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Thema: Forderungen der Tagesmutter unrealistisch oder ok?

  1. #1
    Duftox ist offline Stranger

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    Standard Forderungen der Tagesmutter unrealistisch oder ok?

    Liebes Forum,

    bitte seid so lieb und gebt mir mal eine Einschätzung zu unserer derzeitigen Situation. Unser Sohn ist jetzt gut 1,5 Jahre alt und seit ca. zwei Monaten bei einer Tagesmutter. Den ersten Monat war er 5h pro Tag da, seit dem zweiten Monat ist er 7h pro Tag dort. Das wollten wir eigentlich gar nicht, aber wir wurden von der Tagesmutter massiv unter Druck gesetzt, dass sie den Vertrag kündigt, wenn wir nicht sofort auf 7h hochgehen. Darum soll es aber hier gar nicht gehen - nur mal so als Einleitung, um einen Eindruck zu bekommen.

    Der Tagesablauf ist bei dieser Tagesmutter strikt vorgegeben, vor allem, dass die Kinder alle um 12.15 Uhr ins Bett müssen, Abweichler "werden nicht geduldet." Die Tagesmutter sagt, dass sie die Zeit für Pause machen und Küche aufräumen braucht. Nun ist das bei unserem Sohn allerdings ein ziemliches Problem, der ist nämlich um diese Zeit noch gar nicht müde. Zuhause würde er frühestens gegen 13.30 Uhr einen Mittagsschlaf machen. und somit hat die Tagesmutter natürlich auch ein Problem ihn so früh ins Bett zu bekommen. Schon am zweiten Tag fing sie an, uns ihr Leid zu klagen und uns ein extrem schlechtes Gewissen zu machen, weil unser Sohn ja ihre "Pläne durchkreuzt". Außerdem macht sie uns diverse Vorgaben: Wir sollen unseren Sohn auch zuhause um 12.15 Uhr ins Bett stecken und auch am Wochenende sehr früh aufstehen, damit er sich an den Rhythmus gewöhnt. Außerdem sollen wir ihn nach 10 Minuten alleine lassen und nicht warten bis er eingeschlafen ist (was bedeuten würde, dass er sich im Bett in den Schlaf schreit, probiert haben wir das noch nicht!).

    Wir arbeiten beide sehr hart und kommen in der Regel erst um 0 Uhr ins Bett, da ist es natürlich eher nicht so toll, dann am Wochenende den Kleinen schon um 6 Uhr aus dem Tiefschlaf zu reißen und ihn dann selbst schlaftaumelnder Weise betreuen zu dürfen. Auch ist es nahezu unmöglich ihn um 12.15 ins Bett zu stecken, wie soll das gehen, dann müssten wir um 10 Uhr anfangen Mittagessen zu kochen und um 11 Uhr essen, damit das hinzubekommen ist. Das sind ja Wochenenden, auf die man sich richtig freuen kann :-( Aber am allerwenigsten möchte ich, dass sich mein 1,5 Jahre altes Kind in den Schlaf schreien muss!

    Ich bin verunsichert. Ist es wirklich übliche Praxis in der Kindertagespflege, dass Kinder funktionieren müssen wie ein Uhrwerk? Muss eine Tagesmutter nicht zur Eingewöhnung neuer Kinder mehr Zeit einplanen? Gerade für unter 2 Jährige bekommt sie doch noch mal ordentlich Kohle extra, da hätte ich angenommen, dass sich das dann auch in einer etwas intensiveren Betreuung widerspiegelt?! Müssen wirklich alle Kinder schlafen, sodass die Tagesmutter Zeit für Pausen und Küche aufräumen hat? Dann frage ich mich, warum wir für einen 7h Vertrag mehr zahlen als für einen 5h Vertrag, nur für die Pausen und die Reinigungsarbeiten der Tagesmutter? Eigentlich haben wir so rein gar nichts von den zusätzlichen 2 Stunden, denn 2h schlafen würde er auch zuhause, nur dann eben etwas später wenn er müde ist.

    Was ist Eure Erfahrung mit der Tagesbetreuung? Ist sowas normal?

    Vielen Dank für Eure Meinungen & Erfahrungen. Gerne auch Tipps, wie wir der Tagesmutter helfen können, dass unser Sohn schon um kurz nach 12 schlafen kann, ohne dass wir selbst um 5 Uhr dafür aufstehen müssen.

  2. #2
    lona ist offline journey (wo)man

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    Standard Re: Forderungen der Tagesmutter unrealistisch oder ok?

