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Thema: Dreijähriger spricht nicht

  1. #21
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    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Hallo Christian,
    unserem Sohn geht es ganz gut. Seit dem Termin beim Osteopathen geht es endlich voran. Inzwischen hat er Interesse an Sprache und versucht immer mehr nachzusprechen. Teilweise kommen täglich sogar mehrere neue Wörter hinzu. Nicht unbedingt deutlich oder perfekt artikuliert, aber verständlich. Auch Zwei.- und Dreiwort-Sätze kommen immer häufiger. Er ist was das Sprechen angeht auf dem Stand eines etwa 2 Jahre alten Kindes. Hinkt also in etwa 2 Jahre hinterher. Das mit dem von Arzt zu Arzt rennen kennen wir sehr gut. Wenn ich raten müsste: die erzählen euch hauptsächlich Dinge, die Ihr schon wisst - aber wirkliche Ansätze zum beseitigen des "Problems" kommen nicht außer weitere Tests bzw. irgendwelche seltsame Diagnosen?!
    Zusammengenommen, und mit dem wissen von heute hatten wir folgende "Symptome":
    - mit dem Stillen gab es von Anfang an Probleme, hat aber schnell die Flasche bekommen aufgrund einer
    Milcheiweiß-Protein-Intoleranz (die inzwischen weg ist)
    - auf vielen Bildern liegt sein Kopf oft leicht seitlich (evtl Zufall, aber ist die Seite wo die Blockade war...)
    - ab dem etwa 6 Monat hat er sich von niemanden mehr außer meiner Frau und mir mehr anfassen/tragen lassen
    - Nachts ist er hin und wieder schreiend aufgewacht und konnte fast nicht beruhigt werden (Kinderarzt sagte, das
    kommt vor, wir vermuten jetzt das er Schmerzen wegen der Blockade hatte)
    - er lebte manchmal wie in seiner eigenen Welt, war so sehr in sein spielen vertieft, das er die Umwelt nicht
    wahrgenommen hat (hört aber sehr gut, haben inzwischen mehrere Tests bestätigt)
    - Interesse an Sprache war nicht vorhanden, kam erst etwa Mai, wird seitdem immer mehr.

    Ob ich was empfehlen kann? Aus meiner eigener Erfahrung heraus als erstes einen Osteopathen. Müsst Ihr allerdings selbst zahlen. Bei uns hat es 75 Euro für eine halbe Stunde gekostet. Wir haben zum Glück einen sehr guten gefunden, der sogar Medizin studiert hat. War auf jeden Fall sein Geld Wert! Ich würde darauf achten, das er auf Kleinkinder Spezialisiert ist. Ich weiß, es gibt bei dem Symptom "mit drei noch nicht Sprechen" vermutlich mehrer mögliche Ursachen. Mir ist nur wichtig, das andere Eltern wissen, was ein paar Wirbel, die verschoben sind (Blockade) für Auswirkungen haben können. Vermutlich ist das bei unserem Sohn währen der Geburt passiert. Und das für uns schlimmste: ohne eigene intensive Recherche wären wir nie auf so etwas gekommen. Zu einem Osteopathen zu gehen, war vor einem Jahr mehr oder weniger undenkbar... Ihr könntet damit aber zumindest etwas ausschließen. Im besten Fall findet er sogar etwas. Ich nehm einmal an, Hörtest wurde bereits mehrfach gemacht, und war Ok?

    Leider kann ich sonst zu nichts wirklich raten. Bin kein Arzt. Hab vor einem Jahr das hier (und in einem anderem Forum) eingestellt um selbst Hilfe zu bekommen. Was ich bis dato in Foren über ähnliche Sachen gefunden hab, war nicht sehr hilfreich. Bis auf einen Beitrag, bei dem es sich wie bei unserem angehört hat - und Osteopathie helfen konnte. Ich versuch nun hier und da ein kleines Update zu schreiben, das eventuell andere Eltern eine kleine Hilfestellung haben bzw. das sie nicht alleine sind, mit dem Problem. Wir bekommen es ja selbst zu spüren: unsere Eltern und Geschwister, die Erzieher und Eltern im KiGa usw. lassen es einem merken. Entweder man ist Schuld, das er nicht spricht oder er - und wir natürlich auch - werden wie Aussätzige behandelt.

