Seite 4 von 4 ErsteErste ... 234
Ergebnis 31 bis 39 von 39
Like Tree9gefällt dies

Thema: Dreijähriger spricht nicht

  1. #31
    linebdp ist offline Veteran
    Registriert seit
    06.05.2010
    Beiträge
    1.300

    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Ich verstehe deine Frustration. Andererseits seid ihr Eltern doch diejenigen, die entscheiden. Ihr müsst euch doch nicht dem x-ten Arzt vorstellen. Ich würde an deiner Stelle im SPZ Druck machen, damit die mit dem Bericht bei kommen. Weil ihr sonst keine weiteren Rezepte bekommt. Dann dem Kinderarzt sagen, dass du dir von der Frühförderstelle und vom Psychiater keine weiteren Informationen erhoffst, und auf den Bericht vom SPZ verweisen, die ja wohl ambulant Ergo und Logo empfehlen. Das SPZ (der ärztliche Leiter) kann auch mit eurem Kinderarzt telefonieren, wenn das hilft.

    Aber aus Sicht des Arztes ist auch klar: wenn die Förderung über die Frühförderstelle läuft, muss der Arzt keine Rezepte mehr ausstellen. Das geht dann nicht auf sein Budget. Nur - warum hat er dann nicht gleich die Frühförderung eingeschaltet?

    Und insgesamt empfehle ich: reden. Was der Anwalt da helfen soll, ist mir nicht klar. Vorher prüfe aber auch noch: welche Erwartungshaltung strahlst du selbst aus? in deinen ersten Posts hatte ich den Eindruck, dass du die treibende Kraft hinter der umfangreichen Diagnostik bist, aufgrund deiner eigenen Hypothesen zu Autismus etc. Vielleicht nimmt der Arzt einfach unausgesprochene Aufträge von dir auf, die aber gar keine mehr sind, weil du inzwischen ein Stück weiter bist?

    Aber nochmal zum Reden:
    Wenn ihr mit dem Vorgehen eures Kinderarztes nicht zufrieden seid, dann führt ein Gespräch, wechselt ggf., wenn ihr nicht auf einen Nenner kommt. Wenn dir der Ansatz der Logopädin mit den Kidneybohnen nicht liegt, dann sprecht sie darauf an, lass es dir erklären, berichte von deinen Erfahrungen mit dem Anbahnen der Artikulation und frage, warum sie nicht spezifischer arbeitet. (Lass dir aber von mir gesagt sein, dass Sprache eine komplexe kognitive Leistung ist, die auf vielen Vorläuferfähigkeiten beruht. Würden wir Logopäden immer nur rein sprachlich arbeiten, dann könnten wir bei vielen Patienten nur wenig erreichen. Für die Angehörigen sieht das vielleicht manchmal seltsam aus, hat aber meist seine Gründe. Darum übrigens auch die Ergotherapie, da dort basalere Fähigkeiten bearbeitet werden, und beileibe nicht nur Motorik! lass dir das doch von der Therapeutin erklären!).

    Bei nicht eindeutigen Diagnosen oder unklaren Prognosen schwimmen die Betroffenen oft in so einem Wust von widersprüchlichen Aussagen und Empfehlungen. Durch noch mehr Diagnostik wird es nicht immer besser (und es belastet euer Kind, wie ihr schon selbst merkt). Sucht da für euch eine Position, ihr kennt euer Kind am besten, und handelt dann danach. übernehmt die Verantwortung und trefft Entscheidungen. Es gibt sicher nicht nur einen möglichen Weg.

  2. #32
    Registriert seit
    05.12.2017
    Beiträge
    8

    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Hallo zusammen,

    hat sich hier wieder einiges getan. Auch bei unserem Sproß....

