1. #11
    SusiSB ist offline Stranger
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    Standard Re: Geburtsberichte/Erfahrungen/Intensivstation Frühchen

    Anfang Februar 2010 kam ich mit Verdacht auf eine Gestose/Hellp-Syndrom (ugspr. Schwangerschaftsvergiftung) ins KH und das ganze bestätigte sich weitestgehend. Da der Schub aber gerade wieder vorbei war, stellten mich die Ärzte vor die Wahl, entweder gleich eine Spontangeburt einzuleiten oder auf den womöglich baldigen nächsten Schub zu warten und dann wohl per Notkaiserschnitt zu entbinden.
    Da meine Kleine schon 33+5 erreicht hatte, entschied ich mich für ersteres. Nach zwei Tagen Geburtseinleitung, bei der ich seltsamerweise überhaupt keine Wehen, dafür aber höllische anhaltende Druckschmerzen hatte, kam sie dann genau mit genau 34+0 auf die Welt - in eineinhalb Stunden mit der siebten von mir gemerkten Wehe - echt schnell, aber war ja auch klein. 1950 Gramm, 43 cm groß und 33 cm Kopfumfang. Nach drei Wochen Klinik, erst Intensiv- und dann Kinderstation, durften wir sie mit nach Hause nehmen.
    Schade war nur, dass ich sie, obwohl gesund, nach der Geburt sofort weggenommen bekommen habe und als wir nach zwei Stunden dann endlich zu ihr durften, sie nicht einmal in den Arm nehmen durfte. Bei einem beatmeten und kranken Frühchen sehe ich das ja ein, aber bei einem gesunden Kind, das nur zu klein und leicht ist.. Mit dem Stillen hat es dann auch leider nicht mehr geklappt, wohl auch deshalb, dass mir in drei Wochen KH-Aufenthalt nur viermal erlaubt wurde sie anzulegen. Es wurde uns versichert, dass das ohne Probleme später klappen würde, aber da hat sie ihre Flasche schon geliebt.. Aber das gehört wohl in ein anderes Forum.
    Jetzt ist jedenfalls alles super. Kind ist zwar mit einem Jahr noch ein Kilo zu leicht, aber ansonsten völlig normal entwickelt und super aufgeweckt.:)

  2. #12
    Schneeflocke87 ist offline Stranger
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    Standard Re: Geburtsberichte/Erfahrungen/Intensivstation Frühchen

    Am 6.08.2010 wurde ich wurde ins KH eingeliefert mit verdacht auf bronchites (war da schon der anfang von der SSvergiftung) dort haben sie mich auch auf Bronchitis behandelt. Irgendwann hab ich dann hohen blutdruck bekommen und wasser einlagerungen, der Arzt meinte dann nach einem ultraschall das die kleine nur 300 gr wiegt und ihre nieren nicht arbeiten würden und das sie keine überlebens chance hat. Aber er wollte mich trotzdem in ein anderes KH verlegen. Dort wurde mir dann auch gesagt das ich eine vergiftung hab...hat mir iin andern KH keiner gesagt. In hamm haben sie dann auch fest gestellt das Nele über 550gr wiegt und das die nieren arbeiten also das sie ne chance hat. Nur meine vergiftung war schon so weit vorgeschritten das wenn ich einen tag später nach hamm gekommen wäre wir beide gestorben wären ich hatte nur noch ca. 1/3 der lunge frei der rest war voll wasser. Also war ich am 15.8 um 14.30 in hamm beim arzt auf der liege zum ultraschall um 14.45 im kreissaal und um 15 uhr war nele da (mit einem gewicht von 610gr und 33cm groß) und ich im Künstlichen Koma. Aus dem Koma haben sie mich das erste mal nach 10 tagen geholt aber nach 1 1/2 tagen mussten sie mich wieder rein legen weil ich immer noch so viel wasser im Körper hatte, insgesammt 15 liter. Dann haben sie mich wieder nach 2 Tagen geholt, das war ein Mittwoch. In der nacht auf Donnerstag hatte ich auch ganz übele Hallus wegen den ganzen medikamenten. Aber das schlimmste war das mir da keiner sagen konnte auf der intensiv wie es nele geht bzw. ich es nicht glauben wollte das es ihr den umständen entsprechend gut geht. Am Donnerstag dann musste ich zu einer untersuchung nach unten meine Pflegerin hat mich dann zu Nele gebracht danache. Ich hab da nur geheult. Ab dem zeitpunkt wollte ich nur noch weg von der Intensiv. Ich hab nicht mal Krankengymnastik gebraucht, ich bin sofort selber aufgestanden mit hilfe der Schwester so sehr wollte ich da weg. Direkt am Freitag bin ich dann schon auf Normale Stadtion gekommen. Und Eine woche Später an dem Mittwoch auch nach Hause. Nele lag fast 3 Monate auf der Int. Im November eine Woche nach ihrem eig. Termin sollten wir nach hause gehen können, aber es kam anderes wir musste nach Osnabrück weil Nele an beiden auge Netzhautablösungen hatte, auf einer seite stufe 2 auf der andern schon 3. Also hieß es 4 Wochen da bleiben und eine OP. Nach der Op hat sie sich auch noch das RS Virus eingefangen und da ich Grippe bekommen hatte durfte ich nicht mehr bei Ihr bleiben oder sie besuchen...3Wochen lang. Mitte dezember dann wurde sie wieder nach hamm verlegt. dort blieben wir, ich durfte wieder dabei bleiden, noch ein paar tage und dann endlich am 22.12.2010 durfte ich sie mit nach Hause nehmen mit inzwischen 3000gramm

