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  1. #1
    Samamu88 ist offline Stranger
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    Standard Stille Geburt 40. SSW

    Hallo zusammen!! Ich habe in den letzten Tagen viele Berichte über stille Geburten gelesen und möchte nun auch meine Geschichte erzählen...

    Ich hatte mir im September letzten Jahres meine Hormonspirale ziehen lassen, da ich diese überhaupt nicht vertragen habe. Daraufhin beschlossen mein Mann und ich, es "drauf anzulegen". Viel schneller als gedacht, habe ich dann im Januar drauf bereits einen positiven Test in der Hand gehalten. Ich war so happy. Am selben Tag bin ich noch los und habe einen weiteren Test, sowie Babysöckchen und Teelichter gekauft. Als mein Mann nach Hause kam, habe ich ihn mit den positiven Tests und den Söckchen inmitten eines Herzens aus Teelichtern überrascht. Er war ebenfalls über glücklich... Es folgte eine absolute Traumschwangerschaft. Mir war keinen Tag übel, ich hatte keine Rückenschmerzen, kein Sodbrennen, gar nichts!! Ich konnte jeden Tag in vollen Zügen genießen, hab bis 4 Wochen vor dem Mutterschutz noch gearbeitet (hatte Urlaub danach) und hab auch die restlichen Wochen bis zur Geburt genießen können, trotz der teilweise sehr heißen Temperaturen. Jeder Termin bei meinem Arzt war super, er hat mir immer nur gesagt, dass es nicht besser sein könnte. Wir haben unserem Mädchen ein wunderschönes Kinderzimmer eingerichtet. Ich bin manchmal mit dem Kinderwagen durch die Wohnung gewackelt - konnte es nicht abwarten!!! Unsere Familien, Eltern, Großeltern, Geschwister - alle haben mitgefiebert.

    Dann kam der Montag, der alles veränderte. Woche 39+3. Am Freitag zuvor war noch alles super bei meinem Frauenarzt.
    Es war ca. 14:30 Uhr, als ich plötzlich ein immer wiederkehrendes Stechen/Drücken im Rücken spürte. Das Seltsame war, dass diese Schmerzen so kurz hintereinander kamen. Ich konnte nicht glauben, dass das Wehen sind... Wo die doch normal langsam beginnen. Wir sind nach 1,5h ins Krankenhaus. Dort angekommen, wurde ich sofort ans CTG angeschlossen. Die erste Hebamme fand die Kleine nicht, auch die Zweite konnte keine Herztöne finden. Daraufhin kam eine Ärztin, hat sofort auf dem Ultraschall nachgesehen - nichts. Ich musste mit zu einem anderen, besseren Gerät. Dann kam der Chefarzt. Nach verzweifelter Suche sprach er dann aus, was ich bereits wusste. Unser Mädchen war tot. Wir konnten es einfach nicht glauben. Es war wie ein Film. Das konnte doch einfach nicht sein??? Wir waren komplett aufgelöst... Am liebsten hätte ich sofort einen Kaiserschnitt gehabt. Die Ärztin erklärte uns dann, warum sie dies nicht empfehlen. Leuchtete uns dann auch ein und im Nachhinein muss ich sagen, war es sehr gut, dass wir auf sie gehört haben...
    Die Nacht war heftig, die Wehen wurden immer stärker, bis ich um halbdrei nachts eine PDA bekam. Morgens kam dann eine super liebe Hebamme, die sich ausschließlich um mich und meinen Mann gekümmert hat. Sie hat viel mit uns geredet und uns auf "den Moment" vorbereitet. Morgens um elf habe ich unsere Prinzessin zur Welt gebracht. Mein Mann hat sie abgenabelt und sie die ganze Zeit auf dem Arm gehalten, während ich genäht wurde. Es war gleichzeitig so schlimm und so schön... Plötzlich war es wirklich wahr - sie war tot. Aber sie war so wunderschön... Wir haben sie noch bis um ca. 16 Uhr bei uns behalten. Dann übergaben wir sie an eine Hebamme. Anschließend durften wir zu zweit ein Zimmer auf der allg. gyn. Station beziehen. Das Krankenhaus hat uns hierfür nichts in Rechnung gestellt. Wurde "unter der Hand" geregelt. Mittwochmittags durften wir nach Hause. Beim Verlassen des KH kam uns ein Pärchen entgegen, das kurz vor der Entbindung stand. Wir schluchzten beide los...
    Am Donnerstag hatten wir bereits einen Termin beim Bestatter. Bereits für den nächsten Tag wurde die Beerdigung geplant. Donnerstagabend hat sich mein Frauenarzt nach Feierabend noch Zeit für uns genommen und lang mit uns gesprochen. Er hat uns so viel Mut gemacht... Freitagmorgen war die Beerdigung. Ein sehr sehr schwerer Gang. Aber irgendwie auch befreiend. Wir haben sie nochmal angesehen und ihr ihre Spieluhr, die sie im Bauch so oft gehört hat, in die Arme gelegt. Sie sah so friedlich aus und hat so viel Liebe ausgestrahlt. Seither verging kein Tag ohne Tränen, wir vermissen sie so sehr... Mein Mann und ich reden unheimlich viel miteinander und können uns sehr viel Kraft geben... Unsere Familien, Freunde, meine Hebamme, mein Frauenarzt, selbst mein Chef, unterstützen uns alle so toll... Geben uns Kraft, machen uns Mut. Aber vor allem der Gedanke an unser Mädchen lässt uns weiter machen und nach vorn schauen... Allerdings glaube ich, richtig aufwärts gehen wird es erst, wenn unser Engel ein Geschwisterchen erwartet. Wir wünschen uns nichts mehr... Ich hoffe, dass es ganz bald wieder klappt... Auch wenn ich gleichzeitig Angst habe, dass uns das wieder passieren kann... Man vermutet, dass es die Nabelschnur war. Sonntagabend hat sie noch fleißig gestrampelt. Bei der Geburt war die Nabelschnur aber um den Hals und das Beinchen. Vermutlich hat sie sie beim Strampeln zu gezogen... Ich kann ja künftig gar nichts mehr drauf geben, wenn mir ein Arzt sagt, dass alles super ist :,-(
    Das war unsere Geschichte bis dato... Es tut gut, es einfach mal nieder zu schreiben... Eigentlich vertrete ich seit jeher die Meinung, dass alles im Leben einen Sinn hat, dass nichts aus Zufall geschieht... Aber in diesem Fall fällt es mir so schwer :,-(

  2. #2
    Avatar von Tine1974
    Tine1974 ist offline EsLäuftSichAllesZurecht!
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    Standard Re: Stille Geburt 40. SSW



    Ich wünsche euch alles Gute!
    Fress oder sterb!
    Lang lebe der Emperativ!

  3. #3
    Samamu88 ist offline Stranger
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    Standard Re: Stille Geburt 40. SSW

    Danke Tine <3

  4. #4
    Avatar von Winterkaktus
    Winterkaktus ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Stille Geburt 40. SSW

    Es ist wirklich furchtbar, was Euch passiert ist . Der Alptraum einer jeden Schwangeren.
    Ich hoffe sehr für Euch, dass es schnell wieder klappt! Finde ich bewundernswert, dass Ihr direkt wieder nach vorne schaut!



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