    Wir hatten vor kurzem wieder einen Termin in der Uni-Klinik. Entwicklungsdiagnostik: erst ein Termin bei einer Psychologin, ob er "normal" Intelligent ist und anschließend noch einen bei einer Logopädin, dazu Abschlussgespräch bei der Psychologin. Und - oh wunder - er ist normal-intelligent wie es ein durchschnittliches 4-Jähriges Kind ist. Nur er redet nicht. Oder besser gesagt nicht viel. Bei der Logopädin wollte er nicht mitmachen, diese hatte ihn vor einem halben Jahr schon in "Bearbeitung" und bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen...
    Hier ein kleiner Tipp - hat zumindest bei uns geklappt bzw. auch wirklich zugetroffen: wenn wieder mal ein Arzt/Psychologin/Logopädin mit Vorwürfen und/oder Belehrungen kommt, einfach mal Fragen:" Was haben sie uns bisher erzählt, was wir noch nicht wissen?" oder "Inwieweit haben Ihre Untersuchungen die Sprechentwicklung gefördert?" In unserem Fall gab es nur schweigen gefolgt vom kurzen verneinen und anschließendem ablenken. Wenn ich meine Arbeit so machen würde, wäre ich schon längst arbeitslos....
    Mit diesen ständigen Termin hadern wir auch ziemlich. Zum einen bringen sie uns nicht voran, da wir nur gesagt bekommen was wir schon wissen: er hört gut, er ist normal intelligent, auch sonst gesund, ist sprachlich weit hinterher. Tipps, Behandlungsmöglichkeiten oder gar eine genaue Diagnose gibt es nicht. Dafür aber eine ordentliche Portion Vorwürfe und mehr oder weniger Anschuldigungen. Ihm machen die Termine auch keinen Spaß was daran liegt das nicht einmal versucht wird einen klitzekleinen Bezug zu ihm aufzubauen denn für die Ärzte usw. in der Uniklinik ist er nur ein Kind das ihnen - verzeiht mir den Ausdruck - s****ßegal ist. Dazu sind 5-6 Std. warten in einem Krankenhaus-Flur mit zwischenzeitlichen Terminen/Untersuchungen einfach zu lange für ein kleines Kind! Auch wenn man dort anderer Meinung ist. Nach den Terminen haben wir es bei den folgenden "normalen" wöchentlichen Logopädiestunden schwerer, da er dort die Mitarbeit verweigert.
    Wir würden auch gerne wechseln - und zwar alles! Allerdings gibt es zur Uni-Klinik/Pädaudiologie keine Alternative in der Nähe. Zusätzliche 100 Km oder mehr fahren in der Hoffnung das die dort mehr auf ihn eingehen, riskant. Logopädin wechseln. Aber erst mal eine oder einen finden, der Zeit hat und auf Kinder in dem Alter spezialisiert ist. Zudem noch einen passenden Termin den man finden muss, wenn beide berufstätig sind. Und Kinderarzt würden wir auch sofort wechseln. Nur muss man erst einen finden, der noch Patienten nimmt. Die Kinderärzte mit gutem Ruf, nehmen bei uns keine neuen Kinder mehr auf. Haben es auch schon mehrfach probiert.
    In unserem Fall geht die Sprechentwicklung seit dem Osteopatie-Termin im 01/2018 voran. Inzwischen sind 2-Wort-Sätze an de Tagesordnung und 3-Wort-Sätze kommen auch regelmäßig. Sein Wortschatz wird von Tag zu Tag größer. Wäre er 2, 2.5 oder 3 würde niemand etwas sagen. Nur wird er bald 5! Mit einigen Buchstaben hat er auch noch Probleme. Inzwischen haben wir es mehr oder weniger aufgegeben auf fachmännische oder ärztliche Hilfe zu hoffen und nehmen alles selbst in die Hand. Wir haben schon mehrere Bücher zum Thema Sprachstörungen gelesen, aber nichts trifft auf ihn zu. So wie die Ärzte und Logopäden keine Diagnose stellen können, da er nur eine Sprachverzögerung hat (was wir von Anfang an gesagt hatten und man sich über uns lustig gemacht hat). Zudem diverse Bücher und Spiele zum Entwickeln/fördern der Mundmotorik. Wir wenden auch Spiele an, die eigentlich für das lesen lernen gedacht sind. Memory ist auch eine tolle Möglichkeit. Ich hab immer jede Karte benannt, die aufgedeckt wurde. Nach einigen Tagen hat er von sich aus auch zum ersten mal versucht etwas zu benennen. Das war allerdings sehr undeutlich. Inzwischen kann er einige dieser Dinge schon richtig gut sprechen. Wir haben durch mehrere verschiedene Memory es geschafft, den Wortschatz zu erweitern und ihm dadurch "geknackt", das er immer mehr versucht nachzusprechen. Nur ermutigen/positive Verstärkung hatte das nicht geschafft.
    Zum Abschluss möchte ich euch noch was ans Herz legen: hört auf euer Gefühl! Was das beste für euer Kind ist, dass kann euch kein Arzt ect. sagen. Vielleicht ist bei euerem Kind eigentlich alles in Ordnung, nur das die sprachliche Entwicklung verzögert ist und es keine Therapien und Untersuchungen braucht, sondern nur eines: Zeit und Geduld (ok, sind doch zwei Sachen) - so wie bei unserem Sohn. Übertherapie und Druck auf ein kleines Kind sind auch nicht förderlich!
    Anmerkung: Ich bin kein Arzt. Alles was ich hier niederschreibe berichte ich aus eigenen Erfahrungen, die sich in den letzten Jahren mit der Sprachentwicklungsverzögerung unseres Sohnes ergeben haben. Zudem bin ich mir bewusst, das die Urteile über Ärzte/Logopäden nicht objektiv sondern subjektiv sind.
    dusktildawn gefällt dies

