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  1. #1
    Waldine ist offline Stranger

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    Standard Nach 2 Jahren Elternzeit ziemlich ernüchtert...

    Hallo Zusammen,
    Nach 2 Jahren Elternzeit musste ich heute wieder einmal ernüchtert feststellen, dass unser Land eine Mogelpackung ist.
    Ich war bis zu meinem Mutterschutz als Medizinischer Außendienst unterwegs und habe wirklich sehr gut verdient. Das Unternehmen lies nicht zu meinen Job halbtags zu machen und einige Umstrukturierungen führten ebenfalls dazu dass ich mich in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Unternehmen trenne. In meiner Gutgläubigkeit denke ich natürlich dass ich falls ich nicht gleich einen vergleichbaren Job finde nach 2 Jahren Elterngeld Anspruch auf Arbeitslosengeld habe. Ja, habe ich. Allerdings wird dieses "fiktiv" bemessen, bzw. berechnet. Dass heisst, ich habe vor der Geburt meines Kindes jedes Jahr für schlappe 55,000 € per Anno brav meine Arbeitslosenversicherung berappt und werde jetzt unter einer Stufe 3 (weil ich ja wenigstens eine Ausbildung absolviert habe) eingestuft. Mein von mir errechnetes Arbeitslosengeld (1.100 €) schrumpfte also auf 612€. Die schrumpfen auch noch einmal weil ich mir auch noch herausnehme nur 32,5 Stunden zu arbeiten, weil ich noch ein bischen Einfluss auf meinen Sohn nehmen möchte.
    Eigentlich.
    Denn uneigentlich sieht es so aus, dass ich mir wohl wieder einen Vollzeitjob im Vertrieb suchen muss, damit wir "satt" werden, denn Teilzeit gibt es in dem Bereich wohl kaum.
    Und nun?
    Nur der Gedanke, meinen Sohn Vollzeit in die Krippe zu geben macht mich traurig, denn realistisch ist doch dann auch, dass nach dem Abholen des Kindes immer noch der Haushalt wartet und das Kind letzten Endes doch zu kurz kommt oder?
    Wie macht Ihr es und welche Erfahrungen habt ihr gemacht, vielleicht hat jemand auch noch den einen oder anderen Tipp für mich?

  2. #2
    cosima ist offline Urgestein

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    Standard Re: Nach 2 Jahren Elternzeit ziemlich ernüchtert...

    Ähm, Du machst Dir nach zwei Jahren Elternzeit erstmals Gedanken wie es beruflich und finanziell weitergeht?
    Aber schuld sind selbstverständlich die anderen? Nunja...

    Wenn Du alleinerziehend bist bleiben Dir ohne Ersparnisse, Lottogewinn oder einen Kindsvater der sehr viel zahlt nicht viele Möglichkeiten. Eine davon ist Arbeit.

    Das Kind ganztags betreuen zu lassen ist nicht gleichbedeutend mit Kind in Babyklappe geben.
    Und ich weiss auch nicht was so großartig an Haushalt bleibt, wenn Mutter und Kind ganztags aus dem Haus sind.
    Ja, das ist nicht leicht, aber wird Dir das wirklich erst jetzt klar ??

  3. #3
    Avatar von elke75
    elke75 ist offline Legende

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    Standard Re: Nach 2 Jahren Elternzeit ziemlich ernüchtert...

    Zitat Zitat von cosima Beitrag anzeigen
    Ähm, Du machst Dir nach zwei Jahren Elternzeit erstmals Gedanken wie es beruflich und finanziell weitergeht?
    Aber schuld sind selbstverständlich die anderen? Nunja...

    Wenn Du alleinerziehend bist bleiben Dir ohne Ersparnisse, Lottogewinn oder einen Kindsvater der sehr viel zahlt nicht viele Möglichkeiten. Eine davon ist Arbeit.

    Das Kind ganztags betreuen zu lassen ist nicht gleichbedeutend mit Kind in Babyklappe geben.
    Und ich weiss auch nicht was so großartig an Haushalt bleibt, wenn Mutter und Kind ganztags aus dem Haus sind.
    Ja, das ist nicht leicht, aber wird Dir das wirklich erst jetzt klar ??
    das unterschreib ich...
    LG von Elke mit Junior (Mai 06)+ Madame (Dez 09)


    WARUM ???

  4. #4
    Anna21 Gast

    Standard Re: Nach 2 Jahren Elternzeit ziemlich ernüchtert...

    Zitat Zitat von Waldine Beitrag anzeigen
    ....dass nach dem Abholen des Kindes immer noch der Haushalt wartet und das Kind letzten Endes doch zu kurz kommt oder?
    Hier mußt Du klare Prioritäten setzen und ich denke das Kind ist wichtiger als der Haushalt und wenn tagsüber eh niemand zu Hause ist, wird so viel nicht anfallen und das was anfällt kannst Du auch machen, wenn das Kind schläft. Und was macht eigentlich der Vater?

    Gruß Anna

  5. #5
    1fachich Gast

    Standard Re: Nach 2 Jahren Elternzeit ziemlich ernüchtert...

    also die Berechnung des ALG I kann ich nicht nachvollziehen (habe davon auch keine Ahnung) kann aber irgendwie nicht stimmen.

    Ansonsten war dir doch wohl klar, dass du nciht in deinen alten Job zurück wolltest oder konntest. Ehrlich hättest du dich wohl eher kümmern müssen.

    Und was den Haushalt angeht - so geht es vielen Männernund Frauen auf der ganzen Welt, es ist zu schaffen, aber das ist ein anderes Tghema.

  6. #6
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick

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    Standard Re: Nach 2 Jahren Elternzeit ziemlich ernüchtert...

    Zitat Zitat von Waldine Beitrag anzeigen
    Hallo Zusammen,
    Nach 2 Jahren Elternzeit musste ich heute wieder einmal ernüchtert feststellen, dass unser Land eine Mogelpackung ist.
    Ich war bis zu meinem Mutterschutz als Medizinischer Außendienst unterwegs und habe wirklich sehr gut verdient. Das Unternehmen lies nicht zu meinen Job halbtags zu machen und einige Umstrukturierungen führten ebenfalls dazu dass ich mich in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Unternehmen trenne. In meiner Gutgläubigkeit denke ich natürlich dass ich falls ich nicht gleich einen vergleichbaren Job finde nach 2 Jahren Elterngeld Anspruch auf Arbeitslosengeld habe. Ja, habe ich. Allerdings wird dieses "fiktiv" bemessen, bzw. berechnet. Dass heisst, ich habe vor der Geburt meines Kindes jedes Jahr für schlappe 55,000 € per Anno brav meine Arbeitslosenversicherung berappt und werde jetzt unter einer Stufe 3 (weil ich ja wenigstens eine Ausbildung absolviert habe) eingestuft. Mein von mir errechnetes Arbeitslosengeld (1.100 €) schrumpfte also auf 612€. Die schrumpfen auch noch einmal weil ich mir auch noch herausnehme nur 32,5 Stunden zu arbeiten, weil ich noch ein bischen Einfluss auf meinen Sohn nehmen möchte.
    Eigentlich.
    Denn uneigentlich sieht es so aus, dass ich mir wohl wieder einen Vollzeitjob im Vertrieb suchen muss, damit wir "satt" werden, denn Teilzeit gibt es in dem Bereich wohl kaum.
    Und nun?
    Nur der Gedanke, meinen Sohn Vollzeit in die Krippe zu geben macht mich traurig, denn realistisch ist doch dann auch, dass nach dem Abholen des Kindes immer noch der Haushalt wartet und das Kind letzten Endes doch zu kurz kommt oder?
    Wie macht Ihr es und welche Erfahrungen habt ihr gemacht, vielleicht hat jemand auch noch den einen oder anderen Tipp für mich?
    Das ist für dich dumm gelaufen, liegt aber eher an deiner Blauäugigkeit als an irgendwelchen Mogelpackungen oder falschen Versprechungen von Seiten des Staates.

    Damit du mal eine Sichtweise von außen zu hören bekommst:

    Dass dein Job eher schlecht in Teilzeit zu machen ist, war dir doch sicher klar. Das kam jetzt ja nicht so überraschend.

    Dann hast du einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, was dir zu der Zeit ganz gelegen kam.

    Wie die Berechnung deines Arbeitslosengeldes zustande kommt, müsstest du mal prüfen lassen. Basierte das Bruttogehalt evtl. auf hohen Provisionszahlungen?

    Dass du, wenn du eine Teilzeitstelle suchst, auch nur anteiliges Arbeitslosengeld erhältst, ist normal. Das geht allen so. Ist doch auch bekannt.

    Ein Kind in eine Vollzeitbetreuung zu geben, ist nichts Schlimmes.

    Was ist denn eigentlich mit dem Vater des Kindes?

    LG

  7. #7
    rastamamma ist gerade online Urgestein

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    Standard Re: Nach 2 Jahren Elternzeit ziemlich ernüchtert...

    Zitat Zitat von Waldine Beitrag anzeigen
    Mein von mir errechnetes Arbeitslosengeld (1.100 €) schrumpfte also auf 612€. Die schrumpfen auch noch einmal weil ich mir auch noch herausnehme nur 32,5 Stunden zu arbeiten, weil ich noch ein bischen Einfluss auf meinen Sohn nehmen möchte.
    Den Teil verstehe ich gerade nicht wirklich (bin aber Österreicherin, daran könnte es liegen): Du gehst 32,5 Stunden arbeiten und möchtest daneben Arbeitslosengeld bekommen? Oder hast du dem Amt gesagt, du willst nur 32,5 Stunden arbeiten und die haben daraufhin das Arbeitslosengeld gekürzt?

    Ich finde es im Grund SELBSTVERSTÄNDLICH, ganztags arbeiten zu gehen, wenn die Kohle ansonsten nicht reicht.

    Vermutlich hab ich das Thema verfehlt.

    Zitat Zitat von Waldine Beitrag anzeigen
    Nur der Gedanke, meinen Sohn Vollzeit in die Krippe zu geben macht mich traurig, denn realistisch ist doch dann auch, dass nach dem Abholen des Kindes immer noch der Haushalt wartet und das Kind letzten Endes doch zu kurz kommt oder?
    Wie macht Ihr es und welche Erfahrungen habt ihr gemacht, vielleicht hat jemand auch noch den einen oder anderen Tipp für mich?
    Ich arbeite vollzeit und habe einen 50-Stunden-Job nebenher (also bis zu 50 Stunden im MONAT, nicht in der Woche; im Vollzeitjob arbeite ich dann aber durchaus auch mal 50 oder 60 Stunden die Woche, wobei ich rein nach Arbeitszeit bezahlt werde in beiden Jobs, weniger Stunden heißt weniger Kohle), außerdem noch ein Gewerbe, dem ich nachgehe.

    Meine Kinder kennen das nicht anders, die Älteren können sich durchaus artikulieren (24, 22, 21 und 15) - bisher hat mir noch keiner gesagt, dass er sein Leben mal anders regeln möchte. Sohn (9) jammert aber durchaus öfter mal rum (vor allem, wenn ich abends noch mal zu einer Besprechung fahre oder so).

  8. #8
    biggi_010 ist offline Veteran

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    Standard Re: Nach 2 Jahren Elternzeit ziemlich ernüchtert...

    Hi,

    also:

    Ich arbeite seit Nr. 2 zweieinhalb ist - bis zu 40 Stunden die Woche... habe für Nr. 3 und 4. nur 8 Wochen Pause gemacht - und bin danach wieder eingestiegen.

    Ich glaube, du bist einfach zu naiv an die Sache rangegangen... hast du echt geglaubt, nach 2 Jahren Elternzeit bezahlt dir das AA noch ein Jahr?

    Es gibt nun zwei Möglichkeiten:

    1. Ansprüche runterschrauben (mit 600 € plus Kindergeld plus Unterhalt lässt sich zu zweit leben)

    2. Ganztags arbeiten gehen

    Jammern hilft nicht ... ist eher kontraproduktiv.

    Achja, der Haushalt ist egal... solange man die Füße nicht hochheben muss.. ;-). Das Problem haben bestimmt viele Alleinerziehende (und arbeitende Verheiratete wahrscheinlich auch).

    So schlecht ists doch gar nicht gelaufen: du warst volle 2 Jahre bei deinem Kind!

    Außerdem ist so eine Krippe nicht das schlechteste! Meine sind beide (die Kleinen) viel früher in eine Krippe gegangen (allerdings nicht ganztags) und haben da einiges gelernt, was sie daheim nicht gelernt hätten.
    Biggi & Rasselbande (*99 - *01 - *08 - *09)

  9. #9
    Avatar von Prestige2008
    Prestige2008 ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Nach 2 Jahren Elternzeit ziemlich ernüchtert...

    Zitat Zitat von Waldine Beitrag anzeigen
    .... Mein von mir errechnetes Arbeitslosengeld (1.100 €) schrumpfte also auf 612€. Die schrumpfen auch noch einmal weil ich mir auch noch herausnehme nur 32,5 Stunden zu arbeiten, weil ich noch ein bischen Einfluss auf meinen Sohn nehmen möchte.
    Eigentlich.
    Denn uneigentlich sieht es so aus, dass ich mir wohl wieder einen Vollzeitjob im Vertrieb suchen muss, damit wir "satt" werden, denn Teilzeit gibt es in dem Bereich wohl kaum.
    Und nun?
    Nur der Gedanke, meinen Sohn Vollzeit in die Krippe zu geben macht mich traurig, denn realistisch ist doch dann auch, dass nach dem Abholen des Kindes immer noch der Haushalt wartet und das Kind letzten Endes doch zu kurz kommt oder?
    Wie macht Ihr es und welche Erfahrungen habt ihr gemacht, vielleicht hat jemand auch noch den einen oder anderen Tipp für mich?
    Huhu,

    ich kann Dich gut verstehen!

    Es ist wirklich nicht so einfach alles "unter einen Hut" zu bekommen. Ich finde z.Bsp., dass es nicht das Problem ist sein Kind von 9-15 Uhr in Betreuung zu geben - das ging noch sehr gut. Jetzt wo die Kleine (20Mo.) schon um 7:30 Uhr in die Kita muss (Sammelgruppe) und ich oder jemand anderer sie manchmal erst nach 17:00 Uhr wieder abholt (wieder Sammelgruppe), da häufen sich die Infekte... Oft liegen die Nerven der Kleinen "blank", völlig überlastet von den Eindrücken hangeln wir uns übers Abendessen ins Bett. Ich habe dann oft das Gefühl ich brauche Nerven aus Stahl.

    Praktisch nehmen wir alles mit von Bindehautentzündung bis Margen-/Darm usw. Das ist ein großes Problem ggü. meinem AG und ich komme nur schwer mit meinem Gewissen klar. Dazu kommt der Stress die Große pünktlich zur Schule zu fahren, sie abzuholen, Brot und Obst zu kaufen usw... Immer an alles zu denken vom Milchgeld bis zum Chorauftritt... ich hätte gestern fast den St.Martinsumzug vergessen ...

    Ich sehe es als große Herausforderung und Verantwortung ein Kind zu erziehen und einen "guten Menschen" daraus zu machen. Für mich geht das nicht zwischen Tür und Angel.

    Ich finde, Deine Einstellungen sind zu respektieren. Du hast Dir ja grds. was dabei gedacht. Auch den Kleinen nicht Vollzeit in die Kita/Krippe zu geben finde ich richtig. Ich arbeite eigentlich TZ 30h/Wo. und finde trotzdem, dass mit allem Drumm und Dran zu wenig Zeit für mich bleibt. Ich möchte nämlich auch ein wenig Leben ...

    In letzter Zeit werden aber auch zunehmend Stellen in TZ ausgeschrieben. Vielleicht findest Du ja auch einen sozialeren AG als Deinen Letzten?

    Alles Gute!

  10. #10
    Waldine ist offline Stranger

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    Standard Re: Nach 2 Jahren Elternzeit ziemlich ernüchtert...

    Liebe Cosima,
    sicherlich habe ich mich falsch ausgedrückt (oder hast Du mich falsch verstanden?)
    Nein, ich mache mir natürlich nicht erst nach 2 Jahren Gedanken darum wie es weitergeht, wäre wohl bei Eigenheim etc etwas naiv, oder?
    Auch habe ich nach 15 Jahren Vertrieb mit mindestens 50 oder 60 Stunden pro Woche ganz sicher keine Angst vorm Arbeiten...
    Der Knackpunkt an dieser Arbeitslosengeld-Geschichte ist einfach dass man nach 2 Jahren Elternzeit nicht mehr den Anspruch auf das Arbeitslosengeld hast, welches Du normalerweise bekämest. Bei einem Jahresgehalt von rd. 55.000 EUR p.A. bekommst Du natürlich ein entsprechendes Arbeitslosengeld. Das ist nach 2 Jahren Geschichte, Du wirst fiktiv bemessen, d.h. Du kommst mit allen anderen in einen Topf und bekommst es dementsprechend berechnet. Verständlich, dass ich -ja, aus Unwissenheit- ziemlich verschnupft bin, oder? Hier stellt sich doch die Frage, ob die Gleichstellung der Frau, die in den meisten Fällen doch wohl die Elternzeit nimmt nicht ganz beachtet wird?
    Eine ganztägliche Betreuung bedeutet für mich, dass ich anderen Menschen den Großteil der Erziehung meines Kindes überlasse. Und gerade in dem Bereich muss man doch Sorsam sein und sich Gedanken machen ob die Werte und Normen, die ich meinem Kind mitgeben möchte in der verhältnismäßig kurzen Zeit mit auf den Lebensweg gegeben werden können.
    Und es ist nicht nur der Haushalt, der wie Du ganz richtig bemerkst nicht sehr viel Arbeit macht wenn niemand da ist, trotzdem ist der Garten zu pflegen usw. usw.
    Bei einer 3 Zimmer Wohnnung muss ich mir da keinen Kopf machen, wohl wahr...

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