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Thema: Kein Sex mehr seit Zeugung unseres Kindes

  1. #1
    blume11 ist offline newbie

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    Rotes Gesicht Kein Sex mehr seit Zeugung unseres Kindes

    Wir sind seit 2 Jahren verheiratet und seit 8 Jahren ein Paar.
    Wir hatten eine sehr harmonische Beziehung, mit allem was so wichtig ist: gemeinsame und getrennte Hobbies, Sport, jeden Monat einen besonderen Tag, viel Körperkontakte, vor allem Umarmungen und natürlich auch viel Sex...

    Das hat sich geändert, als ich kurz nach unserer Hochzeit mit unserem ersten Kind geplant schwanger wurde. Mein Mann wich jeglichem Sex aus. Ich hatte besonders große Lust. Annäherungsversuchen wich er kategorisch aus. Es wurde sogar schwer ihn zu küssen oder in den Arm zu nehmen. Als besonders schmerzlich empfand ich es, dass mein Mann nie meinen Bauch fühlen wollte. Nie das Gestrampel unseres ungeborenen Kindes gespürt hat.

    Gesprächen über den Mangel an körperlicher Zuwendung wich er konsequent aus. Ich möchte betonen, dass nur die Körperlichkeit zwischen uns fehlte und Gespräche über bestimmte Themen, ich fühlte mich schon geliebt von ihm.

    Ich habe durch die Schwangerschaft natürlich zugenommen (15 kg) und einen größeren Busen bekommen, aber ich denke nicht, dass ich dadurch unattraktiv geworden bin.

    Ich schreibe dies alles in der Vergangenheit, weil ich mittlerweile zum zweiten Mal schwanger von meinem Mann bin.

    Die Entbindung von unserer ersten Tochter war für mich völlig unproblematisch und mit wenig Schmerzen verbunden. Blöderweise hatte ich auf meinen Mann Druck ausgeübt, dass er dabei sein sollte.
    Er hat sehr gelitten und wir konnten bis heute nicht vernünftig über die Entbindung sprechen. Er sagt nur: es war sehr blutig und verglich es mit einem Horrorfilm.

    Dieser Vergleich hat mich tief verletzt. Aber das Mutterglück hat mich erst einmal abgelenkt.

    Mein Mann ist ein guter, liebevoller Vater und ein zuverlässiger Partner. Ich liebe ihn über alles.

    Ich sage ihm immer wieder, dass ich mehr Zuneigung und mehr Körperlichkeit brauche, es muss nicht unbedingt Sex sein.
    Aber bitte, ich möchte wissen, warum er keinen Sex mehr will.
    Um Missverständnisse zu vermeiden, mein Mann ist nicht besonders religiös.

    Ich weine häufig nachts im gemeinsamen Bett oder im Badezimmer. Er ignoriert es.
    Als unsere Tochter 10 Monate alt war, haben wir beschlossen ein zweites Kind zu bekommen, nach 18 Monaten ohne Sex!
    Einmal hatten wir Sex ohne an meinen Zyklus zu denken. „Lass es uns einfach mal wieder probieren, ob es noch geht.“

    Danach war der Sex von meinen fruchtbaren Tagen bestimmt. Also, wenn er will, geht es auf Kommando, romantisch und abwechslungsreich, wie früher auch.
    Es war für mich wie früher. Mein Mann wollte nicht darüber reden, wie es für ihn war.
    Seit ich nun wieder schwanger bin, vermeidet er wiederum jegliche Zärtlichkeit.

    Warum lässt er mich so leiden?

    Ich nehme an, dass die Situation für ihn auch nicht angenehm ist, aber er könnte doch wenigstens andeuten, dass er ein Problem hat, welches sich geben wird, wenn ich nicht mehr vor Mutterschaft strotze.
    Er leugnet jedes Problem oder schweigt selbstsicher.

    Ich kann mit großer Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass mein Mann eine andere Frau hat, dazu fehlt einfach die Zeit, die er außer Haus verbringt.

    Ich denke ich werde es wohl noch aushalten. Wir wollen zwei Kinder. Vielleicht pendelt sich unser Sex-Leben dann wieder ein, wie früher.
    Sollte es sich nicht wieder verändern, werde ich sehr leiden, viel weinen. Ich habe niemanden, mit dem ich darüber reden kann, ich empfinde es als zu privat.
    Ich werde mich nicht von ihm trennen, weil mir unsere kleine Familie alles bedeutet und auch die Partnerschaft an sich ja gut ist.

