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  • 1 Post By snowyowl

Thema: Nierenbeckenentzündung, drohende Frühgeburt und niemand hilft

  1. #1
    Avatar von Marumi
    Marumi ist offline Mom of 1 1/2
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    Standard Nierenbeckenentzündung, drohende Frühgeburt und niemand hilft

    Ich bin jetzt 24 Wochen schwanger und war bis vor 2 Wochen so fit ich hätte einen Marathon laufen können. Schwanger habe ich mich überhaupt nicht gefühlt und normale SS Beschwerden wie Rücken oder Hüftprobleme waren nicht der Fall.

    Umso mehr überrascht es mich dass ich plötzlich ans Bett gefesselt bin und Ärzte sagen mein Sohn wird ein Frühchen. Das Problem wirde nicht gleich erkannt. Mit 14 Wochen hatte ich es schonmal und weil mir niemand helfen konnte ich aber starke Schmerzen hatte nahm ich selbst Penicillin ein für 5 Tage woraufhin die Probleme verschwanden.
    Als es jetzt wieder kam wurde ich wie in der 14. Woche auch belächelt und mit Argumenten wie "das Kind wächst eben, es sind die Mutterbänder, das Kind liegt auf der Blase" abgespeist wenn ich geschildert habe dass es sich anfühlt als stände mein ganzes Becken in Flammen und dass ich nicht Wasser lassen kann (es hat 20 min gedauert Tröpfchenweise unter starken Schmerzen alles rauzubekommen). Zudem hatte ich Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen, Gliederschmerzen und zu viele Übungswehen. Ich habe fast gebettelt das Ärzte Urinkulturen anlegen weil der Teststreifen negativ war, was ja sowieso häufig ist, gerade wenn man Literweise Wasser trinkt..aber bis heute keine Urinkultur. Eines Nachts war es so schlimm dass ich den Rest an Penicillin einnahm, woraufhin es sich sofort besserte. Allerdings kamen die Beschwerden nach nur ein paar Stunden wieder...zwischen jeder Tablette. Ich war zweimal in der Notaufnahme. Jedesmal wurden Mutterbänder angesprochen, ich kann das Wort mittlerweile nicht mehr hören.
    Erst als ich Nachts mit starken Schmerzen und Zittern in den Beinen aufwachte und schliesslich zusammenbrach wurde in der Notaufnahme ein Nierensono gemacht. Diagnose: Nierenstau, die Blutwerte zeigten dann auch eine Entzündung. Leider wurde mir kein Katheder gelegt allerdings habe ich auf der Station im Krankenbett gegoogelt und den Vierfüsslerstand sowie die Seitenlage gefunden. Durch viel Liegen konnte ich wieder richtig Wasser lassen, wenn auch unter Schmerzen.
    Ich wurde ohne Angaben zum Management der Krankheit entlassen, man sagte mir ich solle sehen wie weit ich es "schaffe" und dass ich versuchen soll bis 30 Wochen klarzukommen da die Überlebenschancen dann ziemlich gut sind :(. Angeblich läge das Kind permanent auf den Harnleitern, was nur schlimmer wird wenn es wächst. Richtig geguckt hat aber glaube ich Niemand.

    Ich verstehe es immer noch nicht wie das jetzt so plötzlich gekommen sein soll. Ich hatte keine Probleme beim wasserlassen vor der Infektion und meinen ersten Sohn habe ich 42 Wochen getragen ohne Probleme. Ich habe so viel wie es nur geht im Internetzusammengesucht...Hausmittel, Übungen etc.
    Seit einer Woche liege ich jetzt nur bis auf Gänge zum Bad und verbringe Zeit auf allen Vieren. Die Schmerzen haben sich enorm gebessert, sowie das Schwächegefühl, jedoch staut es sich merklich wieder sobald ich länger als 20 min. sitze oder stehe. Wehen habe ich kaum noch seit ein paar Tagen, oder nur ganz leicht. Ich nehme weiterhin Cefuroxim ein. Ich trinke 3 mal am Tag Cranberrysaft und Blasentee, ich esse Kohlenhydratarm (keine Stärke) und meide Industriezucker was mir schon oft geholfen hat.

    Ich hoffe Sie haben vielleicht sonst noch Tips was ich machen könnte falls dies ein chronisches Problem ist. Ich habe viel gutes über D Mannose gelesen, und mir wurden Präparate wie Traumeel empfohlen.

    Was halten Sie z.B. von einem Schwangerschaftsgürtel? Kann ein Urologe noch helfen?
    Bin für alle Tipps sehr dankbar!

