Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 14

Thema: Eingewöhnung im Kindergarten

  1. #1
    Luthienne ist offline die Optimistische

    User Info Menu

    Standard Eingewöhnung im Kindergarten

    Hallo zusammen,

    ich habe im Moment das Gefühl, dass ich ein bisschen "Seele streicheln" und gute Gedanken brauchen kann.

    Ein wenig zur Vorgeschichte:
    Unsere Tochter ist im Umgang mit ihr gut bekannten Personen ein lebhaftes, neugieriges Kind, im Umgang mit nahezu fremden Menschen und auch in Kindergruppen mit mehr als drei Kindern sehr ruhig und beobachtend. Alle Beobachtungen werden dann im Nachgang der Familie mitgeteilt und durchdiskutiert.

    Seit sie sieben Monate alt ist, arbeite ich wieder Teilzeit, d.h. sie ist für zwei bzw. drei Tage in der Woche zu meinen Eltern gegangen und wurde dort betreut. Zu 95% hat sie sich darauf gefreut, selten gab es einmal Tränen.

    Nun haben wir letzte Woche mit der Kindergarteneingewöhnung losgelegt. Ich bin die Begleitperson und war an den ersten beiden Tagen durchgängig da. Sie war erwartungsgemäß zurückhaltend, ließ sich aber doch zum Basteln animieren und alles lief soweit gut. Am 3. Tag war ich dann auch schon mal ein paar Minuten außer Reichweite, am 4. Tag sogar für anderthalb Stunden. Hier hat sie dann nach mir geweint und ich wurde dann geholt (war in der Kita), sie ließ sich rasch trösten und hat dann den anderen Kindern noch ein wenig zugeschaut. Eine "Freundin" hat sie auch gefunden, die ähnlich ruhig wie sie ist und von der ständig erzählt wird.
    Am Freitag ging es dann los, dass ich überhaupt nicht mehr raus durfte, ohne dass sie in Tränen ausgebrochen ist, dabei ist ein Teil Show und ein Teil echter Traurigkeit. Nun gut, abwarten war angesagt.

    Am Wochenende haben wir den Kiga kaum thematisiert, am Sonntag kam dann das Gespräch noch einmal darauf und ich habe ihr erklärt, dass ein Kindergarten für Kinder ist, nicht aber für die Mamas und ich gerne am Montag gehen würde. Wir haben uns dann geeinigt, dass ich nach dem Frühstück gehe. Das ging dann überhaupt nicht, ich muss in Sichtweite, lieber noch in Berührungsweite, bleiben, so auch heute.

    Dann fühlt sie sich sicher, ist auch an Aktivitäten interessiert, wenn auch derzeit überwiegend noch beobachtenderweise, wenn es nicht um Basteln geht.

    Sie freut sich sehr auf jeden Tag, will auch hin, aber eben mit mir.

    Meine Gefühle sind im Moment sehr zwiegespalten, ich weiß überhaupt nicht, was ich denken soll. Auf der einen Seite weiß ich, dass sie dort gut aufgehoben ist und vor allen Dingen reif dafür ist, denn zuhause ist sie einfach nicht mehr ausgelastet, denn Kinder brauchen Kinder, was ich ihr einfach nicht in ausreichendem Maße bieten kann. Auf der anderen Seite fühle ich mich als "Versagerin", dass ich mein Kind nicht begleiten kann, um den "Absprung" innerhalb von zwei Wochen zu schaffen. Dummerweise vergleiche ich mich auch mit anderen, eine bescheuerte Angewohnheit, die ich nicht immer ablegen kann.

    Nächste Woche muss ich dann wieder arbeiten, das gibt mir zusätzlichen Druck, auch wenn ich in Form meiner Mutter, die dann die Eingewöhnung weiterführen wird, einen Plan B in der Tasche habe.

    So, nun habe ich mir ein bisschen was von der Seele geschrieben, nur eine Frage fehlt mir noch zum Abschluss, denn eigentlich kann mir keine von euch sagen, wie es bei uns weitergeht, aber vielleicht habt ihr ja auch ähnliche Einführungen gehabt und könnt mir von euren Erlebnissen berichten.