    Hoffe, das hilft irgendwie weiter. Jederzeit schreiben, fragen - versuche so schnell wie möglich zu antworten.

    Gruß Armin
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  2. #22
    Kathyli123456 ist offline Stranger
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    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Hallo,

    ich gebe mal ein Feedback.
    Wir waren mittlerweile 4-Mal in der Pädaudiologie weil eine Schwerhörigkeit vermutet wurde. Er hatte dann den BERA Hörtest in Narkose und dort stellte sich heraus dass die Ohren in Ordnung sind.

    Dann hatten wir einen Termin im SPZ wobei ihm Blut abgenommen wurde um auf meine Bitte hin nach Autismusmarkern zu untersuchen. Auch bat ich um ein EEG. Der Arzt meinte wenn es Autismus sei, dann könne man sowieso nichts dagegen machen und somit sei eine Diagnose nicht wichtig. Ich erklärte ihm dass eine Diagnose in diesem Fall trotzdem wichtig wäre, weil er unser erstes Kind ist und wir ursprünglich ein zweites Kind wollten, aber eben nicht wenn wir aufgrund etwaiger Gendefekte nur Kinder mit Autismus bekommen.

    Ende Februar haben wir einen weiteren Termin im SPZ für das EEG, eventuell sind bis dahin auch die Blutwerte da und einen Termin mit einer auf Autismus spezialisierten Logopädin und Ergotherapeutin.

    Motorisch hat er keine Defizite ist sogar weit voraus was eher nicht in das typische Bild von Autismus passt denn idR sind diese auch motorisch verzögert.

    Wir sind seit etwa 5 Monaten in Sprachtherapie, bisher gab es aber keine Verbesserungen im sprachlichen Bereich.

    Geistig ist er nicht eingeschränkt, wir hatten auch einen Intelligenztest und er hat sprachliches Verständnis.

    Also im Prinzip kam bisher nichts raus, wir wissen genauso viel wie vorher auch. Sprachlich stark verzögert, aber Sprachverständnis vorhanden, motorisch sehr gut entwickelt, Ohren in Ordnung.
    Aber er zeigt andere Symptome von Autismus deutlich, er interessiert sich sehr für sich drehende Objekte, für Uhren/Waschmaschine/Räder von Spielzeugautos, isst nur bestimmte Dinge. Er spielt nicht mit anderen Kindern in der Kita. In der Kita ist er seit er 1 Jahr und 10 Monate alt ist.

    Zwischenzeitlich machte ich noch einen Termin in einer Humangenetik zur genetischen Beratung. Dort werden dann mein Mann und ich auf etwaige Gendefekte untersucht. Ob der Kleine bereits untersucht werden kann weiß ich nicht, weil ich weiß dass für genetische Untersuchungen viel Blut abgenommen werden muss und er wird in 3 Monaten erst 3 Jahre alt.

    Zwischenzeitlich suchte ich ihm eine heilpädagogische Kita in welcher er ab September einen Platz hat. Diese ist für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen in allen möglichen Bereichen. Autismus scheint naheliegend, aber sicher sind wir uns noch nicht, dazu müssen wir das EEG und den Bluttest des SPZ abwarten.

    Ansonsten hat er mittlerweile das Wort „Nein“ gelernt, benutzt es aber nicht immer. Er reagiert schlecht bis gar nicht auf Ansprache. Auch purzelte ihm einmal das Wort „Hunger“ heraus und als ich ihn fragte ob er etwas essen will sagte er „Ja“. Da waren wir vorher mit ihm im Steakrestaurant und da wollte er noch nicht essen. Wir waren noch im Auto unterwegs und so gab ich ihm einen Müsliriegel für Kleinkinder und den aß er dann auch. Ich lobte ihn wie toll er das gesagt hat, er freute sich auch sehr, leider war das nicht der Durchbruch denn seither kam kaum etwas, abgesehen vom Wort „Nein“.

