Seite 10 von 11 ErsteErste ... 891011 LetzteLetzte
Ergebnis 91 bis 100 von 107
Like Tree31gefällt dies

Thema: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

  1. #91
    Sabschke ist offline Member

    User Info Menu

    Standard Re: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

    Das klingt doch schon mal richtig gut. :) Gibt's nichts wichtigeres als dass man mit seinem Partner über seine Sorgen/Gefühle reden kann. Nur das mit den Freundinnen ist halt fies für dich, vor allem wenn dann auch tatsächlich eine nach der anderen schwanger wird. Kenn ich selber, und dann versuch mal volle Begeisterung zu zeigen wenn du mit ihnen Babyschühchen und niedliche Strampler aussuchen gehst. Aber auch das stehst du durch. und denk an den Spruch: Es kommt nicht darauf an wie lange man wartet, sondern auf wen.
    wunschfee89 gefällt dies


  2. #92
    Roliboli ist offline Member

    User Info Menu

    Standard Re: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

    Das klingt ja gut. Schön das ihr gut reden könnt. Bieten können ja ist gut und schön, aber wichtiger ist Zeit!! Die hat man aber eben auch mehr wenn man schon gut Fuß gefasst hat in seinem Beruf. Wichtiger als das x-te Spielzeug, Markenklamotten ist. Das man Zeit hat. Mir war immer wichtig das ich Zeit für meine Kinder habe. Das ich nicht nur ein Papa bin der kurz vor dem Niederlegen heimkommt oder nur im Urlaub was mit den Kindern unternimmt.

  3. #93
    Avatar von Josie2013
    Josie2013 ist offline old hand

    User Info Menu

    Standard Re: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

    Guten Morgen!

    Ich schildere mal kurz, was mir einfällt.
    Als ich schwanger wurde, hatte ich einen eher schlecht bezahlten Job, mein Mann war Student.
    Wir haben in einer 2-Zimmer-Wohnung gelebt, ca. 50m². Vorteil: Öffentliche Verkehrsmittel direkt vor der Haustür (S-Bahn, Bushaltestelle, Bahnhof). Ein Auto haben wir bis heute nicht, ich erledige alles mit dem Fahrrad + Anhänger oder den ÖPNV.

    Was wir uns für 1. Kind angeschafft haben:
    - ein sehr guter Kinderwagen (das war das teuerste, mir aber auch wichtigste damals, weil ich es geliebt habe, auch im Wald und auf Feldwegen spazieren zu gehen, wir haben also auf einen "Cross-Wagen" gespart, den ich dann mit kompletter Ausstattung gebraucht gekauft habe, sah aus wie neu), Kosten ca. 500€ - gibt es aber natürlich auch wesentlich günstiger
    - 1 Tragetuch, ca. 50€, später eine Babytrage, da mein Mann das Tuch nicht binden konnte, gebraucht ca. 30€
    - 1x jährlich kaufe ich ein komplettes Bekleidungspaket für das ganze Jahr bei eBay, Kosten meist um die 50-80€, ich hatte dabei immer großes Glück, es waren sehr viele neue Sachen dabei - Hebamme&Kinderärztin sagten damals zu mir, dass gebrauchte Babysachen den Vorteil haben, dass schon Schadstoffe aus der Kleidungsproduktion rausgewaschen sind. Bei der Entscheidung, was Dein Baby anfangs an Bekleidung braucht, hilft Dir die Hebamme später sicherlich gern
    - Wickelkommode (würde ich beim 2. nicht mehr kaufen, ich hab unser Kind überall gewickelt, nur nicht auf der blöden Kommode, war mir viel zu hoch, ein Bett/Sofa/Boden... tut es mind. genauso gut)
    - Babybett: völlig überflüssig, Kinder schlafen bei ihren Eltern am Besten! beim Stillen nicht aufzustehen, sondern weiterzuschlafen, ist auch herrlich - wenn Du denkst, Euer Bett sei zu klein (wir haben 1,40x2,00m und das nervt inzwischen wirklich), dann kann ich Dir eine Babybay empfehlen Klick, die gibt es natürlich auch gebraucht sehr günstig
    - Windeln, Kosten ca. 30€/monatlich bei Wegwerfwindeln, mit Stoffwindeln kenne ich mich nicht aus
    - wenn Du stillst, brauchst Du nur für Dich gute Nahrung, da ich aus gesundheitlichen Gründen im 3. Monat leider abstillen musste, haben wir für Milch monatlich ca. 30-80€ ausgegeben, das hängt von der Milchmarke und dem Alter des Kindes ab
    - ab dem 5.-7.LM (ungefähr, es kann bei anderen Kindern auch später losgehen!) fängt die Beikostgabe an, ich habe damals alle Breis selber gemacht, und zwar einfach einen großen Topf z.B. Pastinake und Kartoffeln eingekocht und dann entweder in Gläschen oder im TK haltbar gemacht, ob das so viel günstiger ist als Gläschen, weiß ich nicht. Beim nächsten Kind würde ich nicht mehr so viel Aufwand machen und meistens das, was wir auch essen, kleinmachen, zumindest die Beilagen (Kartoffeln, weiche Möhre, usw.)
    - die meisten Ausgaben, was Spielzeug angeht, hatten wir möglicherweise für Bücher, das muss aber natürlich nicht sein, man kann einfach in der Bibliothek alles leihen, oder man kann auf Flohmärkten kaufen, die sind sowieso Gold wert!
    - Pflegemittel, habe damals viel zu viel gekauft, war total unnötig. Babies stinken nicht, die kann man in warmen Wasser baden, wenn man will, reicht ein Schuss Muttermilch, das pflegt die Haut ganz toll. Ansonsten reicht eine gute Wundpflegecreme für Notfälle, ein Ohrthermometer (quält die Kinder nicht so, ca. 30€), ein Öl zum Massieren. Du wirst sowieso überall jede Menge Produkte geschenkt bekommen, sei es vom Krankenhaus, Kinderarzt, von der Hebamme usw., ich kann mich jetzt noch mit dem Zeug zuschmeißen
    - ich habe damals eine Rotlichtlampe gekauft, die ich statt Nachttischlampe v.A. nachts zum Wickeln benutzt habe, weil es im Schlafzimmer immer sehr kühl war

