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Thema: Verlust der Krippenfreunde durch Wechsel in Kindergarten

  1. #1
    lucky_keri ist offline Stranger

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    Standard Verlust der Krippenfreunde durch Wechsel in Kindergarten

    Hallo,

    ich bin neu hier und hoffe Eure zahlreichen und hilfreichen Antworten bei meinem Problem:
    unser Sohn ist 2 Jahre 9 Monate und geht seit 2 Jahren in eine Betriebs-Krippe. Er ist sehr gerne dort, die Eingewöhnung war seinerzeit auch völlig unproblematisch. Er ist sehr aufgeschlossen und kontaktfreudig und ausserdem für sein Alter sprachlich sehr weit.
    Er hat einige Freundschaften geschlossen, doch nun zum neuen Krippenjahr sind seine Freunde ausnahmslos in den Kindergarten gewechselt (in verschiedene Einrichtungen in der ganzen Stadt verteilt, je nach Wohnort). Es bleiben in der Krippe noch 2 Gleichaltrige (außer ihm), der eine Junge bleibt aber auch nur bis Ende des Jahres wegen Umzug. Die beiden waren vorher nicht in seiner "Clique". Ansonsten sind nur Babies unter einem Jahr nachgerückt, und auch die anderen der insgesamt ca 40 Kinder sind deutlich jünger als mein Sohn.
    Nun vermißt er seine 3 Freunde/Freundinnen sehr. Er fragt häufig nach Ihnen und versteht dabei natürlich nicht, daß die 3 anderen nicht gemeinsam ohne ihn in DEN Kindergarten gegangen sind, sondern dass es sie einfach in alle Winde verstreut hat. Er sagt auch, dass die 3 in die Krippe zurückkommen sollen etc. Wir wollen versuchen, zumindest zum Teil den Kontakt zu halten (bei 1-2 der Freunde, dort wo es den anderen auch wichtig ist).
    Zum zweiten scheint er sich nun in der Krippe zu langweilen. Erstens sind die Erzieher sehr mit den neuen Kleinen beschäftigt. Zweitens ist das Programm nun nicht mehr so auf die Großen zugeschnitten (es sind ja auch kaum mehr welche da). Drittens spricht kaum eines der Kinder schon richtig flüssig, unser Sohn hingegen ist sprachlich sehr weit. Er hatte sich früher immer gerne an den Großen orientiert und auch die Konflikte mit ihnen um Spielzeug etc nicht gescheut. Das fällt nun alles weg. Er fällt gerade zurück in eine "infantile" Phase - robbt z.B. zuhause auf dem Boden und sagt, er sei ein Baby etc
    Den Erziehern hatte ich frühzeitig meine Sorgen mitgeteilt. Sie beruhigten mich mit der Aussage, daß mein Sohn sehr flexibel und offen sei und sich einfach umorientieren würde.
    Von letzterem berichten sie mir auch aktuell (im Bezug auf die beiden verbleibenden Gleichaltrigen).
    Nun haben wir aktuell gute Chancen, doch auch vorzeitig einen Kindergartenplatz in einer neuen Einrichtung zu bekommen. Es handelt sich um eine große Koop (3 Krippen- und 3 Kindergartengruppen) und er würde direkt in eine Kindergartengruppe wechseln. Der Kindergarten wird ca Mitte Nov starten, aber ich würde ihn dort eigentlich erst zum Jahreswechsel nach den Weihnachtsferien und seinem 3. Geburtstag hingeben wollen. Am Anfang läuft sicher alles noch etwas chaotisch in dieser neuen Einrichtung...
    Außerdem habe ich die Sorge, daß er erwartet, seine Krippenfreunde im Kindergarten wiederzutreffen und dann noch mehr enttäuscht ist (wobei wir ihm diesen Sachverhalt jetzt schon versuchen zu erklären). Ansonsten hoffe ich, daß der Wechsel aufgrund seiner kontaktfreudigen Art nicht allzu schwierig würde. Außerdem wir wohl auch die gleichaltrige Tochter einer Freundin dorthin gehen, mit der er regelmässig spielt, die aber nicht seine "beste Freundin" ist.
    Mich interessieren Eure Erfahrungen, Einschätzungen und Empfehlungen zu dem Thema.
    Ich muß dazu noch sagen, daß mein Sohn sprachlich und vom Sozialverhalten her sehr weit ist, motorisch eher zurückhaltend (Klettern etc), evtl weil er sehr spät gelaufen ist. Außerdem ist er noch nicht windelfrei. Wir waren diesbezüglich auf einem guten Weg, aber dann kam der Babyboom in der Krippe und die Vorbilder waren weg.

    Danke für Eure Meinungen...

  2. #2
    lucky_keri ist offline Stranger

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    Standard Re: Verlust der Krippenfreunde durch Wechsel in Kindergarten

    Folgendes möchte ich noch nachtragen:

    angesichts der sehr angespannten Kindergartenplatz-Situation bei uns in der Stadt haben wir ohnehin fast keine andere Wahl, als diesen Platz anzunehmen. Noch wissen wir wenig über die Einrichtung selbst, da ja gerade im Entstehen. Pädagogisches Konzept, Erzieherinnen etc sind also noch unbekannt - wir hoffen das Beste;-)
    Was uns bei der regulären Platzsuche im nächsten Jahr erwarten würde, kann ich nur ahnen :-(((

    Die ganze Situation in der Krippe nimmt meinen Mann und mich mittlerweile ziemlich mit. Seit neuestem singt unser Sohn z.B. zuhause das Lied, das den Kindergartenkindern zum Abschied gesungen wird. Es macht uns so sentimental, daß wir mit den Tränen kämpfen und dies gegenüber unserem Sohn aber versuchen zu verbergen. Damit sich nicht noch eine Abneigung gegen die Krippe entwickelt...

    Mich interessieren Eure Erfahrungen in ähnlichen Situationen und Eure Meinung, wie wir mit der Situation am besten umgehen...

    Danke!

  3. #3
    Baggie ist offline Member

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    Standard Re: Verlust der Krippenfreunde durch Wechsel in Kindergarten

    Zitat Zitat von lucky_keri Beitrag anzeigen
    Die ganze Situation in der Krippe nimmt meinen Mann und mich mittlerweile ziemlich mit. Seit neuestem singt unser Sohn z.B. zuhause das Lied, das den Kindergartenkindern zum Abschied gesungen wird. Es macht uns so sentimental, daß wir mit den Tränen kämpfen und dies gegenüber unserem Sohn aber versuchen zu verbergen. Damit sich nicht noch eine Abneigung gegen die Krippe entwickelt...

    Mich interessieren Eure Erfahrungen in ähnlichen Situationen und Eure Meinung, wie wir mit der Situation am besten umgehen...

    Danke!
    Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen das meiner auch die anderen Kinder vermißt hat als sie in den Kindergarten gegangen sind. Er sollte noch nicht mit. Anfangs hat er die anderen auch vermißt aber das hat sich schnell geändert.Auch er war schon emotional sehr weit für sein Alter, aber Kinder vergessen trotzdem und finden neue Freunde.Er konnte sich an die anderen noch erinnern aber es war dann nicht mehr schlimm.
    Macht es ihm nicht zu schwer indem ihr Euch selber der Traurigkeit hingebt. Solche Situationen wird es immer wieder geben und Freunde wechseln oft auch schneller als es uns Eltern lieb ist.
    Liebe Grüße

  4. #4
    Katjuscha Gast

    Standard Re: Verlust der Krippenfreunde durch Wechsel in Kindergarten

    Ich würde ihn wechseln lassen. Das kann seiner Entwicklung nur gut tun und er wird dort wieder gleichaltrige Freunde finden.

    Die Aussicht auf neue Freunde ist immer noch besser für ihn als dass seine alten Freunde einfach mal weg sind.

    Vielleicht solltet ihr versuchen, die alten Freunde regelmäßig zu treffen. Dann sieht er, dass so ein Kitawechsel kein Abschied für immer sein muss.

    Meine Tochter hat in ihrem Kitaleben drei Mal die Kita gewechselt und jedes Mal ließ sie "Freunde" zurück. Aber wir haben es geschafft, aus jeder Kita wenigstens zu einem Kind Kontakt zu halten. Jetzt geht sie zur Schule und hat in der Klasse viele Freundinnen, die sie aus ihrer letzten Kita kennt.

  5. #5
    Wusel72a ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Verlust der Krippenfreunde durch Wechsel in Kindergarten

    Ich wuerde so schnell wie moeglich wechseln lassen. Nichts ist schlimmer als ein Kind, das sich in der Kita langweilt.

    Wir haben gerade einen Bruch hinter uns. Tochter geht von Kita zur Schule und laesst 3 ganz enge Freundinnen zurueck. Wir versuchen jetzt mindestens 1x im Monat uns zu treffen (wir haben usn vorher schon sehr viel privat gesehen) und hoffen, der Kontakt bleibt bestehen.

    Nehmt den Bruch selber nicht so emotional hin. Es wird immer wieder passieren und ein Kind merkt stark, wie die Eltern auf Situationen reagieren. Ich bezweifele, dass Euer Kind sich bewusst ist, was er da vor sich hin singt.

  6. #6
    Avatar von Herle
    Herle ist offline addict

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    Standard Re: Verlust der Krippenfreunde durch Wechsel in Kindergarten

    Hm, also ich kann nur von meinem Sohn erzählen und dessen Situation letztes Jahr.

    Unser Sohn (11/07) war auch in einer Krippe bis drei und wir hatten letztes Jahr im Mai, da war er etwas über 2 1/2 ein Entwicklungsgespräch mit den Erzieherinnen. Und obwohl wir wussten, dass er sich dort sehr wohl fühlt und dass er mit den Kindern seiner Gruppe gut auskommt, haben uns die Erzieherinnen nahegelegt, sobald wie möglich von der Krippe in den Kiga zu wechseln, da sie mehrfach in der letzten Beobachtungspahse gesehen hatten, wie gelangweilt unser Sohn zum großen Teil mit dem Angebot war und wie frustriert er war, wenn er versucht hatte Konflikte mit Worten zu lösen und sein Gegenüber ihm das Spielzeug der Begierde aber über den Kopf zimmerte.
    Und alles in allem sei er seinen Gruppenmitgliedern und Freunden (aus der Gruppe) kognitiv und sprachlich sehr überlegen, obwohl er bei weitem nicht der Älteste war und außerdem sagten sie,dass sie ihn dort nicht weiterfördern könnten und er neue Herausforderungen brauche. Motorisch war er ebenfalls fit, es gibt bestimmt Kinder, die sind mit 2 1/2 fitter, aber Klettern, Hüpfen,Rennen, balancieren,Fahrradfahren, etc. war drin.

    Weil wir den Einschätzungen der Erzieherinnen und unserem Bauchgefühl sehr vertrauten und weil wir die Möglichkeit hatten, ging er Ende Juli nach den Ferien in den Kindergarten, der zwar Kinder ab 2 nahm, aber in seiner Gruppe war er der Jüngste. Und obwohl wir die Einrichtung im Nachhinein nachmal gewechselt haben, weil das Konzept nicht gehalten hatte, was es versprochen hatte und sie eh etwas weit von unserem Wohnort entfernt war, hat der Kleine in den Monaten vor seinem 3. Geburtstag noch einmal einen richtigen Sprung gemacht,vorallem im Bereich "Erinnern,Widergeben,Wahrnehmen, Verstehen", er hat schnell neue Freunde gefunden, obwohl er eher nicht sooo extrovertiert ist und die meisten seiner Freunde waren so um die 4/5 und er durfte sogar öfters bei der "Bande der Großen" mitmachen, weil sie meinten: "Der Körper vom T. ist nur klein, der T. ist sonst aber nicht klein..."
    Also, so denken wir, hat er da schon etwas mitgenommen, was er in der Krippe vllt nicht mitgenommen hätte.

    Heute ist es so, dass er noch mit 2 Kindern aus der Krippe befreundet ist, die Kinder, bei denen weiterer Kontakt beidseitiges Interesse war und der Rest seiner Freunde eher älter ist als er, so 5/6/7.

    Also ich glaube, dass Kinder da relative flexible sind, was die Freunde betrifft und sie schnell wieder Anschluss finden. Dass deinem Sohn langweilig ist in der Krippe, würde mich sehr beunruhigen und ich würde es wirklich als Argument sehen, die Einrichtung bald zu wechseln, wenn es geht.

    Viel Glück!

  7. #7
    himmelstreppe ist offline addict

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    Standard Re: Verlust der Krippenfreunde durch Wechsel in Kindergarten

    Kann dir auch nur gut zureden.

    Bei uns ähnlich, Püppi war ab 14 Monaten bis 2,5J in Betriebskrippe und dann vorzeitiger Wechsel in örtlichen Kindergarten.

    Sie hat nicht eine Träne beim Abschied geweint, ich dagegen hatte nen Kloß im Hals, weil ich die Krippe einfach genial fand. Sie hatte sich glaub ich auch schon bissel gelangweilt am Schluss, war auch mit allem recht weit.


    Im neuen KiGa, Eingewöhnung NULL Problem (nach 3 Tagen schon dort geschlafen) Alles war neu, auch liebevoll, kleine Gruppe unter 3 Jahren, aber schon Kindergarten-Feeling mit den großen Gruppen im Haus.


    Bedenke: in dem Alter haben die Kinder kein Zeitgefühl - da ist keine Form von Gefühl, dass man nun Freunde verliert, die einem über 2 Jahre ans Herz gewachsen sind. Unsere hat die anderen Kinder SOFORT vergessen, hätte ich nicht erwartet. Aber da ist ja so viel neues, was die Kinder positiv empfinden (neues Spielzeug, größere Kinder zum Aufschauen)

    Was hilft m.E. für den Übergang:
    - wenn die Entscheidung steht: immer schon mal erwähnen, dass er nun groß ist und bald in den großen KiGa kommt
    - neuen Kindergarten schon mal besuchen und reinschnuppern
    - kennt ihr dort schon Kinder? - ggf. Kontakt vorab intensivieren. Bei uns im Ort kannten sich die Kinder schon aus der Krabbelgruppe/ Spielplatz
    - Hab Vertrauen und Zuversicht, Kinder merken das. Unsicherheit wird auch beim Kind ggf. zu Unsicherheit führen.

    Gutes Gelingen!
    Unser Sohn ist geboren, unser glück komplett :-)

    Unser Tochter ist da! :liebe:
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    Ich erkläre hiermit, dass alle Bilder/Texte, die über meinen Account/in meinem Namen verfasst und innerhalb der Eltern.de-Webseiten veröffentlich wurden, nicht ohne mein ausdrückliches Einverständnis vervielfältigt, in anderen Medien veröffentlich oder an Dritte weitergeben werden dürfen!

  8. #8
    lucky_keri ist offline Stranger

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    Standard Re: Verlust der Krippenfreunde durch Wechsel in Kindergarten

    Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für Eure tollen Ratschläge und Meinungen - das hat wirklich sehr geholfen!
    Mittlerweile haben wir die Zusage für den Kindergartenplatz, und es hört sich auch alles ganz toll an. Allerdings ist die Einrichtung ganz neu, quasi noch "im Bau" - und da kommt dann schon das nächste Problem: unser Sohn würde in der 1. Gruppe zusammen mit ein paar wenigen (gleichaltrigen?) Kindergartenkindern sowie mit Krippenkindern starten. Später, wenn das Personal an Bord ist und mehr Kindergartenkinder da sind, trennen sich die Gruppen. Es handelt sich bei der Einrichtung um eine Koop aus 3 Krippen- und 3 Kindergartengruppen. Am Anfang wird es aufgrund der Altersstruktur aber - wie gesagt - eher Krippencharakter haben. Größere Kinder > 4 Jahre vermutlich Fehlanzeige... Das wollten wir ja eigentlich gerade nicht mehr, sondern vielmehr dass er wieder Gleichaltrige zum Spielen hat und gefordert ist. Ich kann auch nicht einschätzen, wie schnell der Kindergarten voll belegt sein wird und wie sich die Altersstruktur dann gestaltet. Die älteren Kinder sind ja größtenteils schon mit einem Platz versorgt.
    Wir möchten auf jeden Fall keinen Rückschritt machen im Vergleich zur heutigen Situation. Der Kindergarten selbst und alles was ich bis jetzt darüber weiß, scheint toll zu werden.
    Hat jemand Erfahrungen in einer ähnlichen Situation?
    Danke!

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