    Über kleine Fortschritte freue ich mich natürlich trotzdem. Er versucht zumindest lautsprachlich viel zu kommunizieren, nur sind das keine verständlichen Worte, das ist seine eigene Sprache. Zumindest sind einzelne Vokale dazugekommen, wie A oder Ohhooohh oder Eieieiei. Er spielt sehr gerne mit dem TipToi und mit einem Sprachlerncomputer. Er interessiert sich sehr für Buchstaben und Zahlen. Er fängt an leichte Worte mit Magnetbuchstaben zu legen. Das übe ich täglich intensiv mit ihm und da es ihn sehr interessiert bekomme ich so einen guten Zugang zu ihm. Auch Zahlen reiht er richtig auf.
    Auch habe ich eine App für Autisten geholt, und somit kann er Ja/Nein Fragen beantworten, vorausgesetzt er macht mit. Wie er grade Lust hat. Ich verstärke Kommunikation positiv. Wenn er etwas sagt, bekommt er eine Belohnung. Wenn er auf Ansprache reagiert bekommt er ebenfalls eine Belohnung. Auf diese Methode kam ich selbst, weil ich dachte wenn das Gehirn positive Erfahrungen mit Kommunikation verbindet, dann klappt es besser weil er einen Anreiz dazu sieht. Und bisher klappt das. Er reagiert seither besser auf Ansprache und versucht lautsprachlich viel zu kommunizieren. Jeder mag Lob und Belohnungen.

    Und zum Schluss erwähne ich noch meinen Bruder. Dieser hat nicht gesprochen bis er 4,5 Jahre alt war. Kein einziges Wort. Dann fing es langsam an. Ich bin 2,5 Jahre jünger, ich war also 2 Jahre alt und konnte normal entwickelt 3 Wort Sätze und im Prinzip alles sagen. Er holte das aber auf. In der ersten Klasse hatte er Probleme lesen zu lernen, unsere Mutter übte täglich sehr viel mit ihm. Auch aß er nur wenige Dinge, sehr ähnlich wie bei meinem Sohn. Heute würde man das nicht mehr vermuten, denn er hat einen Dr. in VWL, arbeitet in einem gehobenen Beruf und studiert nebenbei noch Jura. Sozial war er auch immer auffällig, während der Kindergarten- und Schulzeit. Mittlerweile hat sich das so verändert dass man nichts mehr bemerkt. Wir vermuten beide mittlerweile, dass er Asperger Autist ist. Meine Geburt hat seine Symptome zumindest sehr abgemildert, in bestimmten Situationen war ich immer für ihn da, auch als wir bereits erwachsen waren. Neue Situationen machten ihm immer sehr Angst oder er wurde nervös. Selbst bei der Unieinschreibung war ich noch dabei, weil ich wusste wenn etwas unvorhergesehenes passiert ist er völlig am Boden und es geht gar nichts mehr bei ihm. Dort passierte auch etwas unvorhergesehenes. Über Autismus dachten wir niemals nach, für mich war er einfach nur ein bisschen unsicherer im auftreten. Das kam jetzt erst, weil mein Sohn sich sprachlich schlecht bis gar nicht entwickelt. Erst im Nachhinein achtet man nun auf Parallelen die in der Familie mit Autismus zu tun haben könnten. Mein Vater aß als Kind auch sehr schlecht, nur war das Anfang der 50-er Jahre, in der Nachkriegszeit, da war die Erziehungsmethode noch etwas krasser als heute, er musste ganze Nachmittage vor seinem Teller verbringen. Geholfen hat das nicht, er aß trotzdem nicht. Ihn würgte es sobald ihm jemand etwas anbot. Alles Geschichten die ich jetzt erst hörte. Die Geschwister meines Vaters hatten das nicht. Und zudem hörte ich noch von einem Autisten der überhaupt nicht sprach, ein Groß-Onkel meines Vaters. Das liegt also schon eine sehr lange Zeit zurück. Ich lernte ihn noch kennen, denn als ich 4 Jahre alt war, war dieser 97-Jahre alt. Man benutzte nur nicht das Wort Autismus dafür. Das liegt über 100 Jahre zurück, früher nannte man das „Schwachsinnige“. Ich sehe auf jeden Fall viele Parallelen bei uns in der Familie und auch wenn ich selbst überhaupt nicht davon betroffen bin, kann ich solche inaktiven defekten Gene natürlich weitergeben.

