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  1. #1
    Asaliah ist offline Stranger
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    Frage Wie Frühchen ihre Welt erleben

    Hallo liebe Frühcheneltern,

    ich habe eine große Bitte an euch, die mir sehr am Herzen liegt.
    Ich bitte um eure Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen.

    Mein Name ist Mira und ich studiere im 7. Semester Kommunikationsdesign an der FH Würzburg.
    Mein 27. jähriger Bruder war eine Frühgeburt (33.SSW). Er bedeutet mir alles und so beschäftigen mich Frühchen schon sehr lange in meinem Leben.
    Dieses Semester steht meine Bachelorabschlussarbeit an. Ich möchte mich in dieser Arbeit gestalterisch und inhaltlich mit Frühgeborenen beschäftigen.

    Ich werde versuchen mich dem Thema experimentell, emotional und einfühlsam zu nähern, da ich es für unheimlich wichtig und erzählenswert halte. Es ist für mich ein großes Glück, dass ich mich dem Ganzen aus einer anderen Richtung als der rein medizinischen nähern kann. Darin sehe ich eine große Chance.

    Mehr zum Inhalt meiner Arbeit:
    Bei Frühchen sind die Äußerungen von Körper und Psyche sehr stark und sensible miteinander verknüpft. Sie befinden sich außerhalb uns vertrauter Erfahrungen, vertrautem Erlebens oder uns vertrauter Begrifflichkeiten.

    Was erlebt und empfindet das Frühgeborene?
    Wie unterscheidet sich dieses Erleben zu anderen Neugeborenen und warum?
    Wie erlebt ihr Eltern diese Situation und wie wirkt sich euer Umgang damit auf das Frühchen aus?
    Welche Rolle spielt der Kontakt zu anderen Menschen?

    Wenn man bedenkt, dass jede Regung und jeder Atemzug der Frühchen nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychische Ebene in sich trägt, offenbart sich uns nur eine Ahnung der Zustände von Angst und Kampf ums Überleben, in die wir durch das Versagen des Körpers der kleinen Kämpfer geführt werden. “Wir sind mit einem Ausmaß an Nicht-Wissen konfrontiert, das wir sonst tunlichst zu vermeiden suchen.” (Früh in der Welt, Agathe Israel und Björn Reißmann, Brandes & Aspel, 2008)

    Doch genau weil sich die Zustände von Frühchen vornehmlich auf physischem Wege äußern ist es eine Chance diese wahrzunehmen, zu übersetzen und darauf zu reagieren. Während Neugeborene sich durch Strampeln, Schreien und Lächeln ausdrücken, passiert dies bei Frühchen auf eine andere Art und Weise. Dabei können körperliche Signale wie Atemstillstand oder psychosomatische Symptome wie Trinkschwäche oder Schreiattacken oft als Suche nach menschlicher Nähe gedeutet werden. Das heißt bei Frühchen ist es besonders wichtig den Kontakt und die Begegnung zwischen den Menschen und dem kleinen Wesen in den Fokus zu rücken.

    So kann sich das Zusammentreffen zu einer Erfahrungsquelle mit heilender Wirkung für das Frühgeborene werden.

    Habt ihr etwas Ähnliches erlebt oder bemerkt?
    Glaubt ihr euer Kind empfindet manche Dinge anders als wenn es kein Frühchen wäre?
    Hat die Nähe zu euch das körperliche Befinden eures Babys beeinflusst?
    Oder ist euch etwas Spezielles aufgefallen? Hattet ihr ein besonderes oder prägendes Erlebnis?

    Ich freue mich über jeden Beitrag, jede Hilfe, jede Geschichte von euch und eurem Kämpfer!

    Vielen vielen Dank!
    Mira

  2. #2
    Avatar von Nicemama
    Nicemama ist offline old hand
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    Standard Re: Wie Frühchen ihre Welt erleben

