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  1. #1
    Avatar von MeineRasselbande
    MeineRasselbande ist offline Einfach kann doch jeder!
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    Standard Abwägung Medizinische Betreuung bei Frühchen

    Schaut mal hier:
    http://www.eltern.de/foren/2004-plau...n-medizin.html
    Ich weiß jetzt natürlich nicht, in welcher Woche eure Kinder zur Welt gekommen sind, aber hättet ihr für euch eine Grenze gezogen, ab wann die Ärzte alles versuchen sollen?

  2. #2
    kaeferlinchen ist offline enthusiast
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    Standard Re: Abwägung Medizinische Betreuung bei Frühchen

    Mein Sohn kam in der 32. SSW(1940 g, 43 cm), war im Vergleich zu den anderen Frühchen auf der Station schon ziemlich weit. Da gab es viel kleinere Kinder aber auch welche, die in einer ähnlichen SSW geboren wurden, mit zum Teil großen Schwierigkeiten.

    Bei uns lief zu Glück alles optimal. Er musste nicht beatmet werden, hat mit 2 Wochen selbst entschieden, ohne Magensonde auszukommen (er hat so lang daran gezupft, bis sie draußen war).

    Wir brauchten keine weiteren Therapien. Heute ist er ein fröhlicher Achtjähriger, der gern zur Schule geht und dort zu den Besten gehört.

    Das es eine Frühgeburt wird, war schon ab etwa der 24. SSW klar. Gemeinsam mit den Ärzten wurde um jeden Tag gekämpft. Keine Ahnung, wie alles ausgegangen wäre, wenn er wirklich so früh gekommen wäre.

    Ab wann eine Grenze gezogen - schwierig zu sagen. Ich denke mal, es kommt auch auf das Kind an. Unser war/ist ein kleiner Kämpfer, wurde von Anfang an optimal versorgt, hatte einen recht guten Start ins Leben.

    Ich hoffe für die Kleine und ihre Eltern, dass alles weiter so positiv verläuft.

  3. #3
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    Standard Re: Abwägung Medizinische Betreuung bei Frühchen

    Zitat Zitat von MeineRasselbande Beitrag anzeigen
    Schaut mal hier:
    http://www.eltern.de/foren/2004-plau...n-medizin.html
    Ich weiß jetzt natürlich nicht, in welcher Woche eure Kinder zur Welt gekommen sind, aber hättet ihr für euch eine Grenze gezogen, ab wann die Ärzte alles versuchen sollen?
    Ab da wo mir die Ärzte sagen das eine reelle Chance besteht.
    Meine kam bei 26+0 (eigentlich 25+6).
    Vor 15-20 Jahren hätte sie vielleicht kaum eine Chance gehabt.
    Ohne die Ärztliche Versorgung jetzt auch nicht. Hätte ich sagen solen "Nein machen sie nichts"? Sie ist heute eine absolut aufgeweckte fröhliche 3 Jährige der es an nichts fehlt. Es hätte auch anders ausgehen können ich weiß, aber wer sagt mir wie es ausgeht? Da liegt mein Kind und um das kämpfe ich. Da stellt sich mir nicht die Frage ab wann kann man etwas tun. Und ab wann bitte ich die Ärzte um etwas oder nicht.

    Wenn klar ist das die Lunge nicht funktioniert weil sie nicht ausgebildet ist und auch andere Organe nicht funktionieren stellt sich die Frage gar nicht ab wann soll man etwas versuchen. Sobald die Ärzte eine Chance sehen und das Kind von den lebnswichtigen Organen soweit ist, das diese mit ärztlicher und maschineller Hilfe funktionieren sollte alles versucht werden.

    Ich kenne Frühchen die später kamen bei 30+x und Hirnblutungen erlitten und jetzt schwerstbehindert sind, andere kamen früher und denen fehlt nichts. Das kann Dir niemand vorher sagen.
    Für mich stellen sich solche Fragen nicht.
    Hättest Du diesem Kind ein Leben verweigert um das es gekämpft hat und diesen Kampf wohl auch gewonnen hat? Vielleicht schafft es es ja auch ohne bleibende Schäden?
    Was ist wenn es behindert ist? ist es dann nicht Lebenswert dieses Leben? Was ist behindert? Nicht unserer Norm entsprechend? Es stellen sich da soviele Fragen, ich würde immer wieder kämpfen und würde es auch niemandem verwehren dies auch zu tun.



    LG
    Krümel mit 830g, SSW 26+0

    http://ticker.7910.org/an1cAb4FiA000...aW4gaXN0IA.gif

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    Denken ist allen erlaubt,
    vielen bleibt es erspart.

    Curt Goetz

  4. #4
    Avatar von MeineRasselbande
    MeineRasselbande ist offline Einfach kann doch jeder!
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    Standard Re: Abwägung Medizinische Betreuung bei Frühchen

    Zitat Zitat von sonnenschein1977 Beitrag anzeigen
    Hättest Du diesem Kind ein Leben verweigert um das es gekämpft hat und diesen Kampf wohl auch gewonnen hat? Vielleicht schafft es es ja auch ohne bleibende Schäden?
    Was ist wenn es behindert ist? ist es dann nicht Lebenswert dieses Leben? Was ist behindert? Nicht unserer Norm entsprechend? Es stellen sich da soviele Fragen, ich würde immer wieder kämpfen und würde es auch niemandem verwehren dies auch zu tun.