    Ich könnte also raten, hört euch in der Familie um, grade bei den Älteren die noch leben.
    Wir warten nun den Bluttest des SPZ ab, das EEG und einen Gentest in der Humangenetik. Dann melde ich mich auch wieder hier.
    Auch an Autismus wird geforscht und in Tierversuchen hat man bereits Heilung erreicht mit relativ simplen Methoden. Inwiefern man das auf den Menschen übertragen kann weiß man noch nicht. Bei einigen Formen von Autismus reichte die Gabe von bestimmten Aminosäuren, bei einigen reichte die Gabe von einem bestimmten Protein. Das ist bei Autisten nicht vorhanden und somit funktionieren wohl die Neuronen und Synapsen im Gehirn nicht so wie sie eigentlich sollten. Das bedeutet es ist ein reversibler Hirnschaden, also ein Schaden der rückgängig gemacht werden kann unter Gabe der fehlenden Stoffe. In der Theorie und in Tierversuchen zumindest. Meine Schwägerin ist Dr. in Biologie deshalb bin ich da ein wenig aufgeklärt. Ähnlich wie bei einem Diabetiker Typ 1, welcher sich Insulin spritzen muss weil der Körper kein Insulin produziert.

    Solche Gendefekte können auch aus einer Laune der Natur völlig zufällig geschehen. Es gibt für Autisten auch noch die ABA-Therapie. Es ist also nicht hoffnungslos wenn es Autismus sein sollte, und ganz egal was es ist, wir lieben unser Kind und sind froh dass wir ihn haben, irgendwie kriegen wir das schon hin. Und vielleicht dauert es ja auch einfach länger wie bei meinem Bruder, bis 4,5 Jahre kein Wort gesprochen und nur undefinierbare Brabbellaute, dann fing es langsam an, bis er mit 7 Jahren in die Grundschule kam konnte er ganz normal reden.

  3. #23
    Kathyli123456 ist offline Stranger
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    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    @dusktildawn
    Sorry ich hatte gar nicht gesehen dass du mir geschrieben hattest. Ich hatte vor wenigen Tagen ein aktuelles Feedback verfasst. Die Entwicklungsdiagnostik machen mittlerweile viele. Ursprünglich der Kinderarzt, dieser reagierte aber nicht auf meine Bedenken und trug auch bei der U7 keine Auffälligkeiten ein, er schrieb sie sich aber in seinen Unterlagen auf. Wir waren zunächst als erstes mehrmals in der Pädaudiologie und er hatte einen BERA Hörtest in Narkose ohne Befund. Dort auch in Sprachtherapie und zu einem Intelligenztest. Er hat ein Sprachverständnis, altersgerecht. Beim Intelligenztest schnitt er ein bisschen besser ab als der Durchschnitt was bedeutet es sei keine geistige Behinderung. Dann waren wir im SPZ, dort wurde Blut abgenommen und um nach Autismusmarkern zu suchen und von einer Ergotherapeutin beurteilt und wir bekamen einen neuen Termin für ein EEG und einen Termin für eine auf Autismus spezialisierte Ergotherapeutin und Logopädin. Ergotherapeutisch keine Auffälligkeiten, motorisch weit voraus, wie ich ja bereits wusste, ich lasse es trotzdem von den Experten beurteilen. Es ist also tatsächlich „nur“ die Sprachentwicklung stark verzögert, alles andere ist in Ordnung. Ab September geht er in eine heilpädagogische Kita. Ich melde mich Mitte März wieder zurück, wenn ich die Ergebnisse der Blutabnahme habe und das EEG gemacht wurde. Achso, zusätzlich sind wir seit einigen Monaten in einer Sprachtherapie.

  4. #24
    Avatar von waterstream
    waterstream ist offline journey (wo)man
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    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Ach schön, da auch zu lesen wies denn weitergegangen ist, das klingt ja soweit auch mal alles gut und immer gut zu wissen und abzuschätzen, wie denn das eigene Kind gesundheitlich bestellt ist - das klingt aber. Und letztlich kann man dann wirklich wenn er in der Kiga ist mehr sagen, auch vielleicht braucht er da einfach diesen Ansporn, damit ihm das mehr und mehr gefällt und er sich eingewöhnt. Bin auf jeden Fall gespannt wies weitergeht und wünsche euch alles gute.