  3. #33
    dusktildawn ist offline ehemals Morningsun
    Registriert seit
    16.12.2009
    Beiträge
    222

    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Zitat Zitat von quentin_tarentino Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    hat sich hier wieder einiges getan. Auch bei unserem Sproß....

    Wir hatten vor kurzem wieder einen Termin in der Uni-Klinik. Entwicklungsdiagnostik: erst ein Termin bei einer Psychologin, ob er "normal" Intelligent ist und anschließend noch einen bei einer Logopädin, dazu Abschlussgespräch bei der Psychologin. Und - oh wunder - er ist normal-intelligent wie es ein durchschnittliches 4-Jähriges Kind ist. Nur er redet nicht. Oder besser gesagt nicht viel. Bei der Logopädin wollte er nicht mitmachen, diese hatte ihn vor einem halben Jahr schon in "Bearbeitung" und bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen...
    Hier ein kleiner Tipp - hat zumindest bei uns geklappt bzw. auch wirklich zugetroffen: wenn wieder mal ein Arzt/Psychologin/Logopädin mit Vorwürfen und/oder Belehrungen kommt, einfach mal Fragen:" Was haben sie uns bisher erzählt, was wir noch nicht wissen?" oder "Inwieweit haben Ihre Untersuchungen die Sprechentwicklung gefördert?" In unserem Fall gab es nur schweigen gefolgt vom kurzen verneinen und anschließendem ablenken. Wenn ich meine Arbeit so machen würde, wäre ich schon längst arbeitslos....
    Mit diesen ständigen Termin hadern wir auch ziemlich. Zum einen bringen sie uns nicht voran, da wir nur gesagt bekommen was wir schon wissen: er hört gut, er ist normal intelligent, auch sonst gesund, ist sprachlich weit hinterher. Tipps, Behandlungsmöglichkeiten oder gar eine genaue Diagnose gibt es nicht. Dafür aber eine ordentliche Portion Vorwürfe und mehr oder weniger Anschuldigungen. Ihm machen die Termine auch keinen Spaß was daran liegt das nicht einmal versucht wird einen klitzekleinen Bezug zu ihm aufzubauen denn für die Ärzte usw. in der Uniklinik ist er nur ein Kind das ihnen - verzeiht mir den Ausdruck - s****ßegal ist. Dazu sind 5-6 Std. warten in einem Krankenhaus-Flur mit zwischenzeitlichen Terminen/Untersuchungen einfach zu lange für ein kleines Kind! Auch wenn man dort anderer Meinung ist. Nach den Terminen haben wir es bei den folgenden "normalen" wöchentlichen Logopädiestunden schwerer, da er dort die Mitarbeit verweigert.