    Ist es denkbar, dass mein Mann nie Spaß am Sex hatte und nur Sex mit mir hatte, um mich als Lebenspartnerin zu gewinnen?

    Ich wäre dankbar für Hinweise zu folgenden Themen:
    1. Partnerschaft ohne Sex,
    2. Sexualkundliche Hinweise zur männlicher Psych,
    3. Ist es denkbar, dass ein Mann grundsätzlich keine Lust auf Sex hat, diesen aber praktizieren kann?
    4. Warum könnten ihm auch Zärtlichkeiten unangenehm sein?

    Vielen Dank für Eure Kommentare im Voraus
    blume11
    Wie kriege ich hier den Babybanner hinein?

  2. #2
    Avatar von Tsts
    Tsts ist offline Schienenverkehrsexperte

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    Standard Liebes Blümchen

    das, was du schilderst, das ist gar nicht so selten. Meistens ist es "anders herum", also die Frau verweigert jede Körperlichkeit. Wobei "verweigert" meistens nicht der treffende Ausdruck ist. Sie ist dazu nicht in der Lage.

    Ich kenne ja deinen Mann nicht, was mit ihm los ist, dass kann ich nicht wissen. Allgemein kann man sagen, dass viele Männer ein Problem mit Sex haben, wenn ihre Frauen sichtbar schwanger sind. Manche finden den Körper der Partnerin nicht attraktiv, manchmal verändert sich die Partnerin auch in ihrem Wesen, manchmal haben Männer Angst vor dem Leben mit dem Baby und wünschen sich schon vor der Geburt den Zustand von "früher" zurück, manche sind unendlich genervt, weil sie die letzten Wochen zu zweit genießen wollen, während die Partnerin JEDES Gespräch nutzt, um ihn über ihre Pläne mit Baby aufzuklären. Ihm von Babykleidung, Geburtsvorbereitung, Kinderzimmereinrichtung usw. erzählt. Bei fast allen Männern ändert sich auch während der Schwangerschaft der Partnerin der Hormonhaushalt. Sie nehmen ebenfalls zu, werden "lethargischer". Auch das kann eine Ursache sein. Die offizielle Begründung (wenn überhaupt eine gegeben wird) ist dagegen meistens, dass sie Angst haben, dass dem Baby etwas passiert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Begründung fast immer vorgeschoben ist, im Wissen, dass die Partnerin für die Sorge um das Baby Verständnis haben dürfte. Meistens werden die Männer selbst nicht wissen, warum sie keine Lust mehr haben und dann nach einer rationalen Begründung suchen.

    "Als besonders schmerzlich empfand ich es, dass mein Mann nie meinen Bauch fühlen wollte. Nie das Gestrampel unseres ungeborenen Kindes gespürt hat." Ich kann gut verstehen, dass du darunter gelitten hast. Ich weiß nicht, warum dein Mann daran keinen Spaß hatte. Ich hatte mich bei beiden Kindern mit dem noch ungeborenen Baby vergnügt. Mit ihm schon im Bauch gespielt.

    Ich vermute aber, dass die Ursache für die Unlust deines Mannes nach der Geburt mit der für die Unlust vor der Geburt nicht viel zu tun hat.

    Das wenige, was er darüber erzählt erweckt in mir den Eindruck, dass eine Therapie für deinen Mann sinnvoll sein dürfte.

    Schaffst du es vielleicht, ihn mal zu einem Arztbesuch zu "überzeugen"? Wenn er das ablehnt, dann habt Ihr vielleicht den selben Hausarzt. Sprich mit diesem darüber. Schilder ihm das, worunter du leidest. Normalerweise sollte der Arzt dann in der Lage sein, die richtigen Punkte mit deinem Mann anzusprechen.


    "Dieser Vergleich hat mich tief verletzt. Aber das Mutterglück hat mich erst einmal abgelenkt."

    Auch das kann ich verstehen. Auf der anderen Seite weiß das dein Mann wahrscheinlich und er hat es trotzdem angesprochen. Das ist ein sehr großer Vertrauensbeweis.

