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  • 1 Post By Juliane1

Thema: Wie ist die Versorgung eurer Kleinen auf der Neo?

  1. #1
    Gast

    Frage Wie ist die Versorgung eurer Kleinen auf der Neo?

    Liebe Frühchen-Mamis,

    ich bin selbst ein Frühchen und kam damals in der 32. SSW zur Welt. Jetzt studiere ich Sonderpädagogik und schreibe gerade meine Master-Arbeit zum Thema "Hilfsmaßnahmen für Erstgebärende mit einem frühgeborenen Säugling bei Postpartalen Depressionen". Mich würde mal interessieren, wie ihr die Versorgung eurer Kleinen auf der Neo empfindet und bewertet? Vor einigen Jahren war die ja z.T. noch sehr technisiert und für Eltern und Kind in Bezug auf die Bindungsförderung- und entwicklung katastrophal. Viele von euch kennen ja sicher die Wiener Ärztin Marina Marcovich und ihre Methode der sanften Pflege. In den USA wurde schon 1982 ein ähnliches Konzept entwickelt, welches sich angeblich auch hier immer mehr durchsetzt. Doch wie verbreitet das jetzt tatsächlich ist würde mich tatsächlich mal interessieren. Persönlich hab ich nämlich das Gefühl, dass die Neos heute immer noch mehr auf die medizinische Versorgung gucken als auf das psychische Wohlbefinden der Kleinen und ihrer Eltern. (Hab euch die Beschreibung und Hintergründe mal unten verlinkt.) Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir ein bisschen von euren Erfahrungen erzählt.

    https://www.thieme-connect.de/ejourn...31-1281475.pdf

    Viele liebe Grüße
    Janne

  2. #2
    Juliane1 ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    04.06.2010
    Beiträge
    3.326

    Standard Re: Wie ist die Versorgung eurer Kleinen auf der Neo?

    Ich kann eigentlich in erster Linie nur positive Erfahrungen berichten.

    Ich hatte zwei Frühgeburten eine in der 33. SSW, die zweite in der 31. SSW. Meine Tochter wurde 3 Wochen, mein Sohn 5 Wochen intensivmedizinisch auf der Neo versorgt. Bei meinem ersten Kind war ich zufrieden, sowohl mit der Betreuung auf der Neo, als auch meiner Betreuung auf der Station und danach. Im Nachhinein und vor allem nach der Erfahrung bei der zweiten Frühgeburt, war es eine gute aber keine herausragende Betreuung. Vor allem die Rücksprache mit den Ärzten fehlte mir manchmal.

    Besonders positiv ist mir allerdings die Versorgung auf der Intensivstation der Klinik Traunstein in Erinnerung. Mein zweites Kind wurde dort überraschend im Urlaub geboren. Ich war von der Betreuung meines Kindes und auch mir restlos begeistert. Es stand mir immer ein Ansprechpartner zur Verfügung. Ärzte eigentlich immer und nicht nur einmal am Tag, kompetente und hilfsbereite Schwestern/Pfleger und auch sehr einfühlsame Psychologen, die mich auch schon kurz vor und nach der Geburt unterstützt haben. Ich hatte keine postnatalen Depressionen, aber eben doch die ganz normalen Ängste und Sorgen nach so einem Erlebnis. Als es Komplikationen gab, wurde ich immer sehr ausführlich durch die Ärzte informiert und auch durch die Psychologen "aufgefangen", die einfach mal vorbeikamen und mich zu einem Spaziergang einluden. Wenn man für so etwas offen ist, ist es wirklich eine Hilfe. Wenn man allerdings lieber für sich sein wollte, wurde das genauso respektiert.

    Man konnte jederzeit zu seinem Kind (das ist allerdings glaube ich überall auf den Frühchenstationen Standard), wurde ausführlich in die Pflege eingeführt wurde und es wurde viel Wert auf das Miteinander von Eltern und Kind gelegt. Außerdem gab es dort eine sehr gute Physiotherapie auch schon für die Frühchen, was ich besonders bemerkenswert fand. Das einzige, was sie dort nicht so mochten, war ständiges "rein und raus". Also dauernd nur mal kurz für 5 Minuten vorbeischauen, wurde nicht so gerne gesehen, da es eher viel Unruhe auf so einer Station bringt. Das kann ich allerdings gut verstehen.

    Wie gesagt, von meiner Betreuung in der Klinik Traunstein war ich begeistert. Nach unser Entlassung wurden wir noch weiter durch den Bunten Kreis (eine Nachsorgeeinrichtung für Frühchen oder Babys und Eltern mit anderen besonderen Bedürfnissen) betreut. Auch dies eine große Hilfe, um sich im Alltag zurecht zu finden und bei Ängsten einen kompetenten Ansprechpartner zu haben. Vielleicht ist der Bunte Kreis auch eine gute Anlaufstelle für deine Arbeit bei weiteren Fragen und Recherche.

