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  1. #61
    Tijana ist offline Urgestein

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Zitat Zitat von zoezoe Beitrag anzeigen
    Hallo Syrah,

    ich bin da gerade ziemlich fassungslos und habe nun auch gerade gelesen, dass ein kirchlicher KIGA zwar gezwungen sein kann, ein Kind einer anderen Glaubensrichtung anzunehmen, aber nur dann, wenn sonst kein Kindergartenangebot vorhanden ist.

    Die Ablehnung könnte übrigens in diesem Fall nicht nur mit religiösen Gründen dargelegt werden, sondern u.U. auch mit der Begründung, dass nicht ausreichend Personal zur Verfügung steht um die Beaufsichtigung des Kindes während des Gottsdienstes, des Betens etc. zu gewährleisten.

    Hand aufs Herz: Sei froh, dass du bereits jetzt mit der "Offenheit" dieser Einrichtung Bekanntschaft gemacht hast.

    Im Prinzip bleibt dir nun nur noch das Ausweichen auf freie bzw. staatliche Einrichtungen. Fakt ist: Dein Kind hat ab einem Alter von 3 Jahren einen Anspruch auf einen KIGA-Platz und ihr habt das Recht auf Glaubensfreiheit. Irgendjemand muss diesem Recht Rechnung tragen. Das Problem ist wahrscheinlich, dass man dir damit die Entscheidungsfreiheit im Bezug auf den KIGA nimmt. Das finde ich richtig bitter und passt mal wieder wunderbar zu meiner generellen Einschätzung dieser Welt "Andersdenkende sind nicht erwünscht". Traurig. Deine Chancen bei staatlichen oder freien Einrichtungen dürfte dreimal höher sein, denn dort wird der Glaubensfreiheit im Allgemeinen die Priorität eingeräumt, die ihr gebührt.

    Falls du das tatsächlich irgendwie rechtlich abklären lässt, wäre ich der sehr dankbar, wenn du mir eine PN schicken könntest, denn mich würde der Ausgang dieser Geschichte sehr interessieren.

    Was ich dir nun raten würde: Wende dich an die Gemeinde, schildere deinen Fall und frage ganz konkret nach, welche Handhabe dir bleibt. Welche KIGAS kommen unter diesen umständen in Frage? Beim Jugendamt kannst du kostenlos eine Broschüre beziehen, in der alle Einrichtungen verzeichnet sind, u.U. auch doch eine die du nicht kanntest.

    Ich habe leider keine besseren Ideen, wünsche dir aber alles alles Gute!

    LG zoe
    Man hat ein Recht auf einen Kiga-Platz ab 3 Jahren. Aber man hat kein Recht sich diesen Platz auszusuchen, wenn man im Wunsch-Kiga nicht unterkommt, bekommt man einen Platz zugewiesen. Man kann da keine Sonderwünsche anmelden.
    GRUSS Tijana

  2. #62
    Tijana ist offline Urgestein

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Zitat Zitat von Falke Beitrag anzeigen
    Du kannst, mit Aussicht auf Erfolg, nach AGG klagen. Kindergärten dürfen aufgrund ihres Glauben, Herkunft oder ethnische Rasse jemanden ablehnen. Zumal kirliche Einrichtungen zum großen Teil vom Staat finanziert wird.
    Las dich nicht unterkriegen und hör nicht auf das Geschwätz, ist doch nicht schlimm, das dein Kind betet.
    Wenn ich das richtig verstehe, hat nicht der Kindergarten sie abgelehnt, weil sie Atheisten sind, sondern weil sie nicht bereit sind die Forderungen der Eltern mitzutragen.
    GRUSS Tijana

  3. #63
    Tijana ist offline Urgestein

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Zitat Zitat von Syrah Beitrag anzeigen
    Doch. Ich halte mich schon für einen toleranten und weltoffenen Menschen. Aber ich habe hier nicht das Gefühl, daß das für alle gilt.

    Wenn das das wirklich wärst, würdest du ihn einfach teilnehmen lassen.

    Er wird es mitmachen, auch ohne Zwang und sich dann letztlich selbst entscheiden, ob er dabei bleiben will oder nicht.

    Gerade bei so kleinen Kindern, kann man doch nicht wirklich annehmen, dass da was geprägt wird.
    GRUSS Tijana

  4. #64
    Tijana ist offline Urgestein

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Zitat Zitat von Syrah Beitrag anzeigen
    Ich glaube, einen eigenen Kindergarten zu gründen, würde MIR dann wieder zu weit gehen;-) Schließlich muß ich zwischendurch auch noch arbeiten...