    Wenn die Kinder anfangen zu laufen (ca. 1.LJ), kommen die ersten Schuhe dazu, wenn sie richtig sicher laufen, irgendwann ggf. ein Buggy. Wir konnten unseren Kinderwagen zur Sportkarre umfunktionieren und brauchten daher lange keinen Buggy. Auf sowas kann man beim Kauf auch achten, das spart viel Geld. Buggykosten: ca. 80€, es gibt auch günstigere (die nicht gut halten) oder man kauft gleich gebraucht.

    Das mit dem Kinderzimmer habe ich ja weiter oben schon angesprochen. Unser Sohn hat unsere gesamte Wohnung zum Spielen benutzt. Wir haben einfach alles aus unteren Schränken ausgeräumt und babysichere Gegenstände reingelegt. Das muss nicht mal spezielles Spielzeug sein. Es reichen auch Holzlöffel, Plastikdosen mit Schraubverschluss, wo Reis drin ist (rasselt schön), ein Schneebesen mit nem Tischtennisball drin (hat er geliebt) usw. Ich habe mein Kind einfach 100% in den Alltag integriert, ihn mir umgebunden und dann den Haushalt gemacht, Staubsaugen finden viele Babies sehr schön wegen des Geräusches. Wenn ich gekocht habe, habe ich einfach seine Babybadewanne in die Küche gestellt und mit Kissen ausgestopft, da lag er dann friedlich glucksend und hat sich gefreut. Man braucht also auch nicht unbedingt sowas wie Stubenwagen (auch wenn ich die echt schick finde). Eine Spieldecke haben wir auf dem Flohmarkt gekauft, als ich schwanger war, die war wirklich wunderschön und die hebe ich auch fürs 2. Kind auf :) Hat so ca. 15€ gekostet und war noch neu verpackt.

    Also, wie Du siehst, es braucht echt nicht viel Geld für ein Baby, auch wenn sie größer werden, kann man die Kosten gut decken, auch mit kleinem Portemonnaie. Ich habe nach der Elternzeit ein Studium angefangen und mein Mann war lange arbeitslos. Es hat uns NIE an irgendetwas gemangelt und wir hatten immer Geld übrig, um uns spontan etwas schönes zu gönnen. Wenn Ihr nicht gerade in völliger sozialer Isolation leben solltet, werdet Ihr fürs erste Kind wahrscheinlich sowieso von allen Seiten Geschenke bekommen. Ich würde dann einfach eine Liste erstellen, mit Dingen die ihr WIRKLICH braucht, und die schenken lassen. Viele Leute sind dankbar, wenn man ihnen da hilft, denn sie wollen nicht das 100. Kuscheltier/den 10. Strampler schenken. Wenn ihr gar nichts mehr braucht, lasst Euch Windeln schenken!

    Ansonsten bin ich 100% bei Roliboli, es gibt einfach nichts wichtigeres, als die Zeit und Liebe für Eure Kinder. Babies ist es sch...egal, ob sie im Esprit-Strampler oder dem gebrauchten No-Name liegen oder im Manduca für 100€ durch die Gegend getragen werden, oder im Tuch für 50€.
    Ich behaupte aus Erfahrung, dass man mindestens das 1. Lebensjahr vom Kindergeld ein Kind durchbringen kann (sofern man nicht Fläschchen gibt, da könnte es schwierig werden), aber auch, wenn man doch etwas mehr als nur die wichtigsten Dinge kaufen möchte, kann man das von einem kleinen Budget sehr gut kaufen.

    Größere Ausgaben kommen mit der Kinderbetreuung dann auf Euch zu. Ab ca. 1,5 Jahren lohnt sich evtl. ein Laufrad, ansonsten Bobbycar etc. Ca. ums 3. LJ herum steigen die Ausgaben evtl. durch Anschaffungen für den Kindergarten. Ab dem Schuleintritt wird es dann wesentlich teurer, nicht nur die Lebenshaltungskosten, sondern auch Schulsachen, Kleidung etc. Aber das ist ja wirklich in ganz weiter Ferne, und bis dahin ist alles überschaubar.

