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  1. #1
    Peschi ist offline Veteran
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    Standard ICSI nach Ausschabung

    Liebe Ines,

    letzte Woche hatte ich eine Ausschabung, nachdem in der 10.ssw kein Herzschlag mehr festgestellt wurde.
    Im Juni 2015 hatte ich eine biochemische Schwangerschaft. Ich habe drei ICSIs sowie eine weitere Stimu (Abbruch) hinter mir.

    Sowohl meine Gynäkologin als auch der operierende Arzt haben mir geraten, nun drei Moste zu pausieren, bis wir es mit einer weiteren ICSI versuchen (die Pause werden wir uns auf jeden Fall gönnen). Nun liest man in verschiedenen Foren, dass jeder Arzt eine andere Zeitspanne für optimal hält, der Tenor ist in etwa: "der Körper lässt eine erneute Schwangerschaft erst zu, wenn er wieder bereit dazu ist".
    Nun ist meine Frage: wurden mir die drei Monate speziell deshalb genannt, weil wir eine ICSI vornehmen lassen? Sprich: Weil unsere Chancen ohnehin sehr schlecht sind, und eine nicht optimal aufgebaute Schleimhaut die Chancen zusätzlich verringern würde? Oder sind beide Ärzte einfach vorsichtig?

    Zweite Frage: Im Zuge unserer Kinderwunschbehandlung haben wir bereits zahlreiche Untersuchungen vornehmen lassen. Mein Mann (31) hat schlechte Spermien und 5kg zuviel auf den Rippen, ist aber sonst gesund. Bei mir (35) wurde eine Gebärmutterspiegelung samt Scratching gemacht (alles ok), wir haben uns beide genetisch untersuchen lassen (auch alles ok) und ich war zur Gerinnungssprechstunde. Habe dann ASS100 verordnet bekommen, da ich ein Genom habe, welches das Risiko für Präeklampsie und fetale Wachstumsretardierung erhöht.
    Hatte um die fünfte SSW herum zweimal leichte bräunliche Schmierblutungen, die sind aber mit Utrogest und Bettruhe wieder weggegangen. Ansonsten verlief die Schwangerschaft komplikationslos, bis die Missed Abortion diagnostiziert wurde.
    Gibt es jetzt noch irgendeine Diagnostik (abgesehen vom histologischem Befund, den die Kasse diesmal noch nicht zahlen wollte), die wir durchführen lassen können? Könnte jetzt noch irgendetwas gefunden werden, was eine Fehlgeburt verursachen könnte?
    Oder hatten wir wohl einfach nur Pech?

    Sorry für den langen Text, aber ich wollte die Situation möglichst gut erklären.

    Danke schonmal!
    Kinderwunsch seit 2008
    1. ICSI 03/2013 negativ
    Kassenwechsel & Hochzeit 2014
    2. ICSI 05/15 positiv * biochemische Schwangerschaft
    3. ICSI 10/15 Abbruch, nur zwei Follis
    4. ICSI 12/15 positiv, * Missed Abortion 10.SSW
    2016: Warten, bis sich der Zyklus wieder eingependelt hat,
    erneuter Kassenwechsel
    5. ICSI 02-03/2017: negativ
    04/17-06/07: Killerzellendiagnostik
    6. ICSI: Start 2.6. 2017
    Abbruch 10.06., nur drei Follis
    7. ICSI: negativ

    Instagram: reproduktiv.beeintraechtigt

  2. #2
    Hebamme_Ines ist offline Optimistin
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    Standard Re: ICSI nach Ausschabung

    Liebe Peschi!

    Es ist sehr gut, dass du so ausführlich schreibst. Das macht es mir viel, viel leichter!

    Zur ersten Frage: Die Schleimhaut benötigt tatsächlich gute drei Zyklen, um wieder ganz genesen zu sein, zumal man nie genau weiss, wie tief an manchen Stellen das Endometrium curettiert wurde.
    Es tut mir sehr leid, dass ihr nach soviel Hoffen Und Bangen euer Mäuschen hergeben musstet. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem man eigentlich schon die kritischste Phase überstanden glaubte.
    So, wie du es beschreibst, klingt es tatsächlich nach Pech, Schicksal, wie immer man es nennen möchte. Man darf nicht vergessen, dass die Natur ja selbst auch selektiert.

    Nun aber zu deiner zweiten Frage:
    Vom schulmedizinischen Standpunkt aus betrachtet, habt ihr alle Faktoren ausgeschlossen und abgeklopft, die zu einer Fehlgeburt führen können. Schulmedizin funktioniert aber immer auch so ein bisschen wie eine Autowerkstatt. Es ist etwas kaputt, also wird es ersetzt oder repariert. Wenn etwas fehlt, wird es hinzugefügt. Ist etwas zu viel, wird es entfernt... Du verstehst, wie ich das meine?
    Ich habe in den letzten zwei Jahrzehnten in der Arbeit mit soviel verschiedenen Frauen, Partnern und Familien aber feststellen müssen, dass wir Menschen keine Autos sind. Wir sind soviel mehr! Komplexe, hochsensible, vielschichtige Wesen!