    Ich könnte auch sagen, ich schicke ihn gar nicht in den Kindergarten, aber er möchte gerne!!

    Tja, mal sehen, was sich ergibt. Ich habe eine Dame beim Landkreis Emsland erreicht, die recht hilfsbereit und nett war. Sie sagte, sie könne mich verstehen, wüßte aber so auch erstmal keine Lösung, will sich aber immerhin erkundigen.

    Meine Anwältin schreibt den beiden Kindergärten einen Brief. Sie hat sich halb schlapp gelacht, als ich ihr davon erzählt habe. Sie meint, auch das Emsland wäre kein rechtsfreier Raum. Na, mal sehen, wie die Emsländer das sehen. In Bayern hängen ja auch noch die Schulen und Gerichte voller Kruzifixe, obwohl's mittlerweile offiziell untersagt ist. Möchte mal wissen, warum man überhaupt erst irgendwelche Urteile macht, und hinterher interessiert's doch kein Schwein...
    Ein katholischer oder evangelischer Kindergarten wird auch zum Teil durch Kirchensteuer finanziert. Da ist es normal, dass sie auch ihren christlichen Glauben weitergeben wollen.

    Außerdem solltest du dann auch so konsequent sein, dass du Sachen die von der Kirche gezahlt werden, nicht in Anspruch nimmst.
    GRUSS Tijana

  5. #65
    opus ist gerade online Muddi h.c.

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Zitat Zitat von Tijana Beitrag anzeigen
    Man hat ein Recht auf einen Kiga-Platz ab 3 Jahren. Aber man hat kein Recht sich diesen Platz auszusuchen, wenn man im Wunsch-Kiga nicht unterkommt, bekommt man einen Platz zugewiesen. Man kann da keine Sonderwünsche anmelden.
    Das ist grundsätzlich richtig, allerdigs gibt es schon ein paar Kriterien, die diese 'zugewiesenen' KiGaplätze erfüllen müssen. Sie dürfen zum Beispiel nicht beliebig weit von Wohnort entfernt sein und auch unpassende religiöse Riten muß man nicht hinnehmen ( man hat im Gegenzug keinen Anspruch auf eine bestimmte Art von KiGa, etwa bestimmte Konfession oder bestimmtes pädagogisches Konzept).

    Von daher hat die Threaderöffnerin schon ein wenig Recht mit ihrer Klage.

    Was die vielen Erwiderungen hier betrifft, von wegen, dass man in einem konfessionellen KiGa nicht erwarten darf, dass wegen einem Kind das ganze Programm über den Haufen geworfen wird, nun, das kommt sehr darauf an. Wie jedem bekannt hat jedes Kind ab dem dritten Lebensjahr Anspruch auf einen KiGa-Platz. Das zu garantieren ist Aufgabe der Gemeindeverwaltung. Diese kann mit der Kinderbetreuung freie KiGaträger, zum Beispiel Kirchengemeinden, beauftragen. Damit werden konfessionelle KiGa ganz plötzlich zu kommunalen, da sie im Auftrag und gegen Rechnung der Gemeinde Kinder betreuen und dann bleibt die Bibel möglicherweise zu.

    Betreibt die Kirchengemeinde hingegen einen freien Kindergarten, ohne staatliche Zuschüsse, kann sie tun, was sie will. Dann können sie das Programm beliebig religiös gestalten und vor allem, dann können sie auch frei entscheiden, wen sie aufnehmen und wen nicht.

    Dan darf das aber nicht das einzige Angebot im Umkreis sein.

  6. #66
    opus ist gerade online Muddi h.c.

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Hui, entschuldige bitte, aber da stimmt jetzt nicht alles:

    Zitat Zitat von Belgravia Beitrag anzeigen
    Dein Kind hat das Recht auf einen Kindergartenplatz ab de. 3. Lebensjahr.

    Weitere Rechte hast du nicht.
    Stimmt nicht ganz. Der Kindergartenplatz darf nicht beliebig weit entfernt sein und bestimmte religiöse Riten muß sie nicht hinnehmen. Ob man auch bestimmte Erziehungskonzepte (Waldorf, Montessori,... ) ausschließen kann, weiß ich im Moment nicht. Syrah hat grundsätzlich aber schon Recht mit ihrer Klage.
    Zitat Zitat von Belgravia Beitrag anzeigen
    Du hast kein Recht auf einen ganz bestimmten Kindergarten und du hast schon gar kein Recht deM Kindergarten vorzuschreiben wie er zu arbeiten hat.
    Wenn die obigen Bedingungen erfüllt sind, muß sie damit leben. Wenn nicht, kann sie das einfordern.