    Zusammengefasst, kann ich eigentlich keine wirklich negativen Erfahrungen berichten. Ich denke, hier hat sich wirklich enorm viel getan. Frau Marcovich hat wohl schon einiges bewirkt. Alles Gute für die Arbeit!
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  3. #3
    nadinchen0604 ist offline Member
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    15.06.2011
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    107

    Standard Re: Wie ist die Versorgung eurer Kleinen auf der Neo?

    Bei uns auf der neo waren die Zimmer echt voll 6 inkubatoren also 6 Kinder das Problem bei Untersuchungen muss man aus Datenschutzgründen grds den Raum verlassen. Das ist bei 6 Kindern ziemlich oft der Fall. In die Versorgung wurden wir mit einbezogen bereits am 3 Tag durfte ich sie wickeln Känguruhn nach dem extubieren und einer Erholungsphase. Problematisch ist immer wieder gewesen das die Schwestern nicht eine Linie gefahren sind die eine fand stillen doof die andere Känguruhn. An sich waren die meisten recht einfühlsam für die beengte Situation konnten die ja auch nix. Aktuell mussten wir wieder auf die its aber die pädiatrische wegen dem rs-virus dort ist es ruhiger 2 Kinder pro Schwester ich darf kommen wann ich will sie versorgen und die Schwestern sind auch echt lieb und hören einfach zu wenn mir nach reden ist.im Vergleich finde ich es mittlerweile schon heftig denn auf der neo hatte eine Schwester 6 Kinder zur Unterstützung war zwar noch ne Schülerin da manche haben aber mehr Arbeit gemacht als sie geholfen haben. Die meisten geben sich echt mühe aber sind wegen der Sparmaßnahmen echt am Ende.

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Wie ist die Versorgung eurer Kleinen auf der Neo?

    Ich habe die Tage auf der Neo als nicht sehr angenehm empfunden. Es war zwar nur ein 2er Zimmer, aber wir haben wenig Infos bekommen und auch nie einen Arzt sprechen können. Was mit unserem Kind passierte wurde uns nicht gesagt (z.B.Fototherapie). Die Schwestern waren denke ich überfordert und wir waren froh, als er er auf die Frühchenstation verlegt wurde und ich bei ihm sein konnte. Auch wenn die Schwestern da, bei Rooming in Müttern (jedenfalls bei mir, vielleicht da ich Krankenschwester bin) auch wenig unterstützt haben, bzw. nur auf ausdrücklichen Wunsch (bis auf 1 Schwester die auch schon bevor ich als Rooming in aufgenommen wurde sich super um uns Eltern und unser Kind gekümmert hat). Baden bzw. die versorgung meines Kindes wurde mir leider nie gezeigt (aus Zeitgründen bzw. Personalmagel), aber auch da mir gesagt wurde ich müsste das ja können als Krankenschwester die auch auf einer teilweise Geburtsmed. Station arbeitet. Ich war froh als wir grade wegen meiner Med. erfahrung recht schnell entlassen wurden und zuhause die Nachbetreuung einer Kikra (2x) und meiner Hebamme war, die uns wegen der Hypothermie die bei unserem Kind noch bestand beraten und unterstützt haben.

  5. #5
    psst89 ist offline Stranger
    Registriert seit
    09.04.2013
    Beiträge
    5

    Standard Re: Wie ist die Versorgung eurer Kleinen auf der Neo?

