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Thema: Initiative in einer Liebesbeziehung

  1. #1
    Eyelid ist offline Stranger

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    Standard Initiative in einer Liebesbeziehung

    Ich möchte hier meine Situation schildern, weil ich glaube, dass mir Antworten darauf eine Hilfe sein könnten.

    Meine Freundin (36) und ich (40) sind seit 7 Jahren zusammen. Wir haben eine gemeinsame Wohnung und ein gemeinsames Kind. Wir planen unsere Zukunft gemeinsam. Wir entschieden uns für ein zweites Kind, und obwohl es mit der Schwangerschaft erst nicht klappen wollte, ist jetzt weiterer Nachwuchs in Sicht.

    Ein häufiges Gesprächsthema in unserer Beziehung war eine Diskussion um die Initiative beim Sex. Ich hatte seit jeher das Gefühl, in den allermeisten Fällen derjenige zu sein, der die Initiative zum Sex ergriff. Meine Gefühle für sie waren wirklich stark, und ich äußerte meinen Wunsch nach Intimität etwa einmal pro Woche. Ich hätte gerne öfter mit ihr geschlafen, aber einmal in der Woche wäre eine Intensität gewesen, mit der ich auf Dauer glücklich gewesen wäre. Ich bemerkte allmählich, dass ihr einmal in der Woche zu häufig war, obwohl ich der festen Überzeugung bin, dass sie den Sex wirklich genießen konnte. Ich glaube, dass es ihr zu häufig war, weil sie vor dem Ablauf einer Woche ohne Sex niemals die Initiative ergriffen hat. Ergo war immer ich derjenige, der anfing. Mir kam das auf Dauer etwas fordernd und einseitig vor, und ich habe mittlerweile einige Gespräche mit ihr dazu geführt. Ich habe ihr erklärt, dass ich mich nicht wohl dabei fühle, wenn immer ich den Anfang machen muss. Sie sagt, dass sei schon in Ordnung, der Mann müsse eben immer den Anfang machen. Mit dem Verdacht im Hinterkopf, sie würde viel weniger Sex mögen als ich, fragte ich sie schon oft nach ihren Vorstellungen und bekam immer die mich erstaunende Antwort „ein- bis zwei-mal die Woche“.

    Mein Werben und Verführen wurde immer öfter und zu allen Tageszeiten mit einem Hinweis auf ihre Müdigkeit abgeblockt. Nach einigen immer gleichen Wiederholungen der Diskussionen um Initiative und nach einer erneuten Abweisung wegen Müdigkeit hatte ich in meiner Ratlosigkeit spontan und für mich beschlossen, den senkrechten Weg dazu einzuschlagen. Ich ließ die wöchentlichen Verführungsversuche weg, ich startete kein Gespräch zum Thema Liebe mehr, die vorher gern ausgeteilten Zärtlichkeiten im Alltag (Umarmungen, Küsse, Klapse auf den dusch-nassen Hintern, etc. etc.) verkniff ich mir. Ich wusste einfach nicht mehr, was ich außer den zahlreichen Gesprächen und Verführungsversuchen noch unternehmen sollte. Meine Hoffnung war, dass sie den Unterschied bemerkt und darauf reagiert. Bemerkt hat sie den Unterschied zwar schon, ihre „Reaktion“ darauf war aber die bereits bekannte Passivität – sie schwieg das Thema jetzt ebenfalls aus.

    Mittlerweile sind vier Monate vergangen, und wir haben in dieser Zeit weder miteinander geschlafen noch über den Unterschied zu früher gesprochen. Ich bin mit jedem Tag mehr darüber erstaunt, wie sie die Veränderung mir gegenüber ignoriert. Manchmal denke ich, sie ist froh darüber, dass die Verführungsversuche endlich ausbleiben. Mir geht es schlecht damit weil ich hoffte, sie mit meiner Abkühlung so aus der Reserve zu locken, dass sie mir aktiv entgegenkommt. Umso grotesker finde ich, dass wir weiterhin die Zukunft gemeinsam planen. So, als wäre nichts geschehen.

  2. #2
    Avatar von Prestige2008
    Prestige2008 ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Initiative in einer Liebesbeziehung

    Zitat Zitat von Eyelid Beitrag anzeigen
    Ich möchte hier meine Situation schildern, weil ich glaube, dass mir Antworten darauf eine Hilfe sein könnten.