  3. #13
    Avatar von Rosenbaeumchen
    Rosenbaeumchen ist offline Langtextschreiber
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    Standard Re: Geburtsberichte/Erfahrungen/Intensivstation Frühchen

    Meine Tochter kam bei 36+1 zur Welt, 44 cm, 2220g. Für ein "Frühchen" also schon relativ reif.

    Die Schwangerschaft war von Anfang an belastet. Ich hatte zuvor bereits zwei Fehlgeburten gehabt, dann wurde eine Homocysteinanämie (Blutgerinnungsstörung) bei mir festgestellt. In der Folgeschwangerschaft mit meiner Tochter musste ich vom ersten Tag an Heparin spritzen und wurde vor allem im letzten Trimester engmaschig überwacht (Doppler-US).

    In der 34. SSW kam ich mit vorzeitigen Wehen und verkürztem Muttermund in die Klinik. Dort hat man mir auch vorsorglich eine Lungenreifespritze gegeben. Der Muttermund hat sich wieder entspannt, so dass ich eine Woche später wieder nach Hause entlassen wurde. Ab der 35. SSW würde die Klinik ohnehin nichts mehr unternehmen um die Geburt aufzuhalten.

    Ich war wie gesagt gerade bei 36+1 angekommen, als ich nachts mit Blasensprung wachgeworden bin. Da meine Tochter noch immer in BEL lag, hatte sie das Becken auch nicht mit ihrem Köpfchen "abgedichtet", so dass ich fast das ganze Fruchtwasser verloren habe (war ohnehin immer kritisch wenig gewesen). Die Wehen setzen auch schon sehr bald ein, so dass ich per RTW ins Klinikum Böblingen gebracht wurde. Da ich am Abend zuvor noch Heparin gespritzt hatte, wollte man den anstehenden KS noch etwas hinauszögern. Zwischen einer Heparin-Gabe und einer Spinal-Anästhesie sollten im Idealfall mind. 12 Stunden liegen, da sonst das Risiko von Einblutungen im Rückenmark besteht. Im Falle eine Falles wäre meine Tochter also sonst unter Vollnarkose geholt worden. Aber schon kurze zeit später drängte der leitende Oberarzt auf einen Not-KS, weil ihm die konstant hohen Herztöne meiner Tochter Sorgen bereiteten. Nach einem Blasensprung ist das Risiko für eine Infektion besonders hoch, so dass er nicht mehr länger warten wollte. Glücklicherweise gab die Anästhesistin grünes Licht, so dass mir eine Spinale gesetzt wurde und ich die Geburt meiner Tochter miterleben konnte. Dafür bin ich bis heute dankbar!

