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  1. #1
    Elaolm ist offline addict
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    Standard Stillen - Baby nimmt nicht zu

    Hallo

    Mein Sohn wurde vor genau zwei Wochen mit 57 cm und 4.400 Gramm Gewicht geboren. Als wir das Krankenhaus verließen wog er 4020 Gramm; 2 Tage später hatte ich mir eine Babywaage besorgt und er wog 3.930 Gramm. Auf diesem Gewicht hängt mein Baby seit dem 30.03. fest. Die Kinderärztin meinte bei der U2, das Kind wäre zu leicht. Da der Allgemeinzustand aber zufriedenstellend war (Bewegungen sind gut und kräftig, keine Auffälligkeiten etc.), gäbe es noch keinen Grund in Panik auszubrechen. Manche Kinder bräuchten einfach länger. Die Ärztin empfahl, den Mini vor und nach dem Stillen zu wiegen um zu ermitteln, wie viel Nahrung er denn so aufnimmt. Das funktionierte allerdings nicht: Mal zeigte die Waage 10 Gramm mehr an, mal 20 weniger, meistens 0 Gramm (die Waage ist aus der Apotheke und geeicht).

    Da nicht zuletzt auch mein Umfeld mich mehr als irre macht, was das Gewicht meines Sohnes angeht, bin ich langsam doch etwas fertig mit den Nerven und weiß nicht, ob ich nicht doch zufüttern sollte - oder etwas anderes. Ich stille nach Bedarf, in der Regel alle 2-3 Stunden. Nachts sind es eher 3-4. Wenn mein Baby Hunger hat, meldet es sich jedenfalls energisch mit Quengeln und Suchbewegungen. Generell biete ich ihm die Brust aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit an (wenn er aufwacht, etc. Wie viel er trinkt weiß ich nicht; er trinkt manchmal sehr lange (2h) und ich gehe davon aus, dass ein Teil davon nur nuckeln ist. Ich kann aber hin und wieder auch deutliches "Gluckgluck" hören. An der linken Brust gibt es wegen Form und Größe manchmal Ansaugprobleme, mit meiner Hilfe klappt es aber. Ich lasse mir auch jede verfügbare Zeit zum Stillen. Manko vielleicht: Ich komm nicht immer dazu viel zu trinken, aber so 1,5 bis 2 l sind es sicher. Nasse Windeln haben wir so 3-5 am Tag.

    Im Stillforum wird mir zum abwarten geraten aber langsam werd ich doch nervös. Soll ich mich in Geduld üben? Wird es Zeit zum Zufüttern? Wenn ja wie oft und wie viel? Ich würde schon gern beim Stillen bleiben, fühl mich aber auch schlecht, weil mein Kind nicht zunimmt.

    PS: Ich lass meinen sohn immer so lange an der Brust, bis er sich selbst ablöst. Meistens schläft er danach ein; aktive Phasen kommen dann nach dem Schläfchen. Streiche ich nach dem Stillen die Brust aus, kommt immer noch Milch raus. Er könnte theoretisch also noch weitertrinken.

  2. #2
    Hebamme_Sarah ist offline addict
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    Standard Re: Stillen - Baby nimmt nicht zu

    Hallo Elaolm,

    wenn das Stillen zum Stressfaktor wird, weil sich alles nur noch darum dreht, beginnt ein Teufelskreis, der häufig damit endet, dass die Milch langsam zurückgeht.
    Da dein Sohn zwischen den Mahlzeiten entspannt ist, er nasse Windeln hat und evtl auch Muttermilchstuhl( senffarben,körniger breiiger Stuhlgang) und er sich gut entwickelt, kann man davon ausgehen, dass er nicht hungert. Denn dann wäre er nie entspannt und immer auf der Suche.
    Spürst du eine Veränderung der Brust vor und nachdem trinken? Ist sie hinterher weicher oder ist sie nach 3h nicht stillen prall? Das ist ein Zeichen dafür, dass Milch vorhanden ist.
    Du solltest lernen zu unterscheiden, ob dein Sohn saugt und schluckt oder nur nuckelt, da 2h an der Brust mit nuckeln nicht gut für die Brustwarzen, für deine Schulternackenmuskulatur und für dich sind.
    Wenn ein Kind saugt bewegt es das komplette Gesicht, das Ohr wackelt und wenn es schluckt hört man es leise knacken oder es schnauft leicht. Kleine Pausen zum ausruhen gehören bei einem Neugeborenen dazu, auch ein Nickerchen, allerdings sollte das Kind, wenn es nur nuckelt von der Brust abgenommen werden. Versuch ihn bis auf den Body beim stillen auszuziehen und massier ihm die Füße, so ist es nicht so gemütlich und er bleibt länger wach um zu trinken.
    Tagsüber alle 2-3h und nachts alle 3-4h sind vollkommen ausreichen, du musst euch nicht zwischendurch stressen, in dem du ihm immer wieder die Brust anbietest.
    Stillproben, also das Wiegen vor und nachher, macht nur Sinn, wenn er richtig getrunken, nicht gewickelt wurde und er dieselben Sachen an hat.