    Vielen Dank für das Lesen!

  2. #2
    LittleVoice23 ist offline endlich angekommen

    User Info Menu

    Standard Re: Eingewöhnung im Kindergarten

    Ich bin hier meist nur stille Mitleserin, aber ich wollte auf deinen Beitrag gerne reagieren. Unsere Töchter sind sich sehr ähnlich. Auch unsere Maus ist in bekanntem Umfeld lebhaft, selbständig agierend etc, und auf ungewohntem Terrain beobachtend, zurückhaltend, schüchtern.

    Sie ging allerdings schon mit einem Jahr in die Krippe. Im August haben wir die Einrichtung gewechselt und da hatten wir auch noch mal Eingewöhnung, es lief ähnlich wie bei euch. Allerdings bin ich nach dem 4. Tag dann direkt heim gegangen, so war das auch mit den Erziehern abgesprochen, damit sie merkt, dass es kein Regelfall ist, dass Mama mit da ist. Nach 2 Stunden habe ich sie wieder abgeholt und das Handy immer parat, falls es gar nicht ging.

    Sie hat nach anfänglichem Theater sich dann aber ablenken lassen und ließ sich auch beruhigen.

    Was sagen denn die Erzieher dazu? Vielleicht muss sie da einfach mal durch? Wenn sie merkt, Mama kommt immer gleich, wenn ich mich nicht beruhige, nutze ich das mal aus...?Meine würde das so machen

    Wie lange warst du jetzt am Stück weg? Hat sie da die ganze Zeit Theater gemacht? Was macht sie denn gerne? Vielleicht können die Erzieher sie damit locken?

    Halte durch, alles wird gut. Unsere Maus hat 4 Monate gebraucht, um wirklich anzukommen. Sie hat 4 Monate lang nicht gegessen in Kita, auch Sachen, die sie sonst liebt, aber seit Anfang Dezember ist der Knoten geplatzt und sie isst, spielt selbständig, ist nicht mehr nur in dieser Beobachterposition, sondern agiert von sich aus...

    Ich drück die Daumen!!

  3. #3
    sanny76 ist offline enthusiast

    User Info Menu

    Standard Re: Eingewöhnung im Kindergarten

    Hallo,

    von Deiner Erzählung her ähneln sich unsere Kinder stark!
    Ich hatte versucht meine Tochter letztes Jahr (mit 2,5 Jahren) bei einer Tagesmutter einzugewöhnen. Es hat sich wie bei Dir beschrieben abgespielt. Es gab kein Vor, eher ein Zurück, wir haben die Eingewöhnung nach etwas über 3 Wochen abgebrochen....
    Nun wird sie bald 3 Jahre alt und soll auch in den Kindergarten gehen.... ich bin gespannt wie es dort mit der Eingewöhnung wird.....bibber.... Sie selber sagt, sie freut sich darauf. Aber wahrscheinlich nur, so lange ich dort bleibe, lach.
    Ich weiß auch nicht wie der Kindergarten auf den Trennungsschmerz eingeht. Damals bei meinem Sohn (anderer Kindergarten als jetztiger) ist man dann gegangen und die Erzieherinen haben das Kind beruhigt und gut war.... war für mich als Mutter immer ein blödes Gefühl ein weinendes Kind zurückzulassen, aber am Mittag wurde mir immer versichert, er habe sich schnell beruhigen lassen. Naja und er hat auch nie *großartig* geschimpft, dass es ihm im Kindergarten nicht gefalle.... von daher vielleicht doch mal einen Tipp in Deine Richtung >>> Deiner Tochter morgens erzählen, dass Du sie heute nur abgibst und dann einen Termin beim Friseur hast (also nichts schlimmes, kein Arzttermin oder so, nicht das sich die Kleine Sorgen macht) und Du sie nach !! dem Termin wieder abholst, (sprich wenn der Kindergarten zu Ende ist)..... Also vor vollendete Tatsachen stellen und mal gucken was passiert und ob sie sich beruhigen läßt....Wäre das ne Option für Dich?

  4. #4
    Luthienne ist offline die Optimistische

    User Info Menu

    Standard Re: Eingewöhnung im Kindergarten

    Danke dir für deine lieben Worte!

