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  1. #1
    Sanne70 ist offline Stranger
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    Standard Sprachentwicklung

    Vor einigen Tagen war ich mit unserem Sohn (22 Monate) bei der U7. Der Arzt stellte eine verzögerte Sprachentwicklung fest und empfahl einen Hörtest. Nun ist es so, dass unser Sohn zweisprachig aufwächst (Englisch/Deutsch), da mein Mann Englischlehrer ist mit längerem USA-Aufenthalt etc. Dies gefiel dem Kinderarzt gar nicht und er meinte, wenn mein Mann kein Muttersprachler sei, wäre das ja für unseren Sohn nur verwirrend. Aber was ist denn da der Unterschied zu einem Muttersprachler? Da ist das Kind doch genauso verwirrt!

    Unser Sohn spricht keine 2-Wort-Sätze und viele Worte auch nur verwaschen (z.B. AF für Saft, Eia für Eicheln, Wa-Wa für Wasser). Ich habe das Gefühl, dass ihm das Nachsprechen unheimlich schwer fällt, z.B. wenn ich ihm Frau vorspreche, schafft er es nur "Wa" zu sagen (aber er meint eindeutig die Frau!).
    Ist das schon besorgniserregend oder für sein Alter noch okay?
    Er hört auf gar keinen Fall schlecht. Er hört wirklich alles und versteht alles, was wir ihm sagen (auch auf Englisch).

    Vielen Dank für Ihre Hilfe!

  2. #2
    Avatar von Redaktion ELTERN
    Redaktion ELTERN ist offline Administrator
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    09.01.2007
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    Standard Re: Sprachentwicklung

    Sehr geehrte Familie,
    Jungen als Gruppe sind stets in ihrer Sprachentwicklung hinter Mädchen
    hinterher - ein Leben lang. 22 Monate ist spät für unvollständige Worte
    aber nicht zu spät.
    Prüfen Sie auch für sich sein Sprachverständnis: Schreiben Sie sich
    kleine Aufträge auf (z.B. bring mir .., wo ist .. ) schauen Sie mit ihm
    Bücher oder Familienbilder an und lassen sie ihn mit dem Finger auf
    bestimmte Sachen tippen, besser noch Bilder von Personen, die er nicht
    gerade heute gesehen hat, zeigen sie ihm Bilder von Ereignissen, die
    nicht sein sollen, z.B. Kind fällt und blutet (sagt er "au" oder schaut
    betrübt?), Frosch im Salat (soll nicht da sein "nn"), und prüfen sie, ob
    ihr Sohn das versteht. Wenn einer von Ihnen am Telefon Sachen fragen,
    die er gerade tut, nickt oder schüttelt er den Kopf als Antwort?
    A-verbale Kommunikation ist zunächst ebenso wichtig wie verbale.
    Versuchen Sie mal, solche Szenen zu videografieren, zu ihrer eigenen
    Beruhigung.

    Erst wenn im Kindergarten keine Sprache zur Verständigung mit der
    Erzieherin entwickelt ist, sollten Sie Hilfe holen.

    Zur Zweisprachigkeit: Wichtig ist, dass dieselbe Person nur in der
    einen Sprache zu ihm spricht, also Ihr Mann nur Englisch, Sie nur
    deutsch. Dann ist das nicht verwirrend, sondern ihr Sohn kombiniert
    bestimmte Worte mit einer bestimmten Person. Ja, in den ersten paar
    Jahren wird er weniger deutsche Worte als der Durchschnitt kennen, dafür
    aber eine Menge englischer Worte. In Summe also mehr als der
    Durchschnitt. Der Vorteil des Sprechens in 2 Sprachen in der Kindheit
    (bis 5 Jahre) ist, dass er später jede der beiden Sprachen akzentfrei
    sprechen kann. Es ist auf jeden Fall hilfreich, wenn sie beide ihre
    Worte mit passenden Gesten und Mimik noch deutlicher machen.

    Evtl. war ihr Kinderarzt noch nie länger im fremdsprachigen Ausland und
    meint, ihr Sohn wäre ebenso verwirrt von einer anderen Sprache wie er
    selbst.

    Viel Freude an Ihrem Sohn
    Karin Grossmann

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