    also wir haben einen jungen der in der 31ssw. per notkaiserschnitt zur welt kam mit 985g und 35cm..er lag 3 wochen im inkubator auf intensiv,dann kam er noch 3 wochen auf die neugeboreenenstation...mit 2 kg durften wir heim nach 6 wochen im kh..
    ich fand es am anfang als mama schwer,ich hatte diese muttergefühle nicht sofort,da ich ihn ja erst so spät sehen durfte und dann nicht anfassen usw...
    erst als er heim durfte fühlte ich mich als mama,irgendwie..weis nicht..mir fällt auch auf das er bis jetzt auf jeden fall noch kein schmuser ist..entweder weil wir ja nur am tag ein paar std zum kuscheln hatten im kh oder weil er eben so ist oder es kommt noch..keine ahnung..ansonsten muss ich sagen entwickelt er sich super,ist auch vom entwicklungsstand her höchstens 4 wochen zurück und das eben da er einen schiefhals hatte und lange seinen kopf nicht selber heben konnte.das ja jetzt mit kg echt super wird...
    er wird jetzt am 21. 9 monate alt und seit gestern versucht er sich hochzuziehen,ist schon ulkig ihnen so zuzusehen wie sie alles mit so viel ehrgeiz versuchen..
    ach ja was mir noch aufgefallen ist,er ist extrem stur und oft auch sehr überdreht,braucht immer action..weis nicht wer das noch so kennt
    985g,35cm gross

  3. #3
    Gast

    Standard Re: Wie Frühchen ihre Welt erleben

    Ehrlich gesagt fällt mir der Zugang zu dem Thema schwer.

    Was erlebt und empfindet das Frühgeborene?
    Wie unterscheidet sich dieses Erleben zu anderen Neugeborenen und warum?
    Wie erlebt ihr Eltern diese Situation und wie wirkt sich euer Umgang damit auf das Frühchen aus?
    Welche Rolle spielt der Kontakt zu anderen Menschen?


    Ich kann dir nur sagen, dass wir zum Anfang uns eingeigelt haben und jeden Kontakt nach aussen nach möglichkeit vermieden haben. Aus Angst das unser Wurm (Entlassen mit 2kg) gleich krank wird.

    Ob mein Drachenmädchen anders empfindet als andere Babys kann ich nicht sagen. Wie soll man das auch vergleichen.

  4. #4
    felicitas2801 ist offline Member
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    Standard Re: Wie Frühchen ihre Welt erleben

    Zitat Zitat von Llynja Beitrag anzeigen
    Ehrlich gesagt fällt mir der Zugang zu dem Thema schwer.

    Was erlebt und empfindet das Frühgeborene?
    Wie unterscheidet sich dieses Erleben zu anderen Neugeborenen und warum?
    Wie erlebt ihr Eltern diese Situation und wie wirkt sich euer Umgang damit auf das Frühchen aus?
    Welche Rolle spielt der Kontakt zu anderen Menschen?


    Ich kann dir nur sagen, dass wir zum Anfang uns eingeigelt haben und jeden Kontakt nach aussen nach möglichkeit vermieden haben. Aus Angst das unser Wurm (Entlassen mit 2kg) gleich krank wird.

    Ob mein Drachenmädchen anders empfindet als andere Babys kann ich nicht sagen. Wie soll man das auch vergleichen.
    das erleben wir auch gerade.. ehrlich gesagt bin ich froh, wenn mein mann mal zuhause ist und auf unseren kleinen sonnenschein aufpaßt. mittlerweile genieße ich es sogar den wocheneinkauf nur um mal raus zu kommen..
    aber zum thema: ich hab das gefühl das unser sohn nach dem kkh die kuschelzeit nachholen will..die ja nur begrenzt war. er ist sehr anhänglich und schläft am liebsten auf m arm ein.. unsere hebamme bemerkte noch, das er sehr skeptisch sei (z.b. beim baden)..ob das nun auf die zeit im krankenhaus zurück zuführen ist oder lediglich an seinem charakter liegt, kann ich nicht genau sagen

  5. #5
    annalila ist offline newbie
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    Standard Re: Wie Frühchen ihre Welt erleben

    Auch ich habe meinen kleinen Sonnenschein seit 6 Wochen daheim nach sehr turbulenten Zeiten. Da es ihm lange sehr schlecht ging konnte man ihn nicht täglich zum kuscheln aus dem Inkubator rausnehmen. Er lag 7 Wochen im Inkubator und das war für mich eine schlimme zeit. Ich konnte ihn an manchen Tagen nur durch ein kleines Fensterloch berühren, nicht drücken, nicht küssen. Ich hatte das gefühl ich müsste um jede Berührung kämpfen! Von heut auf Morgen wurde da mein 802g Baby aus mir rausgerissen, ohne Vorbereitung. Unter Vollnarkose. Als ich aufwachte wusste ich nix durfte ihn erst Abends kurz besuchen und dann waren kaum Berührungen möglich. Mir kommen jetzt noch die tränen! Wie er es empfunden hat ist schwer zu sagen, aber oft war er sehr unruhig in seinem" Haus" und auf unserer Brust war er stabiler, ruhiger!
    Zu anderen menschen habe ich lange kontakt vermieden, ich wollte wenig sprechen, immer wieder hören alles wird gut, obwohl niemand nachempfinden kann wie hart so etwas ist!Um das Leben des eigenen Kindes zu Bangen, ist das schrecklichste Gefühl was ich je kennenlernen musste!
    Heute benötigt der Kleine auch viel Zuwendung! Braucht viel Nähe. Was mir bei uns aufgefallen ist, das nach so langen Krankenaufenthalt Jonas keine Ruhe ertragen hat. Anfangs musste es immer lauter sein, irgendeine Geräuschquelle, ansonsten war er unruhig! Ich weiß nicht ob ein Frühchen anders empfindet als reife Neugeborene, wenn sie sich dann entwickelt haben. Tatsache ist sie hatten einen schweren Start, aber jedes einzelne von Ihnen ist etwas ganz Besonderes, willensstark die für ihr Leben gekämpft haben, auch wenn sie es viel schwerer hatten. Sie haben sehr früh eine Prüfung bestanden! Für mich ist das ein Wunder, wie ein so kleiner Mensch schon so etwas schafft durchzuhalten!

    Viel Glück für Deine Abschlussarbeit!

  6. #6
    Asaliah ist offline Stranger
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    Lächeln Danke an euch!

    Hallo euch allen,

    vielen Dank erstmal für eure Geschichten und Beiträge. Sie haben mich sehr berührt und ich bewundere jeden einzelnen von euch. Ich bin noch immer am Lesen und Sortieren.
    Ich verstehe, dass das Thema schwer nachzuvollziehen ist, weil es nur wenig Studien und feste Belge dafür gibt. Hier hört das für uns Bekannte auf. Alle bekannten Erfahrungen, Begriffklichkeiten und alles was uns vertraut ist. Wir stehen quasi im Nebel und können nur erahnen was in der Welt der Kleinen passiert. Ich möchte auch nicht jede Entwicklung und jedes Verhalten von Frühchen auf ihre Frühgeburt zurückführen, aber eines steht nach dem was ich gelesen habe fest:

    Dieses Thema spielt für einige Eltern eine Rolle und sie konnten nicht nur physische, sondern auch psychische Einflüsse der Frühgeburt am Verhalten ihrer Babys entdecken.
    DANKE dafür!
    Da ich mich in der Recherchephase befinde bestätigt mich darin wie lohnenswert und wichtig meine Arbeit ist.

    Weiter habe ich mich gefragt, ob es etwas gibt, das euch besonders wichtig wäre, dass es mal genannt wird? Vielleicht (oder gerade) etwas, das nicht aus dem medizinischen Bereich kommt. Etwas, dass euch besonders wichtig wäre, dass es mal angesprochen wird? Oder auch etwas, das ihr anderen Eltern von Frühchen mitgeben wollt, um ihnen Mut, Vertrauen und Hoffnung zu schenken?
    Dies soll auch ein wichtiger Aspekt und Inhalt meines Buches sein.

    Danke für eure große Hilfe!
    Euch und eure Kleinen alles Gute für die Zukunft!

    Mira

  7. #7
    julchen311 ist offline Stranger
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    Rotes Gesicht Re: Wie Frühchen ihre Welt erleben

    Hallo Mira,

    hier meine bzw. unsere Geschichte.

    Meine Tochter wurde in der 34.+6 SSW per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Ich wurde mit starken Oberbauchschmerzen ins Krankenhaus geliefert. Nach einigen Untersuchungen war klar, dass es sich um eine Schwangerschaftsvergiftung (Eklampsie) handelt. Doch als wenn das nicht schon schlimm genug währ, war mein Baby auch noch ca. 3 Wochen zu klein, da sie seit etwa der 32. SSW nicht mehr ausreichend versorgt wurde. Aber soviel zur Vorgeschichte.

    Sie wurde mit 1685g und 43cm Größe in die Welt geholt.

    Da lag sie nun, dieses zarte Wesen...

    Wir durften nach 16 Tagen KH nach Hause, da sie (Gott sei dank) von Anfang an eigenständig Atmen und zwei Tage später, per Fingerfeeder, essen konnte. Ihr Entlassungsgewicht waren 1920g.
    Ich habe es immer so empfunden und empfinde es nach wie vor so, dass sie sehr viel körperliche Nähe braucht.
    Auffallend ist, dass sie im Schnitt immer 3-5 Wochen "hinterher" ist. Sie hat z.B. etwas später gelacht wie Gleichaltrige.
    Aber ich denke, dass sich das bald ausgleicht.
    Aber ja, ich kann von Schreiattacken berichten.
    Sie kreischt dann richtig, als wenn man ihr ans Leben will.

    Alles in allen hat sie sich sehr gut entwickelt und wiegt nun fast 5kg.

  8. #8
    julchen311 ist offline Stranger
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    Ausrufezeichen Re: Wie Frühchen ihre Welt erleben

    Zitat Zitat von julchen311 Beitrag anzeigen
    Hallo Mira,

    hier meine bzw. unsere Geschichte.

    Meine Tochter wurde in der 34.+6 SSW per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Ich wurde mit starken Oberbauchschmerzen ins Krankenhaus geliefert. Nach einigen Untersuchungen war klar, dass es sich um eine Schwangerschaftsvergiftung (Eklampsie) handelt. Doch als wenn das nicht schon schlimm genug währ, war mein Baby auch noch ca. 3 Wochen zu klein, da sie seit etwa der 32. SSW nicht mehr ausreichend versorgt wurde. Aber soviel zur Vorgeschichte.

    Sie wurde mit 1685g und 43cm Größe in die Welt geholt.

    Da lag sie nun, dieses zarte Wesen...

    Wir durften nach 16 Tagen KH nach Hause, da sie (Gott sei dank) von Anfang an eigenständig Atmen und zwei Tage später, per Fingerfeeder, essen konnte. Ihr Entlassungsgewicht waren 1920g.
    Ich habe es immer so empfunden und empfinde es nach wie vor so, dass sie sehr viel körperliche Nähe braucht.
    Auffallend ist, dass sie im Schnitt immer 3-5 Wochen "hinterher" ist. Sie hat z.B. etwas später gelacht wie Gleichaltrige.
    Aber ich denke, dass sich das bald ausgleicht.
    Aber ja, ich kann von Schreiattacken berichten.
    Sie kreischt dann richtig, als wenn man ihr ans Leben will.

    Alles in allen hat sie sich sehr gut entwickelt und wiegt nun fast 5kg.
    ... Noch ein Zusatz:
    Lilly schläft ganz schlecht allein. Auf meinem Arm und neben mir im Bett schläft sie tief und fest, aber sobald sie in ihren Bettchen liegt, schläft sie sehr unruhig, knorkelt und bewegt sich sehr viel.

  9. #9
    annalila ist offline newbie
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    Standard Re: Wie Frühchen ihre Welt erleben

    Zitat Zitat von julchen311 Beitrag anzeigen
    ... Noch ein Zusatz:
    Lilly schläft ganz schlecht allein. Auf meinem Arm und neben mir im Bett schläft sie tief und fest, aber sobald sie in ihren Bettchen liegt, schläft sie sehr unruhig, knorkelt und bewegt sich sehr viel.
    Dieses Problem kenne ich nur zu gut. Tagsüber geht es. Aber Nachts sobald ruhe ist, drückt und presst Jonas nur herum in seinem Bettchen. Sobald er im Arm liegt schläft er super ruhig. Ich frage mich immer wieder was das problem ist. Aber anscheinend ist das auch typisch für ein Frühchen!

  10. #10
    Avatar von Schneewit
    Schneewit ist offline Poweruser
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    18.01.2008
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    Standard Re: Wie Frühchen ihre Welt erleben

    Ich hab mich auf die Zeit im KH gefreut. Wenn der Kleine da ist. Mit dem Bettchen durchs KH fahren und Besuch bekommen. Mein Kleiner kam 34 + 1 1915 Gramm und 44 cm (Schwangerschaftsvergiftung) Dann war da zwar Besuch. Aber man durfte nur zum Kleinen in dem man sich die Hände desinfeziert und einfach so ohne Kabel anfassen ging ja auch nicht. So haben den kleinen Mann am Anfang nur wenige gesehen. Als er dann ins Kinderkrankenhaus kam war ich dort mit meinem Mann sehr alleine.
    Was sehr nervig war später dann daheim Wenn wir mit ihm raus sind und jemand fragte wie jung denn Flori wäre und wir sagten es, dann kam immer der ist aber klein. Muss ich ständig erklären warum er so klein ist. Das nervt.
    Hatte lange zu knabbern das ich ihn nicht gleich nach der Geburt sehen durfte.
    http://www.wunschkinder.net/forum/ti...rg/0/0/0/0.png

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    Ich hab eine ganz liebe Bino mama.niluti mit Timo Maxim im Arm *10.07.09

    Meine liebsten Quasselmädels wissen wer gemeint ist

    Civic ist eine ganz liebe Quasseltante

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