    Ich hoffe, ich habe nichts vergessen, ansonsten gerne nachfragen!

    Abschließend möchte ich noch mal betonen, dass ich mit diesem Beitrag nicht verurteile, wenn Eltern viel mehr Geld für ihr Kind ausgeben. Ich weiß auch, wieviel Spaß es einfach macht, schöne Sachen fürs Kind zu kaufen. Ich wollte lediglich schildern, dass wir damals einfach nicht Geld für mehr hatten und es war dennoch mehr als wir brauchten.

    LG,
    Josie
    wunschfee89 und Sabschke gefällt dies.

  4. #94
    Sabschke ist offline Member

    User Info Menu

    Standard Re: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

    Wow Josie!! Hut ab, dein Beitrag ist fantastisch... Muss gestehen dass sogar mir beim lesen ein Stein vom Herzen gekullert ist und ich viel entspannter bin was das Finanzthema angeht. Man muss nur kreativ sein was das Spielzeug angeht, da sind echt gute Ideen dabei!

    Und ja auch ich bin der Meinung dass Zeit und Liebe das allerwichtigste für ein Kind ist.


  5. #95
    Ela2011 ist offline wunschlos glücklich

    User Info Menu

    Standard Re: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

    Es gibt hier auch eine Seite,mamikreisel.de | Babykleidung, Spielzeug und mehr kostenlos tauschen, verkaufen und verschenken wo Frauen ihre alten Babysachen verkaufen.Flohmarkt halt mit nur Babysachen oder bestimmte schwarze Bretter bei Facebook.Meist regional.Ansonsten eben auch ebay oder Babybörsen der Gemeinden und S chulen /Kindergärten in deiner Nähe..



  6. #96
    Avatar von Dream9
    Dream9 ist offline Bald 8-fach Mama

    User Info Menu

    Standard Re: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

    Ja der Beitrag ist insofern gut, dass beschrieben wurde, was durchschnittlich ein Baby/Kind kostet.
    Klar kosten die anfangs nicht viel. Ich wage auch zu behaupten, in der ersten Zeit deckst du die Kosten
    evtl. sogar mit dem Kindergeld noch ab.
    ABER: Ich halt diese Art von Denken für nicht gut.
    DENN: Man weiß nie, was auf einen zukommen wird und vor allem, WANN.
    Es kann auch anfangs irgendwas anders laufen und schon hat man mehr Kosten.
    Mich pers. würde das ja nicht abhalten, aber wenn man sich sooo sicher ist,
    anfangs wenige Kosten zu haben und später Geld genug....was ist, wenn es
    ganz anders kommt ??? Man muss immer auf alles gefasst sein.
    Wie gesagt, mich hat das noch nie abgehalten, aber ich war da auch nie so verkrampft mit.
    -- Unser 8. Wunder hat sich auf den Weg ins Leben gemacht und ist bei 35+4 auf die Welt gepurzelt -- Die Bande 2000 - 2001 - 2003 - 2004 - 2009 - 2012 - 2014 freut sich über die Verstärkung --und die Eltern erst... ---



    http://dfrf.daisypath.com/RNHMp2.png

  7. #97
    4lieblinge ist offline journey (wo)man

    User Info Menu

    Standard Re: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

    Zitat Zitat von Josie2013 Beitrag anzeigen
    Guten Morgen!

    Ich schildere mal kurz, was mir einfällt.
    Als ich schwanger wurde, hatte ich einen eher schlecht bezahlten Job, mein Mann war Student.
    Wir haben in einer 2-Zimmer-Wohnung gelebt, ca. 50m². Vorteil: Öffentliche Verkehrsmittel direkt vor der Haustür (S-Bahn, Bushaltestelle, Bahnhof). Ein Auto haben wir bis heute nicht, ich erledige alles mit dem Fahrrad + Anhänger oder den ÖPNV.

    Was wir uns für 1. Kind angeschafft haben:
    - ein sehr guter Kinderwagen (das war das teuerste, mir aber auch wichtigste damals, weil ich es geliebt habe, auch im Wald und auf Feldwegen spazieren zu gehen, wir haben also auf einen "Cross-Wagen" gespart, den ich dann mit kompletter Ausstattung gebraucht gekauft habe, sah aus wie neu), Kosten ca. 500€ - gibt es aber natürlich auch wesentlich günstiger
    - 1 Tragetuch, ca. 50€, später eine Babytrage, da mein Mann das Tuch nicht binden konnte, gebraucht ca. 30€
    - 1x jährlich kaufe ich ein komplettes Bekleidungspaket für das ganze Jahr bei eBay, Kosten meist um die 50-80€, ich hatte dabei immer großes Glück, es waren sehr viele neue Sachen dabei - Hebamme&Kinderärztin sagten damals zu mir, dass gebrauchte Babysachen den Vorteil haben, dass schon Schadstoffe aus der Kleidungsproduktion rausgewaschen sind. Bei der Entscheidung, was Dein Baby anfangs an Bekleidung braucht, hilft Dir die Hebamme später sicherlich gern
    - Wickelkommode (würde ich beim 2. nicht mehr kaufen, ich hab unser Kind überall gewickelt, nur nicht auf der blöden Kommode, war mir viel zu hoch, ein Bett/Sofa/Boden... tut es mind. genauso gut)
    - Babybett: völlig überflüssig, Kinder schlafen bei ihren Eltern am Besten! beim Stillen nicht aufzustehen, sondern weiterzuschlafen, ist auch herrlich - wenn Du denkst, Euer Bett sei zu klein (wir haben 1,40x2,00m und das nervt inzwischen wirklich), dann kann ich Dir eine Babybay empfehlen Klick, die gibt es natürlich auch gebraucht sehr günstig
    - Windeln, Kosten ca. 30€/monatlich bei Wegwerfwindeln, mit Stoffwindeln kenne ich mich nicht aus
    - wenn Du stillst, brauchst Du nur für Dich gute Nahrung, da ich aus gesundheitlichen Gründen im 3. Monat leider abstillen musste, haben wir für Milch monatlich ca. 30-80€ ausgegeben, das hängt von der Milchmarke und dem Alter des Kindes ab
    - ab dem 5.-7.LM (ungefähr, es kann bei anderen Kindern auch später losgehen!) fängt die Beikostgabe an, ich habe damals alle Breis selber gemacht, und zwar einfach einen großen Topf z.B. Pastinake und Kartoffeln eingekocht und dann entweder in Gläschen oder im TK haltbar gemacht, ob das so viel günstiger ist als Gläschen, weiß ich nicht. Beim nächsten Kind würde ich nicht mehr so viel Aufwand machen und meistens das, was wir auch essen, kleinmachen, zumindest die Beilagen (Kartoffeln, weiche Möhre, usw.)
    - die meisten Ausgaben, was Spielzeug angeht, hatten wir möglicherweise für Bücher, das muss aber natürlich nicht sein, man kann einfach in der Bibliothek alles leihen, oder man kann auf Flohmärkten kaufen, die sind sowieso Gold wert!
    - Pflegemittel, habe damals viel zu viel gekauft, war total unnötig. Babies stinken nicht, die kann man in warmen Wasser baden, wenn man will, reicht ein Schuss Muttermilch, das pflegt die Haut ganz toll. Ansonsten reicht eine gute Wundpflegecreme für Notfälle, ein Ohrthermometer (quält die Kinder nicht so, ca. 30€), ein Öl zum Massieren. Du wirst sowieso überall jede Menge Produkte geschenkt bekommen, sei es vom Krankenhaus, Kinderarzt, von der Hebamme usw., ich kann mich jetzt noch mit dem Zeug zuschmeißen
    - ich habe damals eine Rotlichtlampe gekauft, die ich statt Nachttischlampe v.A. nachts zum Wickeln benutzt habe, weil es im Schlafzimmer immer sehr kühl war

    Wenn die Kinder anfangen zu laufen (ca. 1.LJ), kommen die ersten Schuhe dazu, wenn sie richtig sicher laufen, irgendwann ggf. ein Buggy. Wir konnten unseren Kinderwagen zur Sportkarre umfunktionieren und brauchten daher lange keinen Buggy. Auf sowas kann man beim Kauf auch achten, das spart viel Geld. Buggykosten: ca. 80€, es gibt auch günstigere (die nicht gut halten) oder man kauft gleich gebraucht.

    Das mit dem Kinderzimmer habe ich ja weiter oben schon angesprochen. Unser Sohn hat unsere gesamte Wohnung zum Spielen benutzt. Wir haben einfach alles aus unteren Schränken ausgeräumt und babysichere Gegenstände reingelegt. Das muss nicht mal spezielles Spielzeug sein. Es reichen auch Holzlöffel, Plastikdosen mit Schraubverschluss, wo Reis drin ist (rasselt schön), ein Schneebesen mit nem Tischtennisball drin (hat er geliebt) usw. Ich habe mein Kind einfach 100% in den Alltag integriert, ihn mir umgebunden und dann den Haushalt gemacht, Staubsaugen finden viele Babies sehr schön wegen des Geräusches. Wenn ich gekocht habe, habe ich einfach seine Babybadewanne in die Küche gestellt und mit Kissen ausgestopft, da lag er dann friedlich glucksend und hat sich gefreut. Man braucht also auch nicht unbedingt sowas wie Stubenwagen (auch wenn ich die echt schick finde). Eine Spieldecke haben wir auf dem Flohmarkt gekauft, als ich schwanger war, die war wirklich wunderschön und die hebe ich auch fürs 2. Kind auf :) Hat so ca. 15€ gekostet und war noch neu verpackt.

    Also, wie Du siehst, es braucht echt nicht viel Geld für ein Baby, auch wenn sie größer werden, kann man die Kosten gut decken, auch mit kleinem Portemonnaie. Ich habe nach der Elternzeit ein Studium angefangen und mein Mann war lange arbeitslos. Es hat uns NIE an irgendetwas gemangelt und wir hatten immer Geld übrig, um uns spontan etwas schönes zu gönnen. Wenn Ihr nicht gerade in völliger sozialer Isolation leben solltet, werdet Ihr fürs erste Kind wahrscheinlich sowieso von allen Seiten Geschenke bekommen. Ich würde dann einfach eine Liste erstellen, mit Dingen die ihr WIRKLICH braucht, und die schenken lassen. Viele Leute sind dankbar, wenn man ihnen da hilft, denn sie wollen nicht das 100. Kuscheltier/den 10. Strampler schenken. Wenn ihr gar nichts mehr braucht, lasst Euch Windeln schenken!

    Ansonsten bin ich 100% bei Roliboli, es gibt einfach nichts wichtigeres, als die Zeit und Liebe für Eure Kinder. Babies ist es sch...egal, ob sie im Esprit-Strampler oder dem gebrauchten No-Name liegen oder im Manduca für 100€ durch die Gegend getragen werden, oder im Tuch für 50€.
    Ich behaupte aus Erfahrung, dass man mindestens das 1. Lebensjahr vom Kindergeld ein Kind durchbringen kann (sofern man nicht Fläschchen gibt, da könnte es schwierig werden), aber auch, wenn man doch etwas mehr als nur die wichtigsten Dinge kaufen möchte, kann man das von einem kleinen Budget sehr gut kaufen.

    Größere Ausgaben kommen mit der Kinderbetreuung dann auf Euch zu. Ab ca. 1,5 Jahren lohnt sich evtl. ein Laufrad, ansonsten Bobbycar etc. Ca. ums 3. LJ herum steigen die Ausgaben evtl. durch Anschaffungen für den Kindergarten. Ab dem Schuleintritt wird es dann wesentlich teurer, nicht nur die Lebenshaltungskosten, sondern auch Schulsachen, Kleidung etc. Aber das ist ja wirklich in ganz weiter Ferne, und bis dahin ist alles überschaubar.

    Ich hoffe, ich habe nichts vergessen, ansonsten gerne nachfragen!

    Abschließend möchte ich noch mal betonen, dass ich mit diesem Beitrag nicht verurteile, wenn Eltern viel mehr Geld für ihr Kind ausgeben. Ich weiß auch, wieviel Spaß es einfach macht, schöne Sachen fürs Kind zu kaufen. Ich wollte lediglich schildern, dass wir damals einfach nicht Geld für mehr hatten und es war dennoch mehr als wir brauchten.

    LG,
    Josie

    Hallo,

    ich melde mich mal gaaaanz kurz, nach einer gewissen Zeit-einer hitzigen Debatte
    ;-)

    Ich gehöre ja schon eher zu den "älteren" Muttis und den gestanden Frauen und erkenne mich in Deinem Text fast wieder, als ich jung und mit 19 schwanger wurde.

    Auch ich hatte gerade als Schülerin zur Krankenschwester, nicht wirklich viel in der Geldbörse, Gott sei dank noch gerade mit derAusbildung rechtzeitig fertig. ...und auch eine Einstellung im KH. Aber ansonsten gab es nur unsere starke Liebe :-) und unsere Familienplanung. ...Tatsache, wir wollten relativ früh ein Kind und das war dann so wunderbar, dass wir gleich 2 Jahre später wieder daran dachten...auch wir haben uns peu a peu alles angeschafft und nicht alles auf einmal. Vieles war gebraucht und hat sich schon bei anderen Babys bewährt.

    Nun hab ich drei erwachsene Jungs (21, 19, 16) und ein Nachzügler, ein Mädchen (17 Monate). Und wir sind super glücklich. Wir haben keinen Moment bereut und genießen unser Familienleben.

    Man muss nur wissen ob man stark genug für diese Aufgabe ist.
    Josie2013 gefällt dies

  8. #98
    wunschfee89 ist offline Stranger

    User Info Menu

    Standard Re: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

    Zitat Zitat von Josie2013 Beitrag anzeigen
    Guten Morgen!

    Ich schildere mal kurz, was mir einfällt.
    Als ich schwanger wurde, hatte ich einen eher schlecht bezahlten Job, mein Mann war Student.
    Wir haben in einer 2-Zimmer-Wohnung gelebt, ca. 50m². Vorteil: Öffentliche Verkehrsmittel direkt vor der Haustür (S-Bahn, Bushaltestelle, Bahnhof). Ein Auto haben wir bis heute nicht, ich erledige alles mit dem Fahrrad + Anhänger oder den ÖPNV.

    Was wir uns für 1. Kind angeschafft haben:
    - ein sehr guter Kinderwagen (das war das teuerste, mir aber auch wichtigste damals, weil ich es geliebt habe, auch im Wald und auf Feldwegen spazieren zu gehen, wir haben also auf einen "Cross-Wagen" gespart, den ich dann mit kompletter Ausstattung gebraucht gekauft habe, sah aus wie neu), Kosten ca. 500€ - gibt es aber natürlich auch wesentlich günstiger
    - 1 Tragetuch, ca. 50€, später eine Babytrage, da mein Mann das Tuch nicht binden konnte, gebraucht ca. 30€
    - 1x jährlich kaufe ich ein komplettes Bekleidungspaket für das ganze Jahr bei eBay, Kosten meist um die 50-80€, ich hatte dabei immer großes Glück, es waren sehr viele neue Sachen dabei - Hebamme&Kinderärztin sagten damals zu mir, dass gebrauchte Babysachen den Vorteil haben, dass schon Schadstoffe aus der Kleidungsproduktion rausgewaschen sind. Bei der Entscheidung, was Dein Baby anfangs an Bekleidung braucht, hilft Dir die Hebamme später sicherlich gern
    - Wickelkommode (würde ich beim 2. nicht mehr kaufen, ich hab unser Kind überall gewickelt, nur nicht auf der blöden Kommode, war mir viel zu hoch, ein Bett/Sofa/Boden... tut es mind. genauso gut)
    - Babybett: völlig überflüssig, Kinder schlafen bei ihren Eltern am Besten! beim Stillen nicht aufzustehen, sondern weiterzuschlafen, ist auch herrlich - wenn Du denkst, Euer Bett sei zu klein (wir haben 1,40x2,00m und das nervt inzwischen wirklich), dann kann ich Dir eine Babybay empfehlen Klick, die gibt es natürlich auch gebraucht sehr günstig
    - Windeln, Kosten ca. 30€/monatlich bei Wegwerfwindeln, mit Stoffwindeln kenne ich mich nicht aus
    - wenn Du stillst, brauchst Du nur für Dich gute Nahrung, da ich aus gesundheitlichen Gründen im 3. Monat leider abstillen musste, haben wir für Milch monatlich ca. 30-80€ ausgegeben, das hängt von der Milchmarke und dem Alter des Kindes ab
    - ab dem 5.-7.LM (ungefähr, es kann bei anderen Kindern auch später losgehen!) fängt die Beikostgabe an, ich habe damals alle Breis selber gemacht, und zwar einfach einen großen Topf z.B. Pastinake und Kartoffeln eingekocht und dann entweder in Gläschen oder im TK haltbar gemacht, ob das so viel günstiger ist als Gläschen, weiß ich nicht. Beim nächsten Kind würde ich nicht mehr so viel Aufwand machen und meistens das, was wir auch essen, kleinmachen, zumindest die Beilagen (Kartoffeln, weiche Möhre, usw.)
    - die meisten Ausgaben, was Spielzeug angeht, hatten wir möglicherweise für Bücher, das muss aber natürlich nicht sein, man kann einfach in der Bibliothek alles leihen, oder man kann auf Flohmärkten kaufen, die sind sowieso Gold wert!
    - Pflegemittel, habe damals viel zu viel gekauft, war total unnötig. Babies stinken nicht, die kann man in warmen Wasser baden, wenn man will, reicht ein Schuss Muttermilch, das pflegt die Haut ganz toll. Ansonsten reicht eine gute Wundpflegecreme für Notfälle, ein Ohrthermometer (quält die Kinder nicht so, ca. 30€), ein Öl zum Massieren. Du wirst sowieso überall jede Menge Produkte geschenkt bekommen, sei es vom Krankenhaus, Kinderarzt, von der Hebamme usw., ich kann mich jetzt noch mit dem Zeug zuschmeißen
    - ich habe damals eine Rotlichtlampe gekauft, die ich statt Nachttischlampe v.A. nachts zum Wickeln benutzt habe, weil es im Schlafzimmer immer sehr kühl war

    Wenn die Kinder anfangen zu laufen (ca. 1.LJ), kommen die ersten Schuhe dazu, wenn sie richtig sicher laufen, irgendwann ggf. ein Buggy. Wir konnten unseren Kinderwagen zur Sportkarre umfunktionieren und brauchten daher lange keinen Buggy. Auf sowas kann man beim Kauf auch achten, das spart viel Geld. Buggykosten: ca. 80€, es gibt auch günstigere (die nicht gut halten) oder man kauft gleich gebraucht.

    Das mit dem Kinderzimmer habe ich ja weiter oben schon angesprochen. Unser Sohn hat unsere gesamte Wohnung zum Spielen benutzt. Wir haben einfach alles aus unteren Schränken ausgeräumt und babysichere Gegenstände reingelegt. Das muss nicht mal spezielles Spielzeug sein. Es reichen auch Holzlöffel, Plastikdosen mit Schraubverschluss, wo Reis drin ist (rasselt schön), ein Schneebesen mit nem Tischtennisball drin (hat er geliebt) usw. Ich habe mein Kind einfach 100% in den Alltag integriert, ihn mir umgebunden und dann den Haushalt gemacht, Staubsaugen finden viele Babies sehr schön wegen des Geräusches. Wenn ich gekocht habe, habe ich einfach seine Babybadewanne in die Küche gestellt und mit Kissen ausgestopft, da lag er dann friedlich glucksend und hat sich gefreut. Man braucht also auch nicht unbedingt sowas wie Stubenwagen (auch wenn ich die echt schick finde). Eine Spieldecke haben wir auf dem Flohmarkt gekauft, als ich schwanger war, die war wirklich wunderschön und die hebe ich auch fürs 2. Kind auf :) Hat so ca. 15€ gekostet und war noch neu verpackt.

    Also, wie Du siehst, es braucht echt nicht viel Geld für ein Baby, auch wenn sie größer werden, kann man die Kosten gut decken, auch mit kleinem Portemonnaie. Ich habe nach der Elternzeit ein Studium angefangen und mein Mann war lange arbeitslos. Es hat uns NIE an irgendetwas gemangelt und wir hatten immer Geld übrig, um uns spontan etwas schönes zu gönnen. Wenn Ihr nicht gerade in völliger sozialer Isolation leben solltet, werdet Ihr fürs erste Kind wahrscheinlich sowieso von allen Seiten Geschenke bekommen. Ich würde dann einfach eine Liste erstellen, mit Dingen die ihr WIRKLICH braucht, und die schenken lassen. Viele Leute sind dankbar, wenn man ihnen da hilft, denn sie wollen nicht das 100. Kuscheltier/den 10. Strampler schenken. Wenn ihr gar nichts mehr braucht, lasst Euch Windeln schenken!

    Ansonsten bin ich 100% bei Roliboli, es gibt einfach nichts wichtigeres, als die Zeit und Liebe für Eure Kinder. Babies ist es sch...egal, ob sie im Esprit-Strampler oder dem gebrauchten No-Name liegen oder im Manduca für 100€ durch die Gegend getragen werden, oder im Tuch für 50€.
    Ich behaupte aus Erfahrung, dass man mindestens das 1. Lebensjahr vom Kindergeld ein Kind durchbringen kann (sofern man nicht Fläschchen gibt, da könnte es schwierig werden), aber auch, wenn man doch etwas mehr als nur die wichtigsten Dinge kaufen möchte, kann man das von einem kleinen Budget sehr gut kaufen.

    Größere Ausgaben kommen mit der Kinderbetreuung dann auf Euch zu. Ab ca. 1,5 Jahren lohnt sich evtl. ein Laufrad, ansonsten Bobbycar etc. Ca. ums 3. LJ herum steigen die Ausgaben evtl. durch Anschaffungen für den Kindergarten. Ab dem Schuleintritt wird es dann wesentlich teurer, nicht nur die Lebenshaltungskosten, sondern auch Schulsachen, Kleidung etc. Aber das ist ja wirklich in ganz weiter Ferne, und bis dahin ist alles überschaubar.

    Ich hoffe, ich habe nichts vergessen, ansonsten gerne nachfragen!

    Abschließend möchte ich noch mal betonen, dass ich mit diesem Beitrag nicht verurteile, wenn Eltern viel mehr Geld für ihr Kind ausgeben. Ich weiß auch, wieviel Spaß es einfach macht, schöne Sachen fürs Kind zu kaufen. Ich wollte lediglich schildern, dass wir damals einfach nicht Geld für mehr hatten und es war dennoch mehr als wir brauchten.

    LG,
    Josie
    Danke für diese tollen Tips :) Kreativität macht das Leben um so einiges einfacher
    Es ist schön zu wissen das man nicht für alles Unsummen ausgeben muss!

  9. #99
    Avatar von Dream9
    Dream9 ist offline Bald 8-fach Mama

    User Info Menu

    Standard Re: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

    Zitat Zitat von 4lieblinge Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich melde mich mal gaaaanz kurz, nach einer gewissen Zeit-einer hitzigen Debatte
    ;-)

    Ich gehöre ja schon eher zu den "älteren" Muttis und den gestanden Frauen und erkenne mich in Deinem Text fast wieder, als ich jung und mit 19 schwanger wurde.

    Auch ich hatte gerade als Schülerin zur Krankenschwester, nicht wirklich viel in der Geldbörse, Gott sei dank noch gerade mit derAusbildung rechtzeitig fertig. ...und auch eine Einstellung im KH. Aber ansonsten gab es nur unsere starke Liebe :-) und unsere Familienplanung. ...Tatsache, wir wollten relativ früh ein Kind und das war dann so wunderbar, dass wir gleich 2 Jahre später wieder daran dachten...auch wir haben uns peu a peu alles angeschafft und nicht alles auf einmal. Vieles war gebraucht und hat sich schon bei anderen Babys bewährt.

    Nun hab ich drei erwachsene Jungs (21, 19, 16) und ein Nachzügler, ein Mädchen (17 Monate). Und wir sind super glücklich. Wir haben keinen Moment bereut und genießen unser Familienleben.

    Man muss nur wissen ob man stark genug für diese Aufgabe ist.
    Ach mensch, das ist so toll geschrieben, das hätte ich auch so schreiben können, genau so..war es hier auch :)
    -- Unser 8. Wunder hat sich auf den Weg ins Leben gemacht und ist bei 35+4 auf die Welt gepurzelt -- Die Bande 2000 - 2001 - 2003 - 2004 - 2009 - 2012 - 2014 freut sich über die Verstärkung --und die Eltern erst... ---



    http://dfrf.daisypath.com/RNHMp2.png

  10. #100
    Avatar von Josie2013
    Josie2013 ist offline old hand

    User Info Menu

    Standard Re: starker Kinderwunsch und ungünstiger Zeitpunkt

    Zitat Zitat von Dream9 Beitrag anzeigen
    ABER: Ich halt diese Art von Denken für nicht gut.
    DENN: Man weiß nie, was auf einen zukommen wird und vor allem, WANN.
    Es kann auch anfangs irgendwas anders laufen und schon hat man mehr Kosten.
    Mich pers. würde das ja nicht abhalten, aber wenn man sich sooo sicher ist,
    anfangs wenige Kosten zu haben und später Geld genug....was ist, wenn es
    ganz anders kommt ??? Man muss immer auf alles gefasst sein.
    Du hast Recht, nichts im Leben ist so sehr mit Unsicherheiten verbunden wie ein Kind in die Welt zu setzen.
    Allerdings war es in meiner Wahrnehmung nicht die Frage, was alles passieren kann, wenn man sich dazu entscheidet, ein Kind zu bekommen, sondern die Frage, ob es möglich ist, dass man auch als Jobanfänger/mit kleinerem Budget einem Baby alles geben kann, was es benötigt, um glücklich zu sein. Und die wollte ich anhand meiner eigenen Erfahrung mit JA beantworten.
    Ich habe auch betont, dass größere Ausgaben mit dem steigenden Alter des Kinders auf einen zukommen.

    Du schreibst, Du hälst diese Art von Denken für nicht gut. Darf ich fragen, was Du damit meinst? Welche Art von Denken?
    Meine Intention war nicht, zu sagen "Leute, setzt Kinder in die Welt, ohne darüber nachzudenken, notfalls wird es schon der Staat bezahlen". Ich möchte eher aufzeigen, dass Kinder auch glücklich und gesund aufwachsen können, wenn man sich auf das Wesentliche beschränkt, und das ist: Liebe, Zeit, Obdach, Kleidung, gesunde Nahrung.
    Selbstverständlich steht es jedem frei, diese Grundbedürfnisse ganz nach seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten und den persönlichen Wertvorstellungen sowie dem individuellen Standard zu erfüllen.
    Gerade weil das Leben unsicher ist und man nicht weiß, was passiert, ist es jedoch m.E.n. wichtig, dass man in der Lage ist, sich immer wieder diese Grundbedürfnisse ins Gedächtnis zu rufen.

    Letztendlich bedeutet ein Kind immer Einschränkungen, nicht nur finanziell. Der Gedanke, dass man ein Kind bekommt und das Leben genau wie vorher weitergeht, nur eben mit einer Person mehr, ist illusorisch. Es kommen viele persönliche Abstriche auf einen zu. Falls das nicht ohnehin klar ist oder durch meinen Beitrag verschleiert worden sein sollte: Ja, natürlich muss man auf vieles verzichten, wenn man ein Kind hat. In praktisch allen Lebensbereichen. Und natürlich bekommt man dafür unendlich viel unbezahlbares zurück.
    Ich bin bislang aber weder Eltern begegnet, die sich darüber beklagt haben, dass sie ein Kind bekommen haben, weil sie nun seltener in Urlaub fahren können, noch habe ich hier in Deutschland von jemandem gehört, für den die Geburt eines Kindes der wirtschaftliche Ruin war. Ich halte das auch für unwahrscheinlich, sollte jemand aus eigener Erfahrung ein Gegenbeispiel berichten können, würde mich das natürlich interessieren.

    Es ist auch ein enormer gesellschaftlicher Druck, dem werdende Eltern ausgesetzt sind. Es gibt vielleicht kaum ein Thema, das emotional so beladen ist und zu dem so viele verschiedene Meinungen existieren wie Kindererziehung. Und was man inzwischen angeblich so alles unbedingt braucht, damit das Kind gesund und glücklich werden kann. Das verunsichert meistens Menschen, die zum ersten Mal Eltern werden, weil sie sich doch an irgendetwas orientieren wollen, nichts falsch machen wollen.

    Und selbstverständlich weiß niemand, was auf einen zukommt und wie die Zukunft aussieht. Dabei wären finanzielle Aspekte für mich aber noch die kleinste Sorge, denn 100% sicher und dabei gut bezahlt sind wohl die wenigsten Arbeitsplätze.
    Auch hier kann ich wiederum nur aus eigener Erfahrung sprechen und da gab und gibt es wesentlich gravierendere Fragen für mich: Wird mein Kind gesund sein? Werde ich selbst Schwangerschaft und Geburt unbeschadet überstehen? Ist und bleibt unsere Beziehung stabil? Könnte ich mein Kind auch allein großziehen? Haben wir genügend sozialen Rückhalt, der uns in Notzeiten entlasten könnte? Wie ist es um uns als Eltern selbst bestellt, sind wir in der Lage, unserem Kind ganz einfach gute Eltern zu sein - verständnisvoll, gelassen, authentisch, liebevoll, mitfühlend u.v.m.?
    Es gibt Aspekte davon, auf die ich Einfluss habe, auf andere wiederum praktisch keinen. Wenn man sich dazu entscheidet, ein Kind zu bekommen, muss man zwangsläufig ein ganzes Stück Sicherheitsdenken aufgeben, denn es gibt für so gut wie gar nichts absolute Sicherheit.
    wunschfee89 gefällt dies
    Kleiner Professor *2009
    Der Kosmonaut *2014
    ??? *2016

Seite 10 von 11 ErsteErste ... 891011 LetzteLetzte
>
close