    Mein Mann ist ein guter, liebevoller Vater und ein zuverlässiger Partner. Ich liebe ihn über alles.


    "Ich weine häufig nachts im gemeinsamen Bett oder im Badezimmer. Er ignoriert es."

    So, wie du deinen Mann schilderst, ist er damit überfordert. Er weiß, was dir fehlt, aber er ist nicht in der Lage, dir das zu geben.


    "Ich nehme an, dass die Situation für ihn auch nicht angenehm ist, aber er könnte doch wenigstens andeuten, dass er ein Problem hat, welches sich geben wird, wenn ich nicht mehr vor Mutterschaft strotze."

    Möglicherweise hat er (derzeit) die Vermutung, dass sich seine Lustlosigkeit nicht geben wird, wenn du die Geburt und vielleicht auch die Stillphase hinter dir hast.

    "Ich denke ich werde es wohl noch aushalten. Wir wollen zwei Kinder. Vielleicht pendelt sich unser Sex-Leben dann wieder ein, wie früher."

    Das kann sein. Aber mit einer (guten) Therapie sind die Chancen dafür besser.


    "Ist es denkbar, dass mein Mann nie Spaß am Sex hatte und nur Sex mit mir hatte, um mich als Lebenspartnerin zu gewinnen?"

    Das ist denkbar. Aber wenig wahrscheinlich.

    Ich wünsche dir viel Glück für den Rest deiner Schwangerschaft, die Geburt und die nicht weniger anstrengende Zeit danach.

    LG
    Tsts

  3. #3
    Avatar von Quitschie
    Quitschie ist offline addict

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    Standard Re: Kein Sex mehr seit Zeugung unseres Kindes

    Hi,

    ich denke das dein Mann Hilfe in Form von einem Psychotherapeuten braucht. Vielleicht mit einer Kombination von einen Sexualtherapeuten.

    Da steckt wohl sehr viel in ihm, ich vermute mal Kindeheit/Pubertät/Elternhaus, was er nie so wirklich verarbeitet hat.

    Deinen Beschreibungen ist rauszuhören, das er wirklich total überfordert ist mit der derzeitigen Situation und auch der davor.

    Jetzt kommt es auf dich an, wie gut du deinen Mann einschätzen kannst. Würde er zu einem Therapeuten gehen oder eher nicht?

    Wenn nein, wie soll es weitergehen, ein Mensch wie du dich beschreibst wird irgendwann an der Hand verhungern, was weder für dich noch deine Kiddis gut sein wird.

    Hier ist wirklich Fachliche Hilfe gefragt, wir alle hier können nur Vermutungen anstellen, aber wirklich helfen können nur die Fachleute.

    Vielleicht kannst du selber was in Erfahrung bringen, aus seiner Vergangenheit, Gespräche mit seinen Eltern evtl. Geschwistern, gab es markante Erlebnisse in seiner Vergangenheit.

    Frag dich auch selber, kann ich das so akzeptieren, für längere Zeit ohne diese Berührungen/Sex zu leben? Habe ich so viel Verständnis für seine Situation? Verletzt es mich?

    Ich wünsch euch alles gute und viel Geduld und Erfolg!

  4. #4
    Trisha ist offline Member

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    Standard Re: Kein Sex mehr seit Zeugung unseres Kindes

    Ich erinnere mich noch sehr gut daran das ich viele Monate nachdem ich meine Tochter zur Welt gebracht habe beim Sex immer wieder die Geburt vor Augen hatte.
    Jegliche Lust ist dann ersteinmal gewichen.
    Vieleicht ist das bei deinem Mann ähnlich?
    Er sieht dich vieleicht in dem Moment nicht als die Frau die du bist sondern als die Frau die da lag und ein Kind zur Welt gebracht hat.

    Mir hat Zeit geholfen aber wenn es bei euch schon so lange geht dann würde ich auch eine Theraphie vorschlagen.

    Achja in der Schwangerschaft verändern sich auch die Männer, ich bin zum zweiten mal von meinem jetzigen Mann Schwanger, in der letzten Schwangerschaft hat ihn selbige gar nicht interessiert und in der jetzigen hat er zweimal meinen Bauch berührt,sonderlich schlimm finde ich das allerdings nicht weil ich im moment eh nicht auf schmusekurs bin.

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