    Wir würden auch gerne wechseln - und zwar alles! Allerdings gibt es zur Uni-Klinik/Pädaudiologie keine Alternative in der Nähe. Zusätzliche 100 Km oder mehr fahren in der Hoffnung das die dort mehr auf ihn eingehen, riskant. Logopädin wechseln. Aber erst mal eine oder einen finden, der Zeit hat und auf Kinder in dem Alter spezialisiert ist. Zudem noch einen passenden Termin den man finden muss, wenn beide berufstätig sind. Und Kinderarzt würden wir auch sofort wechseln. Nur muss man erst einen finden, der noch Patienten nimmt. Die Kinderärzte mit gutem Ruf, nehmen bei uns keine neuen Kinder mehr auf. Haben es auch schon mehrfach probiert.
    In unserem Fall geht die Sprechentwicklung seit dem Osteopatie-Termin im 01/2018 voran. Inzwischen sind 2-Wort-Sätze an de Tagesordnung und 3-Wort-Sätze kommen auch regelmäßig. Sein Wortschatz wird von Tag zu Tag größer. Wäre er 2, 2.5 oder 3 würde niemand etwas sagen. Nur wird er bald 5! Mit einigen Buchstaben hat er auch noch Probleme. Inzwischen haben wir es mehr oder weniger aufgegeben auf fachmännische oder ärztliche Hilfe zu hoffen und nehmen alles selbst in die Hand. Wir haben schon mehrere Bücher zum Thema Sprachstörungen gelesen, aber nichts trifft auf ihn zu. So wie die Ärzte und Logopäden keine Diagnose stellen können, da er nur eine Sprachverzögerung hat (was wir von Anfang an gesagt hatten und man sich über uns lustig gemacht hat). Zudem diverse Bücher und Spiele zum Entwickeln/fördern der Mundmotorik. Wir wenden auch Spiele an, die eigentlich für das lesen lernen gedacht sind. Memory ist auch eine tolle Möglichkeit. Ich hab immer jede Karte benannt, die aufgedeckt wurde. Nach einigen Tagen hat er von sich aus auch zum ersten mal versucht etwas zu benennen. Das war allerdings sehr undeutlich. Inzwischen kann er einige dieser Dinge schon richtig gut sprechen. Wir haben durch mehrere verschiedene Memory es geschafft, den Wortschatz zu erweitern und ihm dadurch "geknackt", das er immer mehr versucht nachzusprechen. Nur ermutigen/positive Verstärkung hatte das nicht geschafft.
    Zum Abschluss möchte ich euch noch was ans Herz legen: hört auf euer Gefühl! Was das beste für euer Kind ist, dass kann euch kein Arzt ect. sagen. Vielleicht ist bei euerem Kind eigentlich alles in Ordnung, nur das die sprachliche Entwicklung verzögert ist und es keine Therapien und Untersuchungen braucht, sondern nur eines: Zeit und Geduld (ok, sind doch zwei Sachen) - so wie bei unserem Sohn. Übertherapie und Druck auf ein kleines Kind sind auch nicht förderlich!
    Anmerkung: Ich bin kein Arzt. Alles was ich hier niederschreibe berichte ich aus eigenen Erfahrungen, die sich in den letzten Jahren mit der Sprachentwicklungsverzögerung unseres Sohnes ergeben haben. Zudem bin ich mir bewusst, das die Urteile über Ärzte/Logopäden nicht objektiv sondern subjektiv sind.
    Ich finde das ist gut zusammengefasst. Und eine insgesamt sehr gute Empfehlung.
    Auch die Empfehlung den Ärzten mal den Ball zurück zu spielen finde ich gut!