    Emi

  2. #2
    snowyowl ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Nierenbeckenentzündung, drohende Frühgeburt und niemand hilft

    Ich hatte es in der 1.ss und hätte zur Not einen Schlauch bis zur Niere in den Harnleiter bekommen. LG snowy
    Krümmel2606 gefällt dies

  3. #3
    Hebamme_Ines ist offline Optimistin
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    Standard Re: Nierenbeckenentzündung, drohende Frühgeburt und niemand hilft

    Liebe Emi!

    Ich bin immerwieder fassungslos, wenn ich lese, was ihr Frauen alles Schreckliches in deutschen Krankenhäusern erlebt. Die Symptome, die du schilderst, gehören zum Grundrepertoire Symptome der Pathologie in der Geburtshilfe und lernt eine Hebammenschülerin im zweiten Ausbildungsjahr! Gruselig! Wirklich gruselig, was du erlebt hast und scheinbar weiter erlebst!
    Also: die Symptome, die du hattest, deuten postwendend auf einen Nierenstau mit Entzündung. Dabei können die ableitenden Harnwege entzündet sein, sowie die Nieren. Beides ist extrem schmerzhaft! Das Problem ist die Position des Kindes und die Position der Gebärmutter. Beide drücken einen Harnleiter ab. Stell es dir wie einen Knick im Gartenschlauch vor. Der Harn kann nicht mehr in die Blase gelangen, verbleibt im Harnleiter und staut die Niere auf. Das tut wahnsinnig weh! Der Harnleiter- oder Nierenstau wird in verschiedene Grade eingeteilt. Durch Positionsveranderungen deinerseits und einige Hausmittel, vielleicht auch Osteopathie, kannst du das Problem leicht lindern, keinesfalls beheben, denn es ist ein mechanisches Problem, das die Entzündung durch Mikroläsionen und/oder Pfützenbildung nach sich zieht. Bitte stell dich unbedingt noch heute bei einem Urologen vor. Es kann eine Schiene durch die Blase in den Harnleiter gelegt werden, die den Knick im Gartenschlauch behebt. Diese Schiene nennt man Doppel-Jott- Schiene, weil sie ausschaut wie ein doppeltes Jott, also der Buchstabe "J". Das wird unter Narkose gemacht und sollte in einer Klinik gemacht werden, in der ein Perinatalzentrum Level 1 mit einer Urologie zusammenarbeitet.
    Die Wehen sind vermutlich durch Stress und Schmerzen entstanden, lassen sich durch Magnesium sicher gut beheben.
    Aber auch das muss weiter beobachtet werden!
    Jetzt schau erstmal, dass der Stau behoben wird, dann lösen sich die anderen Probleme wahrscheinlich von selbst!

    Ich wünsche dir alles Gute!
    Herzlichst Hebamme Ines

  4. #4
    Avatar von Marumi
    Marumi ist offline Mom of 1 1/2
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    Standard Re: Nierenbeckenentzündung, drohende Frühgeburt und niemand hilft

    Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

    Also meinen sie alternative Methoden wie Bauchband sind jetzt wahrscheinlich nicht mehr sinnvoll?
    Durch das Liegen und die Yogaübungen tun die Nieren nicht mehr weh, die Blase schmerzt leicht. Wenn ich zuviel auf den Beinen bin oder sitze verschlechtert sich die Situation aber wieder und ich kann nur Tröpfchenweise urinieren. Einen Urologen werde ich morgen sehen.

    Was für mich unverständlich ist, ist dass ich bis vor kurzem kein Problem hatte beim Urinieren und den ganzen Tag unterwegs und auf den Beinen war ohne Probleme und auf einmal ist alles vorbei. Deswegen die Hoffnung dass das Kind im Moment nur ungünstig liegt. Meinen Job werde ich auf Dauer sicher auch verlieren.

    Magnesium nehme ich jetzt da die Wehen immer nochmal wieder kommen. Ca. einmal am Tag 5 Wehen in einer Stunde. Mir kommt es auch wie eine Art Irritation vor und die Blase schmerzt zeitgleich.

    Danke nochmals und viele Grüsse!

  5. #5
    Hebamme_Ines ist offline Optimistin
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    Standard Re: Nierenbeckenentzündung, drohende Frühgeburt und niemand hilft

    Nun, es ist so, dass die Kinder in Schüben wachsen, und innerhalb des Wachstumsschubes kam der Gebärmutter offenbar der Harnleiter in die Quere... Das ist dann tatsächlich plötzlich da. Alles das, was dir gut tut, solltest du tun- alles andere meiden. Als Angestellte unterliegst du dem Muttierschutzgesetz und darfst nicht gekündigt werden. Als Selbständige oder als Freie Mitarbeiterin kann das anders sein.

    Alles Gute dir,
    herzlichst Hebamme Ines

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