  5. #25
    Madalema ist offline Stranger
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    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Hallo, bei uns ist es sehr ähnlich...
    Mein Sohn ist 2,5 Jahre alt, er nutzt hauptsächlich Laute, piepsig... aber auch au, ohh, ha, hu etc... wir haben eine Ärztemarathon hinter uns und wohl auch noch vor uns. Haben sich eure Kinder vom Osteopathen einrenken lassen?! Weiß nicht ob meiner da mit macht. Sind bei euch Allergien (Milch, Casein, Gluten o.ä.) bekannt, evtl. mit Neurodermitis?
    Ohje, ich hätte so viele Fragen an euch...
    Diese Angst wie und ob es weitergeht kann einen richtig kaputt machen.
    Wenn man so ins googeln kommt, fängt man auch an viele Theorien zu entwickeln...
    SI- Störung, ASS, Taktile Störung...
    Wir waren auch bei einigen Ärzten und Pädagogen, die wirklich absolut inkompetent und/oder desinteressiert waren. Die Aussagen gingen über "schlecht erzogen" , bis "Autismus" ohne das Kind länger als 2 min gesehen zu haben, zu "nur faul", "sie sehen doch, dass ihr Kind nicht normal ist"...
    Bis auf eine nette Osteopathin, die sich leider mit Kindern nicht gut auskannte, und eine sehr fähige Logopädin, die aber so ganz ohne sprachliches Interesse von Seiten des Kindes auch nicht viel ausrichten kann.
    So langsam vertraue ich meinen eigenen Instinkten nicht mehr😔
    LG

  6. #26
    Kathyli123456 ist offline Stranger
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    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Hallo,
    mal ein erneutes Feedback zu unserem Fall welchen ich weiter oben genau beschrieb.

    Wir waren nun ein weiteres mal im SPZ, diesmal mit den Ergebnissen des letzten Termines. Es wurden keine Autismusmarker im Blut gefunden. Er wurde von einer auf Autismus spezialisierten Ergotherapeutin und einer anderen auf Autismus spezialisierten Logopädin beurteilt. Beide kamen zu dem Ergebnis dass es wohl eine verbale Dyspraxie sein könnte.
    Was das nun ist weiß ich selbst noch nicht ganz genau denn in dieses Thema muss ich mich erst einlesen und mit den entsprechenden Fachpersonen darüber sprechen. An diesem Tag war keine Zeit mehr dafür. Dieser Termin im SPZ nahm 5 Stunden in Anspruch und beinhaltete viele Tests.
    Es scheint wohl Ähnlichkeiten mit Autismus zu haben und sogar ähnliche Ursachen - nämlich eine neuronale Störung im Gehirn - dennoch sei es kein Autismus. Allerdings ebenfalls unheilbar und mit schlechten Therapieaussichten. Aber...so negativ braucht man ja erstmal nicht sein.
    Mehr weiß ich wie gesagt noch nicht darüber.
    Wir haben jetzt dann erstmal die U7A und sowieso wöchentlich Logopädie, demnächst dann wohl noch wöchentliche Frühförderung...nur habe ich mich mit dieser Stelle noch nicht in Verbindung gesetzt, ausnahmsweise...denn wir haben momentan etwa 1-2 Termine pro Woche und das seit vielen Monaten. Nächste Woche dann noch ein ausführlicher Gentest in einer Humangenetik, denn diese weiteren Gentests sind ausführlicher, bei den bisherigen wurde genetisch nichts gefunden. Man sieht also, es ist schon einiges an Terminen. Zur kurzen Info, ich kümmere mich selbst um alle Arzttermine und suche entsprechende Fachkliniken auf, denn der Kinderarzt reagierte bisher noch gar nicht.

