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  1. #1
    luna77 ist offline Pooh-Bah
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    Standard Rückblick - wie gehts euch damit?

    Robin ist vor wenigen Tagen 1 Jahr alt geworden...

    Für mich war diese Nacht (Robin kam morgens auf die Welt) und der ganze Tag irgendwie wie ein Film. Ich konnte kaum schlafen - wurde immer wieder mit Tränen wach...


    Mir fällt es noch heute 1 Jahr nach Robins Geburt schwer, über das Erlebte und meine Gefühle dabei zu sprechen. Mit meinem Partner habe ich bis jetzt kaum ein Wort über die Geburt gesprochen.....

    Dabei war die Geburt selber eigentlich ein Klacks..... - nur anschließend 14 Tage Intensiv / Neo, und ich 3 ganze Tage ohne Körperkontakt zum Kind, direkt nach der Geburt abtransport des Neugeborenen in eine Kinderklinik (Mama darf nicht mit!) ....
    Im Nachhinein muß ich sagen, dass wir ja echt Glück hatten und unser Junior damals "nur" eine Lungenentzündung und damit verbunden atemprobleme hatte.

    Selbst jetzt, wenn ich das nur in Kurzfassung schreibe, habe ich einen großen kloss im Hals stecken! Ich könnte direkt wieder in Tränen ausbrechen!

    Haltet mich für Bekloppt - aber ich denke, dass ich das ganze auch ein Jahr später noch nicht verarbeiten konnte!


    Wie siehts bei euch aus? Seid ihr auch so nah am Wasser gebaut?
    Konntet ihr reden?
    Und wie gehts euch dann bei dem "Geburtstag"?

    Ich schicke viele liebe Grüße und danke euch jetzt schon mal für ehrliche Antworten!





















  2. #2
    Gast

    Standard Re: Rückblick - wie gehts euch damit?

    Mir geht es auch noch nicht so gut, weil mir irgendwie 2 Monate Schwangerschaft fehlen und die vermisse ich irgendwie.
    Aber jedes Mal wenn mein Sohn mich anlächelt bin ich froh, denn ich habe die zwei Monate gerne im Tausch gegen ein gesundes Kind gegeben.

  3. #3
    Avatar von schnuckibu
    schnuckibu ist offline journey (wo)man
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    Standard Re: Rückblick - wie gehts euch damit?

    Ich habe auch noch ganz schön an den Erlebnissen vor einem Jahr zu knabbern und habe es noch nicht verarbeitet. Wenn ich darüber rede, habe ich oft einen Kloß im Hals oder bekomme feuchte Augen. Manchmal kann ich mir die Fotos von damals ganz gut ansehen und manchmal fange ich gleich an zu weinen - je nach Tagesform.

    Ich wünsche dir viel Kraft und natürlich weiter viel Freude mit deinen Jungs

    Gruß Anja

  4. #4
    Avatar von Hannahmama
    Hannahmama ist offline Familienbild
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    Standard Re: Rückblick - wie gehts euch damit?

    Wenn Du Bekloppt bist, dann bin ich es nach 18 Monaten ganz bestimmt. Und das will ich nicht, daher bist Du nicht bekloppt.

    Auch ich liege noch manchmal nachts wach und vergieße Tränen. Dann hole ich die Maus ins Bett und drücke sie ganz fest. Das hilft.

    Wenn ich Schwangere im Endstadium jammern höre, dass es doch endlich vorbei sein soll, dann könnte ich ihnen an die Gurgel gehen, auch weil ich das nie sagen konnte.

    Verrückt oder?
    :D Dark-Chocolate-Destruction-Sister von Sugarmice :D

    grds steht grundsätzlich ja unter Strafe

    may those who love me, love me, and those, who don´t, may god turn their hearts, and if he can´t may he turn their ankles, so I can see them by their limping (angelehnt an einen irischen Segensspruch (?))

  5. #5
    Gast

    Standard es wird besser - oder nur anders?

    hallo ihr lieben,

    erst einmal ganz feste drücker an euch. ich kann es sooo gut nachfühlen, wie es euch geht. denn so ging/geht es mir auch!

    meine jungs wurden 2,5 monate zu früh geboren, gelegen bin ich ab der 21. woche mit blasensprung, davor riet man mir in der 19. woche von einem abbruch wegen einer lebensgefährlichen OP. dann kamen die jungs, zu einem unglaublichen wunder, "erst" bei 29+0 auf die welt. dabei waren unsere drei leben sehr in gefahr, an ein gutes ende glaubte niemand...

    und dann ging es weiter... ich sah zwar nun meine sehr geliebte tochter wieder, musste aber meine kleinen würmchen einfach da lassen, 50km von daheim, von mamas wärme entfernt.

    mir kommen noch heute, 2 jahre danach die tränen. auch die vielen, vielen unzähligen jahrestage sind noch präsent. kaum wer versteht, dass ich das nicht überwunden habe. aber es hat keiner SO DIREKT erlebt.

    durch das ganze habe ich mich leider sehr verändert, bin nicht mehr ich selbst, bin leicht und schnell überfordert (oder liegt es einfach an der tatsache, dass drei so kleine kinder und haushalt einfach streß sind????) und weine sehr viel. ja, ich denke, ich war/bin leicht depressiv.

    seit ein paar wochen gehe ich nun zu einer psychologin, weil ich will wieder die alte sein, so unbeschwert und unbekümmert. einfach die mella, die das leben und ihre kinder liebt.

    ich raste sehr schnell aus, ohne zu wissen, wieso?

    und, ich weine viel. hänge wohl noch zu sehr an der vergangenheit. eine vergangenheit, die zu uns gehört, aber auf der nicht unser leben aufzubauen hat. ich muss mich auch davon lösen. aber die erinnerungen sind da.

    der 2. geburtstag war wesentlich besser. beim 1. bin ich bei der geburtszeit der jungs und unserer lebensgefahr zusammengeklappt. diesmal habe ich nur kurz daran gedacht.

    leider ist die schlimme zeit in meinen kindern noch sehr präsent. meine tochter hat diese 9 wochen ohne mama, dann 11 wochen mit halber mama schmerzlich überwunden, man merkt es ihr heute an. die jungs sind sehr schnell zornig, nicht ausgeglichen. aber woher auch??? sie kennen nur angst. angst in meinem bauch, angst im KH, angst danach.

    mein kopf sagt mir an guten tagen, alles wird gut. aber ich komme da nicht selbst raus und deshalb habe ich mir nun auch hilfe geholt. alleine schaffe ich das nicht. dazu hängte ich zu sehr an meiner für uns letzten schwangerschaft, die ich bewusst als letzte genießen wollte und nur ängste und sorgen ausstand - ich vermisse das gefühl, schwanger zu sein, ich fühlte mich nur krank. ich vermisse diese neidischen blicke der umwelt, ich vermisse dieses erste kuscheln mit den propperen babys...

    es ist vorbei, das leben hält jedem verschiedene schicksalsschläge bereit. oft denke ich mir, ich bin doch viel zu klein für sooo viel schmerz! aber das gehört dazu, das leben ist nicht nur sonnenschein. ich hoffe allerdings, dass meine 3 dicken sonnenstrahlen mich eines besseren belehren können!

    nie vergessen: alles wird gut!

  6. #6
    Avatar von Hannahmama
    Hannahmama ist offline Familienbild
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    Standard Re: es wird besser - oder nur anders?

    Drücke Dich zurück... Du hast ja was hinter Dir. Schön das Du den Mut hast Dich an jemanden zu wenden. Wenns Dir besser geht, fühlen sich sicher auch Deine Kinder wohler...

    Manchmal denke ich, vllt sollte ich sowas auch mal in Angriff nehmen. Dann komm ich mir deswegen noch blöder vor... weils letzendlich hab ich ja Glück gehabt, dass weiß ich auch zu schätzen, nur manchmal halt da kommts hoch. Versuche es mittlerweile zu akzeptieren und ne andere Seite zu sehen. Ich habe gelernt allem einen viel größeren Wert beizumessen. Es ist nicht alles selbstverständlich, nicht das Kinder gesund und pktl auf die Welt kommen, nicht das sie sich so entwickeln wie es "normal" ist... Jedes Kind ist was Besonderes und unsere doch irgendwie noch was mehr...

    Lieben Gruß und alles Gute
    :D Dark-Chocolate-Destruction-Sister von Sugarmice :D

    grds steht grundsätzlich ja unter Strafe

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  7. #7
    Tecumseh 2 ist offline mehrMeer
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    Standard Re: Rückblick - wie gehts euch damit?

    Hi,

    ich finde es schade, dass Du so leidest. Das tut mir leid. Verstehen kann ich es nicht.

    Bei mir ist es immer so gekommen, wie ich es wollte. Beim ersten Kind dachte ich noch, sie machen im Krankenhaus das, was man wünscht, schöne Musik, Unterwassergeburt... war ja alles da und dann die Realität, Fruchtblase geplatzt in der 39. SSW, kaum Wehen, sie ließen mich übergeben vor Schmerz und alles andere war auch Mist. Keine PDA, die Hebamme hüpfte ständig zwischen OP (andere Mutter) und mir umher und war vollkommen genervt. Die Wehen schmerzten nur noch und ich dachte ich muß sterben, es war nichts mit schöner Musik oder Unterwassergeburt, nur Stress. Das war mein erstes Kind. Sowas wollte ich nie wieder erleben.

    Meine beiden nächsten Kinder hatten erbarmen mit mir und kamen als Frühchen und mit Not-Sectio zur Welt. Was besseres hätte mir gar nicht passieren können.

    Das erste Frühchen hat noch anstalten gemacht und hat nur die Fruchtblase platzen lassen, da wollte man mir noch eine Cerclage legen, das geht bei mir rein gar nicht, das Kind kam zwei Tage nach meiner Einlieferung auf die Welt, mußte auch auf die Neo-ITS eines anderen Krankenhauses, nach drei Tagen konnte ich es besuchen, aber der Papa war ja da und konnte täglich hin.

    Das zweite Frühchen war schlauer, hat gleich seine Geburt durch massiven Blutverlust vorgetäuscht und so kam es in der 29. SSW mit Not-Sektio zur Welt, aber immerhin lagen wir im gleichen Haus und so konnte ich es nach einem Tag besuchen.

    Beim vierten wollte ich auch nicht so lange schwanger sein, aber ich wollte auch kein Frühchen mehr, so habe ich mich mit dem Krankenhaus auf einen frühen Entbindungstermin per KS geeinigt, das hat auch geklappt.

    Ich bin einfach nicht die geborene Schwangere, die es genießt 40 Wochen oder mehr schwanger zu sein. Trotzdem liebe ich Kinder und ich war gern für sie da auf der Neo-ITS und auf der Neugeborenenstation. Jeden Tag für ein paar Stunden, länger ging nicht, weil andere Kinder da waren, die mich auch brauchten. Aber wenn ich da war, dann immer nur für sie.

    Nein, ich bin nicht so nah am Wasser gebaut wie Du, ich wußte immer, dass meine Kinder das schaffen werden und klar, ich habe viel geredet und mich hier im Forum viel ausgetauscht.

    Mein direktes Umfeld kam mit den Frühchen nicht so ganz klar, mir hat viel eine Seite aus der Schweiz geholfen, wo eine Frau nach fünf Kindern zwei Frühchen verloren hat und den Mut nicht verlor, leider ist die Seite fast gelöscht.

    Ich finde meine Frühchen super, super spannend, super neugierig und super, wie sie ihr Leben meistern.

    Nein, ich hardere nicht und ich fühle mich auch nicht inkompetent.

    Ich wünsche Dir, dass Du diesen Punkt auch erreichst und rede mit Deinem Partner über Deine Gefühle. Das finde ich unglaublich wichtig. Kinder sind eine Sache, aber jemanden zu haben, mit dem man über die Gefühle spricht ist wichtiger.

    Was ist denn das für eine Beziehung, wo Du ein Kind von hat aber nicht über Deine Gefühle reden kannst? Das geht gar nicht, finde ich.

    VG

  8. #8
    Gast

    Standard Re: Rückblick - wie gehts euch damit?

    es ist toll, wie du damit umgehen kannst. ICH kann es auch nicht. ICH war immer sooo gerne schwanger, es war eine wunderbare zeit. und lieber habe ich das/die kind(er) im bauch nicht auf der neo. das war eine schlimme zeit. natürlich wusste ich immer, dass sie es schaffen, sie gesund sein werden, aber trotzdem hatte man angst. das bewusstsein, gesunde kinder zu haben, hat man sich eingeredet, das wusste man tief in seinem inneren. weil man einfach gesunde kinder haben will.

    meine tocher kam in einer traumgeburt auf die welt, bei den jungs war es der reinste horror. diese ängste....

    ich bewunder dich, dass du das alles so nüchtern sehen kannst. aber da ist jeder einfach anders. ich hänge sehr an den zeiten der schwangerschaften, zB.

  9. #9
    luna77 ist offline Pooh-Bah
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    Beiträge
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    Standard Re: Rückblick - wie gehts euch damit?

    Ich bin ja sooo froh, dass ich damit nicht alleine bin!





















  10. #10
    luna77 ist offline Pooh-Bah
    Registriert seit
    12.06.2004
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    2.215

    Standard Re: es wird besser - oder nur anders?

    Danke - du hast das sehr schön geschrieben!
    Und Hut ab, dass du eine Therapie machst!





















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