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  1. #1
    Gast

    Standard Fieberkrämpfe: wie gehe ich mit der Angst um?

    Hallo an alle!

    Habe leider kein passendes (Unter)Forum zum Thema Kinderkrankheiten oder Gesundheit hier gefunden, deswegen schreibe ich das jetzt einfach mal hier hin.

    Unsere Tochter (2 Jahre, 7 Monate) erlitt am 15.2.2010 einen Fieberkrampf. Das ganze dauerte nur etwa 2-3 Minuten, aber das waren für uns die schlimmsten Minuten unseres Lebens, denn wir dachten unsere Kleine stirbt. Gibt es hier vielleicht andere Mütter und Väter, deren Kind an Fieberkrämpfen leidet? Es würde mich mal interessieren wie Ihr mit der Angst umgeht.

    Ich schildere hier nochmal, wie das alles ablief.... Die Geschichte ist schrecklich, also bitte nicht lesen, wenn ihr sowas selber nicht kennt und denkt es ist zu schlimm....

    Also vor ca. 3 Wochen bekamen meine beiden Kinder (Zwillige: Junge und Mädchen) eine Laryngitis mit hohem Fieber, bei der sie in der Nacht schlimme Hustenanfälle und Atembeschwerden hatten. Wir fanden das schon sehr, sehr schlimm und anstrengend, aber nach 2 Wochen war alles wieder überstanden und wir brachten die Kinder wieder in den Kindergarten. Da waren sie dann die gesamte letzte Woche. Am Wochenende fing mein Sohn dann wieder mit Fieber an. Am Montag war ich dann mit ihm zuhause. Als mein Mann dann nach 16.30 Uhr mit meiner Tochter aus dem Kindergarten nach Hause kam, bemerkte ich schon beim Ausziehen, dass sie auch ziemlich warm ist.... Na toll, dachte ich, wie erwartet, sind jetzt beide wieder krank. Meine Tochter bekommt normalerweise nie sehr hohes Fieber. Es ist selten, dass es über 39 Grad geht. Bei meinem Sohn dagegen, sind es meist über 39, 40 Grad. Also machte ich mir über sie auch nicht so Sorgen. Richtig Hunger hatte sie nicht, sie wollte sich auf das Sofa legen und fernsehen. Was ich dann auch erlaubte, da sie schon etwas krank und schlapp aussah. Sie war eigentlich die ganze Zeit ziemlich normal. Ich war zwischenzeitlich in der oberen Etage um Wäsche zu waschen und als ich herunterkam, und sie anfasste, war sie glühend heiss. Ich schimpfte noch auf meinen Mann, der daneben sass und nichts sagte. Er meinte, sie ist doch ok, halt etwas heiss, aber er kontrolliert sie ja die ganze Zeit. Naja, ich gab ihr halt schnell ein Fieberzäpfchen. Sie war ja auch ansonsten ganz normal. Dann ging ich wieder in die obere Etage, um ein bisschen Hausarbeit zu erledigen.