    Die Ursache jedoch stimmt mich fraglich.
    Ich mache mir Sorgen ob es nicht tatsächlich ein Impfschaden ist.
    Ich bin - bisher zumindest - kein Impfgegner, ansonsten hätte ich ihn schließlich nicht lückenlos impfen lassen...nur existieren Impfschäden - und zwar Impfschäden die Autismus oder andere neuronale Störungen im Gehirn verursachen können. Es läge als Ursache im Bereich des Möglichen und wenn ich schon alle Facetten betrachten möchte...dann kann ich diesen Punkt nicht ignorieren. Auch wenn es nur sehr wenige Kinder betrifft die von Impfungen geschädigt wurden/werden...aber diese wenigen lebenslang Betroffenen haben leider nichts davon dass die Mehrheit an Kindern keinen Schaden davon tragen. Wenn es nun nicht genetisch bedingt ist, weder beim Kind welches betroffen ist, noch beim Vater/Mutter, dann frage ich mich natürlich wo es denn herkommt. Möglich wäre auch die Einnahme eines vom Arzt verordneten Antibiotika in der Frühschwangerschaft. Und vor Allem, ohne eine Ursache zu kennen könnte ich das zukünftig nicht verhindern. Eigentlich dachten wir an 2 Kinder. Momentan natürlich nicht. Da ich nicht weiß woher es kommt und bei der Pränataldiagnostik natürlich keine Auffälligkeiten festgestellt wurden, kann ich logischerweise nicht abschätzen ob ein weiteres Kind ebenfalls davon betroffen wäre. Die Auswertung des EEG habe ich noch nicht, allerdings hätte ich sofort Bescheid bekommen falls dabei etwas gefunden worden wäre. Folglich gehe ich davon aus dass auch das EEG in Ordnung war.

    Diese vielen Termine dauern übrigens bereits seit 10 Monaten an. Nächsten Monat wird er 3 Jahre alt.

  7. #27
    linebdp ist offline Veteran
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    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Hallo Kathyli,

    Ich bin Logopädin.
    Eine verbale Entwicklungsdyspraxie ist eine Störung beim Erlernen der motorischen Programme, die fürs Sprechen notwendig sind. Guck mal hier, fürs allererste
    https://www.dbl-ev.de/kommunikation-...dyspraxie.html
    Das Sprachverständnis ist davon unbeeinflusst.

    Im Vergleich zu Autismus ist das also eine recht isolierte Störung, die gleichwohl oft mit anderen Auffälligkeiten vergesellschaftet ist. Es ist eine sehr hartnäckige Störung, für deren Überwindung viel geübt werden muss. Aber es betrifft NUR (soweit man das sagen kann) das Sprechen. Nicht die Wahrnehmung, das Sozialverhalten, und was es bei Autismus dann noch so gibt.

    Nach vermuteten Ursachen kannst du schauen, aber es herrscht da noch große Unklarheit. Ob ein zweites Kind davon also betroffen wäre - ich halte das für eher unwahrscheinlich. Aber das müsst ihr natürlich wissen.

    Ich wünsche euch, dass ihr eine Therapeutin findet, die euch gut weiter helfen kann!!

    Alles Gute!

  8. #28
    PerditaX. ist offline elferant
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    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Zitat Zitat von Kathyli123456 Beitrag anzeigen

    Die Ursache jedoch stimmt mich fraglich.
    Ich mache mir Sorgen ob es nicht tatsächlich ein Impfschaden ist.
    Ich bin - bisher zumindest - kein Impfgegner, ansonsten hätte ich ihn schließlich nicht lückenlos impfen lassen...nur existieren Impfschäden - und zwar Impfschäden die Autismus oder andere neuronale Störungen im Gehirn verursachen können. Es läge als Ursache im Bereich des Möglichen und wenn ich schon alle Facetten betrachten möchte...dann kann ich diesen Punkt nicht ignorieren. Auch wenn es nur sehr wenige Kinder betrifft die von Impfungen geschädigt wurden/werden...aber diese wenigen lebenslang Betroffenen haben leider nichts davon dass die Mehrheit an Kindern keinen Schaden davon tragen. Wenn es nun nicht genetisch bedingt ist, weder beim Kind welches betroffen ist, noch beim Vater/Mutter, dann frage ich mich natürlich wo es denn herkommt.