    LG
    Ich würde auch kämpfen wollen, aber in dem anderen Thread gab es andere Meinungen. Ich bin selbst ein Frühchen und habe drei Frühchen, ähnlich zu früh geboren wie ich damals. Wenn ich die Berichte meiner Mutter mit meinen Erfahrungen vergleiche, sind das mittlerweile himmelweite Unterschiede und da bin ich sehr froh drüber. Ein fixes Datum oder eine Gewichtsgrenze würde ich für völlig falsch halten, dafür sind diese kleinen Kämpfer viel zu unterschiedlich.
    Diesem kleinen Mädchen drücke ich jedenfalls fest die Daumen!

  5. #5
    Mero ist offline Stranger
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    Standard Re: Abwägung Medizinische Betreuung bei Frühchen

    Das ist ein unglaublich schweres Thema und emotional sehr aufgeladen, je nach dem was man selbst erlebt hat. Die, die gerade akut in der Situation mit ihrem Kind sind, möchten um jeden Preis hoffen, die bei denen alles am Ende gut oder relativ gut ausging, können nicht verstehen, dass eine Mutter die Hoffnung aufgeben kann.
    Aber wer neben seinem Kind Tag und nacht gesessen hat, dabei war, als es aufgehört hat zu kämpfen und nicht gehen durfte, diejenigen, die sich plötzlich ganz real mit einer Zukunft für ihr Kind auseinander setzen mussten, die furchtbar aussah, die stellen sich die Frage, ob Leben um jeden Preis nicht auch in Frage gestellt werden darf.

    Natürlich leben viele Menschen ein sehr lebenswertes Leben mit Behinderungen, vielleicht auch diejenigen, die auf Grund ihrer Behinderung nicht in der Lage sind, diese Frage zu beantworten. Aber wenn Du diese Zukunft für dein Kind vor Augen hast, dann kommt auch das Gefühl auf, dass Sterben möglicherweise der leichtere Weg wäre. Und erst recht wenn du als Mutter merkst, dein Kind kann (und will) nicht mehr.

    Die Ärzte wollen Leben retten, sie arbeiten für das Leben und da sind sicher alle Frühcheneltern sehr dankbar für, trotzdem bleibt die Frage, wer darf Entscheidungen treffen und unter welchen Umständen... Die Frage ist ist sehr viel problematischer und subjektiver zu beantworten als ich selbst es vor einiger Zeit ermessen konnte.

    Bitte verurteilt weder die einen noch die anderen Sichtweisen, so gegensätzlich die Meinungen zu sein scheinen, man kann jedem Beitrag hier, in dem anderen Thread oder wo auch immer unterstellen, dass die Mütter/Eltern/Beteiligten das Beste für das Kind wollen.

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Abwägung Medizinische Betreuung bei Frühchen

    Ich selber habe erleben dürfen wie sehr hier gute Ärzte gefragt sind. Es ist in Verantwortung der Ärzte so objektiv wie möglich die Situation zu bewerten und Eltern zu beraten.
    Ich habe positiv erleben dürfen, wie Ärzte immer nach Situation des einzelnen Kindes abgewägt haben ob es sich lohnt zu kämpfen. Oder ob es menschlicher ist, ein Kind gehen zu lassen.

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Abwägung Medizinische Betreuung bei Frühchen

    Mein Sohn kam bei 32+4 mit 1085g zur welt und war topfit mit Atmung und mit allem hat nach 3 tagen ein- zweimal am tag schon ausder Flasche getrunken. Und neben dran der kleine kam bei 26+5 1200g und dem gings so dreckig, das die Mutter (hab auch jetzt noch kontakt mit ihr) ihrem Frieden mit ihrem Sohn gemacht hatte, weil er einfach nicht atmen wollte. Und heute ist er quietsch vergnügt, vermutlich allerdings blind. Aber da sieht man wieder wie super unsere medizin ist!

  8. #8
    Avatar von ameliasmama
    ameliasmama ist offline old hand
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    Standard Re: Abwägung Medizinische Betreuung bei Frühchen

    ich würde keine grenze setzen. ich würde immer hoffen, dass mein kind es schafft.

    meine tochter kam in der 29. woche mit herz- und atemstillstand zur welt und einer schweren infektion. erst nach 10 minuten haben die ärzte geschafft ihre eingefallenen lungen mit sauerstoffhaltigem wasser "aufzublasen" um sie beatmen zu können. man sprach mit meinem mann, dass amelia vermutlich behindert oder geistig zurückgeblieben sein könnte, aber man das erst später genau herausfinden kann.

    während der 5 tage, die amelia beatmet wurde, bekam sie von den schwestern kosenamen wie "kleine hexe", weil sie immer gegen die maschine angeatmet hat und sogar unter sedation den knoten öffnete, der den beatmungsschlauch an ihrer mütze befestigte. einmal hat sie den schlauch zur hälfte rausgezogen. amelia hatte eine trinkschwäche und deswegen fast bis zum schluß eine magensonde, die sie 1-2 mal pro woche selber entfernte man sah also deutlich ihren lebenswillen.

    amelia wird im juni 4 und bis vor einem halben jahr hatte sie noch eine starke konzentrationsschwäche, die aber offensichtlich altersgerecht war. nun ist das komplett verschwunden. sie will nurnoch alles wissen. amelia ist absolut altersgerecht entwickelt sogar ohne frühchenkorrektur und in vielen punkten schon ihrem alter voraus.

    man kann einfach nie 100% sagen wie sich ein kind entwickelt. meine tochter hatte allerdings zum glück keinerlei komplikationen.... keine gehirnblutungen, garnichts ausser einer leichten netzhautablösung, die sich nach ein paar wochen von alleine zurückbildete.

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