    Ich weiß gar nicht ob ich geantwortet habe, aber bei unserem Sohn war es eine geistige Behinderung und rezeptive Sprachstörung. Wir haben aber auch 2015 den letzten Test machen lassen und alles bis auf Logopädie beendet, weil es uns und ihm nicht gut getan hat.
    4er Jungsgespann mit Sonderausstattung *- 2008- 2010- 2014- 2017-*

  4. #34
    linebdp ist offline Veteran
    Registriert seit
    06.05.2010
    Beiträge
    1.300

    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Zitat Zitat von quentin_tarentino Beitrag anzeigen
    Zum Abschluss möchte ich euch noch was ans Herz legen: hört auf euer Gefühl! Was das beste für euer Kind ist, dass kann euch kein Arzt ect. sagen. Vielleicht ist bei euerem Kind eigentlich alles in Ordnung, nur das die sprachliche Entwicklung verzögert ist und es keine Therapien und Untersuchungen braucht, sondern nur eines: Zeit und Geduld (ok, sind doch zwei Sachen) - so wie bei unserem Sohn. Übertherapie und Druck auf ein kleines Kind sind auch nicht förderlich!
    Anmerkung: Ich bin kein Arzt. Alles was ich hier niederschreibe berichte ich aus eigenen Erfahrungen, die sich in den letzten Jahren mit der Sprachentwicklungsverzögerung unseres Sohnes ergeben haben. Zudem bin ich mir bewusst, das die Urteile über Ärzte/Logopäden nicht objektiv sondern subjektiv sind.
    Um mal hinten anzufangen: ich finde das auch eine gute Empfehlung! Denn die Eltern kennen ihr Kind am besten und tragen letztendlich auch die Verantwortung.

    Ich freue mich auch, dass es bei euch voran geht, entgegen aller Befürchtungen. Vermutlich gehört euer Sohn also zu den Late Bloomern, die tatsächlich eine verzögerte Sprachentwicklung aufweisen und trotz spätem Sprechbeginn keine spezifische Sprachentwicklungsstörung entwickeln. Aber - hätte man das wissen können? Ist es nicht gut, schwarz auf weiß zu haben, dass euer Kind normal intelligent ist etc.? Dass es keine Förderung der Motorik benötigt? Dass das Sprachverständnis gut ist? Klar, die Diagnosen allein bringen die Sprechentwicklung nicht voran, aber sie grenzen ein, welche Handlungsoptionen sinnvoll sind.

    Mich würde außerdem interessieren, welche Art von Vorwürfen ihr bekommt?

    Dass Ärzte und Therapeuten nicht immer eine Antwort haben, ist doch auch klar. Ich finde es richtig, kritisch zurück zu fragen. Aber ich muss auch sagen: ich habe schon selbst in einem SPZ gearbeitet und hatte dort auch nicht immer eine Antwort. Denn dort stellen sich ja gerade die Fälle vor, die woanders nicht weiter kommen. Also Spezialfälle. Und da kommt man mit seinem Latein schon auch mal ans Ende. Menschen entwickeln sich einfach sehr individuell, und man kann nicht immer alles sehen und schon gar nicht vorhersehen. Daher gibt es ja auch die Kontrolltermine, um aus dem Verlauf weitere Schlüsse zu ziehen. Du kannst diese Berufe nicht mit einem technischen oder kaufmännischen Beruf vergleichen und aus dem keine-Antwort-haben schließen, dass sie ihre Arbeit schlecht machen. Schade dennoch, dass ihr euch von der menschlichen Seite her nicht gut aufgehoben fühlt, denn das muss so nicht sein.

