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    Mohnsamen ist offline Stranger
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    Standard Fehlgeburt im Urlaub

    Hallo zusammen,

    leider hat das traurige Schicksal einer Fehlgeburt auch mich getroffen. Ich würde gerne meine Geschichte erzählen und freue mich über eure Tipps und Kommentare.

    Es ist etwas lang, aber für mein Geschmack fehlten mir im Netz ein paar Berichte die den Ablauf schildern und auch die Ärzte hielten sich mit Informationen sehr bedeckt. Vielleicht weil es so facettenreich ist. Ich habe jede einzelne Geschichte gelesen und wusste trotzdem noch nicht genug . Somit ist hier nun auch Meine.

    Es hat bei uns beim ersten Mal geklappt, ich war sofort schwanger und ich würde behaupten, dass ich es an dem Tag der Befruchtung sogar gemerkt habe. Kurz danach bekam ich drei Tage hintereinander eine Migräne mit Aura. Ich hatte vorher noch nie Migräne und war über die Sprach- und Sehstörungen sehr verwundert. Wir haben es sofort hat die Schwangerschaft geschoben, da alle weiteren Tests ohne Befund waren. Wir haben uns so gefreut und wollten es jedem erzählen. Natürlich haben wir das nicht getan.

    Drei positive Schwangerschaftstests später, in der 5 SSW war ich das erste Mal beim Arzt. Er machte ein Ultraschallbild und man sah eine Fruchthöhle. Er sagte, dass er noch keine Entwarnung bezüglich einer Eileiterschwangerschaft geben kann, da er noch keine Dottersack sieht. Ich sollte in zwei Tagen wieder kommen um den HCG Anstieg bewerten zu können.
    Es war zwar ein Anstieg da, aber er war zu gering. Eine Woche später in der 6 SSW war ich wieder beim Ultraschall und man sah einen Dottersack. Der Arzt sagte, dass er keine Entwarnung geben kann, da man noch kein Embryo sieht. Er stufte unseren Mini eine Woche zurück und sagte wir sollten in zwei Wochen zu seiner Vertretung gehen, da er nicht da sei.

    Zwei Wochen später waren wir dann bei der Vertretungsärztin und man sah auf dem Ultraschall ein Embryo. Man konnte auch ein kleines Flimmern sehen. Sie sagte uns, dass das Herz normalerweise stärker zu sehen ist. Sie hat den Zwerg vermessen und festgestellt, dass er nur 0,55 cm groß war. Sie stufte also wieder eine Woche zurück. Somit war der Mini rechnerisch in der 8+2 SSW und wurde auf 6+2 eingestuft. Für uns trotzdem ein Grund zur Freude, denn er hat sich entwickelt. Ist gewachsen.
    Wir sollten nächste Woche wieder kommen, jedoch war da ein Urlaub in Spanien geplant bzw. mein Mann musste dort arbeiten und ich wollte Urlaub machen. Sie sagte, dass es kein Problem sei, dann Schonen oder ähnliches würde vor einer möglichen Fehlgeburt nicht schützen. Falls Blutungen auftreten, sollten wir diese abwarten und dann zur Kontrolle zum Arzt gehen.

    Wir hatten uns zu der Zeit bereits über die Möglichkeit der Fehlgeburt informiert und uns entschieden, dass eine Ausscharbung nicht das richtige für uns ist. Ich hatte in einem Bericht einen Satz gelesen, der mir nicht aus dem Kopf ging. Sinngemäß war er "wir werden das Kind so gehen lassen, wie wir es geschaffen haben. In privater liebevoller Umgebung"

    Unsere Freude über das Wachstums hielt nicht lange.

    Ein Tag später setzten morgens Schmierblutungen ein. Genau an dem Tag an dem ich auch die Tage bekommen hätte. Abends wurden sie flüssiger und ich entschied mich doch ins Krankenhaus zu fahren. Sie machten einen Ultraschall und stellten eine Größe fest, die einer SSW 6+3 entsprach. Also einen Tag gewachsen? Das Herz war nicht zusehen aber auch sonst nichts weiter auffälliges. Man sagte uns das es vielleicht noch zu klein ist um den Herzschlag mit jedem Ultraschall sehen zu können.

