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Thema: Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

  1. #1
    Tamarie ist offline Stranger

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    Unglücklich Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

    Hallo Ihr Lieben,

    nachdem ich seit bestimmt drei Jahren hier nicht mehr aktiv und zwischendruch auch abgemeldet war, muss ich nun doch mal mein Leid klagen...
    Wir haben drei liebe Kinder 9, 7 und 4 Jahre alt. Die Mittlere ist gerade in die Schule gekommen. Der Große ist in der 4. Klasse und der Kleinste in der Kita. Ich gehe in Vollzeit arbeiten und bin nahezu Alleinverdiener. Mein Mann ist bei seinen Eltern in der Firma angestellt und verdient weniger als unser Kindergeld. Außerdem haben wir gebaut, wohnen schon drinn, müssen aber noch das DG ausbauen. Daher sind wir absolut darauf angewiesen dass ich voll arbeite.

    Diese Woche habe ich Urlaub wegen Schulanfang unserer Kleinen. Wenn ich nächste Woche wieder arbeiten muss, muss sie mit ihrem großen Bruder allein mit dem Bus zur Schule fahren und nachmittags wieder zurück. Der Kleine muss bis 17.00 Uhr in der Kita bleiben, denn wir schaffen es nicht eher ihn abzuholen. Ich schaffe es meistens eh gar nicht, da ich selten vor 18.30 Uhr zu Hause bin. Wir wohnen ländlich und ich muss 45 min bis zur Arbeit fahren. Das macht schon 1,5 h Arbeitsweg + 9 h auf Arbeit, oft auch mehr. Auf Arbeit ist es wie bei so vielen. Dort interessiert niemanden was mit den Kindern ist oder ob man überhaupt welche hat...hauptsache man hält dort und da auf Tagungen Vorträge, schreibt fein Projektanträge und Publikationen. 2 bis 3 Dienstreisetage im Monat sind leider auch normal... und ich hasse es nachts von meiner Familie getrennt zu sein.

    Mit blutet das Herz wie rabenmutterhaft ich mich ständig verhalten muss. Ich merke gerade in dieser Woche wie alles wie am Schnürrchen läuft. Ich hole die Kinder um 15.00 Uhr schon ab. Wir haben jede Menge Zeit für die Hausaufgaben, zum Fußballtraining zu fahrne usw.
    Ansonsten muss ich wenn ich Urlaub habe, vieles nachholen wofür im Alltag keine Zeit bleibt. Am Wochenende habe ich volles Programm. Denn bis Sonntagabend muss alles aufgeräumt, geputzt, Formulare ausgefüllt, eingekauft, vorgekocht, gewaschen, gebügelt und fertig einsortiert im Schrank liegen. Dazu kommt im Sommer noch die Obst- und Gemüseverarbeitung aus Schwiegermutters Garten...

    ... das ist mir echt alles zu viel! Beim Großen hatten wir die letzten Jahre echt oft Einträge im HA-Heft, dass er wieder dies und jenes vergessen hat. Die 3 in Ordnung geht auf jeden Fall auf das Konto von meinem Mann und mir. Weil wir es nicht schaffen uns genügend zu kümmern. Hausaufgaben fangen wir selten vor 19.30 Uhr an...vor dem Training sind wir noch nicht zu Hause und danach haben alle erst mal Abendbrotshunger. Wie ich das ab nächste Woche mit 2 Schulkindern und Arbeit schaffen soll, weiß ich echt nicht. Zumal auch noch mein Chef schon wieder für mehrere Wochen krankheitsbedingt ausfällt und ich ihn als Stellvertreter ersetzen muss :-( Eigentlich ist mein Outlook-Kalender auf Arbeit schon propenvoll. Nun kommen noch seine Termine dazu. Ich mag gar nicht daran denken, was mich noch alles für Botschaften nächste Woche auf Arbeit erwarten! Da wird mir ganz schlecht...Außerdem müssten wir alle mal wieder zur Vorsorge zum Zahnarzt, ich auch mal wieder zum FA, die Jungs müssten mal zum Friseur, die Steuer haben wir immer noch nicht abgegeben und und und...

    Gleichzeitig müsste ich mir vor allem für meine kleine Schulanfängertochter Zeit nehmen. Sie hat kein besonders gutes Lautgedächtnis. Schon sich den Namen der Lehrerin zu merken, findet sie schwierig. Wir bauen ihr Eselsbrücken damit sie es sich merkt. Aber dafür braucht man Zeit, die man mit dem Kind verbringt!! Woher soll ich die nehmen? Natürlich möchte der Jüngste auch mal beachtet werden, quengelt und möchte wenigstens mal vorgelesen bekommen oder mit uns ein Puzzle machen. Das klappt höchstens abends wenn ich es gegen 21.00 Uhr geschafft habe, dass sie wenigstens im Schlafanzug sind. Meist schlafe ich aber beim Vorlesen ein :-( Vor 21.15 Uhr schlafen die Kinder selten. Viel zu spät, denn sie müssen ja um 6.00 Uhr aufstehen, aber der Abend ist einfach zu kurz für all die Sachen, die da noch gemacht werden müssen.

    ...Ich mag nicht mehr arbeiten. Ich bekomme es alles nicht mehr auf die Reihe! Es ist mir zu viel. Die Tage sind entschieden zu kurz. Ich werde den Kindern nicht gerecht, dem Haushalt nicht, meinem Beruf nicht, der Baustelle nicht und schon gar nicht meinem Mann oder mir selbst.
    So, das tat richtig gut es mir alles mal von der Seele zu schreiben....Hat jemand eine Lösung parat? Ich sehe aus unserer Situation keinen Ausweg :-( Bin sooo traurig.
    Liebe Grüße
    Tamarie

    mit dem großen Jung (06/2003)
    der söten Deern (08/2005)
    und dem lütten Schietermatz (03/2008)

  2. #2
    DANI08 ist offline Legende

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    Standard Re: Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

    ganz blöde Frage......und was macht dein Mann?????????Arbeitet bei seinen Eltern für 500Euro im Monat?????also da würde ich erwarten, wenn ich quasi alleinverdienerin bin, dass er grötenteils den Job zuhause schmeisst und ab nachmittags für Kids und HAus da ist
    natürlich kannst du mit Vollzeitjob und 3 Kids und noch dem ganzen Haushalt längst nicht allen gerecht werden

    wir haben es andersum, Mann ist Hauptverdiener ich arbeite 35% und bin somit auch größtenteils für den Job hier zuhause zuständig, ihr solltet eure Rollenverteilung stark überdenken!!!!
    "Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus!"

    aller guten Dinge sind drei(05/08/11)

  3. #3
    freesie Gast

    Standard Re: Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

    Arbeitet dein Mann denn Vollzeit?
    Wenn ja: Warum???? Das ist dann ja die reine Ausnutzerei.

    Und wenn nein: Warum schmeißt er nicht den Haushalt?


    Ich verstehe das gerade nicht.

  4. #4
    granger35 ist offline old hand

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    Standard Re: Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

    Darf ich mal fragen, warum Dein Mann so wenig bei den Eltern verdient? Und falls er wenig Stunden arbeitet, müßte er doch Zeit für einige private Dinge und die Kinder haben? Gibt es irgendwie Möglichkeiten, noch Hilfen von aussen zu bekommen? Hast Du Dich mal nach einem anderen Job umgesehen und Dein Mann auch? Vielleicht könntet Ihr dann die Lasten besser verteilen? Daß Ihr nun schon gebaut habt, ist natürlich Pech, sonst hätte man da vielleicht noch ummodeln können. Könntest Du Dir notfalls eine Hilfe im Haushalt leisten, zumindest einmal die Woche oder so? Damit die Wochenenden nicht mit Haushalt und Co so vollgestopft sind? Sonst habe ich leider auch keine wirklich guten Ideen :-(
    Viele Grüße von Granger mit

    Profikicker (5/03)
    Bettgespenst (8/07)
    Frohnatur (3/11) und
    süßer Maus (4/13)


  5. #5
    Tamarie ist offline Stranger

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    Standard Re: Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

    Was macht mein Mann...das ist ein ganz heikles Thema bei uns und oft Streitgrund. Die Firma meiner Schwiegereltern arbeitet im "Niedriglohnsektor"...Gartenbau. Die Konkurrenzdruck ist riesig. Die Kunden sind auf billig aus und daher bleibt für die Löhne der 10 Mitarbeiter nicht viel übrig. Mein Mann hat tatsächlich auch nur eine halbe Stelle = 480 €....für 20 h...auf dem Papier. Die Wirklichkeit sieht oft anders aus :-( Und wenn er doch mal eher von Arbeit weg kann, hat er bei uns auf der Baustelle zu tun. Ist eben ländlich typisch auch etwas größer und es ist noch viel zu tun. Vor dem Winter muss unbedingt noch der Keller abgedichtet werden usw.
    Immerhin holt er den Kleinen ab und fährt die anderen zum Training. Er schafft es auch sie morgens fertig zu machen, wenn ich schon um 6.00 Uhr los muss...aber Haushalt...na ja ... da müsste ich ihn gewaltig anlernen...da ist er einfach zu sehr Bauer. Und wann sollte er es auch machen? Er hat immerzu draußen zu tun. Und da muss ich selbst zugeben, dass ich auch gern endlich mal einen eigenen Garten hätte anstelle von Lehmbergen und Matschpampe.
    Den Kleinen nimmt schon oft auch mit, mit dem Bagger oder Traktor. Den Großen fährt er zum Sport. Ich hole ihn dann auf dem heimweg oft ab.
    Im Prinzip könnte mein Mann mit seinem Hochschulabschluss auch woanders arbeiten und locker das 5fache verdienen. (Und das ist oft unser Streitpunkt) Aber die Eltern haben ihm das Studium bezahlt, er hängt an der Firma ...wie das eben so ist. Schwiegereltern sind aber auch erst Mitte 50 so dass er noch lange nicht das Ruder übernehmen wird. Nächstes WE fahren sie übrigens für eine Woche in den Urlaub. Mein Mann muss dann praktisch, nicht finanziell, voll arbeiten.... und ich...muss sehen wie ich irgendwie meine aufgebauten Überstunden nehmen kann um es wenigstens bis 17.00 Uhr zur Kita zu schaffen... hoffentlich komme ich rechtzeitig von Arbeit weg...wenigstens konnte ich eine Dienstreise für Ende nächster Woche absagen.

    Ihm den Haushalt übertragen das wird nix. Seine Antwort ist dann auch immer "na fein, dann geh du doch raus ausschachten". Wir können nicht hundertprozentig die Rollen tauschen.
    Liebe Grüße
    Tamarie

    mit dem großen Jung (06/2003)
    der söten Deern (08/2005)
    und dem lütten Schietermatz (03/2008)

  6. #6
    Tamarie ist offline Stranger

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    Standard Re: Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

    Eine Haushaltshilfe hatte ich schon mal in der alten Wohnung. Sie kam alle 14 Tage Donnerstags für 3,5 h und gesaugt, gewischt und das Bad geputzt. Nach dem Umzug konnte sie aber nicht bei uns weitermachen, da sie kein Auto hat und die Busverbindung zu uns ziemlich rar ist. Aus mehreren Gründen habe ich bis jetzt keine neue Haushaltshilfe:

    - Es ist ganz schwer jemanden zu finden, dem man vertraut. Sie geht ja nun mal dann ins Haus wenn keiner da ist.

    - Ich fand es enorm anstrengend Mittwoch abends noch alles was so üblicherweise herumliegt: Kinderspielzeug (natürlich mit den Kindern zusammen...dauert ja dann noch länger), Klamotten, Zettelkram, Kekspapier, Hausschuhe, halbfertige Puzzle, von draußen mit gebrachte Steine und Stöckchen usw wegzuräumen...denn sie kann ja nicht für mich aufräumen, sie weiß ja nicht wo der Kram hingehört.

    - Ich fand die Zeitersparnis nicht so groß. Das Aufräumen dauert immer viel länger, gesaugt und gewischt ist dann schnell.

    Den Hausbau aufgeben, das wäre für meinem Mann und mich auch super schlimm! Wir haben seit 2004 sehr viel Zeit, Kraft und Liebe in dieses Grundstück gesteckt und hängen beide sehr daran. Wir sind so froh hier zu wohnen! Wenn ich mich hier so umsehe oder aus dem Fenster schaue, bin ich mir sicher, dass es für uns das richtige Stück Land und das perfekte Haus ist. Die Kinder haben viel Platz und viel frische Luft, keine gefährlichen Straßen und trotzdem einige Freunde im Dorf. Es ist dicht zur Firma, wo oft am Wochenende noch der eine oder andere Rasenmäher, Heckenschere, Multicar usw. von meinem Mann repariert werden muss. Früher musste er dazu immer 20 min mit dem Auto fahren, jetzt fährt er 2 min mit dem Fahrrad in die firmeneigene Werkstatt.
    Liebe Grüße
    Tamarie

    mit dem großen Jung (06/2003)
    der söten Deern (08/2005)
    und dem lütten Schietermatz (03/2008)

  7. #7
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)

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    Standard Re: Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

    Sorry, aber das ist der Grund eures Problems. DU und die Kinder badet aus, dass er gegenüber seinen Eltern zu wenig Rückgrat zeigt.

    Darüber hinaus: ich kann BESTENS verstehen, dass du das nicht mehr willst. Mir ging es so ähnlich. Ich war nur noch Feuerwehr. Wenigstens haben mein Mann und ich in der Zeit in wenig Geld zurücklegen können, aber auf Dauer war das nichts. Nun bin ich zum ersten Mal voll daheim, bin mir noch nicht sicher, ob das was für mich ist, aber entspannter ist es ganz sicher. Meine Großen sind auch noch nicht besonders organisiert, da muss ich viel hinterher sein.
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  8. #8
    sarojo ist offline wieder zurück

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    Standard Re: Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

    Ich denke, das Wichtigste ist, dass dein Mann für sich klärt, wie er zu dem elterlichen Betrieb und zu seiner Familie steht.

    Sicher geht irgendwie beides zusammen, aber bei Euch bzw. bei deinem Mann scheint eine Neuaufstellung notwendig. Das heißt dann u.U. auch, dass man den Konflikt mit den eigenen Eltern sucht und zusammen schaut, ob es eine andere Lösung für die Arbeitsteilung gibt, oder ob eine Trennung besser wäre.

    Wir leben auch sehr ländlich und gemeinsam mit meinen SE zusammen, das gemeinsame Arbeiten steht erst noch am Anfang. Aber wir versuchen immer wieder im Diskurs Lösungen zu finden, mit denen wir alle gut leben können und die Arbeit auf allen Schultern gleichermaßen verteilt wird.

  9. #9
    Avatar von Rabenkopf
    Rabenkopf ist offline Almdudler

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    Standard Re: Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

    Sorry, aber ich denke genau da liegt des Pudels Kern...
    WENN Dein Mann wirklich nur 500€ pro Monat bekommt, dann darf er auch nicht mehr als MAXIMALST 10 STunden pro Woche arbeiten. Und selbst dann wäre es noch ein Hungerlohn, wenn Dein Mann tatsächlich studiert hat.
    ich glaube das ist ein Ding zwischen seinen Eltern und Euch. Klar, sie haben das Studium finanziert... Aber erstens ist das in Deutschland fast üblich und zweitens hat er seine "Schulden" sicher eh schon LOCKER zurückgezahlt. Das soll er mal durchrechnen und dabei ein normales Akademikergehalt für sich annehmen. Jedenfalls kann das kein Grund sein, sich "versklaven" zu lassen. (Das sit ein Stundenlohn von unter 6 Euro!!! da bekommt mein Nachbarsmädchen beim Babysitten mehr!!!) Ihr habt nur dieses eine Leben - und das mit Arbeit zu verschwenden - noch dazu so schlecht bezahlte - WENN es auch anders geht ist schade!
    Da verstehe ich Deinen Frust sehr, sehr gut.

    Wenn Du voll verdienst, dann muss ER die Familie und den Haushalt schmeißen. Auf 400€-Basis findet er vielleicht sogar einen 5-Stunden die Woche Job irgendwo. Dann fehlt Euch kein Geld und er hat ZEIT.

    Oder Ihr organisiert völlig um: Er voll Du Teilzeit. Oder beide Teilzeit.. oder...

    Aber ich denke ändern müsst Ihr was. Erstens bist Du kreuzunglücklich, zweitens scheint es für die Kinder auch nicht toll zu sein drittens wird Dein Mann ausgebeutet und das tut auf Dauer ihm nicht gut, aber auch für seine Beziehung zu seinen Eltern und den ganzen Familienfrieden ist das nichts...

    Weißt Du wenn jemand seine Kinder BEWUSST bis spät in der Betreuung hat, weil einfach beide Eltern total gerne arbeiten und auch entsprechend Kohle heimbringen, dann ist das ja in Ordnung.
    Aber so wie es bei Euch jetzt ist, habt Ihr nur Nachteile: Ihr seht Eure Kinder nicht, mögt die Arbeit nicht sonderlich und Geld kommt trotzdem keins bei rum...
    Geändert von Rabenkopf (05.09.2012 um 15:12 Uhr)
    LG Rabenkopf


    mit Tochter *2005 und Sohn *2007 und Tochter *2009 und Sohn *2012

  10. #10
    Avatar von Rabenkopf
    Rabenkopf ist offline Almdudler

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    Standard Re: Mag nicht mehr arbeiten gehen... kann das jemand verstehen?

    ..
    Zitat Zitat von Tamarie Beitrag anzeigen
    Was macht mein Mann...das ist ein ganz heikles Thema bei uns und oft Streitgrund. Die Firma meiner Schwiegereltern arbeitet im "Niedriglohnsektor"...Gartenbau. Die Konkurrenzdruck ist riesig. Die Kunden sind auf billig aus und daher bleibt für die Löhne der 10 Mitarbeiter nicht viel übrig. Mein Mann hat tatsächlich auch nur eine halbe Stelle = 480 €....für 20 h...auf dem Papier. Die Wirklichkeit sieht oft anders aus :-( Und wenn er doch mal eher von Arbeit weg kann, hat er bei uns auf der Baustelle zu tun. Ist eben ländlich typisch auch etwas größer und es ist noch viel zu tun. Vor dem Winter muss unbedingt noch der Keller abgedichtet werden usw.
    Immerhin holt er den Kleinen ab und fährt die anderen zum Training. Er schafft es auch sie morgens fertig zu machen, wenn ich schon um 6.00 Uhr los muss...aber Haushalt...na ja ... da müsste ich ihn gewaltig anlernen...da ist er einfach zu sehr Bauer. Und wann sollte er es auch machen? Er hat immerzu draußen zu tun. Und da muss ich selbst zugeben, dass ich auch gern endlich mal einen eigenen Garten hätte anstelle von Lehmbergen und Matschpampe.
    Den Kleinen nimmt schon oft auch mit, mit dem Bagger oder Traktor. Den Großen fährt er zum Sport. Ich hole ihn dann auf dem heimweg oft ab.
    Im Prinzip könnte mein Mann mit seinem Hochschulabschluss auch woanders arbeiten und locker das 5fache verdienen. (Und das ist oft unser Streitpunkt) Aber die Eltern haben ihm das Studium bezahlt, er hängt an der Firma ...wie das eben so ist. Schwiegereltern sind aber auch erst Mitte 50 so dass er noch lange nicht das Ruder übernehmen wird. Nächstes WE fahren sie übrigens für eine Woche in den Urlaub. Mein Mann muss dann praktisch, nicht finanziell, voll arbeiten.... und ich...muss sehen wie ich irgendwie meine aufgebauten Überstunden nehmen kann um es wenigstens bis 17.00 Uhr zur Kita zu schaffen... hoffentlich komme ich rechtzeitig von Arbeit weg...wenigstens konnte ich eine Dienstreise für Ende nächster Woche absagen.

    Ihm den Haushalt übertragen das wird nix. Seine Antwort ist dann auch immer "na fein, dann geh du doch raus ausschachten". Wir können nicht hundertprozentig die Rollen tauschen.
    Sorry, aber ich denke genau da liegt des Pudels Kern...
    WENN Dein Mann wirklich nur 500€ pro Monat bekommt, dann darf er auch nicht mehr als MAXIMALST 10 STunden pro Woche arbeiten. Und selbst dann wäre es noch ein Hungerlohn, wenn Dein Mann tatsächlich studiert hat.
    ich glaube das ist ein Ding zwischen seinen Eltern und Euch. Klar, sie haben das Studium finanziert... Aber erstens ist das in Deutschland fast üblich und zweitens hat er seine "Schulden" sicher eh schon LOCKER zurückgezahlt. Das soll er mal durchrechnen und dabei ein normales Akademikergehalt für sich annehmen. Jedenfalls kann das kein Grund sein, sich "versklaven" zu lassen. (Das sit ein Stundenlohn von unter 6 Euro!!! da bekommt mein Nachbarsmädchen beim Babysitten mehr!!!) Ihr habt nur dieses eine Leben - und das mit Arbeit zu verschwenden - noch dazu so schlecht bezahlte - WENN es auch anders geht ist schade!
    Da verstehe ich Deinen Frust sehr, sehr gut.

    Wenn Du voll verdienst, dann muss ER die Familie und den Haushalt schmeißen. Auf 400€-Basis findet er vielleicht sogar einen 5-Stunden die Woche Job irgendwo. Dann fehlt Euch kein Geld und er hat ZEIT.

    Oder Ihr organisiert völlig um: Er voll Du Teilzeit. Oder beide Teilzeit.. oder...

    Aber ich denke ändern müsst Ihr was. Erstens bist Du kreuzunglücklich, zweitens scheint es für die Kinder auch nicht toll zu sein drittens wird Dein Mann ausgebeutet und das tut auf Dauer ihm nicht gut, aber auch für seine Beziehung zu seinen Eltern und den ganzen Familienfrieden ist das nichts...

    Weißt Du wenn jemand seine Kinder BEWUSST bis spät in der Betreuung hat, weil einfach beide Eltern total gerne arbeiten und auch entsprechend Kohle heimbringen, dann ist das ja in Ordnung.
    Aber so wie es bei Euch jetzt ist, habt Ihr nur Nachteile: Ihr seht Eure Kinder nicht, mögt die Arbeit nicht sonderlich und Geld kommt trotzdem keins bei rum...
    freesie und Wusa gefällt dies.
    LG Rabenkopf


    mit Tochter *2005 und Sohn *2007 und Tochter *2009 und Sohn *2012

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