    Ich denke, du hältst seid zwei Wochen ganz schön viel aus. Der Gedanke das sein Kind nicht genug Essen bekommt, sich dadurch evtl nicht richtig entwickeln kann und es ihm deshalb nicht gut geht, ist für eine Mutter ganz schrecklich. Und genau dieser Stress und evtl auch Gedanken warum der eigene Körper nicht genug Milch produziert und und und machen dann im Verlauf, dass die Milch tatsächlich ausbleibt.
    Erstmal ist zu sagen, dass zufüttern nicht bedeutet, dass du nie voll stillen kannst und es bedeutet auch nicht das du versagt hast.
    Gerade Kinder, die über 4000g gewogen haben, nehmen oft viel ab und tun sich schwer es wieder zu zunehmen. Oft reicht es schon aus zu zufüttern, bis sie ihr Geburtsgewicht wieder erreicht haben und dann gehts auch ohne.
    Wichtig ist, dass dein Sohn zunimmt. Lange solltest du also nicht mehr warten und wenn ich ehrlich bin, wäre ich deine Hebamme, würde ich dir zum zufüttern raten.
    Wie wäre es, wenn du weiter wie bisher stillst und ihm 1Flaschen Pre (abends, evtl wenn es nicht reicht noch eine morgens ) dazu gibst, zum "dick" werden, solange bis er sein Geburtsgewicht wieder hat und dann schaust du, ob es wieder ohne geht.

    Grüße
    Hebamme Sarah

  3. #3
    Elaolm ist offline addict
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    Standard Re: Stillen - Baby nimmt nicht zu

    Hallo Sarah

    Danke für deine Einschätzung. Habe jetzt Pre Nahrung gekauft und ihm die erste Portion schon gegeben, nachdem ich vorher ca. 20 Minuten gestillt habe. Er hat dann noch etwa 40 ml getrunken. Das kommt mir viel vor nach dem Stillen. Danach wollte er wieder an die Brust, aber defnitiv nur zum Nuckeln, nicht aus Hunger.

    Wenn ich länger nicht gestillt habe, fühlt die Brust sich nicht unbedingt prall, aber gespannt an. Teilweise läuft sie auch aus. Wenn der Kleine trinkt, lässt das Spannungsgefühl schnell nach. Nach dem Stillen habe ich teilweise ein unangenehmes Brennen in der Brust. Nicht auf der Haut, sondern wirklich im Inneren. Meine Schulter- und Nackenmuskulatur ist übrigens schon seit Jahren steinhart. Laut Orthopäde lassen die Verspannungen sich auch nur mit langfristigen Maßnahmen lösen. Aber immerhin fühle ich mich durch das Fläschchen - trotz eines gewissen Gefühl des Versagens - weniger unter Druck. Jetzt bekommt mein Sohn hoffentlich was er braucht.

  4. #4
    Jana_76 ist gerade online Carpal Tunnel
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    Standard Re: Stillen - Baby nimmt nicht zu

    Hallo und sorry Sarah,

    ich hab mich in Deiner Frage wiedererkannt und kann Dir noch ein paar Sachen empfehlen:

    Bei uns war es so, dass die Hübsche immer gern schnell eingeschlafen ist. Wir haben sie dann liebevoll geärgert. Also z.B. die Händchen angefasst oder über den Kopf gestreichelt, sobald sie anfing beim Stillen einzuschlafen. Oder wir haben gleich beim Stillen den Tränenkanal durch Ausstreichen angeregt. Eben Dinge, die man machen muss, wenn das Kind still hält. Und wir haben (wenns wirklich kurz vor dem Einschlafen war) die Temperatur am Nacken gefühlt. Nicht wegen der Temperatur, sondern weil sie da kitzlig ist und wirklich immer nochmal wach wurde. Versuch Dein Baby so lang wie möglich wach zu halten und nimm sie dann weg, wenn sie wirklich schläft. Unsere hat dann schnell verstanden, dass trinken und schlafen zwei verschiedene Dinge sind und die Trinkdauer ist stetig angestiegen.
    Es war auch bei uns so, dass sie nach dem Stillen noch ein bisschen aus der Flasche gesüffelt hat. Das kann aber auch daran liegen, dass die Flasche bei Weitem nicht so anstrengend ist, wie die Brust. Hab mal gelesen, dass bei der Flasche eigentlich nur einmal angesaugt werden muss und dann fließt es fast automatisch. Bei der Brust muss für jeden Schluck hart gearbeitet werden.
    Wenns Deinem Baby hilft, dann mach das so, aber gib immer zuerst die Brust.
    Und keine Angst, das wird sich normalisieren. Wir sind nach 2 Wochen von der Flasche weg, weil sie aus eigener Kraft genug beim Stillen getrunken hat.
    Manchmal kann Mama machen, was sie will. Stillen ist eine Sache von Mama UND Kind. Und wenn das Baby nicht kann oder nicht will, dann hilft in dem Fall auch mal die Flasche. Vielleicht kannst Du Dir vom Kinderarzt ein Rezept für eine Milchpumpe geben lassen und für den Notfall etwas abpumpen?

    Ich wünsch Dir viel Glück.

  5. #5
    Elaolm ist offline addict
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    Standard Re: Stillen - Baby nimmt nicht zu

    Nachts hat er zum Glück begriffen, dass es keine Party gibt. Es ist eher morgens/tagsüber schwierig, wenn er wach ist. Dann gibts für ihn nur trinken/nuckeln oder motzen - geschlafen wird tagsüber wenig, höchstens mal ein bisschen gedöst (dementsprechend schwierig wird es, mal nebenbei was zu machen, da er immer Gesellschaft will). Vermutlich sind unsere Nächte deswegen so ruhig (da schläft er von 22 bis 7 Uhr, 3-4 Mal fürs Trinken unterbrochen). Da mein Sohn gerade erst anfängt, Leute zu fokussieren ist es auch schwierig, ihn tagsüber irgendwie zu bespaßen. Rasseln und Co. interessieren ihn noch nicht, Musik und Geräusche auch nur ein bisschen und ich kann auch nicht stundenlang mit ihm durch Haus tanzen. Dass er tagsüber so ausdauernd nuckelt ist sicher auch einfach eine Art Beschäftigungsmaßnahme für ihn. Wenn ihr Tipps hat wie man so ein junges Kind bespaßen kann, bin ich da natürlich offen (gerne auch per PN, um den Thread hier nicht zu zerschießen).

    Wegen dem Abpumpen werd ich mit dem Arzt mal reden, wenns zur U3 geht. Ich hoffe bis dahin sind Waage und Größe wieder erfreulicher :)

  6. #6
    Hebamme_Sarah ist offline addict
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    Standard Re: Stillen - Baby nimmt nicht zu

    Hallo Elaom,

    falls dein Sohn so ein großes Nuckel bzw Saugbedürfnis hat, solltest du über einen Nuckel nachdenken, dass könnte ihn schon um einiges zufriedener machen. Wenn er immer bei dir sein möchte, ist das ganz normal, viele Neugeborene brauchen Wochen um zu verstehen, dass sie nicht mehr an Mama angewachsen sind. Gib ihm den Körperkontakt ruhig, damit kannst du nichts falsch machen und ihn auch nicht verwöhnen. Eventuell wäre ein Tragetuch etc was für euch, er hat dich und du die Hände frei. Er ist noch zu klein um beschäftig zu werden, dass würde ihn überfordern. Er ist nicht gelangweilt, sondern wahrscheinlich einfach noch ein bißchen überfordert mit der Welt.

    Für das Brennen in deiner Brust ist häufig ein Magnesiummangel verantwortlich, falls du aus der Schwangerschaft noch ein Präparat Hast, kannst du es weiter nehmen, ansonsten empfehle ich das Schüßler Salz Nr 7.

    Grüße
    Hebamme Sarah

  7. #7
    Elaolm ist offline addict
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    Standard Re: Stillen - Baby nimmt nicht zu

    Danke, ich probiere das mit Schüßler mal :)

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