    Guten Morgen,
    dass eine Tagesmutter mit Kündigung des Vertrages droht, sobald man nicht die gewünschte Stundenzahl erfüllt, ist mir noch nicht untergekommen... Und dann noch sich ins Privatleben der Eltern so einzumischen. Kann es sein, dass diese Tagesmutter zu euch und eurem Lebenskonzept nicht wirklich passt? Wobei ich auch weiß, wie schwierig es ist, überhaupt jemanden zu finden.
    *+
    Wir haben Tagesmutter und Krippe durch. Bei beiden war irgendwann zeitnah nach dem Mittagessen Schluss und Ruhepause. Kinder, die nicht schlafen konnten, wurden aber (leise) weiter betreut. Die Tagesmutter hat zwar auch versucht, einen Rhythmus einzuhalten (und die meisten Kinder waren gegen halb eins auch müde), aber wenn eines nicht schlafen konnte oder wollte, wurde dieses natürlich weiter betreut, auch wenn sie die Pause tatsächlich auch zum Aufräumen etc genutzt hat und auch, um selbst Mittag zu essen.
    Nach meinen Erfahrungen dauert es eine Weile, bis Kinder sich an den Rhythmus woanders angepasst haben. Und wenn sie ganz anders gepolt sind vom Schlafwachrhythmus, wird es auch nach Monaten schwierig.

  3. #3
    Duftox ist offline Stranger

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    Standard Re: Forderungen der Tagesmutter unrealistisch oder ok?

    Hallo Lona,

    danke Dir für Deine Antwort. Es tut gut sich darüber mal ein bisschen auszutauschen. Momentan sind wir eben sehr verunsichert, weil wir nicht wissen, ob wir zu "zimperlich" sind oder ob die Forderungen der Tagesmutter tatsächlich eher unüblich sind. Man hat ja selbst immer so eine "heile Welt" Vorstellung, wie man es sich für sein Kind wünschen würde, aber vielleicht ist die Welt einfach nicht so.

    Du sagst, dass "sie nicht zu unserem Lebenskonzept" passt. Aber eigentlich haben wir gar kein so spezielles "Lebenskonzept". Wir sind eigentlich ziemlich flexibel. Nur würden wir natürlich ungern morgens 2 Stunden früher aufstehen als nötig, nur damit unser Sohn dann um 12 auch todmüde ist und sich möglichst leicht ins Bett bringen lässt. Ich hätte da tatsächlich gedacht, dass Kinder, die nicht müde sind, auch nicht schlafen müssen. Aber sie sagt knallhart "Ich bleibe 10-20 Minuten bei den Kindern und wenn sie dann schreien, müssen sie schreien."

    Ich würde mich sehr über weitere Kommentare freuen, wie die Ruhezeit bei den Tagesmüttern anderer Eltern so läuft.

    Vielen Dank

  4. #4
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: Forderungen der Tagesmutter unrealistisch oder ok?

    Zitat Zitat von Duftox Beitrag anzeigen
    Liebes Forum,

    bitte seid so lieb und gebt mir mal eine Einschätzung zu unserer derzeitigen Situation. Unser Sohn ist jetzt gut 1,5 Jahre alt und seit ca. zwei Monaten bei einer Tagesmutter. Den ersten Monat war er 5h pro Tag da, seit dem zweiten Monat ist er 7h pro Tag dort. Das wollten wir eigentlich gar nicht, aber wir wurden von der Tagesmutter massiv unter Druck gesetzt, dass sie den Vertrag kündigt, wenn wir nicht sofort auf 7h hochgehen. Darum soll es aber hier gar nicht gehen - nur mal so als Einleitung, um einen Eindruck zu bekommen.

    Der Tagesablauf ist bei dieser Tagesmutter strikt vorgegeben, vor allem, dass die Kinder alle um 12.15 Uhr ins Bett müssen, Abweichler "werden nicht geduldet." Die Tagesmutter sagt, dass sie die Zeit für Pause machen und Küche aufräumen braucht. Nun ist das bei unserem Sohn allerdings ein ziemliches Problem, der ist nämlich um diese Zeit noch gar nicht müde. Zuhause würde er frühestens gegen 13.30 Uhr einen Mittagsschlaf machen. und somit hat die Tagesmutter natürlich auch ein Problem ihn so früh ins Bett zu bekommen. Schon am zweiten Tag fing sie an, uns ihr Leid zu klagen und uns ein extrem schlechtes Gewissen zu machen, weil unser Sohn ja ihre "Pläne durchkreuzt". Außerdem macht sie uns diverse Vorgaben: Wir sollen unseren Sohn auch zuhause um 12.15 Uhr ins Bett stecken und auch am Wochenende sehr früh aufstehen, damit er sich an den Rhythmus gewöhnt. Außerdem sollen wir ihn nach 10 Minuten alleine lassen und nicht warten bis er eingeschlafen ist (was bedeuten würde, dass er sich im Bett in den Schlaf schreit, probiert haben wir das noch nicht!).