    Hallo,
    also erstmal muss ich sagen: Hut ab, vor so einem Thema!
    Ich bin auch eine Frühchenmami. Meine Maus kam bei 34+5 per NKS zur Welt. Hätte ich die 3 Tage vorher, die ich schon im Kh war, gewusst was auf mich zukommt, hätte ich mich irgendwo anders hin verlegen lassen.
    Meiner Maus ging es zum Glück von Anfang an recht gut, sie brauchte nur die ersten 12 Stunden Sauerstoff und bekam die erste Woche Antibiotika. Auch brauchte sie eine Magensonde für die erste Woche. Sie lag zum Glück nur 200m von mir entfernt auf der Kinderstation. Das sind aber auch schon die einzigen positiven Sachen die ich über unseren 3 wöchigen Aufenthalt sagen kann.
    Obwohl die Neonatologie nicht voll war (2 Kinder pro Schwester), hatten die Schwestern, nach eigenen Angaben, einen heiden Stress. Ich habe sie jedenfalls nur Kaffee trinken sehen. Ob die Kinder schliefen oder nicht, sie wurden aus ihren Bettchen oder Inkubatoren herausgezerrt. Das Wickeln verlief genauso. Mit Schwung wurden sie von einer Seite zur anderen gerollt - es ging schließlich schneller, als wenn man vorsichtig gemacht hätte. Wenn die Kinder beim trinken einschliefen, wurden sie ( neben dem üblichen Hände und Ohrenreiben) geweckt indem man ihnen kurz die Nase zuhielt. "Sie würden schon den Mund aufmachen!" Das hat eine Schwester nur einmal mit meinem Kind gemacht, danach durfte sie nicht mal mehr in die Nähe von ihr. Ich bin regelmäßig fast am ausflippen gewesen. Das die kleinen Ruhe und ein bisschen Dämmerlicht brauchten war absolut egal. Das Radio lief durchgehen in normaler Zimmerlautstärke und wenn die Sonne schön durchs Fenster schien, wurde selbiges auch gleich geöffnet ohne das Rolle ein bisschen herunter zu lassen.
    Von uns Eltern wurde auch nicht viel gehalten, wir hätten schließlich keine Ahnung wie es richtig geht, aber aufgeklärt wurden wir auch nicht. Ich konnte in den 3 Wochen die wir dort waren ein einziges mal mit einem Arzt sprechen und das war das Entlassungsgespräch. Ich hatte keine Ahnung wie oft sie Medikamente bekam oder welche. Wenn ich Fragen hatte wurde ich von den Schwestern an die Ärzte verwiesen, die aber nie da waren.
    Und dann kam ich auch noch auf die blöde Idee mein Kind stillen zu wollen. Ich hab immer Milch abgepumpt und das war in Ordnung, denn dann war ich nicht auf der Station, aber wehe ich wollte sie anlegen. "Wieso wollen Sie das überhaupt? Sie wissen doch eh nicht wie lange Sie Milch haben!" Oder: "Wozu dieser Aufwand, wenn das Kind aus der Flasche schneller trinkt und Sie dann eher wieder Ihre Ruhe haben?" Ich durfte es dann doch für 10 Minuten probieren und wenn sie nicht genug getrunken hatte, hieß es das ich nicht genug Milch hatte. Im Endeffekt ging es einfach nur darum, so schnell wie möglich wieder weg zu sein, jedenfalls für die Schwestern. Eltern wurden nicht gern auf Station gesehen. Ich wurde zum Schluss nur noch ignoriert, denn ich war eine von den Muttis, die alle 4 Stunden zu ihrem Kind sind. Nachdem ich mehrere Heulanfälle und Wutattacken an den Schwestern ausgelassen habe, wurde meine Besuchszeit von 30 Minuten auf 1 Stunde hochgesetzt.
    Ich wollte gern mehr für mein Kind da sein. Ich wollte mit ihr kuscheln, mich um sie kümmern. Ich hätte ihr auch gern nach 2 Stunden wieder was zu trinken gegeben, wenn sie Hunger hatte (und den hatte sie),aber das hätte bedeutet ich wäre langer da gewesen. Also bekam meine Maus nur alle 4 Stunden eine Menge von 70ml. Sie musste sie trinken, ob sie wollte oder nicht und was ich wollte stand gar nicht zur Frage. Nach nicht mal einer Minute kam dann das meiste wieder raus. Kommentar der Schwestern:" Wenn sie alles wieder ausspuckt ist es ihr Problem. Sie hat zu lernen, das wir nicht nach ihrem Willen handeln und ihr dann was geben, wenn sie es will. Sie muss die 4 Stunden warten, das nächste mal wird sie sich überlegen, ob sie es wieder ausspuckt! "
    Selbst auf meine Frage hin, ob ich mich nicht einfach darum kümmern kann, das sie was bekommt wurde mir nur frech ins Gesicht gegrinst.

    Ich weiß jedenfalls für die Zukunft, das dieses Kh mein Kind nie wieder sehen wird und ich dort keines mehr zur Welt bringe. Lieber fahre ich 100km und weiter, aber das passiert mir nicht nochmal.

    Tschuldigung, das der Text doch so lang geworden ist.

    Lg
    Ich und Mausi (10 Monate)

  6. #6
    Avatar von Anke0171
    Anke0171 ist offline Poweruser
    Registriert seit
    13.06.2002
    Beiträge
    5.816

    Standard Re: Wie ist die Versorgung eurer Kleinen auf der Neo?

    Bei uns ist es schon etwas her, mein Sohn wird in diesem Jahr 14. Aber an die Zeit auf der Frühchenstation erinnere ich mich trotz allen Sorgen und Ängste gerne zurück. Er hatte seitdem noch einige Krankenhausaufenthalte - da war das sicher einer der angenehmeren.

    Die Station (Uniklinik Frankfurt) war damals gerade frisch renoviert und umgestaltet, die Räume großzügig und hell. In jedem Zimmer standen 2, 3 oder höchstens vier Inkubatoren oder Wärmebettchen. Dazwischen war viel Platz, um sich zu bewegen, wenn man die Kinder versorgte. Auch war genug Platz um bequem einen Liegestuhl stellen zu können.

    Die Eltern konnten zu jeder Zeit in die Station, manchmal war ich abends bis 22.00 Uhr da, wenn mein Mann lange arbeitete. Morgens brachte er mich zwischen 07.00 und 08.00 Uhr auf dem Weg zur Arbeit hin. Wenn ich mir nachts Sorgen machte, durfte ich auch dann kommen oder anrufen und nachfragen. Ich durfte meinen Sohn von Anfang an erst mit Anleitung, später fast selbstständig über die Nasensonde, später auch mit der Flasche füttern, wickeln, baden. Gerne gab man ihn mir zum Känguruhn. Später, als er ins Wärmebettchen kam, durfte ich ihn selbst herausnehmen. Wir haben stundenlang im Liegestuhl gekuschelt, bis er wieder versorgt werden musste.

    Eine Schwester unterstützte uns Mütter besonders beim Stillen, aber auch alle anderen Schwestern waren sehr lieb und fürsorglich, nicht nur den Kindern, sondern auch uns Eltern gegenüber.

    In jedem Zimmer stand ein CD-Spieler mit CDs, auf denen klassische Musik war. Für mich sehr beruhigend, mein Sohn mochte es auch gerne - er schlief wunderbar darüber ein. Wenn die Kleinen sehr unruhig waren, wurden sie umgebettet oder bekamen ein sog. "Ei" an das Kopfende des Bettchens, das Herztöne nachahmte, Meeresrauschen oder Vogelgezwitscher abspielte.

    Die Ärzte waren täglich nach der Visite, auf Anfrage auch zwischendurch zu sprechen. Der Oberarzt war ein echter Hesse, sprach "deutsch" mit uns, nicht ständig mit medizinischen Fachtermini.
    "Lächeln ist das Kleingeld des Glücks." Heinz Rühmann

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Wie ist die Versorgung eurer Kleinen auf der Neo?

    Hallo ihr Lieben!

    Vielen Dank an alle Muttis, die hier ein bisschen von ihren Erfahrungen erzählt haben!!! Wirklich beeindruckend, wie unterschiedlich mit den Kleinen und den Eltern umgegangen wird. Wenn ich sowas lese wie bei dir, psst89, dann macht mich das wirklich wütend! Sollte man nicht meinen, dass gerade Menschen, die in so einem Bereich arbeiten einen Funken Ahnung, Verständnis und Mitgefühl zeigen, nicht nur für die Kindern sondern auch für die Eltern...das gibt's ja gar nicht!!! Als wenn so ein kleines Kind, das eigentlich noch in den Bauch gehört lernen kann zu warten, wenn es hunger hat. Das ist für die Kleinen wie Schmerz und sie merken nur, dass sie Schmerzen haben und ihnen nicht geholfen wird. Das macht mich wirklich traurig! Ein Glück, dass du dich nicht hast unterbuttern lassen! Wirklich schlimm!

    Ich hab mich jetzt einige Zeit nicht mehr hier gemeldet, weil meine beste Freundin zur Zeit mit einer drohenden Frühgeburt in der Klinik liegt. Sie hätte Zwillinge erwartet, aber in der 20. SSW ist leider festgestellt, dass eines der Babys gestorben ist. Seit dem liegt sie jetzt in der MHH in Hannover. Der Termin ist erst am 2.8.. Wen es interessiert, ich hab dazu im Zwillings-Forum geschrieben.

    Ist wirklich nicht so toll jetzt zu so einem Thema zu schreiben, aber was muss das muss, mein Abgabetermin ist Ende Juni. Wundert mich wirklich, dass nicht mal der Verein Frühgeborenes Kind e.V. eine Statistik oder Ähnliches dazu hat in welchen Deutschen Kliniken das NIDCAP umgesetzt wird. Das wäre dann ja mal nen Thema für die Doktorarbeit.

    Wer mir noch ein bisschen berichten möchte ist herzlich dazu eingeladen.

    Vielen Dank, dass ihr eure Erfahrungen mit mir teilt und ich wünsche euch und euren Mäusen alles Liebe und dass ihr die verpasste Anfangszeit durch ganz viele Kuscheleinheiten ein bisschen aufarbeiten könnt!

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