    Es war wohl etwa eine halbe Stunde später, also ich von unten so ein komisches Geräusch hörte.. wie ein Röcheln oder Würgen. Ich rief dann von oben herunter meinem Mann zu, er solle mal schnell nach unserer Tochter schauen. Ich bekam keine Anwort von ihm, wartete noch einige Sekunden, und als ich dann der Treppe herunter lief, um zu schauen was los ist, hielt mein Mann meine Tochter schon panisch im Arm und schrieh "Hilfe, hilfe, sie atmet nicht." Es war total schrecklich, wir dachten im erstem Moment, sie hätte vielleicht ein Spielzeug verschluckt. Sie zitterte, der ganze Körper war verkrampft und sie ballte die Fäuste. Wir trugen sie auf unseren Armen und schrien sie an "atme, atme". Ich schlug sie noch immerzu leicht auf den Rücken. Ihre Augen waren total verdreht und es sah so aus, als dass sie verzweifelt nach Atem rang, aber es kam keine Luft rein. Wir versuchten zur selben Zeit den Notarzt anzurufen ... aber alles war wie verflixt... mein Mann gab schnell unsere Adresse durch, aber meiner Tochter ging es immer schlimmer, sie wurde ganz grau und weiss und dann lief sie blau an... wir schrien nur noch "oh Gott, oh Gott sie stirbt"... liessen das Handy fallen ... schüttelten sie wieder... mein Mann versuchte wieder ans Handy zu gehen, aber die Verbindung war weg und das Handy funkionierte nicht... ich gab ihm die Kleine und versuchte mein Handy zu holen ... wusste im ersten Moment nicht wo es überhaupt war, und drückte dann ständig vor lauter Panik die falschen Knöpfe... mein Mann kam dann doch wieder durch und rief wieder beim Notarzt an... der Krankenwagen war Gott sei Dank schon unterwegs... aber dann passierte das Allerschlimmste, unsere Tochter brach in unseren Armen leblos zusammen und zuckte nicht mehr, aus dem Mund kam Schaum... in dem Moment dachten wir, dass jetzt alles aus ist... mein Mann setzte sich dann mit ihr auf den Boden und wir schrien die ganze Zeit nur ihrem Namen und "atme, atme". Ich sagte noch ganz verzweifelt "mach doch jetzt endlich den Mund auf" und versuchte mit den Händen den Mund zu öffnen, aus dem der Schaum lief. Mein Mann steckte seinen Finger in ihren Mund und zwei, drei Sekunden später, hörten wir dann endlich, wie sie wieder nach Luft schnappte. Sie fing schrecklich an zu weinen und zu schreien und atmete immernoch unregelmässig, aber das war wohl auch wegen dem Weinen... uns fiel erstmal ein riesen Stein vom Herzen... Unsere Tochter lebte noch!!! ... Wir waren trotzdem immernoch voller Panik, mein Mann rannte wieder ans fallengelassene Handy und man sagte uns, wir sollen ihr schnell alle Sachen ausziehen und zur Haustür gehen und diese aufmachen, damit die kalte Luft sie abkühlt. Ich wippte sie dann sanft in meinem Armen, sang ihr Lieblingslied, und versuchte sie zu beruhigen, da sie immernoch weinte und sich dadurch das Atmen schwer machte.... bei jedem Schluchzer dachte ich, jetzt setzt der Atem wieder gleich aus... Mein Mann lief inzwischen draussen herum, und wartete auf den Krankenwagen. Der war dann nach kurzer Zeit auch da. Ich schätze, er war so 10 Minuten nach Beginn des Fieberkrampfes, dass der Notartz kam.

    Danach war ich eigentlich ganz beruhigt, da ja jetzt Hilfe da war, und man uns sagte, dass das ein Fieberkrampf war, was bei kleinen Kinder "ganz normal" vorkommen kann. Sie kam dann ins Krankenhaus, wo sie dann untersuchte wurde und uns alles erklärt wurde, und um Mitternacht durften wir dann auch wieder nach Hause.

    Die Nacht verlief dann ganz normal. Die Kleine war so froh, in ihrem eigenen Bettchen zu liegen und schlief auch gleich ein. Mein Mann schlief neben ihr auf dem Boden. Am nächsten Tag haben wir dann die Kinderbetten in unsere Zimmer gestellt. Seit zwei Nächten habe unsere Beiden also bei uns im Zimmer geschlafen. Im Moment sieht alles ganz normal aus, aber die Angst bleibt. Ich renne Nachts bei jedem kleinen Schnarchgeräusch ans Bett meiner Kinder. Man sagte uns, dass die Wahrscheinlichkeit, dass unser Sohn auch irgendwann einen solchen Krampf bekommt, sehr hoch ist.

    Gibt es hier Eltern mit ähnlichen Erfahrungen? Mich würde es interessieren, wie Ihr das handhabt. Schickt Ihr Eure Kinder ganz normal in den Kindergarten? Uns wurde gesagt, dass so ein Fieberkrampf meist am Anfang einer Krankheit ausbricht und dann innerhalb der selben Krankheit auch nur einmal. In der Broschüre, die uns der Arzt gab, stand, dass innerhalb der nächsten 2 Jahre meist der nächste Krampf auftritt. Aber im Internet habe ich Erfahrungsberichte gelesen, wo die Eltern sagten, ihre Kinder hatten innerhalb eines Jahres über 10 solcher Krämpfe und manche hatten innerhalf einer Viruskrankheit auch mehrere Anfälle... die meisten dieser Leute schrieben allerdings nichts von Atemstillstand, und wenn, dann dauerte dieser nur einige Sekunden. Unsere Kinderärztin meinte, dass so ein Krampf auch über 15 Minuten dauern kann und es angeblich nicht lebensgefährlich ist. Aber ich glaube, sie meinte den Krampf an sich. Denn wie kann man 15 Minuten Atemstillstand überleben? Es fällt schwer, das zu glauben. Die Ärztin meinte, die Kinder bekommen trotzdem noch Luft, auch wenn es nicht so aussieht. Bei meiner Tochter sah das wirklich nicht so aus.

    Ich würde mich wirklich über Tipps freuen. Ich habe Angst, meine Tochter wieder in ihrem eigenen Zimmer schlafen zu lassen. Und wie mache ich das am Besten mit dem Kindergarten? Gibt es auch Fälle, wo Kinder an so einem Krampf gestorben sind?

    Der Schrecken sitzt uns noch tief in den Gliedern und wir freuen uns über jeden Tipp und Erfahrungsaustausch.

    Liebe Grüsse,
    katrin

  2. #2
    Avatar von Line73
    Line73 ist offline blubb
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    6.627

    Standard Re: Fieberkrämpfe: wie gehe ich mit der Angst um?

    Liebe Katrin,

    das war wirklich schrecklich, was Ihr da erleben musstet

    Zum Glück hatten wir das noch nicht. Ich kann nur erahnen, was Ihr duchmachen musstet.

    Der Sohn meiner Freundin hatte auch mal eine Fieberkrampf. Sie hat seitdem dieses Fiebermeßgerät.

    termoDrinn Funkfieberthermometer von the-house

    Es ist am Körper und misst nach Intervallen ständig die Temperatur. Wenn sie zu schnell steigt (und damit einen Fieberkrampf auslösen kann), gibt das Gerät Alarm.

    Es kann Euch vielleicht wieder etwas Ruhe geben, da das Kind dadurch etwas überwachter ist.

    Ich wünsche Euch, daß es doch ein einmaliger Anfall war und nicht noch mal passiert.

  3. #3
    Nadine-S1982 ist offline Legende
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    11.638

    Standard Re: Fieberkrämpfe: wie gehe ich mit der Angst um?

    Also mit Fieberkrämpfen hab ich auch nicht so die Ahnung aber ich kann gut verstehn was ihr durchgemacht habt.Meine Tochter hat schweres Asthma und ich weiß genau wie es ist Hilflos zu sein.
    Ich würde euch aufjedenfall nahelegen einen erste Hilfe Kurs für Kinder zu machen.Da wird auch das Thema aufgegriffen und schaden tut es so oder so nicht.
    Das was ich immer gesagt bekommen hab vom Notarzt, das ich Ruhe bewahren muß.Leichter gesagt als getan wenn das Kind da Leblos und blau angelaufen liegt.
    Ich wünsche euch alles Gute
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    mit Sternchen im Herzen (7SSW)*21.07.2011
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    Meine Juli Bino Canchifee mit Philea Marie auf dem Arm (15.07.2012)

  4. #4
    safri ist offline old hand
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    13.02.2004
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    941

    Standard Re: Fieberkrämpfe: wie gehe ich mit der Angst um?

    Hallo,
    wir haben hier die Zeit der Fieberkrämpfe (klopfaufholz) zum Glück hinter uns gelassen. Wobei ich sagen muß, ich kenne persönlich zwei Fälle, wo es bis zum 15. Lebensjahr hinging.
    Rike hatte ihren ersten Krampf mit einem Jahr. Auch völlig ohne Vorwarnung lag sie plötzlich leblos neben uns. Die Schwester des Notarztes sagte uns dann, daß sie denkt es wäre ein Fieberkrampf gewesen. Denn als der Notarzt kam, da war sie schon fast wieder fit. Wir waren danach noch zwei Tage im KKH. Zwei Wochen später zum Gehirnstrommessen. Der nächste Anfall kam mit 1 Jahr, 4 Monate. Bei der Mutter-Kind-Kur, im Arztzimmer auf meinem Arm. Trotz Zäpfchen. Sie bekam sofort Sauerstoff und dann gings wieder für drei Tage ins KKH. Der letzte, aber längste Krampf, dauerte knapp 20 Minuten, den hatte sie mit zwei Jahren. Sie bekam ihn auf dem Weg zum KKH. Wieder drei Tage KKH, in der Zeit Gehirnströmemessen und später dann noch MRT. Da hat man aber zum Glück nichts feststellen können. Und die ist auch wirklich fit.
    Ja, Fieberkrämpfe kommen, weil das Gehirn mit der schnell steigenden Temperatur nicht klar kommt. Deshalb hat Rike schon ab 38,0 fiebersenkende Mittel bekommen. Und blos keine Wadenwickel. Das war der Auslöser für Rikes letzten Krampf. Wenn die Füße kalt sind, und das war bei ihr so, kann das nach hinten losgehen. Ich hab mind. drei Jahre lang nie am Kopf gespürt ob sie Fieber hat sondern immer nur am Bauch. Das war die Stelle, die am zuverlässigsten war. Wickel um den Bauch, Ablenkungsversuche und vor allem, bei aller Anspannung, selber die Ruhe bewahren. Geheult hab ich dann später. Ich weiß garnicht, wie oft wir sie noch vorm Krampfen hingekriegt haben. Aber meißt hatte es wirklich was mit Infekten zu tun. Ich hatte ab dem Zeitpunkt auch immer Diazepan im Haushalt, in der Tasche bei mir. Im KIGA steht eine Tasche mit Fieberzäpfchen und eigenem Thermometer. Ich bin sofort ab 38,0 angerufen worden und sie bekam immer sofort ein Zäpfchen oder halt Saft.
    Im übrigen ist Sarah davon verschont geblieben.
    Seit Rike die Polypen entfernt bekam, da war sie drei, hatten wir dann Ruhe vor den Krämpfen. Hatten dann allerdings das ungewollte Vergnügen Pseudokrupp kennenzulernen. Ist auch nicht besser und hält altersmäßig länger.

    Ich hab mir Rike dann lange Zeit immer mit ins Bett geholt, da ich gelesen hatte, daß man als Aussenstehender oft garnicht mitbekommt, wenn die Kinder die Krämpfe bekommen. Kann auch nachts passieren, wenn man schläft und an nichts böses denkt. So hatte ich immer das Gefühl da zu sein und sie kontrollieren zu können. Hatte aber auch die negative Nebenwirkung, daß ich mich selbst verrückt gemacht habe und mein armes Kind sofort geschüttelt habe, wenn sie mal ganz ruhig vor sich hinschlief. Beneidenswert war sie weder mit mir als überbesorgte Mutter, noch ich, weil ich ständig unter Strom stand.

  5. #5
    Avatar von Hanako
    Hanako ist offline Soul Sister
    Registriert seit
    18.01.2004
    Beiträge
    886

    Standard Re: Fieberkrämpfe: wie gehe ich mit der Angst um?

    Mein Sohn hatte schwere Fieberkrämpfe von ca. einem bis zu vier Jahren... waren sogar so heftig, dass ich mit ihm ein EEG machte, um Epilepsie ausschließen zu können. Jeder Infekt mit Fieber (und er war häufig krank) war mit einem Krampf verbunden... Es war schwer, aber man muss sich klar machen, dass die Kinder im allgemeinen besser damit klar kommen als man selbst. (Mein Sohn hatte nur eine schwache - sehr negative und tief in ihm verwurzelnde Erinnerung, da er einmal, als ich mit ihm auf dem Arm vor einem Spiegel vorbeilief, sein verzerrtes Gesicht sah - das beschäftigt ihn bis heute.) Ich habe einfach versucht ihn im Arm zu halten (was bei einem krampfenden Körper manchmal gar nicht so einfach ist). Und meist ist es ja schnell vorbei... auch wenn einem die Zeit wie eine halbe Ewigkeit vorkommt. Ich bin nie ohne Krampfmittel in den Urlaub gefahren, selbst im Kindergarten hatte er sein Mittel... doch manchmal war der Krampf schneller vorbei als ich ihm das Medikament verabreichen konnte.
    Sei dir sicher, es "verwächst sich" ... auch wenn man nicht weiß, wann.

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Fieberkrämpfe: wie gehe ich mit der Angst um?

    Hallo!

    Fühl dich erst mal gedrückt !

    Ich verstehe dich total! Meine Tochter hatte mit 2 Jahren auch einen Fieberkrampf, der genauso ablief wie der deiner Tochter. Wir sind auch ins KH und bekammen ein Mittel, das wir ihr geben sollen, falls es ncohmals passieren sollte.

    Die Ärzte haben uns gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Fieberkrampf zu bekommen, unter anderem erblich bedingt ist. Mein Bruder und mein Onkel hatten das früher auch.

    Wir hatten Glück - bis jetzt, sie ist mittlerweile 4 Jahre alt, hatte sie keinen mehr. Wir sind sehr vorsichtig geworden, wenn sie Fieber hat. Wir geben ihr immer sehr früh, ab 38 ° Fiebersenkende Mittel.

    Theoretisch bekommt man bis zum Einschulalter Fieberkrämpfe, das "verwächst" sich wohl. Falls danach noch Fieberkrämpfe auftreten sollten, ist es meist der Beginn einer Epilepsie.



    Zitat Zitat von Oulu Beitrag anzeigen
    Hallo an alle!

    Habe leider kein passendes (Unter)Forum zum Thema Kinderkrankheiten oder Gesundheit hier gefunden, deswegen schreibe ich das jetzt einfach mal hier hin.

    Unsere Tochter (2 Jahre, 7 Monate) erlitt am 15.2.2010 einen Fieberkrampf. Das ganze dauerte nur etwa 2-3 Minuten, aber das waren für uns die schlimmsten Minuten unseres Lebens, denn wir dachten unsere Kleine stirbt. Gibt es hier vielleicht andere Mütter und Väter, deren Kind an Fieberkrämpfen leidet? Es würde mich mal interessieren wie Ihr mit der Angst umgeht.

    Ich schildere hier nochmal, wie das alles ablief.... Die Geschichte ist schrecklich, also bitte nicht lesen, wenn ihr sowas selber nicht kennt und denkt es ist zu schlimm....

    Also vor ca. 3 Wochen bekamen meine beiden Kinder (Zwillige: Junge und Mädchen) eine Laryngitis mit hohem Fieber, bei der sie in der Nacht schlimme Hustenanfälle und Atembeschwerden hatten. Wir fanden das schon sehr, sehr schlimm und anstrengend, aber nach 2 Wochen war alles wieder überstanden und wir brachten die Kinder wieder in den Kindergarten. Da waren sie dann die gesamte letzte Woche. Am Wochenende fing mein Sohn dann wieder mit Fieber an. Am Montag war ich dann mit ihm zuhause. Als mein Mann dann nach 16.30 Uhr mit meiner Tochter aus dem Kindergarten nach Hause kam, bemerkte ich schon beim Ausziehen, dass sie auch ziemlich warm ist.... Na toll, dachte ich, wie erwartet, sind jetzt beide wieder krank. Meine Tochter bekommt normalerweise nie sehr hohes Fieber. Es ist selten, dass es über 39 Grad geht. Bei meinem Sohn dagegen, sind es meist über 39, 40 Grad. Also machte ich mir über sie auch nicht so Sorgen. Richtig Hunger hatte sie nicht, sie wollte sich auf das Sofa legen und fernsehen. Was ich dann auch erlaubte, da sie schon etwas krank und schlapp aussah. Sie war eigentlich die ganze Zeit ziemlich normal. Ich war zwischenzeitlich in der oberen Etage um Wäsche zu waschen und als ich herunterkam, und sie anfasste, war sie glühend heiss. Ich schimpfte noch auf meinen Mann, der daneben sass und nichts sagte. Er meinte, sie ist doch ok, halt etwas heiss, aber er kontrolliert sie ja die ganze Zeit. Naja, ich gab ihr halt schnell ein Fieberzäpfchen. Sie war ja auch ansonsten ganz normal. Dann ging ich wieder in die obere Etage, um ein bisschen Hausarbeit zu erledigen.

    Es war wohl etwa eine halbe Stunde später, also ich von unten so ein komisches Geräusch hörte.. wie ein Röcheln oder Würgen. Ich rief dann von oben herunter meinem Mann zu, er solle mal schnell nach unserer Tochter schauen. Ich bekam keine Anwort von ihm, wartete noch einige Sekunden, und als ich dann der Treppe herunter lief, um zu schauen was los ist, hielt mein Mann meine Tochter schon panisch im Arm und schrieh "Hilfe, hilfe, sie atmet nicht." Es war total schrecklich, wir dachten im erstem Moment, sie hätte vielleicht ein Spielzeug verschluckt. Sie zitterte, der ganze Körper war verkrampft und sie ballte die Fäuste. Wir trugen sie auf unseren Armen und schrien sie an "atme, atme". Ich schlug sie noch immerzu leicht auf den Rücken. Ihre Augen waren total verdreht und es sah so aus, als dass sie verzweifelt nach Atem rang, aber es kam keine Luft rein. Wir versuchten zur selben Zeit den Notarzt anzurufen ... aber alles war wie verflixt... mein Mann gab schnell unsere Adresse durch, aber meiner Tochter ging es immer schlimmer, sie wurde ganz grau und weiss und dann lief sie blau an... wir schrien nur noch "oh Gott, oh Gott sie stirbt"... liessen das Handy fallen ... schüttelten sie wieder... mein Mann versuchte wieder ans Handy zu gehen, aber die Verbindung war weg und das Handy funkionierte nicht... ich gab ihm die Kleine und versuchte mein Handy zu holen ... wusste im ersten Moment nicht wo es überhaupt war, und drückte dann ständig vor lauter Panik die falschen Knöpfe... mein Mann kam dann doch wieder durch und rief wieder beim Notarzt an... der Krankenwagen war Gott sei Dank schon unterwegs... aber dann passierte das Allerschlimmste, unsere Tochter brach in unseren Armen leblos zusammen und zuckte nicht mehr, aus dem Mund kam Schaum... in dem Moment dachten wir, dass jetzt alles aus ist... mein Mann setzte sich dann mit ihr auf den Boden und wir schrien die ganze Zeit nur ihrem Namen und "atme, atme". Ich sagte noch ganz verzweifelt "mach doch jetzt endlich den Mund auf" und versuchte mit den Händen den Mund zu öffnen, aus dem der Schaum lief. Mein Mann steckte seinen Finger in ihren Mund und zwei, drei Sekunden später, hörten wir dann endlich, wie sie wieder nach Luft schnappte. Sie fing schrecklich an zu weinen und zu schreien und atmete immernoch unregelmässig, aber das war wohl auch wegen dem Weinen... uns fiel erstmal ein riesen Stein vom Herzen... Unsere Tochter lebte noch!!! ... Wir waren trotzdem immernoch voller Panik, mein Mann rannte wieder ans fallengelassene Handy und man sagte uns, wir sollen ihr schnell alle Sachen ausziehen und zur Haustür gehen und diese aufmachen, damit die kalte Luft sie abkühlt. Ich wippte sie dann sanft in meinem Armen, sang ihr Lieblingslied, und versuchte sie zu beruhigen, da sie immernoch weinte und sich dadurch das Atmen schwer machte.... bei jedem Schluchzer dachte ich, jetzt setzt der Atem wieder gleich aus... Mein Mann lief inzwischen draussen herum, und wartete auf den Krankenwagen. Der war dann nach kurzer Zeit auch da. Ich schätze, er war so 10 Minuten nach Beginn des Fieberkrampfes, dass der Notartz kam.

    Danach war ich eigentlich ganz beruhigt, da ja jetzt Hilfe da war, und man uns sagte, dass das ein Fieberkrampf war, was bei kleinen Kinder "ganz normal" vorkommen kann. Sie kam dann ins Krankenhaus, wo sie dann untersuchte wurde und uns alles erklärt wurde, und um Mitternacht durften wir dann auch wieder nach Hause.

    Die Nacht verlief dann ganz normal. Die Kleine war so froh, in ihrem eigenen Bettchen zu liegen und schlief auch gleich ein. Mein Mann schlief neben ihr auf dem Boden. Am nächsten Tag haben wir dann die Kinderbetten in unsere Zimmer gestellt. Seit zwei Nächten habe unsere Beiden also bei uns im Zimmer geschlafen. Im Moment sieht alles ganz normal aus, aber die Angst bleibt. Ich renne Nachts bei jedem kleinen Schnarchgeräusch ans Bett meiner Kinder. Man sagte uns, dass die Wahrscheinlichkeit, dass unser Sohn auch irgendwann einen solchen Krampf bekommt, sehr hoch ist.

    Gibt es hier Eltern mit ähnlichen Erfahrungen? Mich würde es interessieren, wie Ihr das handhabt. Schickt Ihr Eure Kinder ganz normal in den Kindergarten? Uns wurde gesagt, dass so ein Fieberkrampf meist am Anfang einer Krankheit ausbricht und dann innerhalb der selben Krankheit auch nur einmal. In der Broschüre, die uns der Arzt gab, stand, dass innerhalb der nächsten 2 Jahre meist der nächste Krampf auftritt. Aber im Internet habe ich Erfahrungsberichte gelesen, wo die Eltern sagten, ihre Kinder hatten innerhalb eines Jahres über 10 solcher Krämpfe und manche hatten innerhalf einer Viruskrankheit auch mehrere Anfälle... die meisten dieser Leute schrieben allerdings nichts von Atemstillstand, und wenn, dann dauerte dieser nur einige Sekunden. Unsere Kinderärztin meinte, dass so ein Krampf auch über 15 Minuten dauern kann und es angeblich nicht lebensgefährlich ist. Aber ich glaube, sie meinte den Krampf an sich. Denn wie kann man 15 Minuten Atemstillstand überleben? Es fällt schwer, das zu glauben. Die Ärztin meinte, die Kinder bekommen trotzdem noch Luft, auch wenn es nicht so aussieht. Bei meiner Tochter sah das wirklich nicht so aus.

    Ich würde mich wirklich über Tipps freuen. Ich habe Angst, meine Tochter wieder in ihrem eigenen Zimmer schlafen zu lassen. Und wie mache ich das am Besten mit dem Kindergarten? Gibt es auch Fälle, wo Kinder an so einem Krampf gestorben sind?

    Der Schrecken sitzt uns noch tief in den Gliedern und wir freuen uns über jeden Tipp und Erfahrungsaustausch.

    Liebe Grüsse,
    katrin

  7. #7
    elli99 ist offline Stranger
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    29.07.2006
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    12

    Standard Re: Fieberkrämpfe: wie gehe ich mit der Angst um?

    Als unser Sohn ca. 2 Jahre alt war haben wir ein aehnliches Erlebnis gehabt. Auch wir meinten erst er habe etwas verschluckt, glaubten ihn fuer immer verloren, hatten von Fieberkraempfen nie etwas gehoert. Es wurden dann Untersuchungen durchgefuehrt (Neurologe) um Schaeden und Krankheiten wie z.Bsp. Epilepsie auszuschliessen. Die Tatsache dass da alles ok war und es sich wirklich nur um reine Fieberkraempfe handelte beruhigte uns enorm. Krampfmittel waren dann immer im Haus und auch im Kindergarten. Ab 38° gaben wir fiebersenkende Mittel. Trotz Vorsicht konnten wir 2 weitere Kraempfe nicht verhindern, aber mit den Medikamenten sofort beenden. Das Problem ist ja nicht die Hoehe des Fiebers, sondern die Geschwindigkeit mit dem es steigt(einmal hatte er 37,7, ich bin ins Bad gegangen um Fieberzaepfchen zu holen und da war es schon passiert). Mir hat man erklaert dass der Krampf eine Art Schutz fuer das noch etwas unreife Nervensystem/ Gehirn ist.
    Heute ist mein Sohn 17, seit 13 Jahren hat er keine Probleme mehr gehabt. Gegen die Angst musst Du ankaempfen, dein Kind kann und soll ein Leben wie alle Kinder fuehren. Ihr wisst nun wie und was es ist, sollte es nochmal passieren (ich hoffe nicht) hat man euch sicher gesagt was ihr tun muesst und es wird zwar schlimm, aber auch anders sein. Der Panikfaktor wird fehlen, ihr werdet handeln koennen und muessen, damit umgehen. Vom Kind haben wir unsere Angst immer ferngehalten, sein Leben ist in keiner Hinsicht eingeschraenkt worden (zBsp Kindergarten) Bei uns im Zimmer hat der Kleine damals nur im Krankheits- bzw Zweifelsfall geschlafen, ansonsten schlief er mit der Schwester (die nie Kraempfe hatte) im Kinderzimmer. Kopf hoch, nach dem ersten Schock wird es langsam besser gehen und ihr werdet damit umgehen koennen.
    Viel Glueck
    Elli

  8. #8
    Avatar von Lines
    Lines ist offline Legende
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    Standard Re: Fieberkrämpfe: wie gehe ich mit der Angst um?

    Zitat Zitat von elli99 Beitrag anzeigen
    Das Problem ist ja nicht die Hoehe des Fiebers, sondern die Geschwindigkeit mit dem es steigt
    Nein, es ist auch die Dauer des hohen Fiebers.
    Meine hat erst einen Fieberkrampf bekommen nachdem sie 2 Stunden Richtung 40 gefiebert hat (die Höhe war allerdings völlig normal bei ihr).
    Fieberkrampf mit 13 Monaten hat mich ebenfalls furchtbar erschreckt und wir sind umgehend ins KH gefahren, allerdings war der Vater hier völlig hirnlos und konnte nichtmal im KH vorab anrufen - musste ich selbst machen.

    Dort durften wir 3 Tage bleiben und die "netten" Ärzte und Schwestern haben nichts anderes gemacht als alle 3 Stunden Kind zu wecken, auszuwickeln, Fieber zu messen und ggf. Zäpfchen zu geben.
    Hätte ich zuhause auch gekonnt....

    Am 4. Tag wurde dann noch ein EEG und EKG gemacht. Das war es dann.

    Im KH wurde allerdings das Paracetamol so hoch dosiert gegeben, dass die Temperatur danach immer auf 36 Grad fiel. Der KA war etwas entsetzt als ich ihm das erzählt habe.

    Ab diesem Zeitpunkt habe ich fiebersenkende Mittel ab 38,5 Grad gegeben, wenns sein mußte auch in Abständen von 4 Stunden (wurde vom KA als ok gegeben wenn es nicht länger als 1-2 Tage nötig ist) da Zicke meistens nach dieser Zeit wieder massiv nach oben ging (und auch heute noch geht) wenn es sie wieder richtig erwischt hat.

    Für mich stand fest: nie wieder ins KH sondern Fieber senken und zum nächstmöglichen Zeitpunkt zum KA. Mussten wir GsD nicht mehr.

    Ruhig bleiben für die Zukunft, ist beim ersten Erleben schrecklich aber wenn man weiß wie damit umgehen wird man ruhiger.

    Grüße
    Lines

  9. #9
    Avatar von Hanako
    Hanako ist offline Soul Sister
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    18.01.2004
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    886

    Standard Re: Fieberkrämpfe: wie gehe ich mit der Angst um?

    Zitat Zitat von Lines Beitrag anzeigen
    Dort durften wir 3 Tage bleiben und die "netten" Ärzte und Schwestern haben nichts anderes gemacht als alle 3 Stunden Kind zu wecken, auszuwickeln, Fieber zu messen und ggf. Zäpfchen zu geben.
    Hätte ich zuhause auch gekonnt....

    Im KH wurde allerdings das Paracetamol so hoch dosiert gegeben, dass die Temperatur danach immer auf 36 Grad fiel. Der KA war etwas entsetzt als ich ihm das erzählt habe.
    Ich war mit meinem Kleinen - mit 14 Monaten - damals auch in der Kinderklink. Erst wurde eine Lumbalpunktion gemacht, um eine Gehirnhautentzündung auszuschließen. Man schickte mich vor der Entnahme aus dem Behandlungszimmer - würde ich nie wieder machen, lieber ertrage ich das, als meinem Kind das Gefühl zu geben: man tut mir weh und Mama lässt mich alleine.

    Sind dann beide noch 24 Stunden noch in der Klinik geblieben (habe auf eigene Verantwortung die Klinik dann verlassen), zur Beobachtung. Mein Sohn wurde an den Monitor (EKG) angeschlossen und ich musste ihm alle Stunde Fieber messen. Ich flehte zwischendrin, man soll den Kleinen doch in Ruhe lassen und nicht ständig wecken... aber die Nachtschwester meinte nur, dass der Arzt es so angeordnet habe. Fieber versuchten sie auch zu senken - aber ohne Erfolg, es wollte partout nicht runter.
    Dass sie bei euch das Fieber so brutal nach unten brachten hängt vielleicht damit zusammen, dass sie jede weitere Komplikation vermeiden wollten. Die Klink kann sich eben nicht so intensiv um jedes Kind bemühen, da will man sicherlich manches "ruhigstellen".

    Klink kann je nach Heftigkeit des Fiebers sicherlich sinnvoll sein, denn wenn das Kind plötzlich bewusstlos wird o.ä., dann ist der Weg zum nächsten Krankenhaus vielleicht zu weit.
    Trotzdem war für mich die Erfahrung grauenhaft - mein Sohn war noch über einen Monat durch den Wind. Ich durfte ihn nicht anfassen, ohne dass er schrie und er schlief die erste Woche nur im Sitzen ein - wahrscheinlich hatte er durch die Punktion einfach zu starke Schmerzen.
    Danach wurde jeder Fieberkrampf "erträglicher", weil ich wusste, was mich erwartet und auch wusste, dass es sehr schnell wieder vorbei war.

  10. #10
    Avatar von Womatz
    Womatz ist offline Legende
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    Standard Re: Fieberkrämpfe: wie gehe ich mit der Angst um?

    Zitat Zitat von Oulu Beitrag anzeigen
    Hallo an alle!

    Habe leider kein passendes (Unter)Forum zum Thema Kinderkrankheiten oder Gesundheit hier gefunden, deswegen schreibe ich das jetzt einfach mal hier hin.


    Der Schrecken sitzt uns noch tief in den Gliedern und wir freuen uns über jeden Tipp und Erfahrungsaustausch.

    Liebe Grüsse,
    katrin
    Mein Sohn hatte genau einen Fieberkrampf (meine Nichte übrigens kurz vorher auch, ich war vorgewarnt und deswegen nicht besonders erschrocken), dann nie wieder. Trotzdem hatte ich ab dem Zeitpunkt Diazepam im Kühlschrank liegen, als Notfallmittel. Außerdem natürlich die Weisung, das Fieber schon früher zu senken.
    Ich habe deinen langen Text nicht gelesen, deswegen weiß ich nicht, was nach dem Fieberkrampf gemacht wurde. Wurde ein EEG gemacht? Das war bei meinem Sohn unauffällig (zum Ausschluss einer Epilepsie-Neigung).
    Ich kann dir nur raten: Entspann dich! Habe ein Notfallmittel im Kühlschrank und befolge den ärztlichen Rat.

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