    Diese vielen Termine dauern übrigens bereits seit 10 Monaten an. Nächsten Monat wird er 3 Jahre alt.
    Zuerst einmal wünsche ich euch alles Gute. Dass du wissen möchtest, warum dein Kind sich anders entwickelt, kann ich gut verstehen. Es ist aber möglich, dass ihr das nicht herausfinden werdet.

    Ad Autismus und Impfen: Dieses Gerücht hält sich leider seit einer gefälschten Studie seit langem. Aber da ist nichts dran, es wurde erst kürzlich mit einer riesigen Studie widerlegt: https://www.aerztezeitung.de/medizin...ssoziiert.html
    linebdp gefällt dies

  9. #29
    linebdp ist offline Veteran
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    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Ach, und noch was. Wenn ihr in der Humangenetik seid, fragt doch mal gezielt nach dem FOXP2-Gen. Ich würde ja erwarten, dass die dort selbst daran denken, aber für alle Fälle...

    Insgesamt stimme ich Perdita aber zu. In vielen Fällen von Entwicklungsauffälligkeiten findet man keine Ursache. Dass sie so gut wie immer im Gehirn verortet sind (wenn nicht sozial bedingt), erklärt sich fast von selbst. Aber wie es zu den entsprechenden Veränderungen im Gehirn oder in der Vernetzung von Zentren kommt, die man oft noch nicht einmal im Einzelfall nachweisen kann - da weiß man noch nicht so viel. Insofern gebe ich euch den Rat, irgendwann auch mal mit der Ursachensuche aufzuhören, an der Akzeptanz zu arbeiten und die Energie lieber in die Bewältigung der Situation zu stecken...

  10. #30
    Kathyli123456 ist offline Stranger
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    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Hallo danke für den Hinweis bezüglich des Gens. Werde ich mir aufschreiben und nachfragen. Wir waren bisher noch nicht in der Humangenetik weil sich einen Tag davor mein Mann auf Arbeit verletzt hat. Oh diese ganzen Termine sind noch nicht ausreichend für unseren Kinderarzt. Ich mache das tatsächlich nicht aus Freude an Terminen. Er schickt uns jetzt mit dem Kleinen (kurz vor dem 3. Geburtstag) noch zu einem Kinderpsychiater und zu einer Frühförderstelle. Also pro Stelle wieder mehrere Termine. Bisher sollten wir 3-Mal wöchentlich zur Logopädie, 1-Mal wöchentlich zur Ergotherapie, obwohl kein motorisches Defizit erkennbar, solle das bei der Sprachentwicklung helfen. 1-Mal wöchentlich kommt dann noch jemand von der Frühförderstelle, theoretisch, und dann noch der Psychiater. Die Woche ist also voll. Jetzt stellt der Kinderarzt aber kein Rezept aus für die Logopädie, denn das soll die Frühförderstelle machen. Nun will die Frühförderstelle nochmal alles von vorne selbst beurteilen was die Pädaudiologie und das SPZ mit mehrmaligen Terminen bereits gemacht hat bevor es überhaupt ein Rezept gibt. Das bedeutet also Sprachtherapeutin Nummer 5 und Ergotherapeutin Nummer 4 und Arzt Nummer 7 wird ihn beurteilen. Und die Logopädin dreht zwischenzeitlich am Rad, weil sie ausgeführte 45 Minuten nicht abrechnen kann von denen sie dachte sie seien noch auf dem letzten Rezept inbegriffen gewesen, was leider nicht so war. Die Logopädie ist also pausiert obwohl im SPZ-Bericht steht eine Unterbrechung sei kontraproduktiv. Und das ist lediglich die Spitze des Eisberges. Mein persönlicher Eindruck momentan ist folgender: Keiner weiß genau was er letztlich überhaupt hat, ob nun Dyspraxie oder Autismus, es geht von Stelle A-Z und von Therapie A-Z. Jeder wurschtelt irgendwas, jeder schreibt seine Berichte, im Prinzip klatschen sie uns mit Therapien voll sodass keine Freizeit mehr bleibt aber gleichzeitig stellen alle miteinander keine Rezepte dafür aus. Das SPZ sagt was da im Bericht steht soll der Kinderarzt aufschreiben, gleichzeitig fehlt dieser Bericht aber seit 1 Monat weil die Ergotherapeutin ihren Bericht dazu noch nicht fertig hat. Jetzt muss ich der Logopädin also erstmal erklären dass ich für ein nicht sprechendes Kind kein Rezept zur Logopädie bekomme, zumindest nicht die nächsten Wochen bis die Frühförderstelle eines ausstellt. Die Überlegung war zunächst zu meinem eigenen Hausarzt zu gehen und ihn darum zu bitten ein Rezept auszustellen. Der Kinderarzt weigert sich vehement ein Rezept auszustellen, denn er habe ja ein Rezept für die Frühförderstelle ausgestellt. Trotz freier Arztwahl ist er auch nicht wechselbar weil der einzige andere Kinderarzt den es hier gibt ihn nicht aufnehmen möchte.