    Meine Freundin (36) und ich (40) sind seit 7 Jahren zusammen. Wir haben eine gemeinsame Wohnung und ein gemeinsames Kind. Wir planen unsere Zukunft gemeinsam. Wir entschieden uns für ein zweites Kind, und obwohl es mit der Schwangerschaft erst nicht klappen wollte, ist jetzt weiterer Nachwuchs in Sicht.

    Ein häufiges Gesprächsthema in unserer Beziehung war eine Diskussion um die Initiative beim Sex. Ich hatte seit jeher das Gefühl, in den allermeisten Fällen derjenige zu sein, der die Initiative zum Sex ergriff. Meine Gefühle für sie waren wirklich stark, und ich äußerte meinen Wunsch nach Intimität etwa einmal pro Woche. Ich hätte gerne öfter mit ihr geschlafen, aber einmal in der Woche wäre eine Intensität gewesen, mit der ich auf Dauer glücklich gewesen wäre. Ich bemerkte allmählich, dass ihr einmal in der Woche zu häufig war, obwohl ich der festen Überzeugung bin, dass sie den Sex wirklich genießen konnte. Ich glaube, dass es ihr zu häufig war, weil sie vor dem Ablauf einer Woche ohne Sex niemals die Initiative ergriffen hat. Ergo war immer ich derjenige, der anfing. Mir kam das auf Dauer etwas fordernd und einseitig vor, und ich habe mittlerweile einige Gespräche mit ihr dazu geführt. Ich habe ihr erklärt, dass ich mich nicht wohl dabei fühle, wenn immer ich den Anfang machen muss. Sie sagt, dass sei schon in Ordnung, der Mann müsse eben immer den Anfang machen. Mit dem Verdacht im Hinterkopf, sie würde viel weniger Sex mögen als ich, fragte ich sie schon oft nach ihren Vorstellungen und bekam immer die mich erstaunende Antwort „ein- bis zwei-mal die Woche“.

    Mein Werben und Verführen wurde immer öfter und zu allen Tageszeiten mit einem Hinweis auf ihre Müdigkeit abgeblockt. Nach einigen immer gleichen Wiederholungen der Diskussionen um Initiative und nach einer erneuten Abweisung wegen Müdigkeit hatte ich in meiner Ratlosigkeit spontan und für mich beschlossen, den senkrechten Weg dazu einzuschlagen. Ich ließ die wöchentlichen Verführungsversuche weg, ich startete kein Gespräch zum Thema Liebe mehr, die vorher gern ausgeteilten Zärtlichkeiten im Alltag (Umarmungen, Küsse, Klapse auf den dusch-nassen Hintern, etc. etc.) verkniff ich mir. Ich wusste einfach nicht mehr, was ich außer den zahlreichen Gesprächen und Verführungsversuchen noch unternehmen sollte. Meine Hoffnung war, dass sie den Unterschied bemerkt und darauf reagiert. Bemerkt hat sie den Unterschied zwar schon, ihre „Reaktion“ darauf war aber die bereits bekannte Passivität – sie schwieg das Thema jetzt ebenfalls aus.

    Mittlerweile sind vier Monate vergangen, und wir haben in dieser Zeit weder miteinander geschlafen noch über den Unterschied zu früher gesprochen. Ich bin mit jedem Tag mehr darüber erstaunt, wie sie die Veränderung mir gegenüber ignoriert. Manchmal denke ich, sie ist froh darüber, dass die Verführungsversuche endlich ausbleiben. Mir geht es schlecht damit weil ich hoffte, sie mit meiner Abkühlung so aus der Reserve zu locken, dass sie mir aktiv entgegenkommt. Umso grotesker finde ich, dass wir weiterhin die Zukunft gemeinsam planen. So, als wäre nichts geschehen.
    Wie schwanger ist denn Deine Freundin?

    Ich finde, keine Schwangere hat den bewussten Entzug von Nähe, Zuneigung, Aufmerksamkeit und Respekt verdient.

    Welche gemeinsame Zukunft plant ihr denn? Die Geburt? Das Kind wird wohl nicht ewig drin bleiben wollen ,
    gut wenn sie für den Tag X zumindest einen Plan hat .

    Der Schuss ging absolut nach hinten los.
    Aber wegen mir, schieb es auf die Hormone.

