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  1. #21
    Falke ist offline addict

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Du kannst, mit Aussicht auf Erfolg, nach AGG klagen. Kindergärten dürfen aufgrund ihres Glauben, Herkunft oder ethnische Rasse jemanden ablehnen. Zumal kirliche Einrichtungen zum großen Teil vom Staat finanziert wird.
    Las dich nicht unterkriegen und hör nicht auf das Geschwätz, ist doch nicht schlimm, das dein Kind betet.

  2. #22
    Feenmutter ist offline addict

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Zitat Zitat von Syrah Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich habe gerade einen Brief bekommen, in dem mir mitgeteilt wird, daß mein Sohn in unserem "Wunsch"-Kindergarten (eher die Lösung, mit den wenigsten Bauchschmerzen...) nicht genommen wird. Grund ist, daß ich in meiner Anmeldung darauf bestanden habe, daß er an keinerlei Gebeten und Kirchgängen teilnimmt.

    Nun ist es leider so, daß wir in einer Gegend leben (Emsland), in der es im Umkreis von über 50 km keinen Kindergarten gibt, in dem nicht ausgiebigst gebetet wird. Selbst die sog. kommunalen Kindergärten werden genauso geführt, wie die evangelischen oder katholischen.

    Ich habe jetzt die Dame, die uns abgelehnt hat, angerufen, und mich beschwert. Sie weist darauf hin (nachdem sie sich über meinen Wunsch, nicht zu beten, aufgeregt hat), daß für meinen Sohn sowieso der Kindergarten der Nachbargemeinde (auch noch katholisch!) zuständig ist, der im übrigen einen sehr schlechten Ruf hat.

    Ich habe sie darauf hingewiesen, daß wir Atheisten sind (in 5. Generation nicht getauft und stolz darauf) und auch ein Recht auf Religionsfreiheit haben. In unserem Fall Freiheit von der Religion. Sie will das jetzt nochmal prüfen (war schwer begeistert, daß ich ihre Privatnummer rausgesucht hatte; aber ich war so wütend...). Das Ergebnis ist mir eigentlich auch jetzt schon klar.

    Meine Anwältin erreiche ich erst morgen früh. Ich möchte das eigentlich nicht so hinnehmen. Es gibt hier auch keine Alternativen, wie z. B. der von mir favorisierte Montessorikindergarten (65 km...), oder einen privaten Kindergarten.

    Ich erwarte auch keinerlei finanzielle Unterstützung (bekommen wir sowieso nicht) von der Gemeinde oder sowas. Alles, was ich will, ist das mein Sohn FREI und mit seinen EIGENEN Ideen und Gedanken aufwächst, ohne gleich in irgendeine Schablone gedrückt zu werden, die er noch gar nicht versteht. Aber das ist in dieser gottverfluchten Gegend scheinbar nicht möglich! Das kann doch nicht sein, daß man hier zum Beten gezwungen wird, aber auf der anderen Seite für verrückt erklärt wird, wenn man als Mutter arbeitet (statt am Herd zu stehen) und auch noch nach einem ZWEISPRACHIGEN Kindergarten gefragt hat (welch Blasphemie; Bildung? Da reicht ja wohl die Bibel...).

    Weiß hier vielleicht jemand, welche Rechte ich wirklich habe oder auch nicht habe? Wer darf eigentlich einen Kindergarten gründen???

    Vielen, vielen Dank im Voraus!!!

    Syrah
    Wenn es ein kirchlicher Kindergarten ist, verstehe ich es schon.
    Denn man vermittelt den Kindern dort den Glauben.
    Wir hatten damals , als ich mein Praktikum machte Zeugen Jeovas im Kindergarten.
    Die Kinder durften nichts mitmachen.
    Mir taten die Kinder leid und ich verstand nicht, warum man sie dort angemeldet hat.


    Liebe Grüße Feenmutter

  3. #23
    Syrah Gast

    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Also, erst mal vielen Dank für die vielen Meinungen. Aber ich glaube, ich muß mal ein paar Dinge klarstellen:

    1. Ich verlange nicht von anderen, daß sie nicht beten, sondern ich möchte, daß mein Sohn da nicht zu gezwungen wird.

    2. Der Kindergarten, den ich zunächst ausgesucht hatte, ist evangelisch. Es gibt aber auch keinen kommunalen Kindergarten (ich habe alle abgeklappert), wo nicht genauso und z. T. noch intensiver religiös gelebt wird (Beten, feste Tage in der Kirche, usw.), wie in den kirchlich getragenen.