    Wohlgemerkt, bei kommunalen KiGaplätzen. Bei freien Kindergartengruppen hättest du Recht.
    Zitat Zitat von Belgravia Beitrag anzeigen
    Entweder du akzeptierst das Konzept des Kindergartens (eben mit beten und Kirchgang) und vertraust dein Kind dieser Einrichtung an oder du akzeptierst es eben nicht und dann kann dein Kind dort nicht hingehen.
    ...dann muß die Kommune aber eine Alternative bieten, die die Bedingungen erfüllt.
    Zitat Zitat von Belgravia Beitrag anzeigen
    Und von wegen du willst keine finanzielle Unterstützung. Was glaubst du mit wessen die kirchlichen Kindergärten gebaut und unterhalten werden ?

    Unter anderem sind das Kirchensteuern.
    Die du ja wohl nicht zahlst.
    Du willst also von den Zahlungen der anderen profitieren.
    In einen laufenden Kindergartenbetrieb zahlt die Kirche und die Gemeinde ziemlich viel.
    Nochmal, verwechsel das nicht mit freien Kindergärten!
    Kommunale KiGaplätze werden werden von der Gemeindeverwaltung beauftragt und bezahlt nach Gebührensatz. Die Elternbeiträge gehen an die Gemeindekasse.
    Da sind i.d.R. keine Kirchensteuergelder dabei!

    Zitat Zitat von Belgravia Beitrag anzeigen
    Der geringste Teil der Kosten eines Kindergartenplatzes wird über den Kindergartenbeitrag der Eltern abgedeckt.
    Der Rest sind öffentliche Steuergelder.
    Zitat Zitat von Belgravia Beitrag anzeigen
    Also bist du letztlich doch Nutznießer fremder Gelder. Und da musst du schon damit leben, dass die Leute die das Geld geben auch die Spielregeln festlegen.
    Da die Vorraussetzung nicht gegeben ist, dürfen wir die Schlussfolgerung auch verwerfen, ja?

    Der 'Nutznießer fremder Gelder' ist ein klein wenig unverschämt.

    Zitat Zitat von Belgravia Beitrag anzeigen
    Oder du musst wirklich mit anderen Betroffenen einen eigenen Kindergarten gründen.
    Das wäre eine theoretische Lösung, aber die erforderliche Anzahl hinreichend zahlungswilliger bzw. -fähiger Eltern bekommst du wenn, dann nur in städtischen Ballunszentren und ganz sicher nicht auf dem flachen Land zusammen.
    Zitat Zitat von Belgravia Beitrag anzeigen
    Was machen eigentlich andere Atheisten oder auch Bürger nichtchristlicher Herkunft im Emsland ?
    Das ist in der Tat eine berechtigte Frage. Auch wenn das Emsland wirklich konfessionell ziemlich homogen zu sein scheint, das einzige Kind, was da 'aus der Reihe tanzt' kann es eigentlich nicht sein. Erfahrungsgemäß resignieren viele Eltern in so einer Situation und hoffen, dass es den Kindern wirklich nichts ausmacht. Oder es ist ihnen wirklich egal.

    Man mag Syrahs Vorstoß überspitzt und unangemessen nennen, ich finde, es ist durchaus berechtigt, diese Sache auch mal grundsätzlich zu klären. Und das geht in letzter Konsequenz vermutlich nur mit juristischen Mitteln.
    Es wird denen, die das so für in Ordnung halten ja nichts genommen. Nur die bewußt gewollte Trennung von Staat und Kirche sollte man sich nicht so aufweichen lassen.
    Auch wenn es für die meisten Kinder vielleicht keinen Schaden bedeutet, es kann durchaus einer in Einzelfällen entstehen. Es gibt im alten Testament genug Geschichten, die alles andere als kindgerecht sind und auch der Anblick eines realistisch ausgeführten Kruzifixes kann für unvorbereitete Kinder sehr traumatisch sein.

    Risiken gibt es da schon.

  7. #67
    samgee ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Danke. Unterschreib.
    ISt nämlich auch mein Geld.

