Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1
    Gast

    Standard ... und einfach weitermachen?

    Hallo zusammen,

    nun "darf" ich mich ja auch hier sehen lassen ... Telegrammfassung:

    nach knapp drei Jahren Hoffen, Bangen und Warten und der Aussage diverser Ärzte, dass "es" beim Gatten und mir "nicht klappen kann", bin ich im Juni 2006 Mutter des sicher wunderbarsten Sohnes der Welt geworden :liebe: .

    Wir haben uns von Herzen ein Geschwisterkind gewünscht, aber so recht nicht daran geglaubt. Dann das:

    21. April - Mens länger überfällig - laut persona hatte es einen schönen ES gegeben ... SST positiv. Wahnsinn. Wir waren komplett durch den Wind, fassungslos vor Glück.

    In den nächsten Tagen bei mir die Überzeugung "da stimmt was nicht". SSTs gemacht - die wurden einfach nicht kräftiger (das kannte ich noch aus der ersten Schwangerschaft, dass das schnell deutlicher wurde).

    29. April - Termin zur VU - Ärztin zuversichtlich, Blutserum-HCG positiv ... aber (nach meiner Berechnung) viel zu niedrig. Trotzdem: dezente Freude. Was, wenn doch alles gut wird? -

    Nichts wurde gut --- ab dem 30. April starke Blutungen, SSTs nun blütenweiß negativ.

    Innerhalb weniger Tage die ganze Klaviatur der Gefühle auf und ab ... es tut so unbeschreiblich weh. Wer nach einer solchen "Geschichte" einen positiven SST in Händen hält, ist überglücklich - dagegen kann man sich kaum wehren.

    Meine FÄ ist im Urlaub; habe alles mit meiner lieben Hebamme geregelt. Die hat auch von einer AS abgeraten - die Natur wird's richten. Soweit, so gut.

    Aber das Herz ... ich habe mich nicht mal krankschreiben lassen, gehe weiter arbeiten. Mein Mann ist still und in sich gekehrt - für ihn ist das alles sehr unwirklich. Wir haben kaum darüber geredet. Es fühlt sich an wie ein Laufen entlang der Abbruchkante - ein falscher Schritt, und schon wird es bodenlos. Allein die wirklich nett gemeinte Frage meines Chefs, ob denn der Maifeiertag schön war, war wie ein Schlag.

    Es ist so unwirklich --- rein sachlich kann ich sagen, dass das eine verspätete Mens war. Aber innen ist es so, dass ich - auch wenn das pathetisch klingt - ein Kind verloren habe (in dem Sinne, dass es nicht zu uns kommen wird).

    Nach außen mache ich weiter, weiter, weiter ... mit wem soll man darüber reden? Aber irgendwie fühlt es sich an, als müsste da "drinnen" jemand mal Pause machen, verarbeiten, traurig sein. Aber "darf" man das, wo doch "nur" eine beginnende Schwangerschaft "abgegangen" ist (schreckliche Bezeichnung)?

    Bin noch ratlos und erleichtert, dass es hier auch anderen so geht - danke fürs Lesen.

  2. #2
    Avatar von miss-one
    miss-one ist offline Senfdazugeber
    Registriert seit
    25.03.2008
    Beiträge
    201

    Standard Re: ... und einfach weitermachen?

    Oh Mensch, fühl Dich mal ganz doll gedrückt!!! Ich finde, Du hast jedes Recht darauf, traurig zu sein und auch zu trauern. Aber versuch auch, mit Deinem Mann ins Gespräch zu kommen. Nicht, dass Ihr jetzt beide nebeneinander her leidet und schweigt. Es ist bestimmt besser, wenn Ihr das zusammen macht. Das bringt Euch beide zusammen weiter - und schweist bestimmt noch mehr zusammen. Vielleicht fühlt sich Dein Mann im Moment genauso hilflos wie Du - weil er zwar auch ums Sternchen trauert, aber vor allem, weil er gar nicht weiß, wie er Dir beistehen soll.
    Ich drück Dir jedenfalls ganz doll die Daumen, dass es bald wieder klappt.

