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  • 1 Post By turtle20

Thema: Väter bei der Geburt - Zum Artikel in Heft Nr. 09/2013

  1. #1
    turtle20 ist offline Stranger
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    Standard Väter bei der Geburt - Zum Artikel in Heft Nr. 09/2013

    Liebe Redaktion,
    in Heft 09/2013 haben Sie einen Artikel über Väter bei der Geburt, Autor Titus Arnu hat auch über seine Erfahrungen berichtet. Den Artikel an sich finde ich ganz gut, berechtigt ist sicher die Angst der Männer vor der Geburt und was sie dort erwartet.
    Aber mal ehrlich: Mich als Frau fragt ja auch niemand, ob ich gerne dabei wäre oder nicht. Ich z. B. stehe kurz vor der Geburt unseres zweiten Kindes und habe einen Riesenrespekt davor, was mich da wieder erwartet. Garantiert wird es nicht ein Highlight in meinem Leben - wie auch, wenn etwas relativ großes durch eine ziemlich kleine Öffnung gequetscht werden muss. Ich will da eigentlich auch nicht mitmachen, aber ich habe ja keine Wahl...
    Vor der Geburt unseres ersten Sohnes habe ich meinen Mann auch gefragt, ob er sich denn gut überlegt hat, dass er mitkommt. Er meinte - und das finde ich eine sehr richtige Aussage - das würde ja schließlich uns beide was angehen und wir würden in guten und in schlechten Zeiten zusammenhalten und er findet, es gehört sich als Mann, das zusammen mit der Frau durchzustehen. Mein Mann fühlte sich zwar auch nicht sehr hilfreich, mir hat er aber sehr geholfen!
    Ich glaube das eigentliche Problem sind die Erwartungen an die Geburt heutzutage. Es kann doch nicht richtig sein, dass einem eingeredet wird, dass so eine schmerzhafte, blutige Geburt das Highlight in einer Beziehung ist, kann ich nur den Kopf schütteln. Wenn alle etwas realistischer an die Sache dran gehen würden, würden sich vielleicht auch die Männer wieder wohler fühlen.
    Und ich denke, offene Absprachen zwischen den Partnern sind wichtig. Ich weiß nicht, wie oft ich meinem Mann vorher gesagt habe, er soll auf gar keinen Fall zwischen meinen Beinen schauen. Auch nicht, wenn die Hebamme fragt, ob er den Kopf schon mal sehen will. Und er soll sich nicht gezwungen sehen, die Nabelschnur durchzuschneiden -hat er dann auch nicht gemacht, was ich völlig in Ordnung finde! Und wenn beide es besser finden, dass der Mann nicht mitgeht, ist das doch auch super.

    Viele Grüße!
    Hed@ gefällt dies

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Väter bei der Geburt - Zum Artikel in Heft Nr. 09/2013

    Hallo zusammen,

    ich kenne den Artikel zwar nicht, möchte aber den multikulti Aspekt beisteuern. In der afrikanischen Kultur meines Mannes ist es unüblich, erst recht in seiner Generation, dass der Mann bei der Geburt dabei ist.
    Das ist Frauensache, geschieht im Beisein von Frauen aus der Familie zuhause oder auf einer Geburtstation. Selten im Kh, also nur, wenn es Komplikationen gibt bzw das Geld für die Kh Kosten da ist. (siehe Bericht von der Hebamme Soja Liggert vom WDR 3 Tv "Job im Gepäck").

    Das ist undenkbar, als Mann dabei zu sein. Im besten Fall bringt er sie hin -holt sie ab - und bezahlt. Und richtet später evt noch die Feier für das Kind aus.

    Daher war das für uns beide Neuland, als zur Diskussion stand, ob er mitkommt. Ich hab einfach behauptet, das sei hier so üblich und er müsse mir "helfen". Er kam tatsächlich mit, "gearbeit" hab ich allein und mit den Hebammen und so richtig spannend wurde es dann für ihn später. Ich brauchte eine PDA. Die Ärztin wollte mir das erklären, um was es geht. Da hab ich zwischen den Wehen nur gesagt: "sagen sie es auf einfachem Englisch zu meinen Mann, ich weiß es schon vom Hechelkurs!" (da war ich übrigens auch alleine, das hatte aber berufliche Gründe bei ihm).

    Dann ging es doch noch ab zum KS. Und er kam mit in den OP. Die Hebamme kam mit, hat ihn einfach aufgefordert, mit in die Umkleide zu folgen. Ich glaube, das war eine der wenigen Geburten dort, die in einem dt-englisch-Mischmasch abliefen. Als die kleine da war, durfte er sie als erstes halten (ich war ja noch total verkabelt) und dann erklärte unsere Hebi noch im OP Saal die Plazenta und deren Funktion- auf Englisch, bevor wir fast einen Streit hatten, ob das Ding nun mit nach Hause kommen soll oder nicht...später wurde mein Mann selbstverständlich und ohne große Dikussionen zum Nabelschnur durchschneiden aufgefordert und Kind baden helfen. Ich meine, da hat er sich ganz gut gemacht.

    Ob ihm das erstmal unheimlich war oder ob er einfach nur unheimlich stolz war, etwas erlebt zu haben, was ihm bei seinen beiden großen Kindern in der Heimat verwehrt war, kann ich nicht sagen.

    In jedem Fall war er dann ziemlich stolz, als er nächsten Tag davon erzählte, den frisch gebackenen Großeltern, und später auch seiner Vorabeiterin und seinen Leuten in der Heimat!

    lg
    baobab69

  3. #3
    Avatar von Redaktion ELTERN
    Redaktion ELTERN ist offline Administrator
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    Standard Re: Väter bei der Geburt - Zum Artikel in Heft Nr. 09/2013

    Liebe turtle22,

    vielen Dank für Ihren Leserbeitrag zu unserem Artikel. Natürlich fällt die Entscheidung, ob der Vater bei der Geburt dabei sein soll oder nicht, so unterschiedlich aus, wie die jeweiligen Paare, die sie treffen. Sie haben auch Recht: Sie als werdende Mutter fragt auch niemand, ob Sie da mitwollen oder nicht (das entscheiden Sie gewissermaßen selbst mit Ihrer Entscheidung zur Schwangerschaft). Aber trotzdem ist es natürlich nicht nur das Leid der gebärenden Mutter, das beide zu tragen haben, sondern auch wirklich die Möglichkeit des Vaters, diese Eindrücke zu verkraften. Es ist ja niemanden geholfen, wenn der Vater später bei jedem erotischen Annähern nur noch seine inneren Geburtsbilder ablaufen sieht … wie gesagt, steht eigentlich auch alles sehr schön von den Vätern im Artikel geschrieben und dabei sein ist eben doch nicht immer alles … auch ein "Geburtsmuffel" kann ein wunderbarer Vater werden und Ehemann sein.
    Herzliche Grüße aus der Redaktion

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