    3. Der Kindergarten, der für uns "zuständig" ist, ist katholisch. Das volle Programm.

    4. Die Gegend ist extrem religiös. Ich durfte mir sogar beim Schwimmen einen ungewollten Vortrag des Bademeisters anhören, daß Frauen mind. 5 Kinder haben müßten (so wie seine), ein "gottesfürchtiges" Leben führen müßten und nicht arbeiten dürften, bevor das jüngste Kind 14 wäre (Perspektive: Supermarktkasse).
    Das war nicht die einzige Erfahrung dieser Art.

    Wir wohnen hier, weil mein Mann hier geboren ist (nicht praktizierender Katholik!). Doch, wir feiern Weihnachten und Ostern, allerdings die "Light-Version". Einfach, weil wir Spaß am Schenken, einem geschmückten Baum und bunten Eiern haben. Das kann uns wohl niemand verbieten. Wenn ich Chanukkah (Schreibweise??) feiern wollte, würde ich das auch tun. Ich brauche weder einen Grund, noch eine Erlaubnis, sowas zu machen!

    Ich bin in einer Stadt großgeworden, in der es viele Nationalitäten gab. Zu Weihnachten haben wir z. B. türkische Weihnachtslieder gelernt, usw. Danach habe ich lange in den USA und Kanada gelebt. Insbesondere in Kanada ist man sehr tolerant. Jeder glaubt, was er möchte. Glaubensbekenntnisse in staatlichen Einrichtungen, wie z. B. Schulen und Kindergärten, sind absolut tabu. Aber jeder darf trotzdem seinen Glauben leben. Unsere Freunde kommen aus aller Herren Länder, haben völlig verschiedene Glaubensrichtungen. Kein Problem. Aber ich lasse mich nicht dazu zwingen! Und ein dreijähriges Kind ist noch nicht in der Lage, sowas einzuordnen!

    Hier in "unserer" Gegend habe ich das Gefühl, ins Mittelalter katapultiert worden zu sein. Ich habe dem Kindergarten gesagt, daß es kein "Betreuungsproblem" geben wird, da ich kein Problem damit habe, meinen Sohn an den (regelmäßig stattfindenden Kirchentagen; also Tage, an denen die Gruppe nur in der Kirche ist!) eben zu Hause behalte. Außerdem hätte ich ihn einfach 15 Minuten später gebracht, also Bye-Bye Morgengebet. Ich hatte mich damit einverstanden erklärt, daß er ansonsten normal teilnimmt, also z. B. auch, wenn Geschichten aus der Bibel erzählt werden.

    Doch. Ich halte mich schon für einen toleranten und weltoffenen Menschen. Aber ich habe hier nicht das Gefühl, daß das für alle gilt.

  4. #24
    Syrah Gast

    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Das Problem bei uns ist, es gibt einfach keine Alternative.

    Zum Theman Kruzifixe in Bayrischen Schulen gibt's auch ein Urteil: http://www.kanzlei.de/kruzi2.htm

    Ist keineswegs okay! Aber ist schon klar. Christen sind natürlich immer im Recht, also gelten solche Urteile für die natürlich nicht...

  5. #25
    mäxchenst Gast

    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    naja vielleicht bist du auch zu forsch drangegangen. man kann doch bestimmt auch eine lösung finden in der situation. ich würde das kind trotzdem in diesen kindergarten bringen, aber eben bitten wenn er nicht mitbetet ihn eben zu lassen. genauso solltest du dem kind die freiheit geben sich selbst ein bild zu machen. ich befürchte dass dein kind so oder so probleme bekommt, wenn du so stolz auf eure religionsfreiheit bist. ach je was passiert denn wenn er sich doch religiös entscheidet und in die kirche gehen will???

    wenn dann eben religiöse veranstaltungen sind an denen sein kind nicht teilnehmen soll und in keinster weise damit in berührung kommen soll, dann geh in abholen. dann musst du eben in der zeit wieder die betreuung übernehmen.

    yvonne

  6. #26
    mercury Gast

    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Wir sind auch nicht religiös und hätten mit der geschilderten Situation ähnliche Probleme. Unser Kind bekommt Informationen über alle möglichen Religionen (wir haben viele internationale Kontakte) und darf, wenn es möchte gerne auch an religiösen Feiern teilnehmen. Wir gehen auch zu Ostern zur Palmweihe, weil es unser Kind interessiert.

    In der Schule soll es auch nicht vom Religionsunterricht ausgeschlossen werden, um über die bei uns häufigste Religion Bescheid zu wissen.

    Wäre sie aber gezwungen, irgendwo mitzubeten oder irgendwelche Rituale mitzufeiern, die sie selbst nicht interessieren, würde ich auch auf die Barrikaden steigen. Weder im normalen Unterricht in öffentlichen Schulen noch im Kindergarten (wenn der Träger kommunal ist) hat Betzwang und religiöses Ritual, egal welcher Couleur, etwas zu suchen.

    Ich würde auch schärfstens protestieren, wenn z. B. im Kindergarten pauschales Fasten verlangt wird etc. (Moslems fasten ja auch zu Ramadan und das hat im KiGa genauso wenig zu suchen).

    Wir haben allerdings den Vorteil daß in unserer Wohngegend nur ca. 50% getauft bzw. christlich sind - es gibt viele Ungetaufte, Ausgetretene, Asiaten und Moslems - da ist die Teilnahme an kirchlichen Sachen immer nur ein Programm für die halbe Kindergruppe.

    LG

  7. #27
    mäxchenst Gast

    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    das hört sich ja auch nach kompromiss an. aber von vornhereien zu verlangen dass das kind keinen kontakt zu religion bekommt finde ich : hoppla jetzt komm ich und ich WILL ABER!!!!

    mein mann ist katholisch ich evangelisch, kinder ev getauft. wir gehen in beide kirchen. ich bin auch so aufgewachsen und konnte beides geniessen. mein bild habe ich mir selbst davon gemacht.
    wenn natürlich zwang ausgeübt werden sollte sei es im kindergarten, schule etc das geht natürlich zu weit.
    lg yvonne

  8. #28
    Feenmutter ist offline addict

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Es kommt ja auch darauf an wie stark ein Kindergarten den Glauben praktiziert.
    Ich hatte meine Kinder in einem evangelischen Kindergarten. Da wurde halt der Glaube durch Geschichten,Gottesdienst usw. den Kindern nahe gebracht.
    Aber es war nie ein zwang, das die Kinder beten.
    Meine Jüngste wechselte dann nach einem Jahr in einem stättischen Kindergarten.
    Ich selber machte meine Praktiken in einem evangelischen und stättischen Kindergarten.
    Hier war der Unterschied kaum zu merken.
    Wie es natürlich jetzt in einem katholischen Kindergarten zugeht .... weiß ich leider nicht.

    Liebe Grüße Feenmutter

  9. #29
    Avatar von Janakabana
    Janakabana ist offline old hand

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Dem schließe ich mich voll und ganz an!!!

    Wenn es nunmal keinen anderen Kiga in der Nähe gibt, dann sollte man das beste aus einem kirchlichen machen. Kinder sind neugierig, man kann alles erklären. Und wenn's auch nicht sofort verstanden wird. Das kommt. Und es ist ein Vorteil für das Kind, mehr von anderen Lebensformen zu erfahren.

    Nur Mut!

    Gruß,
    Jana

  10. #30
    Syrah Gast

    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Ganz im Ernst. Sollte er sich irgendwann dafür entscheiden, irgendeinen Glauben anzunehmen, ist das in Ordnung. Ich finde nur, mit 3 Jahren ist ein Kind zu klein, um so etwas einzuschätzen. Ich denke, der Punkt, wo man sich ernsthaft mit sowas auseinandersetzen kann und das auch begreift, ist irgendwann während der Pubertät. Das ist jetzt allerdings wirklich nur eine Vermutung. Eben dann, wenn man über seinen Platz in der Welt und das Leben nachdenkt.

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