshandlung grenzt, pubertierende Jugendliche aus ihrer Umgebung zu reißen und sie in eine unsichere Zukunft im Ausland zu schleppen, bloß weil Papa es sich in den Kopf gesetzt hat, eine Kneipe an der Costa del Sol zu übernehmen.

  4. #14
    Babette267 Gast

    Standard Re: Ins Ausland ohne Sprachkenntnisse???

    Wie weiter oben schon erwähnt - so eine Situation ist eine andere! Ich kann das durchaus auch bei Expats verstehen: die werden vom Arbeitgeber ins Ausland geschickt, haben dort einen Job. Dass man dann die Sprache vielleicht erst zu lernen beginnt, wenn man dort ist, klar. Aber doch nicht, wenn man sich in Spanien selbstständig machen will und alle Brücken im Heimatland hinter sich abbricht!

  5. #15
    kathi1981 ist offline old hand

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    Standard Re: Ins Ausland ohne Sprachkenntnisse???

    Nein, da hast Du Recht, darüber habe ich mich auch schon mehr als einmal aufgeregt. Aber viele Menschen, die nie im Ausland gelebt haben oder sich auch nur mal etwas näher mit dem Lebensstil dort auseinandergesetzt haben, denken, dass Deutschland bezüglich allem das schrecklichste Land auf Erden ist. Zuviel Bürokratie, zu teuer, alle wollen einem nur Böses etc. Wenn sie dann erstmal im gelobten Ausland leben, dann stellen sie fest, dass es noch bürokratischer ist, meist viel teurer und sie zudem (was irgendwie nie bedacht wird) meist einige Zeit lang überhaupt keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben.

    Ein Umzug ins Ausland (mal ganz zu Schweigen vom "Auswandern") kann meiner Meinung nach nur erfolgreich sein, wenn man ausreichend Startkapital hat und mindestens eine Jobzusage. Auch dann würde ich nie sagen, dass ich auswandere, sondern einfach erstmal für ein oder zwei Jahre weg gehen und dann weitersehen. Ich finde diese Art schon sehr seltsam, einfach zu entscheiden, dass man jetzt für immer woanders wohnen will, obwohl die meisten Leute den Ort maximal aus dem Urlaub kennen.

    LG, Kathi

  6. #16
    lasirenita ist offline newbie

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    Standard Re: Ins Ausland ohne Sprachkenntnisse???

    Also, erst mal stimmt das was weiter oben geschrieben wurde: diese ganze Doku-Soaps werden den gewünschten Einschaltquoten entsprechend gelenkt und dargestellt, so auch Auswanderer-Dokus, aber es sind schon einige dabei, wenn man da nur die Hälfte, was da in der jeweiligen Folge dargestellt wird glauben kann, sträuben sich einem immer noch die Haare.
    Und ich bin auch nach Spanien (Lanzarote) gekommen vor 11 Jahren OHNE Spanisch zu können, hatte aber eienen Job und eine Wohnung, hatte einen Grundkurs in Spanisch absolviert (Guten Tag, Mein Name ist.., Wie gehts, usw.) und vor allem ich hatte weder Kind, noch Partner, wenn ich auf den Allerwertesten gefallen wäre, wäre ich NUR auf meinen gefallen!!!!
    Was mich dabei auch noch stört, ist, dass vor allem Spanien/Balearen - und Kanareninseln immer noch als DAS Auswandererparadies dargestellt wird: hier wird alles lockerer gesehen, nicht soviel Behördengänge wie in BRD, nicht soviel arbeiten, besseres Wetter,... Alles totaler Blödsinn!!!!!
    1.Hier muss man auch und teilweise sogar mehr für dasselbe Geld arbeiten. Und "eben mal so" ein Geschäft eröffnen ist auch nicht!!
    2. Das Wetter ist besser, klar. Heisst aber auch im Sommer brütend heiss, das ganze Jahr windig (zumindest hier auf den Kanaren), im Winter feucht-kalt,... Auf Dauer nicht immer soooo toll.
    3. Der spanische Amtsschimmel wihert hier genauso laut wie woanders.
    .
    .
    .
    Diese Liste könnte ich beliebig fortführen. Das soll ja niemanden davon abhalten, nach Spanien oder sonst wohin auszuwandern, aber doch bitte mit offenen Augen und Ohren, und sich vorher informieren wohin es eigenltich geht und wie jeweiligen Begebenheiten sind.
    LG Sandra

  7. #17
    Babette267 Gast

    Standard Re: Ins Ausland ohne Sprachkenntnisse???

    Hi, hi, hi - das war genau die Erfahrung dieser tollen Spanien-Auswanderer, die ich im TV gesehen habe! Dass nämlich die Vorschriften genauso streng sind. Das Beste war auch noch, dass sie dauernd sagten, sie wollten sich mit ihrer Eisdiele auf die spanische Kundschaft richten (nicht auf die Touristen), dabei konnten sie sich kaum verständlich machen.

  8. #18
    Avatar von Waldwilja
    Waldwilja ist offline alle irgendwie verrückt

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    Standard Re: Ins Ausland ohne Sprachkenntnisse???

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Naja, ich habe eine im niederländischen Fernsehen gesehen. Aber es hat natürlich schon mit bestimmten Gesellschaftsschichten zu tun.
    Auch gebildete Familien können auswandern. Mein Opa ist ganz klassisch nach USA ausgewandert und war Arzt. Eine Freundin ist in Australien. Sie ist Sopranistin er ist Lehrer gewesen. Heute arbeitet er in einem Nationalpark.
    L. 15 und D. 14



  9. #19
    Avatar von Waldwilja
    Waldwilja ist offline alle irgendwie verrückt

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    Standard Re: Ins Ausland ohne Sprachkenntnisse???

    Zitat Zitat von jetske Beitrag anzeigen
    Die muss ich mir mal anschauen, um sie mit dem deutschen Pendant zu vergleichen
    Letztlich ist es mit diesen Sendungen wie mit allen anderen. Dargestellt wird, was Einschaltquoten und somit Geld einbringt. Dazu wird eine sowieso schon fragwürdige Geschichte noch ordentlich aufgebauscht und ausgebaut, *gutem* Journalismus sei Dank. Die Akademikerfamilie, die sichere Jobs und eine ordentliche Unterkunft in Aussicht hat, die Sprache sicher beherrscht und sich rechtzeitig um alles Organisatorische wie auch um Kindergarten- und/oder Schulplätze für die Kinder gekümmert hat, bietet nicht nur weniger *Entertainment*, sondern überlegt es sicher auch zehnmal, ob sie sich im Fernsehen so vorführen lässt.
    Du bist also der Meinung dass man sich nur als Akademiker um die eigene Zukunft sowie die der Kinder kümmert? Man kann also Fremdsprachenkenntnisse nur dann haben wenn man Akademiker ist. Leider sagen Statistiken etwas anderes. Ein Großteil der Abiturienten hat mangelhafte Englischkenntnisse!!!!! Man lernt eine Sprache nur in dem Land richtig. Leider ist dies ein von massiven Vorurteilen gespickter Holzweg. In den klassischen Einwanderungsländern werden dringend Handwerker mit solider Ausbildung gesucht . Großkotzige Möchtegernchefs haben sie selbst genug. Dies schreibt Dir keine arme Asoziale sondern eine Reisende mit Studium in Gesang und Geschichte. Die Familien im Fernsehen können gestellt sein. Darum geht es mir nicht. Es geht mir um die Arroganz zu behaupten das jemand mit Studium selbstverständlich alles richtig macht. Der kann viel mehr Probleme haben.Menschlich tausendmal dümmer sein und extrem narzistisch dazu
    Geändert von Waldwilja (01.05.2009 um 01:05 Uhr)
    L. 15 und D. 14



  10. #20
    Avatar von Chinchilla64
    Chinchilla64 ist offline Legende

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    Standard Re: Ins Ausland ohne Sprachkenntnisse???

