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  1. #61
    Nibor Gast

    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von SommerNike Beitrag anzeigen
    Hallo,

    wie ist eure Einstellung zu einem hohen Anteil an Migrantenkindern im Kindergarten? Habt ihr selbst schon praktische Erfahrungen damit gemacht? Würdet ihr euer Kind in eine Kita schicken, in der 70% oder mehr der Kinder nicht-deutscher Herkunft sind? Wo seht ihr die Probleme/Chancen?

    Viele Grüße

    SommerNike
    Hallo,

    ich habe mal für ein halbes Jahr ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht in dem weit mehr als 70 Prozent nicht-deutscher Herkunft waren. Und ich muss sagen, dass ich es sogar auffällig und beschämend fand, wie wenig sich diese Kinder von den anderen Kindern unterschieden haben.

    Kinder sind erstmal Kinder - natürlich merkt man, ob das eine Kind mehr vor der Glotze sitzt und man merkt auch, ob ein Kind zuhause sehr viele schwierige Situationen erlebt (hat) - aber ich kann jetzt nicht sagen, dass ich den Eindruck hatte, dass sich der Migrationshintergrund so sehr negativ auf die Kinder ausgewirkt hat.

    Ich würde mein Kind in so einen Kindergarten schicken - auf jeden Fall. Die Kinder sind einfach nur Kinder - und nein, mir sind Migrantenkinder da nicht als besonders aggressiv oder Ähnliches aufgefallen.

    Das einzige was mir manchmal leid tat, war, dass es dort Kinder gab die einfach noch kein Wort Deutsch gesprochen haben - aber auch das war schnell geändert.

    Kinder lernen ja so schnell!

    Und alle Kinder konnten dann nachher mehr als vorher - zum Beispiel wurden dann Sprachspiele gemacht, so dass nachher auch die deutschen Kinder auf türkisch bis zehn zählen konnten und alle die jeweiligen Monatsnamen in den anderen Sprachen kannten.

    Ich würde es als positiv empfinden wenn mein Kind schon im Kindergarten lernen würde, dass "andere" doch gar nicht so "anders" sind - ich glaube, das ist sogar gut.

    Insofern - mein Sohn ist jetzt 20 Monate alt und geht ab Mitte August in eine Kindergruppe - und auch dort sind ein paar Migrantenkinder. Ich hoffe, dass er sich - wie ich früher als ich ein Kind war - das im posiviten Sinne "merkt": In dem Sinne, das alle Kinder erstmal einfach gleich sind und es keinen Sinn macht vor ganz normalen Kindern eine "Scheu" zu haben...

    LG

    Nibor

  2. #62
    Avatar von rodakino
    rodakino ist offline Legende

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Irgendwie fuehle ich mich etwas diskriminiert von der Frage und auch von einigen Aeusserungen hier...

    Ich bin Migrantin. Meine Tochter ist ein "Kind mit Migrationshintergrund". Bloss bin ich Deutsche und lebe im EU-Ausland.

    Wir entsprechen jetzt nicht dem Klischee der Tuerkischen familie, die nach 15 jahren kein Deutsch gelernt hat, und deren Kinder sexistisch sind, aber um ehrlich zu sein ist meine Tochter schon "anders" als die Kinder ohne "Migrationshintergrund". Die Landesprache spricht sie zwar recht gut, aber natuerlich sieht sie anders aus, verhaelt sich in manchen Situationen anders und kennt manche Vokabeln und sozialen Situationen nicht. Und das, obwohl ihr Papa hier zu Hause ist.

    Hier gibt es auch eine Menge an Kindern mit "Migrationshintergrund", und ich faende es ziemlich schlimm, zu wissen, dass jemand sein Kind nicht in den Kiga meiner Tochter gibt, weil dort viele "Kinder mit Migrationshintergrund" hingehen, u.a. meine Tochter.

  3. #63
    Limette1 ist offline Poweruser

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von yggdrasil2009 Beitrag anzeigen
    Nein, nicht mancher sondern der Großteil.
    In berlin gibt es eine Jugendrichterin die hat es mal genau auf den Punkt gebracht.

    Sie wäre dafür das für Migranten eine Kigapflicht geschaffen werden soll und das wenn Kinder dort schon auffällig werden diese sofort vom JA begleitet werden müßen, notfalls sollen die Kinder aus den familien genommen werden.
    Im Prinzip die einzige Lösung für die Zukunft.

    Vorallem Islamischen/Arabischen Kulturen fehlt nunmal der respekt und die Tolernaz Frauen und anders Gläubigen gegenüber

    Und ja ich finde Deutschland sehr tolerant, kein Land aufd er Welt ermöglicht Ausländern und Menschen mit anderen Glaubensrichtungen so viel , ich kann das sagen in meinem Herkunftsland ist dies anders, es gilt zwar als Land der unbegrenzten Möglichkeiten aber die Wahrheit ist eine andere
    Dann bist du wohl noch nicht viel in der Welt bzw. in Europa herum gekommen.
    Auch mal wieder hier.

