Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. #1
    KleinerHut21 ist offline Stranger

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    Standard Mein Mann wirkt total überfordert...

    Hallo,

    normalerweise bin ich im Forum mit einem anderen Nick aktiv- hab mir jetzt aber einen weiteren zugelegt, damit ich über eine Sache schreiben kann, die ich gerne anonym bleiben lassen möchte, bzw. will ich nicht, dass sie jemand auf mich bezieht.

    Ich bin seit 2 1/2 Jahren verheiratet, seit ca. 1,5 Jahren Mutter und immer wieder fällt mir auf, dass mein Mann total unglücklich und überfordert wirkt.
    Zu den "Fakten": das Kind war ein absolutes Wunschkind! Und: es ist nicht so, dass ich das Problem nie ihm gegenüber angesprochen hätte- reden sogar sehr häufig darüber. Mit dem Ergebnis, dass er einfach seine Sicht auf die Dinge hat und dass er sich das Vater-sein, bzw. das Familie-sein ganz anders vorgestellt hat.

    Er selbst wuchs als "Einzelkind" auf und wurde sehr verwöhnt. Seine Mutter war alleinerziehend und er sagt selbst, dass sie ihm alles abgenommen hat, um ihm das Leben leicht zu machen.
    Als wir uns kennenlernten, war er in vielerlei Hinsicht recht unselbstständig- am meisten merkte man das im Haushalt (Äääh, wie funktioniert eine Waschmaschine? Putzen???- Wasn das?), aber auch in Alltagsdingen merkte man, dass er überfordert ist- z.B. bei Ämtergängen, Ausfüllen von Anträgen, etc.. Als ich damals z.B. den Antrag auf Elterngeld ausfüllte, bekam ich erst einen Brief von der Stelle, ich hätte vergessen, etwas beizulegen. Für ihn war das gleich ein riesen Problem. Dabei war das eigentlich mit einer Kopie und ner 55cent Marke erledigt.

    Daheim versucht er schon, mir unter die Arme zu greifen, aber ich muss sagen, vieles sieht er einfach nicht. Diesbezüglich gibt es auch immer mal wieder Reibereien. Ihn stört es dann auch selbst, wies hier aussieht, aber er sagt, er weiß gar nicht, wo er die Dinge hinräumen soll, etc..
    Möbel aufbauen, Regale anschrauben- das alles dauert ewig- also bis es denn mal in Angriff genommen wird. Oft hab ichs dann auch einfach selbst gemacht.

    Weiteres Problem: Unsere Tochter ist angeblich so schlimm. Weil sie nachts "Theater" macht (Sie geht um 21 Uhr ins Bett und wacht um 7:30 Uhr auf, meist weint sie gegen 5 Uhr, weil sie Hunger hat, dann bekommt sie eine Flasche und schläft wieder ein.) Dabei ist sie eigentlich absolut leicht zu "handeln". Das bestätigen uns auch andere Leute- Freunde mit und ohne Kindern, ja, sogar die Schwiegermutter.- Das kann er dann immer gar nicht leiden.

    Trotzdem hab ich immer das Gefühl, die SchwieMu macht mich für sein Glück verantwortlich. Ihm wird alles ziemlich schnell zuviel. Gerade am Wochenende, wenn er mal nur bis 9 Uhr oder so schlafen konnte (achtung, Ironie), dann ist ihm die Kleine so anstrengend... "Ach, und ne Matschhose soll ich ihr jetzt auch noch anziehen..." motzt er, bevors auf zum Spielplatz geht.
    Er sagt, er müsse so viel auf sie achten und für sie mitdenken, das sei wahnsinnig anstrengend. Damit hat er auch Recht, keiner weiß das besser als ich- ich hab sie schließlich den ganzen Tag um mich. ABER: ich finde, er kann wenig Rücksicht auf sie und ihre Bedürfnisse nehmen, bzw. sich evtl. mal zurücknehmen um erst nach ihr zu schauen/ sich um sie zu kümmern.

    Hab mir schon überlegt, ob das ne Form der Depression ist... Oder Burnout... Aber dann denke ich wieder, dass seine Mutter ihn einfach nur dahin erzogen hat.
    Und: es ist nicht so, dass mir das erst seit der Geburt der Tochter auffällt- aber seitdem stört es mich eben.
    Er sagt, ihm sei es so anstrengend mit einem Kind, er möchte gar kein 2. mehr. Ich habe noch einen Kinderwunsch und es macht mich jedes Mal sehr traurig, wenn er sowas sagt. Weil ich eben nicht das Gefühl hab, dass das Kind "Schuld" hat.
    Er kann sich einfach schlecht organisieren, einschätzen, was wichtig ist,...
    Evtl. habt ihr ein paar Tipps, ob es diesbezüglich Literatur gibt, Anlaufstellen, o.ä..