    Sie hatte anfangs Probleme mit der Atmung, hat auch nicht geschrien. Ich gebe zu, ich war sehr irritiert, dass ich so GAR NICHTS von ihr hörte. Ich habe sie auch erst mal nicht sehen können, da sie gleich im Nebenzimmer untersucht und versorgt wurde. Etwa 10 Minuten später brachte man mir meine Tochter dann in ein Handtuch gepackt. Sie atmete selbständig, dennoch war die Schwester, die sie in den Händen hielt, sichtlich nervös. Zwei Minuten später nahm sie meine Tochter schon wieder mit, legte sie in einen bereitstehenden Inkubator und brachte sie im Laufschritt auf die Neo-Intensiv. Ich glaube, in dem Moment ist mir überhaupt zum ersten mal bewusst geworden, dass ich gerade ein Frühchen zur Welt gebracht hatte und kein "normales" Baby, und dass noch lange nicht alles überstanden ist.

    Wir hatten großes Glück: Unsere Tochter zeigte sich von Anfang an sehr stabil. Sie wurde schon nach einem Tag vom Inkubator ins Wärmebett umgelegt. Insgesamt musste sie nur 5 Tage auf der Intensivstation bleiben, weitere 8 Tage in der Kinderklinik (mit mir als Begleitperson auf dem Zimmer), dann durfte sie schon nach Hause. Die erforderlichen 2.500g Mindestgewicht hatte sie da noch gar nicht erreicht, trotzdem war der Kinderarzt mit ihrer Entwicklung zufrieden.

    Man hat mich von Anfang an beim Stillen unterstützt. Klar musste meine Tochter über Magesonde und mit Glukoselösung intravenös zugefüttert werden. Aber ich wurde auch darin bekräftigt, alle 4 Stunden abzupumpen, um den Milcheinschuss anzuregen. Selbst die kleinsten Mengen Muttermilch wurden in die Kinderklinik gebracht und meiner Tochter per Flasche oder Magensonde gefüttert. Einen Tag nach dem Milcheinschuss durfte ich meine Tochter zum ersten mal anlegen. Dieses winzige Köpfchen wurde von meiner riesigen Brust fast erschlagen. Die Brust war durch den Milcheinschuss so prall, dass meine Tochter keine Chance hatte, zu trinken. Glücklicherweise brachte mir eine Schwester gleich ein extra kleines Stillhütchen, und damit hat es dann geklappt. Ich bin bis heute so dankbar, dass ich meine Tochter stillen konnte und ich bin sicher, dass das zu ihrer schnellen und gesunden Entwicklung beigetragen hat.

    Kurz nach unserem Umzug von der Intensivstation auf die Kinderstation hat meine Tochter sich die Magensonde selbst aus der Nase gezogen. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass ihr keine neue Sonde mehr gelegt wird. Die letzten drei Tage wurde meine Tochter ausschließlich gestillt - ohne Flasche, Sonde oder Venenzugang. Ihr Gewicht hatte sich stabilisiert, die Verdauung funktionierte (ich hatte ein tägliches Ernährungs-, Verdauungs- und Gewichtsprotokoll schreiben müssen), so dass wir beim zuständigen Kinderarzt die Entlassung beantragten.

    Alles in allem bin ich sehr dankbar für diesen zugegeben sehr kurzen Ausflug auf die Intensiv- und Kinderstation. Mir ist bewusst, dass die meisten Frühcheneltern deutlich länger ausharren müssen und auch deutlich größere Ängste und Sorgen durchzustehen haben. Für mich fühlt sich meine Tochter bis heute nicht wie ein "Frühchen" an. Sie war eben nur ein bisschen zarter als das Durchschnitts-Neugeborene.

    Ich bin der Klinik sehr dankbar für die wertvolle Hilfestellung, die ich von Anfang an bekommen habe. Durch die Rund-um-die-Uhr-Betreuung konnte ich lernen, worauf ich beim Stillen achten muss, wie ich meine Tochter anfassen, umdrehen, wickeln kann, wie ich mit Koliken umgehe, ... mir stand fast 14 Tage lang immer jemand zur Verfügung wenn ich Fragen hatte oder unsicher war (und ich war als Erstlingsmutter VERDAMMT unsicher). Ich wäre sicher deutlich hilfloser gewesen, wenn man mich nach einer normalen Entbindung schon nach drei Tagen wieder nach Hause geschickt hätte. So aber haben meine Tochter und ich gleichermaßen von dem Klinikaufenthalt profitiert. Auch die KS-Wunde war bis zur Entlassung wieder verheilt, ich hatte keine Schmerzen mehr und war wieder "normal" leistungsfähig, dadurch dass ich mich durch den Rooming-In Aufenthalt als Betreuungsperson in der Kinderklinik ja auch noch etwas länger erholen konnte.

    Die Klinik in Böblingen habe ich übrigens als absolut vorbildlich empfunden (bezogen vor allem auf die Intensivstation und die Kinderklinik). In der Kinderklinik waren wir zu zweit auf einem Zimmer untergebracht, also jeweils zwei Mütter mit Kind. Die Zimmer waren hell, gemütlich und sehr modern eingerichtet. Fernseher gab es nicht (das hätte ja auch nur die Babys gestört), dafür ein Fernsehzimmer und Aufenthaltsraum für alle, in dem man auch Besuch empfangen konnte (Besucher waren auf den Zimmern nicht erwünscht). Wir teilten uns ein sehr schönes Bad pro Zimmer und schliefen auf komfortablen, massiven Holz-Klappbetten. Auch die Verpflegung war einwandfrei. Also ein bisschen was von "Hotel" hatte der Aufenthalt in der Kinderklinik durchaus.

    Ich bin wirklich sehr froh, dass wir diesen vielleicht etwas holprigen Start ins Leben so glimpflich überstanden haben und meiner Tochter heute überhaupt nicht mehr anzumerken ist, dass sie als Frühchen zur Welt gekommen ist. Nur klein ist sie auch heute noch, sie zählt zu den Kleinsten in ihrer Altersklasse. Aber anders möchte ich sie ehrlich gesagt auch gar nicht haben. Für mich ist sie eh die größte! :liebe:
    Rosi grüßt
    mit Mann (♥06.99) und Maus (*04.08)

  4. #14
    Avatar von Line73
    Line73 ist offline blubb
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    Standard Re: Geburtsberichte/Erfahrungen/Intensivstation Frühchen

    Nach einer vorher unproblematischen Schwangerschaft hatte ich plötzliche Wassereinlagerungen und hohen Blutdruck, was man nicht in den Griff bekam. Als sich abzeichnete, daß J. zu früh kommen würde, bekam ich Wehenhemmer und Lungenreifespritzen, wurde ich in eine andere Klinik verlegt, mit Anschluß an eine Kinderklinik.
    J. kam dann in der 32.SSW per Notkaiserschnitt auf die Welt, da ihre Herztöne abfielen.

    Sie hatte dann eine Neugeboreneninfektion, aufgrund dessen sie immer wieder aufhörte zu atmen. Dazu kam noch ein offener Ductus, der aber medikamentös behandelt werden konnte.

    Wenige Tage später bekam ich hohes Fieber und wurde zunächst auf Grippe behandelt. J. durfte ich so natürlich nicht sehen. Mir ging es immer schlechter und ich bekam kaum noch Luft. So hat man mich 4 Tage später nachts auf die Innere verlegt.
    Die Ärzte waren eher ratlos, man vermutete zunächst eine Blutvergiftung. Mein Herz hatte nur noch 35% Leistung, ich war voller Wasser und hatte starken Husten. Mein Mann wurde verständigt, daß er noch mal kommen soll. :o

    Trotz allem habe ich alle 4 Stunden abgepumpt, damit der Milchfluss bestehen bleibt. Wenigstens DAS sollte klappen.
    Aufgrund der Medikamente durfte ich dann aber nicht stillen.

    Es ging wieder etwas bergauf und mit Rollstuhl und Sauerstoff "bewaffnet" wurde ich auf die Intensiv zu unserer Tochter gebracht. Ich konnte sie wenigstens kurz besuchen, känguruhen war aber nicht drin :(

    Bei der Kontrolluntersuchung meines Herzens wurde dann ein Blutgerinnsel an der Herzklappe festgestellt, was aber glücklicherweise auch behandelt werden konnte.

    Zum Abschluß wurde mir gesagt, daß ich keine Kinder mehr bekommen darf.

    Seelisch ging es mir in dieser Zeit sehr, sehr schlecht. Daß ich die Kleine lange nicht sehen durfte, war für mich furchtbar schlimm. Die Schwestern haben mir jeden Tag ein Polaroid gebracht.
    Ich musste nach dem Mutterschutz auch wieder arbeiten gehen, das war für mich dann der Super-Gau, wieder nicht bei meinem Kind sein zu dürfen.

    Mit der Klinik an sich war ich schon zufrieden, allerdings hat man mich über meine Krankheit nicht richtig aufgeklärt.
    Das habe ich ca. 2 Jahre später durch Recherchen und Fragen meinerseits erst herausbekommen. Meine FA war der Meinung, daß ich sehr wohl noch mal schwanger werden dürfe.
    Zu der Zeit hatte ich wieder eine Kontrolluntersuchung in Heidelberg. Der Arzt sagte mir dann, daß ich eine Schwangerschaftskardiomyopathie hatte und daß ich zu 20% eine weitere Schwangerschaft nicht überlebe, zu 80% werde ich ein Pflegefall. Somit hat sich der Traum von einem zweiten Kind erledigt.

    In Hannover ist eine Klinik, die sich mit dieser seltenen Krankheit befasst, aber auch dort haben sie mir dringend von einer weiteren Schwangerschaft abgeraten.
    Daran knabbere ich bis heute.

    J. wird nun im Sommer 6 Jahre alt. Sie war von Anfang an entwicklungsverzögert. Wir haben viele Therapien durch und sind immer noch dabei. Sie hat Probleme mit der Sprache, Augen-Hand-Koordination, Gleichgewicht, Fein-Grobmotorik, Konzentration und einen schwachen Muskeltonus. Sie ist 1-1 1/2 Jahre hinten dran.
    Sie ist aber ein wahrer Sonnenschein, lacht viel und wird auch ihren Weg gehen.

    Und wir unterstützen sie dabei :liebe:

  5. #15
    AnjaPross ist offline Stranger
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    Frage Re: Geburtsberichte/Erfahrungen/Intensivstation Frühchen

    Hallo!
    Meine kleine Maus wurde am 03.03.2011 per Notkaiserschnitt auf die Welt geholt, mit 35 cm und 920 Gramm. Sie atmete von Anfang an alleine, zu Beginn C-PAP, seit zwei Wochen gar keine Atemhilfe mehr, ich war in der 30. Woche, innerhalb von 3 Tagen hatte sich eine SS-Vergiftung entwickelt, die uns beide fast umgebracht hätte. Wäre ich eine Stunde später in die Klinik gekommen wäre sie tot gewesen. 8 Stunden später ich. Jetzt wiegt sie 1380 Gramm und ist schon 39 cm groß, darf bald ins Wärmebettchen umziehen, raus aus dem Inkubator. Dann werde ich mich auch ein Stück mehr als Mama fühlen, denn dann darf ich sie selbst wickeln! Psychisch ist diese Situation an manchen Tagen nicht zu ertragen, vielleicht geht es nicht nur mir so????

  6. #16
    Blumi77 ist offline Stranger
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    Standard Re: Geburtsberichte/Erfahrungen/Intensivstation Frühchen

    Hallo :-),

    ich kam Anfang Dezember 2010 mit Wehen ins Krankenhaus, die von einer Infektion ausgelöst wurden. Woher diese Infektion kam, konnte mir leider bis heute niemand sagen. 7 Tage später hatte ich den Blasensprung und nach weiteren 3 Tagen wurde mein Kleiner per Notkaiserschnitt unter Vollnarkose geholt. Er kam in der 26.+0 SSW zur Welt, wog 830 Gramm und war 34 cm kurz. Er wurde 3 Tage mit der Lungenmaschine beatmet und anschließend noch mit Sauerstoffhilfen. Ich bin so dankbar, dass er so ein Kämpfer ist, denn die darauf folgenden Wochen hat er eine Infektion überstanden, die mit Antibiotika bekämpft wurde. Durch die Infektion öffnete sich wieder der Ductus. Das bedeutete wiederum Medikamente, die zu Nierenversagen und Gehirnblutungen führen können. Nach 3 endlos langen Tagen war klar, dass mein Schatz keine Nebenwirkungen davon getragen hat. Dann kamen die ersten Augenuntersuchungen: Frühgeborenenretinopathie wurde festgestellt. Ich habe im Internet damals leider nur negative Berichte gefunden - im Endeffekt führte lt. diesen Berichten das Krankheitsbild immer zur Blindheit. Das und die erste Woche haben mir buchstäblich den Atem geraubt. Zu allerletzt wurde dann noch der Leistenbruch operiert. Vor einem Monat habe ich erfahren, dass mein Süßer keine Seheinschränkungen haben wird :-)!!! Ich bin so unheimlich dankbar, dass er so gut drauf ist und gleichzeitig habe ich - seitdem wir zur Ruhe gekommen sind - abends ziemliche Probleme das alles zu verarbeiten. Gehts Euch auch so? Wenn ja, was macht ihr dafür?