    Dass euer Sohn von Benennen beim Memory profitiert, glaube ich gern. Das gehört zu den ganz normalen alltagsintegrierten sprachfördernden Verhaltensweisen, die ihr noch viel umfassender begleitend einsetzen könnt. Dass ihr in dieses Thema offenbar nicht eingewiesen worden seid, finde ich ein Armutszeugnis. Denn natürlich könnt ihr in eurem Alltag viel umfassender Sprachförderung betreiben als die Logopädin einmal die Woche. Natürlich ist es daher richtig, dass ihr die Sache selbst in die Hand nehmt, aber da hätten die Therapeuten euch schon längst unterstützen müssen. In guten Kindergärten haben selbst Erzieher darüber ordentliches Basiswissen und wenden es selbst an. Macht damit unbedingt weiter und sprecht eure Logopädin darauf an, wie ihr im Alltag Sprache noch besser fördern könnt. Sie kann auch mal ein individuelles Elterntraining mit euch durchführen. Oder ihr erkundigt euch mal nach dem Heidelberger Eltentraining, das bieten manche Logopäden gezielt an. Regt doch einmal an, dass die Logopädin stärker mit euch arbeitet und weniger am Kind, und dass man dann vielleicht auch mal eine Therapiepause macht und nach 3 Monaten wieder schaut. Wenn es sich wirklich um eine reine Verzögerung handelt, dann ist das durchaus ein gängiges Vorgehen. Der Ball liegt dann nämlich tatsächlich vor allem bei euch und bei eurem Kind.

    Zum Thema Wechsel. Es stimmt, dass in der Logopädie wieder ein Versorgungsproblem herrscht. Aber nahezu jede Praxis wird ein Kind mit fast 5 Jahren therapieren können. Dafür braucht niemand spezialisiert zu sein, denn Kinder in diesem Alter machen den Löwenanteil der Patienten in logopädischen Praxen aus. Und wenn es tatsächlich eine reine Verzögerung ist, dann braucht man dafür auch kein hochspezialisiertes Wissen, sondern das ist dann wirklich Basiswissen aus der Ausbildung, was dabei zur Anwendung kommt.

    Weiterhin viel Erfolg euch!!
    dusktildawn und Gast gefällt dies.

  5. #35
    JoSeidel ist offline Stranger
    Registriert seit
    08.07.2013
    Beiträge
    6

    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    "Dreijähriger spricht nicht", ist nicht so schlimm.

  6. #36
    Vany1991 ist offline Stranger
    Registriert seit
    11.06.2019
    Beiträge
    1

    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Hallo, hat sich bei euch mittlerweile noch etwas ergeben? Und wie sind eure Fortschritte in diesen paar Monaten noch? Lg

  7. #37
    JonatansPapa ist offline newbie
    Registriert seit
    27.08.2019
    Beiträge
    35

    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Würde mich auch interessieren. Bei einer Freundin war ein ähnliches Problem. Sie sind viel zu spät zum Arzt gegangen. Das Kind hatte nicht richtig gehört. Als das Problem erkannt wurde konnte was gemacht werden. Die Familie muss nun aber viel auffangen um das Defizit aufzufangen :-(

    https://www.kindergesundheit-info.de...prachstoerung/

  8. #38
    Lariza ist offline Stranger
    Registriert seit
    01.10.2019
    Beiträge
    4

    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Das war bei meiner Bekannten auch so. Nichts hat geholfen, auch die Ärzte wussten nicht warum. Als sie gar nichts mehr unternommen haben, hat er eines Tages angefangen zu sprechen. Am besten keine all zu großen Sorgen machen und es einfach immer wieder versuchen. Rede mit ihm, falls er mal etwas sagt mit etwas belohnen. Bei manchen dauert es nunmal etwas länger.