    Muss dazu sagen, dass ich - aus anderen Gründen - regelmäßig zu einem Psychologen gehe. Ihm habe ich davon auch schon erzählt und er sagte, er sähe das Problem auch hauptsächlich bei meinem Mann. Mir richtig "helfen" konnte er mir aber auch nicht... Er kennt ja meinen Mann nicht persönlich...

    So, musste mir das alles mal von der Seele schreiben... Vieles ist bestimmt wirr oder bedarf der Erklärung, aber ich würde mich einfach über viele Rückmeldungen von euch freuen!!!

  2. #2
    emi237 ist offline Working Mum

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    Standard Re: Mein Mann wirkt total überfordert...

    Hallo meine Liebe,

    das klingt ja alles gruselig! Klingt als hättest Du schon zwei Kinder!

    Also das Problem liegt ganz klar bei Deinem Mann: er ist mit sich und der Welt überfordert, wie soll er da die Verantwortung für ein Kind übernehmen? Das kann er nicht! In der Tat würde ich (ggf. mit Unterstützung von Ärzten/Psychologen) bei ihm mal "Ursachenforschung" betreiben. Vielleicht kann man darüber auch Lösungen für sein "Problem" erarbeiten und ihn wieder zu einem "lebensfähig" Mann entwickeln. Das Problem wird sich jedenfalls nicht lösen, wenn Du oder seine Mutter ihm ständig alles abnehmen. An ein zweites Kind ist eigentlich vorerst nicht zu denken! Wie willst Du das alles schaffen?
    Ich sehe eigentlich nur zwei Alternativen; entweder Ihr sucht Euch Hilfe und es ändert sich etwas oder Du solltest Deinen eigenen Weg gehen. Ich plädiere nicht dafür, gleich wegzulaufen, wenn´s mal schwierig wird. Aber sollte sich Dein Mann nicht ändern wollen, keine Veränderung wollen, dann würde ich an Deiner Stelle baldmöglichst das Weite suchen. Du willst Euer Leben gemeinsam gestalten und leben und nicht mit einem Klotz am Bein, den Du ständig antreiben und motivieren musst. Wenn er bereit ist, sich helfen zu lassen, werdet Ihr die vielleicht etwas schwierige Zeit des "Umbruchs" und der "Veränderung" gemeinsam meistern und dann könnt ihr immer noch über weitere Kinder und damit auch mehr Verantwortung sprechen.

    Ich wünsche Euch viel Erfolg!
    Emi

  3. #3
    rastamamma ist offline Urgestein

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    Standard Re: Mein Mann wirkt total überfordert...

    Zitat Zitat von KleinerHut21 Beitrag anzeigen
    Hab mir schon überlegt, ob das ne Form der Depression ist... Oder Burnout... Aber dann denke ich wieder, dass seine Mutter ihn einfach nur dahin erzogen hat.
    Schlechte Erziehung gepaart mit Egoismus der Sonderklasse A.

    Schlicht und ergreifend.

    Der Versuch, einen anderen ändern zu wollen, ist im Normalfall zum Scheitern verurteilt. Du solltest dich also vor allem fragen, warum du dir diesen Partner ausgesucht hast und ob du so weitermachen möchtest.

  4. #4
    Herzloewe ist offline Nonkonform

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    Standard Re: Mein Mann wirkt total überfordert...

    Zitat Zitat von rastamamma Beitrag anzeigen
    Schlechte Erziehung gepaart mit Egoismus der Sonderklasse A.

    Schlicht und ergreifend.

    Der Versuch, einen anderen ändern zu wollen, ist im Normalfall zum Scheitern verurteilt. Du solltest dich also vor allem fragen, warum du dir diesen Partner ausgesucht hast und ob du so weitermachen möchtest.
    Wie lange kanntest du deinen Mann vor eurer Hochzeit? Wie hat er es geschafft dich zu heiraten? Hat die Schwiegermutter dir einen Heiratsantrag gestellt
    Bestimmte Dinge wird er wahrscheinlich nie lernen, da ihm in seiner Erziehung alles abgenommen wurde. Andere Dinge kann er noch lernen, wenn du die Geduld hast und ihn unterstützt. Wenn du ein zweites Kind möchtest, was für das erste Kind wichtig ist, damit es nicht auch als Einzelkind aufwächst, dann mußt du dir bewußt sein, daß du die Verantwortung notfalls auch alleine übernehmen mußt. Dann solltest du aber auch sicher sein, daß du den richtigen Mann an deiner Seite gewählt hast, mit dem ihr auch glücklich seid. Hat dein Mann einen sicheren Job, oder schwebt die Angst mit, daß er auch dort unselbständig ist und auf der Kippe steht?
    Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten...

  5. #5
    FrauSchratt Gast

    Standard Re: Mein Mann wirkt total überfordert...

    Zitat Zitat von KleinerHut21 Beitrag anzeigen
    kennt ja meinen Mann nicht persönlich...

    So, musste mir das alles mal von der Seele schreiben... Vieles ist bestimmt wirr oder bedarf der Erklärung, aber ich würde mich einfach über viele Rückmeldungen von euch freuen!!!
    Das ist kein Burn-Out, Dein Mann ist ein verzogener Fratz der gerne das Modell: Dummheit schafft Freizeit! lebt.

  6. #6
    yvelind ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Mein Mann wirkt total überfordert...

    Hm, das kenn ich irgendwie....

    Ich bin seit 3 Jahren geschieden, war 2 Jahre alleinerziehend mit 2 Kindern. Das 2. Kind war noch ein Wunschkind, wobei er wohl eher aus Angst, daß er mich verlieren könnte dem 2. Zugestimmt hatte.

    Mein Mann war damals -wahrscheinlich auch heute noch- total unselbständig. Ich hab die Dinge auch lieber gleich selbst erledigt, bevor ich lange gebettelt habe. Das hat ihn aber richtig zugesetzt. Er hat gemerkt, daß ich ihn nicht brauchte. Als ich dann auch Ausflüge ohne ihn zu fragen unternommen habe, weil er eh keine Lust hatte, bzw lieber mit seinen Kumpels abhängen wollte, war das Ende vorprogrammiert. Meine Familie hatte mir damals öfter erklärt, daß sie den Eindruck hätten, daß ich 3 Kinder hätte. Ich hatte nicht den Mut, die Bezieheung aufzugeben und so hat das ganze bis zum 1. Geburtstag der Kleinen gedauert, bis er-angetrunken- vor meiner Familie erklärt hat, daß er sich scheiden lassen will.

    Natürlich hat er das schon am nächsten Morgen bereut, aber für mich hat das gereicht. Ich hab dann die Scheidung eingereicht. Für mich war seine Erklärung, wie eine Befreiung. Ich wußte er hatte entschieden und ich muß mir nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, wie und ob ich das allein mit 2 Kindern schaffen könnte. Ich wußte es, denn lange genug hatte ich 3.

    2 Jahre war ich alleinerziehend, bis ich nun meinen Schatz gefunden hatte, der so verantwortungsvoll und selbstbestimmt ist. Da fiel es mir schwer damit klar zu kommen, daß er an Entscheidungen beteiligt werden möchte. Inzwischen denke ich, haben wir durch viele Gespräche eine gleichberechtigte Partnerschaft.

    Egal, welchen Weg du gehen willst, es wird schwer. Eine Paartherapie hate mein Mann damals abgelehnt.

    mehr gern als PN

    Alles Gute und viel Kraft

    yvelind

  7. #7
    chani_von_dune Gast

    Standard Re: Mein Mann wirkt total überfordert...

    Zitat Zitat von KleinerHut21 Beitrag anzeigen
    Hallo,

    normalerweise bin ich im Forum mit einem anderen Nick aktiv- hab mir jetzt aber einen weiteren zugelegt, damit ich über eine Sache schreiben kann, die ich gerne anonym bleiben lassen möchte, bzw. will ich nicht, dass sie jemand auf mich bezieht.

    Ich bin seit 2 1/2 Jahren verheiratet, seit ca. 1,5 Jahren Mutter und immer wieder fällt mir auf, dass mein Mann total unglücklich und überfordert wirkt.
    Zu den "Fakten": das Kind war ein absolutes Wunschkind! Und: es ist nicht so, dass ich das Problem nie ihm gegenüber angesprochen hätte- reden sogar sehr häufig darüber. Mit dem Ergebnis, dass er einfach seine Sicht auf die Dinge hat und dass er sich das Vater-sein, bzw. das Familie-sein ganz anders vorgestellt hat.

    Er selbst wuchs als "Einzelkind" auf und wurde sehr verwöhnt. Seine Mutter war alleinerziehend und er sagt selbst, dass sie ihm alles abgenommen hat, um ihm das Leben leicht zu machen.
    Als wir uns kennenlernten, war er in vielerlei Hinsicht recht unselbstständig- am meisten merkte man das im Haushalt (Äääh, wie funktioniert eine Waschmaschine? Putzen???- Wasn das?), aber auch in Alltagsdingen merkte man, dass er überfordert ist- z.B. bei Ämtergängen, Ausfüllen von Anträgen, etc.. Als ich damals z.B. den Antrag auf Elterngeld ausfüllte, bekam ich erst einen Brief von der Stelle, ich hätte vergessen, etwas beizulegen. Für ihn war das gleich ein riesen Problem. Dabei war das eigentlich mit einer Kopie und ner 55cent Marke erledigt.

    Daheim versucht er schon, mir unter die Arme zu greifen, aber ich muss sagen, vieles sieht er einfach nicht. Diesbezüglich gibt es auch immer mal wieder Reibereien. Ihn stört es dann auch selbst, wies hier aussieht, aber er sagt, er weiß gar nicht, wo er die Dinge hinräumen soll, etc..
    Möbel aufbauen, Regale anschrauben- das alles dauert ewig- also bis es denn mal in Angriff genommen wird. Oft hab ichs dann auch einfach selbst gemacht.

    Weiteres Problem: Unsere Tochter ist angeblich so schlimm. Weil sie nachts "Theater" macht (Sie geht um 21 Uhr ins Bett und wacht um 7:30 Uhr auf, meist weint sie gegen 5 Uhr, weil sie Hunger hat, dann bekommt sie eine Flasche und schläft wieder ein.) Dabei ist sie eigentlich absolut leicht zu "handeln". Das bestätigen uns auch andere Leute- Freunde mit und ohne Kindern, ja, sogar die Schwiegermutter.- Das kann er dann immer gar nicht leiden.

    Trotzdem hab ich immer das Gefühl, die SchwieMu macht mich für sein Glück verantwortlich. Ihm wird alles ziemlich schnell zuviel. Gerade am Wochenende, wenn er mal nur bis 9 Uhr oder so schlafen konnte (achtung, Ironie), dann ist ihm die Kleine so anstrengend... "Ach, und ne Matschhose soll ich ihr jetzt auch noch anziehen..." motzt er, bevors auf zum Spielplatz geht.
    Er sagt, er müsse so viel auf sie achten und für sie mitdenken, das sei wahnsinnig anstrengend. Damit hat er auch Recht, keiner weiß das besser als ich- ich hab sie schließlich den ganzen Tag um mich. ABER: ich finde, er kann wenig Rücksicht auf sie und ihre Bedürfnisse nehmen, bzw. sich evtl. mal zurücknehmen um erst nach ihr zu schauen/ sich um sie zu kümmern.

    Hab mir schon überlegt, ob das ne Form der Depression ist... Oder Burnout... Aber dann denke ich wieder, dass seine Mutter ihn einfach nur dahin erzogen hat.
    Und: es ist nicht so, dass mir das erst seit der Geburt der Tochter auffällt- aber seitdem stört es mich eben.
    Er sagt, ihm sei es so anstrengend mit einem Kind, er möchte gar kein 2. mehr. Ich habe noch einen Kinderwunsch und es macht mich jedes Mal sehr traurig, wenn er sowas sagt. Weil ich eben nicht das Gefühl hab, dass das Kind "Schuld" hat.
    Er kann sich einfach schlecht organisieren, einschätzen, was wichtig ist,...
    Evtl. habt ihr ein paar Tipps, ob es diesbezüglich Literatur gibt, Anlaufstellen, o.ä..

    Muss dazu sagen, dass ich - aus anderen Gründen - regelmäßig zu einem Psychologen gehe. Ihm habe ich davon auch schon erzählt und er sagte, er sähe das Problem auch hauptsächlich bei meinem Mann. Mir richtig "helfen" konnte er mir aber auch nicht... Er kennt ja meinen Mann nicht persönlich...

    So, musste mir das alles mal von der Seele schreiben... Vieles ist bestimmt wirr oder bedarf der Erklärung, aber ich würde mich einfach über viele Rückmeldungen von euch freuen!!!
    mein Mann hat eine nachreifungstherapie gemacht, er war so wie deiner, das es nun mein Ex ist ist ein anderes Thema