    Ich sage dazu, dass 70% Show sind und 30% echte Traurigkeit, das Problem ist leider, dass sie im Moment so auf mich fixiert ist und sie wortwörtlich klammert, wenn ich auch nur Anstalten mache, den Raum zu verlassen.

    Die Erzieherinnen meinen, dass sie sich mit meiner Anwesenheit ihr Ritual schafft, das sehe ich auch so, sie sind allerdings auch der Meinung, dass es bei meiner Tochter falsch wäre, wenn ich gehe und sie heult wie am Spieß. Auch das sehe ich genauso, denn sie ist ein willensstarker Mensch und wenn sie dann eine Einstellung gegen den Kindergarten bekommt, geht der Spaß erst richtig los. Es ist also eine etwas zwiespältige Situation...

    Letzte Woche war ich ja auch immer mal draußen, einmal sogar anderthalb Stunden. Manchmal hat sie sich trösten lassen, andere Male überhaupt nicht... Das waren dann die Momente, wo mich die Erzieherinnen haben holen lassen. Wir haben es noch nicht geschafft, dass ich wiederkomme und sie noch zufrieden spielt, ich glaube, dass hier ein Problem liegt. Allerdings muss ich mich ja auch ein bisschen auf die Erfahrung der Erzieherinnen verlassen, wenn sie eine Abwesenheitsdauer x vorgeben, dummerweise war das immer ein paar Minuten zu lang für mein Kind.

    Im Nachgang hätte die Eingewöhnung mein Mann machen müssen, denn so sehr sie ihn liebt, klammert sie doch bei mir noch mehr als bei ihm. Aber wie so oft, ist man später immer schlauer.

    Wir werden sehen, wie es in der nächsten Woche klappt, wenn meine Mutter "übernimmt" und wir das Ritual brechen... Und auch diese Woche hat ja noch drei Tage, da kann viel passieren.

  5. #5
    Britta02 Gast

    Standard Re: Eingewöhnung im Kindergarten

    Hm, Erfahrungen... bei uns war es problemlos, aber nur weil Minimanns Freundin schon einen Monat da war und ihn quasi in die Gruppe eingeführt hat. Das ist sicher nicht zu vergleichen.

    Ich finde gut, dass du deinem Kind sagst, dass der Kindergarten für Kinder da ist und nicht für Eltern. Und eine Woche hast du ja noch. Das ist viel Zeit in dem Alter. Wichtig ist, dass sie zu einer Erzieherin eine Beziehung aufbaut, dass sich also nicht immer der oder der mit ihr beschäftigt, sondern deinem Kind klar (gemacht) wir: Welcher Erwachsene ist für mich da.
    Das würde ich mit den Erzieherinnen besprechen und dem Kind immer wieder sagen. Und ja, Abschiede tun weh, aber es ist, wie du selbst bemerkst, richtig und wichtig das dein Kind auch Strategien ohne dich findet.

    Sollte es gar nichtgleich gut klappen gibt es immer noch andere Möglichkeiten, jenseits der Oma, die dann weitermacht. Auch wenn du sie jetzt nicht siehst, es geht immer eine Tür auf. Ich würde es schon erst mal ohne die Oma versuchen, Denn wenn jetzt Oma statt Mama mitkommt gibt man dem ganzen Abschied aus Kindersicht ja wieder etwas mehr Gewicht. Aber mach das besser in Absprache mit den Erzieherinnen. Sie können am besten einschätzen, wie sie mit dem Kind zurechtkommen und ob es besser wäre Oma dazuzuholen oder nicht.

    Und wenn, dann hast nicht du versagt, sondern dein Kind hat die Probleme. Du machst es nicht besser für deine Tochter, wenn du dich schlecht fühlst.

  6. #6
    Luthienne ist offline die Optimistische

    User Info Menu

    Standard Re: Eingewöhnung im Kindergarten

    Ja, Britta, du hast ja recht, ich neige dazu, mir Probleme anderer zu eigen zu machen... Bei Menschen, die mir nahe stehen, natürlich erst recht...

    Die Taktik, dass sie im Kindergarten immer an die Erzieherinnen verwiesen wird, fahren wir übrigens durchgängig, das ging ganz ohne Austausch zwischen den Damen und mir.

    Wisst ihr, bislang habe ich mir im Vorfeld immer so viele Gedanken gemacht und alles klappte recht reibungslos. Dieses Mal eben nicht, das ist eine neue Erfahrung. Ich lasse jetzt erst mal die nächsten beiden Tage rumgehen und dann werden wir am Freitag Strategien für die nächste Woche basteln.

    Vielleicht ist es ja schon morgen soweit, dass ich für einige Zeit "arbeiten" gehen darf (das ist unser "Friseurbesuch", denn "arbeiten" kennt sie). Manchmal ist es einfach auch wichtig, Gedanken niederzuschreiben, wenn ich das Gefühl habe, mich in Gesprächen eher im Kreis zu drehen.

    Übrigens sitzt meine Tochter mir gerade gegenüber und klebt begeistert "Fensterbilder", während sie mir vom Kindergarten und den Erzieherinnen erzählt ("... hat aber einen anderen Kleber, den will ich morgen haben").

  7. #7
    Y0008495 ist offline Stranger

    User Info Menu

    Standard Re: Eingewöhnung im Kindergarten

    Mein Kleiner klammert auch sehr und die Trennung war eine Woche lang eine Katastrophe. Dann kamen die Erzieherinnen auf die Idee, ich solle ihm ein Album mit Photos von unserer Familie mitgeben. Sobald er angefangen hat zu jammern, haben sie mit ihm die Photos angeguckt. Von dem Tag an hatten wir kein Problem mehr. Vielleicht kannst Du das ja auch mal probieren. Ansonsten wünsche ich Euch alles Gute.

  8. #8
    Luthienne ist offline die Optimistische

    User Info Menu

    Standard Re: Eingewöhnung im Kindergarten

    Danke dir für den Tipp, ich werde es morgen mal als Überlegung ansprechen!

    Heute war ich immerhin mal eine halbe Stunde abgemeldet, zwar noch im Raum, aber um die Ecke und nicht direkt greifbar. Es wird, mit Geduld und Zeit. :)

  9. #9
    schmidtka ist offline Stranger

    User Info Menu

    Standard Re: Eingewöhnung im Kindergarten - Essen

    Uns geht es ähnlich. Unsere Maus ging erst mit 3einviertel in den Kiga, jetzt fast ein halbes Jahr. Vorher war sie zu Hause. Die große Schwester ist in der gleichen einzigen Mischgruppe des kleinen Kindergartens. Trotzdem war der Anfang schwer und nach dem WE oder Pausen (wie die Ferien jetzt) ist es oft schwer morgens. Ich weiß aber inzwischen, dass sie dann mittags beim Abholen glücklich vom Tag erzählt.

    Unser einziges Manko: Sie will mittags nicht mitessen. Wie wir von ihr rausgehört haben, möchte sie kein Essen von anderen Menschen als uns annehmen (Frühstück gibts zu Hause). Hat jemand ähnliche Erfahrungen und Tipps? Wir nehmen nun immer noch das Essen mit heim und sie isst dann hier zu Hause (so lernt sie immerhin die Gerichte der Kita kennen).

  10. #10
    whalewatcher Gast

    Standard Re: Eingewöhnung im Kindergarten

    ich glaube, da hilft nur abwarten. eine freundin meiner tochter hat dasselbe verhalten an den tag gelegt. sie wollte einfach nicht im kiga essen.

    wobei die eltern es so gehandhabt haben, dass sie ihr immer etwas zum mittagessen in den kiga mitgegeben haben. so war sie beim essen immer inmitten der anderen kinder.

    nach ca. einem dreivierteljahr siegte dann wohl doch die neugier oder der "gruppendruck". seitdem isst sie problemlos mit.

    vielleicht könntet ihr ihr ja auch eine weile etwas mitgeben? ich glaube, dass der wunsch von kindern, dasselbe wie ihre altersgenossen zu tun bzw. haben, automatisch dafür sorgt, dass sie irgendwann diese scheu ablegen.

    hauptsache jedoch, dass kein druck ausgeübt wird.

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •