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  • 1 Post By Fairie

Thema: ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

  1. #1
    Tardigrada ist offline newbie

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    Standard ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

    Ich habe mich beim Titel vertippt! Es sollte autstisch heißen.... Leider bin ich neu und weiß nicht, wie ich das korrigieren kann.... Ich bitte darüber hinwegzusehen!



    Hallo Zusammen!


    Falls ich hier nicht richtig bin, tut es mir Leid. Ich wusste allerdings nicht, wo ich meine Problematik sonst darstellen und diskutieren könnte.

    Ich überlege mit meinem Partner Nachwuchs zu bekommen. An anderer Stelle in diesem Forum habe ich bereits meine Vorstellungen und Ängste dargestellt, hier soll es aber um etwas anderes gehen.

    Ich habe eine Form von Asperger Autismus. Ich lebe aber ziemlich gut damit und die meisten Leute, die mich kennen, denken eher, ich wäre einfach etwas speziell. Ich habe mir viele Mechanismen antrainiert um nicht sonderlich aufzufallen und begreife oder immitiere gesellschaftliche Konventionen mitlerweile ganz gut ;D

    Meine Ängste momentan sind aber totzdem, dass ich meinem Kind eventuell eune Veranlagung zum Uatismus vererben könnte. Und es gibt Ausprägungen, mit denen es sich viel schwerer lebt.

    Oder, was ist, wenn ich auf grund meiner eigenen Denkart irgendetwas "falsch" mache beim Kind? Ich mag Körperkontakt mit meinen paar engen Menschen, aber manchmal, wenn ich in extrem SItuationen bin, ist es mir sehr unangenehm. Vermittelt das einem Kind dann nicht eventuell Mangelnde Liebe?

    Laufe ich Gefahr, meinem Kind meine eignenen komischen Ticks anzuerziehen?

    Hat jemand von euch mit so etwas Erfahrung? Direkt oder indirekt? Oder einen Tipp, wo man sich darüber austauschen könnte?

    Freue mich über Antworten!

    Liebe Grüße!

  2. #2
    LisaSchmiii ist offline Stranger

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    Standard Re: ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

    Darf ich das richtig verstehen: bevor du deinem Kindheit die Krankheit vererbst, willst du doch kein Kind. Dabei ist Asperger Syndrom keine ausgeprägte Verhaltensform von Autismus, sondern nur eine leichte, bei der Kinder mitunter auch erhöhte Intelligenz zeigen. Es kann sein, dass dein Kind aber komplett gesund zur Welt kommt!

  3. #3
    Tardigrada ist offline newbie

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    Standard Re: ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

    Nein, meine Überlegungen haben nichts damit zu tun. Ich will nur wie jeder andere auch, den richtigen Moment anpassen. Darum geht es aber an einer anderen Stelle dieses Forums. Hier geht es darum, wie das mein Kind beeinflussen könnte.
    Das Asperger Autismus eine schwächere Form ist, ist mir bewusst. Wie es sich damit lebt, weiß ich auch ziemlich gut. Und manchmal ist es definitiv nicht so leicht, auch wenn es "nur" die abgeschwächt Variante ist.

  4. #4
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

    Nja... ich hab drei Kinder und hab leichtes Asperger. Hab aber die Diagnose erst bekommen, als die Kinder schon fast erwachsen waren. Noch hat keins eine Diagnose im Autismus-Spektrum (mein Ältester vermutet es bei sich), aber zwei haben ADHS. Das kommt aber auch von mir.

    Was die Erblichkeit angeht: man weiss das wohl noch nicht so genau, wie es vererbt wird. Erblich ist es sicher. Grundsätzlich würde ich mal so denken: Schlimmer als bei dir selbst wird es kaum werden. Es sei denn, du hast einen Mann, der auch Asperger hat. Ich kenne einige Paare, wo beide Asperger haben. Z.B. eine Famlie mit drei Kindern: Kind 1 - Asperger, Kind 2 - Autismus, Kind 3 - nichts davon. Ich kenne auch eine Familie mit sieben Kindern, wo die Eltern beide Asperger, Mutter hat ausserdem ADHS/Tourette. Die Kinder haben alle irgendwelche Schwierigkeiten, ausser - glaube ich -einem.

    Du kannst dir also denken: wenn du einen Mann hast, der kein Asperger hat, dann ist das Risiko wohl 50 %. Und da gilt ja auch nicht alles oder nichts, sondern man kann ja auch eine schwächere Form haben. Und was auch relevant ist: du weisst ja selbst wie das ist, und kannst daher deine Kinder viel besser unterstützen.