    Wir arbeiten beide sehr hart und kommen in der Regel erst um 0 Uhr ins Bett, da ist es natürlich eher nicht so toll, dann am Wochenende den Kleinen schon um 6 Uhr aus dem Tiefschlaf zu reißen und ihn dann selbst schlaftaumelnder Weise betreuen zu dürfen. Auch ist es nahezu unmöglich ihn um 12.15 ins Bett zu stecken, wie soll das gehen, dann müssten wir um 10 Uhr anfangen Mittagessen zu kochen und um 11 Uhr essen, damit das hinzubekommen ist. Das sind ja Wochenenden, auf die man sich richtig freuen kann :-( Aber am allerwenigsten möchte ich, dass sich mein 1,5 Jahre altes Kind in den Schlaf schreien muss!

    Ich bin verunsichert. Ist es wirklich übliche Praxis in der Kindertagespflege, dass Kinder funktionieren müssen wie ein Uhrwerk? Muss eine Tagesmutter nicht zur Eingewöhnung neuer Kinder mehr Zeit einplanen? Gerade für unter 2 Jährige bekommt sie doch noch mal ordentlich Kohle extra, da hätte ich angenommen, dass sich das dann auch in einer etwas intensiveren Betreuung widerspiegelt?! Müssen wirklich alle Kinder schlafen, sodass die Tagesmutter Zeit für Pausen und Küche aufräumen hat? Dann frage ich mich, warum wir für einen 7h Vertrag mehr zahlen als für einen 5h Vertrag, nur für die Pausen und die Reinigungsarbeiten der Tagesmutter? Eigentlich haben wir so rein gar nichts von den zusätzlichen 2 Stunden, denn 2h schlafen würde er auch zuhause, nur dann eben etwas später wenn er müde ist.

    Was ist Eure Erfahrung mit der Tagesbetreuung? Ist sowas normal?

    Vielen Dank für Eure Meinungen & Erfahrungen. Gerne auch Tipps, wie wir der Tagesmutter helfen können, dass unser Sohn schon um kurz nach 12 schlafen kann, ohne dass wir selbst um 5 Uhr dafür aufstehen müssen.
    Das eine Tagesmutter einen möglichst einheitlichen Ablauf und Rhythmus wünscht, ist nachvollziehbar. wenn dann die Vorstellungen der Tagesmutter nicht mit denen der Eltern übereinstimmen oder so weit auseinander gehen wie bei euch, passt ihr wahrscheinlich einfach nicht zusammen. An eurer Stelle würde ich mir eine andere Betreuung suchen.

    Wurden denn diese Dinge nicht vorab alle besprochen (inkl. der Stundenzahl)? Wurde euch die Tagesmutter übers Jugendamt vermittelt?

  5. #5
    lona ist offline journey (wo)man

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    Standard Re: Forderungen der Tagesmutter unrealistisch oder ok?

    Hallo nochmal,
    ich meinte mit dem Lebenskonzept, dass ihr ganz offensichtlich ganz andere Ideen bezüglich der Kindererziehung habt als die Tagesmutter. Und ja, ich finde eure auch vernünftiger. Sie erwartet ja offensichtlich, dass ihr euer komplettes Leben anpasst, damit es bei ihr möglichst bequem zugeht. Zwar verständlich, aber nicht wirklich nett, oder?!
    Und das mit dem Schreien lassen geht bei Kleinkindern in dem Alter meiner Meinung nach gar nicht! Die Kinder sollen doch mit ein bisschen Liebe und Hingabe begleitet werden.
    Nach meiner Erfahrung haben auch Kinder schon einen bestimmten Biorhythmus. Den kann man mal ein bisschen verschieben, aber ihn komplett auf links zu drehen wird extrem schwierig und sorgt wahrscheinlich nur dafür, dass der Kleine sich nicht mehr wohl fühlt über den ganzen Tag.
    Habt ihr denn eine Alternative, die ihr nehmen könntet? Andere Tagesmutter, Krippe oder ähnliches? Für mich klingt das nämlich so, als würdet ihr auf Dauer da nicht zufrieden werden mit der Betreuung. Wir hatten damals was Ähnliches - haben uns einen Tagesmutterplatz angeschaut (das war der einzige in mehreren Monaten, der frei wurde) und ihn abgelehnt, weil irgendwas meinen Mann und mich gestört hat. Ich kann bis heute nicht sagen, was. Aber wir hatten Glück und haben nach viel Telefonieren einen Platz woanders bekommen, wo wir das GEfühl hatten, dass das Kind super und liebevoll betreut wurde. Natürlich gab es auch dort feste Zeiten für Essen etc, aber insgesamt passte das viel besser. Und da wurde auch kein Kind schreien gelassen, wenn es nicht schlafen wollte.
    Liebe Grüße
    Lona

  6. #6
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: Forderungen der Tagesmutter unrealistisch oder ok?

