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  • 1 Post By Schneegloeckchen11

Thema: Forschungsarbeit

  1. #1
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    Standard Forschungsarbeit

    Hallo,

    ich studiere den Master Angewandte Ethik und bin Mama einer 4 Monate alten Tochter. Derzeit arbeite ich an einer Forschungsarbeit für Medizinethik mit dem Thema: "Frühgeborene - wie jung ist zu jung zum Leben?", da es Europaweit keine einheitliche Regelung gibt, ab welcher SSW lebenserhaltene und intensivmedizinische Maßnahmen begonnen werden sollen oder müssen. So kann es vorkommen, das ein Baby in der 23. SSW in Deutschland nicht behandelt werden muss, in Österreich aber schon. In den Niederlanden beispielsweise erst ab der 25. SSW(Medizinethik: Zu jung zum Leben? | Politik | ZEIT ONLINE).
    Ich versuche nun eine ethische Bewertung zu Treffen, wann und wie behandelt werden muss, um eine europaweite Regelung zu finden(Home). Dafür suche ich nun Eltern, deren Kinder sich in dieser Grauzone zwischen 22. und 24 SSW befunden haben. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Welche aufklärungs-, behandlungs- und betreuungsmöglichkeiten haben euch besonders geholfen oder hättet ihr euch erhofft?Welche Themen werden eurer Meinung nach nicht genug bedacht?
    Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir eure Erfahrungen schreiben würdet, damit ich bei meiner Recherche nicht nur medizinische und juristische Aspekte betrachte, sondern auch die Lebensrealität zu früh geborener Kinder und ihrer Eltern beachten kann. Gerne würde ich euch auch im Verlauf meiner Arbeit speziellere Fragen stellen.

    Liebe Grüße,
    Anna
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  2. #2
    Avatar von Frau_Smok
    Frau_Smok ist offline Drachenbändiger
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    Standard Re: Forschungsarbeit

    Ich, bzw. meine Tochter sind nicht in der Zielgruppe. Aber spannendes Thema. Ist es richtig zu definieren, wann ein Früchen behandelt werden MUSS? Ich bin über die Grauzone glaube ich ganz dankbar. Denn sie lässt in D. eben eine Entscheidung zu, ggf. keine lebenserhaltende Maßnahmen durchführen zu MÜSSEN. Natürlich möchte jeder Mutter, jeder Vater lieber ein lebendes Kind. Aber die Frühcheneltern, die ich kenne, hätten alle nie ein lebendes Kind um jeden Preis haben wollen.
    Es gibt zum Glück in D eben auch die Entscheidung, dass Frühgeborene in spezialisierten Zentren behandelt werden - und die Ärzte da verfügen über so viel Erfahrungen, dass sie denke ich schon sehr fundierte Empfehlungen treffen und letztlich wird die Entscheidung m.W. ja auch immer unter Einbeziehung der Eltern getroffen.
    Also ich würde keine Muss-Regelung wollen. Situationsbezogen halten ich für sinnvoller.

  3. #3
    Avatar von innamama
    innamama ist offline working mum
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    Standard Re: Forschungsarbeit

    Zitat Zitat von Frau_Smok Beitrag anzeigen
    Situationsbezogen halten ich für sinnvoller.
    da stimme ich dir zu. es ist sicherlich oftmals sehr schwierig, in dieser thematik den heiklen grat zu wandern. es gibt ja immer wieder fälle von geburten um die 23.ssw, aus denen die kinder natürlich nach langer behandlung ungeschadet herausgehen, während frühchen aus der 35.ssw vielleicht nicht, wenngleich sie "reifer" geboren sind...das ist eine große einzelfallthematik

    wir gehören mit der 28.ssw (789g) auch nicht zu der zielgruppe. uns wurde in unserer klinik ebenfalls gesagt, dass ab der 23.ssw maßnahmen ergriffen werden müssen. nicht immer ist das das beste für eltern und kind. es sind viele fortschritte erreicht - vor allem, wenn man bedenkt, dass vor nicht einmal zwei jahrzehnten babys unter 1000g einfach entsorgt worden sind, weil man sie ohnehin nicht für lebensfähig hielt
    junior 12/2005 und mademoiselle 03/2009

    "Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch wie kein anderer zu sein." - Simone de Beauvoir

    n.b. text und bilder sind mein eigentum!