  3. #3
    emkaleniti ist offline journey (wo)man

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    Standard Re: Initiative in einer Liebesbeziehung

    Wie alt bist du? 40???
    Das hört sich für mich eher nach Kindergarten an... Sorry
    Evtl mag deine Freundin gerne verführt werden? Nicht jeder ergreift gerne selbst die Initiative. Und wenn du gerne auch mal verführt werden willst, dann sag ihr das doch so.
    Aber einen Partner, nur weil er sich mehrmals 'verweigert' hat ...und mit Verlaub, in meinen Schwangerschaften war ich in der Tat hundemüde, da hab ich mich abends zusammen mit den Kindern ins Bett gelegt... aber ihm deshalb sämtliche anderen Zärtlichkeiten zu entziehen... also was ist das denn bitte. Noch dazu wenn der Partner schwanger ist und sich dadurch vielleicht sowieso noch dick, hässlich und unsexy fühlt... da fehlen mir ja echt die Worte!!!
    Ich glaube du kannst froh sein, wenn sie sich nicht von dir abgelehnt fühlt und deinen Liebesentzug kaum bemerkt. Also ich wäre zutiefst gekränkt und würde mich absolut ungeliebt fühlen. Und das würden seine Chancen erstrecht noch erheblich reduzieren...

  4. #4
    Eyelid ist offline Stranger

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    Standard Re: Initiative in einer Liebesbeziehung

    Danke für eure Antworten.
    Die Situation hat mit der Schwangerschaft und den entsprechenden Hormonen nicht viel zu tun, sondern war vorher schon so. Das wurde oben vielleicht nicht klar. Es hat sich zu Beginn der zweiten Schwangerschaft auch nicht nennenswert verändert und war während der ersten Schwangerschaft sogar GANZ anders.
    Ich bin absolut eurer Meinung, dass eine Schwangere Liebe, Respekt und Unterstützung braucht. Ich habe nie behauptet, dabei ein gutes Gewissen zu haben – im Gegenteil. Wie ihr seht, ist das mein erster Beitrag hier, und ich gehöre nicht zu denen, die gefühlte Kleinigkeiten ins Netz schreiben.
    Ja, meine Freundin mag absolut gerne verführt werden. Ich aber auch! Ich hab ihr das auch schon so oft gesagt! Warum dann IMMER ich?
    Dass sie mit ihrem runden Bauch auf eine besondere Art sexy ist habe ich ihr auch schon in der ersten Schwangerschaft ganz oft gesagt.
    Auch wenn meine Idee vielleicht nicht gut war, welche Idee ist denn in dieser Lage besser? Woran könnte das alles liegen, und vor allem, was könnte ich noch probieren?

  5. #5
    Miss_Granger ist offline Veteran

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    Standard Re: Initiative in einer Liebesbeziehung

    Da bin ich fast ratlos. Ich würde mich genauso fühlen wie du, wenn ich in der gleichen Lage wäre. Es wäre fair, wenn sie sich dazu äußern würde. Sie könnte sagen, dass sie Sex nicht mag, dass sie von alleine nicht auf den Gedanken kommt, weil ihre Libido nicht sehr ausgeprägt ist, dass sie gerne verführt wird und denkt, dass du keine Lust hast, wenn du nicht anfängst, usw. Es gibt zahlreiche Antwortmöglichkeiten, auf die ich jetzt gar nicht komme. Aber gar nichts zu sagen, ist nicht zielführend.

    Ich würde jetzt das Gespräch suchen. Ihr muss ja aufgefallen sein, dass sich seit Monaten etwas verändert. Sie ist vielleicht nicht der Typ, der gerne alles haarklein auseinanderklamüsert, aber ein kurzes Gespräch würde ich versuchen. Dann weißt du auch, ob sie unter deinem "Liebesentzug" leidet, was gerade in einer Schwangerschaft wirklich mies wäre.


    Manche Menschen übernehmen nie die Initiative, obwohl sie Lust haben, weil die Angst vor einer Zurückweisung zu groß ist oder weil es ihnen peinlich ist. Daran kann man arbeiten, was aber natürlich nicht immer zum Ziel führt. Das ist dann eben so. Eventuell musst du dich damit abfinden.

    Konzentrier dich auf die Dinge, die in eurer Beziehung wirklich gut laufen. Die Harmonie, dass ihr Sex habt, wenn du gerne möchtest, was weiß ich. Man muss auch dankbar sein für die Dinge, die man hat und nicht immer an dem rummäkeln, was man nicht hat. Das macht sehr unzufrieden.

    Wie gesagt, sprich mit ihr. Und dann musst du sie so nehmen, wie sie ist. Man kann nur mit dem Partner sprechen, ändern kann man ihn nicht. Viel Glück.

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