    Ich gehe davon aus dass er eine Art der Behinderung hat wie auch immer man sie nun nennen mag. Er hat ein gutes Sprachverständnis, er versteht was man sagt und besitzt logisches Verständnis, kann Zahlen bis 100 und deren Bedeutung verstehen, auch das Alphabet, er schafft es einzelne Buchstaben gezielt auszusprechen, mit positiver Verstärkung gelehrt und ich versuche ihm momentan rechnen und schreiben beizubringen, was sehr gut klappt, zusätzlich noch eine Bildersprache. Ich habe kleine Fortschritte mit dem Sprechen erzielt. Letzten Absatz möchte ich betonen, dass er dies von uns gelernt hat, nicht durch die ganzen Therapien die wir jetzt schon hatten. Praktisch gesehen hätte man sich das bisherige alles sparen können, denn ich bin genauso schlau wie vorher, ich weiß nämlich dass er etwas hat, aber nicht was, denn das weiß kein Arzt und kein Professor, bisher. Aber man muss dies alles machen damit auch keiner sagen kann die Eltern verwehren dem Kind wichtige Therapien. Es ist tatsächlich langsam ein steiniger Weg. Es wäre schön wenn es eine Stelle dafür gäbe und nicht 2, nämlich SPZ und Frühförderärzte, diese dann Rezepte für die Therapien welche sie mir per E-Mail empfehlen auch aufschreiben und das ganze in geordneten Bahnen verlaufen würde. Stattdessen werden wir weitergeschickt von A-Z und bekommen kein Rezept. Es wäre schön wenn man Behinderungen akzeptieren würde und seine Schwächen fördern würde, nämlich das sprachliche üben und nicht ständig nur 45 Minuten in einer Wanne mit Kidneybohnen spielen die ich für zuhause auch kaufen soll. Weil die Steinchen, die Perlen, die Knöpfekiste, die Murmeln nicht reichen...nein es müssen Kidneybohnen sein, davon fängt er bestimmt das Sprechen an. Warum bin ich als Mutter nur nicht selbst drauf gekommen, man muss einfach nur eine Wanne mit Kidneybohnen füllen und sie reinsetzen, davon fangen sie dann an zu sprechen, das ist die ultimative Lösung nach 11 Monaten Ärztemarathon. Aber das selbe Phänomen stelle ich in Elternforen mit behinderten Kindern fest. Das klang zwar vielleicht etwas fies und übertrieben sarkastisch, aber das Problem ist tatsächlich dass immer mehr Zusatztermine mit Ärzten kommen, und wenn die durch sind dann die Psychiater die bestimmt munter diagnostizieren und therapieren und keiner bedenkt dass man schon tausend Therapien mit ihm macht und irgendwann ist auch mal gut, sollte man meinen.
    Das war jetzt kurz zur Erklärung weshalb wir so vieles unternehmen...müssen, und behandeln lassen 😊 Mittlerweile hat er Angst und windet sich wenn wir nur eine Praxis betreten, dass er wieder Blut abgenommen kriegt, oder wieder in Narkose kommt, etc. Einfach kein Zustand. Da werden demnächst einige Gespräche geführt und darunter wird mindestens eines mit einem Anwalt sein.

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