    Ob man etwas falsch macht? Nein, nicht generell nur weil man Asperger hat. Es kommt halt drauf an, wie genau man da ist. Ich kann mir schon vorstellen, dass bei manchen autistischen Frauen die Bindung zum Kind von Anfang an nicht hergestellt wird. Aber das kann auch bei nicht-Autisten passieren. Gute Idee, dass du ein bisschen überlegst, wie es bei dir mit Körperkontakt ist. Und beim eigenen Kind ist es ja leichter, Nähe zu ertragen, als bei irgendwem. Mein inzwischen 20-jähriger Sohn hat andere Leute mit Asperger getroffen und er findet, bei mir merkt man das gar nicht. Wahrscheinlich, weil er mich halt so kennt und das nicht hinterfragt. Meine Tochter ist 18 und vor zwei Jahren hat sie noch mal gesagt: "kannst du dich nicht wie eine richtige Mutter benehmen?" Sie fand wohl ich war zu passiv oder so was. Oder es war nur eine Laune. Es kam aber auch schon öfters vor, dass ihre Freundinnen fanden, ich sei entspannter, vernünftiger oder sonst was als ihre Mütter.

    Ich glaube, es kann schon eine gute Idee sein, sich gut vorzubereiten auf ein Kind. Aber dagegen spricht generellt nichts.

  5. #5
    Tardigrada ist offline newbie

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    Standard Re: ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

    Danke für deine Antwort und deinen Zuspruch! Das hört sich sehr gut an, dass es bei dir so gut läuft!

    Ich denke auch, dass ich kein Problem mit Körperkontakt zu meinem eigenen Kind haben werde. Ich habe ja Erfahrungen mit Babys und diejenigen aus meiner Familie, konnte und wollte ich sogar halten und kuscheln. Babys und Tiere sind normalerweise ok. Nur sonst wird's manchmal schwer. Aber ich denke, man merkt das nicht so sonderlich, also von außen betrachtet. Normalerweise vermeide ich bloß Kontakt und halte die Luft an beim vorbeigehen und gucke irgendwo gedankenverloren hin, wenn ich was erzähle um unauffällig augenkontakt zu vermeiden.

    Manchmal kann es aber auch schlimmer werden, dann versuche ich mich in meinen Schal oder meine Jacke zu wickeln, weil ich es nicht ertrage, mit Leuten auf engem Raum zu sein wie z.B. eine bahn oder ein raum. Dann werde ich immer hibbeliger innen drin und fange an zu schwitzen und reiben und kratze über meine haut ohne das ich es merke (wobei ich anmerken sollte, dass das nicht tiefe Krater oder so sind! Also kein selbstverletztendes Verhalten! Nur automatisierte Bewegungen).
    Das wären dann die Verhaltensweisen bei denen ich Angst habe mein zukünftiges Kind irgendwie zu beeinflussen.

    Oder eben, dass ich meistens Gefühle "rational" nachempfinden muss, weil es da nicht so automatisch empathisch abläuft. Und darum kann ich mich manchmal nicht in etwas so reinfühlen, wie ich es vielleicht müsste.
    Bei freunden z.B. achte ich sehr darauf, dass mein Gesichtsausdruck sich passend zum erzählten bewegt. Aber mit meinem Partner z.B. bin ich eben, wie ich bin und da starre ich ihn nur an, wenn er was erzählt, obwohl es mir ja nicht egal ist. Ich frage mich, ob ich mit so was mein Kind verunsichere.

    Hast du da irgendwelche Erfahrungen gemacht? Meine größte Angst wäre es eben meinem Kind ungewollt zu vermitteln, dass ich nicht voll und ganz da bin, weil ich immer etwas in meine Welt abdrifte...

  6. #6
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

    Letzteres kann natürlich passieren. Ich bin bestimmt auch manchmal geistig abwesend oder sehe nicht so "ansprechbar" aus. Aber da gibt es auch Strategien. Z.B. spreche ich mit meinen Kindern, wenn ich nach Hause komme, um zu hören, ob irgendwas besonderes los ist. Aber nicht nur, sondern spreche sie auch im Laufe des Abends noch ein paar Mal an. Und dann merkt man ja, ob sie irgendwie reden wollen, oder lieber in Ruhe gelassen werden wollen. Nun hab ich ja ziemlich erwachsene Kinder. Bei jüngeren - die sind eigentlich sehr deutlich. Kommt natürlich auch auf's Kind an. Und Kinder gewöhnen sich ja auch dran, wie die Eltern sind und haben da kein grosses Problem mit. Vorausgesetzt natürlich, ihnen fehlt nichts wichtiges. Und da du jetzt auch schon weisst, dass du diese Probleme hast - da kann man ja einem Kind schon mit 4 oder 5 Jahren sagen, dass die Mama manchmal ein bisschen in Gedanken ist und dass es sich dann halt deutlich bemerkbar machen soll. Das meiste kann man leicht kindgerecht erklären.