  7. #17
    lilialuna ist offline addict
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    Standard Re: Geburtsberichte/Erfahrungen/Intensivstation Frühchen

    HI
    Wir haben am 2.7.11 auch ein Frühchen bekommen. Tom wog 2020 gramm und war schon 49 cm gross. Er liegt noch auf der Kinderintensiv im Josefinum die absolut super ist. Die Schwester total lieb und verständnisvoll und die Ärzte auch super. Er hat noch ein Problem mit dem essen aber zumindest ist die Infusion und der Beatmungsschlauch jetzt weg. Es war wie ein Schuss vor den Bug für mich obwohl ich wusste das er wahrscheinlich zu früh kommt. Meine alte Kaiserschnittnarbe war auf 4 cm offen. Aber ich bin froh das der kleine einigermassen stabil ist und wir 3 gesunde jungs jetzt haben.

  8. #18
    inisharose ist offline enthusiast
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    Standard Re: Geburtsberichte/Erfahrungen/Intensivstation Frühchen

    [ Ich bin so unheimlich dankbar, dass er so gut drauf ist und gleichzeitig habe ich - seitdem wir zur Ruhe gekommen sind - abends ziemliche Probleme das alles zu verarbeiten. Gehts Euch auch so? Wenn ja, was macht ihr dafür?[/QUOTE]

    Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurem kleinen großen Wunder! Wie froh müsst ihr sein, dass der Kleine alles so gut überstanden hat!

    Alles zu verarbeiten, ja, das fällt auch mir nach wie vor sehr schwer. Mir hilft es, darüber zu reden und zu reden und zu reden. Außerdem gibt's bei uns im Ort einen Frühchentreff. Da will ich dann zum nächsten Treffen.

    LG

  9. #19
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    Standard Re: Geburtsberichte/Erfahrungen/Intensivstation Frühchen

    Zitat Zitat von Blumi77 Beitrag anzeigen
    Er kam in der 26.+0 SSW zur Welt, wog 830 Gramm und war 34 cm kurz.
    Meine Tochter kam mit identischen Werten 2007 zur Welt. Auch SSW 26+0, 830g und 35cm.
    Heute ist sie eine absolut aufgewecktes 3,5 Jahre altes Mädel der man absolut gar überhaupt nix mehr anmerkt! Sie hatte auch Frühgeborenen Rhetinopathie und zwar noch eine Brille, aber das kommt von einer Weitsichtigkeit und hat damit nix mehr zu tun.

    Alles Gute für Euch!

    Zum verarbeiten hilft reden reden reden und Professionelle Hilfe holen!
    Wenn Du magst kannst Du mir auch gerne eine PN schreiben wenn Du reden magst.

    LG
    Krümel mit 830g, SSW 26+0

    http://ticker.7910.org/an1cAb4FiA000...aW4gaXN0IA.gif

    http://www.ticker.7910.org/as1cHsJFg...IHNjaG9uIA.gif


    Denken ist allen erlaubt,
    vielen bleibt es erspart.

    Curt Goetz

  10. #20
    Eudaimonia ist offline Stranger
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    Standard Re: Geburtsberichte/Erfahrungen/Intensivstation Frühchen

    Hallo!