  9. #39
    linebdp ist offline Veteran
    Registriert seit
    06.05.2010
    Beiträge
    1.300

    Standard Re: Dreijähriger spricht nicht

    Zitat Zitat von Lariza Beitrag anzeigen
    Das war bei meiner Bekannten auch so. Nichts hat geholfen, auch die Ärzte wussten nicht warum. Als sie gar nichts mehr unternommen haben, hat er eines Tages angefangen zu sprechen. Am besten keine all zu großen Sorgen machen und es einfach immer wieder versuchen. Rede mit ihm, falls er mal etwas sagt mit etwas belohnen. Bei manchen dauert es nunmal etwas länger.
    Ich ärgere mich wirklich über solche Posts. Denn es gibt natürlich diese Beispiele, wo sich alle Sorge nachher in Luft auflöst. Aber es ist einfach falsch, aus diesen Fällen auf die Allgemeinheit zu schließen. Es gibt eben auch diejenigen, wo es sich so nicht entwickelt. Die Chance steht bei 50%. Es gibt bis heute trotz vieler Anstrengungen keine verlässlichen Prädiktoren, aus denen ersichtlich wird, ob ein nicht sprechendes dreijähriges Kind sich in die eine oder andere Richtung entwickeln wird. Und dann, wenn es halt mit fünf immer noch nicht spricht, hat man jede Menge Zeit verschenkt, in der man schon hätte fördern können. Was viele von euch hier wahrscheinlich nicht wissen, ist, dass es im Spracherwerb sensible Phasen gibt, in denen bestimmt Schritte erworben werden können. Später ist das Entwicklungsfenster dann „zu“ und es braucht sehr viel Anstrengung, um den Lernschritt trotzdem zu gehen. Was viele von euch auch nicht wissen dürften: vor der Äußerung von Sprache muss erst einmal jede Menge Sprache aufgenommen und verarbeitet werden. Selbst wenn also Kinder in der Therapie noch lange nicht sprechen, kann es sein, dass sie Lernfortschritte machen. Wer kann also sagen, dass in dem o.g. Beispiel von Lariza nicht doch Therapie und Förderung nachgewirkt hat? Und wie es ohne Maßnahmen gewesen wäre?!

    Was ist also falsch daran, Kinder zu fördern, wenn sich der Verdacht auf eine Sprachentwicklungsverrzögerung oder -Störung ergibt? Vielleicht ist dann auch mal ein Anteil an Kindern dabei, das auch ohne die Förderung weitergekommen wäre, aber das haben wir doch in anderen Bereichen auch (Prävention etc,).

    Ich kann schon sehen, dass es den Eltern Stress machen kann, diese Termine wahrzunehmen. Aber: die Sorgen sind doch auch da, wenn man nicht zum Arzt und nicht zum Logopäden geht. Über diese Sorge können sich dann ungünstige Interaktions- und Kommunikationsmuster einschleifen. Und dann wird es erst richtig schwierig. Dann lasst euch doch lieber von Fachleuten begleiten. Alle diese Fachleute wissen, dass es Fälle gibt, bei denen man nach einiger Zeit sagt: warum haben wir uns überhaupt Sorgen gemacht? Aber sie wissen auch, dass es die anderen Fälle gibt, die noch lange mit der Sprachstörung kämpfen. Und keiner wird verantworten wollen zu sagen: da warten wir einfach mal zu.

    Die beteiligten Professionen arbeiten seit Jahren und Jahrzehnten interdisziplinär daran, Leitlinien für diese Fälle zu entwickeln, die ihr übrigens auch selber einsehen könnt.
    https://www.awmf.org/uploads/tx_szle...elaufen_01.pdf

    Diese Leitlinien stützen sich auf Studien, wissenschaftlich erprobte Vorgehensweisen und Expertenwissen. Sie werden in einem Konsensverfahren mit einer Menge Personen aus verschiedenen Berufen erstellt. Ihr könnt anhand solcher Leitlinien prüfen, ob eure Fachleute leitliniengemäß handeln. Und wenn nicht, sprecht sie als mündige Patienten darauf an.

    Ich werde nie verstehen, wie hier Einzelpersonen es besser wissen können als diese Menge an gut ausgebildeten Fachleuten - und wie diese Einzelpersonen aus ihrer breiten Erfahrung von n=1 *io* solche Unterlassungsempfehlungen (einfach abwarten und keine Sorgen machen...) ableiten.
    Gast gefällt dies

Seite 4 von 4 ErsteErste ... 234

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •