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Thema: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

  1. #301
    henni88 Gast

    Standard Re: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Dieser Thread ist aus 2010!
    Und immer noch aktuell

    Höre übrigens von den wenigsten faulenzenden Hausfrauen, dass Fremdbetreuung einem Kind schaden würden.
    Die Frauen, die in meiner Umgebung nicht oder TZ arbeiten, tuen es aus reinem Egoismus und reiner Faulheit.

    Oder, weil sie nicht so ideologisch verblendet sind, ihre Erfüllung nicht nur im lobenden "super gemacht" vom AG sehen und keine Lust haben, ihr Geld in die Hosen einiger weniger Wirtschaftsbosse zu pumpen, damit sie als "wertvolle" Menschen darstehen.
    Leider ist es so, und fiel mir hier immer wieder auf, dass der Wert eines Menschens oft von seinem Gehalt abhängig gemacht wird.
    Und eine Frau, die eben nur TZ arbeiten WILL, weil ihre Prioritäten schlicht anders liegen, ist dementsprechend weniger wert.

    Vieles liegt einfach daran, wie man aufgewachsen ist.
    In Osten scheint das "nur ein erwerbstätiger Mensch ist ein guter Mensch" weiterhin sehr in den Menschen verwurzelt zu sein und im Westen gibt es viele, die von der neoliberalen Wirtschaftspolitik geblendet sind.
    Allein das Wort "verdienen" hats doch schon in sich.
    Das ist provokativ formuliert, ich weiß, aber es kotzt mich einfach an, dass ein Menschen, der:
    3-4 Kinder zuhause hat, einen Hof, seine Oma pflegt und sich ehrenamtlich für sozial Schwächere einsetzt eben als "arbeitet nicht und ist deswegen faul und wertlos" angesehen wird, nur weil es keine Erwerbsarbeit ist.

    Meine Mutter war Hausfrau. Als Kleinkind fand ich es toll. Später... naja, ich will später nicht "nur" Hausfrau sein, allein schon den Kindern zuliebe
    Ich sehe, dass sie mit 4 Kindern EXTREM viel gearbeitet hat (soviel zum Thema faule Hausfrauen), ich als ADHS-Kind, 2 von 4 Kinder hochbegabt. Solche Kinder stellen harte Ansprüche.
    Für meine Mutter wäre es mit Sicherheit chilliger gewesen, wenn sie gearbeitet hätte und jemand anders die Verantwortung für die Erziehung übernommen hätte (wir reden ja von Vollzeit, also 10+h Fremdbetreuung/Tag).
    Und für sie wäre es generell besser gewesen, fürs Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit.

    Kindern schadet Fremdbetreuung nicht. Zumindest ab dem 2. Lj nicht. Davor sehe ich es kritisch, bzw. eben sehr abhängig von der Art und Beständigkeit der Betreuungsform.
    Ein Kindermädchen, dass auch die Jahre danach noch anwesend ist, schadet mit Sicherheit nicht.
    Aber muss man sich auch leisten können, das ist wohl der Punkt.

    Was mir hier auffällt, ist, dass die Frauen, die hier freiwillig(!) Vollzeit arbeiten, oft besonders verständnislos reagieren auf Mütter, die Zeit mit der Familie verbringen wollen.
    So Sprüche wie "ich habe vor der Geburt voll gearbeitet, warum dann nicht auch danach?" sind schon traurig.
    Ich kenne einige Mütter, die vor der Geburt FEST davon überzeugt waren, nach 6 Monaten wieder voll arbeiten zu gehen, weil sie eine spannende Stelle in Aussicht hatten.
    Das Kind war da, die Hormonlage hat sich geändert, Frau wurde mit Gefühlen überrannt, die sie sich vorher nicht im entferntesten ausmalen konnte und schupps, hieß es dann "hm... eigentlich will ich doch viel lieber Zeit mit meinem Kind verbringen". Also doch nur TZ
    Ist kein Einzelfall, haben auch extremere Fälle, von Frauen die schon alles für die Karriere vorbereitet haben, TM war organisiert, alles war klar, Kind kam und Frau wurde Hausfrau.

    Bei mir in der Familie ist die Familie selbst immer als das Wichtigste angesehen worden.
    Mein Vater hat alles dafür getan, möglichst viel Zeit mit uns verbringen zu können.
    Zudem bin ich sehr gesellschaftskritisch aufgewachsen. Quasi "höre nicht auf das, was andere sagen, tue das, was dein Herz dir befiehlt."
    Mein Partner und ich sind mit der Kinderplanung dran und wenns glatt läuft, arbeiten wir später beide Teilzeit.
    Haben beide eine sicheres Studium absolviert, aber auch beide die Einstellung, dass die Zeit mit der Familie wichtiger ist, als die Zeit mit dem Chef.
    DAS ist Einstellungssache und ist eben das, was ich mit Vorprägung meine.
    Bei mir stand Familie immer ganz oben, bei anderen ist eben der berufliche Erfolg glücksbringender.

    Wenn das so ist, sollte man auch Vollzeit arbeiten gehen.
    Den Kindern schadet es nicht, es ist eben nur krass, wie hier über TZ-Mütter und Hausfrauen abgezogen wurde (ersten 10 Seiten, danach hatte ich keine Lust mehr)...

  2. #302
    choernch ist offline Mama hat immer Recht

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    Standard Re: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

    Hallo!

    Also bei uns arbeiten beide Eltern vollzeit - ich bin selbständig und 40 Stunden reichen wirklich nicht ...

    Unsere Kinder gehe jeweils seit sie 14 Monate alt sind in den Kindergarten. Ich bringe sie gegen 7.30 Uhr hin und mein Mann holt sie gegen 16.30 Uhr ab.

    Funktioniert prima - sonst wäre Nr. 3 nicht unterwegs.

    Sicherlich gibt es Situationen, in denen ich auch lieber zu Hause wäre. Dies sind nicht nur Tage, in denen es im Büro drunter und drüber geht, sondern vor allem, wenn z.B. ein Kind mal keine Lust hat - das kommt natürlich aus mal vor. Wer hat auch schon immer Lust auf seinen Job ...

    Unsere Familie ist gut organisiert - aber zugegebenenmaßen leidet gelegentlich der Haushalt. Nun ist mein Hausfrauen-Gen ohnehin nur minder ausgeprägt, aber es hapert hat manchmal schon. Der Haushalt wird halt erst erledigt, wenn die Kindern im Bett sind - schließlich nehme ich mir nach der Arbeit wirklich Zeit für sie. Und weil der Haushalt eben an der 2. Stelle steht, kann schon mal ein Berg Bügelwäsche liegen oder aber der Küchenboden nicht gewischt sein oder die Fenster nicht geputzt sein. Sicherlich würde manche Super-Hausfrau bei uns eine echte Kriese bekommen - was soll´s ... wir müssen nicht unter dem Tisch essen können, wir haben oben auf dem Tisch noch Platz ...


    Die Entscheidung muss jedoch jeder selbst treffen. Unsere Kinder leiden keinesfalls, sondern werden - so meine Ansicht - im Kindergarten gut gefördert. Sie wachsen mit Gleichaltrigen auf und lernen sich auch in einer Gruppe zu integrieren.

    Ich selbst war Kindergartenkind und meine Eltern habe beide vollzeit gearbeitet. Ich kenne es nicht anders und könnte mir ein Leben als Hausfrau nicht vorstellen.
    bandora78 und Jottum gefällt dies.

  3. #303
    JudyHopps Gast

    Standard Re: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

    Ich werde nach der Elternzeit auch wieder mit 41 Stunden anfangen. Da ich im Schichtdienst arbeite, lohnt sich eine Reduzierung nicht wirklich. Wir wollen es schaffen, den Kleinen möglichst viel durch uns zu betreuen, sprich, ich will mir viele Frühdienst einplanen, um den Lütten um halb zwei abholen zu können.

    Wir haben hier auch noch zwei engagierte Omas in der "Hinterhand". Und jedes Mal, wenn ich mir wieder ne Birne mache, muss ich nur meinen Mann dazu fragen. Sein verwunderter Blick reicht mir aus, um zu wissen, dass dieses ganze Trara klassisch weiblich ist (natürlich gesellschaftlich "anerzogen") und sich kaum ein Mann diese Gedanken macht.

  4. #304
    malsi ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

    Wenn es denn mit 40 Stunden getan ist und die Arbeitszeit berechenbar ist.

    Leider bedeuten Vollzeutjobs häufig 50 Stunden plus x.Und das halte ich mit Kindern unter 10 für schwierig. Ich arbeite deshalb auf dem Papier 80%, um extreme Belastung abzufangen.

    Wenn ich eine harte Woche habe, mit mehr als 10 Stunden jeden Tag, werde ich meinen Kindern nicht mehr gerecht, dann bin ich einfach abends fertig und will meine Ruhe.

    Deshalb kommt für mich erst mal "Vollzeit" nicht in Frage.

  5. #305
    Avatar von Murksi
    Murksi ist offline Poweruser

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    Standard Re: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

    Hallo, weißt Du jeder muss seinen eigenen Weg finden. Ich war nach der Elternzeit immer voll arbeiten. Meine große war im Ganztagskiga. Das hat ihr nicht gut getan. Lag aber eher am Kiga und das es ihr zu viel war. Das hing aber moit ihren Charakter zusammen. Bei Nr. 2 und Nr. 3 haben wir dann auch nur einen Halbtags (8-15 Uhr) KIga Platz genommen, dann mein Mann am Nachmnittag die Kinder betreut. Da er auch viel von zu Hause arbeiten konnte ging es.
    Ich muss sagen, mir hat es nicht gut getan. Ich habe die Zeit mit meinen Kindern sehr vermisst auf Arbeit. Beim nächsten würde ich versuchen erastmal nur Halbtags zu arbeiten.
    Wo mein 2. Kind auf die Welt kam und ich meiner damals besten Freundin (ihre Tochter, 1. Kind war 4 Monate älter als meine Nr. 2), sagte, dass er mit 12 Monatebn in den Kiga Halbtags geht, hat diese mir die übelsten Vorwürfe gemacht, was ich meinem Kind antäte. Er würde nie normal werden, ich würde ihn durch den Kigga einen Schaden für´s Leben antun und alles nur um meine egoistischen Wünschen nachzukommen. Ich hätte lieber keine Kinder bekommen sollen. Nun ja ich habe es ihr gar nicht so übel genommen, da ich mir sicher bin, dass sie bald merken wpürde, was für ein Schwachsinn, sie ihrer Hebamme nachplappert. Sie hat den Kontakt zu mir abgebrochen mit der Begründung mit sowas könne sie kein KOntakt mehr halten. Heute (6 Jahre her) wäre es ihr glaube ich zu peinlich zu zugeben das sie sich so blöd benommen hat. Ich habe nie wieder von ihr gehört.
    Meine liebste Bino Tixe
    Planie Bino Diamondgirl
    Meine April Bino 2009: Mariesolveigh

  6. #306
    stella273 ist offline Stranger

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    Standard Re: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

    Hallo.zur Zeit bin ich zwar noch nicht schwanger, aber mein Partner und ich haben auch schon über das Thema gesprochen. Ich arbeite zur Zeit nachts, er von 6-15.30. Wenn würde ich sich3r auch wieder in den Dienst wechseln können, hätte dann drei schichten. Sicher werden viele dann sagen, ich soll zuhause bleiben. Aber mir ist mein job sehr wichtig, außerdem würde ohne mein Geld auch Geld im Alltag fehlen. Also werden wir auch im Schichtdienst für unser Kind Dasein müssen. Ich morgens, er nachmittags und wenn ich nachts weg bin auch mein Freund.
    Gut, seine Eltern wohnen direkt nebenan, den Luxus hat nicht jeder.
    Aber warum werde ich, wenn ich äußere, dass ich nicht zuhause bleibe, immer schief angesehen?
    Rabenmutter oder ähnliches ist doch wohl aus dem letzten Jahrhundert.
    Klar möchte man Zeit mit seinem Kind haben aber gerade heute ist es doch wichtig, weiter arbeiten zu
    gehen.
    Gut, ich habe noch keine Kinder aber ich finde es durchaus ok, als Mutter arbeiten zu gehen, auch Vollzeit!

  7. #307
    igeline ist offline Stranger

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    Standard Re: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

    Ich bin im Osten aufgewachsen und da war es üblich, dass man spätestens nach einem Jahr in die Krippe kam. Mir hat es damals nicht geschadet. Im Gegenteil, ich finde, es hat mir sehr viel gebracht. Meine Mutter als Vollzeit-Angestellte in meiner Kindheit war mir sogar ein so ein gutes Rollenvorbild, dass ich nun selber diesen Weg gegangen bin. Ich bin nach 8 Wochen wieder mit 8h eingestiegen und nach einem Jahr auf Vollzeit. Die 8h würde ich nicht nochmal machen, da ich einfach unterschätzt hatte, wieviel Schlaf man doch braucht neben der Baby-Betreuung. Die 40h aber jederzeit wieder. Denn ich war am Ende der Elternzeit ziemlich genervt von den sehr eingeschränkten Gesprächsthemen: Windeln, Krankheiten und DaDaDa. Nun bin ich wesentlich ausgeglichener und kann nachmittags auch entspannt mit meinem Kind in einer für ihn angebrachten Sprache reden ohne meine eigenen geistigen Fähigkeiten ganztags darauf einzuschränken.

    Übrigens: Eine wirksame Therapie gegen das ewige Hin und Her, ob Hausfrau oder Berufstätige mehr zu tun haben ist übrigens die Elternzeit des Partners. In der eigenen Elternzeit ist man genervt, dass der Partner von der ach so ruhigen Arbeit nach Hause kommt und keinen Finger mehr krumm macht. Man selbst ist den ganzen Tag zu nichts gekommen, weil der Nachwuchs die ganze Zeit beansprucht hat. In der Elternzeit des Partners ist man nach einem 8h-Tag auf Arbeit völlig ausgelaugt und angenervt, dass zu Hause noch kein Schlag Hausarbeit erledigt ist. Wenn beide dann wieder arbeiten, fällt plötzlich auch einfach viel weniger Hausarbeit an. Schliesslich wird mittags nicht warm gegessen zu Hause, es werden tagsüber keine Zimmer verwüstet, ...

  8. #308
    mamabell ist offline Member

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    Standard Re: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

    Solche Diskussionen wie diese hier sind mit ein Grund, warum es in Deutschland so wenig Kinder gibt. Jeder hackt auf dem anderen rum. Ich denke, von beiden Seiten ist Neid und Missgunst der vorherrschende Grund, andere Mütter schlecht zu machen. Es gibt so viele unterschiedliche Mütter wie es unterschiedliche Frauen gibt, ist doch klar, dass jede andere Vorstellungen und Pläne hat. Ganz abgesehen von den wirtschaftlichen Verhältnissen. Solange die Partner sich einig sind, soll doch jeder das Modell finden, das zu ihm passt.

    In meinem Umfeld gibt es von Müttern mit Vollzeit-Berufstätigkeit bis hin zu Vollzeit-Mamas alles. Wobei schon der überwiegende Teil Teilzeit arbeitet. Mich selbst nervt der Begriff "Teilzeitfalle" unsäglich, denn so gut wie alle teilzeitarbeitenden Mütter, die ich kenne, könnten zwar, wollen aber nicht mehr als 20-25 Stunden arbeiten. Viele sehen eben die Zeit, in der die Kinder klein sind, als Zeit an, auch beruflich mal kürzer treten zu können. Nicht nur der Kinder wegen, auch für sich selbst.

    Ich war sage und schreibe acht Jahre Vollzeitmama und habe diese Zeit sehr genossen. Mit ist so was von wurscht, was andere Leute davon halten. Und was sie davon halten, wurde mir mehrfach unter die Nase gerieben, unter anderem in Form von "mir würde da ja die Decke auf den Kopf fallen" (was für mich so viel heisst wie: du scheinst ja wenig Anspruch an deinen Intellekt zu stellen). Ich habe nie versucht, mein Zuhausebleiben zu rechtfertigen, vor wem denn auch? Ich stand 100 % dahinter. Ja, mir ist klar, dass ich in dieser Zeit wirtschaftlich von meinem Mann abhängig war. Dafür hat er vor der Familienzeit jahrelang studiert und ich habe das Haupteinkommen verdient. Nun gehe ich seit kurzem wieder 20 Stunden arbeiten; nachdem meine Tochter drei Jahre alt war, war für mich die Zeit gekommen, in der es für mich wieder mehr um den Beruf geht. Und siehe da, auch nach acht Jahren vollkommener Abstinenz, ohne Kontakte zu halten, konnte ich wieder in meinem alten Büro anfangen.

    Allerdings gebe ich zu, dass ich auch nicht immer frei von Vorteilen bin. Zwei Sätze von voll berufstätigen Müttern bringen mich regelmäßig auf die Palme. Zum einen: "die Zeit, die ich mit meinem Kind verbringe, ist dafür umso intensiver". Warum? Warum ist diese Zeit intensiver, als die Zeit, die ich als Vollzeitmutter mit meinen Kindern verbringe? Zum anderen: "in der Krippe wird mein Kind viel besser gefördert als zuhause". Ja, was denken denn diese Mütter, was mit so kleinen Kindern in der Krippe gemacht wird? Neben füttern, schlafen legen, wickeln und trösten ist das "Förderprogramm" doch recht überschaubar. Wohlgemerkt rede ich hier von kleinen Kindern von ca. 6 Monaten - 1,5 Jahren. Für mich sind diese beiden Sätze, die ich oft höre, schon ein bisschen Ausflüchte und Rechtfertigungen. Warum fällt es so vielen schwer zu sagen: Ich gehe arbeiten, weil ich es will. Ist doch gar nichts auszusetzen dran.







  9. #309
    Avatar von zesco
    zesco ist offline immer im Stress ;-)

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    Standard Re: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

    Zitat Zitat von mamabell Beitrag anzeigen
    Allerdings gebe ich zu, dass ich auch nicht immer frei von Vorteilen bin. Zwei Sätze von voll berufstätigen Müttern bringen mich regelmäßig auf die Palme. Zum einen: "die Zeit, die ich mit meinem Kind verbringe, ist dafür umso intensiver". Warum? Warum ist diese Zeit intensiver, als die Zeit, die ich als Vollzeitmutter mit meinen Kindern verbringe? Zum anderen: "in der Krippe wird mein Kind viel besser gefördert als zuhause". Ja, was denken denn diese Mütter, was mit so kleinen Kindern in der Krippe gemacht wird? Neben füttern, schlafen legen, wickeln und trösten ist das "Förderprogramm" doch recht überschaubar. Wohlgemerkt rede ich hier von kleinen Kindern von ca. 6 Monaten - 1,5 Jahren. Für mich sind diese beiden Sätze, die ich oft höre, schon ein bisschen Ausflüchte und Rechtfertigungen. Warum fällt es so vielen schwer zu sagen: Ich gehe arbeiten, weil ich es will. Ist doch gar nichts auszusetzen dran.
    Ich vertrete grundsätzlich Deine Meinung und finde, dass jeder sein Leben nach seinen Wünschen gestalten sollte. Keinem Kind bringt eine Mutter etwas, die arbeiten geht, weil sie es finanziell muss, obwohl ihr dabei das Herz blutet. Aber genauso wenig kann ein Kind von einer Mutter profitieren, die in der Elternzeit nur genervt ist und sich von der "Außenwelt" isoliert fühlt, weil sich alles nur noch um das Kind dreht. Solange sich beide dabei wohl fühlen, sollte es egal sein, wie man die ersten Jahre ausgestaltet.
    Und ich denke, was wir alle, die Kinder bekommen haben lernen mussten, ist das andere Menschen (speziell andere Mütter - egal welchen Alters) grundsätzlich das Bedürfnis zu haben scheinen, die eigenen Erziehungsmethoden zu kommentieren. Aber wir haben eigentlich auch alle gelernt das zu ignorieren und unseren eigenen Weg zu gehen

    Ich möchte aber gern versuchen zu erklären, warum berufstätige Mütter (wie ich auch eine bin) immer sagen, dass "die Zeit mit den Kindern, dann intensiver ist" und "dass die Kinder in der Krippe besser gefördert werden".
    Ich glaube Du hast diese Aussage grundsätzlich falsch verstanden. ICH erlebe die Zeit mit meinem Kind intensiver, seit ich wieder arbeiten im Vergleich zu der Zeit als ICH zu Hause war. Das hat einfach damit zu tun, dass MIR wirklich die Decke auf den Kopf fiel. Ich war mit der Situation unzufrieden. Wahrscheinlich auch, weil ich so egoistisch bin und mich nicht nur über das Muttersein definiere und in der dieser Rolle allein auch einfach nicht aufgehen kann. Das heißt aber weder, dass ich mein Kind nicht liebe, noch heißt es, dass ich denke, dass Vollblut-Muttis "schlechter" oder anspruchsloser sind. Es heißt einfach nur, dass das alleinige Muttersein nicht meinem Lebensentwurf entspricht. Deshalb war ich zu Haus nicht ausgeglichen und manchmal unnötig gereizt und deshalb erlebe ich die Zeit mit meinem Kind, jetzt wo ich wieder arbeiter, wesentlich intensiver und auch erfüllender.

    Ich denke schon, dass die Kinder in der Krippe mehr gefördert werden, als ICH es zu Hause könnte. Bei uns gibt es Videotage im Kiga und einen digitalen Bilderrahmen, wo die Eltern immer sehen was gemacht wurde. Und ich weiß, dass ICH das zu Hause nicht leisten könnte, was die bei uns machen. Das hat wiederum sicherlich auch was damit zu tun, dass ich wie gesagt gar nicht die Affinität dafür hätte. Das heißt aber nicht, dass ich es einer anderen Mutti abspreche, dass sie zu Hause wesentlich mehr leistet, als ich je könnte.
    Aber genau aus diesem Grund erziehen die einen Mütter ihre Kinder zu Hause und andere geben sie in die Krippe - weil jede Mutter den aus Ihrer Sicht besten Weg für sich und ihr Kind wählt.
    Was tatsächlich "besser" für das einzelne Kind ist, kann keiner sagen und sollte sich auch niemand anmaßen. Es ist eine rein subjektive Einschätzung, die ausser den Beteiligten niemand anderem zusteht.
    putzipoo, bandora78 und Clauderl gefällt dies.

  10. #310
    rwkmc ist offline Gesperrt

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    Standard Re: Vollzeitarbeitende (40 Std) Mutter wirklich so ungewöhnlich

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