    in meiner 32.SSW war ich zur üblichen Vorsorgeuntersuchung bei einer Vertretung meines FA. Diese stellte dann via CTG und später (Doppler) US fest, das zwergi zu klein sei und schlecht versorgt. ich sollte sofort ins KH fahren. dort angekommen wurde wieder CTG geschrieben und ich versuchte meinen Freund zu erreichen, der natürlich gerade an dem tag sein handy zuhause hatte liegen lassen. also rief ich meine ma an, die zum glück schon eine tasche für mich gepackt hatte. nach weiteren vaginaluntersuchungen war erstens meine ma da und zweitens stand fest, dass mein sohn geholt werden müsse. Wir wurden per Krankenwagen durch den dicksten Stau auf der A2 nach Hannover gefahren. Ich heulte ununterbrochen. Ich hatte so eine angst. Um den zwerg, dass er es nich mehr schaffen könnte und auch um mich, denn so ein bisschen bammel vor der OP hatte ich schon. In Hannover wurde mir dann sofort ein Katheter gelegt und ich unterschrieb ohne irgendwas zu lesen alles, was ich unterschreiben sollte. Also bezüglich der OP. Mein Freund war immer noch nicht da, aber meine Mutter hatte im Sekretariat der Schule angerufen, welche ihn ausrufen lassen wollten.
    Ich kam in den OP und wurde ziemlich schnell in Vollnarkose gelegt. Ich war glaub ich kurz vor einer Panikattacke. Das war einfach alles zuviel. Es sollte doch nur eine Vorsorgeuntersuchung werden und nun wusste keiner, ob Zwergi überleben würde.
    Nach der OP wachte ich auf und man zeigte mir den Inkubator, wo ich nur einen kleinen Fuß sehen konnte. Mir wurde gesagt, dass er lebe, aber gerade noch beatmet wurde. Ich heulte schon wieder. Das war so irreal. Dann kam endlich mein freund rein und ich weiß nur noch, dass ich ihm sagte, dass das Kinderzimmer gelb sein soll. böse drogen!
    abends wachte ich dann wieder in meinem Zimmer auf und bekam rosa Rosen von meinem Freund. Freuen konnte ich mich nicht. Ich suchte die Schuld für die Vorkommnissse bei mir.
    Am nächsten Morgen ging ich dann das erste Mal zu meinem Sohn. Und bis heute bin ich so unendlich froh, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt keinen großen Kontakt zu Babys hatte, denn deswegen war ich über die Größe meines Sohnes nicht weiter schockiert. 990g. 2 Wochen retardiertes Wachstum. Aber es war mein Baby. Ich weiß nicht mehr was ich fühlte. Es ging so in die Richtung "aha, das isser also. Niedlich!". Das Gepiepse der Monitore machte mir ein bisschen angst, aber nicht soviel wie ihn zu wickeln. er war so zart und ich hatte angst ihn kaputt zu machen. Beatmet wurde er da schon nicht mehr. Das konnte er schon ganz gut. aber eine Sonde hatte er noch. Sah komisch aus. So ein fitzelkleiner Schlauch, der bei ihm aber trotzdem riesig wirkte.
    dann wurde mir gezeigt, wie man milch abpumpt. an ein normales Stillen war nicht zu denken. ich ging also nun alle 3-4 Std (ich habs wirklich vergessen...) abpumpen und ging alles gelassen an. So isses nun, also mach ich das beste draus.
    Nach einer Woche wurde ich entlassen, Zwergi musste bleiben. Es begann das pendeln. Alle zwei Tage nach hannover um zu snoozeln und milch abzuliefern. Bei uns armen Schülern war das auch ne geldfrage. und ein bett im Krankenhaus wurde mir erst 2 tage vor der Abholung vom Zwerg angeboten.
    Insgesamt lag er 2,5 Monate im Krankenhaus, wurde nebenbei noch operiert (leistenbruch) und kam im Januar mit knapp über 2000g nach hause. wir waren total glücklich und noch viel glücklicher, dass er keinen Monitor mit nach hause nehmen musste.
    Ab da entwickelte er sich eigentlich ganz gut, bis auf ein Kiss Syndrom was ihn motorisch zusätzlich zurück warf.
    und heute? in einem Monat wird er eingeschult. Alle tests bestanden, wenn auch sein gewicht immer noch unter der norm liegt. Aber wir versuchen ihn weiterhin irgendwie "fett" zu kriegen

    insgesamt bin ich sehr glücklich und dankbar, dass ich damals noch so jung war und alles gelassen gesehen habe. heute würde ich wahrscheinlich komplett frei drehen. aber alles is gut geworden. und wird hoffentlich auch weiterhin gut gehen :)

    LG,
    Eudaimonia

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