    Zwei Tage mit leichten Blutungen später stiegen wir also ins Flugzeug und flogen nach Spanien in den Urlaub. Während des Fluges bekam ich immer wieder die Angst, dass die Blutungen schlimmer werden würden und alles im Flugzeug passieren würde. Ich bekam richtig ein wenig Panik aber mein Mann beruhigte mich liebevoll.

    In unsrer Unterkunft angekommen war mir irgendwie klar, dass die Fehlgeburt in den nächsten zwei Tagen einsetzen würde. Die Krämpfe wurden schlimmer. Ich war mir sicher, dass es ab abends einen Schub geben wird. Das war die letzten Tage auch so. Tagsüber alles halb so schlimm und abends Schmerzen und stärker werden Blutungen.
    Ich war erleichtert nun nicht mehr zwangsläufig unter Menschen zu müssen.

    Ab 20 Uhr bekam ich starke Schmerzen. Ähnlich stärker Periodenschmerzen. Nur waren es keine Krämpfe, sondern durchgehende Schmerzen. Ab ca. 23 Uhr kamen dann sehr sehr starke Krämpfe dazu. Sie hielten die ganze Nacht an und haben mich fast zur Verzweiflung gebracht. Ich weinte, stand auf, legte mich hin, ging auf die Toilette, und und und. Ich verzweifelte daran, dass ich nicht wusste was passierte. War es unterwegs oder nicht. Wie lange dauern diese schlimmen Schmerzen.
    Ich hatte zwar mit jeder Menge Binden und einer Wärmflasche vorgesorgt, aber an Schmerzmittel nicht gedacht. So kämpfte ich mich durch die Nacht. Ab ca. 5 Uhr morgens wurden die schubartigen starken Krämpfe etwas besser und ich könnte etwas schlafen.
    Um ca. 6 Uhr kam dann ein großer Schwall Blut und etwas Gewebe aus mir raus. War es das nun? Ist das unser Mini?

    Nächsten Tag ging es mir besser. Viel gelegen, gelesen und die Sonne genossen. Nachmittags kam mein Mann von der Arbeit und hatte Tabletten besorgt. Eisentabletten und Schmerzmittel. Eine nahm ich und wir konnten einen halbwegs entspannten Abend genießen.

    Die Nacht war ruhig. Etwas Bauchschmerzen, aber ich konnte durch schlafen. Den ganzen nächsten Tag hatte ich Kopfschmerzen, mochte nur liegen, mein Bauch tat die ganze Zeit durchgehend weh, war aber auszuhalten. Die Blutungen wurden stärker. Gegen Nachmittag dann das seltsame Gefühl, dass ganz viel auf einmal aus mit raus kam. Und da war es. Die Geburt meines kleinen Schatzes, der nicht leben sollte. Bei dem wir während der Entstehung einen kleinen genetischen Fehler eingebaut haben und er somit nicht lebensfähig war.

    Ich hatte unsern Zwerg übrigens Poppy getauft. So wie Poppy Seed (Mohnsamen). Er war einfach so winzig.

    Nun sitze ich hier, in Spanien. Ich habe versucht mit meinem Arzt und meiner Hebamme in Deutschland zu sprechen. Aber keine Chance. Die Hebamme war nicht zu erreichen und die Sprechstundenhilfe meines Arztes sagte nur, dass ich zu einem Arzt in Spanien gehen soll. Sie hat ja recht und das haben wir auch noch vor, jedoch hätten mir ein paar Informationen ganz gut getan.

    Ich warte nun auf meinen Mann. Wir werden hier ins Krankenhaus fahren um zu kontrollieren ob nun alles raus ist. Ich frage mich nur ob wir vielleicht noch heute abwarten sollten. Immerhin brauch es bestimmt etwas um alles abzubauen.

    Ich wünsche allen Frauen, die das durch machen mussten und noch müssen ganz viel Kraft.

    Viele Grüße
    Elena

  2. #2
    Fly123 ist offline Stranger
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    15.05.2018
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    Standard Re: Fehlgeburt im Urlaub

    Hallo liebe Elena ,

    Dein Artikel ist jetzt schon eine Weile her ... ist alles gut gegangen ? Bzw. Wie geht es dir inzwischen ?

    Liebe Grüße

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