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  1. #1
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    Standard Symphysenlockerung = Kaiserschnitt ?

    Liebe Hebamme, zuerst einmal ein frohes neues Jahr. Ich bin nun in der 28. Ssw und mach mir viele Sorgen, was die Geburt angeht. Mein erstes Kind kam per Kaiserschnitt zur Welt, da eine Einleitung aufgrud von Schwangerschaftsdiabetes nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hat. Das habe ich vor allem psychisch schlecht weggesteck, da ich mir sehr eine natürliche Geburt gewünscht habe. Jetzt habe ich wieder Diabetes und der Arzt meinte schon wieder es würde wohl auf Kaiserschnitt hinauslaufen ohne das näher zu begründen. Jetzt kommt noch eine Symphysenlockerung dazu, von der mein Arzt noch gar nichts weiss, hab es vor Weihnachten nur mit meiner Hebamme besprochen aber da war es noch nicht so schmerzhaft wie jetzt. Nun hab ich was von Symphysensprengung unter der normalen Geburt gelesen und das deswegen auch oft Kaiserschnitte gemacht werden. Das macht mir alles Angst. Ich würde sehr gerne natürlich entbinden und kann einen Kaiserschnitt nur wegstecken, wenn man mir jetzt schon sagt, dass es einer wird und kein Weg daran vorbei geht. Können sie mir etwas dazu sagen? Was sagen die Erfahrungen? Danke schonmal.

  2. #2
    Hebamme_Ines ist offline Optimistin
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    Standard Re: Symphysenlockerung = Kaiserschnitt ?

    Liebe Sumirekriegteinbaby!

    Eine Symphysenlockerung muss nicht zwangsläufig zu einem Kaiserschnitt führen!

    Die Symphyse ist die knorpelige Verbindung zwischen den beiden knöchernen Schambogenanteilen. Dieser Knorpel lockert sich unter dem Hormoneinfluss der Schwangerschaft, damit das Becken sich für das Kind weiten kann. Das, was meistens dann schmerzt, ist ein Schiefstand der beiden Schambögen zueinander. Das gesamte Becken wird instabil und schmerzt. Ein Chiropraktiker kann versuchen, den Schiefstand zu begradigen. Und mit Silicea und Symphytosan kann man den Knorpel kräftigen.

    Unter der Geburt kommt es aber manchmal zu so einer starken Beanspruchung des Schambogenwinkels, dass der Knorpel sich vom Knochen löst. Man spricht dann von einer Symphysensprengung. Hier wird aber niemand aktiv- das Wort klingt brutal, aber niemand legt dabei Hand an dich.
    Die Tage nach der Geburt können dann ebenfalls schmerzhaft sein und eine massive Instabilität im Becken nachsichziehen. Sollte die Symphyse sich tatsächlich lösen, ist es wichtig, das Becken im Wochenbett zu stützen, chiropraktisch zu behandeln, Schmerzmittel zu nehmen und die Tragebelastung so gering wie möglich zu halten. Wenn die weichmachenden Schwangerschaftshormone weichen, also mit Ende des Wochenbetts, werden die Beschwerden in der Regel schnell besser.
    Alles kann- nichts muss!
    Wäge alles in Ruhe ab und besprich dich gut mit deiner Hebamme. Viele Frauen sind durch die Symphysenschmerzen in der SS so mürbe, dass sie den Kaiserschnitt dankbar annehmen. Viele fühlen sich aber auch bevormundet und hätten gern die Wahl. Ich denke, es kommt auf den weiteren Schwangerschaftsverlauf an und auf die Tatsache, dass du eine Wahl hast.

    Ich wünsche dir alles Gute,
    herzlichst Hebamme Ines
    Geändert von Hebamme_Ines (04.01.2016 um 13:51 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler

  3. #3
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    Standard Re: Symphysenlockerung = Kaiserschnitt ?

    Dankeschön, die Symphysengloboli hab ich heute besorgt und hoffe sie bringen etwas. Beim Arzt war ich auch, weil die Nacht wieder der Horror war. Er hat geschallt und gesehen, dass eine Lockerung vorliegt und es wohl auch entzündet ist. Ich soll ne halbe 400 Ibu nehmen um die Nächte zu überstehen. Das hab ich nun noch nie gehört, dass Ibu in der Schwangerschaft geht und ich lasse es bleiben.

  4. #4
    Hebamme_Ines ist offline Optimistin
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    Standard Re: Symphysenlockerung = Kaiserschnitt ?

    Liebe Sumirekriegteinbaby!

    Dein Arzt hat durchaus richtig empfohlen: Schmerzen und Entzündung mit einem Medikament beheben. Ich kann verstehen, dass du verunsichert bist. Aber schau, Embryotox schreibt dazu:

    "Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Ibuprofen gehört in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft neben Paracetamol zu den Analgetika/Antiphlogistika der Wahl. Im letzten Trimenon sind NSAR (nicht steroidale Antirheumatika) zu meiden.
    Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei wiederholter Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte der fetale Kreislauf sonographisch (Doppler-Sonographie) auf Veränderungen der Hämodynamik im Ductus arteriosus kontrolliert und ein Oligohydramnion ausgeschlossen werden.
    Besser erprobte Alternativen: keine"

    Alles Gute dir,
    herzlichst Hebamme Ines

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