    Die automatische Empathie: Kenne ich zwar, hab ich auch nicht so. Aber bei Leuten, die ich gut kenne, weiss ich es viel eher automatisch. Auch mein Mann findet manchmal, dass ich z.B. Dinge einkaufe (Essen z.B.), wo ich weiss, dass er sie gern mag. Klar, ich weiss ja, was er mag. Und ich merke auch wenn er traurig ist oder sich über etwas aufregt. Vielleicht nicht ganz so gut wie der durchschnittliche Nicht-Autist, aber doch ganz gut, weil ich ihn halt kenne. Und so ähnlich ist es mit eigenen Kindern ja auch - aber noch stärker. Da hat man ja auch noch die ganze Entwicklung miterlebt.

    Mit anderen auf engem Raum sein: Vermeide solche Situationen halt, so gut es geht. Aber es ist eigentlich auch keine grosse Sache.
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  7. #7
    baobab69 Gast

    Standard Re: ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

    Ich glaube, dass auch die fördermöglichkeiten im laufe der zeit zugenommen haben. also zu der zeit, als ihr kinder ward, waren die diagnostik- und fördermöglichkeiten noch ganz anders als heutzutage. so denke ich, wenn eine frau mit asperger/ autismus ein baby bekommt, könnte sie beizeiten den kinderarzt anfragen, ob er eine überweisung in ein zentrum ausstellen könnte, spätestens wenn sich die erste zeichen zeigen, die auf asperger/autismus (oder adhs) deuten können. Ihr wisst ja selbst, wie wichtig rechtzeitige förderung ist, was man damit alles erreichen kann und ich glaube, dass ihr der förderung eurere kinder auch pingelig nachkommen werdet.

    Ihr wisst ja warum!

  8. #8
    Tardigrada ist offline newbie

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    Standard Re: ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

    Vielen Dank für deine Tipps und das du mich so an deinen Erfahrungen teilhaben lässt! Es macht mir großen Mut, zuhören, dass du das so gut hingekriegt hast! Und obwohl grade mein Partner meine autistischen Züge sehr stark merkt (weil ich ihm gegenüber auch keine Mechanismen und Strategien anwenden), weiß er auch, dass ich ihn liebe und zweifelt nicht an meinen Gefühlen. Und wie du schon sagtest, Kinder gewöhnen sich ja an ihre Eltern. Und ich würde mein Kind ja über alles liebe, auch wenn ich manche Gefühle vielleicht anders zeige als nicht-autisten.

  9. #9
    Fairie ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

    Keine Ursache. Freut mich, wenn es dir etwas hilft. Übrigens hast du ja auch noch deinen Partner, und ihr könnt euch da ergänzen. Muss ja nicht jeder alles können. Und wie gesagt: es gibt jede Menge Frauen mit Asperger, die Kinder haben. Bis vor wenigen Jahren wusste ja kaum eine Frau, dass sie diese Probleme hatte vor einer Familiengründung. Ich hab mindestens... 20 oder 30 getroffen. Und kaum welche, wo es ernsthafte Probleme zu geben schien. Und damit meine ich jetzt, dass ich kaum eine kenne, wo sich das Jugendamt hätte einschalten müssen. Jedenfalls nicht wegen Problemen, die mit der Mutter zu tun zu haben scheinen. Dass dann manche Kinder, die ADHS und/oder Asperger haben, in der Pubertät irgendwas anstellen und und man dann Kontakt mit Behörden hat, das kommt schon eher vor.

  10. #10
    Tardigrada ist offline newbie

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    Standard Re: ATISTISCHE MUTTER - Vererbung, Erfahrung, Sorge?

    @baobab69

    Entschuldige, irgendwie habe ich deinen Beitrag übersehen und grade erst gelesen.
    Ja, da hast du wohl auch recht. Bei mir wurde es auch erst sehr spät festgestellt. Heute ist Autismus einer breiteren Masse bekannt und man ist wohl sensibilisierter im allgemeinen. Ich glaube aber auch, dass von Frauen mit autistischen Zügen viel eher erwartet wird, sich anzupassen, als von Männern mit autistischen Zügen. Die können dann mit dem Status "komischer Kauz" leben. Daher wird das bzw wurde das auch später festgestellt bei Frauen.

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