    Zitat Zitat von Waldwilja Beitrag anzeigen
    Du bist also der Meinung dass man sich nur als Akademiker um die eigene Zukunft sowie die der Kinder kümmert? Man kann also Fremdsprachenkenntnisse nur dann haben wenn man Akademiker ist. Leider sagen Statistiken etwas anderes. Ein Großteil der Abiturienten hat mangelhafte Englischkenntnisse!!!!! Man lernt eine Sprache nur in dem Land richtig. Leider ist dies ein von massiven Vorurteilen gespickter Holzweg. In den klassischen Einwanderungsländern werden dringend Handwerker mit solider Ausbildung gesucht . Großkotzige Möchtegernchefs haben sie selbst genug. Dies schreibt Dir keine arme Asoziale sondern eine Reisende mit Studium in Gesang und Geschichte. Die Familien im Fernsehen können gestellt sein. Darum geht es mir nicht. Es geht mir um die Arroganz zu behaupten das jemand mit Studium selbstverständlich alles richtig macht. Der kann viel mehr Probleme haben.Menschlich tausendmal dümmer sein und extrem narzistisch dazu
    Natürlich ist das nicht so.... Es gibt solche und solche in allen Schichten und mit allen Ausbildungen. Am wichtigsten ist ja der Wille, eine neue Sprache zu lernen und sich in einer neuen Umgebung anzupassen. Da kommen viele verschiedene Komponenten zusammen.

    Andererseits hat man schon bessere Voraussetzungen, wenn man z.B. gewöhnt ist, andere Sprachen zu lernen oder überhaupt neues zu lernen. Ich wohne seit 18 Jahren in Schweden und ich habe schon vor dem Umzug angefangen, die Sprache zu lernen und nach knapp einem halben Jahr hatte ich auch einen Job. Ich kenne z.B. einen Mann aus Afghanistan (der war mal mein Untermieter) - der wohnte 10 Jahre in Schweden und man konnte sich nicht mal auf einfachem, alltäglichen Niveau mit ihm verständigen. Der verstand nix, wenn ich zu ihm gesagt habe "du kannst das Badezimmer saubermachen."

    Und woran liegt das? Teils kann man natürlich sagen, dass so ein Flüchtling nicht freiwillig hier ist, zurückkehren will und deshalb nicht so motiviert ist, die Sprache zu lernen. Vielleicht hat er auch ein Kriegstrauma oder so. Aber für mich reicht das doch nicht ganz als Erklärung.
    Aus reinem Lebenserhaltungstrieb macht man doch das, was man braucht, um so gut wie möglich zurecht zu kommen? Aber wenn man so gar keine Routine drin hat, was zu lernen.... Manche, die aus solchen Ländern kommen, sind Analphabeten. Das ist schon ein grosser Unterschied....d.h. mit zumindest einer normalen Schulbildung schafft man das unbedingt besser. Was ja aber jeder Deutsche hat. Wobei es schon welche gibt, die besondere Problem in der Schule hatten.

    Okay, der Afghane ist nur ein Beispiel und natürlich sind die Leute ganz unterschiedlich. Mentalität und Einstellung spielt auch eine Rolle. Warum kommen sonst Asiaten (ich meine jetzt Südost-Asien, Korea, China und so) so viel besser zurecht, z.B. in den USA? Die haben traditionell einen gewissen Druck von ihren Familien, dass man sein bestes tun soll, erfolgreich sein soll.

    Aber der Afghane - ich hab versucht ihm bei seinen Hausaufgaben zu helfen, Schwedisch-Kurs - ich bin ja Lehrerin. Aber der nahm das ja nicht ernst. Ich hab ihm gesagt, es reicht ja nicht, wenn er die Wörter nur aufschreibt, er muss sie ja auch lernen. Das schien der nicht zu kapieren - der schrieb das einmal auf und kümmerte sich dann nicht mehr drum. Später hatte ich einen jungen Russen als Untermieter (gut, er war 20 Jahre jünger als der Afghane) - der lernte so fleissig. Innerhalb von ein paar Monaten schrieb er einen Aufsatz über sich selbst von fast 2 Seiten. Mentalität (man muss sein bestes tun) oder Vorbildung?

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