    Eine Kinderwunschbehandlung ist ein unglaublich stressiger, psychisch und physisch hochanstrengender Lebensabschnitt. Die Dinge, die uns zu den Personen machen, die wir sind, werden dabei total unbeachtet gelassen. Wie wir mit Stress, mit Druck, mit Trauer und Hoffnung umgehen, aber auch welch positiven und negativen Erfahrungen und Geschichten wir mitbringen, interessiert dort auch niemanden. Aber wir bringen immer eine Geschichte mit. Sie liegt nicht nur in unseren Genen, sondern vor allem in unserem Gewebe. Über Jahrzehnte abgelagerter Frust, Stress, aber auch Erwartung und Freude liegt in diesen Gewebs-Schichten und beeinflusst unsere Biochemie, unser Seelenleben und unsere Gesundheit.
    Man kann aber unglaublich viel dazu beitragen, dass der Körper, in dem ein kleiner Mensch heranreifen soll, nicht nur medizinisch gut vorbereitet ist., sondern eben auch im ganzheitlichen Sinn bereit ist.

    Es ist unglaublich, um wieviel sich die Frauen und auch Ehepartner wohler fühlen, wenn sie sich parallel zur KiWu- Behandlung zB einer osteopathischen und homöopathischen Behandlung unterziehen. Auch die Chinesische Medizin trägt enorm zur Stabilisierung und Stärkung der Paare und ihres Wohlbefindens bei.
    Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass die Last auf viele Schultern verteilt wird.

    Am wenigsten unterschätzen bei all dem darf man die Psyche des Paares, allem voran die der Frau.
    Frauen berichten immerwieder, dass es das schlimmste für sie war, dass sie diese Zeit eigentlich mit niemand so richtig teilen konnten. Das Umfeld ist überfordert, einerseits von der Gefühlsachterbahn, andererseits davon, dass das Paar zu Reproduktionsmedizinprofis avanciert...
    Frauen, die parallel zur KiWu- Behandlung eine Gesprächstherapie begannen, berichteten, dass sie endlich jemand hatten, bei dem sie ihre ganze Wut, Hoffnung, den Druck und die Angst lassen konnten. Auch wurde die Partnerschaft immens entlastet.

    Was ich hier schreibe, ist ggf nicht für jeden der richtige Weg. Ich kann dir nur meine Erfahrungen mitteilen. Ich habe immerwieder erlebt, dass in den Schwangerschaften, den Geburten, den Wochenbetten so unglaublich viel Ballast aus den Behandlungen mitgeschleppt wurde- zusätzlich zu dem Ballast, den wir ohnehin schon mitbringen... wo man Entlastung schaffen kann, sollte man dies tun und sich nicht länger als Auto betrachten. Wir sind einfach mehr- und auch mehr wert! Vielleicht betrachtest du die Zeit bis zum nächsten Zyklus einmal auch aus dieser Perspektive und ebnest deinem Kind, das zu dir kommt, auf diese Weise erheblich den Weg.

    Vielleicht ist das aber auch so gar nicht dein Ansatz. Dann ist das ebenso okay.

    Ich hoffe sehr für euch, für dich, dass ihr bald Eltern werdet und sich euer sehnlichster Wunsch erfüllt.
    Herzlichst Hebamme Ines

  3. #3
    Peschi ist offline Veteran
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    27.09.2008
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    1.393

    Standard Re: ICSI nach Ausschabung

    Liebe Ines,

    auch im Namen meines Mannes sage ich danke für die super ausführliche und hilfreiche Antwort!
    Wir haben jetzt erstmal einen Termin beim Psychotherapeuten, dann schauen wir weiter.

    Viele Grüße

    Peschi
    Kinderwunsch seit 2008
    1. ICSI 03/2013 negativ
    Kassenwechsel & Hochzeit 2014
    2. ICSI 05/15 positiv * biochemische Schwangerschaft
    3. ICSI 10/15 Abbruch, nur zwei Follis
    4. ICSI 12/15 positiv, * Missed Abortion 10.SSW
    2016: Warten, bis sich der Zyklus wieder eingependelt hat,
    erneuter Kassenwechsel
    5. ICSI 02-03/2017: negativ
    04/17-06/07: Killerzellendiagnostik
    6. ICSI: Start 2.6. 2017
    Abbruch 10.06., nur drei Follis
    7. ICSI: negativ

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