    LG Limette mit 07/03 02/12 11/13 und einem der fehlt (2/08)

  4. #64
    Limette1 ist offline Poweruser

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von peacelike Beitrag anzeigen
    ich habe Migrationshintergrund, mein Deutsch hat allerdings für ein Germanistik-Studium samt Promotion recht problemlos ausgereicht. Mein Sohn aber spricht derzeit keinesfalls "vernünftig deutsch", weil er von mir nur finnisch lernt. Jeder Sprachwissenschafter würde dazu raten, Kinder zuhause die Eltenrsprache und im KiGa die Umgebungssprache lernen zu lassen. Ich bin sicher, wenn mein Sohn in drei oder vier Jahren in die Schule kommt, hat er keine Sprachprobleme...

    peacelike
    Das ist aber nicht immer am sinnvollsten, leider.
    Auch mal wieder hier.

    LG Limette mit 07/03 02/12 11/13 und einem der fehlt (2/08)

  5. #65
    Limette1 ist offline Poweruser

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von SommerNike Beitrag anzeigen
    Also es scheinen ja schon die schlechten Erfahrungen zu überwiegen. Das finde ich schon etwas erschreckend, aber nachvollziehbar.

    Die Kita in die mein Sohn kommen wird liegt nicht in einem sozialen Brennpunkt. Es ist ein sehr gemischtes Viertel. Nur im Kindergarten trennen sich dann die Wege. Die einen geben ihre Kinder in Elterninitiativen, Waldorf und co, die anderen konzentrieren sich in den städtischen Einrichtungen.

    Meine Hoffnung ist jetzt, dass die Familien nicht-deutscher Herkunft zwar vielleicht nicht unbedingt zur Bildungsbürger-Elite gehören, aber zumindest soweit in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, dass die Kinder vernünftig deutsch sprechen und nicht nur in einem Mikrokosmos ihrer eigenen Kultur leben. Solche gibt es ja auch. Und dann ist mir die Herkunft auch egal.

    Im Moment bleibt mir nichts anderes übrig als abzuwarten und mir die Sache anzuschauen. Sollten sich meine Befürchtungen bestätigen, werde ich dann allerdings alle Hebel in Bewegung setzen, um meinen Sohn in einer anderen Kita unterzubringen.

    Viele Grüße

    SommerNike
    Wo genau liegt jetzt eigentlich dein Problem? Hast du ein Problem, dass dein Kind evtl. sprachlich nicht ausreichend gefördert wird oder hast du Schwierigkeiten bei dem Gedanken daran, dass dein Kind möglicherweise mit vielen Kinder mit Migrationshintergrund den Kiga besuchen wird?
    Auch mal wieder hier.

    LG Limette mit 07/03 02/12 11/13 und einem der fehlt (2/08)

  6. #66
    Avatar von rodakino
    rodakino ist offline Legende

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Hast Du da Erfahrung? Hier ist das die gaengige Loesung und es gibt hier viele Familien mit Migrationshintergrund aus verschiedenen Laendern.
    Eine befreundetet Grundschullehrerin hat mir gesagt, dass die Kinder, die zu Hause nur Elternsprache sprechen in der Schule eher zu den Leistungstraegern gehoeren. Mehr Probleme haben Kinder aus bildungsfernen Familien.

  7. #67
    Limette1 ist offline Poweruser

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von rodakino Beitrag anzeigen
    Hast Du da Erfahrung? Hier ist das die gaengige Loesung und es gibt hier viele Familien mit Migrationshintergrund aus verschiedenen Laendern.
    Eine befreundetet Grundschullehrerin hat mir gesagt, dass die Kinder, die zu Hause nur Elternsprache sprechen in der Schule eher zu den Leistungstraegern gehoeren. Mehr Probleme haben Kinder aus bildungsfernen Familien.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder die zu Hause in ihrer Muttersprache und im Kiga Deutsch sprechen oft nur unzureichend die deutsche Sprache erlernen und mit Schuleintritt aus diesem Grund Schulschwierigkeiten bekommen. Das hat z. T.sicher damit zu tun, dass bildungsnähe fehlt.
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Eltern, die gut Deutsch sprachen, Kinder hatten die ebenso gut die Sprache beherrschten. In diesen Familien wurde auch zu Hause viel Deutsch und nicht die Muttersprache der Eltern gesprochen.
    Ebenso habe ich die Erfahrung gemacht, dass Eltern, die bereits in zweiter oder dritter Generation hier leben, einen mittleren Schulabschluss gemacht haben mit ihrem Nachwuchs überwiegend in der Muttersprache sprachen und die Kinder oft sprachliche Schwierigkeiten hatten. Sozusagen erfolgte dort eine Rückentwicklung (schon mal den seltsamen Begriff "Parallelgesellschaft" gehört?).
    Es hängt m. M. nach von mehreren Faktoren ab, ob ein Kind mit Migrationshintergrund relativ gut eine andere Sprache lernt. Fest steht, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen und dazu gehört auch, dass die eigene Familie an dieser Stelle ihren Beitrag leisten muss, das sind zumindest meine Erfahrungen. Kiga und später Schule können nicht alles ausbügeln, was nur unzureichend angebahnt wurde.
    Auch mal wieder hier.

    LG Limette mit 07/03 02/12 11/13 und einem der fehlt (2/08)

  8. #68
    samgee ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Entscheidend daran ist aber doch: ihr seid intergrationswillig! Viele Migrations-Familien hierzulande sind hier aber überhaupt nicht bereit, sich integrieren zu wollen!

    Wir wohnen im Rhein-Main-Gebiet und da gibt es Gemeinden mit sehr hohem Anteil an Migranten. Und hier gibt es eingie soziale Brennpunkte, wo ich mein Kind nicht wissen wollte. Weil da die Auffassungen zu den Themen "Freiheit, Gleichberechtigung, Gewalt, Frauenrechte" völlig anders sind als meine.

    In der Nachbarstadt gibt es ein Stadtteil, das nur aus Wohnblocks besteht. Dort sollte man abends als Frau nicht allein durchlaufen. Im Einkaufszentrum dieses Stadtteils gibt es kein deutsches Geschäft mehr. Parallelgesellschaft lässt grüßen.

    Ich kenne etliche Migranten, die selbst dieses Viertel von ihren "Landsleuten" ablehnen, weil sie es erfolgreich in den Mittelstand geschafft haben.

  9. #69
    SommerNike ist offline Stranger

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von Limette1 Beitrag anzeigen
    Wo genau liegt jetzt eigentlich dein Problem? Hast du ein Problem, dass dein Kind evtl. sprachlich nicht ausreichend gefördert wird oder hast du Schwierigkeiten bei dem Gedanken daran, dass dein Kind möglicherweise mit vielen Kinder mit Migrationshintergrund den Kiga besuchen wird?

    Ja, meine Befürchtung ist, dass mein Sohn dort nicht ausreichend gefördert wird. Nicht nur im sprachlichen Bereich, auch allgemein.
    Wenn es so sein sollte, dass dort mehrere Kinder nicht gut deutsch können, stelle ich es mir schwierig vor, mit der Gruppe Angebote zu machen, die anderswo selbstverständlich sind, wenn eben hier das Sprachverständnis fehlt. Und das fände ich schon sehr schade für meinen Sohn.

    Sicher muss und kann man sich erst wirklich ein Bild machen, wenn man dort tatsächlich ist und einen Einblick hat.
    Aber zusammen mit einigen anderen negativen Dingen, die ich im Zusammenhang mit der Kita gehört habe, kann ich mein schlechtes Gefühl im Vorfeld leider nicht wirklich abstellen.

    VG SommerNike

  10. #70
    Limette1 ist offline Poweruser

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von SommerNike Beitrag anzeigen
    Ja, meine Befürchtung ist, dass mein Sohn dort nicht ausreichend gefördert wird. Nicht nur im sprachlichen Bereich, auch allgemein.
    Wenn es so sein sollte, dass dort mehrere Kinder nicht gut deutsch können, stelle ich es mir schwierig vor, mit der Gruppe Angebote zu machen, die anderswo selbstverständlich sind, wenn eben hier das Sprachverständnis fehlt. Und das fände ich schon sehr schade für meinen Sohn.

    Sicher muss und kann man sich erst wirklich ein Bild machen, wenn man dort tatsächlich ist und einen Einblick hat.
    Aber zusammen mit einigen anderen negativen Dingen, die ich im Zusammenhang mit der Kita gehört habe, kann ich mein schlechtes Gefühl im Vorfeld leider nicht wirklich abstellen.

    VG SommerNike
    Die Erzieherinnen sprechen mit allen Kindern Deutsch, also machen sie entsprechende Angebote auch in dieser Sprache. Förderangebote werden differenziert: Kinder mit altersgemäßen Sprachkenntnissen und Kinder mit erhöhtem Förderbedarf werden unterschiedlich gefördert. Geh mal in der Kita vorbei, hospitiere und schau dir an, wie dort gearbeitet wird. Vllt. sagt es dir zu.
    Auch mal wieder hier.

    LG Limette mit 07/03 02/12 11/13 und einem der fehlt (2/08)

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