    Es soll nämlich auch so Rabeneltern geben, die ihre Kinder GENAU DESWEGEN in einem kirchlichen Kindergarten anmelden.

    Was im städischen Kiga geht, ist was anderes. Aber wer sein Kind in einen konfessionellen Kiga gibt, der muss damit rechnen, dass da auch ein Wort über "Jesus" fällt. Und das Fernhalten von Kindern, deren Eltern das nicht wollen, find ich daneben. Das haben die anderen Kinder doch auch schnell raus, dass eins da ne Extrawurst bekommt. Und schnell wird da rumgenölt: "die Laura darf in den Garten, ich will auch!" "Der Lukas kann aber auch schon früher weg!"

  8. #68
    Avatar von seventies
    seventies ist offline Punktemacherin

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Zitat Zitat von Syrah Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich habe gerade einen Brief bekommen, in dem mir mitgeteilt wird, daß mein Sohn in unserem "Wunsch"-Kindergarten (eher die Lösung, mit den wenigsten Bauchschmerzen...) nicht genommen wird. Grund ist, daß ich in meiner Anmeldung darauf bestanden habe, daß er an keinerlei Gebeten und Kirchgängen teilnimmt.

    Nun ist es leider so, daß wir in einer Gegend leben (Emsland), in der es im Umkreis von über 50 km keinen Kindergarten gibt, in dem nicht ausgiebigst gebetet wird. Selbst die sog. kommunalen Kindergärten werden genauso geführt, wie die evangelischen oder katholischen.

    Ich habe jetzt die Dame, die uns abgelehnt hat, angerufen, und mich beschwert. Sie weist darauf hin (nachdem sie sich über meinen Wunsch, nicht zu beten, aufgeregt hat), daß für meinen Sohn sowieso der Kindergarten der Nachbargemeinde (auch noch katholisch!) zuständig ist, der im übrigen einen sehr schlechten Ruf hat.

    Ich habe sie darauf hingewiesen, daß wir Atheisten sind (in 5. Generation nicht getauft und stolz darauf) und auch ein Recht auf Religionsfreiheit haben. In unserem Fall Freiheit von der Religion. Sie will das jetzt nochmal prüfen (war schwer begeistert, daß ich ihre Privatnummer rausgesucht hatte; aber ich war so wütend...). Das Ergebnis ist mir eigentlich auch jetzt schon klar.

    Meine Anwältin erreiche ich erst morgen früh. Ich möchte das eigentlich nicht so hinnehmen. Es gibt hier auch keine Alternativen, wie z. B. der von mir favorisierte Montessorikindergarten (65 km...), oder einen privaten Kindergarten.

    Ich erwarte auch keinerlei finanzielle Unterstützung (bekommen wir sowieso nicht) von der Gemeinde oder sowas. Alles, was ich will, ist das mein Sohn FREI und mit seinen EIGENEN Ideen und Gedanken aufwächst, ohne gleich in irgendeine Schablone gedrückt zu werden, die er noch gar nicht versteht. Aber das ist in dieser gottverfluchten Gegend scheinbar nicht möglich! Das kann doch nicht sein, daß man hier zum Beten gezwungen wird, aber auf der anderen Seite für verrückt erklärt wird, wenn man als Mutter arbeitet (statt am Herd zu stehen) und auch noch nach einem ZWEISPRACHIGEN Kindergarten gefragt hat (welch Blasphemie; Bildung? Da reicht ja wohl die Bibel...).

    Weiß hier vielleicht jemand, welche Rechte ich wirklich habe oder auch nicht habe? Wer darf eigentlich einen Kindergarten gründen???

    Vielen, vielen Dank im Voraus!!!

    Syrah

    mit der anmeldung in einer einrichtung akzeptierst du deren konzeption.
    wenn dir die nicht passt, musst du alternativen finden.


  9. #69
    Avatar von Medusa
    Medusa ist offline Legende

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    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Einen Betzwang wird es für dein Kind nicht geben, aber du wirst nicht verhindern können, dass die Erzieherinnen es mit den anderen Kindern tun. Das wär ja auch noch schöner in einem kirchlichen Kindergarten, sorry!

  10. #70
    LadyHastur Gast

    Standard Re: Religions-/Betzwang im Kindergarten?

    Zitat Zitat von kikis Beitrag anzeigen
    kannst ja mal die polizei vorbeischicken oder deinen anwalt?
    leute die keine probleme haben, machen sich welche.
    also so direkt wollte ich dann doch nichts ein :)

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