    Papas Verstärkung ist endlich da:
    09.10.2008, 10:21 Uhr
    53 cm, 3.230 g :liebe:



    http://www.baby-o-meter.de/b/miss-one_1.jpg



    Meine Bino ist chrissi1370 - und sie hält ihre kleine
    Lilia Zoe schon seit dem 22.09.2008 im Arm :liebe:


    Meine Bilder und Texte gehören mir und dürfen ohne meine ausdrückliche Genehmigung weder in anderen Medien oder Zusammenhängen verwendet oder veröffentlicht noch an Dritte weitergegeben werden !!!

  3. #3
    Gast

    Standard Re: ... und einfach weitermachen?

    Danke für Deine Worte! Bei meinem Mann bin ich gar nicht so sicher, dass das gerade ein echtes Thema ist - er ist schwer im Stress und ohnehin nicht der große Redner. Gerade könnte ich nicht mit Bestimmtheit sagen, wie es ihm geht ...

    Wir wollen es gern weiter versuchen - darin sind wir uns einig.

    Dir wünsche ich eine schöne weitere Schwangerschaft - alles Gute Euch!

  4. #4
    Avatar von Anna1980
    Anna1980 ist offline old hand
    Registriert seit
    11.08.2007
    Beiträge
    752

    Lächeln Re: ... und einfach weitermachen?

    du hast leider ein Kind verloren und wenn du nicht mit deinem Mann redest geht eure Beziehung daran kaputt. Es tut beiden weh.

    Wir haben zusammen geheult, geredet, geflucht wie unfair das Leben sein kann und noch mal geheult und dann ging es uns beiden besser. Und irgendwann werden wir einen neuen Versuch unternehmen...aber bis dahin braucht es viel Zeit, denn ich habe das noch nicht verwinden können. Hatte mich so gefreut auf dieses Kind.

    Wenn ihr mit einander sprecht wird es euch zusammenschweißen und stärker machen.

    Sei gedrückt

    ANNA

    Zitat Zitat von *Bee* Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    nun "darf" ich mich ja auch hier sehen lassen ... Telegrammfassung:

    nach knapp drei Jahren Hoffen, Bangen und Warten und der Aussage diverser Ärzte, dass "es" beim Gatten und mir "nicht klappen kann", bin ich im Juni 2006 Mutter des sicher wunderbarsten Sohnes der Welt geworden :liebe: .

    Wir haben uns von Herzen ein Geschwisterkind gewünscht, aber so recht nicht daran geglaubt. Dann das:

    21. April - Mens länger überfällig - laut persona hatte es einen schönen ES gegeben ... SST positiv. Wahnsinn. Wir waren komplett durch den Wind, fassungslos vor Glück.

    In den nächsten Tagen bei mir die Überzeugung "da stimmt was nicht". SSTs gemacht - die wurden einfach nicht kräftiger (das kannte ich noch aus der ersten Schwangerschaft, dass das schnell deutlicher wurde).

    29. April - Termin zur VU - Ärztin zuversichtlich, Blutserum-HCG positiv ... aber (nach meiner Berechnung) viel zu niedrig. Trotzdem: dezente Freude. Was, wenn doch alles gut wird? -

    Nichts wurde gut --- ab dem 30. April starke Blutungen, SSTs nun blütenweiß negativ.

    Innerhalb weniger Tage die ganze Klaviatur der Gefühle auf und ab ... es tut so unbeschreiblich weh. Wer nach einer solchen "Geschichte" einen positiven SST in Händen hält, ist überglücklich - dagegen kann man sich kaum wehren.

    Meine FÄ ist im Urlaub; habe alles mit meiner lieben Hebamme geregelt. Die hat auch von einer AS abgeraten - die Natur wird's richten. Soweit, so gut.

    Aber das Herz ... ich habe mich nicht mal krankschreiben lassen, gehe weiter arbeiten. Mein Mann ist still und in sich gekehrt - für ihn ist das alles sehr unwirklich. Wir haben kaum darüber geredet. Es fühlt sich an wie ein Laufen entlang der Abbruchkante - ein falscher Schritt, und schon wird es bodenlos. Allein die wirklich nett gemeinte Frage meines Chefs, ob denn der Maifeiertag schön war, war wie ein Schlag.

    Es ist so unwirklich --- rein sachlich kann ich sagen, dass das eine verspätete Mens war. Aber innen ist es so, dass ich - auch wenn das pathetisch klingt - ein Kind verloren habe (in dem Sinne, dass es nicht zu uns kommen wird).

    Nach außen mache ich weiter, weiter, weiter ... mit wem soll man darüber reden? Aber irgendwie fühlt es sich an, als müsste da "drinnen" jemand mal Pause machen, verarbeiten, traurig sein. Aber "darf" man das, wo doch "nur" eine beginnende Schwangerschaft "abgegangen" ist (schreckliche Bezeichnung)?

    Bin noch ratlos und erleichtert, dass es hier auch anderen so geht - danke fürs Lesen.
    Wir sollten die Welt öfter mit Kinderaugen sehen!

    Meine Bino ist Kajojo, Anja und Silke
    *an der Stelle ganz lieb grüß*


    Leonie auf dem Arm und mein Sternchen im Herzen! Alle die einen kleinen "Engel" im Herzen tragen wünsche ich viel Kraft, Zuversicht und eine weitere Chance

  5. #5
    Guiri ist offline Member
    Registriert seit
    17.09.2007
    Beiträge
    188

    Standard Re: ... und einfach weitermachen?

    Hallo liebe Bee,

    es tut mir Leid, was Du und Dein Mann gerade durchmachen müsst. Dieses Auf und Ab der Gefühle ist wirklich schlimm.

    Bei mir war es ähnlich. Obwohl mein FA nach einer Blutuntersuchung meinte, dass es mit Kindern schwierig aussieht, bin ich sofort danach schwanger geworden. 3 Tage lang durfte ich mich freuen, dann bekam ich nach einer Firmenveranstaltung Blutungen und war 3 Wochen wegen eines Hämatoms in der Gebärmutter krank geschrieben. Dann kam die Entwarnung, alles sah wieder gut aus, und das Herzchen schlug. Die nächsten 3 Tage waren die glücklichsten meines Lebens - bis wieder Blutungen einsetzten. Genau an Ostern hatte ich eine Fehlgeburt in der 8. SSW mit AS.

    Es ist wichtig, dass Du mit Deinem Mann darüber redest; er leidet sicher auch sehr. Und ja, Du darfst trauern und musst es sogar. Auch wenn es sich "nur" um eine beginnende Schwangerschaft gehandelt hat. Nur so kannst Du wieder in Dein normales Leben zurückfinden und irgendwann Kopf und Herz wieder frei bekommen für ein neues Baby. Dein Sternchen wirst Du aber so oder so nie vergessen, auch wenn Du Dich jetzt versuchst, Dich mit der Arbeit abzulenken. Und es ist und wird immer ein Teil von Dir sein.
    Nimm Dir die Zeit, Du hast ein Recht zu trauern! Ich habe viel geweint, und es hat mir geholfen, mit lieben Menschen darüber zu reden. Ich habe auch ein Tagebuch angefangen.
    Auch wenn es Dir jetzt unmöglich erscheint, irgendwann wird der Schmerz weniger. Ich wundere mich selbst, dass es mir jetzt schon wieder ganz gut geht und ich hoffe, bald wieder schwanger zu werden.

    Sei ganz lieb gedrückt!

    Liebe Grüße
    Svenja

  6. #6
    Gast

    Standard Re: ... und einfach weitermachen?

    hallo,

    wie du weisst habe ich am 31.3 eine fg in der 12 ssw. gehabt, mit ausschabung.
    die ganze zeit während der ss war etwas anders als bei meinen anderen kindern, ich hatte auch ständig leichte blutungen usw.
    im us sah aber alles okay aus, sogar das herzchen hat geschlagen.
    trotzdem hatte ich 2 tage vor der fg, an einem samstag, das gefühl da ist nichts mehr.
    ich habe dann meine hebamme angeufen, sie ist die frau von meinem fa.
    der hat mich dann montags indie praxis bestellt, an diesem tag hatte er op-tag.
    auf dem us sah alles aus wie vorher, nur das herz hat einfach aufgehört zu schlagen.
    ich war und bin darüber sehr sehr traurig, mein mann auch aber er hat eine andere art damit umzugehen als ich, was ich auch ziemlich logisch finde.
    sein bezug zu dem kind war ein anderer, von daher kann ich deinen mann auch verstehen wenn er nicht so viel und so oft darüber reden möchte wie du.

    zeit das ganze in ruhe zu verarbeiten blieb mir eigentlich nicht, montags war die op und donnerstags ist meine grosse wegen blinddarm ins krankenhaus gekommen undwurde freitags operiert.

    meinen job als fotografin konnte ich nat. auch nicht so lange ruhen lassen, davor hatte ich ziemlich angst weil ich doch die neugeborenen im kh fotografiere.
    es war und ist aber völlig okay, es sind nicht meine kinder und ich kann das ganz gut trennen.

    unheimlich viel geholfen haben mir die vielen antworten aus dem 2006er forum.

    mittlerweile bin ich zu der erkenntnis gekommen das es eben nicht hat sollen sein, das ich keine schuld daran habe und sonst auch niemand, die natur hat entschieden.

    pünktlich 5 wochen nach der as habe ich gestern das erste mal wieder meine mens bekommen und das gibt mir auch eine gewisse sicherheit das alles wieder " normal " ist.

    ich wünsch dir viel kraft !

  7. #7
    SanKa ist offline enthusiast
    Registriert seit
    10.10.2007
    Beiträge
    293

    Standard Re: ... und einfach weitermachen?

    Kann dich ganz gut verstehen. Fühle mich genauso. Aber für alle geht das Leben eben weiter, anderewissen nichts von dem Verlust oder wissen einfach nicht was man dabei fuhlt. Aber er braucht eben Zeit und trauert auf seine Art und die muss ich ihm lassen.Dein Mann denkt sicher auch daran auch wenn er Stress hat. Meiner arbeitet aucg viel und trotzdem denke ich schon, dass er gedanklich ans Baby denkt. Wir haben beide am Tag der AS gesagt es kommt sicher bald wieder, war vielleicht nicht der richtige Moment.
    Mir hilft es sehr hier eine liebe Forumsfreundin gefunden zu haben die das selbe durchmachen musste und mich einfach versteht, so können wir uns schreiben und gegenseitig aufbauen.
    Es ist ansonsten einfach schwer jemand zum reden zu finden, da sie solche Gefühle einfach nicht verstehen können und ich sie auch nicht in Bedrängnis bringen möchte, da sie sicher nicht wissen wie helfen.
    Drücke dir die Daumen, dass dein Baby bald wieder kommt. Aber zumindest hast du schon einen Sohn und sei einfach dankbar dafür und versuch dich dadurch aufzubauen. Hätte zwar auch gerne mal 2 Kinder, aber wäre nun einfach froh mal eins in den Armen halten zu dürfen.

    Liebe Grüsse undversuche einfach maleinen Moment zu finden und gezielt dir zu nehmen um die Trauer rauszulassen damit du dich freier fühlst.

  8. #8
    Tess ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    15.09.2006
    Beiträge
    4.518

    Standard Re: ... und einfach weitermachen?

    Mir ging es ähnlich, war weil ich liegen sollte (während es dann doch abging) nur eine Woche krankgeschrieben. Das war der totale Horror. Die Welt hat sich einfach weitergedreht und ich konnte nicht glücklich sein.
    Daher jetzt mit Abstand der Rat: Sprich mit Deinem Mann darüber und lasst die Traurigkeit und die Ohnmacht zu! Weint gemeinsam und versucht es nicht zu verdrängen. Ablenkung ansonsten ist sicher gut, aber erzählt doch einfach auch mal ein paar engen Freunden davon. Vielleicht haben manche von ihnen das auch schon erlebt und sei gewiss, jeder kennt irgendjemanden dem das auch schon mal passiert ist! Ich war ne ganze zeitlang ziemlich sarkastisch, auch Freunden mit Kindern ggü. - aber vor allem, da ich keine Kinder hatte und zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, ob es wohl jemals klappen würde... Also, nicht verstecken, gemeinsam drüber sprechen und dann heilt die Zeit auch mal wieder die Wunden!
    Alles Gute!

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