    für lukas - tot ist nur, wer vergessen ist

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  4. #4
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    Standard Re: Forschungsarbeit

    Zitat Zitat von Schneegloeckchen11 Beitrag anzeigen
    Derzeit arbeite ich an einer Forschungsarbeit für Medizinethik mit dem Thema: "Frühgeborene - wie jung ist zu jung zum Leben?" Dafür suche ich nun Eltern, deren Kinder sich in dieser Grauzone zwischen 22. und 24 SSW befunden haben.
    Sehr interessantes Thema, wir fallen zwar nicht in die Zielgruppe da 26 SSW mit 830g, aber ich fände es schön wenn Du uns über die Forschungsarbeit mit auf dem laufenden halten könntest.

    LG
    Krümel mit 830g, SSW 26+0

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    Denken ist allen erlaubt,
    vielen bleibt es erspart.

    Curt Goetz

  5. #5
    Romy784 ist offline enthusiast
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    Standard Re: Forschungsarbeit

    Hallo,

    ich liege gerade im krankenhaus seit 6 wochen.
    ich kam in der 22 ssw als notfall hier an und die ersten tage waren sehr dramatisch.
    ich habe eine cervixinsiffizienz, dass heißt mein gebährmutterhals geht sehr schnell auf weil das gewebe zu schwach ist.
    in der 15 ssw wurde ich deshalb operiert und bekam eine cerclage.
    als ich hier ankam war mein gebährmutterhals auf 18mm geschrumpft und die wehen setzten ein.
    was dann geschah war der absolute alptraum
    die ärzte gaben sich die klinke indie hand,vorallem die kinderärzte.
    ich liege in einer frauen uniklinik,mit der besten versorgung für mein kind.
    diese klinik bot mir die lungenreife zu 23,0 ssw an statt zur 24ssw.(wenn ich soweit kommen sollte)leider war ich ja aber erst 21+4.
    Die Ärzte meinten,dass erst ab der der 23. ssw etwas für das kind getan werden kann, 23 ist eine grauzone und wird mit den Eltern genau besprochen, weil ich dieser zeit oftmals schwerwiegende behinderungen auftreten.
    ab der 24 ssw und der lungenreifespritze müssen die ärzte alles tun um das kind zu retten.so wurde es mir hier erklärt.
    wir befanden uns 2 wochen in einer ohnmacht, die wehen ließen sich gott sei dank in den griff bekomen, aber ich liege nun seit 6 Wochen und werde im bett gewaschen und habe eine bettpfanne.
    So hab ich es jetzt bis 27+1 geschafft.
    Ich fände es gut so wie es ist, es ist für eltern sowieso das schlimmste wenn sie um das leben ihres kindes bangen.
    aber man kann das nicht vereinheitlichen.
    Es kommt z.b auch auf das geburtsgewicht an.
    hier wurde uns gesagt dass man ab ca. 400gr chancen hat, ob das in der 23 oder 24 woche ist, ist von kind zu kind verschieden.
    letztendlich haben die äerzte in den entsprechenden kliniken genug erfahrung um mit jedem einzelnen elternpaar neu zu entscheiden.Wir wurden über die Chancen und Risiken genau aufgeklärt und meiner meinung nach sollten die eltern daraufhin entscheiden und keine regel die alle kinder gleich stellt.

    Romy

  6. #6
    Avatar von Hellen410
    Hellen410 ist offline enthusiast
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    214

    Standard Re: Forschungsarbeit

    Mein Sohnemann kam damals nach der 24 SSW zur Welt. Ich bin zwei Wochen vorher ins Krankenhaus gekommen und lag dort in der Gyn. Ambulanz. Eine Abtreibung wäre jederzeit mögl. gewesen. Es wurden Gespräche über Trauerarbeit und Mögl. einer Beerdigung gesprochen. Nach der 24 Woche gab`s dann die Lungenreife-Spritze und eine Einführung in Wahrscheinlichkeitsrechnungen... Gleichzeitig machte ich mir natürlich auch Gedanken über den Sinn des Lebens. Aber heute 7 Jahre später, habe ich soo viel dazu gelernt. Selbstverständlich ist immer noch nix, aber möglich ist alles. Für mich gibt es keinen Tag X... Lg Eva

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