    Zitat Zitat von lona Beitrag anzeigen
    Hallo nochmal,
    ich meinte mit dem Lebenskonzept, dass ihr ganz offensichtlich ganz andere Ideen bezüglich der Kindererziehung habt als die Tagesmutter. Und ja, ich finde eure auch vernünftiger. Sie erwartet ja offensichtlich, dass ihr euer komplettes Leben anpasst, damit es bei ihr möglichst bequem zugeht. Zwar verständlich, aber nicht wirklich nett, oder?!
    Und das mit dem Schreien lassen geht bei Kleinkindern in dem Alter meiner Meinung nach gar nicht! Die Kinder sollen doch mit ein bisschen Liebe und Hingabe begleitet werden.
    Nach meiner Erfahrung haben auch Kinder schon einen bestimmten Biorhythmus. Den kann man mal ein bisschen verschieben, aber ihn komplett auf links zu drehen wird extrem schwierig und sorgt wahrscheinlich nur dafür, dass der Kleine sich nicht mehr wohl fühlt über den ganzen Tag.
    Habt ihr denn eine Alternative, die ihr nehmen könntet? Andere Tagesmutter, Krippe oder ähnliches? Für mich klingt das nämlich so, als würdet ihr auf Dauer da nicht zufrieden werden mit der Betreuung. Wir hatten damals was Ähnliches - haben uns einen Tagesmutterplatz angeschaut (das war der einzige in mehreren Monaten, der frei wurde) und ihn abgelehnt, weil irgendwas meinen Mann und mich gestört hat. Ich kann bis heute nicht sagen, was. Aber wir hatten Glück und haben nach viel Telefonieren einen Platz woanders bekommen, wo wir das GEfühl hatten, dass das Kind super und liebevoll betreut wurde. Natürlich gab es auch dort feste Zeiten für Essen etc, aber insgesamt passte das viel besser. Und da wurde auch kein Kind schreien gelassen, wenn es nicht schlafen wollte.
    Liebe Grüße
    Lona
    Ich hatte damals auch erst mehrere Tagesmütter abgeklopft, bis ich eine für uns passende gefunden hatte.

  7. #7
    Duftox ist offline Stranger

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    Standard Re: Forderungen der Tagesmutter unrealistisch oder ok?

    Wir haben einige Monate gesucht ohne etwas zu finden. Ob wir jetzt eine Alternative finden würden weiß ich nicht. Aber natürlich überlegen wir in diese Richtung. Natürlich ist es für ein 1,5 Jahre altes Kind aber auch nicht schön, plötzlich wieder "rausgerissen" zu werden und woanders neu anfangen zu müssen. Die ersten Freundschaften sind ja schon geknüpft :-) Außerdem gibts auch beim Wechsel keine Garantie, dass dann alles besser ist. Deshalb machen wir uns diese Entscheidung nicht leicht und versuchen ja unter anderem auch Eure Erfahrungen ein bisschen mit einfließen zu lassen.

  8. #8
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: Forderungen der Tagesmutter unrealistisch oder ok?

    Zitat Zitat von Duftox Beitrag anzeigen
    Wir haben einige Monate gesucht ohne etwas zu finden. Ob wir jetzt eine Alternative finden würden weiß ich nicht. Aber natürlich überlegen wir in diese Richtung. Natürlich ist es für ein 1,5 Jahre altes Kind aber auch nicht schön, plötzlich wieder "rausgerissen" zu werden und woanders neu anfangen zu müssen. Die ersten Freundschaften sind ja schon geknüpft :-) Außerdem gibts auch beim Wechsel keine Garantie, dass dann alles besser ist. Deshalb machen wir uns diese Entscheidung nicht leicht und versuchen ja unter anderem auch Eure Erfahrungen ein bisschen mit einfließen zu lassen.
    Nochmal die Frage: Was war denn vorab vereinbart, sowohl zur Betreuungszeit/Stundenzahl als auch zum Thema feste Zeiten für Essen und Schlafen?

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